Stthau - I n "'“‘»Ifta . tohttt uo4 tl Rutsche, $lt£ s-rr. 195 Erstes Blatt.________Sonntag den 21. August 1898 Gießener Anzeiger General-Anzeiger NaaahW« le|ti|tn zu der Nachmittag» für brn faifcnha tq erl^ehunbrn Nummer bi» Lar». 10 Uhr. Mez.gapretL vierleNahrtech 2 Mark 20 Pf,, monatlich 76 Psg. mit vringerlotz». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. nicrttllibrli*. Llle Anzeigen.Vermittlungsstellen de» In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger 'Ntgege«. Erscheint ttgNch Bit Ausnahme de» Montag». Die Gießener ya*irt<*irittcr Werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal deigeNgt. 2lints- und Airzeigeblatt für den Kreis Giefzen. “Men. _______ 7108 Malt Wtiftt 1855. *w Württ. eiaaN» den Rttgltedm» litrtu btibenßirtrtttn: l, Wch. 20'. en; die Agenten: istSr Ealomou uuntmehMt. ien » te Reklame ssen ltzK iwVbi’m 8028 iwied [r. Betrieb. Mark Loose für lO Mark )00 baar ohne UM atsdt^.---7-7 So*** .iSsskSS- °°° ioiort neiu&t. dtstplaß __-— Mgllß' “ ha-r £«t^t..........- ,en Ausgabe^ brM WS Ä&Ä r- Gratisbeilage: Gießener Familicnblätter. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Am Mittwoch den 31. August, Nachmittags 2 Uhr, foD zu Kloster Arnsburg eine Kawitteuconferenz für die Dekanate Hungen und Giefteu stattstnden, wozu He werthen PfarrfamUien aus beiden Decanaten hiermtt ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: Vortrag über Johannes Brahms, erläutert durch musikalische Vorführungen. Gäste aus den Nachbardecanaten sind willkommen. Gießen, den 17. August 1898. Hroßh. pecanat Kungen. Oroßh. Aecanat Hießen. Hainer. I. V.: Schlosser. Gefunden: 1 silberner Rtog, 1 Brille mit Futteral, 1 Handschuh, 1 kleiner gelber Kinderschuh, 1 Schürze, 1 Sonnenschirm, 1 Botaviftrbüchse, 1 Hammer, 1 Vorhänge' schloß und 1 Reif eine» Wagenrades. Gießen, den 20. August 1898. Großherzogliche» Polizeiamt Gießen. Muhl. Deutsches Reich. Berlin, 20. August. Seit einiger Zeit ist beobachtet fcörben, daß in Brasilien, speziell in Sao Paulo, mit französischen Dampfern über Marseille Deutsche ein« ,ewandert find, die von einem gewißen Marius Bonard in Belfort, Rue de l'Eotripvt Nr. 11, zur Auswanderung lrranloßt worden find. Dieser Agent scheint ein Unterageut ilnel gewißen Iosö AntuneS doS Santo» in Llsiabou zu sein Bttb auch für die Firma A. Ftorita u. Comp. in Rio de Janeiro, Santo» und Sao Paulo zu arbeiten. Beide Firmen daden der Regierung de» Staates Sao Paulo gegenüber im wrigen Jahre r» contractlich übernommen, 60000 Lin- -rankerer au» Italien, Portugal, Spanien, aber auch au» Listerretch, Deutschland und den nordischen Ländern Europa», »ach Sao Paulo zu dirigieren, ond zwar ausschließlich Land- Arbeiter. Trotzdem nehmen aber diese Agenten jeden, der nt zur Einschiffung nach Sao Paulo meldet und versprechen hm mündlich, die Weiterbeförderung nach Paravü und Santa iathariua zu übernehmen. Sobald die Leute aber erst ein» rol in SantoS angtkowwen find, denken die genannten Agenten nicht webr daran, diesem Versprechen uachzukommen. — Um nun die Eontracte hinfichtlich der Anzahl deutscher Einwanderer erfüllen zu können, greisen die beiden Firmen ju dem Mittel, durch schriftliche Propagande ab Belfort zur Kußwandrrung zu verlocken. Die von ihnen zur Versendung Illaugendrn Eitkulare find in manchen Punkten stark über« trieben und enthalten theilweise falsche Angaben. Im All« jtucinen bekommt der Lolonist ein kleines schlechtes Haus, ttßoa 4 Meter breit und 6 Meter tief, dos weder gedielt ist noch Plafond besitzt, nur mit einer halben Scheidewand ver» den ist, die im Innern auch nicht bis zum Dach reicht. .Diesem Hause schließt sich dann ein kleine», Grundstück an, .^wischen 100 bis 120 Quadratmeter Größe und ein Schweine- fall am anderen Sude de» Grundstück», aus Hölzern ganz -cimitiv hergestellt. Die für Lebensmittel und sonstige Be- iärfniße vorgeschoffenev Gelder werden den Colouiften »eisten» nicht nach dem ersten Jahre, sondern gleich von den trsien Wochenlöhnen abgezogen. DaS in den Cirknlaren ge- -wnte ^Hotrl für die Einwanderer" ist ein großes Ge- dade, welches mit einer hohen Maner umgeben ist und da» ter Einwanderer nicht ehrer verlaßen darf, bis er al» dahaarbeiter anf eine Fazenda geschickt wird. Die Familie, l:< sich weigert, auf eine Fazenda zu gehen, wird sofort tal dieser Smigrantenherberge entlaßen, so daß e» häufig wtommr, daß solche Familien, aller Mittel entblößt, der Landessprache unkundig, obdachlos in der Stadt hrrumirren iah auf die MlldthätigkeU ihrer Landsleute angewiesen sind. Dei Einwanderer, der für Rechnung der Regierung dort takomwt, kann bei Ankunft nicht wählen, sondern er muß me Gutsbesitzer in Arbeit gehen- — die Regierung hat nur ihr wenig auSgemeffene» Land für EolonisationSzwecke und :rS liegt an kaum erreichbaren Orten im Süden de» Staate» lei Jgaope, wo die Ansiedler dem Fieber und dem Hunger- elend aurgesetzt sein würden. Unter den vorliegenden Um- fänden kann vor den genannten AuSwanderung»agenten nicht eindringlich genug gewarnt werden. Berlin, 19. August. Neue» Infanterie-Gewehr? Bor einigen Tagen hat auf dem Tegeler Schießplätze ein Versuchsschießen mit einem neuen Infanterie-Gewehr stattgesunden. DaS Gewehr soll ein noch geringeres Kaliber haben als das jetzige, und seine Durchschlagskraft soll auf weitere Entfernungen noch bedeutender fein, al» die de» Modell» 1888. Derartige Versuche finden übrigens beständig statt, und eS ist noch sehr fraglich, ob e» sich, wie in vielen Blättern ohne Weiteres angenommen und zum AuSgaugS- punkt einer abfälligen Kritik gemacht wird, um eine Neubewaffnung handelt. Berlin, 19. August. Zu den Großmächten, welche in Ehina Gebiete pachten, will sich nun Belgien gesellen. Die Eisenbahn Peking-Hankau, über die in letzter Zeit der englische und der rusfische Vertreter in Pecking so heftig stritten, wird bekanntlich von einer belgischen Gesellschaft unter russischer Begünstigung gebaut, und jetzt schweben Unterhandlungen über eine GebietS-Abtretung zwischen Belgien und China. Der Besuch, den König Leopold II. io Begleitung de» Mini- sterS de Smet de Naher kürzlich dem Präsidenten der französischen Republtck in Havre machte, soll mit diesen Unterhandlungen in Verbindung gestanden haben. Nicht minder wird Rußland, da» Arm in Arm mit Frankreich die Con- cessionSertheilung der Eisenbahn an da» belgisch-französische Syndikat kräftig unterstützt hatte, für die Forderung Belgiens eintreten. Somit hat der belgische König gute Aussichten, und erlangt Belgien eine Besitzung in China, so wird der König von Belgien die Schaffung einer Kriegsflotte fordern — ein Antrag, der dann unabweisbar ist und von dem Lande willig ausgenommen werden wird. Damit ist auch da» Kongo-Unternehmen gefördert, sodaß de» Königs Pläne verwirklicht werden. Es stehen anscheinend große Utberrasch- ungen bevor. Berlin, 19. August. Deo alten Haß gegeneinander beginnen Türkei und Griechenland allmählich sallen zu laßen. Anlaß zu dieser Sinnesänderung insbesondere in Griechenland hat der kürzliche auszeichnende Empfang de» früheren griechischen Ministerpräsidenten Ralli» durch den Sultan gegeben, wobei die Anfangs ungehaltene Athener Preffe anerkannte, daß von einer türkisch-griechischen Annäherung beide Theile nur zu gewinnen hätten. Griechenland würde dank einem Dündntß mit der Türkei den übrigen Balkanstaaten einflußreicher gegenüberstehen, als bisher. Der Türkei aber würde bei etwaigen kriegerischen Verwicklungen mit den nördlichen Balkanstaaten, deren Haltung für sie von Jahr zu Jahr bedrohl'cher wird, Rückenfreiheit nach Süden zu außerordentlich zu Statten kommen. Voraussetzung der griechisch türkischen Freundschaft bliebe freilich, daß sich keine neuen Reibungen hinsichtlich der kretischen Frage ergeben. Doch hat die griechische Regierung letzthin die große Empfindlichkeit des Sultan» und der Pforte in dieser Hnficht zu schonen verstanden. CocaUs rrnd provinzielles. Gießen, den 20. August 1898. ♦♦ Oeffeutliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog baden dem Station», diätar Heinrich Joseph Appel in Gernsheim, in Anerkennung der von demselben am 14. Juli d. I. mit Muth und Ent- schloßenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung de» Carl Engraf in Gern»heim au» Lebensgefahr die Rettungsmedaille zu verleihen geruht. Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gewrindeschule zu Bubenheim, Krei» Bingen- eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bibli», Kreis Btntheim- eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Abenheim, Rrtt» Worws. Sämmtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienftalter sich bemeßenden Gehalte. Lehrer Funk f. Am 18. ds». Mt»., Nachmittag» 4 Uhr, ging zur ewigen Ruhe saust und friedlich, wie er gelebt, Valentin Funk, Lehrer i. P. Der Verewigte hinterläßt daö Andenken eine» reinen, treuen, festen Character», deffcn Sinn stet» auf da» Ideale gerichtet war. Nicht allein tu seinem Berufe al» Lehrer, der ihm so reichlich Gelegen- beit bot, sein echt menschliche» Empfinden dem jugendlichen Gemüthe «ttzutheilen, auch al» Schriftsteller hat er sich großes und bleibende» verdienst erworben und da» geleistet, wa» man von dem Menschen überhaupt nur verlangen kann, die Stelle, die ihm Gott angewiesen, voll au»zuMen. Ehre seinem Andenken! Friede seiner Asche! SirtnS Lattt^Mthiff. Im Anschluß an d-S in Nr. 194 unsere» Blatte» über die hervorragenden Leistungen drS Streu» Corty-Althosf Gesagte verfehlen wir nicht, die verehrt. Leser darauf aufmerksam zu machen, daß am Sonntag den 21. August zwei Vorstellungen, jede mit großartigem neuem Programm (Nachmittag» 4 und Abend» 8 Uhr), gegeben werden, deren Besuch wir Jedermann empfehlen. Unfall. Am Canzleiberg, Ecke der Sonnenstraße, fuhren gestern Mittag zwei Radfahrer gegeneinander, wobei da» Rad de» einen vollständig unbrauchbar wurde. Obschon beide abstürzten, kamen sie doch mit heiler Haut davon. •• 16. Hauptversammlung de» Süddeutschen Zitherbnnde» (18. bi» IS. August) in Aschaffenburg. Nach uns vorliegenden Berichten der Aschaffenburger Zettungen war die dort tagende Versammlung von auswärtigen Zitherspielern recht zahlreich besucht. Sowohl da» EmpfangScoucert am SamStag Abend, wie auch da» Hauptcoucert am Sonntag hatten recht intereßante Programme, welche viel Beifall fanden. Bei dem Lmpfang»eoncert erwies sich der Solist Herr Bölsterlt- Zürich (ein Schüler von Haustein-Wien), al» Meister im subtilen Zitherspiel. Zum Hauptcorcerte vereinigten sich circa 80 Zitherspieler aus allen Theilen de» Bundesgebiete». E» waren vertreten die Vereine der Städte: Augsburg, Amberg, AnSbach, Aschaffenburg, Bamberg, Gießen, Paß,u, Regensburg, Straubing, Straßburg t. E., Tölz, Würzburg ic. Ai» Gefammtchöre wurden I. B. Bauers Marsch ^Vorwärts", die „Festhhmne" von Seifert und „Dit fchöne Tößthalerin", Mazurka von B. Fritz unter Leitung be» Gymnasiallehrer» Stritzinger - Aschaffenburg mit hervorragendem Erfolg zur Aufführung gebracht. Unter den Solo- ltiftungen stand der Vortrag von Han» Gruber» Fantasie „Hochzeit auf der Alm" durch Herrn Arnold-Gießen obenan. Herrn Bölsterli'» kunstreiche» Spiel konnte bei der Größe de» Raume» nicht in dem zu wünschenden Maße zur Geltung kommen. Herr Kammervirtuose Han» Thauer- München sprach Herrn Arnold seine Anerkennung über sein Spiel au», und rufen wir dem hiesigen Verein zu seinem Erfolge ein kräftige» „Gut Klang" zu. •• Wetterbericht. DaS barometrische Maximum hat an Intensität und Ausdehnung noch gewonnen und beherrscht fortgesetzt fast ganz Europa Sein Kern liegt über der Nordsee. Niederer Druck bedeckt den äußersten Norden und Osten. Auf dem Kontinent sind noch immer kleine Unregelmäßigkeiten in der Laftdruckoerthrtlung vorhanden, welche stellenweise bewölkten Himmel verursachen. — Voraussichtliche Witterung: Heiter und warm- einzelne Gewitter nicht auSgeschloßen. )( Butzbach, 19. August. Ihre Söuigl. Hoheiten der Großherzog und Gemahlin trafen heute Nachmittag 2 Uhr 41 Min. von Bad-Nauheim, woselbst höchstdieselben Ihrer Majestät der Kaiserin von Oesterreich einen Besuch abgestattet hatten, mit kleinem Gefolge hier ein. Höchst- dieselben wurden auf dem festlich geschmückten Bahnhof, woselbst durch die Firma Th. Brück Gießen ein Fütstenzimmer hergerichtet war, durch den Herrn Bürgermeister feierlich empfangen und durch einen poetischen Groß einer junge« Butzbacherin bewillkommt. Darauf bestiegen Ihre König!. Hoheiten nebst Gefolge die bereitstehenden Wagen und fuhren zum Au»stellung»p!atz. Hier wurden sie von dem Ausstellung», cotnile empfangen und durch Herrn Director Jäger mit einet warmen Ansprache begrüßt, die in einem dreifachen Hoch auf da» Herrscherpaar gipfelte, worauf die Nationalhymne von der Musik gespielt wurde. Hierauf folgte ein Rundgang durch die Ausstellungsräume, beginnend in der Festhalle, woselbst ein Ehrentrunk credenzt wurde. In der Maschinen- Halle verweilten die höchsten Herrschaften längere Zeit, die ausgestellten Gegenständen eingehend musternd. Beim Betreten des BereinShauseS erscholl aus dem Munde der dort aufgestellten weißgekleidete« Mädchenschaar die Nationalhymne. Auch in der Turnhalle verweilten die höchsten Herrschaften längere Zeit, sich mit den Ausstellern lentfelig unterhaltend und einige Ankäufe machend. Die Räume des VereinShaufes wurden leider nur eilend durchschritten, fo daß die dort ausgestellten Erzeuguiffe des Kuustgewerbe» nur flüchtig über- schaut wurden. DaS hessische Bauernhaus wurde dagegen vollauf gewürdigt, worauf da» geliebte und verehrte Herrscherpaar unter stürmischen Hochrufen der versammelten Menge wiederum die Wagen bestieg, um gegen 4 Uhr die Reffe nach Mainz anzutreten. Seine Königl. Hoheit der Großherzog trug Civilkleidnng, Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin eine geschmackvolle lila Seidenrobe. Da» Aussehen der höchsten Herrschaften war ein vortreffliche», worüber unter der Bevölkerung allgemein lebhafteste Freude herrschte. Zahlreiche Rosensträuße wurden der Frau Großherzogin während des RundgangeS überreicht. Darmstadt, 19. August. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 17. August der am 10. August d. I. durch die Stadtverordneten-Ber- sammlung in Worms vollzogenen Wahl des besoldeten Bet- geordneten der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt Bürgermeister» Heinrich Köhler zum Bürgermeister der Kreisstadt Worms die Bestätigung zu ertheilev. Mainz, 19. August. Französische Buben. Heute früh uw 10 Uhr kamen fünf Franzosen vom Exercierplatze aus dem großen Saud, woselbst sie photographische Aufnahmen von den Truppen u. f. w. gemacht hatten, nach Gonsenheim. Dort betrugen sich die Söhne der grande nation in bübischer Weife. Sie hüpften unter Abfinguug der Mar- feillaise um das Kriegerdenkmal herum und bezeugten ihre Verachtung des Deutschthuws dadurch, daß sie das Denkmal fortwährend anfpuckten. Auf Beraulaffuug verschiedener Herren, die über den Vorfall empört waren, wurden die Franzosen am MÜnsterplatz verhaftet und dem Poltzribezirk tu der Neubruuuenstraße vorgeführt. Die photographischen Apparate wurden einstweilen confißcirt. Man braucht kein Chauvinist zu sein, um das freche Brtragen jener Leute aufs Schärfste zu verurthrileu. Ein Deutscher, der sich derart in Frankreich betrüge, würde sicher gelyncht.___________________________________ vermischtes. ♦ Fulda, 18. August. Gestern Abend verschied der Domeapitular und Profeffor am bischöflichen Priesterseminar zu Fulda Hermann Breitung, 56 Jahre alt. ♦ Metz, 16. August. DieGedächtnißseier in der Schlucht von Gravelotte nahm gestern Nachmittag wie in den Vorjahren den würdigsten Verlauf. Die Feier nahm um halb 4 Uhr am AuSfichtSthurm ihren Anfang mit dem Abfptelen des Chorals: „Wie sie so sanft ruh'n", worauf da» Lied „Deutschland, Deutschland über Alles" gesungen wurde. Mit Musik und der Fahnengruppe an der Spitze begaben sich sodann die Festtheilnehmer nach der Schlucht, wo eine zahlreiche Volksmenge den Zug erwartete. Zu der Feier hatte sich Bezirk-Präsident v. Hammerstein mit Gemahlin eingefunden,- die hier garnisonirenden Regimenter hatten OsfijierSdeputatiouen entsandt. Nach dem Choral: „Nun danket Alle Gott", gespielt von der Capelle de» Kgl. Bayer. 4. Infanterie-Regiment», trug der Männergesang- vereiu das Lied „O sanfte, sel'ge Ruh'" von E. Röder vor, worauf Archivdirector Dr. Wolfram die Festrede hielt, die gleichzeitig eine Gedenkrede auf den aus dem Leben geschiedenen ersten Kanzler de» wieder erstandenen Deutschen Reiches war und mit einem Hoch auf den Kaiser schloß, das emeu begeisterten Widerhall bet allen Theilnehmern fand. An daS Hoch schloß fich der Gesang der Volkshhmne und eine- auf Bismarck» Tod gedichteten Liede» an. Im weiteren Verlaufe der Feier trug der Mäunrrgesangverein den Kreutzrr'schen Chor „Au da» Vaterland" und da» „Schlachtgebet" von Himmel vor, woran fich später noch mehrere Lieder abwechselnd mit den Vorträgen der Capelle de» 4. Bayer. Infanterie-Regiment» reihten. * Von einem Bienenschwarm wurde auf LundSgaardfeld in Schleswig eine achtzigjährige Frau in unmittelbarer Nähe ihres Hauses überfallen. Sie wurde bewußtlos aufgefunden, der Tod trat nach einigen Stunden ein. Unzählige Bienenstachel fanden sich im Gesicht und an den Händen der be- dauernswerthen Frau vor. * Reformen im Bauwesen, Bau billiger Wohnungen. Mau kann der sächsischen Regierung die Anerkennung nicht versagen, daß sie in Beziehung auf die Wohnungsfrage verständigen Anschauungen huldigt. Sie hat schon früher daS Schlafstellenwesen möglichst zu beschränken gesucht und ist auch dem Bau von MtethSkaseruen auf dem Lande nach Möglichkeit entgegengetreteu. Jetzt hat sie, so schreibt man der „Franks. Ztg.", tu einer neuen Verordnung darauf hin- gewiesen, daß rS eine» besonderen Nachweises der gesundheitlichen Mängel der Häuser mit 4 oder 5 übereinander- liegenden Wohnschtchten nicht bedürfe. Im Innern großer Städte werde man derartige Häuser aus wirthschaftltchen Gründen in der Regel ertragen müffen, doch es liege nicht die geringste Beranlaffung vor, derartige Wohnungsver- hältniffe auch tu den neueren Stadtthetlen sich entwickeln zu laffen. Nachdem der Chef des Bibliographischen JnstituS in Leipzig, Herr Mtyrr, bereit» um die Mitte der achtziger Jahre zum Dank dafür, daß sein Sohn, der Afrikareisende Dr. Hans Meyer, au» der Gefangenschaft eine» asrtkantscheu Häuptlings errettet wurde und unverletzt in die Heimath zurückkehrte, eine Million Mark für den Bau von 27 Arbeiterhäusern in Leipzig-Ltudenau gestiftet und diese Bauten in mustergilttger Weise unter Berücksichtigung der Errichtung von Kleingärten und der Pflege der Kinder der Bewohner ouSgesührt hat, sind auS den Etnuahme-Ueberschüffen inzwischen weitere acht Häuser daselbst erbaut worden. Jetzt gedenkt Herr Meyer noch achtzig Häuser im Norden der Stadt, in der Nähe de» Berliner BahnhosS, nach denselben humanen Prinzipien mit Kleinwohnungen zu errichten. Der Dtrector des städtischen Statistischen Amt» in Leipzig, Reichstagsabgeordneter Proseffor Dr. Haffe, hat ebenfalls eine Colonie von Arbeiterhäuseru im Nordwesteu der Stadt vor Jahren errichtet, die sich, gleichwie die erste Leipziger Unternehmung dieser Art, welche von dem Generalconsul de Ltagre ins Leben gerufen wurde, durchaus den gehegten Wünschen entsprechend entwickelt. Im Osten der Stadt hat Frau Baurath Roßbach einen Baugrund sür die Errichtung einer Anzahl Häuser, die im Cottage-System erbaut, nach und nach 160 Familtenwohnungeu enthalten sollen, für 100000 Mk. erworben. Zu dem Bebauungsplan hat der Rath der Stadt Leipzig bereit» seine Genehmigung ertheilt. Endlich ist laut Veröffentlichung im „ReichS-Anzetger" ein Arbetterwohnung»- bauveretu für Leipzig und Umgebung in Wahren am 26. Juli bei« Amtsgericht zu Leipzig als Genossenschaft eingetragen worden. ♦ „Kaiser Wilhelm I. und die Wahrsagerin". Dieser Tage ging ein merkwürdiges Zahlenspiel über die Geburt«- und Sterbedaten des Fürsten Bismarck durch die Presse. Dies erinnert an eine ähnliche Anekdote, die man sich von unserem alten Kaiser Wilhelm erzählt. Der Kaiser, damals Prinz von Preußen, soll sich während seines Aufenthalts in England anno 1849 einstmals zu einer Wahrsagerin begeben haben. Sinnend betrachtete die Alte die Linien seiner Hand, um dann in die prophetischen Worte auszubrechen: „Du wirst die Krone tragen, nicht nur Deines Stammes, sondern aller Stämme Deines Volkes." Auf die erstaunte Frage, wann denn das sein solle, erwiderte sie: „Zähle zu der Jahreszahl dieses Jahres nochmals die gleiche Zahl hinzu!" 1849 1 8 4 9 1871 Der Prinz wandte darauf ein: „Das wird wohl schwerlich in Erfüllung gehen, da würde ich ja schon sehr alt sein." „Oh, Du wirst dann noch lange leben", war die Antwort, und auf die weitere Frage: „Wie lange?" „Verfahre mit der zweiten Zahl also wie mit der ersten!" 1871 1 8 7 1 1888 Und so, wie sie prophezeit, ist es auch eingetroffen. Se non d vero, d ben trovato. • Die englische Regierung hat bei der Geschützgteßeret Dicker» & Co. neue Geschütze von 12 und 16 Zoll Caliber — die letzteren find Schnellfeuergeschütze — in Auftrag gegeben. Dieselben sollen bei den angestellten Proben außerordentlich günstige Resultate gegeben haben, die namentlich in dem vereinfachten und verbesserten Verschlußmechanismus, sowie in der Zündvorrichtung ihren Grund haben. Bei ihnen kommt ferner eine gänzlich neue Lafetteuconstruction zur Verwendung. Bei den Proben brauchte man zur Abgabe eine» Schüsse» aus dem neuen Rohre, welches auf einer alten Lafette monti,t war, 9Ve See. Für 20 hintereinander abgefeuerte Schüsse brauchte mau, wenn nicht gezielt wurde, 214 See. Beim Zielen stieg diese Zeit auf 249 See. Unter Anwendung der neuen Lafette dagegen verringert sich die Zett für einen einzelnen Schuß auf 8,56 resp. 6,5 Sec., je nachdem man zielt oder nicht. Das Geschoß aus diesen neuen Geschützen besitzt eine Energie von 1,664,328 Ktlogramm- meter pro Secunde, während Geschütze derselben Caliber» jetziger Construction nur 1,003,738 Kilogrammmeter erreichten. (Mittheilung de» Internationalen Patent-Bureau» Carl Fr. Retchelt, Berlin NW. 6.) * Daß manche Thiere Zungen einer anderen Gattung au KiudeSstatt amnhmeu, dafür sind ja die Beispiele zahlreich. Ein gewiß seltener Fall von Adoption ist jedoch jüngst zu West Haddon, einer Farm in England, beobachtet worden. Lämmer, die durch einen Zufall ihre Mutter verloren hatten, vertraute man einer Kuh an. Diese ließ das erste ohne Widerstand an fich heraukommen und auch saugen. Da der Versuch mit einem Lamm geglückt war, verwehrte man die Zahl der Stiesktuder, und bald hatte die Kuh sechs davon zu versorgen. Diese behandelte die ganze Familie sehr gut- sie ließ sie nicht bloß saugen, wenn sie wollten, sondern sie beleckte und liebkoste die Lämmer, als wenn es ihre Kälber gewesen wären. Die Lämmer gediehen auch vorzüglich unter dieser Pflege. * Verschärfung. Mutter: „Aber warum hast Du dem Herrn Müller, al» er auf dem Spaziergang um Dich warb, nicht gleich einen Korb gegeben?" Tochter: „Den soll er fich im Frack und Cyliuder holen, dann ist's feierlicher." * Kein Vergnügen. A. (spöttisch zu seinem Bekannten, der schwer bepackt soeben mit dem Zuge angekommen ist): „Na, Sie find wohl aus Vergnügungsreise?" B. (mürrisch): „Unsinn, Hochzeitsreise." Auszug aus den Standeramt-registern der Gtadt Giessen. Aufgebote. August: 17. Johann Wilhelm Uhl, Maurer zu Braunsel», und Christine Marte Lepper, Dtenstmagd daselbst. 17. Konrad Adam Fenner, Postassistent zu Caffel, und Margarethe Wilhelmine Berck dabter. 17. Karl Heinrich Altred Michi, Kaufmann zu Erfurt, und Wilhelmine Georgine Antonie Wallenfels dahier. 18. Wilhelm Kahn, Schlaffer dahier, und Juliane Auguste Marte Otterbetn dahier. 19. Wilhelm Ullrich, Kaufmann dahier, und Karoline Margarethe Amalie Ziegenhain hterselbst. Eheschließungen. August: 13. Albert Marlin Karl Ludwig Emil Lehr, Weißbinder dahier, mit Karoline Schleuntng, geb. Hof, hierfelbst. 13. Konrad Eller, Streckenarbeiter dahier, mit Margarethe Hartmetz hierfelbst. 13. Wilhelm Burkhardt, Gärtner dahier, mit Charlotte Kaufmann bierselbst. 13. Heinrich Paulus Ruhl, Lacktrer dahier, mit Marte Sophie Henkel hierfelbst. 17. Philipp Lemp, PosthtlfS- bote dahier, mit Eltsabethe Moller hierfelbst. Geborene. August: 7. Dem Bremser Wilhelm Köhler ein Sohn, Richard Johann Theodor. 9. Dem StattonSasststent Karl Wagner eine Tochter, Elisabeth Anna Aurelle. 10. Dem Kaufmann Heinrich Friedrich Nassauer ein Sohn. 10. Dem Kürschner und Kappenmacher Richard Frenzel eine Tochter. 11. Dem Schreiner Georg Beck eine Tochter, Elisa Anna Katharine. 11. Dem Schlaffer Marcellus GaltnSkt ein Sohn, Theodor. 12. Dem Brauereibesitzer Eugen Asprton eine Tochter. 12. Dem Wirth Ludwig Flamme ein Sohn, Karl Ludwig. 13. Dem Taglöhner Justus Sauer eine Tochter, Elisabeth. 14. Dem Hilfsheizer Wilhelm Konrad Preis eine Tochter. 14. Dem Vorarbeiter Peter Schepp ein Sohn, Georg Karl Otto. 15. Dem Zahlmeisteraspirant Johannes Wilhelm eine Tochter. 15. Dem Vtcefeldwebel Heinrich Specht eine Tochter. 15. Dem HülfSbremser Heinrich Wilker eine Tochter, Auguste. 16. Dem Heizer Johann Peter Barthen ein Sohn, Johann Peter. s!7. Dem Eisen dreher Franz Brunow ein Sohn, Robert Martin, und ein Sohn Franz Albert. Gestorbene. Auaust: 12. Juliane RuckelShauß, geb. Graulich, 51 Jahre alt, Ehefrau des Heilgehülfen Nicolaus RuckelShauß zu Burggemünden. 13. Joseph Sttnner, 1 Jahr alt, Sohn von Wirtb August Sttnner zu Herdorf. 13. Auguste Weigand, geb. Fischer, 67 Jahre alt. Ehefrau deö LocomottvführerS i. P. Johannes Weigand dahier. 14. Johannes Lapp, 3 Monate alt, Sohn deö Dachdecker» Johannes Lapp dahier. 14 Dr. Fritz Ploch, 59 Jahre alt, pract. Arzt dahier. 14. Ltsette Philippi, geb Dtenstbach, 53 Jahre alt, Wittwe des Fritz Philippi zu Usingen. 15. Katharine Susann« Anna Lina Elisabeth Schlierbach, geb. Häuser, 22 Jahre alt, Ehefrau ded Buchhalter» Konrad Schlierbach dahier. 15. Elisabeth Schneider, geb. Schneider, 26 Jahre alt, Ehefrau des Kutschers Karl Schneider zu Rodheim v. d. Höhe. 15. Johann Friedrich Stork, 60 Jahre alt, Zugführer in Pension dahier. 16. Philipp Schweitzer, 58 Jahre alt, Taglöhner dahier. 16 Hermann Philipp Ludwig Panz, 1 Jahr 4 Monate alt, Sohn des Dachdeckers Georg Wilhelm Panz dahier. 17. Philipp Hamm, 48V, Jahre alt, Ackermann zu ElSheim, Kreis Bingen. 17. Johannes Stede I., 78 Jahre alt, Schneider zu Blofeld. 18. Pauline Dorothea Arnold, 19 Jahre alt, Nähterin zu Wetzlar. Auszug aus -en Airchenbüchern der Stadt Gießen. «vavgeltfche Gemrinde. Getraute. MatthäuSgemetnbe. Den 13. August. Albert Martin Karl Ludwig Emil Lehr. Weißbinder zu Gießen, und Karoline Schleuntng, geb. Hof, Wittwe von Weißbindermetster Julius Adam Martin Ludwig Schleuntng zu Gießen. Denselben. Heinrich Paulus Ruhl, Lackierer zu Gießen, und Marie Sophie Henkel, Tochter von Stuhlmacher Philipp Henkel zu Gießen. Markusgemeinde. Den 13. August. Konrad Eller, Streckenarbeiter zu Gießen, und Margarethe Hartmetz, Tochter deS Spenglermeisters Ludwig Hartmetz III. zu Daubringen. Johannesgemeinde. Den 13. August. Wilhelm Burkhardt, Gärtner zu Gießen, und Charlotte Kaufmann, Tochter des Taglöhners Johannes Kaufmann zu Geilshausen. Den 17. August. Philipp Lemp, Hilfspostbote zu Gießen, ein Wittwer, und Elisabeth Möller, Tochter deS verstorbenen Landwirth» Valentin Möller zu Heblo». Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 14. August. Dem Schneider Hermann Müller ein Sohn, Lüdwig Georg, geboren den 19. Juni. Denselben. Dem Hausburschen Florenz Goffelmeyer eine Tochter, Marie Mathilde, geboren den 24. Juli. Denselben. Dem Küfer Georg Schmidt ein Sohn, Karl Friedrich Wilhelm, geboren den 4. Juli. Markutzgemeinde. Den 14. August. Dem Maschinist Ludwig Waldschmidt ein Sohn, Karl Adolf Leonhard Heinrich, geboren den 25. Juli. Denselben. Dem Spengler Ernst Hosch ein Sohn, Ernst August Wilhelm Ferdinand, geboren den 20. Juni. Denselben. Dem Kaufmann Louis Benner ein Sohn, Rudolf Alexander Wilhelm, geboren den 29. Juni. LukaSgemetnd e. Den 14. August. Dem Wagenwärter Heinrich Volk ein Sohn, Heinrich Nikolaus, geboren den 30. Juni. Johannesgemeinde. Den 14. August. Dem Dachdecker Hermann Meier eine Tochter, Elise Dorothea, geboren den 6. Juli. Denselben. Dem Briefträger Conrad Becker eine Tochter, Anna Marie Helene, geboren den 21. Juli. Denselben. Dem Taglöhner Friedrich Dietrich ein Sohn, Heinrich, geboren den 27. Juli. Den 15. August. Dem Schlosser Heinrich Lehrmund eine Tochter, Selma, geboren den 27. Juli. Beerdigte. Mattbäusgemeinbe. Den 16. August. Dr. Fritz Ploch, practischer'.Arzt, verheirathet, 59 Jahre alt, starb den 14. August. Denselben. Auguste Weigand, geb. Fischer, Ehefrau von Loco- motivführer i. P. Johannes Weigand, 67 Jahre alt, starb den 13. August. Markusgemeinde. Den 17. August. Philipp Schweitzer, Bahnarbeiter, verheirather, 58 Jahre alt, starb den 16. August. LukaSgemetnde. Den 15. August. Adeline Friederike Bechtoldt, Tochter deS verstorbenen Kaufmanns Friedrich Bechtoldt zu Braunfels, 58 Jahre alt, starb den 12. August. Den 17. August. Lina Schlierbach, geb. Häuser, Ehefrau de» Buchhalters Conrad Schlierbach, 23 Jahre alt, starb den 15. August. Denselben. Johann Friedrich Storck, Zugführer i. P., 60 Jahre alt, starb den 15. August. Johannesgemeinde. Den 17. August. Elisabeth Schneider, geb. Schneider, 27 Jahre alt, starb den 15. August. Bremen, 19. August. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Roland, Capitän I. Jantzen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern, 5 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Baltimore angekommen. verkehr, Land, «nd volk-wlrthschaft. Gießen, 20. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. Jü 0.95—1.10, Hühnereier per St. 6—7 H, 2 St. 11—13 H, Enteneier 2 St. 14—15 H, Gänseeier per St. 12—00 H, Käse 1 St. 5—7 Küsematte per St. 3 Erbsen per Liter 18 4, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar JL 0.80—0.00, Hühner per St. 0.85—1.20, Hahnen per Stück JL. 0.65—1.00, Enten per St. 3L 1.50—1.80, Gänse per Pfund 0 00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 66—74H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—66 4, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 H, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 76 H, Kalbfleisch per Pfd. 60—64 Hammelfleisch per Pfd. 80—00 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bis 8.00 JL, Weißkraut per St. 0—00, Zwiebeln per Ctr. JL 5.00—6.00, Milch per Liter 16 H. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 20. August, zwischen 11 u. 12 Uhr Mittag»: Wasser 19'/,°, Luft 23°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Ä51^ -er, 67 fltfian wes «EE/Mfo alt, nrtrt a^Bt*4 Ä”Ä8i«m 6n ärvge *»$#•** ^^^^gg^ i« **.•** TUue^e ttadwiebten. Depesche» brt Bureau .Herold". Mai>-, 20. augnfi. Der Kaiser ist beute Morgen pictl 6*/< Uhr auf Station Neuthor eingettoffeu. Er stieg sofort zu Pferde und begab fich zum Mavöverfelde nach de« grohen Saud. Bad-Nauheim, 20. August. Da« Kaiserpaar trifft am Soautag den 21. bl., Nachmittag« 4 Uhr 10 Miauten, mittelst Exrrozuge« hier ein. Während da« gesammte Gefolge, da« den Kaiser nach Mainz begleitet hatte, am Baha- Hose hier verweilt, fährt da« Kaiserpaar zur Kaiserin von Oesterreich. Die Begrüßung ist nur kurz. Um 4 Uhr 46 Minuten fährt da« Kaiserpaar bereit« nach Wilhelmßhöhe weiter. Berlin, 20. August. Professor Koch wird vach einer Sihener Meldung nächsten« die Sumpfgegenden Griechenland« zur Erforschung oe« griechischen Sumpsfieber« besuchen. Berit», 20 August. Nach einer Meldung de« „Kl. Journal" au« Part«, hat der Uatersuchuug«richter Ber- rulu« seine Demtsfion eingereicht. Berit», 20. August. In etner Petersburger Draht- Meldung bezeichnet da« „Kl. Journal" die Nachricht der englischen Prcsse von einer Zusammenkunft Kaiser Wilhelm« mit dem Zaren brhuf« Beseitigung der Verstimmungen wegen der Palästtnareise al« erfuvdeo. Weder sei eine Begrgouog geplant, noch sei eine Verstimmung vorhanden. r,trlt», 20. August. Nach einem dem „Berliner Tage- blatt" au« London übermittelten Telegramm bringt „Daily Mail" solgeode Miithetluug: Ruhland hält an seinem Anspruch, einen Hafen tm Sultanat von Raheyta vom Sultan resp. de« NeguS zu erwerben, fest und bestreitet Italien da« Recht, zu interventreo, da Menelik den von Italien ange- zogenrn Vertrag nicht anerkannte und diese« Rahland und Frankreich not ficirte. Ans die Vorstellung Italien« hat Rußland denn auch geantwortet, daß e« weder den Vertrag noch Italien« Grünbuch anerkenne. Wie», 20 August. Dem „Fremdenblatt" zufolge werden die am 24. bi. M. in Budapest beginnenden Minister« Eon serenzen «ehrere Tage dauern, da zwischen beiden Regierungen noch immer sehr wesentliche Differenzen bestehen. Wie», 20. August. In der gestrigen StadtrathSfitzung gelangte der Antrag zur Aanahme, die Stadtgemeiode solle ein Gesuch an die Regierung richten, den Bau de« Donau- Oder und de« Donau Elbe Lanal« in Angrisf zu nehmen. Die Gemeinde Wien werde fich finanziell an der Durchführung der beiden (Kanal Projekte beteiligen. Budapest, 20. August. Die Gemeinde Sro ktö brannte durch die Unvorfichtigkeit eine« Bauern vollständig nieder. Brüffrl, 20. August. Während der PrelSvertheiluug io der volk«ichule zu Malonne fing die Estrade Feuer. Mehrere hundert Kinder stürzten in wilder Panik dem Au«gange zu, wobei zahlreiche Verletzungen vorkameu. Da« Feuer konnte schnell gelöscht werden. Pari«, 20. August. Da« UatersuchungSgericht, vor welche« Esterhazy gestellt wird, ist nunmehr bestimmt. Wann da« Gericht zusammentritt, steht noch nicht fest. Dasselbe wird folgende vier Fragen zu beantworten haben: Hat fich Esterhazy 1. schlechter Lebensführung, 2. schwerer vergehen im Dienst oder 3. gegen die Dtsciplio oder 4. gegen die Ehre schuldig gemacht. ” Paris, 20. August. Wie nuowehr bekannt wird, war der Minister des Auswärtigen, Deleaffs entschloffen, da« Portefeuille niederzulegro, wenn sein Frteden«vorschlag zwischen Spanien und Amerika ein ungünstigr«^Resultat gehabt hätte. Paris, 20. August. Der Marioemtntster Lockcoy wird nach Wiederzusammentritt der Kammer die vöthigen Geldsummen fordern, um den Hafen von Saint Pierre de Miquelon bei Neu-Fouudland zu einem uneinnehmbaren Krieg«- Hafen zu gestalten. Loudon, 20. August. Nach einer Meldung au« Peking forderte der deutsche Gesandte Freiherr von Hryking baß Tluvg li Uamen auf, die Frage mit der Tienlfin- Tschiukiang-Bahn Concesflon so schnell wie möglich zu erledigen und erklärte, wenn die Bahn-Looceifiou nicht In deutsche Hände kommen würde, dann würde die Bahn w blich von der Shantung-Halbinsel angelegt. Welter erklärte Daro» von H Yking, daß der Fortführung der Prktog Hankau-Eiseu- bahn Widerstand geleistet werden würde, wenn dec Lootract die vereinbarte Sphäre überschreiten würde. Man glaubt, Heykivg sei bereit, den Zusammentritt etner englisch deutschen Commisfion zu unterstützen, welche die gegenwärtigen Zwtfitg- keiteu beilegen würde. Petersburg, 20. August. Die v e r m S h l u n a de« Großfürsten Georg Michaelowitsch mit der Prinzessin Marie von Griechenland findet am 26. November im Beisein de« Ezarenpaare« statt. Madrid, 20. August. Der Hof fiedelt am Montag bi« zvm Fltedrn«schluffe nach San Sebastian über. Alleinvertretung des Dupker-Jayrraoes. o n ra n 9 Der Allein anfertiger für Giessen S S und Umgebung: ♦ : WUh. Böhling, • Kaplansgasse 14. 8328 • Couverts mit Firma liefert billigst Krühfschc Aniv.-Inlckeret. 8307 Dlenstttg den 23. August: Letzte Vorstellung. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Toilette-Gesundheits-Seife. Emil Bender. , liefert wird, nur Mk. 1.25. Teilen und Parfümerien, Tulpen und Schirme für Glühlicht-Beleuchtung find bei un« in ver- Schulstraße 5. , schiedenen Preislagen von Mk. 1,25 bis Mk. 2,50 und höher zu haben. Gießen, den 2. August 1898. 7937 Gorty-Althoff Giessen Oswalds Garten Sonntag ben 21. AngnS 1898: 2 Gruße ft Fkst-NoMungkli Nachmittags 4 Uhr: Halbe Kassa-Preise für Erwachsene und Kinder wie folgt: Loge 1,50 Mk., Sperrsitz 1 Mk., 1. Platz 0,70 Mk., 2. Platz 0,50 Mk., 3. Platz (Stehplatz) 0,25 Mk. *Hauptpiecen sind: Monstre-Tableau mit tuntzig Pferden. 40 Grand Potpourri 40 Clowns der 40 Clown*. Clowns Urkomische Pantomime: Barbier von Sevilla. preist für AmWs GnsgiLiiiicht. x Ein vollständiger Gasglühlicht - Brenner (Brenner mit lirtf Jttttrr trtltttfrifo Glühkörper und Cylinder) kostet.....Mk. 8.—, yUL'llllJllllUllUinilr I ein Glühkörper (Strumpf) kostet Mk. 0.70. Idi- einjifle, wirksamst-,- concurrenjlofe' Ein »uerlicht-Br-nn-r (chn-Sttumpf und Cylinder) kostet wenn er ' gegen Rückgabe eines Glühlicht-BrennerS anderen Ztzabrtkats ge- Abends 8 Uhr: Große ßMant-Uorstellg. zu vollen Preisen für Erwachsene und Kinder. □oooooooooooo o 20 20 0 0 erstkl. Nummern. Q ooooooooooooo Interessant für jeden Kegelfreund! Die lustigen Kegelbruder. Kegelnde Plerde. Grand Potpourri d. 4OClowns Das Wunderpferd Sans Rival Torgeführt vom Director. Original Humorist M s t r. Alfonso. Zum Schluss: Novität! Novität! Leben und Treiben in den Prairien mit L’ebertall eines Eisenbahn* zages durch Indianer. Montag den 22. August. Vorletzte VorsteUung. 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Ludwig Steinmüller. 102.40 95.50 100.95 000.00 102.50 Abendcourser 153.10 s Oesterr. Credit-Actien Sovntag Mittag 12 Uhr 6 Min. Abfahrt )llr Ktßchtigung der Gewerbe- Ausstkliang Kuhbach. Die Mitglieder der hiesigen Akeischer- Innnng bringen ihrer Kundschaft zur Kennt- niß, daß heute Sonntag ausnahmsweise Hercules-Frisirkämme Garantie-Zahnbürsten Badehauben Die tieftrauerudeu Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Samstag den 20. d. Mts., Vormitt. 9 Uhr, in Wiesbaden statt. Gebrauchter bessern Schreibtisch zu kaufen gesucht. Offerten unter 8302 an die Expedition erbeten. Oesterr. Silberrente Ung. Gvld-Nente Portugiesen Mexikaner Monopol-Griechen von Eisenb. Rentenb. Obl. Buderus Obl. 8303] 2 Ziegen und 1 Lamm zu verkaufen. Nahrungsberg 12. Uebung Montag 22. August fällt aus. Das Commando. Tüchtiger Commis für ein auswärtiges Colonialwaaren-Engros-Geschäft gesucht. Offerten unter Nr. 8347 nimmt die Expedition d. Bl. entgegen. Giessener Radfahrer-Verein 1885. Heute Samstag, den 20. er., Abends 8«/, Uhr : Einweihung des neuen Vercinslocales im Hotel Schütz (musikalische Jagdforstmeister mit bek. Euhjer- Bier). Montag den 22. er.: Abendtour über Großen-Lmden, Leihgestern, Gießen. Ab- 8320] Goldenes Kettchen am Montag verloren. Gegen Belohnung abzugeben Afterweg 26. Procent 31/, Deutsche Reicksanl. 3 " Preuß. Consols empfiehlt sich zur Anfertigung Ton Druckarbeiten aller Art Für die Beweise herzlicher Theilnahme an dem schweren Verluste unseres unoergeßlichcn Gatten, Vaters, Bruders, Schwagers und Onkels, sowie sür die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Scriba, seinen vorgesetzten Behörden, dem verehr!. Kriegerverein, seinen Freunden, Collegen und allen Denen, welche ihm die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir unser» tiefgefühltesten Dank. 8329 Familie Volz, AlteuMklk. Evang. Gottesdienste der Method. Kirche Neuen Weg Nr. 9, Hinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengasse. Sonntag 21. August 1898, 37, Uhr: Predigt. Prediger Barnickel. Jedermann freundlichst willkommen. Zu der am Sonntag und Montag, den 21. und ds. Mts., dahier stattfindenden Kirchweihe Offene Stellen ihre Geschäfte um 1 Uhr geschloffen werden Geld ; 80.80 ;169.85 >187, O Da es heute Sonntag anfängt O Lade ich freundlichst ein O Und denke, es wird so paffend sein. Statt jeder besonderen Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Rathschluß entschlief gestern, am 18. August, sanft und ruhig in Wiesbaden, wo er Heilung suchte, 8296 Herr Valentin Funk Lehrer i. P. Wir widmen allen Verwandten, Freunden und Bekannten diese Anzeige und bitten, dem Entschlafenen ein gutes Andenken zu bewahren. Die Buchdruckerei des Giessener Anzeigers Giessen Schulstrasse 7 4 3 6 4 □OOOCXXXXXXXXXXXXX3 g Kirchweihfest g g Heuchelheim. 8 Tüchtige Maurer und Taglöhner stndensofortdauernde Beschäftigung in Accord und Taglohn bei gutem Verdienste. Näheres durch den geschäftsführenden Ausschuß der vereinigten Arbeitgeber der Maurer in Frankfurt a. M. K. 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