> Nr. 68 Erstes Blatt Dienstag den 22 März 1808 Gießener Anzeiger Henerat-WlMer Anrts- und Anzeigeblntt fuv deir Kreis Gieren Gratisbeilage: Gießener Familienblätter gkingtprtis virr.rNüdrltch 2 Mark »I Pjg. meeatttd) 76 Pfß. Bit vrwHirloha. Bei Psfllxzug Mark 50 Pf^ ierteljührlich. Annahme von Anzeigen zu her Nachmittags für den ßnlgmden Lag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. erscheint tLgNch mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener P«mitle«»tLtter werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. «dreffe für Depeschen: Anzelger Fernsprecher Nr. 61. NrdarNou, Expedition und Druckerei: AchulßraKe Ar. 7. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen I In« und Auslandes nehmen Anzeigen für en Gießener Anzeige n'gegea. uag 1 .^ufer luid 9itr d MÄ Äu*9ei^ ä9' lafc L . ,omD't 5 «Wett toirb, h. m welchen Zwischen 1 wie mu& auf ?0e ^uvvrrv.^peo u J,e' a vr ft ^^ilye glkchz. 7 2566 S DO®0°0000 lumug .Pr mir meinen am Moll' ,ti‘ ^r, in Gießen, ent« pier Mde), weife, mit rSWe»> und weißer Blesse, sowie -alter Wunde arnBorder. H. Sicheres Kennzeichen the. Cassel. z- Zt.. Gießen, 2861 ds S>/4 Uhr . Jor Dr. Stamm: onsjahr 1848. Ter Vorstand, aller. 235! C. Kruse. ammstadt Hfl htm *ou* WirribaMWL- iport ieken, MM n. . per K.^^M r - • • n " " 13o Wrling) , « " • a ; 1.— UNd H n " L40 Medoc 5Q, , -L3.-U. . b80 J-80 „2,- ,, 2,60 1 b60' tH |i X sj £ S [f V» E £P- f -r? ® o. i ? ® J j: Torino # // » 01 MSburg, .er rld-M, Äöbi ,aS, 2330' Das Volk der Denker und Forscher. Alles Geheimnihvolle oder schwer Erreichbare nimmt daS ganz besondere Jmereffe der Menschen in Anspruch und reizt ihn. seine Kräfte anzuipannen, da« Geheimniß zu lüsten oder daß schwer Erreichbqre zu ersoffen. Und dabei leiten ibn nicht etwa immer materielle Bortheile, nein, für ideale 8 eie setzt er Vermögen, Gesundheit, ja das Leben ausS Spiel. Die Deutschen werden von jeher da« Volk der Denker genannt, und zwar mit vollem Rechte- denn aus allen Gebieten, wo der Verstand und Scharsfinn eine Rolle spielen, hat der Deutsche geleistet, steht er unter den Nationen der Erde in erster Reihe. Sehen wir um unf, in der Technik, in der Kunst, auf dem G-biete der Erfindungen und Verbefferungen, immer waren es die Deutschen, welche bahnbrechend vorgingen, wenn fie auch nur selten den Gewinn für fick einzuheimsen verstanden. Der deutsche Geist hat groß? Umwälzungen geschaffen, und in allen Ländern der ctvitifirten Welt kann man seinen Einfluß wahrnehmen. Freilich ist der Deutsche schwerfälliger als Angehörige anderer Nationen, aber er ist darum um so gründlicher- was er beginnt, hat gleich Hand und Fuß, denn es ist reiflich durchdacht. Denken aber regt zum Forschen an, und daß wir Deutsche auf diesem Gebiete ebenfalls unendlich viel geleistet haben, dafür sprechen weltbekannte Namen, von denen wir nur diejenigen von Kant und Schopenhauer hier anführen wollen. Aber der Forschung waren früher enge Grenzen gezogen, aber innerhalb dieser Grenzen leistete der deutsche Geist auch das Höchste und das Vollkommenste. ES ist klar, daß wir nicht zurückbleiben wollten, als fich neue Welten erschloffen, die die Eulturvölker zu Forschungen anregten- aber die politische Zerrifienheit des deutschen Vaterlandes trug die Schuld daran, daß die Deutschen in dieser Beziehung in die zweite Linie gedrängt wurden, daß fie zurückbleiben mußten, trotzdem fie so gerne als Pioniere der Cultur in erster Linie gekämpft hätten. Wohl haben unsere Landsleute in der Erforschung fremder, bisher unbekannter Welttheile fich ebenfalls hervorgethan, aber der Erfolg kam anderen Nationen zugute, der deutsche Name wurde dabei wenig zur Geltung gebracht. DaS wurde erst andere, als vor einem Vierteljahrhundert die politische Einheit Deutschlands hergestellt wurde, als der deutsche Name einen Klang erhielt, der bis in die entferntesten Gegenden der Welt schallte und auch die deutschen Forscher unter eigener Flagge auftreten konnten. WaS die W ff?nschaft unseren Landsleuten z. B. für die Kenntniß Inner Afrikas zu verdanken hat, brauchen wir nicht zu erwähnen, die deutschen Namen, welche fich an die Erforschung des schwarzen ErdtheilS knüpfen, find ja noch in Aller Munde, jene Helden leben ja noch zum Theil unter uns und können noch persönlich Zeugniß ablegen für bad, was sie im Interesse der Wiffenschaft zum Ruhm unseres Vaterlandes grthan haben. Manchen hat eö wohl schon peinlich berührt, daß die Betheiligung Deutschlands an der Erforschung deS Nordpols bisher eine so minimale war, daß wir andere Nationen, insbesondere Amerika, England und Scandinaoien die Kosten für diese Expeditionen tragen ließen. Und doch ist gerade bei unS das Jnteresie für die Kenntniß der Vcrhältn sse am Nordpol ein so intenfiveS. Mit welch reger Aufmerksamkeit haben wir die Expedition Nansen- verfolgt, wie freudig erregt war nicht ganz Deutschland, a>S nach jahrelangem Bangen wieder Kunde von dem kühnen Forscher zu uns drang! Mit welcher Erwartung harren wir n cht einer Nachricht von der wagehalfigen Flugreise Andree-! DaS Jntereffe an der Nordpolerforschung ist heute mehr denn je rege, und deshalb wird e- gewiß allenthalben m't Freuden begrüßt, daß Deutschland im Begr>ffr steht, eine Nordpolarexpedition auSzurüsten, die freilich vorläufig weniger den Zwtck hat, den Nordpol selbst zu erreichen, als eine mehrmonatliche Fahrt im Eismeere zu machen, um der W ssenschaft werthvolle Dienste zu leisten. DaS Unternehmen ist gesichert, im Monat Mai soll die Expedition auf dem Hochseefischdampfer das deutsche Gestade verlaffen und bis October in den Et-regionen verbleiben. Hervorragende Gelehrte werden sich betheiligen, und e- steht zu erwarten, daß die geplante systematische Forschung auf dem ihr von vornherein vorgezeichneten engen Gebiete der W ff nschait Anregung gibt zur Erweiterung ihrer Gesichtspunkte. (xx) Deutsche* Reichstag. 65. Sitzung vom Samttag den 19. Marz 1898. Tagesordnung: Fotsetzung btr Bercuhung der Militär- strafgerichtsorduung. Beim § 270 beantragen die Abgg. Auer (Soc.) und Genossen, im Absatz 1 die Worte zu streichen, wonach die Ausschließung der Oeffentlichkeit bei der Hauprverhandlung auch erfolgen kann „bei Gefährdung der öffentlichen Ordnung, insbesondere der Staatssicherheit oder bei Gesährdung militärdienstlicher Jntereffen." Ferner liegt sowohl ein Antrag Auer, wie ein Antrag Munckel vor, den Absatz 2 zur streichen, demzufolge dem Kaiser die Befugniß verbleibt, allgemeine Vorschriften darüber zu er- lassen, unter welchen Voraussetzungen das Gericht die OunWrn f 6 ohb.___ .±_ chnchie». Anzeiger" ^'^erW Ä3&S1 bstiübriges Doclor^ 1846 ■äF$ä SS$ti» - p< "0*"' r LM--- ittt 4 ft aWß irl- *‘ c aß Kupiersü^^siw E '' Asten dE (e6l chelos^ „tcht und 'J in, ttn»«1 p üb ^CeftM.an W dlOD^/^ Achten. »Herold^. Berlin, 21. März. Eine Kabeldepesche der „Welt am Montag" auS New Aork meldet, der soeben veröffentlichte osficielle Bericht der Untersuchung-Commission stellt eS als »«zweifelhaft dar, daß der Kreuzer „Maine" mittelst eine» sobmarinen Torpedo» in die Luft gesprengt wurde. Der -etailltrte Bericht der Taucher läßt keinen weiteren Zweifel darüber zu. Berlin, 21. März. Ein Massenbesuch auf dem Fried« Hofe der Märzgefallenen war gestern zu verzeichnen. Unter den Besuchern fielen einige russische Studenten in ihren Uniformen besonder» auf. Stuttgart, 21. März. Die Verlobung der einzigen Tochter de» König», Prinzessin Pauline (geb. 19. December 1877) mit dem Erbprinzen Friedrich zu Wied (geb. 27. Juni 1872) ist gestern ersolgt. Köln, 21. März. Die „Köln. Ztg." meldet aus Peter», bürg: die Mittheilung der Regierung bezüglich der Vorgänge in Korea wird von der Preffe dahm erläutert und besprochen, daß Rußland keinen Plan gegen die Unabhängigkeit und Unantastbarkeit Korea» gefaßt habe. Wenn eine andere Macht sich in Korea oder in unmittelbarer Nähe der Küste festsetze und irgend einen Punkt bei der Küste in eine Art von Gibraltar oder Kronstadt verwandeln wolle, so werde man sehen, daß Rußland jeden Eingriff in seine Rechte der« hindern werde. Pari», 21. März. Wie die „Libre Parole" meldet, wird Oberst Picquart gegen den Opportunisten B-rger, den Pläsidenten der 1889er W'lrauSstellung, eandtdtren. Am 8. Mat finden die Wahlen start. MmnaHHMnaaMMMWMaMIRMIViWn WMffl London, 21. März. Die „Times" meldet au» Peking, daß die Mission Hiue» in Petersburg gr'cheitert und China vor die Alternative gestellt sei, die russischen Forderungen anzunehmen. Loudon, 21. März. „Daily Chron'cle" kündigt eine sensationelle Gntüllung in der DrehfuS-Angelegenheit sür Ende dieser Woche an. Koastautiuopel, 21 März. Der Polizetchef von Bltlis ist von einem Armenier ermordet worden. Havanna, 21. März. Eine Versammlung der Insurgenten« führrr beschloß, den Antrag de» Jnsurgentensührerö Tand», die Autonomie auzunrhmrn, in ernste Erwägung zu ziehen. WB. Berlin 21. März. Der Herzog vonSagav- Taldeyrand ist Nacht» gestorben. Veröffentlichung aus dem Gesellschafts-Register, betr. den Eintrag der Licher Spar- und Credit-Actien-Gesellschaft zu Lich. In der am 26. Februar 1898 stattgehabten Generalversammlung wurden folgende Statutenänderungen beschloffen: a) § 14 erster Theil, letzter Absatz, dahin lautend: „Der (Gesammt-) Vorstand unterzeichnet Namens der Actien Gesellschaft die Schuldscheine über die der Gesellschaftskaffe geleisteten Darlehen" wird aufgehoben. b) § 14 d Absatz 2 wird aufgehoben und tritt an dessen Stelle folgende Bestimmung: „Die Zeichnungen durch den Vorstand geschehen in der Weise, daß der Firma der Actien-Gesellschaft die Namensunterschriften des Rechners und Controleur« oder im Verhinderungsfälle einer dieser Personen als zweite die eines anderen Vorstandsmitgliedes beigefügt werden, und nur unter dieser Voraussetzung allein sind Zeichnungen zu Lasten der Actien-Gesellschaft Dritten gegenüber verbindlich". c) § 16 Absatz 3 wird aufgehoben und durch Folgendes ersetzt: „Die Berufung der General-Versammlung erfolgt auf Beschluß des Vorstandes durch den engeren Vorstand anläßlich der Artikel 236, 237 und 238 des Handelsgesetzbuchs. Die Einladungen zu der im Januar alljährig stattfindenden ordentlichen General Versammlung sollen mindesten» 14 Tage vor Abhaltung der Letzteren durch den Reichsanzeiger unter Beifügung der Tages- ordnung bekannt gemacht werden. Außerdem steht dem Vorstand das Recht, nicht aber die Pflicht, zu, zu allen Generalversammlungen die Actionäre schriftlich unter Beifügung der Tagesordnung zu laden und zwar die in Lich wohnenden Actionäre durch den Vereinsdiener und die auswärts wohnenden durch die Post. — Zur Berufung außerordentlicher Generalversammlungen genügt eine 3 Tage vorher im „Gießener Anzeiger" erschienene Einladung mit Angabe der Tagesordnung". Lich, am 18. März 1898. 2934 Großherzogliches Amtsgericht. S üffert. Bekanntmachung. Montag den 28. d. Mts., Abends 8 Uhr, findet General-Versammlung des Eredit-Bereins Heuchelheim, E. G. m. u. H., im Locale des Ferd. Kreiling, Wirth, dahier, statt. Tagesordnung: Beitritt zu einer zu gründenden Centralkasse. Heuchelheim, am 21. März 1898. 2973 Der Auffichtsrath: Heinr. Volkmann II, Vorsitzender.______________ Heilanstalt für Lungenkranke Bad Laubbach bei Coblenz a. Rh. Besonders günft. Lage, Zweigobth. für Minderbemitttlte bei mäß. Preisen. Prospekte gratis. Besitze u- ärjtl Director »r. med. W. Achtermann, vorher, dirig. Arzt an Dr. Brehmer’a Heilanstalt für Lungenkranke, GSrber»dorf, Schlesien.____________________________________________________________________ Pern Ouano, Fleischfnttermehl, Ö.TS Geflügel sehr zu empfehlen, stets vorräthig bei ____ 1934 A. Kroll. Schwarze Seidenstoffe Kroße KekegenßeiisKäufe ______ in Damase Garantie für solide Qualität TB® darunter eine Partie schwerste Damass, früherer Preis Mir. 9.50, jetzt Mir. 5.50, unter 5 jähriger Garantie. Carl Nowack SprciaMät: Seidenstoffe. to w TtlkMim! 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