1898 Freitag den 2'?. April Nr. 93 Zweites Blatt. Gießener A nzeiger Heneral-M^eiger 2lnrts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen Gratisbeilage: Gießener Fainilienblätter eines sehr ausführlichen und übersichtlichen Berichts benutzt, I der Disciplin in unserem vortrefflichen Heere sowie zur — 7 .. - » . rv> ■ T - n. . ... ■ ... -1______ o-.ni ____- V V___mirh Sn«r(x erzielen sein wird. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Annahme von Anzeigen zu »er Nachmittags für bei folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Ub: Bezugspreis oicrtcli&bvhd) 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. • mit Vringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. wie die noch ausstehenden kleinen Vorlagen Schwierigkeiten Hervorrufen. Rcdaction, Expedition und Druckerei: Schukstraße Nr. 7. Der Reichstag nach den Ferien. In einer Betrachtung über die Aufgaben des preußischen Landtags und des deutschen Reichstags schreibt die „Köln. Ztg." mit Bezug auf die am 26. ds. Mts. wieder beginnenden Sitzungen des letzteren: Im Reichstag stehen vom nationalen Standpunkt aur betrcichtet, wett wichtigere Befchlußfaffungen bevor- in den bevorstehenden Berathungen mutz das Werk des Bürgerlichen Gesetzbuches gekrönt werden durch die Annahme der großen Novellen zur Concursordnung und zur Civil- proceßordnung: und hier darf keine Zeit verloren werden, da erst nach Annahme dieser Novellen die Einzelstaaten in die Lage gesetzt werden, die sehr umfassenden und nicht minder wichtigen Einführungsgesetze der Beschlußfaffung ihrer gesetzgebenden Körperschaften zu unterbreiten. Beide Novellen bedürfen noch der zwecken und dritten Lesung; doch herrscht unter den Urtheilsfähigen nur eine Stimme darüber, daß die sechste ReichStagScommifsion diese Entwürfe so gründlich durchgearbeitet und geprüft hat, daß dringend zu wünschen ist, daß die Beschlüffe der Commission nicht von zufälligen Reichstagsmehrheiten verballhornt, oder um das schreckliche, aber bezeichnende Wort zu gebrauchen, verschlimmbeflert werden. Bei dem Gesetz über die freiwillige Gerichtsbarkeit ist leider in dritter Lesung eine solche traurige Verunstaltung in der Frage der Verdolmetschung erfolgt; glücklicherweise kann dieselbe unbeschadet des baldigen Inkrafttretens des Gesetzes als solchen im nächsten Jahre durch eine besondere Reichstagsnovelle oder auch durch die Particulargesetzgebung unschädlich gemacht werden. Ueber die Concursordnung liegt bereits feit dem 29. März ein vortrefflicher, sachlicher und übersichtlicher Bericht des Abgeordneten Baffermann vor, und es ist erfreulich festzustellen, daß seitdem in der öffentlichen Besprechung keine nennenswerthen Gesichtspunkte zu Tage getreten find, welche auf die Nothwendigkett einer Aenderung einzelner Bestimmungen Hinweisen. Die glatte und rasche Annahme dieser Novelle ist also mit Sicherheit z» erwarten. Auch sür die Civilproceßordnung liegen die Dinge recht gut. Der Abgeordnete Trimborn-Köln hat mit sehr rühmlichem Fleiße die Osterferien zur Fertigstellung weiteren Festigung der deutschen Einheit führen wird. Auch vertrauen wir, daß, sobald einmal der Entwurf, der gegenüber schweren Mängeln des bisherigen bayrischen Militär- Strafverfahrens bedeutende Befferungen enthält, Gesetzeskraft erhalten haben wird, eine Verständigung des obersten Kriegsherrn mit der Krone Bayern über die noch schwebende Frage des obersten Militärgerichtshofes verhältnißmäßig leichter zu Um so größere Schwierigkeiten dürsten aber aus der Gefahr der Beschlußunfähigkeit des Reichstags erwachsen. Hat schon die ganze letzte Tagung bisher unter dem traurigen Zeichen dieser stetigen Beschlußunfähigkeit gestanden, so hat sie ihren Gipfelpunkt in den letzten Tagen des März erreicht; unmittelbar nach der Durchberathung de» Flottengesetzes gaben namentlich die bayrischen und elsässischen Abgeordneten, die schon bisher im Schwänzen der Sitzungen den Vogel abgeschoffen hatten, das Zeichen zum Ausreißen, sodaß das Rerchshaushaltsgrsetz nur mit Ach und Krach ver- versaffungsgemäß von einer kleinen Zahl von knapp drei Dutzend Abgeordneten fertiggestellt werden konnte. Zu welchen traurigen, die deutsche Volksvertretung tief beschämenden Rede-Ausschreitungen diese schwere Pflichtvernachlässigung der großen Mehrheit des Reichstages geführt hat, wollen wir heute nicht nochmals ausführen. Aber um so dringender möchten wir an alle unsere parlamentarischen Freunde die Bitte richten, in der nächsten Woche vollzählich auf ihren Plätzen zu fein. Wir vertrauen, daß auch das Centrum alles aufbieten wird, feine Mannschaften in großer Zahl nach Berlin zu bringen; denn das Centrum hat in der That alle Ursache, dafür zu sorgen, daß die großen nationalen Werke, der hoffentlich schon am ersten Tage der ReichStagsfitzungen von der nach dem Ausscheiden des Herrn v. Buchka jetzt von dem Abgeordneten v. Cuny geleiteten 6. Commission festgestellt werden wird. Auch hier sind die meisten Zweifel und Bedenken durch die gründliche Commissionsarbelt aufge- klärt und beseitigt worden; selbst in der schwierigsten Frage der Erhöhung der Werthgrenze für Revisionsklagen beim Reichsgericht — der Vorschlag des Entwurfs ist für obligatorische Klagen angenommen, für dingliche Klagen abgelehnt worden — hat man sich einstimmig überzeugt, daß ohne eine solche Einschränkung der RevtsionSmöglichkeck Zustände am Reichsgericht großgezogen werden würden, die die Wahrung der Einheit der Rechtsprechung unbedingt vereiteln würden; anderseits hat man nicht minder eingesehen, daß alle anderen, von einzelnen Seiten gemachten Vorschläge nichts BeffereS und Annehmbares boten. So wird man auch hier auf eine verhältnißmäßig glatte Erledigung rechnen dürfen. Dasselbe gilt für die noch ausstehende dritte Lesung der Militärstrafproceßordnung. Nachdem die zweite Lesung ein über alles Erwarten günstiges Ergebniß gehabt hat, ist zu hoffen, daß über die wenigen Punkte, über die noch zwischen der Reichstagsmehrheit und den verbündeten Regierungen Meinungsverschiedenheit herrscht, eine Verständigung erzielt werden wird. Dann wird eine Frage aus dem Streite der politischen Parteien für längere Zeit aus geschieden sein, die in Folge des bisherigen Verhaltens der verbündeten Regierungen von Jahr zu Jahr mehr zu einer politischen Gefahr auszuarten drohte und die vor Allem in den Händen einer kampflustigen Reichstagsmehrheit sehr leicht bei wichtigen Fragen der Vaterlandsvertheidigung zu einem recht bedenklichen und ernst zu nehmenden Erpreffungsmittel gegenüber den verbündeten Regierungen hätte werden können. Jedenfalls sind sich alle Sachverständigen darüber einig, daß die Ausgestaltung, die der Entwurf im Reichstag gefunden hat, zu einer wesentlichen Verbesserung der arg zurückgebliebenen militärischen Strafrechtspflege und damit — was für uns die Hauptsache ist — zu einer wesentlichen Kräftigung Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. eine Stunde von Freiburg entfernt, während der Nachtrab noch in Todtvau war. Sigel wollte daher erst diesen, sowie die inzwischen gesammelten Scharfschützenzüge der Hecker'fchen (Solenne sämmtlich heranhaben und verbot der Vorhut, in keinem Falle über GünterSthal hinan» vorzugehen. Da verdarb die Eitelkeit Struve» den ganzen, wohlangelegten Plan. Er gab Befehl zum Bormarsch und führte den Vortrupp mitten im Thale, auf offener Straße, gegen Freiburg vor. Beim Gasthaus zum Waldhorn stieß die Schaar auf die in Schlachtordnung ausgestellten Truppen Struve, erschreck: durch den Anblick, schwenkte fofort sein weiße» Taschentuch, aber der badische General Hoffmann jagte den vorgeschickten Parlamentär mit den Worten: -Pack Dich, Du Hund!" zurück und im nächsten Augenblick prasselten die Kartätschen in die Reihen der Freischärler. Diese stoben auseinander wie Spreu vor dem Winde. General Hoffmann ging auf GünterSthal vor, wurde aber hier durch den inzwischen mit einem frischen Banner herbei- geeilten Sigel am weiteren Vordringen gehindert und mußte fich auf Sr. Georgen zurückziehen. Sigel wartete hierauf den Anmarsch MöglingS ab und Beide unternahmen am 24. noch doS Wagniß, ihren Parteigenossen in Freiburg, welches an diesem Tage von den fürstlichen Truppen berannt wurde, Hilfe zu bringen ES gelang ihnen, in Horben 500 biß 600 Mann zusammenzuraffeu. Damit drangen sie durch den Sternenwald bis vor das Schwaneuthor der Stadt, wo fie aber mit einem fürchterlichen Kartätscheuhagel empfangen wurden, da die Stadt mittlerweile nach heftigstem Barrikadenkämpfe von den Truppen genommen worden war Sie traten den Rückzug an und die Schauren verliefen fich dann im Gebirge. Sigel, Mögling und vier ihrer Leute wurden, weil fie zu weit vorgedrungen waren, von diesem Rückzüge abgeschnitten und wären gefangen worden, wenn die Führung der Truppen nicht eine so erbärmliche gewesen wäre. Sigel und Mögling konnten e» sogar wagen, über die unbewachte Stadtmauer zu klettern, um zu sehen, ob nicht in der Stadt doch noch etwa» zu machen sei. Doch eS war nichts mehr zu machen- Alles war verloren und Sigel und Mögling konnten sich nur knapp auf einem Schmugglerkahn auf du» franzöfifche Rheinufer retten. Auch der in Aussicht gestellte Nachtragsetat, der sich vorzüglich auf die Besetzung Kiautschaus erstrecken soll, sowie das Gesetz, das dem Bundesrath die vorläufige Gestaltung des Tarifs im Verkehr mit England und den eng- Ufchen Colonieen nach dem bevorstehenden Ablauf des englisch- deutschen Handelsvertrages überträgt, dürften ebenso wenig * ' ' ~ ' nennenswerthe Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamitienvtStter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Fe«illeton. Iüsikirte Ideale.*) Zum 50. Jahrestage der ©ef'cbte bet Räubern und Freiburg tu Baden. Am 20. und 24. Aprtl 1848. Don Dr. A. Born. (Schluß.) ,$err General! Sie exponiren fich!" ruft Haupt- mann Reim. „Lieber Freund, wir gehören hierherI* entgegnet Gagrrn und rettet an. Da prasselten die ersten Schüsse von der Freischaar. Die Schüsse wurden erwidert. Das Gefecht ist im Gange. »Gerechter Gott I" ruft der General und — finkt tobt au» dem Sattel. Einige Salven der empörten Truppen und ein entschlossenes Vorgehen mit dem vahonett genügt, die Freifchaar in die wildeste Flucht zu jagen. Noch keine viertel- stunde hat der Kampf gedauert und da» Gefecht bei Kandern und Hecker» Schicksal ist entschieden. Mit einem Häuflein versprengter Freischärler irrt er in den Waldern und wird in der nächsten Nacht durch einen Bauern glücklich Über den Rhein auf französischen Boden gebracht. Nachdem er noch zu Muttenz im Baselland eine »eile al» Flüchtling gelebt, ging er nach Nordamerika. Wa» von der Hecker'schen Schaar noch zusammenhielt, •) Wir werden daraus aufmettfom gemacht, daß die in obiger Skizze gegebene Erzählung des Herganges beim Tode des Generals v. (Sagern Unrichtigkeiten enthält. - Als die Truppen auf der Scheideck bei Kandern anlangten, wo die Freischärler sich ausgestellt batten, war die Schützen Compagnie (Hauptmann Keim) des 1. Bat. 3. Hess. Inf.-Regiments an der Spitze. Der General, der früher dem Hauptmann Keim die Ordre gegeben batte: „Vermeiden Sie, den ersten Schuß zu thun," ritt mit seinem Stabe hinter der Spitze. Da ertönte autz den Reihen der Freischaaren — neben dm Worten: Schießt nicht, deutsche Brüder! Kommt In unsere Reihen!' auch der Ruf' General vor! General!" Oberlieuimant Heisler, der Adjutant des Generals, machte diesen hierauf mit dm Wortm aufmerksam: „Herr Gmeral, man ruft Sie." Hierdurch veran aßt, stieg derselbe vom Pferde und ging starken Schrittes in Begleitung des Hauptmanns Keim bis vor die äußerste Spitze der Truppen vor wo ihnen der Freischaarmführer Kaiser entgegentrat Der General forderte wiederholt mit eindringlichen, ja bittenden Worten auf, die Bereinigte fich bei Steinen mit der Struve'fchtn Eolonne. I Struve selbst, nachdem er av» einer zeitweiligen Hast in Säckmgen befreit war, eilte mit den Resten der Geschlagenen 1 der Sigel'schen Schaar zu. Sigel erhielt die Nachricht von der Niederlage bei Kandern am selben Tage, den 20. April, al» er Nachtquartier in Todtnau bezogen hatte und in den nächsten Tagen Freiburg erreichen wollte. Gleichzeitig drang der Bore in ihn, die, wie er anSsogte, auf Zell zurückgegangene Hecker'sche Schaar zu unterstützen. Hierdurch ließ fich Sigel zn einem zeitraubenden Rückmarsch auf Schopfheim bewegen, währenddessen die fürstlichen Truppen von allen Seiten zur Wegnahme Freiburg» herbeieilten, dessen Bürgerschaft durch die enthufiast'.schen Turner im Sinne der republikanischen Schilderhebung gehalten wurde. Auch die badischen Truppen unter dem Nachfolger v. Gagerv», dem Obersten Hinkeldeh, wandten fich von Lörrach rheinabwärts auf Freiburg und vom Schwarzwald her rückten die Württemberger auf die Stadt zu. Sigel, nach Todtnau zurückgeeilt, erhielt am Nachmittag de» 22. Meldungen, welche ihn über da» Verzweifelte einer Avgriffsbeweguug auf Freiburg nicht in Ungewißheit lassen konnten- dennoch wollte er al» muthiger Held die Parteigenossen in dieser Stadt nicht ohne Hilfe lassen und fetzte feine durchnäßten und abgehetzten Schaaren abermals in Marsch. Am Oster-Sonntag, den 23. April, stand in den ersten NachwittagSstunden der republikanische Vortrupp, bei welchem Struve fich befand, beim Dorfe GünterSthal, also noch etwa Waffen niederzulegm und nach Hause zu gehm, und kehrte, nachdem er sich von der Erfolglosigkeit dieses letzten sriedlichm Versuches überzmgt hatte, mtt Hauptmann Keim zu der Vortruppe zurück, wo er wieder zu Pferde stieg. Kaum im Sattel, wendete er fich, den Säbel ziehend und das Pferd antreibend, gegen seinen Stabschef Major Kuntz mit den Worten: „Also vorwärts." In diesem Augenblicke oder kurz darauf, als die heffischen Schützen mit gefälltem Bajonette vordrangen, erfolgten die allgemeinen gleichzeitigen Salven der Freischärler — überhaupt die ersten Schüffe, die an diesem Tage fielen und unter welchen der General mit seinem Pferde zu- fammenstürzte Hiernach ist die von dem Freischaarenführer Kaiser ersundene Angabe, der General habe fie als „Gesindel" bezeichnet, gerade so in das Gebiet der Fabel zu verweisen, wie die Behauptung, der General habe sein Pistol auf die Mitte der Freischaar abgefeuert. II im oberen Ohmthal anzulegen. In der Abficht liegt e- fi . fc Ql — , ------ IUI VVHtM yjH Vtl ClUJIUjt lltgl C», ingrcn find, bestimmte Artikel unter de« Koftenpreise zu diese tu Ober-Ohmen -u erbaueu uud die Ohmthalorre 61« zufolge haben die aufgefordert, ihre zu beschränken. verkaufen. Dm unheilvollsten und verderbenbringendsten Einfluß aber — und darüber sollte fich die Juristeowelt nicht täuschen — übt der Verkauf unter Lostenprei« auf da« Vertrauen au«, da« fich solide und reelle Geschäfte mühsam tu langen Jahren erworben habeu. Selbst da« verständigste und etofichtigste Publikum wird in Folge der rafstntrteu Verbindung von Verkaufsangeboten unter Kosten- Preis, bei Artikeln der herauSgefucht billigsten Beschaffmheit, durch die enorm groß erscheinende Preisdifferenz aufgeschreckt, irregeführt, und in seinem eigenen logischen Urtheil mißtrauisch gemacht. Diesem unredlichen, der Moral Hohnsprechen- den Gebühren muß, wenn gewissenhafte Reellität die Säule des kaufmännischen Gewerbes bleiben soll, ein Riegel borge» schoben werden, und zwar durch gesetzliche Bestimmungen. DaS Gesetz soll das Ziel und den Zweck verfolgen, eine Grenze zu ziehen zwisch-n erlaubter Reclame uud einer unter dem Deckmantel der Reclame begangenen Täuschung. Line Täuschung muß eS genannt werden, wenn mittels der Lockspeise eines Angebotes unter Kostenpreis der Schein verbreitet wird, als seien sämmltche Artikel billiger als bet der ganzen Concurreuz. Die Täuschung ist um so größer, al« zumeist mit Abficht die minderwrrthigste Waare unter Kosten- prei« angeboten, eine solch scheinbar große Preisdifferenz zu Tage fördert, daß da« Vertrauen zu alten reellen Geschäften absolut schwinden muß uud deren Jotereffen auf daS empfindlichste geschädigt werden. Wer fich absichtlich offenkundigen Wahrnehmungen verschließt, muß zugesteheu, daß die Handhabung und da« GeschäftSgebahreu de« kaufmännischen Betriebe- von heute eine Gestalt angenommen hat, die sich mehr und mehr von solider uud reeller Gruodbafi- entfernt, uud eine Unsicherheit hervorgerufeo hat, sowohl bet dem reellen Kaufmann, der nicht mehr weiß, ob er, um bestehen zu können, noch reell bleiben soll, uud bet dem Käufer, der nicht faffen kann, daß die verlockenden Preise immer nur ein Köder sein könnten. Thatsächlich tst e» nicht mehr Reellität, Intelligenz, Solidität, die den Erfolg verheißen, sondern dem Studium der Manipulation der Täuschung uud der wildesten Reclame winkt der Lohn. $ * Ma Moss «ftimmungu iMbtntn pj Wallung nfgmiift, un jitniionm ur ertWll ward Mm Proieff ftflorm da i |u luhnordr «rtotibocmii »idrnilichrn Aachbtiia »arfung z Nur I tzrr Ernamm k-illtt hi Log«. Die LdteS' W «rtfltn J ß-dtvda b an deren Fertigstellung e- mit so großem Eifer und Erfolg mitgearbeitet hat, sowohl die Reich-justizgesetze wie die Milüär- Strafproceßordnung, endlich unbeschädigt werden. Die gemäßigten Parteien und da- Centrum find in diesen wichtigen Fragen bisher vortrefflich Hand in Hand gegangen; daß da» auch bis zum Schluffe der Tagung anhalten möge, ist ein um so dringenderer Wunsch, weil bekannt ist, daß die agrarischen Elemente in der conseroatioen. Fraction diesen politischen und nationalen Fortschritten mit großer Abneigung und Kurzsichtigkeit gegenüberstehen uud demgemäß auch bei den bisherigen Reichstagsberathungen in ungewöhnlichem Maße durch Abwesenheit geglänzt haben. Für die thunlichste Beschlußfähigkeit zu forgen, ist aber um so mehr Pflicht der gemäßigten Parteien und des Centrum«, weil dieser Reichstag bekanntermaßen mit einer Anzahl juristischer Sonderlinge behaftet ist, die in der Verzapfung der nur von ihnen selbst gewürdigten Weisheit kein Maß und Ziel kennen, und nicht nur die Zeit und die Geduld der fleißigen Mitglieder in ungebührlichem Maße in Anspruch nehmen, sondern sich auch mit der Zeit ein besonderes Geschick angeeignet haben, eine an sich gute Vorlage durch sogenannte, meist nur ihnen verständliche Verbesserungsvorschläge in den Grund und Boden zu reden. Gegen die Gefahren, die diese Herren heraufbeschwören, hilft ausschließlich eine gute Besetzung des Reichstags; weder gütliche« Zureden nock strenge Frac- tionsdisciplin vermag sie zu zügeln. Hoffen wir deßhalb, daß wenigstens diese letzten großen Arbeiten in der Mehrheit de« deutschen Reichstag« nicht blos volles Verständniß, sondern auch regsten Pflichteifer im Besuch der Sitzungen erwecken und lebendig erhalten werden. Dann können wir hoffen, daß diese Schlußtagung de« Reichstag» in höchstens 14 Tagen erledigt sein wird. provinzieller Sieben, 21. April 1898. London, 26. April. Amerika hat in Birmingham 1OOOOO Gewehre bestellt. Loudon, 20. April. Rach einer Meldung au« Shanghai soll auf den Biceköntg Lt-Huug»Tschaug ein Attentat versucht worden sein. Loudon, 20. April. Nach Washingtoner Meldungen hat MacKtnleh die Congreßresoluttou unterzeichnet. Da« Ultimatum geht heute au Spanten ab. Der spanische Gesandte tu Washtugtou erklärte, Mtntsterpräfident Sagasta werde da« Ultimatum nicht beantworten, sondern General Woodford seine Päffe zuschtcken, um so Amerika da« Odium des Krteg«begiuuS zu überlassen. Dem Au-brach der Feindseligkeiten sieht mau zu Beginn nächster Woche entgegen. Ja Washington ist jede diplomatische Action zum Sttllftaod gekommen. Zwar schreibt man den Vertretern Oesterretch- UngarnS uud Frankreichs noch Bemühungen zur Erhaltuvg des Frieden- zu, diese find aber Illusorisch Angesicht- der ftrtcteu ablehnenden Haltung de- englischen Vertreter-. Dieser hatte gestern eine längere Unterredung mit dem Staat-, fecretär Dop Madrid, 20. April. Die beiden Häuser der CorteS htelteu bereit- Borbereitung-sttzungeu ab, verlesen wurde da- Auflösung-» und Zusammeuberufung-decret für die Kammern, sowie da- Decret über die Demission de- letzten conseroattven und die Bildung de- jetzigen liberalen Labinet«. Newyork. 20. April. Die Stock Exchange hat beschlossen, ein Corps Freiwilliger anzuwerben. Zu diesem Zweck find bereit« 100000 Dollar- gezeichnet worden. Newyork, 20. April. Im Ultimatum, welche- der Präsident heute zusammen mit der Congreßresoluttou zu unterzeichneu grdeukt, wird gefordert werdeu, daß die spanischen Truppen bi- SamStag früh 6 Uhr (Madrider Zeit) Cuba räumen. Da« Schriftstück wird ferner die Erklärung enthalten, daß, wenn Spanten daraufhin wirklich seine Truppen zurückziehe, Amerika danu abwarten will, bi- die Jnsurgenren directe Vereinbarungen mit Spanien treffen. Mac Kinley ist jetzt, wie Ltacoln zur Zeit de« Bürgerkriege«, von einer besonderen Leibwache umgebeo. Deutscher Reich. Berlin, 20. April. Der Kaiser hörre heute Vormittag von 9 Uhr ab tm Schlöffe zu Homburg den Vortrag de« Chef- de« Ctvtlcabtuet- v. LucanuS. Berlin, 20. April. DaS StaatSmiuisterium trat gestern Nachmittag in feinem Dteostgebäude unter dem Vorsitz de- Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 20. April. DaS Abgeordnetenhaus hat heute die Interpellation Szmula und Genossen, betreffend den Mangel an ländlichen Arbeitern in den östlichen Provinzen, berathen. Die Interpellation gelangte nicht zur Erledigung, sondern steht morgen wieder auf der Tagesordnung- ferner die Fortsetzung der zweiten Berathung des Comptabilität». gesetze«. Vermischtes. • Wermelskirchen, 10. April. .Du ahnst t« nicht!" Es wird der „Bürger Ztg." geschrtebea: vor einigen Tagen kam ein hiesiger Herr auf dem Kölner Bahnhöfe an uud ließ fich von einem dortigen Wichser seine morastigen Stiefel mit neuem Glanz versehen. Als der rothaasige Bürsteuschwtoger mit vollem Krastauswavd versuchte, ,tn oic dicke, den Stiefel etnhülleade Erdschicht Furchen zu graben, um so allmälig auf das feiie Kalbleder zu gelangen, blickte er plötzlich den nodetn Stiefelträger mitleidig von der Seite an und sagte: „Hähr, Se send wohl uS Wermilsktrche?" — .Ja, gewiß, woher wissen Sie denn da«?" „Dat seun ech an Oehrem Dreck!" — (Wa- muß der Mann für böse Erfahrungen gemacht haben.) • Al« in Naumburg a. 6. eine Dame fich zum Morgen- GotteSdieuste begab, brach vor ihren Augen ein Arbeiter plötzlich zusammen und starb. Der Anblick de« lobten erschreckte die Dame derartig, daß sie, vom Herzschlage getroffen, leblo« neben der Leiche zusammensank. • Komische- am Ladentisch. Folgende« niedliche Ge- schichtchen schreibt dem „Hannov. Cour." ein Kaufmann au« Sittensen: Kommt da eia kleine« fünfjährige« Mädchen za einem Kaufmann tu Sittenseu, einem utederfächfischen Kirch- dorfe. .Kanu ick woll een Pund Syrnp kriegen, vun den besten?" sagt die Kleine, einen braunen Milchtopf auf den Tresen stellend. .Ganz geern, mten Kind," antwortet der Kaufmann, stellt den Topf auf die Waage und läßt au« seiner Kanne die süße Flüssigkeit hineinlaufen. „So, mten Kind, hier heft Du cen Pund Syrup, bet käst 25 Pennen." Stumm sieht die Kleine den Mann an. „Du mußt 25 Pennen utgeben." Keine Antwort. „Hett Mutter Di keen Geld mitgeben?" „Jaaa!" „Na, denn giv mt batt man her!" Schmunzelnd antwortet die Kleine: .Dat Geld iß iu'u Putt!" * Der Posthllfsbole als Dichter. Au« Worm« wirb geschrieben: Za der vom alldeutschen verband veranstalteten Blsmarck-Feier waren zwei Feftlieder ausgeschrieben worden. Die Zahl der eingelaufeneu Povmaia war groß, doch der dichterische Schwung ließ Manches zu wünschen übrig. Al« die Dichter der zwei besten Lieder wurden lebhaft begrüßt Professor Dr. Heumann und der PosthilfSboie Wilhelm Graf. • lieber Geschiitzverlnß der deutschen Artillerie im Kriege 1870/71 theilt der bekannte Militärschriftsteller Major a. D. Kunz in den kürzlich erschienenen weiteren zwei Heften (6. und 7.) der „Krieg-geschichtlichen Beispiele au« dem deutsch französischen Kriege von 1870/71" mit: „Im Ganzen sind sieben deutsche Geschütze in die Hände der Franzosen gefallen, davon drei, die gar nicht feuerten, nämlich zwei Reservegeschütze einer bayerischen Manitionßcolonue ans dem Rückzüge nach dem Treffen bei Coulmier« und ein sächsische« Geschütz bei dem Ueberfall von Etrspagny in der Rächt vom 29. zum 80. November, von den übrigen vier Geschützen gingen zwei am 18. August bei der Katastrophe, die über die Corp-artillerie de« 9 Corps hereindrach, verloren, sie gehörten der linken Flügeibatterie (4. schweren) an, die am stärksten mitgenommen war. vri der Capitulation von Metz wurden sie in der Festung wieder vorgesnnden. Die beiden anderen Geschütze gehörten der ersten leichten bezw. der 3. schweren Batterie deS Feldartillerte-Reg'ment« Rr. 10 an und gingen In der Schlacht bei Braune la Rolande ver.oren. Beide Batterien hatten so starke Verluste an Mannschaften gehabt, daß die Geschütze nicht mehr abgeprotzt werden konnten, trotz der größten Anstrengungen. Die 1. leichte Batterie erhielt ihr Geschütz noch am späten Abend wieder, während das Geschütz der 3. schweren Batterie dauernd tu Feinde« Hand verblieb." Interessant ist die Angabe, daß 1915 französische Feld- uud 5526 Festungsgeschütze in deutsche Hände gefallen find, darunter 255 Feldgeschütze im offenen Kampf». • Gedenken eitel Spaßvogel! über den h an d» et k erstand. Maler find keine empfehlenswerthe Leute, weil sie gern anschmieren und ihnen alle« in der Welt zum Vorwurf biene» einschließlich Ulrichstein in Anschluß zu bringen. Diese Ohmthalorte liefern seither schon ihre Milch größtentheil« zur Molkerei de« Herrn Zimmer von Grünberg, welche an der Straße zwischen Groß Eichen und Rnfnerteurod fich be findet. An Molkereien wird e« sonach nicht fehlen. Zweck« Erbauung der g haben in verschiedenen Orten jüngst________D._ ____ gefunden, die von der hiesigen Molkereigenossenschaft einberufen worden waren. Wenn allerding« solcher Reingewinn erzielt wird wie bei der Molkerei in Reichelsheim L d. W., der laut des Berichtes sich auf 16,665 Mk. 5 Pfg. beläuft, bann lohnt e« fich schon, die Molkereien zu vergrößern. X Ruppertenrod, 20. April. Im Verlauf de« heutigen Nachmittag« zogen zwei Gewitter über unseren Ort, von denen da« letztere stark donnerte. „Donner im April Gute« künden will", sagt eine Wetterregel, aber von diesem Guten haben wir bis jetzt leider noch wenig zu sehen bekommen. DaS heurige Aprilwetter entspricht so sehr seinem sprichwörtlichen Character, daß eS dem Landwirth noch nicht möglich gewesen ist, obwohl wir unS dem Ende deS April« schon nähern, seine Frühjahrsbestellung zu beginnen, geschweige denn zu vollenden. Abgesehen von dieser ungewöhnlichen Verspätung der FrühjahrSsaat, ist sonst daS Wetter wirkliche« „Wachswetter". Darmstadt, 19. April. Für da« Fach de« zweiten jugendlichen Liebhaber« pasfirte heute an der Hofbühne Herr Stöckel vom Stettiner Stadttheater in der Rolle de« „Mortimer" in „Maria Stuart". Sowohl darstellerisch al« der Interpretation nach dürfte der Gast nicht völlig den hier zu stellenden Anforderungen entsprochen haben, wenn- gleich nicht zu verkennen ist, daß man e« hier ausschließlich mit einem noch in Bildung begriffenen recht schönen Talente zu thuu hat. Die beste Leistung bot die Jahaberiu der Titelrolle, Fräulein Eichelsheim. Der Hof wohnte der Vorstellung bis zum Schluffe bei. 8ttt ^en soliden Kausmann-ftand. Immer mehr bricht fich m dem mittleren Kaufmannsstande die Erkenntniß Bahn, daß der durch bie Gewerbefreiheit hervorgerufenen Zügellosigkeit tm Handel Einhalt geboten werden müffe. So hat jetzt der Verein selbstständiger Leipziger Kaufleute und Fabrikanten zur Wahrung berechtigter Inter- effen an den Reichskanzler und den Reichstag eine bemerkens- wcrthe Petition gerichtet, in der n. A. auSgeführt wird Cs ist in der KaufmanvSwell ein offene« Geheirnniß, daß die enormen Erfolge der meisten Waarenhäuser und großen Bazare auf da« zur Unsitte auSgeartete Manöver zurückzu- Nom, 20. April. Der „Italia" Großmächte Amerika und Spanien Feindseligkeiten auf Cuba und Portorico lieben * ' wd-Ä' s? 'ja • gilt ö eit L=5 KS «•"’* '81 - > Itr 4 Lod Verl jui Ar «reise, vor ti ist dies Ausdrücke Dr. Rud. ( |t$orien w je mehr il KmolMe n Wie stärker |u erkennen, eine Mjge ( luibrudemt- (Oft, btt sie -bildeten, d ßil des Derk« «befangen « «esetzi werde, ihien wahre, sehen. Wie Schlüsse tu! halb tiso di dedimi. - »oihwendig semmigebiei der verschiebt buch seinen f " ni - vi . vn vm ne «Wdbllch f‘>nnanb i; !°ehr beam Na- «emarfunfl Junten solch; toi •Mten drvtzk x Bon der Lahn, 20. April. Die freundlichen Tage mit wärmerem Wetter beginnen, und Jeder, der seine Freude am Wandern hat, trägt fich mit alten und neuen Plänen für Frühjahr- und Sommerzeit. Neben dem vielbeuutzteu Fahrrad mögen denn auch die Fußwanderungen nicht vergeffen werden- sie sind für Körper und Geist in hohem Maße erfrischend, genußreich und gesund. Man muß Jedem, der neue Gesichtspunkte in diesem Betracht eröffnet, dankbar seines find auch stets Anfänger nud Neulinge im Wandern vor- Händen, die — ohne eigene bewährte Praxi« — für gute Wjnke dankbar sein müssen. In seltenem Reichthum bietet die Umgebung von Gießen, die nähere wie die wettere, Zielpunkte für ein genußreiches Wandern- um unsere Berge und Burgen: Schiffenberg, Gleiberg, Staufenberg, Dün«berg, Altenburg rc., kann uns manche Stadt beneiden. Gießen hat eine herrliche Umgebung! Eine Tour möchten wir heute besonder« in Erinnerung bringen. Man wandert über Krofdorf zum Forsthau« (2 Stunden), macht dort, auf der Strecke Krofdorf—Schmelze, sehr guter Weg auch für Familien erreichbar, Halt, labt fich und genießt die Walde-frische und -Einsamkeit, von da kann man leicht mit einiger Vorficht und Achtsamkeit in einer Stunde die Altenburg, unweit von Odenhausen Staufenberg, erreichen, die bekanntlich Ausblicke vielseitiger und erhebender Art bietet auf die beiden Universitäten Gießen und Marburg, auf das Lahnthal nach Nord wie Süd, nach den Bergen des hessischen Hinterlandes, noch Frauenberg und Amöneburg rc. Bon der Altenburg ist man in einer Halden Stunde an Station Friedelhausen und in dreiviertel Stunde auf Burg Staufenberg. Der aufmerksame Wirth in der Burg ist den Touristen wohl bekannt, die Preise in der Wirthschaft find mäßig zu nennen- hier wird man gerne ausruhen, und in den „Schaitengängen für Liebende" fich behaglich ergehen. Wer noch Frische und Ausdauer besitzt, mag am Abend gen Gießen wandern, wer es sich bequem macht, besteigt um 8 Uhr Abends in Friedel- Hausen den Zug. Gin genußreicher Tag liegt hinter ihm. -s- Nidda. 20. April. Unsere Diaspora, in welcher großentheils bie CultnSkosten durch Beiträge der steuerpflichtigen Katholiken bestritten werden, hat jetzt ein Ritten» vermögen von 4000 Mk., wozu 5000 Mk. Werth deS für einen Capellen» nebst PfarrhauSbau dahier gekauften Platzes kommen. Derselbe konnte aber noch nicht zum erwähnten Zwecke verwendet werden, obwohl dies im Hinblick auf den sichtbaren Fortschritt der Pfarrcuratie räthlich und uöihig wäre und von den Gläubigen auch dringend gewünscht wird. Bad-Nauheim. 20. April. Wie man erfährt, wird fich im Herbste dieses Jahre- in unserer Stadt ein Recht«, au walt niederlassen. Wenn mau auch im Allgemeinen nicht so sehr für die „theurre" Gerichtsbarkeit, Anwalt-« kosten rc. zu schwärmen braucht, kann diese Niederlassung aber doch mit Freuden begrüßt werden, denn ersten- ist e« leichter, sich einen juristischen Rath einzuholen, zweiten- kommen die ZeitversLumwffe und Kosten bei Einholung von Gutachten bei au-wärtigen Anwälten in Wegfall. Wir find Überzeugt, daß der betreffende Herr hier eine auskömmliche Existenz finden wird. — Wie dem „Bad-Nanh. Anz." mitgetheilt wird, find in der Nähe von Rödgen, versteckt unter Strohmatten auf der Meifinger'schen Besitzung daselbst, wiederum eine Anzahl Briefe und Drucksachen, jedenfalls von dem jetzt im Gefäagniß befindlichen ehemaligen Posthilfsboten Heue« herrübrend, aufgefunden und den rechtmäßigen Eigenthümern zuzestellt worden. Für Heue- dürfte die Sache noch ein | weitere« gerichtliches Nachspiel haben. O Nieder-Ohmen, 20. April. Die hiesige Molkerei- ' geno,jenschaft, welche zur Zeit schon etae Rahmstation zu Groß-Eichen besitzt, beabsichtigt eine zweite Rahmstation um Morgrn' In Srbeltrt lobten er« rzschla-e det zlvelteu >°fbühne r Rollc bei dachrllnisch t billig bin ibtn, tottm« »urjchttOt neu Talente habtliu btt lvshntt btr es nicht!' ilgeu tagen an und liefe Stiefel mit enschlvlnger den Stiefel Hmä;ig auf I bin nobtiu jtf. ,W, ttvih, lvvh'l «m Dreck!' gen gemacht !?:, »kl. m ,ob »4 to '"ft Mt. itlnginiin ,U. b,, V"ä"k °8Nv. llW8to ’ Oit, oon tkm 6uttn bifoooen. 1 lprichivön. >>/ «ten 25 Pennen' „Du «uht t Mutter Di atv mi datt „Dat Grid orm* »l,b oeranßalteten eben wordeo. übrig. ®1 ,4.1t W* j)^ri«Gea|. eie i« «* Mjor a. »■ i®ri de aus de» ^@ani(8 oii-lich i»; SÄ** •ttS 'b-w; rinn vou8,1,1 -- So" *S* 5 batz 1916 'ln bcuil^ ,1» i?** kann. — Bäckerei ist zwar ein Handwerk, da« seinen Mann ernährt, jedoch find die Bäcker zu bedauern, wenn sie auS- verkauft haben, weil sie dann brotlos sind. — Kutscher lieben die Hiebe und führen gern die Zügel. — Töpfer sind gewöhnlich Leute von gutem Ton. — Maurermeister pflegen steinreiche Leute zu sein. — Ein Seifensieder kann wohl kerzengerade gehen, braucht aber deßhalb doch noch kein großes Licht zu sein. • Eine Kinder Ausstellung wird der Berliner Vegetarier- Verein veranstalten. Er will damit den Fleischesiern beweisen, um wie vieles besser Kinder bei Pflanzennahrung als bei Fleischkost gedeihen. Bemerkungen: Die Wtntergetreidesaaten Haden flut überwintert und zeigen allgemein einen befriedigenden Stand. Ber- einzelt wird über Beschädigung, namentlich des Roggens, durch Schnecken im Herbste fleklagl. Die Frühjahrssaaten sind nahezu beendet und in den wärmeren Lagen und auf leichteren Boom bereits grün. Auch Klee und Luzerne haben den milden Winter gut überdauert und stehen ebenfalls gut. Mit dem Anbau der Kartoffel wird zum Theil noch zurückgehalten. Nachrichten über den Saatenstand im Grostherzogthum Heffen UM die Mitte de« Monat« April 1898. Husammengestellt bet der Großherzoglichm Oberm landwtrthschaft- ltchen Behörde. — Im Verlage der Köntgl. Hosbuchhandlung von E. S. Mittler L Sohn in Berlin wird im Herbst d. I. ein verdienstliches Derk zur Ausgabe gelangen, welches lebhafter Beachtung auch weitester Kreise, vor allem aber der phttosophtschen Fachkreise, sicher sein darf. ES ist dies ein Wörterbuch der philosophischen Begriffe und Ausdrücke in quellenmäßiger Darstellung (herausgegeven von Dr. Rud. Eisler). Unserer Zett darf wahrttch nicht mehr vor- !geworfen werden, daß sie philosophischen Betrachtungen abhold sei: e mehr die Fortschritte der verschiedensten Wtssmschaften unsere kenntniffe nach allen Seiten erweitern und ins Einzelne zertheilcn, desto stärker wird unweigerlich das Verlangen, ihren Zusammenhang zu erkmnm, ihre Einheit zu behaupten. Ein wesentliches Hinderniß, eine lästige Erschwerung stellt sich aber dieser Neigung entgegm: die AuSdruckSweise der Philosophie, ihre Terminologie Zwar die Begriffe, die sie untersucht und erläutert, sind so sehr Gemeingut der Gebildeten, daß sie in der gesellichaftlichen Unterhaltung, im Schrist- stil des Verkehrs, in den politischen Verhandlungen wie in der Presse unbefangen angewendet und daher als allgemein verständlich vorausgesetzt werden dürfen: um so wichtiger wird es nUn eben darum, Ihren wahren Sinn, ihre scharfe Begriffsbestimmung festgestrllt zu sehen. Wie viel mehr vollends, sobald mit ihnen operirt, sobald Schlüsse aus ihnen gezogm, Erkmntnisse gefolgert werden sollen, sobald also die philosophische Denkweise sich ihrer fachwissenschaftlich bedient. — Nichts kann daher für eine philosophische Erkenntniß so «othwendig und förderlich sein, al« eine einheitliche, über das Ge- sammtgebiet der Philosophie sich erstreckende, übersichtliche Erläuterung der verschiedenen Begriffe. Diese Handteistung will Eislers Wörterbuch seinen Lesern, feinen Besitzern bieten. Jedes Wort von philosophischem Werthe wird darin in seiner wesentlichen Begriffsbestimmung erklärt und diese Bedeutung mit den wichtigsten Beweis- stellm philosophischer Forscher belegt. Der Werth des Werkes für die philosophische Wissenschaft besteht darin, daß es z igi, wie wichtig es ist, unter einem Sammelworte die verschiedenen Begriffsbestimmungen wiederzugeben, die eben dieses BrgriffSwort in verschiedenen philosophischen Systemen erhalten hat. Erst solche Zusammenstellung bringt Klarheit und Sicherheit in datz Derständniß 1 der philosophischen Lehren Ferner eröffnet da« Lexikon unter dem Stichworte der Begriffe zugleich den unmittelbaren, vollen Einblick in die Lehre, die Sonderanschauung jedes einzelnen Philosophen. ES gibt daher in seiner Eigenform gleichzeitig eine Uebersicht der einzelnen philosophischen Richtungen, kennzeichnet die Lehrgebäude der wichtigsten Philosophen, ja, fordert durch die Verschiedenheit, die über die Bestimmung und Anwendung deS Begriffs bei den einzelnen Philosophen herrscht, den Leser geradezu auf, selbst ein Urtbeil zu fällen, welcher dieser Bestimmungen er beistimmen, welche als Rtrnpuntle er selbst daran« noch folgern will. — Durch zweckmäßige Anordnung und Gruppirung wie durch das Hervorheben de« Wichtigeren wird versuatt werden, auch den inneren Zusammenhang zu erreichen. Berücksichtigt werben die meisten erkenntnißtheoretischtn, metaphysischen, logischen, psychologischen, ethischen, ästhetischen Begriffe und Termini, wie sie in der antiken, scholastischen, neueren und neuesten Philosophie in Gebrauch kamen. Bei jedem der dargestellten Begriffe soll auf die ihm verwandten verwiesen werden. ES kann nicht fehlen, daß ein solches Buch zu einem Handbuch, zu einem Sammelpunkte de« Interesses für Jeden wird, der sich seiner bedient, daß sein Besitzer neue Belagstellen an« seinen eigenen Wahrnehmungen, seine Lesefrüchte und Studienergebniffe bereichert und erweitert. Ein Quellenoerzeichniß wird das Werk, da« sowohl vollständig (Preis e,wa 18 Ml.) wie auch in Lieferungen zu beziehen sein wird, zweckdienlich vervollständigen. — Hauptmann Laufs beabstchtigt eine neue Hohenzollern« Trilogie zu f»reiben, die als Fortsetzung de» „Burggrafen" gedacht ist und drei weitere große Abschnitte aus der Geschichte des Hohenzollernichen Herrschergeschlechtes zur Grundlage bat. Während der letzten Wochen beschäftigte sich Lauff mit Quellenstudium, wozu ihm aus den Archiven werthvolle, theilweise bisher nicht zugängliche Werke und Sammlungen auSgehändigt wurden. Der Entwurf ist bereit« ganz für den ersten Theil der Trilogie fertiggeftellt. Er fand das Einoerständniß de« Kaifer«. Dieser Theil erhält den Titel „Der Eisenzahn" und wird die Gestalt und Zeit Friedrichs II. (Eisenzahn) verherrlichen. Im Vordergründe des zweiten Dramas soll der große Kursürst stehen, im dritten Friedrich der Große. Der erste Theil soll noch in diesem Jahre fertiggeftellt und bei den Wiesbadener Kaiserfestfpielen im Mai nächsten Jahre« aufgesührt werden. Der Kaiser theilte dem Dichter mit, daß er sein Berliner Archiv angewiesen habe, Lauff jedes Material zur Verfügung zu stellen. — Von Julius Stettenheim erfcheint im Verlage von Max Sftnfon, Charlottenburg, ein überaus lustiges Buch, »DaS Lied von der versunkenen Glocke und andere Parodieen" betitelt. Der beliebte Humorist bringt mit feinem neuen Werk eine Fülle origineller Gedanken und geistreicher Satyren, die sicherlich Aufsehen erregen werden. Aus dem reichen Inhalt werden neben dem „Lied von der oerfuntenen Glocke" besonder« die eigenartigen Parodieen „ParlaphismuS im Thierreich" und „Don Earlos als Solo-Lustspiel" die Sympathien deS Publikums erringen. Bestellungen auf diefe intereffante Novität nehmen alle Buchhandlungen entgegen. _______ Citcratu* wnfc Kauft Jena, 16. April. In diesen Tagen sind hundert Jahre feit der Ernennung deS damaligen außerordentlichen Professors Friedrich Schiller in Jena zum ordentlichen Professor der Philosophie verflossen. Die „Ienaische Wöchentliche Anzeigen" (Jenaische Zeftung) theilen die Ernennung in ihrer Nummer vom 20. April 1798 unter folgenden „Akademischen Nachrichten" mit: „Durch den im JuniuS de« vorigen Jahres erfolgten Tod des Hrn. Hofraths v. Schellwitz find in der hiesigen Juriftenfacultät folgende Veränderungen vor- Segangen. Hr. Hosialh Reichardt hat die dritte Stelle und die ftofessur der Pandecten erhalten; Hr. Hofrath Schnaubert ist mit Beybehaltung der Professur de« Staatsrechts in die 4te Stelle bin- «ufgerückt, und Hrn. Jufttzrath Hufeland ist die Professur der Institutionen und öte fünfte ordentliche Beysitzerstelle in der Facultät ertheilt worden. Außerdem ist Hr. Hofrath Schiller zum ordentlichen Professor der Philosophie; die beyden außerordentlichen Pro- fefforen der Philosophie, Hr. D. Niethammer und Hr. D. Lange sind |u außerordentlichen Professoren der Theologie, und die bisherigen Privatdocenten, Hr. D. Tennemann und Hr. D. Vater sind zu außer- •rbentlidjen Professoren der Philosophie ernannt worden. Seiden-Damaste Mk. 1.35 sowie schwarze, weiße und farbige Hevaeberg Seide von 75 Pf. bi« Mk 18.65 p. Met — in den modernsten Geweben, Farben und Desstn«. Ab perto- und steuerfrei los Haus. Muster umgehend. *29 6. Hennebergs Seiden-Fabriken (k. ß.Zürich. Universität- - Nachrichten. Berlin. Der Geh. Med.-Rath Professor Dr. Ernst Gurlt feiert heute sein 50jähriges Doctorjubiläum. Leipzig, 18. April. Heute Nachmittag starb der Prosessor der Musik an der Universität und dem Kgl. Eonservatorium hier, Dr. OSkar Paul, ein in weiteren Kreisen bekannter Musikgelehrter. Wien, 16. April. Der Professor der altindischen Philologie und Slterthumskunde an der Wiener Universität, Hofrath Dr. Georg Bühler, ist am 7. April bei einer Kahnfahrt auf dem Bodensee nächst Rorschach ertrunken. Die Leiche konnte bisher nicht geborgen werden. Bühler stammt aus Hannover und ist 61 Jahre alt. Cawfr und VsUsrvirthfchnst» th***M, 20. April. Fruchtmarkt. Roth er Weizen X 18,58, weißer Weizen X 00.00, Rom X 12.59, Gerste X 00 00, Hafer X 8.13. Provinzen und Saatenstand. Note 1 = sehr guter, 2 = guter, 3 --- mittlerer, 4—geringer, 5 = sehr geringer ( Dtanb Q Er he bung«bezirke K 3 3> K « L 8 ai B "c i 5 c Z z 3 •e 3 K f Prov. Starkenburg 1,5 1,5 1 Krei« Bensheim.... 2,5 1 1 — 2 „ Darmstadt . . . 2 2 2 2 — 3 „ Dieburg .... 2 — 5 3 2 1 4 „ Erbach..... 3 2 3 3 — 5 „ Groß-Gerau. . . 2 — 1,5 2 — — 6 „ Heppenheim . . • 2 2 2 2 2 2,5 7 „ Offenbach .... 2 — 2,5 2 2 — Durchschn. f. Starkenburg 2.2 1.9 II 17 2,1 || 2 _1_ 1.7 Prov. Oberhefsen. 2 2 8 Kreis Alsfeld..... — 2 2 9 „ Büdingen.... 2 — 2 2 2 10 „ Friedberg.... 3 — 2 3 11 12 „ Gießen..... „ Lauterbach . . . 1,5 2 — 2 2 2 1,5 2 2 13 „ Schotten .... 2 — 2 2 2 Durchschn. f. Oberhessen 2.1 — | 2 2 1 19 1 2.2 L=- Prov. Rheinhessen. 2 2 L 14 Landw.Ver.-Bez. Alzey 2 — 1,5 15 „ „ Bingen . . . 2 — 1 — — 16 „ „ Flonheim . . 2,5 — 25 2 2 | 2,5 17 „ „Ingelheim . . 2 — 1,5 2 2 18 „ „ Mainz . . . 3 — 3 3 3 3 19 „ „ Nieder-Olm. . 2.5 — 2 2 2 l_2,5 20 „ „ Oppenheim . . 2 — 1,5 2 — 3 21 w „ Osthofen . . . 2,5 — 2 2 — 2 22 „ „ Pfeddersheim . 2 — 2,5 2,5 2 2 23 „ „ Wöllstein . . 2 — i 2 2 24 „ „ Wörrstadt . . 2 — 1 — 2 25 „ „ WormS . . • 3 — 2,5 n 2.5 3 2,5 Durchschn. f. Rheinhessen 2.3 1 - 18 1 2 2,2 1 24 Durchschnitt f. d. Grotzh. 2.2 1 — 1 1,9 II 2 2,2 1 2 Gdictaltadung. Nachbenannte Parzellen der Gemarkung Arnsburg, nämlich: t tn 24675 m Wege, Flur I Nr. 57 22350 m Bäche, TT _ 3106 m Wege, .h H Nr- 5 1263 m Bäche, 3225 m Wege. " m " 1587 m Bäche, „ VI Nr. 3 19813 m Wege, VII Nr. 2 12594 m Wege, M VIII Nr. 7 9881 m Wege, befinden sich seit unvordenklicher Zeit im Besitze des Gräflich Solms« Laubach'schen Hauses, sind jedoch im Grundbuch der Gemarkung Arnsburg Niemand zugeschrieben. Das Gräfliche Haus Solms-Laubach hat nun« mehr beantragt, jene Parzellen auf feinen Namen im Grundbuche der Gemarkung Arnsburg eintragen zu lasten, weßhalb hiermit an jeden, der Ansprüche irgend welcher Art an die genannten Immobilien bilden zu können glaubt, die Aufforderung er« geht, solche innerhalb zwei Monate hier geltend zu machen, andernfalls unbeschränkter Eintrag verfügt wird. Lich, am 18. April 1898. Großherzogliches Amtsgericht. Süf fert. 4204 Verdingung der Lieferung von 4000 Grenzsteinen für die Eisenbahnneubaustrecke Weidenhausen—Herborn (in 3 Loosen). Ber- dingungstermin: Donnerstag den 12. Mai 1898, Vormittags 11 Uhr. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Die Angebotsvordrucke und Bedingungen liegen auf unserem Bureau zur Einsicht aus und sind dort oder gegen porto- und bestell- celbfreie Einsendung von 50 Pfg. baar käuflich zu erhalten. 4205 Herborn, den 20. April 1898. König!. Eisenbahnbauabtheilung. Nächsten Samstag, den 23. April, Nachmittags 4 Uhr, soll ein Krümperpferd des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm auf dem Hofe der neuen Kaserne meistbietend versteigert werden. Dasselbe ist als Zugthier nicht mehr verwendbar, aber »um Schlachten sehr aeeignet. 4195 Cervelatwurst in hochfeiner Winterwaare empfiehlt 3855 Emil Fischbach. Versuchen Sie gefl. ttijT* den vielfach preiSgekrönteitt"NZl Sctmsferä \ JAVA- I \KATFEfZ von M. Schuster in Bonn Damps-Kafftt-Sttuunki ■MB gegr. 1857 (OSBM zu 75, 80, 85, 90 und 95 Pfg. das i/2 Pfund. Verkaufsstelle: Gießen, H. Wallach, Marktplatz 8. 309 EiergkMüskMdeln, jtoaroni, MMN in feinsten Qualitäten empfiehlt 3903 Ohr. Wallenfels, 17 Marktplatz 17. 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