w W 1898 Mittwoch den 21. December Nr. 299 Erstes Blatt mit Brief ri-rtkltttzrttch. Heneral-An^eiger Anrts- und Zlnzeigeblntt für den Kreis Gieszeir. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter Deutsches Reich. AusUrnd Ur lnjngra.8crmttrtiragl|telca bei In- tm> InMml nehmni Lvzrigeu für den •ttjmrr Mnfriyr tatpf •eee|mt lee Anzeigen zn der Re4mitta|< ftr den gnigeedee Leg mfcheinendre Nummer kil Bem. 10 Bfrc. viertel tLtzriich Berlin, 19. December. Zur M ilitärv orlage wird in bei ^WaL’ßtj.* darauf aufmerksam gewacht, daß die vcr- stärkung der Infanterie nicht den schwachen Bataillonen — also solchen mit de» niedrigen (Slot (601) — zugedacht ist, sondern den starken Bataillonen (673) und zum erheblichen W*e*wa, Expedition wb Dreckerot: S4» ßr«ge »r. 7. rungskrifi» dürfte auch die neuerdings anscheinend wieder gesteigerte Karlistengef ahr nicht ohne Einfluß bleiben. Allerdings bisindct stch Don Carlo» wieder in Venedig, wo ihn die italienische Regierung sorgfältig beobachten läßt, und sein Cohn Don Jaime de Bourbon, von dem e» hieß, daß er sich behufs Leitung der karlistischen Agitation in der Nähe der spanischen Grenze aufhalte, soll wieder zu dem in Grobno (Rußland) stehenden Husaren-Regiment eingerückt sein. Aber andere Anzeichen sprechen gegm die Anstcht, daß dte Karlisten Run, die Rechnung über schutllen Mtuisterverbrauch in Frankreich, an deffen freistaatltcheu Öden wohl Niemand zweifeln wird, wird jetzt vorgelegt und z-igt ganz erstaunliche Zahlen- Verhältnisse, gegen welche die deutschen wie auß dem Hans- haltungSduche eine» Harpagon entnommen zu fein scheinen. Die dritte französische Republik hat bekanntlich in ihren 28 Lebensjahren 88 Ministerien verbraucht und ist eben batet, da» 39. zu verzehren. In e nem Büchlein „Le nouveau MinioUre et la nouveile Chambre“ bringt Henri Avenel deachtcnSwerthe stuttstfche N^ch'ichteu über die dabet in Betracht kommenden Berhältnffe. Eine höchst lehrreiche Ucderstcht läßt die Dauer der einzelnen 38 Ministerien der dritten frau.öfischen Republik seit dem 6. September 1870 erkennen.. Hler ist fie: »refft für Depeschen: >< daß au» den verschiedenen Larisklafieu bestehende Schema, ; Dheil sogar den Bataillonen mit hohem Etat (639), der nochmal- und zwar auf 660 Mann erhöht werden soll. Im Ganzen sollen 119 Bataillone auf den verstärkten hohen Ernt (660) und 19 Bataillone auf den m'tilereu Etat (669 und : 573) gebracht werden. Hierbei find 10 von den im Jahre 1897 neu aufgestellten schwachen Bataillonen beim Avancement zum verstärkten hohen Etat betheiligt. Sie «halten einen Zuwachs von 169 Mann per Bataillon. Außerdem rücken 19 schwache Bataillone zum Etat mit 573 auf. Sie verstärken fich um 72 Mann per Bataillon. ES bleiben noch übrig 67 Bataillone mit einem Etat von nur 601 Köpfen. Berlin, 19. December. ReichStagScommtsftonen. In der GeschästSorduungScommtsfion ist vorfitzender Ginger, Stellvertreter der EentrumSabg. Roeren. Die Borfitzendev und ihre Stellvertreter find ferner in der PetttionScommtsfion Dr. Kruse (natl.) und Wattendorf (Etr.), in der Wahl- prüsungScommtssion Dr. Spahn (Etr.) und Bo!tz (na>l ), in der RechnungScowmisfion Dr. Haffe (natl.) und Horu (Etr.). Die vudgetcommisfion ist, wie folgt, zusammengesetzt: vor- fitzender ist der freicous. Sbg. v. Karboifs, Stellvertreter der EentrumSabg. Graf Hompesch. Ferner tft die Gruppe der sreifinnigeu Parteien und der deutschen volkSpartei vertreten durch die Lbg. Augst, Frese, Dr. Müllrr-Sogan und Richter, die conservattveu Fractionen durch die conserv. Abg. Graf Klinckowstrvm, Graf Roon, Graf S'olberg-Wernigerode und Will, sowie durch deu fretcouservattven Graf v. Arnim, die EeutrumSpartei durch die Abg. Prinz v. Arenberg, Gröber, Frhr. v. Hertltng, Lieber, Lingen», Müller-Fulda, Schädler, die nattonalltberale Partei durch die Sbg. Baffermanu, Möller, Graf Oriola, Paasche, die Toc'aldemokcatte durch die Abg. Bebel, Meister, Singer, die Polen durch Dr. v. JazdzewSki, die Antisemiten durch »einer. Berlin, 19. December. Die schleSwigschen Ausweisungen. Wie über Kopenhagen gemeldet wird, haben j tzt olle Gemeindevorsteher in der zum Kreise Sonderburg gehörenden Landschaft Suudewitt vom Landrath v. Tschirschnitz tu Souderburg Auftrag erhalten, allen Eltern, deren Kinder DaoifiruugS-Vchulev tu Dänemark besuchen, witzutheilen, daß, wenn fie ihre Kinder nicht dis zum 20. December zu- rückrufeu, alle dänischen Unterthanen in deu betreffenden Ge- meindeu auSgewieseo werden. Der Befehl ist dem Laudrath angeblich unmittelbar vom Obetp'äfidenteu v. Köller zn- gegaugeu. Jede Gemeinde ist gesondert verantwortlich. M.P C. Berlin, 19. December. In der ruffischen Armee find mit einem neuen Entfernungsmesser vom Som- Mandanten Bouchier versuche gewacht, die ein sehr günstiges Resultat ergeben haben. Der Entfernungsmesser war bei verschiedeutu Truppentheileu und auch bei der Offizier- Schieß-Schule im Gebrauch und find fich alle darüber einig, daß der Apparat in Bezug auf genaues Meffen, Handlichkeit und Widerstandsfähigkeit unübertroffen ist. Der Preis soll pro Stück 40 Rudel betrogen. — Ein Nachspiel der Erhebungen über Ar- beiterstatistik. Ja der letzten Tagung der Lomwisfiov zur Arbeiterstatistik im ReichSamt des Jauern war bekanntlich zur Besprechung der verhältniffe im GafiwirthS- und Schank- aewerbe u. A. als Bertteter des Genfer verbautes deutscher Gastwirthtgehülfeu der Oberkellner G. S. aus Köln geladen. Arußerungeu, die dieser in der Lowmtsfiou über die ver- hältntffe in dem Betriebe seines Prinzipals machte, wurden von einem gleichsalls als EommiifionSmttglieb geladenen Kücheuchef aus Sö.u wiedergegedeo und kamen zu Ohren des Prinzipals de« Oberkellners, de« hierauf gekündigt wurde. Die Sache kam darauf tu einer Versammlung de» Genfer Verbände, und de, Lhristltchen Berufsvereins der Angestellten i» Gast- und Schankgewerbe öffentlich zu einer Besprechung, citfct hat uuu die für diese Angelegenheit eingesetzte Som- «isfion von Arbeitgebern und Arbeitnehmern de« »astwirthS- standes zu de« Srgebu-ffe gesührr, daß die Kündigung de. Oberkellners von seine« Prinzipal grundsätzlich zurückgenommen Geueralconferenz der deutschen Eisenbahnen. Morgen findet in Berlin die diesjährige General- '•onfereni der deutschen Eisenbahnen statt. Zur Theiluahme find sämmtliche Staats- und Privat-Eisenbahneu Deutschlands berechtigt mit Ausnahme der Kleinbahnen, welche zwar de« Namen nach, nicht oder auch hiufichtlich ihrer Rechte und . haben noch wenig« Monate gelebt, drei Ministerien find nicht ! einmal einen Monat alt geworden, nämlich Dufaure 1873, ’ Rochebouet 1877 und FalltereS 1888. Die Jahreszeiten | haben sogar Einfluß auf deu Mintsterwechsel- tm Jult ist bi. jetzt noch kein Ministerium gestürzt, denn da find die Seiten. Mai mit 6 und December mit 7 Ministerwechseln find die gesährlichsteu Monate. Rach dem Berufe waren 76 Minister oder 83 Procent Advokaten, 20 oder 9 Proceut frühere Polhtechniker, 17 Prosefforen oder Gelehrte, 16 Journalisten, 14 BerwaltungSbeamte, Präfecten, Seneralräthe, 9 «erzte, 8 Richter, 6 Haudelttetbeude, 6 Industrielle, 18 Generäle und 12 Admiräle. Madrid. 19. December. Auf den Verlauf der Regie- Budapest, 19 December. Die heutige Sitzung des Abgeordnetenhauses ist verhättuißmäß'g ruhig ver- laufen. Die Abgeordneten «offath und Graf Apponyi er- Hatten In ihren Reden, fie kämpft-u nicht gegen Personen, sondern gegen daS RegierungS-Syste«. Schließlich forderten die Redner die Majorität auf, nicht zuzugebeu, daß die lex TiSza zur Thatsache werde, damit oie Berhandluugeu im Parlament wieder ins Normale zurückgeleitet werden könnten. Loudon, 19. December. Eine Kundgebung für den Abrüstungsvorschlag des Zaren war auf Sonntag von dem Herausgeber der ,Pall-Mall-Gazette", Stead, der bekanntlich bei dem Urheber de» Planes eine längere Audienz hatte, nach der St. James-Hall einberufen worden. Den Vorsitz führte der Archidiaconu» von London. Die Mehrzahl in bet Versammlung waren Damen. Hervorragende Polttiker nahmen nicht Theil. Die zur Verlesung kommenden Briefe von Balfour, Rosebery, Hamllton und anderen Celebritäten «gingen sich sämmtlich in vagen Ausdrücken. Hamilton schrieb, die Vorherrschaft Englands zur See sei jetzt allgemein an«kannt. Wenn die Seestreitkräfte der and«en Nationen eine Vermehrung «führen, so müffe England die setntgen gleichsalls vermehren. Herabminderung des Aufwandes auf allen Setten bedeute dagegen kein geringere» Maaß von Sicherheit für England. Sie bedeute vielmehr die Erreichung desselben Zieles mit geringeren Kosten für das Land. Die Versammlung nahm schließlich einen Beschlußantrag zur Bildung eines nationalen Ausschuffes für die Friedensbe- wegung an. — Ein mehr al» platonische» Ergebniß wird man von b« Versammlung zunächst nicht erwarten können. Pari», 19. D.ermber. Ueber französische» Minister- material schreibt die »Straßb. Post": Früher gehörte kS , , „ „ in Deutschland bei allen opposfittonSk.äfttgeu Männern und die Ausführung der ihnm zugefchrtebenm Pläne vertagt Blättern zum guten Tore, über den schnellen verbrauch von hätten. Der Redacteur eine» Madrider karlisttschen Blatte», Ministern Klagelieder anzustiw«en und zu erklären, daß so welcher die nordwestlichen Provinzen vereiste, ist in Lean etwa» in eint« frei regierten Staate nicht Vorkommen könne. ' unt« der Anschuldigung verhaftet worden, karlistische Propa- währ'.nd die Festsrtznog der Tarifsätze, also der Transport- ! gebühren, n^ch wie vor den einzelnen Staat»- und Privat- > bahnen übettoffeu ist. Trotzdem darf die Bedeutung der Generolconferenz nicht unterschätzt werden, denn die Frachtermäßigungen, welche durch eine Fortbildung der Güter- klasfifikatiou fich ergeben, find sehr erheblich- handelt eS fich . doch in einzelnen Fällen bet Versetzung eines Gute» au» der höheren in eine niedrigere Taiisklaffe um Ermäßigungen bi» zu mehreren Millionen Mark jährlich. Wa» Üderhrupi seit dem Bestehen der Gmeralkonferenz an E'waß gungen gewährt worden ist, darf wohl auf etwa 160 Millionen für da» Jahr veranschlagt werden. Alle diese Fragen erfahren deshalb eine sehr eingehende Borberathung in der dreimal im Jahre tagenden ständigen Tarifcommiifion. In diesem Jahre wird die Generalconferenz wieder über eine ganze Reihe von Fragen zu beschließen haben,- wir nennen au» der großen Zahl hier nur die wichtigsten: die Einführung -ineS Spezial- tarifS für bestimmt-- Eilgüter, wie F fche, Butter und andere letcht verderbliche Güter, sodann die Versetzung sämmtlicher Futtermittel in die billigste Klaffe de» Gütertarif». Da- : gegen gebt schon cm» der Thatiawe, daß die Eonferenz fich mit der Festsetzung der Gebühren überhaupt nicht zu befaffen ; hat, hervor, daß die Behauptung, die Grneral-Eonferenz ' werde fich opch mit einer Resorm der Persouentarifsätze be- i schäftigeu, jedenfall» unbegründet ist. Daß diese Frage un- i auSgesetzt betrieben wird, ist wiederholt von unterrichteter ' Sette erk.ärt worden, aber die Entscheidung in dieser Sache haben ausschließlich die einzelnen Regierungen, welche Staat». ■ bahnen b-fitz n, und die einzelnen Privatdahneu. Leipzig, 19. December. Da» hiefige Landgericht verhandelte heute gegen den Zeichner PH. Heine und gegen die Buchdruckereibefitzer Hesse und Becker wegen der bekannten im ^SimplicfffimuS" begangenen Majestät»- beletbtgungen. Die Verhandlungen wurden auf Antrag de» Oberstaatsanwalt» unt« Ausschluß der O.ffentlichkeit geführt. DaS Gericht erkannte schließlich gegen Heine wegen . zweier MajrstätSbeleidiguugen auf sechs Monate Gefäugniß, ! gegen Heffe und Becker wegen vergehen gegen § 21 de» Prrßgesetze» aus je 800 Mark Geldstrafe. ' Lchlchener Anzeiger Tag der Ernennung Ministerpräsident Dauer Jahre Mon. Tage 1. 4. September 1870 Gambetta — 5 15 2. 19. Februar 1871 Thier» 2 2 29 3. 18. Mai 1873 Dufaure — — 7 4. 29. Mai 1873 be Broglie — 6 — 5. 26. November 1873 de Broglie — 6 26 6. 22. Mai 1874 be C'sfth — 9 16 7. 10. März 1876 ».ff et 1 — — 8. 9. März 1876 Dufaure — 88 9. 12. December 1876 Jule» Simon — 56 10. 17. Mai 1877 de Broglie — 66 11. 22. November 1877 de Rochebouet — - 20 12. 13. D cember 1877 Dufaure 1 1 22 13. 4. Februar 1879 Waddington — 10 24 14. 28. December 1879 de Freycinet — 8 27 16. 23. September 1880 Jules Ferry 1 1 21 16 14. November 1881 Gambetra — 2 15 17. 30. Januar 1882 de Freycluet — 78 18 7. August 1882 Duclrrc — 5 22 19. 29. Januar 1883 Fall «e» — — 23 20. 21. Februar 1888 Jules Ferry 2 2 13 21. 6. April 1885 B iffon — 9 — 22. 7. Januar 1886 de Friycinet — 11 4 23. 11. Decrmber 1886 Gablet — 5 20 24. 30. Mai 1887 Rouvier — 7 18 25. 12. December 1887 Tirard — 3 22 26. 8. April 1888 Floquet — 10 18 27. 22. F-bruar 1889 Ttrard 1 — 24 28. 17. März 1890 be Frehcinet 1 11 10 29. 27. Februar 1892 Landet — 9 7 30. 6. December 1892 Rbot — 1 6 31. 12. Januar 1893 R'bol — 2 28 32. 4. April 1893 EharleS Dupuy — 8 — 38. 3. December 1893 Eafimtr Pcrt« — 5 28 34. 30. Mat 1894 EharleS Dupuy — 7 28 85. 27. Januar 1895 Ribot — 94 36. 80. Oktober 1895 Bourgeois — 6 29 37. 29. April 1896 Meline 2 2 1 88. 28. Juni 1898 Briffou — 41 39. 29. Oktober 1898 Charles Dnpvtz Danach beträgt die mittlere Dauer eine» Ministerium» der französischen Republ>k neun Monate- 22 Ministerien aber w’- igev aus Ntl* [4428 t 9.50 an. Pj MAS r! ßrvolü ll MN i..« *• ichter Zg lischhackniMchinei' Docnmentenkuten •S 5*5*5 t> Marktplatz z. ’U1 WWW itlnder ■setzer lenkasten ganda getrieben zu haben- und zur Verfügung der Militär- Behörden gestellt; es geht das Gerücht, daß wichtige Schriftstücke bei ihm beschlagnahmt worden seien. In diesem Zusammenhänge ist auch eine halbamtliche Aeußerung des Kriegsministers bedeutsam, es sei wegen der karlistischen Umtriebe nothwendig, den Jstbestand des Heeres auf 140000 Mann zu erhöhen, eine Maßregel, die zwanzig Millionen Pesetas erforde n werde. Das sind trübe Aussichten für das durch den äußeren Krieg schon so schwer heimgesuchte Land. Konstantinopel, 19. December. Der Sultan sandte an den Zaren ein Dank-Telegramm für die freundschaftlichen Worte, deren Ueberbriuger der Großfürst Nikolaus war und für die vier prachtvollen Pferde, welche der Sultan vom Zaren zum Geschenk erhielt. CocaUs rrnd ^provinzielles. Gießen, den 20. December 1898. •* Ernennungen. Ernannt wurden die Ftnauzaccesfisten Gustav Böß aus Gießen, Georg Knöß au- Darmstadt, Ernst Kritzler aus Darmstadt und Johann Michel aus Wald-Michelbach zu Steueraffefioren. •• Ernannt wurde am 10. December der Bleefeldwebel tm 5. Hrss. Infanterieregiment Nr. 168 Ludwig Schäfer von Biebesheim zum Pedellen au dem Gymnasium zu Mainz mit Wirkaug vom 1. Januar 1899 au. Auszeichnung. Den Mitgliedern der Freiwilligen Gail'scheu Feuerwehr: Jacob Gerhardt, Georg Wink, Heinrich Sauer und Leonhard Dechert wurden gestern durch Herrn Brauddircctor Traber die von der Stadt Gießen gestifteten Diplome für Ibjahrige Dienstzeit überreicht. •*P. Stadttheater- „Der Hütteubesitzer" von George Ohuet gehört zu denjenigen französischen Schauspielen, die sich ein Heimathrecht auf der deutschen Bühne erworben haben. Auch hier ist das Stück längst keine neue Erscheinung mehr, denn in früheren Jahren wurde die „Claire" mehrmals von auswärtigen Bühueugrößeu als Gastrolle auS- erseheu. Gestern verdankten wir wiederum einem Gaste, Frl. Frieda Etchelshet« vom Hoftheater in Darmstadt, die Aufführung, die sich, um das gleich vorauSzufchtckeu, unstreitig den besten dieses WtuterS zugeselleu darf. Frl. Eichels- Heim besitzt Vorzüge, die ihr von Anfang bis Ende die volle Gunst der recht zahlreich erschienenen Zuschauer sicherten: eine gefällige Gestalt, lebhaftes, ausdrucksvolles Mteueuspiel, eine verständige Auffassung, die kleinliche Künsteleien verschmäht und ihre Stärke in der richtigen, beständig fort- schreitende« Entwicklung dieses anziehenden Charakters sucht und findet. Höchstens konnte «au bei der Darstellung aus- setzen, daß die Armbeweguugeu mitunter ungelenk erschienen. In der männlichen Hauptrolle, die dem Schauspiel den Nameu gegeben hat, war Herr Dietz sch vortrefflich. Die uuzerstör- bare, Alles aufopferude Liebe des schlichten, groß denkenden und edel haudeludeu Mannes bildete den richtig festgehalreueu Grundzug des Charakters. Besonders gut gelang dem Darsteller die entscheidende Unterredung mit Claire tm zweiten Aet. Frl. Cron egg genügte nicht ganz allen Anforderungen - fie mußte verführerischer und stolzer iu ihrer Haltung erscheinen. Ihr Bestes bot die Künstlerin im dritten Act iu der Ausetuandersetzung mtt der gehaßten Gegnerin. Die kleineren Dameurollen waren durch Frau Helm, Frl. Pauli und Frl. Isenburg recht befriedigend besetzt. Herr Merker hütere sich vernünftiger Weise davor, den Herzog von Bltguy durch Uebertreibuug allzu unsympathisch zu machen, könnte ihn vielleicht aber doch um ein Weniges geckenhafter gebe». Herr Werner traf als Oktave den treuherzigen Ton ganz richtig, dürfte aber lebhafter spielen. Letzteres gilt auch von Herrn Casterra. Zwei treffend gezeichnete Charakterbilder lieferten die Herren Helm und Liebscher als Millionär Moulinet und Notar Bachelin. Dem Ersteren gebührt für seine geschickte Regtesührung, die sich tu richtiger Anordnung der Gruppen, passender Ausstattung und Vermeidung kleiner Störungen kuudgab, noch ein besonderes Lob. * * Stadttheater. Als achte Volk-Vorstellung wird am Mittwoch den 21. ds. Mts. Hermann Sudermanns dreiactiges Schauspiel „DaS Glück tm Winkel" auf- gesührt. — Am Freitag und Samstag Nachmittag finden Weihnachts-Aufführungen für Kinder statt. Gegeben wird das beliebte Märchenspiel in 6 Bildern „Aschenbrödel" oder „Der gläserne Pantoffel". Am ersten Tage beginnt die Aufführung um 4 Uhr, am zweiten um 3 Uhr. * • Geflügel- und Bogel-Ausstellung. Die Hauptversammlung des Geflügel- und Vogelzucht Vereins Gießen und Umgegend hat beschloffeu, die in den Tagen vom 24. bis 26. Februar k. Js. geplante Geflügel- und Bogel- Ausstellung in den oberen Räumen des Etabl'ffementS „Windhof" abzuhalten. Die Verwaltung der Bteberthal- bahn hat der AuSftellungsleitung zugesagt, während der Ausstellung die erforderliche Verbindung von der Sradt «ach der Ausstellung durch Exirazüge zu ermäßigten Fahrpreisen herzustellen, so daß dieselbe selbst bet ungünstigem Wetter bequem ^ erreichen sein wird. Als Preisrichter für Waffergrflügel, Hühner und Tauben haben wieder, wie bei der srühereu Ausstellung, die als erste Autoritäten auf diesem Gebiete bekannten Herren H. Marten sen., Lehrte, und Rud. Kramer, Leipzig, ihre Mitwirkung zugrsagt. Wegen Ueber» nähme des PreiSrichteramteS für die Bogelwelt, für Gebauer und Geräthe ist Herr A. Kull«anu-Frankfurt a. M. in «».ficht genommen. Es liegen für die Ausstellung bereits über 100 Anfragen nach Programm und Ausschreiben, welche tu de« nächsten Tagen wohl zum Versandt kommen, vor, ond steht zu erwarten, daß die kommende Gießener AuS- stellung noch zahlreicher mtt hervorragend schönen Thiereu beschickt werden wird, als dies bet der vergangenen Ausstellung der Fall war. " ■ Wiederaufnahmeverfahren. Der vertheidiger Rechts- \ auwalt Satz, welcher den wegen SitrltchkeÜSverbrechen unter ' Versagung mildernder Umstande in der vorletzten Schwar- gerichtSsession verurtheilten Schlosser Karl Heinrich Förster von Gießen vertreten hat, beantragte in dieser Sache beim Landgericht Gießen daS Wiederaufnahmeverfahren und vorläufige Haftentlaffung. Bekanntlich war in der Verhandlung Margarethe Block aus Moischt Hauptbelastungszeugin. Der damals von dieser gele stete Eid erwies sich iu der Verhandlung vor dem letzten Schwurgericht in einem Punkte al- falsch. Hierauf begründet sich dec von Rechtsanwalt Kitz gestellte Antrag, die Sache gegen Förster noch einmal zur Verhandlung zu bringen und diesen vorläufig aus der Haft zu entlaffeu. * * Reue Postkarten. Durch die Buchbinderei Max Müller, Neuen Bäue hier, ging uns heute eine Auswahl trefflich au-geführter Ansichtskarten von Gießen zu, die aus der rühmlichst bekannten Kunstanstalt von Lautz u. Isenbeck, Darmstadt, stammen. Besonders anziehend wirken eine Ansicht von Guße«, wie das Bild des alten Schlosses, darauf Dächer und Giebel vom Mond versilbert erscheinen. * ♦ MS freiwilliger Bremser auf der Bieberthalbahn beschäftigte sich gestern Nachmittag auf dem um 2 Uhr von hier nach Rodheim abfahrenden Zuge ein Herr Student von hier, indem er die Bremse derart zuzog, daß der Zag beinahe -um Stehen kam. Der Studio muß in diesem Fache Erfahrung haben, denn al» der Locomottvführer daS Signal zum Aufbremsen gab, löste er die Bremse wieder. • • Verhaftet. Zwei Taglöhner dahier wurden gestern i Abend dabet adgefaßt, als fie an den Bahnhöfen eine Parthte schwerer Eisentheile entwendeten. Beide wurden fest- genommen. * * Für Radfahrer. Nach einer von dem Minister der öffentlichen Arbeiten erlassenen Verfügung an die Königlichen Eisenbahndirectionen ist vom 1. Januar 1899 ab die Beförderung unverpackter Fahrräder ohne Lösung von Fahrtausweisen (Expreßgut) mit alleiniger Ausnahme des Berliner Vorortsverkehrs nach den Bestimmungen des Staatsbahn- Personen- und Gepäcktarifs wieder gestattet. Die Entscheidung darüber, in welchem Umfange Schnellzüge für Beförderung unverpackter einsitziger Zweiräder zugelaffen werden dürfen, bleibt Vorbehalten. * * Der Arbeitsmarkt iw November zeigt trotz der günstigen Conjunctur in vielen Industriezweigen ein Anschwellen des! Andranges der Arbeitsuchenden, wenn auch nicht in dem Maße, wie im gleichen Monate des Vorjahres. Es ist dies eine alljährliche Erscheinung, die vielfach durch den Wechsel der Jahreszeit, die Beendigung der Sommersaison bedingt ist. Auch die Entlassungen vom Militär belasten das Angebot auf dem Arbeitsmarkte im Monat November. Diese Lage des Gesammtmarktes sticht wesentlich von dem Arbeitermangel ab, der noch für verschiedene Gewerbe, wie Bergbau, Eisenindustrie rc., zu constatiren ist. Die Verschiedenheit der Lage tritt besonders deutlich in den Berichten über die einzelnen Gewerbe (Bergbau, Baugewerbe, Textilindustrie rc.) hervor, wie sie die Berliner Monatsschrift „Der Arbeitsmarkt" jetzt eingeführt hat. — Nach den Ergebnissen ber. Arbeitsnachweis-Verwaltungen, wie fie .ebenfalls in der genannten Zeitschrift veröffentlicht werden, bewarben sich um 100 offene Stellen 135,7 Arbeitsuchende, gegen 134,7 im gleichen Monat des Vorjahres. Von 56 vergleichbaren Belichten weisen im Vergleich zum Vorjahr 34 eine Abnahme und nur 19 (mehr 3 ausländische) eine Zunahme des Andranges auf. Abnahme: Breslau, Frankfurt a. O., Kiel, Halle a. S., Hannover, Osnabrück, Dortmund, Essen a. R., Elberfeld, Düsseldorf, M.-Gladbach, Aachen, Kreuznach, Wiesbaden, Frankfurt a. M., Mainz, Darmstadt, Kaiserslautern, Heidelberg, Schopfheim, Karlsruhe, Offenburg, Mannheim, Konstanz, Cannstatt, Ludwigsburg, Eßlingen, Reutlingen, Göppingen, Schw. Hall, Heilbronn, Ulm, Würzburg, Augsburg. Zunahme: Posen, Berlin, Rixdorf, Quedlinburg, Erfurt, Bielefeld, Münster, Köln, Trier, Gießen, Worms, Straßburg, Lahr, Freiburg i. B., Pforzheim, Stuttgart, Fürth, Nürnberg, München. — (Brünn, Graz, Bern.) • * Wetterbericht. Da» Bepreifions-Centrum an der nördlichen Küste hat sich noch vertieft und steht die ganze Nordhälfte Europas bi» nach Deutschland herab unter bim Einfluß niederen Druckes. Ja der Umgebung des Centrums herrschen stürmische Winde. Den Südwesten und Süden be- deckt noch hoher Druck. Ein Kern desselben lagert über Südfrankreich, ein zweiter über Italien. Die Witterung ist in Deutschland außerordentlich mild und trüb. Voraussichtliche Witterung: Neuerdings unbeständiges Wetter mit stelleuweisen Niederschlägen. Vom Odenwald, 18 December. Ein umfangreiches Genesungsheim soll von einigen größeren Corporationen tm Odenwald errichtet werden. Gemeinden, welche auf Fremdenverkehr und die damit verbundenen Bortheile rrflrc- tuen, werden zur Zeit aufgefordert, entsprechende Gelände- komplexe unentgeltlich oder doch gegen geringe Vergütung zur Verfügung zu stellen- Anerbieten find bi- längstens 1. Januar bei der Franz'schen Buchdruckerei in Erbach einzureichen. A Mainz. 19. December. Seitens des hessischen Gast- wirthverbandes ist letzter Tage eine mit zahlreichen Unter- fchriften versehene Petition an die zweite Kammer der Stände gerichtet worden, durch welche ersucht wird, eine allgemeine Verlängerung der Feierabendstunde, besonders für die Landorte und Orte mit Bahnstationen, eintreten zu lassen. ; Ja der Begründung des Gesuches wird angeführt, daß 1 seit Erlaß der gegenwärtige« Bestimarungeu die Zeit- , Verhältnisse eine ganz bedeutende Aenderung erfahren, und daher die damalige Verordnung mit de« heutigen Verhält- \ Nisse« nicht mehr iu Einklang zu bringen fei. — Bezüglich ! der profictirten Einbauung des kurfürstlichen Schlöffe- hier, j durch Erweiteruug-bauteu an der Schloßkaserue hat ' der Mittelrheinische Architekten- und Jngenieuroereiu in seiner letzte« Sitzung beschlossen, sich de« Schritte« der Stadt Mainz zum Schutze des kurfürstlichen Schlosses resp. zur würdigere Gestaltung seiner Umgebung voll und ganz anzuschließeu. Oppenheim 18. December. Der Landpostbote Morgen- thaler, Führer Cariolpost Oppenheim—Dalheim, der verdächtig ist, amtliche Gelder unterschlagen zu habe«, wurde heute verhaftet. △ Aus dem «roßherzogthum Hessen, 19. December. Ja Anbetracht de-, in einem Theile Hessens stets fühlbarer werdende«Mangels landwirthschaftlicher Arbeitskräfte, hat der hessische Landwirthschaftsrath die Errichtung einer eigenen landwirthschaftliche« Arbeitsnachweisstelle beschlossen. Dieselbe soll sich vor Allem mit der Vermittelung des Bezuges aller Arte« vo« landwirthschastltchem Arbeit»- uvd Dienstpersonal au- dem In- und Au-laude befassen und dabei hauptsächlich auf die Beschaffung au-wärtiger Arbeit-- krätte für die Sommerarbeiten bedacht sein. Ars- d-I L-ßt fttr Me »eit. Vor 103 Jahren, am 21. December 1795, wurde zrr Wiehe der Geschichtschreiber und Begründer der historischen Schule, Leopold v. Ranke, geboren. Beherrschung befc Material- mit geistreicher Auffassung verbindenb, hat Ranke die Kunst ber Historiographie auf eine hohe Stufe ber Vollendung gebracht. Groß ist die Zahl seiner bedeutenden Werke. Er starb am 23. Mai 1886 in Berlin. Vesmsisehte-. * Fronhanfe«, 19. December. Um 7 Uhr Abends ertönten hier Feuerfignale. Im Gehöfte de- Bürgermeisters a. D. Herrn Ruth war Feuer ausgebrochrn, da- durch energische» Eingreifen bald gelöscht wurde. Da- Dienstmädchen wollte Heu vom Boden hole«, verfehlte beim Aufhängen der Laterne den Nagel, die Laterne fiel auf den Hof, wo viel Stroh angesammelt war, da- im Nu in helle« Flamme» stand. * Ausgrabungen im Römerlager zn Nenß. Aus Krefeld, 17. ds. wird berichtet: Die augenblicklich ruhenden Ausgrabungen im Römerlager zu Neuß waren auch in der letzte« Zeit wieder sehr ergiebig. Nach den Angaben eines dortigen Blattes wurden aufgedeckt: eine Prätor-Wohnung, mehrere kleinere Kasernen, ein größeres Lazareth-Zimmer und darin verschiedene chirurgische Instrumente. Wie die „Frkf. Ztg." schon früher mitgetheilt, gelangen die beweglichen Funde im Prooinzial-Museum zu Bonn zur Aufstellung. • Die Reichstagsabgeordneten empfangen zwar keine Diäte«, aber der Retch-vankpräfident Koch will für ihre Angehörigen doch eine kleine Weihnacht-freude ermöglichen. Durch Circular ist de« Reich-tag-abgeorduete« mitgetheilt worden, daß die Reichsbank die Kaffe de- Reichstags in den Stand gesetzt, neugeprägtes, blankes Stlbergeld einzuwechseln. E» seien zu diesem Zweck der Kaffe überwiesen worden: 2000 Mark in Fünfmarkstücken, je 1000 Mark in Zweimark-, Etnmark- und 50 Pfennig-Stücken. * Hauseinsturz Au- Pari», 18. December, wird gemeldet : Heute Nachmittag stürzte in der Rue des Appeains, unweit der Avenue de Clichy, ein im Bau begriffenes Haus ein. Bi» 5 Uhr Nachmittag waren zwei Tobte und mehrere Verwundete aus de« Trümmer« hervorgeholt. Die Rettungs- arbeite« dauern fort. — Ein Telegramm vom 19. December besagt noch Folgendes: Bis gestern Abend 9 Uhr waren auf der Stätte des Neubaueinsturzes a« der Rue des Appenins 4 Grtödtete und 25 Verletzte aus den Trümmern hervor- gezogen worden. Die Verwundungen find gröhtentheils schwerer Natur. Man befürchtet, daß «och fünf Manu verunglückt find. Nach neuerlicher Untersuchung soll ein Con- structionsfehler den Hauseinsturz verschuldet haben. Der Präsident Faure sandte einen Ordonnanzosfizier zur Unglücks stelle. * Der bimplon-Tunnel. Aus dem Wallis schreibt mau dru „M. N. N.": Am Simplon-Tunuel waren Ende November tm Ganze« etwa 1000 Man« beschäftigt. Der Fortschritt des Stollens während dieses Monats betrug auf der Nordseite 42 Meter, auf der Südseite 12 Meter, sodaß im Ganzen auf der Nordlelte 212, auf der Südseite 52 Metev gebohrt waren. Die Bohrung mit Maschinen hat am 22. November bei Brieg begonnen. Auf der Südseite wurde mit Handbohrung und Sprengpulver gearbeitet. Die Waffer- zuflüffe haben auf der Nordseite abgenommen und betragen noch 80 Liter pro Sekunde. Die Angriffsflächen find trocken, alle» Gewäffer wird in den Abflußcanal de» Parallelftolleus durch eine« zwischen beiden Tunnels eröffnete« Stolle« »e* sammelt. Auf der italseuische« Seite deS Tunnels wollen die Italiener starke Sperrforts bauen. Eine Militärcommisfion von fünf GeneralstabSosfiziereu stellt iu Jselle bereits die Pläne fest. * Der bedrohte Dogeupalast. Au» Venedig wird ge-- meldet: Aufsehen macht ein Beschluß des Centralausschuffe» für bildende Künste, jede Verantwortung bezüglich der Erhaltung deS Dogenpalaftes abzulehnen, weil infolge tadelnS- werther Bernachläsfigung unmittelbare Einsturzgefahr für einen Theil des Dogenpolastes bestehe, der bedenkliche Senkungen aufweist. Der „Gazzetta di Venezia" wird versichert, daß die Gefahr thatsächlich besteht. Der UnterrichtSmiuister Baccrlli hat, sobald er von den Sprüngen und Senkungen Kenntniß erhielt, den Architecten Boito in Mailand beauftragt den Palast sofort zu befichiigen. * Parlamentarische Geschenke. Aus Washington, vom 6. December berichtet die „New Ä)orkerStaatSzeitung": Das Zimmer des Vicepräfidenten Hobart im Kapitol bildete heute bas WallsahrtSziel zahlreicher Besucher, welche bie für bie Benutzung bieses Beamten bestimmten kostbaren Ausstattung» Gegenfi änbe, ein Tintenfaß, eine Mahagoni- Stanbuhr und eine Kamin-Garnitur, in Augenschein zu nehmen begierig waren. Der Senat schafft biese drei Gegenstände für jeden Vicepräfidenten neu an und macht sie ihm am Ende seines Termins zum Geschenk, als Andenken a» bie Ehre, ber hohen Körperschaft präfidirt zu haben. Das Su- dem ESalli- StaploU'Lu««- v drr SF**”ä :*-sä ,l°« «'*„ Mb fc»* litt *’“!L -°d Mf* ÖtftlfKlWStto» ei.li» <■' i“""'1’ “S?zunntl* I* in.**’1* » 7,-L'rKx bzulehuku, . :”S"vs“« S&SS-* L-SS * S»*5* ;W fdjOP r ^85 ?<>Ä- tlitt Bll btt 8,*' MüUffnu tob «MlZ ?'?'> toi 1 bedacht fein. 81 “**?& SrSjZ MHl ^Stuit 1,1 Mnu In**“bebeutent>en ««lt. Wh. «nbii. Um 7 Uj, M||]l| i” «ijJftt h«8hjimttinl tollibud)«, bOl tat* BI Midi. BmiroHminn d^^hltr beim Aufhäozto da 18 W auf den Hof, wo bld ta Nu In helltll Jlflomti Nt in «evß. Aus Krefeld, auMicklich ruhenden to N lvnrn QAii) ^n drr l^Ui ch den Angnden elned dortig« , eine Priitor-Wohnung, mehiui 18 Lazareth.Zimmer unb Instrumente. Wie die ,Frkf. Ut, gelangen die bewegliche» zu Bonn zur Aufstellung. meten empfallgeu zwar keim prSfideat Rod) will für ihre Wethoachrtfreude erwög- eu Retchitagsabgeordaeten «il- htbauk die Raste 6tl Stld)lta|l iigtrß, blanke- Silbergeld rivzu. -m Zweck der Raste überwiese» fmarkstückeo, je 1OOO Mark In Pftlllllg'ktückcll. jtl, 18. Decewbrr, wird gr« (itt in der Rnr des Appeain-, rin im Bau begriffene- H°n- mren zwei Lobte und meh«« (nStiboreei-li. »»“* rillittM to« 19' Dit™1” »bi°d SW wo «tf „I an b» Hut W W«« e an» »1° Sn'.’ röunbungtn I>°1 l'W*“ bitt, l«6 «°4 f“" K®"t“, chtt itorl*« I** L tal «nMI 5atl!' |u! Tintenfaß ist diesmal eine Nachbildung de» Kapitol» in solidem Silber, 24 bei 36 Zoll groß, die Höhe de» Kapitol- Gebäude» in richtigen Proportionen zu der Länge und Breite. Die Bast» de» Gesäße» ist breiter, weil vor dem Miniatur- Kapitol ein Bebälter für Postmarkeu und ein Gestell für Federhalter und Bleistifte angebracht stnd. Da» Ganze ist ein prächtig gearbeitete» Kunstwerk, besten Herstellung tausend Dollar» gekostet hat. Die hohe Standuhr in Mahagoni- Gehäuse ist ebenfall» ein kostbares Stück, und hat nicht viel weniger gekostet. Diese »Souvenir»- werden au» dem »Conlingent Fund" de» Senat» bestritten, über welchen das Somit6 für die Auslagen des Senats unbedingte Jurisdiction besitzt. Die Abrechnungen desselben unterliegen keiner Controlle, und außer den Mitgliedern des Comite» erhält nur der Sergeant.at.Arm» und der Zahlclerk de» Senat» — und diese sind stumm, wie da» Grab — Kenntntß der kleinen Luxus Gegenstände, welche die würdigen Herren de» Senat» sich gönnen. Der Thetl de» Fond», der für d rartige unenthüllt bleibenden „Extra»" bestimmt ist, beläuft sich auf 34000 Dollar. * Zorückgekehrte Frewdenlegionare. Dieser Tage find zwei ehemalige Frembeulegionäre au» Afrika nach Deutschland zurückgekehrt, deren traurige Erlebnisse während ihrer Dienstzeit abentenersüchtigeu jungen Leuten die Last zu« Eintritt in die erwähnte Fremdenlegion wohl gründlich verleiden dürsten. Der eine der Heimgekehrteu war früher Buchdrucker tu Gotha, der andere Golda,beiter in Karlsruhe. Auf der Wanderschaft wurden sie nach ihrer Erzählung in eine« Orte kurz vor Belfort eine» Abend» von dem Maire, an den sie sich mit der Bitte um Tchlafgeld gewandt hatten, betrunken gemacht. In diese« Zustande legte «an ihnen einen Werbevertrog vor, den sie, ohne recht zu wiffen, worum es sich handelte, unterzeichneten. In derselben Nacht waren sie schon aus der Eisenbahn, die sie nach Marseille brachte, von wo «au sie nach Afrika einschiffte. Sie wurden bann in Saida beim zwölften Regiment, wo fich außer ihnen noch dreihundert Deutsche befanden, al» Soldaten eingestellt. Um dm schweren Mühsalm und der Noth zu entkommen, versuchten sie mit mehreren Kameraden vier Mal zu desertiren. Stet» wurden die Flüchtlinge jedoch wieder aufgegriffen. Schließlich zog fich der Buchdrucker eine Lähmung de» rechten Beine» und ein Kehlkopfleiden zu. Al» er fich daraufhin krank meldete, wurde er von dem Arzt vor der Front geschlagen und mit strengem Arrest bestraft. Dem Goldarbriter war inzwischen bei einem R«eogno»eiruvg»gefecht ein Auge ansgeschoffen worden. Da man sah, daß man mit den Beiden nicht» mehr anfangen konnte, bewilligte man ihnen schließlich nach 3^/, jähriger Dienstzeit ihre Entlaffung. Jeder erhielt sage und schreibe 4 Franc» Baargeld. Zu Schiff wurden fie nach Antwerpen gebracht, wo da» deutsche Eonsulat ihnen bi» Aachen weiter half. Bon dort wandern fie nun von Stadt zu Stadt, um so allmählich, an Geist und Körper gebrochen, wieder in ihre HQwoth zu gelangen. Neueste Nachrichten. Depesche» de» Berten »Herold". Berlin, 20. Deeember. Wie die „Berl. Reuest. Nach,." hören, wird der Entwurf de» Hypothekeu-Bank- gesetze», welcher jetzt de« Bundesraih vorliegt, Anfang nächsten Jahres de« Reichstage zugrhen. Berlin, 20 Drcernbrr. Da» »Kleine Journal" meldet au» Pari»: Die gestrige «amwersitzung hinterließ den Eindruck, daß ein Zwiespalt zwischen der Regierung und dem Eaffationshofe bevorstebe, da die Bedingungen de» Krieg» Minister» bezüzltch der Auslieferung der geheimen Acten mit der Würde de» Eaffationshofe» unvereinbar erscheinen. Die Lage ist sehr gespannt. Ein zweite» Pariser Telegramm lautet: Die ueuiste Geheimthuerei Frey ein et», welcher dem Eaffat'onshose die Geheimaeteu nur bedingungsweise mittheilen will, erregte große» Aussehen. Der (Sofia« tionshos ist entschlossen, die Vorlage der Geheimsten zu fordern und fall» dieser Forderung keine Folge gegeben wird, dieselben al» nicht vorhanden anzusehen. Gestern verhörte der (iafiatiov-hof Lebrun Röuauld drei Stunden lang. Berlin, 20 Deeember. Au» Madrid wird der „Bofi. Ztg." telegrophirt: Rach zuverläifigen Berichten wird d-e ttrifi» im nächsten Ministerrath jiim AnSbruch kommen, mindesten» heute oder morgen. Gegen Erwarten Gamato» hat fich Montero Rio» Sagasta ongrschlofien. Wahrscheinlich wird Sagasta mit der Neubildung de» Eabinrt» betraut werden und zwar mit Unterstützung Römers Robledo». General Weyler dürfte eine eonservattve Richtung mit Silvela al» Haupt fordern. Ein militärische» Labiuet erscheint kaum möglich. Wien, 20. Deeember. Die Gerüchte von einer Demisfion de» Bürgermeister» Dr. Lueger, weil der Statthalter mit Lueger» Geschäftsordnung» - Proxi» nicht einverstanden sei, werden von competenter Seite entschieden demeutirt. Budapest, 20. Deeember. Der Abgeordnete Asboth vermittelt zwischen der ungarischen Bolkspartei und den Hof- kreiseo. In einem Schreiben an seine Partei erklärt er seinen Austritt au» dem Verbände mit dem Hinweise, daß durch die Obstruktion da» G e f ll g e der Monarchie erschüttert werde. Man erblickt in diese« Austritt den Einfluß der Hospartei. Paris, 20. December. In der gestrigen Kamme,fitzung fanden stürmische Debatten statt. Der natioualistlsche Abgeordnete Laste» interprllirte die Regierung über die Maßregeln, die fie zu ergreifen gedenke, um die Wahrung der Staat»geheimniffe zu sichern. Laste» erging sich in heftigen Worten gegen da» frühere Ministerium Brtssou. Er bezeichnete dasselbe als ein Ministerium de» Verrath», weil es die Revision eingeleitet habe. Laste» sagte weiter, die Revifion sei nicht auf richtigem Wege eingeleitet worden und verstoße gegen die Verfassung. ES sei ein Staat»- streich. Redner beschuldigte die Richter de» Cassation»- hofe», gekauft zu sein, fie seien Deutsche. Diese Worte veranlaßten den Präsidenten, den R'daer zur Ordnung zu rufen. Hierauf forderte Lasie» den Kriegsmiuister auf, fich klar und deutlich zu erklären. Frrycinet antwortete sofort, die Justiz sei augenblicklich mit dem Revisionsverfahren beschäftigt. Er, der Minister, werde dem EafiatiouShose keine Dokumente aulllefern, welche den Staat gefährden könnten. Er sei im Besitz geheimer Dokumente, liefere dieselben aber nur dann an», wenn er genügende Garantieen erhalte, daß die Geheimnisse gewahrt würden. Laste» gab fich mit dieser Erklärung de» KriegSmloister» zufrieden. Der Soeiolist Millerand interpellirie sodann die Regierung über die Bedingungen, unter denen fie da» geheime Do>ü:r dem EafialiooShose übermitteln wird. Ministerpräsident Dupuy erwiderte, er Hobe vom Cassations- Hose gew sie Garantieen fordern müssm bezüglich der Mittheilung de» geheimen Doifier». Wenn der (Sofia* tionshos diese Bedingungen ersülle, werde da» Dossier übermittelt werden, andernfalls nicht. Mehrere Mit« glieder peoiestiren dagegen, daß der Eafiationshvf nicht die vollständige Freiheit erhalte, um über die gestellten Bedingungen sein Gutachten auSzuiprechen. Brisson betritt nun unter großem Brifall der Linken die Tribüne unb forbert, daß dem Lass 'tionshos alle Rechte eingeräumt würden. Der frühere Kriegsminister Lavaignoc gab sodann eine Erklärung ab, daß außer dem geheimen Dossier auch noch andere wichtige Schriftstücke ex stirten, ou» denen die Schuld vrtyfu»' zu ersehen sei und die nicht der Orffentlichkeit prei»gegeden werden dürften. Sodann wurde auf Antrag eine» nationalistisch»», Abgeordneten Über ein Vertrauensvotum für die Regierung abgeftimmt, welche» mit 870 gegen 80 Stimmen angenommen wurde. Paris, 20. Dccember. Die „Agence Nationale" versichert, aus bester Quelle zu wissen, daß der Caffationshos von dem Kriegsminrster die Auslieferung der geheimen Dossiers verlangt hat. Der Caffationshos verpflichtet sich, die vollständige Geheimhaltung des Inhalte» zu beobachten. Dieselben Bedingungen werden übrigen» beobachtet werden bei der Auslieferung der Dossiers an den Advokaten Mornard. Pari», 20. December. Esterhazy hat seinem Verleger den zweiten Band seines Buches über die Dreysus-Affaire zum Druck übergeben. Esterhazy erklärt, wenn der Caffationr- hof sich weigere, ihn zu verhören, so werde er au» seiner Reserve heroortreten und Enthüllungen machen. Paris, 20. December. Die Socialisteu haben bs- schloffen, die Regierung darüber zu interpklliren, wa» sie zu thun gedevke, wenn der LaffationShof die Auslieferung der Dosfier» und geheimen Schriftstücke fordert in der Abficht, dieselben dem Bertheidiger Mornard zu überliefern, lieber diese Frage muß fich einfach die Regierung offen und klar aussprechen und e» ist ficher, daß fie gestürzt wird, wenn fit fich weigern sollte, solche Rechte einzuräumen. Paris, 10. December. Der Generalstab bemächtigt sich mehr und mehr de» Prozeffe» der Frau Henry gegen Rein ach. Der Generalstab will fich dies'ö ProzeffeS bedienen, um durch neue Aussagen der Generale und der KriegSminifter die Schuld Dreyfu» zu entkräftigen. Der Generalstab hofft dadurch ein Unheil gegen Driyfu» zu erwirken unb hiermit gleichzeitig das RevlfiouSverfahren rück- gängig zu machen. 3WF* Notiz. EHWL Die für den Weihnachtstisch viel begehrten Port Lherry >c. Flaschenweine der The kontinental Bodega Company werden zu Weihnachten bei Ankauf von sechs Flalchen unter GratiSzugabe eine» hübschen FlaschenkorbS bei Herrn Karl Lchwaab, Gießen abgegeben. ——————— Bekanntmachung. Beide Abteilungen de» Umlagekatasters der land- und forstwirth- schaftlichen Berussgenoffenschaft, fortgeführt für 1898, liegen zwei Wochen lang, nämlich vom 20. December 1898 bl» 5. Januar 1899, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Betheiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieser Kataster sind innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Offenlegung bei dem Vorstande der land- und forstwirth- schaftlichen Berufsgenoffenschaft in Darmstadt bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung vorzubringen. Gießen, den 17. December 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 12490 Gnauth. Bekanntmachung, betr.: Die Offenlegung der Resultate der Flurvermeffung in der Gemarkung Steinbach. Diejenigen hiesigen Einwohner, welche in der Gemarkung Steinbach Grundbefitz haben, werden auf die heute am Rathhause dahier angeheftete Bekanntmachung in obigem Betreff aufmerksam gemacht. Gießen, den 19. December 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 12489 Bekanntmachung. Da» 5. Ziel Gemeindesteuer pro 1898/99 ist innerhalb acht Tagen bei Meidung der Einleitung de» Beitreibungsverfahren» an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag zur hiesigen Stadtkaffe zu bezahlen. Gießen, den 20. December 1898. Der Stadtrechneri Doepfer. 12491 Iltillkilltrnttilen, Mittwoch den 21. Lecember 1898, Nachmittag» 2 Uhr, werden im Bieker'scden Saale versteigert: SophaS, Eommoden, Kleiderschränke, Slasschränke, 2 vollst. Betten, em Nußb.-Schreibtisch, ov.Tiscke, Spiegel, 1 Regulator, 3 Nähmaschinen, drei Ladenschränke, 1 Theke, 2 Hobelbänke, eine Partie Werkholz, eine Partie Filzhüte, eine Partie Schuhwaaren u. V. m 12497 Geißler, Gerichtsvollzieher. Die Hoftaithe de» verstorbenen Schmiedemeister» Jacob Kolmer in Steinberg soll erbtheilung», halber unter günstigen Bedingungen am Dieostag deu 27. Decbr., Nachmittags 1 Uhr, öffentlich versteigert werden. Die Schmiede ist die einzige am Orte, und e» gelangen sämmtliche Werkzeuge und Gerätschaften mit !zur Versteigerung. 12503 Gießen, de» 20. December 1898. Großh. Amtsgericht Gießen. (ihn|ifchhui|ifii Für bkMstkhkudt Mage empfehle: Fluß- uud Seefische aller Art Mast-Geflügel, Wildpret Wild-Geflügel in großer Auswahl Sämmtliche örliretrfffn der Saison Couserveu (Moltrier) zu Orig.-Fabr.-Preisen. prachtvolle Apfelsinen per Stück 5, 6, 7, 8, 10 Pfg. la. puufch-Efsküseu unb ihnen« Weißwein, Aothweiu, Südweine Champagner in div. la. Marken. 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