Nr. 247 Erstes Blatt. Freitag den 21. October 1898 friert■< Ui..14 ml iulno^mt bei Äenio^t Du Sle*tM4nf6ra|c Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresie für Depeschen . Anzeiger *itl f* Fernsprecher Nr 61. Zur Preußischen Abgeordneten Hauswahl. Auch außerhalb der schwarz-weißen Pfahle erregen die bevorstehenden Wahlen zum preußischen Abgeordnelenhause da» größte Interesse, da der sich abspielende wirthschaft«. politische Kampf seine Wirkung auf da« Reich nicht verfehlen wird. Wie bei den letzten Reich-tagSwahlen ist auch jetzt von einer Politik der Sammlung wenig zu merken. Bei den Reichrtagsstichwahlen war sie freilich zur Geltung gekommen, al« die Parteien sich vereinigten zur Niederwerfung der Socialdemokratie. Aber bei den Wahlen zum preußischen Lbgeordnetenhause giebt e« keine Socialdemokratm zu bekämpfen, da diese nur ganz vereinzelt eigene Candidaten aufstellen, wobei e« sich keine-weg« darum handelt, einen Sieg )u erringen, sondern nur darum, eine Kraftprobe zu machen. Und so herrscht denn heute angesichts der Wahlen eine ziem- liche Verwirrung unter den Parteien: hier unterstützen die Nationalliberalen den conservativen Candidaten, dort denjenigen der Freisinnigen, hier tritt da« Centrum für die Freisinnigen, dort für die Conservativen ein. Die Verwirrung ist um so größer, al« der Wahlkampf ein ziemlich lebhafter genannt werden kann und al« man die Indifferenten zur vetheiligung an der Wahl aufzumuntern sucht. Deßhalb wäre e« auch sehr gewagt, heute schon Schlüffe auf den Ausgang der Wahl zu ziehen, wenn auch die allgemeine Meinung dahin geht, daß eine wesentliche Veränderung im Besitzstände der Parteien nicht eintreten wird. Da« preußische Wahlgesetz ist gerade jetzt Gegenstand lebhaftester Erörterung, und besonders die Berliner Blätter sind voll von Wahlcuriosi«. Da wählen z. B. Reichskanzler, Minister und andere höchstgestellte Beamte in derselben Klasse wie die Tagelöhner und sonstige in der niedrigsten Steuerstufe stehende Personen. Man ersieht daraus, daß die letzte Wahlreform ungenügend war und daß, wenn man einmal bei dem Dreillassensystem bleiben will, auch der Intelligenz ein gewisse« Uebiraewicht gegeben werden muß. Gerechter gegen jetzt würde die Klaffeneintheilung schon dadurch, wenn einheitliche Grenzen für da« ganze Land festgesetzt würden. Der Kampf gegen da» jetzige Wahlgesetz, das bekanntlich auch Fürst Bismarck gebührend gewürdigt hat, wird übrigens immer schärfer, und wohl keine Partei wünscht ernstlich, daß e« beim jetzigen Zustande bleibk. Freilich darf man, fall« wirklich eine Aenderung beliebt wird, nicht etwa an die Einführung de« direcien und geheimen Wahlrechts denken, wie es im Reiche besteht, aber einer gründlichen Modificalion ist das jetzige Gesetz darum doch fähig. Da hierzu jedoch eine überaus strenge Prüfung aller in Betracht kommenden Umstände erforderlich ist, so dürfte an eine baldige Aenderung kaum zu denken sein. Nur noch kurze Zeit trennt uns von der Entscheidung in Preußen, einzelne Parteien macken Anstrengung, eine Verjüngung ihre« Abgeordneten-Befitzstande« herbeizusühren. Freilich werden die alten bewährten Führer nicht über Bord geworfen werden, aber er kann jedenfalls nicht schaden, wenn den Parlamenten jetzt mehr al« bisher frische- Blut zugeführt wird. „Neue« Leben muß aus den Ruinen erblühn!" xx Deutsche» Reich. Darmstadt, 19. October. Ihre Kaiserlichen Hoheiten der Großfürst und die Großsürstiu Sergiu« von Rußland find gifiern Nachmittag 6 Uhr 40 Mia. auf Station Egelsbach eingetroffen und dort von Ihren Köaigl. Hoheiten de« Großherzog und der Großherzogin, iawle Ihrer Großh. Hoheit der Prinzessin Ludwig von Battenberg empfangen worden. Ebenso waren der kaiserlich russische Min.sterresident v. Ozrroff und FroU Gemahlin, sowie der Legationssecretär Doudiensky bet dem Empfange anwesend. Die Allerhöchstea und Höchsten Herr- ichafien begaben sich hierauf nach Jagdschloß Wolssgartev, von wo Ihre Großberzogliche Hoheit die Prinzesstn Ludwig von Battenberg 'm Laufe de« späteren Nachmittag« nach Darmstadt zurückkthrte. I« Gefolge der Großfürstlichen Herrschaften befinden fick die Hofdame Prinzesstn Lobanow, General Siepavoff und Oberst Gadon. Berit», 19. Oktober. Zar «aiserretse. Einstweilen »erfolgen die englischen Bläuet etwaige handelspolitische Früchte der Katserreise mit grimmiger Eifersucht: So meldet he .Daily News" auS Konstantinopel, daß der deutschen Verwaltung der Eisenbahnlinie Haidar Pascha-Angora die Coneession zum Bau eines Handelsbafeus in Haidar Pascha Bei Sentari ertheilt worden sei. Der „Daily Chroniele rrgeht sich in starken Ausfällen über die deutsch-türkische Freundschaft, und die „Daily SRail" betont, die Pariser Reise Murawjews hätte für Deutschland mehr zu bedeuten, als für England. verli», 19. Oktober. Der Kaiser und der Groß- Herzog von Baden. Folgende Miitheiluog der „Strahb. Post" ist zu verzeichnen: Sowohl in Berlin als in Baden wird In durchaus ervst zu nehmenden Kreisen angenommen, der Großherzog von Baden habe es auf ausdrückliches Ersuchen deS Kaisers übernommen, im Falle während der Abwesenheit des KaifrrS gewisse Maßnahmen notbwendig werden sollten, helfend einzutreten. Der Kronprinz ist minderjährig, der nächste Agnat, Prinz Heinrich, weilt in Ostafieo. Unter diesen Umständen lag es in der That nahe, für den in besonderen Fällen etwa denkbaren Zwischenzustaod besondere landesherrliche und de« Familieuhaupte wohl zustehende Anordnungen zu treffen. Die staatsrechtliche Form, die dafür gewählt wurde, dürfte in weiteren Kreisen vorerst wohl nicht bekannt «erben, indessen geht man kaum fehl in der Annahme, daß der Kaiser gerade den Großherzog, den Schwiegersohn und Freund seine- verehrten Großvater-, den Mitgründer de- Deutschen Reiches uvd in ganz Deutschland hochverehrten Fürsten, für berufen hielt, im Ernstfälle mit dem Gewicht seiner reichen Erfahrung und seine- hohen Ansehen- den nächsten Angehörigen zur Seite zu stehen. Berli», 19. Oktober. Der Bunde-rath wird morgen wiederum zu einer Pleaar-Sltzung -usammentreten. Eine parlamentarische Eorreipondenz versichert, daß die Feststellung der Spec al-Etat- durch btn Retch-hau-halt-etat für 1898 noch zurückliegt, indem da« Reichsschatzamt noch nicht alle begutachtet hat. Trotzdem wird an eer Annahme festgehalten, daß der Grat in feiner Gesarnrncheir Mute November de« Bnndesrath wird vorgelezr werden können. Berlin. 19 Oktober. Der Chef-Rebactenr der „Schles. Ztg.", Dr. phiL v. Falck in Breslau, ist, wie dem „Beil. Tagebl." zuiolge verlautet, al» Vortragender Rath in da- EultuS-Ministertum berufen worden. Berlin, 19. Oktober. Der „Loeal-Anzeiger" meldet an» OrtelSdurg: In dem Königlichen Forst Dzadken bemerkten zwei preußische Forstbeamte, daß mehrere russische Offiziere auf preußischem Gebiet jagten. Der Aufforderung der betoen Förster, die Gewehre abzugeben, wurde nicht stattgegeden, bte Offiziere verhöhnten vielmehr die beiden Beamten. Nachdem diese ihre Aufforderung noch mrhrmals vergeblich wieoerholt hatten, schoffen sie und verletzten einen der Offiziere. Diese ergriffen nunmehr die Flucht und nahmen ihren verwundeten Kameraden mit. Hinter der Grenze angelangt, befahlen sie den rusfifchen Grenzsoldaten, aus die beiden Förster zu schießen. Die Soldaten ^haten dies auck, trafen aber nicht. Berli», 19. Oktober. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Kiel gemeldet wird, platzte aus dem Artillerie-Schulschiff Mars gestern wahrend einer Schießübung auf See ein Dampfrohr. Es wurde Niemand verletzt. Da» Sch'ff ist nach Kiel zurückgekehrt und geht Ende Oktober znr Erneuerung seiner Maschinen nach Wilhelmshaven. Berli», 17. Oktober. Eorvettencapitän Jäschke, der neneroaonte Gouverneur von Ktautschou, der i« nächsten Februar voraussichtlich an Ort und Stelle seines zukünftigen Wirkungskreises eiotreffen wird, hat fich besonders als Tom- Mandant dr- Kanonenbootes „Wolf" ausgezeichnet, und gerade während seiner zweijährigen Fahrt mit de« „Wolf" in den chtuefifchen Gewäffern fick diejenigen nmsaffevdeo Er- fahrungen gesammelt, die ihn jktzt als besonders geeignet für den Gouverneurposten erscheinen lassen. Er wird mit denselben weügehenden Vollmachten ausgestattet werden wie sein Vorgänger. Denn während der ersten Kmberjahre der Colonte muß unbedingt eine mit dem Gefühl voller Selbstständigkeit ausgestattete einheitliche Leitung Platz greifen, womit freilich nicht einer militärischen Autokratie das Wort geredet werden soll. Gerade in diesen Fehler eine- militärischen Regimes verfiel Eapitän Rosendahl und enttäuschte so die Erwartungen, die das Reichsmarine-Awt an seine organisatorischen Talente geknüpft hatte. In Sachen der Laubvertheiluog aber ist, wie von kompetenter Seite mitgetheilt wird, Eapitän Rosendahl unschuldig: er traf schon bei Antritt seines Postens nach dieser Richtung ein falt accompli an, das jedoch zu Guntzen einer freien Entwicklung von Handel und Verkehr strengstens revtdttr wird- diese Angelegenheit dürfte völlig neu organistrt werden. Von einer jungen Eolonie, die kaum acht Monate existirt und die fich nicht auf jungfräuliche« Boden aufbaut, sondern allmählich erst verrottete chmefische Zustände beseitt,en muß, lassen sich innerhalb dieses kurzen Zeitraum« noch keine sichtbaren Früchte erwarten. Daß «an aber künftighin auch «tt der Aussaat recht vorsichtig und wählerisch nmzngrhen I fich gezwungen fieht, hat die MarinrverwaUung mit rascher Entschlossenheit erkannt, und die de« neuen Gouverneur er- theilten allgemeinen Instructionen legen sicherlich den größte» Nachdruck darauf, alle Bestrebungen zur Emw cklung de» Handels und Verkehrs sorgsam zu pflegen und sie nicht vo» vornherein durch militärische Reglement» abzuschricken oder einzuengen. — Die Gouverneure bet Provinzen, burch bie bei Kaiser reist, haben Befehl erhalten, olle Ptrsonen, welche eiowanberv, scharf zu deoachien und alle verdächtigen, bte ktine Arbeit unb keine Mittel haben, au»znweifen. In ben verschiedenen Städten ist die Schutzmaunschafr sehr verstärkt, besonder» in Jerusalem. Dort werden auch Geheimpolizisten verwandt werben. Den ausländischen Lonsuln ist angekündigt worden, daß gegen alle Personen, von welcher Nationalität sie auch sein mögen, beten Aufenthalt im Laube, besonber» während der Reise des deutschen Kaiser», anstößig erscheine» wag, energisch verfahren werden wird. Die Eonsuln werde» aufgefordert, ben Behörden btizustehev, da Ausländer in bei Türkei auf Grunb der Eapitulationen extraterritoriale R.chte besitzen unb ohne Genehmigung der Eonsuln nicht bes Lande» verwiesen werden können. — Um da« kaiserliche Hoflager t» Jerusalem ist, wie bereits früher gemeldet, ein Bretterverschlag errichtet, damit der Kaiser, so lange er fich i« Zelt btfube», eine gewisse Abgeschlossenheit genießt. — Em Eorrespoudent des „Outlook" schreibt unter de« Datum Shanghai, 3. September: „Nach den Fortschritten zu schließen, die sie bis jetzt gemacht haben, wird es lange dauern, bl» die Deutschen in Ähantung etwas fertig bringen. Ihre Methoden find schwerfällig und langsam, und es fieht beinahe so aus, al» ob fie ihre Verwaltungsverordnunge» hauptsächlich darauf zuspitzen, den deutschen Kaufleuten den Boden zu verleiden." Da« war die auch in Loudon vorherrschende Ansicht. Man glaubte, die deutsche Regierung werde in China dieselben Fehler wiederholen, die nach englischer Ansicht bie Entwicklung ber deutschen Besitzungen in Afrika so geschädigt traben. Eine Wendung zum Besseren glaubt man allgemem in dem Wechsel in der Person be» Gouverneur» sehen zu hülfen. Ein Londoner Blatt will von guter Seite berichtet sein, baß ber Kaiser persönlich auf» Energischste auf einen Shstemwechsel in Ktautschou gedrungen habe unb daß auch für bie afrikanischen Colonien in absehbarer Zett ein grundsätzlicher Wtchsel in den vrrw^ltungSpriocipie» in Aussicht stehe. ' — Zur Fleischn oth schreibt bte „N. A. Z.": „Wie wir bestätigen können, ist von Seiten des Landwirthschaft»- ministers an die Regierungspräsidenten bte Aufforderung «gangen, Erhebungen über die Fleiichpreise unb ihre Bewegung anzustelleu. Angesicht« der fortdauernden Klagen in einem Thetle der Presse über Biehmangel und Fleijchnoth, kann eine >olche Anordnung auch trotz bt« zur Beurtheilnng ber Angelegenheit bereit« vorliegenben umfassenden Material« nur al« selbstverständlich erscheinen. Die von einigen Blätter» aoS dieser Anordnung ober ber Fassung de« ministerielle» Erlasse» auf eine bestimmte Stellungnahme de« Minister« z» d« Angelegenheit gezogenen Folgerungen entbehren der Begründung. — Entschädigung der Privatpostanstalten. Durch dir Presse ist die Miitheiluog gegangen, daß i« Reichspostamt ein Gesetzentwurf über die Entschädigung der Privat- postaostaltev fertiggestellt worden sei. Darin sei auch die Anstillung dn bisherigen Privatpostbeamten im ReichSdienft in Aussicht genommen. Demgegenüber meint ein Berichterstatter, daß diese Meldung keinesfalls zntreffe, mindesten« aber den Thatsachen vorauseile. Sie sei vielleicht daran» hervorgegangen, daß die bayerische Staatsregierung sich in dies« Frage hat vernehmen lassen, völlig unbegründet sei ferner die anderweitige Nachricht, daß Staatssekretär von Podbielskt Vertretern der Privatpostanstalren persönlich bte benkbarste Berücksichtigung ihrer Wünsche zugesagt habe. Ei» solcher Empfang habe gar nicht stattgrfunden. M.P.C. In Verbindung mit ber Ausführung be» Mittellanbeanalprojeci» wird avch eine weitgehende Cavali- sation der Weser in Angriff genommen werben und zwar von Bremen au». M.P.C. Im Verfolg ber Beratungen, welche tu bei vorigen Woche im Reichsjustizamt mit Sachverstänbigen gepflogen wurden, um gewisse Prinz ptelle Frag-n des Urheberrecht« so aufznklären, baß bie Fassung ber Novelle, welche bestimmt ist, bas Gesetz von 1870 in möglichsten Einklang mit ben Fortschritten b« Zeit zu bringen, nleicht«t werde, dürften in nächster Zeit noch weitere Vernehmungen von Sachverständigen au6 ben verschiedenen Gebieten in bte Wege geleitet werben, welche bei bieser Frage in Letraeht kommen. M.P.C. Der für China erbaute TorpedobootSaviso „Haikung" hat bei den Versuchsfahrten in der Ostsee eine Geschwindigkeit von 35,2 Knoten also 68 Kilometer in der Stunde erlangt, und dürfte somit dieser Aviso da- schnellste Schiff der Welt sein. Eydtkuhueu, IS. October. Der Zar fuhr um 128/i Uhr hier durch und pasfirre um 1 Uhr Nacht« Wirballen, worauf die zu seinem Schutze zusammeugezogrneu Truppen abrückten. Arrrta,»- Prag, 19. Oktober. Der bekannte hiesige antisemitische AniverfitatS.Profeffor Dr. Rohling wurde wegen einer Schrift, betitelt: „Der Zukuuftlstaat-, von Amt-wegen auf etu halbe« Jahr beurlaubt. Triest, 19. October. Der Lloyddampfer „Helene" ist Rächt« bei der Insel Selve bet heftigem Sturme auf- gefahren. Die Lage de« Dampfer« ist gefährlich. Für die Mannschaft und Paffagtere besteht keine Gefahr. Rom, 19. October. In hiesigen diplomatischen Kreisen wird der Ortentreise de« deutschen Kaiser« eine große politische Bedeutung beigelegt. Genna, 19. October. Einem Telegramm de« „Secolo" zufolge wurde die Behörde in Bueno« Ayre« von der franzö» fischen Regierung verständigt, daß sich in Bordeaux zwei italienische Anarchisten eiugefchtfft haben, um den ueu gewählten Präfideuten Roca zu ermorden. Alle au- Europa ankommenden Schiffe werden streng untersucht. M P.C. Frankreich. In dem Lager von Chalou« finden während de- ganzen Monat- October Festung-manöver iu großem Styl statt, an denen acht Fußartillerie-Batailloue mit ihren Reservisten, Pioniere und Infanterie mit im Ganzen co. 7000 Manu theiluehmen. Es soll die Belagerung einer großen Festung mit detachirten Fort« geübt werden, wobei die Fußartillerie gleichzeitig Schießübungen abhalten wird. Aus den Haupt'Depot« ist ein bedeutende- Belagerung«« material herangeschafft. Von diesen Manöver», welche soweit irgend möglich der Wirklichkeit entsprechen sollen, werden große Resultate erwartet. — In der Faschoda-Angelegenheit machen rusfische Blätter den Vorschlag, etu Schiedsgericht einzuberufen und sprechen fich dafür au«, die Schiffahrt auf dem Nil für frei zu erklären. Paris, 19. October. Dem „Matin" zufolge beabsichtigt Miuisterpräfideut Brisson wegen seiner geschwächten Gesund» heit vom Amte zurückzutreten. Bourgeot« soll da- Prä« fidtum übernehmen. M.P.C. England. In den englischen Arsenalen herrscht eine bi- dahin nie gekannte Thätigkeit. In Devons« Port übersteigt der Wocheulohn für die Arbeiter die Summe von 250000 Francs, während in Portsmouth der Wochen- lohn oft fast dieselbe Höhe erreicht. In der letzten Woche erhielten in Devon-Port über 2000 Arbeiter Ueberstunden- Gelder. — Die letzten großen Armee-Manöver auf dem Uebungsplatz Salisbury und Umgegend haben eine ganz unerwartete Wirkung gehabt. Die englische Armee bezieht einen großen Theil ihrer Rekruten gerade au« dieser Gegend- die Landbevölkerung hatte daher iu diesem Jahre Gelegenheit, die Uebuugen aus nächster Nähe zu beobachten. Die großen Strapazen und Entbehrungen, welche den Truppen auferlegt wurden, und zwar größtentheil« ganz unnützerweise, da der Train gänzlich versagte, haben den Landleuten für lange Zett einen Widerwillen gegen den Soldatenstand eiugeflößt. Sie erklären, daß sie fich nicht solchen Offizieren auvertraueu wollen, deren Pflicht eS gewesen wäre, durch etwa« mehr Fürsorge ähnliche Vorkommuiffe abzuweuden, wie sie in den letzten Manöver» zu verzeichnen find. London, 19. October. „Daily Mail" bespricht die Faschoda-Frage und sagt, der gegenwärtige Stand der Angelegeuhe t laffe nur eine Lösung zu und zwar die Rück« derufung Marchands. „Morniug Post" commenttrt die An« spräche de« Herzog- von Davonjhire und hofft, daß England« Erfolge im Sudan nicht zu einem Couflicte mit Frankreich führen werden. Kopenhagen, 19. Oktober. Der König hat auf den Rath der Aerzte wegen der eing-rretenen Kälte die Reise nach Wiesbaden aufqegebru. Die Kaiserin Wittwe reist am Montag nach dem Kaukasus. Der Kronprinz und die Krou- priuzesfin von Griechenland mit ihrem Gefolge reisten um 9 Uhr über Land nach dem Süden ab. Der Herzog von Ehartres fährt heute Abend nach Pari«. M P.C. Rußland. Nach einem Bericht de- Petersburger „Times"-Correspondeuteu werden auf den 90 Millionen- Lredtt hin folgende Schiffe im Avslaud gebaut: Iu Amerika ein Panzerschiff von 12,700 Tonnen nach dem Typ der „Iowa" und ein Kreuzer von 6000 Tonnen. In Frankreich ein Panzerschiff von 12,900 Tonnen und drei Torpedobootzerstörer vo» 350 Tonnen. In Deutschland ein Kreuzer von 6250 Tonnen, einer von 5900 Tonnen und einer von 3000 Tonnen außerdem vier Torpedobootzerstörer von 350 Tonnen. Schließlich ist noch ein Torpedobootzerstörer ia England bestellt. Koustautiuopel, 19. Oktober. Da- deutsche Katser- paar stattete, wie bereit« gemeldet, im Laufe de« gestrigen Nachmittag« der deutschen Schule in Konstantinopel einen besuch ab. Auf dem Wege dorthin bildete eine zahlreiche Menschenmenge Spalier und da« Herrscherpaar wurde mit stürmischen Hurrahrufen begrüßt. Der Kaiser erkundigte fich eingehend nach der Entwickelung der Schule und war ungemein erfreut über die von den Zöglingen vorgctrageneu Festgesänge. Abends fand im Yldiz Kiosk ein Gala-Diner statt, bei welchem orientalischer Prunk entfaltet wurde. An der Kaiser-Tafel hatten 36 Personen Platz genommen und an der zweiten Tafel 120. Während de« Diners spielte die Mufik die deutsche Nationalhymne und deutsche Weisen. Toaste wurden nicht au-gebracht, weil der Sultan keinen Wein trinkt. Nach dem Diner wurde Cercle abgehalteu. Später besichtigten die Herrschaften da« Feuerwerk und die prachtvolle Illumination. Bor der Tafel überreichte der Kaiser dem Sultan al« Geschenk zwei Statuetten, Kaiser Wilhelm I. und die Ka seriu Augusta darstellend. Der Sultan vertheilte sodann au die Begleitung de« Kaiserpaare« zahlreiche Ordens-Auszeichnungen. Heute Vormittag fuhr die Kaiserin nach Beyler Bey am Bosporu« und hierauf nach dem Tfchamlidscha Berge bei Skutari. Der Kaiser fuhr nach Jedikule. Um 121/, Uhr sand im Merasfim« Kiosk Empfang der Botschafter mit ihren Damen statt. Nachmittags machten der Kaiser und die Kaiserin auf der „Lorelch" einen Au-flug nach Tuerapia. M.P.C. Bereinigte Staaten. Die Rückbeförderung der spanischen Truppen nach dem Hetmathlande von Porto Rico, welche« Ende nächster Woche und von Cuba, da« im No« vember geräumt fein wird, find 21 Schiffe bereit gestellt. Die Mannschaften haben jetzt ihre Löhnung für Juni erhalten und sollen kurz vor ihrer Ausschiffung iu Spanien noch die Löhnung sür 2 Monate und eine Civtlkleidung erhalten, um daun sofort entlaffen zu werden. — Die Kosten des Feldzuge« auf Cuba und den Philippinen werden auf ungefähr 3 Millionen Peseta» geschätzt. — Die Frage, wem der glück« ltche Verlauf der Seeschlacht von Santiago zuzuschretben ist, hat ein besondere« Schiedsgericht dahin entschieden, daß die Schlacht nach den Plänen des Admiral« Sampson geschlagen und gewonnen ist, während dem Admiral Schley nur die Leitung obgelegen hat. — Die transatlantischen amerikanischen Dampfer, welche im Kriege al« Hilfskreuzer Verwendung gefunden hatten, sind nunmehr wieder außer Dienst gestellt und haben ihre Fahrten zwischen New Aoik und Southampton wieder aufgeuommen. New York, 19. Oktober. Ein furchtbarer Orkan mit starkem Schneefall ist gestern über New-Aork uiedergegangeu. Die Kälte ist enorm. Der Sturm dauerte vier Stunden. Alle trauSatlautischeu Dampfer, welche in New Uork Eintreffen, berichten über heftigen Sturm, mit dem sie während der Ueberfahrt zu kämpfen hatten. M.P.C. Japan. Wie Japan in den letzten Jahren und besonder-seit dem letzten Kriege bestrebt ist, seine Militärmacht zu heben,' zeigen die folgenden Ziffern. Die Landarmee, welche bi- vor Ausbruch de« Kriege« 70000 Mann active Truppen und 110000 Mann Reserve und Landwehr zählte, wird nach vollendeter Reorganisation über 12 Divisionen in Frteden-zeiteu und 300000 Mann im Mobilmachung-falle verfügen. Alle Offiziere haben sehr gut organifirte Militär- schuleu und die zu höheren Stellen auserlesenen Osfiziere noch eine Kriegsschule zu besuchen. Die Flotte wird in circa 7 Jahren von 82000 Tonnen bi« auf 240000 Tonnen anwachsen, wobei noch zu berückfichtigen bleibt, daß von zwei großen SchifffahrtSgesellschaften die eine allein über 80 Schiffe zu 2000 Tonnen verfügen wird, so daß diese schon genügen würden für den Transport der ganzen Landarmee. Die Bewegungen auf dem Laude werden durch ein Eisenbahnnetz von 4000 Kilometer Länge erleichtert. Vorstehende Daten dürften zur Genüge zeigen, welche Rolle Japan Vorbehalten ist, in einem eventuellen Kriege im äußersten Osten zu spielen. Locales and provinzielles* Gieße», 20. Oktober 1898. *• Hoher Besuch. Heute früh mit dem V-Zuge Rr. 74 von Hamburg kommend, pasfirten Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Griechenland nebst Familie und Gefolge im Souder-Schlafwagen die hiesige Station und nahmen das vorher telegraphisch bestellte Frühstück ein. ♦•P. Etadttheater. Gestern Abend ging vor leidlich gut besuchtem Hause alS zweite Bolksvorftellung „Die Ehre" in Scene. Durch diese« Schauspiel wurde vor Jahren Sudermann mit einem Schlage in die erste Reihe der zeitgenössischen Dramatiker versetzt. In der That war es ein überaus glücklicher Griff des Dichter-, an einer gut erfundenen Handlung rkbchzuweijen, wie grundverschieden der Begriff der Ehre von den einzelnen GesellschastSklaffen aufgefaßt wird. Die Kritik hat zwar einige Bedenken geäußert: vom Standpunkt der Moral au« wird die Wahl des Stoffe- beanstandet - manchem erscheint die Person des Grafen Traft zu exotisch und unwahrscheinlich - man tadelt, daß der Dichter gar (einen Versuch macht, die Gegensätze zu einer befriedigenden Lösung zu bringen. Doch davon abgesehen, wird die Bedeutung de- Stückes wohl kaum geleugnet, und sicherlich wird es an Bühnenwirksamkeit nicht leicht übertroffen. Da- zeigte fich auch wieder bei der hiesigen Aufführung, die einen unbestrittenen Ersolg errang. Die durchweg dankbaren Rollen wurden von den Einzeldarstellern mit wenig Einschränkungen richtig auf gefaßt und gut wiedergegeben. Da- alte Ehepaar Heine cke (Herr Wilhelmi und Frau Kruse) erschien in seiner ganzen geistigen und körperlichen Aermlichkeit. Frl. Helene Pauli spielte die heikle Rolle der Alma in allen Schattir- ungen vortrefflich. Herr Werner bot al- der verstoßene Sohn bei Hinterhauses eine sehr tüchtige Leistung, wenn auch seine Stimme mitunter etwa- spröde und hart klingt. Ein stattlicher und geistig überlegener Graf Trast war Herr D i e tz s ch - an dem Commercieurath Mühlingk (Herr Walter) ist neben anderen Vorzügen namentlich die natürliche Sprech« weise zu loben. Herr Köhler zeichnet den Charakter de« jungen Kurt treffend, muß aber tn seinem Auftreten etwa- freier werden. Die im Uebrigeu recht sympathische Lenore, (Frl. Crouegg) sprach hie und da zu lei« und tonlos- auch nahm sie zu oft eine gesenkte Kopfhaltung an. Unter den kleinen Rollen ragten der ruppige Tischler Michalsky, (Herr Liebscher) und der selbstbewußte, innerlich hohle Lothar Brandt (Herr Merker) ganz besonder« hervor. Beim Zu- und Abgang der Personen klappte manchmal da- Zusammenspiel nicht recht, während man in vielen andern Dingen, z. B. in der feinen Abtönung zwischen Vorder« und ! Hinterhau-scenen, die kundige Hand der Regie deutlich ver« (spüren konnte. *• Stadttheater. Die zugkräftige Novität „Im weißen Rößl" wird am Freitag den 21. October zum dritten < Male im hiesigen Stadttheater aufgeführt. Sonntag den 23. d«. Mts. soll al« erste Kindervorstellung das Märchenspiel „Rothkapvchen" gegeben werden. Bei der Darmstadter Pferbemarkl-Lotterie fielen die ersten (lebenden) 19 Gewinne der Reihe nach auf folgende LooSnurnmern: 17 306, 27 116, 14 592, 14 295, 1465, 8025, 12 283, 23 014, 18 190, 26 190, 3221,4813, 5998, 12 827, 5357, 1160, 34014, 38 634, 9343. ** Wetterbericht. Die Herrschaft de« niederen Drucke« dauert noch an. Da« DepresfionS-Centrurn hat seine Lage beibehalten, aber an Tiefe etwa- verloren. Gleichzeitig hat fich aber westlich der Alpen noch ein Minimum erhalten und find außerdem noch viele kleine Depresfionen vorhanden. Im Allgemeinen ist aber da« Barometer tm Steigen begriffen. Die Witterung ist zunächst noch trüb geblieben und fallen vielerort- noch Niederschläge. — voraussichtliche Witterung: Zunächst noch meist trübes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. § Bermuthshain, 18. Oktober. Gestern Nachmittag zog, von Osten kommend, ein Gewitter über unsere Gemarkung, welches jedoch nur wenig Regen brachte. — Die Ehefrau deS Sebastian Dahm er I. war gestern mit dem Füttern der Schweine beschäftigt- hierbei glitt fie au«, fiel gegen einen steinernen Tränktrog und brach zwei Rippen. n. Ortenberg, 19. Oktober. Gestern wurde auf der hier abgehaltenen Dekanat« synode Herr Pfarrer Weber in Lißberg als Deca» de» Dekanats Büdingen und Herr Pfarrer Bernbeck in Staden al» Stellvertreter desselben gewählt. Die DecanatSgeschäfte wurden seither schon von dem jetzt gewählten Decan al« Stellvertreter de« im Frühjahre verstorbenen Decan« Schuster in Glauberg besorgt. Al« Abgeordneter in die Lanbesshuode wurde sür Herrn Pfarrer Ellenberger hier, der sein Mandat niederlegte, Herr Pfarrer Bernbeck in Staden gewählt. 4- Dauernheim i. d. W, 19. October. Seit Ende ver- floffeoer Woche wiro unser verheiratheter Mitbürger Heinrich Christian Kämmer vermißt. Derselbe trug bei seinem Weggange eiacn grauen Anzug, eine Kappe- er hat einen blonden Schnurrbart und ist mittlerer Größe. Mit- theilungen über den Aufenthalt, bezw. Verbleib de« Verschwundenen nehmen außer der Behörde auch die Expeditioneu der Blätter in hiesiger Gegend entgegen. -1- bal-haufen, 19. October. Ueber die hiefige Gast- und Logirwtrthschaft waren verschiedene irrige Ansichten verbreitet worden - fie sollte auf dem Submisfion«wege vergeben werden, aber e« kam kein annehmbare« Ergebniß zu Stande. Darum wurde die Wirthschaft aus der Hand an die Pächterin des Curhanse« in Theodorshalle auf 12 Jahre verpachtet. Die neue Pächterin zahlt erheblich mehr, al» der seitherige Pächter, und die Pacht steigert fich noch im dritten und fünften Pachtjahre je um 200 Mk. In Salzhausen fehlt eigentlich eine gute Wirthschaft, die keine Hotelpreise führt, sondern etwa« billiger arbeitet. Bor den hohen Hotelpreisen schreckten im abgelaufenen Sommer viele Badegäste au» der Umgegend, die den meisten Zuzug gebracht haben, zurück. Außer diesem Mißstände zeigte fich Mangel an Zimmern zu mäßigen Preisen, wo fich die Leute nach dem Bade eine Zeitlang hätten au-ruhen können. Endlich bleibt zu wünschen übrig, daß die Bahnzüge günstiger gelegt und an einigen Trinkquellen bessere Einrichtungen zum Niederfitzen und zum Schutz gegen die Unbilden der Witterung geschaffen werden. Au Unbemittelte wurden in der letzten Badesaison über 300 Bäder abgegeben, wa« besondere Anerkennung verdient. Oppenheim, 17. October. Weinlese. Ein Gan« durch die Weingärten der hiesigen Gemarkung überzeugte un-, daß die Herbstau-fichten, entgegen denjenigen in andere» Weinbauorten, recht günstig find. Die größteutheil« hier augepflanzteu Rulävder« und Burgunder-Reben haben einen günstigen Blüthenverlauf gehabt, so daß der Beerenansatz ein normaler ist. Durch die allgemein zur Durchführung gebrachte Bekämpfung der Rebenkrankheiten durch Bespritzen und Schwefeln sind da- Laub und die Trauben vollständig gesund geblieben und haben letztere eine vollständige Reife erlangt. Die Qualität de« Wrine« verspricht daher eine gute zu werden. Die Weinlese ist in den Gärten auf nächsten Dormersrag den 20. d». Mts. festgesetzt. Da die meisten Gartenbesitzer ihre Cre-cenzen zu verkaufen beabsichtigen, dürste Kaufliebhaderu Gelegenheit geboten fein, in Oppenheim günstige Einkäufe abschließeu zu können. N. Heff. B. Aus btt Zeit fflr bie Lett. Vor 93 Jahren, am 21. Oktober 1805, wurde bei Trafalgar durch die Engländer unter Nelson die ganze französische, mit den ungeheuersten Kosten ausgerüstete Flotte vernichtet. Aus ein Menschenalter hinaus gab es keine französische Seemacht mehr. Aber auch der Jubel der Engländer war nicht ungetrübt, da ihr ruhmgekrönter Seeheld Nelson geblieben war. Vermischtes. * Frankfurt, 19. Oktober. In einem Wrgeu der Trambahn auf der Fahrt nach dem Hauptbahnhofe vermißte ein Herr aus Hannover, der unterwegs den Wagen gewechselt hatte, seine Geldtasche, in welcher sich außer baarem (Selbe ein LotterielooS befand, auf welches 143000 Mark gewonnen waren. Er meldete am Hauptbahuhofe feinen Verlust den Trarnbahncontroleuren und versprach dem ehrlichen Finder 100 Mark Belohnung. Auf da« Trambahndepot nach Bockenheim gewiesen, erhielt der Verlierer die unversehrt gebliebene Geldtasche zurück und ließ dem Finder,- einem Conducteur, die versprochenen 100 Mark auSzahlev. * Ominöse Freitage. Au- unserem Leserkreise wird ungeschrieben : Die Angaben tm „Gießener Anzeiger" Nr. 244, I, Seite 3, Sp. 1, über den „ominösen" Freitag stimmen nicht ganz. 1) Wenn der 29. Mai 1775 ein Freitag war (was nach meiner Berechnung stimmt), dann war der 16, Juni *%'•..... i14692- ?4295,0i|talt 190, 3221 To. ' H 9343 ,48 3# 5898i ulorro. Lft8®!’ P--.ÄX *‘*2”Ä »*XM* **■ - Die «hi.'; J ?e Qa<- W |u» Qjl l»ti Rippen. 8 ©ejtttt ttuebe auf btt vdrHnrKllnWebee «ati BOblugen unb hen 111 vtellverttetn itffeüta W filier Hou 6on mllvertttter bn im Jw In Glaabttg befolgt. ’Wt teurbt für hm° Mandat nlebeikgte. fiert wählt. October. @tit 6nbe en- ratheter Mitbürger Helv- «Ißt. Derselbe trug btl ijng, eine Sappe; er hu ist mittlerer Trohe. M bei®, verkleid btl ver- ihürde auch die Expebitloo» itgegen. . lieber die hiesige Sri- ebene irrige Anflchtea dem «ubmlffloulftgf :a> annehmbarer TrgeLr,; p nhschast aus der-ab« Lheodorthalle auf 12 sichre ahlt erheblich »ihr, al» der steigert fich nod) im dritten m 3n Salzh«lswM Me feine fyttlpnllt W, 3ox hin W ■ diele Babegaste an» V g gebracht haben, zuck, h Mangel an Klmmero t nach dem Bade elnt> Tadlich bleibt zu l-üvsdi- m gelegt etb »° '* I ,W M* “l l" Wim-I >,r legten W#« ®" mltrt »»«!«"»"• »eliKft. «= 91 m @m«M *'* tu iiiiimiiiiif V" .«**« fh» ,1,6 t.r 8tt**4 SS*“rtBSSS ÄSS* . ist in den w M. tut' S")A. fflr k Ddii« 1 te M en A>ß«" “ .k -« ■all« h^btl b«* Ä 14300° e n® X ntr(PIfl4 ’ ft zütlia w öW -1 gitje^1 tijuiP Gießr^^ ateltfl,.,.61‘ Sy 1775 ein Dienltag (welche» nach Zählung and Berechnung fitmmt), 2) der 8. Januar 1816 »ar ein Sonntag, 3) der S. August 1863 ein Montag, 4) der 19. Oktober 1781 ein Dienstag, 6) der 22. September 1780 auch ein Dienstag. Mithin fünf veweifr weniger für den „omtnöfen* Tag. • 3b* Selbstmord Grünenthal». Wie das ,RL Iourn.^ mittheilt, fall Grünenthal kurz vor feinem 8n6e ein volles Geständnife abgelegt haben. Er soll tm Jahre 1894 für kurze Zeit in den Besitz des Schlüssel» für den Kassenfchein- tiefor gelangt fein und eS scheint, daß er fich darnach einen Nachschlüssel unfertigen ließ, der auch später in seiner Wohnung gesunden wurde. Diesen Nachschlüssel soll Grünenthal während der Jahre 1894—97 verschiedentlich zu Eingriffen in daS Depot für die macnlirten Kassenscheine benutzt haben, zuvor aber hatte Grünenthal bei den Prüfungen, die vereidigte Sachverständige mit den fertigen Kassenscheinen vornehmen, einen sehr schlauen Trick angewandt. Er mischte unter die macultrten Scheine solche von tadelloser Beschaffenheit und legte fie unter die als gut befundenen Maeulaturen. Daheim in seiner Wohnung druckte er mit Gummistempel die fehlenden rothen Nummern nach und so gelangten die Scheine in den Verkehr. ES find biß jetzt Grünenthal'sche Scheine tm Betrage von 494000 Mark ungehalten worden, und die halbe Million dürfte wohl noch voll werden. In einem nachgelassenen Schreiben bittet Grünenthal Elly Golz und deren Angehörige flehentlich nm Verzeihung „für daS schwere Unglück, daS er über die Familie gebracht." Die zugleich mit Grünenthal angeklagte Tüy Golz soll fich auch mit Selbstmordgedanken tragen. • Znbilänm. Am 8. Oktober 1899 find 50 Jahre seit Eröffnung der Amthorscheu Handelsschule in Gera verflossen. Sie wurde begründet von dem, durch seine Werke über Sprach-, Real- und Merkantilwissenschaften, sowie als «lprnforscher rühmlichst bekannten Dr. Ed. Amthor. Ja Ertnaerung und Anerkennung soll der GründungStag einen Hellen Glanz und eine festliche Weihe erhalten und fich würdig anreihen an die Ehrentage, welche die Schule das Glück hatte, im Verlauf der Jahre zu begehen. ES wurde die Abficht auSgefprochen, eine besondere Ehrung erfolgen zu lassen. Allgemein äußerte man den lebhaften Wunsch, dem Begründer und langjährigen Leiter der Anstalt, Dr. Eduard Amthor, Ritter pp., ein sichtbare» Zeichen der Liebe und Dankbarkeit, für alle Zeiten in Form eines Denkmals zu widmen. Dieser Vorschlag sand freudige Zustimmung, uud eS wurde ferner beschlossen, wenn auS pekuniären Gründen ausführbar, auch auf andere Ehrungen und Zuwendungen bedacht zu fein. Der Aufruf wendet fich an alle ehemaligen Schüler, Freunde uod Gönner der Amthorschen Handelsschule und Handelsakademie, mit dem ergebenen Ersuchen, dahin zu wirken, daß die gestellte edle Aufgabe eine erfreuliche Lösung finde. Möge dies gelingen! Die nächste Besprechung soll in Kürze erfolgen. Daher wird um recht baldige Aeußetung dez der Betheilignng an der Jubelfeier gebeten, denn die trforderlichen Grundlagen für wettere Beschlüsse find natütlich rst bann an die Hand gegeben, wenn festgefiellt werden !ann, mit welchen Mitteln zu rechnen ist. Die Erklärung dez. der Betheiligung, hervorgehend auS alter, treuer Gesinnung, ist zu richten an Herrn M. Kolbe in Firma: Paul Strebel, Gera, Reuß j. L. • Zur (hinnernng. Die Rose, welche die Kaiserin Elisabeth auf dem lobtenbett in den gefalteten Händen gehalten, ist von ihrem Gefolge auS Genf nach Wien gr -rächt worden. Kaiser Franz Joseph liefe die Rose nach tlner neuen wissenschaftlichen Methode conferviren und unter Sla» und Rahmen zu immerwährendem Gedächtnife über einem Schreibtisch anbringen. • Ein grimmiger Feind bei Radfahren» ist der Kaiser von Marokko. Wie nämlich auS London gemeldet wird, Hat der genannte Monarch den Gebrauch des Fahrrades in 'einem ganzen Reich verboten. • Die älteste Radfahrerin der Welt ist wahrscheinlich iiine bei Dunmore la England lebende Frau. Sie zählt tt3 Jahre. Häufig unternimmt fie von ihrem Dorfe aus Wahrten auf ihrem Zweirad, um Einkäufe zu machen. Die mite meint, Gladstone hätte gewiß noch länger gelebt, wenn itr fich de» Radfahren» befleißigt hätte. • Hebet die Zahl der Fremden in Deutschland hat Paul Neur iot in dem Organ der Pariser statistischen Gesellschaft ilne umfangreiche Arbeit veröffentlicht. Daraus geht zunächst jervor, daß die Zahl der Fremden im Verhältniß zur Ge- ^ammtbeoölkerung in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bedeutend geringer ist. In Deutschland ist von 100 Einwohnern noch nicht einmal einer ein Ausländer, in Belgien und Frankreich dagegen fast 3 und in der Schweiz hogar beinahe 8. Indessen hat doch die Zahl der Fremden et Deutschland im letzten Vierteljahrhundert sehr stark zuge- tommen, nock weit bedeutender ab die Zahl der Gesummt- teDöltming. Ende 1871 wurden in Deutschland 206 755 Aus linder gezählt, in der letzten Zählung 1895 dagegen 486190. Ibbafe die Zunahme in dieser Zelt 135,2 pCt. betrug. In Frankreich wuchs die Fremdcnzanl in derselben Zeit nur um -0 pCt., nämlich von 740600 auf 1027 491. In Frankreich wie In den meisten Staaten hat man die Beobachtung ge- macht, daß die Zahl der Fremden am stärksten zunimmt, wenn die städtische Bevölkerung den stärksten Zuwuch» erhält. In Deutschland hat fich nicht immer dasselbe gezeigt. In fier Zelt von 1881 bis 1885 wenigstens nahm die städtische Bevölkerung in Deutschland am geringsten zu. und doch wuch« lüe Fremdenbevölkerung außerordentlich stark. Diese Thatsache findet ihre Erklärung in der Höchstzahl der Auswanderung h denselben Jahren, deren Folge eine vermehrte Einwanderung MS den Nachbarländern, besonders aus Rußland und Polen ■ar. Die Zahl der ruffischen Unterthanen in Deutschland mich» damals von 15 000 auf 26400, während fie später wieder abnahm und 1895 nicht höher war als 1880. Immerhin hat fich aber auch in Deutschland ein deutlicher Zusammen- bmg zwischen der städtischen Bevölkerung und der Fremden- howölkerung gezeigt, indem die Großstädte verhältnißmäßig . immer die größte Zahl von Fremden aufweisen. Auffallend ist die verhültnißwäßig geringe Fremdenzahl in Berlin; fie betrug 1895 nur 27 030. da» find rund 8000 weniger al» in Wien, 58000 weniger al» in London und gar 154000 weniger ab in Paris. Aber auch in Berlin hat die Zahl der Ausländer feil 1871 ganz besonders zugenommen; allein in den Jahren 1891 bis 1895 wuchs ihre Zahl von unter 18000 auf über 27 000. Das österreichisch-ungarische Element ist weitaus am stärksten in Deutschland vertreten, und zwar vorzugsweise da» österreichische; dazu zählen 223000 Personen, beinahe die Hälfte sämmtlicher Fremden. Ihre Zahl hat fich feit 1871 beinahe verdreifacht. Besonder» zahlreich find sie natürlich in ben Grenzgebieten gegen Oesterreich, in Sachsen bilden sie z. B. den dritten Theil (säst 69000) sämmtlicher Fremden, in Bayern leben fast 64000, in Schlesien fast 24000 Oesterreicher. An zweiter Stelle stehen die Holländer, deren fich etwa 50000 auf deutschem Boden aufbalten; Schweizer glebl e» fast 45000, Dänen 28 000, Russen 26 560. Italiener 23000. Franzosen beinahe 20000, Engländer 15000, Luxemburger und Skandinavier gegen 11000 und Belgier 9000. Die übrigen europäischen Staaten find mit etwa» über 3000 Personen vertreten. Die Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika genießen deutsche Gastlichkeit in etwa« größerer Zahl ab Engländer (gegen 16000). E» ist noch zu bemerken, daß im Gegensatz zu Frankreich da» weibliche Geschlecht unter den Fremden in Deutschland mehr zurücktritt, indem auf 100 männliche Ausländer nur etwa 80 weibliche gezählt werden. Wissenschaft, Literatur und Aunst. — Katechismus der deutschen Sprachlehre von Dr. Konrad Michelfen. Vierte, verbesserte unb vermehrte Auflege heraus- gegeben von Friedrich Neddeiich. In Originalleinendand 2,50 Mk. Verlag von I. I. Weder in Leipzig. DaS nun schon in vierter Auflage vorliegende Buch will allen Freunden einer deutschen Muttersprache ein Wegweiser sein unb denjenigen besonder« zur Hand gehen, die nicht bloß richtig sprechen, sondern auch sich der Gründe bewußt sein wollen, weshalb fie so und nicht anders sprechen. Jedem Schüler, dessen Ziel in etwa« über da« gewöhnlichste Matz hinau«- gesteckl ist, wird hier der Weg gezeigt, wie er zu einem klaren Sprachbewutzisein gelangt, da« ihm vor Allem noth thut, zwiefach aber dann, roenn er mit Erfolg sich die Kenntnttz einer oder mehrerer fremden Sprachen anzueignen gedenkt. Die von Oberlehrer Friedrich Nedderich besorgte vierte Auflage erscheint im Gewände der neuen Rechtschreibung.__________________________________________________________ Nachrichten über den Saatenstand im (Hroßherzogthum Heffen um die Mitte de« Monat« Oct ober 1898. Zusammen gestellt bei der Großherzoglichen Oberen landwirthschaft- lichen Behörde. I Ord.-Nr. II Provinzen unb E r hebungSbezirke Saatenstand 9Zott 1 ----- sehr guter, 2 — guter, 3 --- mittlerer, 4 — geringer, 5 = sehr geringer Stand Ernte-Ertrag in 100 KUo per Hector Kartoffeln Klee (auch Luzerne) Wiesen Weinberge 5 a c Z x JL s Z Gerste 1 2 3 4 5 6 7 Prov. Starkenburg Krci« BenSbeim.... „ Darmstadt . . . „ Dieburg .... , Erbach..... Groß-Gerau. . . „ Heppenheim . . . „ Offenbach. . . CM 1 1 CM OJ 1 CO 2,5 2 2 2 3 | | to | to | CO 1*11111 22 20 22 10 23 18 18 23 20 24 13 16 18 24 22 20 11 25 ; 14 1 18 Durchfchn. f. Starkenburg 2,4 2.3 2.3 4,5 19 19 19 8 9 10 11 12 13 Prov. Oberhessen. K'eis Alsfeld..... „ Büdingen.... „ Friedberg.... , Gießen..... , Lauterbach . . . „ Schotten .... 3 3 3 2 2,5 | | M | | | 1 1 1 1 1 1 24 25 28 20 18 20 1 1 1 1 1 1 16 24 22 16 16 Durchschn. f. Oberhessen 3 2,6 2 — 22 — 19 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Prov. Rheinbeffen. Landw. Der. ^Bez. Alzey . , „ Bingen . . . , , Flonheim . . , .Ingelheim . . , , Mainz . . . , , Nieder-Olm. . , , Oppenheim . . ■ . Osthofen . . . „ , PiedderSheim . , , Wöllstein . . , , Wörrstadt . . , , Worms . . . 2,5 2 2 2,5 2 2 2,5 3 2,5 3 3,5 3 3 2,5 3 ' 3,5 5 4 5 3,5 4 45 4 4 4 5 26 20 22 18 22 27 22 26 36 32 22 1 1 1 1 1 1 1 1 I 1 IS 26 23 26 26 22 20 35 26 28 35 37 23 Durchschn. f. Rheindessen 2.2 3 2 8 4.2 25 22 27 Durchschnitt f. d. Grotzh. 2,5 2.6 2,4 4,3 22 20 22 Bemerkungen. Der Ertrag an Winterweizen »st. wenn auch in den meisten Erhebuag«dezirkcn befriedigend, doch sehr verschieden. Während Erbach nur 1000 Kilo per Hcktar verzeichnet, schätzt man die Ernte im Bezrrk Wöllstein aus 3600 KUo. während der Durchschnitt für da« Grotzherzogthum 2200 Kilo beträgt. Der in diesem Jahre erzielte Strohertrag 'st außerordentlich hoch unb wird im E'hcdungSdezstk Dieburg al? d n a cb richten, Norddeutscher Llood, in Gießen vertreten durch bk Agenten Earl LooS unb I. M. Schulhof. Bremen, 19. Lctbr. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Doppelichraubcn-Postdampfer Königin Luise, Eapitän W. v. Schuckmann, vom Norddeutschen Llopd in Bremen, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in New-Kork angekommen. Hottridienst in brr Synagoge. Cam»tag den 21. Cctober 1898. Vorabend 5 Uhr. Morgen» 9 Uhr. Nachnnttag» 8 Uhr edjrtftrrfUrung, Sadbathau»gang 6 * Uhr. Gottesdienst brr israelitischen Keligiomgesellfchast. Eabbalhfeier am 22. Octoder 1898. Freitag Abend 4*» Ubr, CamStag vormittag 8» Uhr, Nachmittag 3 Uhr, SabbathauSgang 6* Uhr Nachmittag 2* Ubr LchriflerNLrung in der Synagoge. Wochengottesdienst Morgend 7 Uhr, Abend» 5 Uhr. Verfror. and VMf»tvirtbfd>aft, »IwHi», 19. Ocloder. Fruchtmarkt. Nother X 14,62, weißer Weizen X 14.20, Korn X 10 67, Gerste X 9 00, Hafer X &53. Neueste Nachrichten. Depesche» de» Bureau ,Heroll>'. Berlin, 20. October. Der „vosfischen Ztg.^ wirb en» Madrid telegraphtn: Officlell wird au» Manila vom Dienltag gemeldet, kah ein erbitterter Kampf zwischen den philippinischen Aufständischen unb ben Amerikanern statt- gefunden habe, weil die Amerikaner fich geweigert haben, ben Philippinen eine eigene Flagge zuzugestehen. Auf beiden Seiten sollen die Verluste bedeutend gewesen sein, viele philippinische Fahrzeuge seien in den Grund gebohrt. Weitere Einzelheiten fehlen noch. Berlin, 20. October. Zwei in Lonfection»kreisen bekannte Persönlichkeiten, der Kaufmann Ludwig öeinert und der Eonsul Leopold Auerbach wurden gestern von der Strafkammer wegen Betrüge» zu neun bezw. drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Hamburg, 20. October. Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge hat der in den letzten Tagen herrschende orkanartige Sturm zahlreiche Schiff»nnfälle auf hoher See zur Folge gehabt, wobei eine ganze Reihe von Schiffen total verloren ging unb viele Seeleute ertranken. Bien, 20. October. Sämmtliche Blätter bestätigen, daß derTode»fall de» Klinik-Diener» Bartsch an indischer Pest nur durch zufällige Infektion erfolgt ist, fo daß diefer- halb keine Ursache zu einer weiteren Beunruhigung vorhanden ist, und daß Seiten» der Regierung entsprechend« Sicherheit»- maßregeln getroffen find. Budapest, 20. Oclober. Einer hiesigen Blättermeldung zufolge hat da» hiefige deutsche Consulat an da» Unterrichts- Ministerium das Ersuchen gerichtet, hier eint deutsche Handelsschule -reichten zu dürfen. Fiume, 20. October Ein furchtbarer, fünf Stunden anhaltender Wolkenbruch richtete in der ganzen Stadt und Umgebung enormen Schaden an. Da« ganze Telephonnetz ist zerstört. Drei Personen ertranken, viele Menschen werden vermißt. Durch die Unterwaschung dr« Eisenbahndamme» bei Dornegg ist die 6ifenbafei;linie Sanct Peter-Fiume unterbrochen. Ebenso ist der birectc Verkehr Abbazia-Wien gestört. Paris, 20. Oktober. Die Zahl der a ulftänbtgen Grubenarbeiter in Lievin nimmt zu. Die Snikenden durchziehen die Straßen und besetzen die Wege zu ben Zechen, um die zur Arbeit ziehenden Leute zu bestimmen, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen. Die Gendarmen wußten die Demonstranten wiederholt auseinander- tic‘ben. Gestern sand unter Borfitz de» Pariser soeialistischen Abgeordneten BaSlh eine Versammlung statt, in welcher eine Tagesordnung über die Erklärung des allgemeinen Ausstande» angenommen wurde. Pari», 20. October. In der Revisionsfrage wird gemeldet, daß die Fälschung deS Obersten Henry nur von nebensächlicher Bedeutung sei. DaS neue Factum, auf welches der LassationShof fich stützen wird, ist die Gewißheit, dah da» Bordereau nicht von DrehfuS, sondern von Esterhazy verfaßt ist. ES verlautet, Präfident Faure werde im Einvernehmen mit dem Eabinet eine Botschaft an daS Parlament über die inneren und äußeren Fragen richten. Die gemeldeten kriegerischen Vorbereitungen in Toulon, Brest und Cherbourg haben hier eine gewisse Erregung hervorgerufeu. London, 20. October. Da» englisch deutsche Abkommen, betreffend die chinesische Eisenbahn ist von England unter« zeichnet worden. England erhält da» ganze Urngtsethal, Deutschland die Provinz Schantung und den gelben Flufe. Beide Staaten bauen gemeinschaftlich die Hauprliuien Tientfiu- Ehinkiang von Norden nach Süden. London, 20. October. Der ©lobe meldet, Prinz Heinrich werde nach Berichten an» Shangai noch einmal nach Peking reifen und dort eine Znsammenkuu ft mit dem Reifer verlangen. London. 20. October. Au« Shanghai wird gemeldet: Ein ruffische» Regiment, welches in der ruffischen Niederlassung in Niulschwang gelandet ist, habe die Forts an der Fluß-Mündung besetzt. Die» versetzte die Russen in die Lage, Niutscbwang vollständig zu bcherrfchen. Der chinesische General Simg-Tsching wurde von der Kaiserin mit seinen Truppe« nach Tientsin beordert, al» Gegengewicht gegen die fremden Truppen in Peking. Warschon, 20. Oktober. Wegen socialistischer Umtriebe wurden in der vorletzten Nacht wiederum zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Die verhafteten find zumeist Techniker, Pr'vatbeamte und Studenten. Kaneo, 20. Dctober. Die Admirale theilten ihren Re- giernngen mit, laß fie nach dem Abzug der türkischm Truppen und Beamten die proviforifche Verwaltung von Kreta übernehmen werden. Kort-ontinopel, 20. October. Kaiser Wilhelm verlieh dem türkischen Groß- Bez ir den Schwarzen Adlerorde« unb dem Botschafter Frhrn. v. Marschall die Brillanten zum Großkreu; de» Rothen Adler-Orden». MkM VklSlSßklMS meines MutzksPstts verkaufe den Artikel MM- Der Verkauf findet nur gegen Baar statt. «AVAL 10444 Franz Roth 10460 Zum 3. Male. Zum 3. Male! Fr. Leo Nach!., C. Herber offerirt: Zucker, ganz, prima Qualität, per Pfd. 27 Pfg., bei 10 X do. gemahlen, „ „ „ M 26 „ „ 10 Würfelzucker, „ .. « ^0 „ „ Marktstraße 4. 1.50, 1.80, 2.00, 2.40. 10466 1898. die Vollstreckbarkeit des bescheinigt. Gießen, den 13. 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Febr. 1899, Vormittags 9 Uhr, bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden, widrigenfalls dieKatharine Becker für tobt erklärt und das fragliche Vermögen den gemeldeten und dem Gericht bekannten nächsten Erbberechtigten überwiesen werden wird. Gießen, den 18. Oktober 1898. Großherzogliches Amtsgericht. Schmidt. 10445 Großer Laden, eventuell mit 3-Zimmerwohnung, per ofort zu vermiethen. . 10441 Näheres Bahnhofstraße 23. 10438] Schön möbsirtes Zimmer zu vermiethen. Ludwigsplatz 14, II. ZN der PrimttrlWsache der Carl Wacker Ehefrau in Gießen, Privatklägerin, gegen die Heinrich Zahrt Ehefrau daselbst, Angeklagte, wegen Beleidigung, hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 2. September 1898 für Recht erkannt: Die Angeklagte Margarethe Zahrt dahier wird des ihr zur Last gelegten Vergehens für schuldig erkannt und in eine Haftstrafe von einer Woche, sowie zur Tragung sämmtlicher Kosten einschließlich der der Privat klägerin erwachsenen nothwendigen Auslagen oerurtheilt. Zugleich wird Klägerin das Recht ertheilt, den Urtheilstenor einmal auf Kosten der Zahrt innerhalb 14 Tagen nach Eintritt der Rechts- Im weissen Bösst. Lustspiel in 3 Acten von Blumenthal und Kadelburg. 10431] Wohn« und Schlafzimmer, möbl., nt vermiethen Ludwigsplatz 15, H. ---- Aedocnon: <5. Burkhardt. — 3)rnd und 5$erlaq oer kraft zu veröffentlichen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und Urtheils Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem kerben Verlust, der uns betroffen, sagen wir unseren aufrichtigen Dank. Gießen, den 20. October 1898. Für die trauernden Hinterbliebenen: 10455] Ein möbl. Zimmer zu verm. Mit Kaffee 12 Mk. Afterweg 31. 10459] Freundlich möbl. Zimmer zu vermiethen. Dammstratze 30, 11.^ Cacao, offen, „ „ HL V O Von der Reise zurück. * S Dr. Schliephake. J ® Goetheftraße 44. 10447 Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. 10432] Ein auch zwei möbl. Zimmer zu vermiethen. 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