‘idelbtrg statt. Mr. 17 Zweites Blatt. Freitag den 2L. Januar 1SO8 Hrfcheint tägNch tmt Ausnahme deS MontagS. Die Gießener MamirteuVkLtler werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger zsezugrprei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloha. Bei Postbezug Mark 50 Pfg. ierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-LermittlungSstellen deS In» und AuSlandeL nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger uitgegea. Anrts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Redactton, Expedition und Druckerei: Kchnlstrutze Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. emn-dben. . -'7-_____6, II L__ ^idtinrt ZiwLerÄ 5:-:'7Zt2Lkt JU verwL Utitt. U, Konj. Ml C--L Kover ,u vnM __ttttettoVn Mieth-Gesuche. ' Bflhotg. 5 M 6 gimmn: bk. *m flnin Kiwilli M11 ß Ml Cff.T.'a unter land, sondern durch alle deutschen Länder eine Bcw»gui-. die sich eine Reform der Volksschullehrer-Bildung zum Ziel« gesetzt hat. Selbstverständlich hat die Lehrerschaft Hessens sich mit Interesse an die Lösung dieser Frage gemacht. Ans zahlreichen Bezirks-Versammlungen hat diese Frage auf der Tagesordnung gestanden und je eine Beantwortung gefunden, wobei sich natürlich wieder die alte Wahrheit bewährtem „viele Köpfe, viele Sinne". Darin stimmen nun fast Alle überein, daß die seitherigen Präparandenschulen (L«ch, Lmden- fels und Wöllstein) nicht mehr als zureichende Vorbereitung»' schulen für den Eintritt in« Seminar gelten könnten; daj überhaupt jede Präparandenschule, möge sie nun einen Namen führen, welchen sie wolle, zu verwerfen sei, daß vielmehr von dem ins Seminar eintretenden Schüler das Abgangs- zeugniß einer höheren Lehranstalt gefordert werden müße. Darüber allerdings, welche höhere Lehranstalt, ob Realgy«- nasium, Oberrealschule oder Realschule, vorher absolvirt werben soll, sind die Meinungen recht getheilt. Für die Ober« rcalschule entschieden sich 33 Bezirks Vereine, für das Realgymnasium 22, für die Realschule 21 Vereine. Es will nid fast scheinen, als ob die Conferenz-Beschlüsse sämmtlich üb« das zunächst erreichbare Maaß in ihren Forderungen hinaus« gingen und den realen Boden, unter den Füßen verlören. Es ist doch zunächst kaum anzunehmen, daß die Regierunz die vor etwa zwei Jahrzehnten geschaffenen drei Präparauden- schulen kurzer Hand aufheben werde, weil etliche Mängel sich an chnen herausgestellt haben sollen, die rrcht wohl heilbar sind, auch ohne solche Radicalcur. Dann bieten die bestehenden drei genannten Schulen bei aller Verkennung so groß« Vortheile, die ein jeder einsichtige Lehrer zugeben muß, welche die vorgeschlagenen höheren Lehranstalten zusammengenomme« nicht bieten könnten. Denn gewißlich ist es nicht hoch gemij anzuschlagen, daß diese Schulen es Söhnen der qefunber Landbevölkerung ermöglichen, noch nach der Confirmatioi den Lehrerberuf zu ergreifen, wodurch nicht die schlechtestes Elemente dem Lehrerstande sind zugeführt worden, und vor welch unberechenbarem Ruhn ist es für den Volksschullehrn, wenn er selbst als Kmd durch die Volksschule gegangen ifl was ebenfalls die Präparandenschule ermöglicht, da tfr Lehrplan sich auf den der Volksschule aufsetzt. Noch manche! Andere wäre zu nennen. Wir gedenken nächstens auf di« Sache zurückzukommen, insbesondere die Vorschläge, bezt-li^ des Seminars halber, eingehender zu besprechen. Mk. n H des Geldfchranks aus 30 — H der das rbildisg. und alle 4,00 3,30 3,00 10,00 2,40 0,20 2,70 1,10 1,10 Ctr Infinq drt ntntn kes VihUawpsk, Bon HerauSnehmen der Mauer u V 80 Mk. Kosten waren darauf eotstauden: Versteigerung........ Schreibgebühr........ Insertion......... Trar-.tportkofteu, Arbeitslohn . . . Pfandkammerkosteu...... Porto der Geldsendung..... Porto der Prot.-Abschrift . . . . Abschrift der Hinterlegungs-Erklärung Porto dafür........ Millionen nachzusuchen. * Königsberg L Pr., 18. Januar. Ein Geldbrief nelt über 31000 Mk., von der Deutschen Bank in Berlin an H. Wolff hier adressirt, wurde einem Schwindler aus- gshändigt, der flüchtig ist. Eine Belohnung von 3000 Mk. Viele unserer Leserinnen werden die große Bequemlichkest und Grfparaiß mit Freud-n begrüßen, welche ihnen Vorwerk» neues rundgewebtes, seidenes K agenfutter btetet. Bisher war e4 bekanntlich nöthtg, das seidene Futter für den Kleider Kragen au« Stoff rund auszuschnetden und zum Etnnähen an beiden Kante« umzulegen. Die Erneuerung des namentlich im warmen Sommer bei täglichem Gebrauch oder auf der Reise schnell abgenutzten Futter« mutzte daher allemal durch eine Näherin besorgt werden. Vorwerk» neue» Kragenfutter nun ist fix und fertig zum Etnnähen gewebt, mit festen Kanten und in derselben Rundung, wie die Vorwerk'sche« Kragen-Einlagen, deren letzt erschienene Neuheit „Practica" grave das Einnähen deS Kragcnfuttcrs ungemein erleichtert. der von dem betreffenden Schalter bedienten Stationen tm Relief angebracht find; durch Drehung wird der erforderliche Name an die zum Druck erforderliche Stelle gebracht. Die Handhabung soll leicht und schnell sein. * Siu erschütternder Familiendrama hat sich in Kreuzburg in Schlesien ereignet. Seminardtrector Jänicke, ein Wir wollen heute ein Beispiel geben, was eine Pfändung mit ihren Folgen kostet. Wegen einer Schuld von 720,20 Mk. ist ein tseldschronk gepfändet worden. Der Geldschrauk hatte beim Einkauf 300 Mk. gekostet- die Versteigerung brachte Als Polizeiiuspector Dosch zur Besichtigung d-s iatm zuerst nicht 18jährtge Sohn, der Schloffer war, erst seine Eltern seinen jüngeren Bruder erschossen. Die Schüffe waren in die rechte Schläfe gedrungen. * lieber die Berliner Wohuungsverhältmfse giebt z« den Mädchen gelaffeu und erst, al» er amtliche Maßregeln In Aussicht stellte, wurde ihm die Thüre zum Zimmer der vermischtes. • Homburg v. d. H., 18. Januar. In der heutigen Dadtverordnetensitzung wurde der Magistrat beauftragt, bei her Regierung die Genehmigung einer Anleihe von zwei Mädchen geöffnet. „Endlich kommt Hilfe!", das war der gmneiusame Ruf der Mädchen, mit dem sie Dosch begrüßten, »echt bezeichnend für da» AuSbeuteshftem der Thiele- rrmn'schen Eheleute sind die Gagenverhältaiffe. Die Mädchen v rren als „Lehrmädchen«" seit Juli gegen freie Station und Stellung der Costüme engsgirt. Erft von Januar dieses KchreS ab beziehen die beide« Geschwister Bär je 20 Mk., dSe Roger sollte ab 16. Januar 25 Mk. und die Luckstädt aS 1. Februar 20 Mk. pro Movat erhalten. Wozu diese Vageverhältuiffe führen, braucht nicht erläutert zu werden. Ca8 Gertchr erließ Endurtheil dabin, daß die m t den fünf k rgerischeu Mädchen seitens des Thtelemonn abgeschloff nen Lontracte als gelöst zu betragten seien, Thiel-manu verpflichtet ist, au sämmtliche Klägerinnen die halbmonatliche Gage und außerdem an die beiden Geschwister Bär »in Reisegeld nach Himburg im Betrage von Mk. 48,80 zu zahlen. Vergleichs- vuirschläge, ja die Bitte ThielemannS an die Mädchen, doch n och zwei Monate bet -hm zu bleiben, damit er seinen ein- g -gangeneu Verbindlichkeiten Nachkommen könne, lehnten die Mädchen entschieden ab. „Nur sosort weg von Thielemann", bio6 war ihr einziger Wunsch. * Karlsruhe, 18. Januar. In Schiltach tm Kinzig« total ist SamStag Nacht das große Sägewerk von Joses Gretel mit Turbinen und MaschtnenhauS ein Raub 6e'r Alammen geworden, so daß viele Arbeiter brodloS wurden. Wan vermnthet nach der „B-d. Pr." Brandstiftung, und ijisar um io mehr, als in derselbea Nacht das Sägewerk Barers deS Gretel im Bühlerthal gleichfalls abgebrannt ist * Mailaub, 14. Januar. Die verrückte Unsitte einzelner italienischer Clavierspieler, 50 Stunden lang ohne wnterbrechung Clavier zu spielen, hat nun zu einer Heraus- sarderung zwischen den beiden robustesten dieser Tastenhelden, dm Herren Camillo B a n c i a und Adriano Adriani geführt. Sie EoCen miteinander ohne Unterbrechung 50 bis 60 Stunden fang vierhändig spielen, so lange bis der Eine nicht mehr kenn. Der Einsatz beträgt 1000 Lire. * Petersburg, 18. Januar. Im Taganroger Bezirke wurden in einer Grube der russischen Donezaer Gesellschaft infolge einer Gas-Explosion 40 Arbeiter getödtet und U8 verwundet. • Eia Billetdruckapparat ist auf dem Vorortbahnhof deS Drucksachen, Rechnungen, Aactnren, ßtrcukare, Arieföogen, Amschtäge mit Airmendruck fertigt billig Krühl'slhk Wv.-Kuch- u. Kicmdrnckkrti. «chrelftratze 7. Citcratur «nt — Von dem Innern der neuen Lawn-Termis-Spielhalle, die fich der deutsche Kaiser im Park seines ScklosskS Monbijou in Berlin hat erbauen lasten, gibt Heft 10 der „Modernen itmtft* (Veilag von Rich. Bong, Berlin W. 57, Leipzig, Stuttgart, Wie«. Preis 60 Pfg.) in einigen trefflichen Bildern eine sehr anschauliche Vorstellung. Äus dem begleitenden Text geht hervor, daß Kaiser Wilhelm Lawn-TenntS mit großer Vorliebe betreibt und ein vorzüglicher Spieler ist, der schon manchen Match gewonnen hat. An tntercstantem Inhalt ist Heft 10 des prächtigen Blattes, welches mit Recht einen Weltruf besitzt, ungemein reich. !st ausgesetzt. I* München, 18. Januar. In einem Cafe und Restaurant kam es zu einer aufregenden Scene. Au einem der Tische wurde stark in Antisemitismus gemacht, was ein am andern Tisch sitzender Israelit hörte. Als einer der Gäste . d.-s Tisches auf einen Augenblick das Local verließ, eilte ihm d.ir Israelit nach und versetzte ihm kurzer Hand eine Ohrfeige. Darauf packte der Geohrfeigte den Juden an und biß Hm ein Ohr ab. (!) Der Verletzte hatte großen Blutverlust. Kz dauerte nach der „Augsb. Abdztg." ziemlich lange, bis eim Arzt herbeikam, der das abgebiffene Ohr wieder annähte. ♦ Würzburg, 14. Januar. Ein düsteres Bild deS ArtistenlebenS entrollte nach dem „Würzb. Journ." tm Verhandlung des Gewerbegerichts. Die Sängerinnen Md Tänzerinnen Geschwister Hermine und Clara Bär, hunrietie Luckstädt, Elise Nötiger und Marte Roper, sämmt- ltch aus Hamburg, klagten gegen ihre „Impresarios", die äirtisten-Ehelente Wilhelm und Anna Thielemann, die als Milsoustrupp e" seit 1. Januar im „Eldorado" dahier Anstellung gaben. Dir Besucher dieses Baristv Theaters werden beim Auftreten der fidelen Truppe, die durch ihre hutteren Lieder und Tänze das Publikum aufs Beste unter- Mt, kaum eine Ahnung davon gehabt Haden, welche Körper« md Seelenqualen die Mädchen auSzusteheu hatten, bis endlich die Polizei verständigt wurde, daß die ThtelmannS die Klägerinnen bei jeder Gelegenheit schlugen und mit AuS- Wen belegten, die ein anständiger Mensch Überhaupt nicht Wer die Lippen bringt,- dabei mußte die aus sieben Mädchen dastehende Truppe im schlechtesten Zimmer des Eldorado -ampiren- e» standen ihnen auch nur vier Betten zur Ver- iSgung. Polizetiaspector Dosch bezeichnet den Wohnrrum ill ein „Loch", das höchstens für zwei bis drei Personen Mänglich Platz btetet und nur einen Luftraum von 46 Cn- Procter halt. Obgleich der Bisitzer deS Eldorado in zuvor- kommendster Weise wettere Zimmer zur Vrrfügung stellte, hochbegabter, allgemein beliebter Mann, war in BrrmögenS- schwierigketten gerathen, die in ihm den entsetzlichen Gedanken erregten, sich und seiner ganzen Familie daS Leben zu nehmen. Seine Frau und die beiden jüngsten Söhne tm Alter von 16 und 18 Jahren waren mit dem Vorschlag einverstanden. Der älteste 23jährige Sohn, ein Student, leistete der Auf» fordernng seines Vaters keine Folge. Als sich die Lebevs- überdrüssigen mit KohlenguS tödten wollten, öffnete der Student Thüren und Feaster und setzte die übrigen Lehrer deS Seminars von dem Vorhaben seines Vaters in Kenntniß. Hierauf reiste Dtrecror Jänicke mit feinen Angehörigen nach BreSlau, um in einem Gasthof den Selbstmord anSzuführen. Die Polizei benachrichtigte sämmtliche Gafthofbesitzer der schlesischen Hauptstadt, und der Familie Jänicke wurde keine Ausnahme gewährt. Jänicke kehrte nach Kreutzburg zurück und begab sich zu Fuß in die Umgebung der Stadt. Am 7. d. M. Morgens fanden Bauersleute den Director Jänicke, dessen Frau und die beide« Söhne bei Klein-Laffowitz als Leichen vor. Nach der gerichtlichen Feststellung hatte L. statistische Jahrbuch die folgenden interessanten Ausschlüsse: Die Entwickelung der Bewohnungsdichtigkett war tm Allgemeinen günstig. Die Zahl der Grundstücke mit der für Berliner Verhältnisse niedrigen Behausungsziffer von zehn Bewohnern hat zwar ein wenig abgenommen, indeß hat fich andererseits auch der Antheil der „MiethSkaserneu" mit mehr als 200 Bewohnern vermindert, während die Zahl der Grundstücke mit einer Dichtigkeit von 20 dis 50 Bewohnern gestiegen ist. Von den am dichtesten bevölkerten Grundstücken haben 467 zwei- bis dreihundert, 113 gar über 300 Bewohner. Daß von 183 „MiethSkasernen" jede mehr als 60 „Wohnungen" befitzt, erscheint erklärlich, wenn man fich die kleinsten der kleinen Wohnungen näher betrachtet: eß bestehen nämlich nicht weniger aU 2605 „Wohnungen" ledig- lich ans einer Küche und 2778 nur au« einem (obendrein nicht heizbaren) Zimmer. Und wie viele Personen Hansen in einer solchen „kleinen Wohnung"? Bis zu acht Personen, glücklicherweise nur in vereinzrlttn Fällen,- je sechs Personen findet man 21 mal, je fünf schon 56 mal als Mitbewohner eines einzigen Zimmers! Und in 88 Fällrn thrilrn die Küchen-Miethrr ihre „Wohnung" noch mit Schlaf- leuten. Die Beweglichkeit des Grundbesitzes hat sich in den letzten Jahren erheblich vermindert, wiewohl ein Drittel aller (23 256) bewohnten Grundstücke erst seit 1890 fich im Besitze ihrer jetzigen Eigenthümer befindet,- etwa 20 Jabre lang gehören ihren Eigenthümern nur 4749 Grundstücke. Es findet sich die auch früher beobachtete Thatsache bestätigt, daß die Schnelligkeit des Besitzwechsels mit der Größe der Grund- stücke sich erhöht — ober daß, je weniger Wohnungen ein Grundstück enthält, es desto weniger als Handelswaare dient. ♦ Die Zahl der Millionäre i» Berlin beträgt nach den Angaben dtS statistischen JuhrbuchS der Stadt 2092. Als Millionär wird hierbei gezählt, wer ein Einkommen von über 36000 Mk. hat. Thaler-Millionäre gibt eS 477. D?.r reichste Berliner verfügte über ein Einkommen von beinahe 3 M llioneu Mark, was einem Vermögen von etwa 75 Millionen entsprechen würde. Der zweitreichste Berliner ist auf ein Einkommen von etwa 1720000 Mk. eingeschätzt, lieber 1 Million Mark Einkommen haben 7 Berliner. Ein Ein- kommen von mehr all 40000 Mk. haben 1852 Berliner, von 20500 bis 40000 Mk. 2623, über 9000 Mk. 8035, d. h. ohne die höheren Stufen. Die oberen Zehntausend be- ginnen also für Berlin etwa mit dem Einkommer von 9000 Mk. lieber 5200 Mk. Einkommen verfügen 12559, über 1000 Thaler 17680. Im Ganzen haben also mehr a!S 42000 Berliner ein Einkommen von über 3000 Mk. Die Zahl derselben ist seit den letzten drei Jahren stetig zurückgegangen. Sie betrug 1894 noch 43819. Die Zahl der ein Einkommen von 900 bis 1800 Mk. genießenden Berliner ist dagegen um 21107 gestiegen, offenbar auf Kosten der früher steuerfreien, unter 900 Mk. Eingeschatzten. DaS jährliche Gesammtein- kommen der Berliner Bevölkerung berkchuet daS Jahrbuch auf 1 Milliarde 206»/, Millionen bei den physischen und 511/, Millionen bet den nicht physischen Petsouen. DaS Durchschnittseinkommen beträgt demnach 731 Mk. 64 Pfg. Im Ganzen betrug daS Veranlagungs-Soll der Emkommen- steuer über 20 Millionen Mark, m der ganzen Monarchie 1231/, Millionen. Die Berliner Bevölkerung, welche nut den 19. Theil der preußischen Bevölkerung ausmacht, bezahlt also beinahe den 6. Theil der ganzen preußischen Tin- kommensteuer. • Sin netter Radfahrer College. In Belgien hat, nach der „W. Allg. Sp.-Z.", dn Radfahrer bei einem Straßenrennen ein Mittel gefunden, um sich den Sieg zu sichern, welches ebenso sichet, als durch seine Einfachheit v rdlüffcnd ist. Der gute Mann war in dem Slraßenrennrn Zweiter und mußte zu seinem Schmerz einsehen, daß eß ihm nicht möglich fein würde, den Ersten einzuholen. Wos tfjat nun der Brave? - Er telegraphirte von ber nächsten Ortschaft, die er pasfirte, j an die Polizei des Städtchens, durch welche» nach seiner Be- ; .echnung der Erste bald kommen mußte, daß eine Anzahl t Radfahrer einen Fahrraddieb verfolge, der aber leider einen großen Vorsprung habe. Er bat die Polizei um Unterstützung, und solche ward ihm auch zu Theil. Der Erste wurde an- gehalten und ehe er fich noch genügend hatte ouSweisen können, war der Zweite Erster geworden. • Was kostet eine Pfändung? Utbet Nicht» wird im Volke mehr geklagt, als über unser ^theure» Recht". Pariser Nordbahuhofe» am Mittwoch In Thätigkrit getreten. Er macht die großen, unübersichtlichen Schränke eit all den Fahrkarten Überflüssig. Die Reisenden, welche am Schaltcr eine Fahrkarte fordern, sehen die Beamten nicht »ehr am Schranke Herumsuchen, vielmehr mitttft dreier Hand- griffe an einer bequemen Maschine die Fahrkarte vor ihren Augen Herstellen. Die Fahrkarten erhalten die Bezeichnung k* Abgangsstklle, die Büreaunummcr, das genaue Datum tatr Ausgabe, Reiseziel, Klaffe, Preis und Reihennummer. ®<*r Apparat seinerseits comrollirt seine Inanspruchnahme, indem er gleichzeitig mit dem Blllet auf einen Papterstreifen Ätthennummer, Preis und Bchtrnmungsort druckt. Der zur Fahrkarte nöthige öarton wird der Maschine mittelst Zahn- cxbeß zugeführt und in der richtigen Weise beschnitten. Die Maschine hat tm Wesentlichen die Form eines dreifachen hirrizontalen Rade», auf dessen Umkreis u. A. die Namen fei« Witt, würben wir i fcrstbtrl Wat Srleblchl •it tirr eist M;» II remia bei fctteetn H iatteitn auf dm P Rmiulittidt, VMichseoi u cat CnlM«. ffifirtti taMtatn miffittttc, fe li et laifrtien! toreb. igl h , („.„Ws to’e J “ Miiang bt< Orte«» man ani * J*** «ioi M ; ,,fl Wam üoBfib OB Tkßtlldt bt| 0? Mfnibttben ton i ‘drangen. Die ?3 B:B annimmt, ei fc n°- eniitliin »< “Mm mit Biittira g trat HtmiDtjt «Ml (nt •'tritt. hoi übrize Revjü ni»3che genj entiitttai - >rnottMenlto schon ktx aJra ,»ar in recht fj: 3,■ ”' iitHi t. 2"° i°d« <7 01l dl« k «» ’ m" k 6' S'1' tiit » i »"»in, tn, ""f"«k ' »•« ,Wt Zusammen 56,90 Mk. Hierzu kommen nun noch die Pfändnugsgebühre», die wohl 6—8 Mk. betragen haben werden, so daß die Versteigerung usw. bei einem Eryebniß von 80 Mk. etwa 65 Mk. Kosten verursacht hat. Der Schuldner hat also feinen Geld- schrank, den er zum Geschäftsbetrieb nothwendig brauchte, verloren, inSgesammt also einen Verlust von 205 Mk. erlitten, ohne daß der Gläub'ger einen irgendwie nennens- werthrn Gewinn gehabt und die Schuld sich nennenSwerth verringert hätte. * „Flaschenposten". AuS Hamburg wird der „^rff. Ztg." berichtet: „Die Flaschenposten der deutschen Seewarte" heißt eine soeben herauSgegebene Schrift, die im Auftrage der Direetion der Seewarte bearbeitet wurde und als Be- richt über die deutscherseits aufgewandten Arbeiten zur ®r- sorschung der Meeresströmungen zu gelten hat und die von Amerika aus erhobenen Ansprüche wegen alleiniger Leistungen von dort aus auf daS entsprechende Maß zurückführen wird. DaS mit Karten und Tabellen auSgestattete Buch giebt über die tm Srewarten Archiv vorhandenen Flaschenpostzettel und deren Bearbeitung Auskunft. ES heißt dort u. A.: »DaS älteste der tm Besitze der Seewarte befindlichen Originale von Flaschenvostzetteln giebt Kunde von einer besonder- in- teteffanten und großen Trift- sie ging vorn Cap Horn bis zur Südküste Australien- und bedeckte damit eine Entfernung von 8500 Seemeilen. Die Flasche wurde durch den Diener Profeffor NeurnaherS, Brinkmann, auf der Reise de- SchiffeS „Norfolk" von Melbourne nach London beim Cap Horn am 12. Juli 1864 au-gesetzt und am 9. Juni 1867 auf 38« 19' Südbreite und 142« 10' Ostlänge bei Portland Victoria (Südaustralien) gesunden. Noch zwei andere Posten habe« in jenen Gebieten eine gleiche Entfernung zurückgelegt. Die Flaschenposttammlung hatte Ende 1896 600 Stück Zettel. Obige Schrift schließt mit Nr. 563. Mit den 80 an- dm „Annalen der Hydrographie" verwertheten Posten (namentlich älteren Datums) sind also 648 Posten tu die Schrift (von Dr. Schott bearbeitet) aufgenommen. Eine englische, am 16. April 1842 vom „Kelso" abgesetzte Flasche nahm ihren Weg aus dem Indischen Ocean (40« Südbreite, 97« Oft- länge) nach der Gegend von Melbourne in 35 Jahren- sie kam am 13. Mat 1877 dort an — die längste beobachtet« Flaschenpostreise. Die bislang von deutschen Kriegsschiffen abgelegenen Flaschenposten gingen stet- an die Admiralirat in Berlin. Seit 1891 gelangen auch diese Posten in- Archiv der Seewarte. Zwischen dem Hydrographischen Bureau tn Washington und der Deutschen Seewarte ft .bet übrigen- stet» ein Austausch drS Inhalts wichtiger ober interessanter Flaschenposten statt. ♦ Zweierlei hnste«. Eine Anecdote vom alten Heim dem Leidarzte der Königin Luise, die noch nicht allgemein bekannt sein bürfte, erzählt- in der neueften Nummer deS „Bär" Herr v. B. : Kommt da eines TageS zu dem berühmten Arzte ein Osfizier, der über etn?n sürchterlichm Husten klagt. Der alte Herr sieht fich seinen Patienten cm und sagt: „Ja, seh'n Sce mal, es giebt zwei Arten von Husten. Der eine, der sogenannte Schaf-Husten, kommt vom — Sausen, der andere au8 der Lunge. AuS der Lunge kommt Ihr Husten nicht. LÄ mit burä unftt $ erini Länder eine Lur s JrtaMra-Silbung jub S ■t har bie LehrerM fr t . cm bufet e > U'OB bat diese 5tage er - ,e küte Seß-NoorMS B? T bi, a'de Wahrheit . ftnmnro nun 1^ -'-Mtanrfnschulen ^-ch.« I, . «lurnddibe Sotberrai Sä» ts Jp« dci dl- * : U» a. •*; nüi dtt fru &L SßkßM w wff l V , Lj* — Niederlagen d. Plakate kenntlich. r Ärztlich empfohlener, einzig richtiger Zusatz zur Kuhmilch tür Kinder u. Magenleidende. 447 18 Stück Eichenstämme von 1/3 bis Bekanntmachung rm 608 Buttron. Stellen-Gesuche Holz-Versteigerung 751 Freitag den 21 Jan. 1898, UtMCtii Kemmer, Pfandmeister. 465 580 914,87 JL n 146 XXXXXXJPODOC turAtftr 9 || Inspektoren uuSgebildet und mit festem KambflCHj pingpr. * II, Einkommen engagirt Offerten unter 621] im Haufe des Lackirer Leib. M. V. 727 an die Exped. d Bl. ii n Kreppeln Versteigerungen 757 den 25. Januar. Anivus Eldrn. 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Die Akazienstämme im Kloster kommen zuerst zur Versteigerung. Arasburg, den 19. Januar 1898. Gräfliche Oberförfterei. Maskenanzüge und Dominos billig zu verleihen. Getragene Sachen verkaufe zu jedem annehmbaren n u 326,- 96,36 89,13 719,90 784,26 2293,23 1249,46 78,75 350,- Berichtigung. In der Bekanntmachung „Holz »erkauf Dienstag, den 24. Januar 1898" mutz es heißen: Dienstag, Die Zusammenkunft ist am 1. Tag im Bruch, am 2. Tag am Teich, jedesmal um 9y2 Uhr. Ettingshausen, 18. Januar 1898. 40,25 140,— 115,— Länge, mit 46 fm, Stück Bauholzstämme mit 13 bis 26 cm Dm., 24 m Länge, mit 274 fm, Stück Derbstangen mit 11 bis 13 cm Dm., 13 m Länge, mit 11 fm. »»ceti 3