*Nt Fieuorn zu begrüßen. Die Festsetzung der Gebühreu- iätze sei für ihn noch ein Punkt, auf den er tu der Detail« berathuog zurückkommen werde. Seine Partei werde für daS Gesetz stimmen. Rach einer R:he von persöoltchen Bemerkungen ergreift Berichterstatter Sch mitt« Mainz daS Wort. Er bedauert, daß, trotzdem die Generaldebatte zwei Tage gedauert habe, neue Gesichtspunkte nicht zu Tage getreten feien, welche nicht etwa in der Begründung schon enthalten seien. Das glänzendste Zruguiß für die Bortrefflichkett deS Notariats beweise, daß h^ute nach 90 Jahren sämmtliche Abgeordneten der Provinz Rheinhessen fich für das Notariat»- gesetz ausgesprochen haben. Dte Behauptung deS Abg. Köhler LangSdorf, als fei der hesfische Bauernstand und daS hesfische Volk gegen dte Notariate, kl auS der Lust gegriffen. Er bittet daS HauS, dem Abg. Köhler nicht zu folgen, son- dern den Gesetzentwurf anzuoedmeu. Mit einer Ablehnung der Vorlage werde dte Sammer Sch ffdruch letden vor dem ganzen deutschen Volke. - Abg. Köhler wtrd wegen einem gegen den Abg. Schmitt gebrauchten Zuruf „Frechheit" zur Ordnung gerufen. Zur Specialberathung deS Gesetz-Entwurfs übergehend, wtrd Art. 1 deS Gesetzes mit 36 gegen 10 Stimmen und damit der ganze Gektz Entwurf angenommen. Damit wird dte Sitzung um 1 Uhr abgebrochen. Die DetaHberathung desselben beginnen am DteuStag vormittag um 9 Uhr. Abg. Ullrich hat an die Regierung folgende Interpellation gestellt: ,3ft S der Großh. Regierung bekannt, daß bet Ausstellung von LeumuudSzeugntffeu dte Frage gestellt werde, ob der Vater Socialdemokrat feL* Deutsches Reich. Darmstadt, 17. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute deu Oberst Frhn. v. Hototngen geo. Hueue, Lommandeur des 1. Großh. Infanterie (Leib« garbe-Regiments Nr. 115, den Oberstlieuteuaut v. Roth- ktrch u. Pautheu, Eommandeur des 2. Großh. Dragoner- Regiments (Leib-Dragoner Regiments) Rr. 24, deu Hauptmann v. Oppeln - Bronikowski vo« 1. Großh. Infanterie (Lelbgarde-)Regtment Nr. 116, den Medictnalrath Dr. Hab erkoru und den Steaerrath Bähr auS Gießen, den Forstmeister Haberkoru aus W-ndhausen, deu Gymnafial« lehrer Prof. Dr. Schopp, den Eommerzieorath Thomas und die Hochbauaufseher Grüuig und Doru aus Mainz, den Amtsrichter Rummel aus Seligenstadt, den Bürgermeister Braun und Herr» Blumohr an- Sleiu-Steinheim, deu Lehrer Bechthold aus Nieder-Mockstadt; zum Vortrag deu Staatsminister Rothe, den Oderkammerherru Frhrn. v. Schenck zu Schweiusberg-Wäldershausen, deu EabiuetS- rath Römheld. Berlin, 17. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt olfieivs: Slnige Organe der freifiuutgeu und soctaltsttschen Pceffe beschäfttgeu fich heute mit einem angeblich In Aussicht stehenden neuen Flotteuplau. Wir find in der Lage, auf daS Bestimmteste feststelleu zu können, daß au keiner Stelle die Vorlage eines neuen Flottenplane- oder einer Abändernng deS Flotteugefetzes beabfichtigt wird. An der ganzen Sache ist kein wahres Wort. Berlin, 17. December. Der verband der katholischen Studeuten-Vereivigungen Deutschland» hat an den Kaiser au» «nloß der glücklichen Heimkehr vou der Orientreise nnd der Schenkung der Dormition eine Adreffe gerichtet, auf welche der Kaiser ein Antwortschreiben sandte. In demselben heißt es: Er freue fich über die Kund« gebung treuer Ergebenheit von der katholischen akademischen Jugend und habe die Adreffe dem Hoheuzollern-Museum »nr Aufbewahrung überwiesen. Berlin, 17. December, Der Bimetallistenbunb War gestern Abend im Reichstagsgebäude unter dem Vorsitz des Abgeordneten Kardorff znsamwengetreteu. Ein Berichterstatter meldet darüber: DaS Ergebniß ist In einer Resolution zu erbl ckeu. In derselben wird erklärt, daß der gegenwärtige hohe Reichsbank-DlScont eine Folge der GolS- Währung und der Boldknappheit sei, daß unsere Bank Politik zum Schutze der Goldbestände eine versehlte und unwirksame sei, und daß man suchen müsse, nach Analogie der Bank von Frankreich die Baardestände zu schützen. Ferner wurde con- statirt, daß die Bestrebungen, die auf Verstaatlichung der Reichsbauk gerichtet seien, mit der Währungsfrage nicht» zu tduu hätten. Berlin, 17. December. Die vorläufigen Di»Positionen im Reich»tage sind dahin getroffen, daß nach Erledigung der Interpellation Wangenheim betreffend die Fletschnoth, die Milttärvorlage zur ersten Berathnng gestellt wird. Alsdann wird in die zweite Lesung de» Etat» eingetreten unter Brrückfichtigung der üblichen Schwerin»tage. Berlin, 17. December. Der Kaiser hat dem Reichstage wieder ein Geschenk überwiesen, eine Wandtafel deutscher Srieggschiffe, welche unter Benutzung amtlichen Material» und unter Mitwirkung de» Marinemaler» Willi S:öwer bearbeitet ist. Die Tafel ist in der Bibliothek des Reichstage» aufgehängt worden. Sie zeigt in colorirler Lithographie eine Seiteuauflcht und den Durchschnitt de» Ltniensch ffr» Kaiser Friedrich III., de» Kreuzer» Geier, der beiden großen Kreuzer Fürst Bismarck nud Freya, sowie zwei Torpedoboote. — Kriegervrreine und Socialdemokratie. Die „Parole", das amtliche Organ des deutschen Krieger- bunbel, wenbet fich in scharfer Weise gegen die Socialdemokratie und schreibt unter Ander«: Die Gegensätze zwischen Kriegerbund und Socialdemokratie müssen ehrlich anerkannt und zugestaudeu werden, selbst auf die Gefahr hi», daß fich die Zahl der Mitglieder verringert. Eine solche Das 19. Jayryundert. Unter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herauSgegebm von Friedrich Thieme. (Nachdruck oder Auszug verboten.) n. Der Saug der Weltgeschichte im 19. Zahrhuudert. Erster Theil. Die Jahre 1801 bl» 1850. (Schluß.) Alle diese Ereignisse bknttn dazu, die Hiffouugen le» deutschen Volkes aufrecht zu erholten, feinen Mmh zu stärken. Schon die Pariser Inli-Revolution von 1830 regte die Ge- müther mächtig auf, doch kam es damals noch nicht zu« gewaltsamru AuSbrnch. Erst die französische Revolution von 1848 bildete den zündenden Funken, der das Pulverfaß in die Luft sprengte. In fast allen Staaten Europa» gleich- zeitig erhoben sich die Völker. Bereit» 1847 stürzten die Schweizer da» oligarische Regiment, die Iesntten wurden 4Ulge»tekn, die aristokratischen (Santone zur Annahme liberaler Verfassungen gezwungen, der bi»herige Staatenbund tu einen festgeschloflenen BuvdcSstaat verwandelt. Gleichzeittg steigerte fich die Gähruug der Semüther in den Staaten Italiens, wo der nationale Gedanke fich gewaltig Bahn brach und fich in Aufläufen und Demonstrationen aller Art Luft verschaffte. Die Rückwirkung der Ereignisse in der Schweiz und Italien auf Frankreich offeubarte fich in der Pariser Februar-Revolution, welche das Bürgerkönigthnm stürzte und tk Republik proelamirte. Der Neffe des großen Torsen, Ludwig Napoleon, verstand klng die Zeitverhältuiffe zu be- vntzen. Am 10. December 1848 mit ungeheurer Majorität zu« Präfidenten der Republik gewählt, schwang er fich durch den Staatsstreich vom 2. December 1851 als Napoleon III. auf deu Saiserthron. Die Gegner seiner Erhebung wurden uiederkartischt oder verbannt. In Italien begann die nationale Erhebung mit dem Ausstand tn Palermo vo« 12. Januar 1848; bald pflanzte fich die Bewegung in die österreichischen Provinzen und die adrigen Staaten fort. Ja Rom und Venedig rief man die Republik au». Larl Albert, König von Sardinien, griff für die Befreiung der Nation gegen Oesterreich zu den Waffen, erlitt aber bet Tnstozza (25. Jult 1848) und Novara (23. März 1849) eutschetdeude Niederlagen, so daß er noch auf de« Schlachtselde zu Gunsten seine» Sohne» Victor Emanuel abdankte. Weniger glücklich waren die Oesterreicher h» Sampse mit den unter Loffuth aufgeftandeneu Ungarn. Es bedurfte rusfischer Hilfe, um da» thotkräftige Volk, d'ff n Reichstag am 14. April 1849 die Absetzung des Hause» Habsburg uab die Selbständigkeit Ungarns ausgesprochen hatte, niederzuwerfen. Auch die Revolution tn Wien, anfangs fiegreich wurde unterdrückt, und jahrelang bekamen dte Kriegs- gerichte blutige Arbeit, bevor die tn ihren heiligsten Gefühlen verletzte Reactton fich wieder beruhigte. In Deutschland erzitterte bei der Kunde vo« Zusammen- bruch in Paris da» reactionäre System in seinen Grund- festen. Ueberall gab man mit Entschiedenheit den freiheitlichen und nationalen Forderungen Ausdruck; eia deutsches Vorparlament versammelte fich in Frankfurt a. M., vou RegierungSwegen schrieb «an selber die Wahlen zur Reichs- Vertretung au» und am 18. Mai 1848 trat in der St. Paul»- kttche zu Frankfurt die deutsche Nationalversammlung zu- sowmeo. Der Buude»tag, die bisherige Vertretung der deutschen Fürsten, löste fich zu Gunsten der neugewählten Tentralregierung, bestehend int Rrichsverwescr Johann von Oesterreich und einem Reichsmtnistertu«, auf, und Alle» schien int besten Zuge. Auch tu Preußen erfolgte nach d« Berliner Straßeukärnpsen vom 13 März dte Etuberufmtg einer Nationalversammlung. Bald aber stellte fich die Machtlosigkeit der neuen Tentralregierung heraus, die Regkeungen respectirten sie nicht, König Friedrich Wilhelm IV. lehnte die Ihm von der Nationalversammlung angetragene Kaiserwürde ab. In erbitterten Parteikämpfeu seine Macht verzehrevtz, fiedelte da» deutsche Parlament nach be« Austritte und der Abberufung eine» großen TheilcS seiner Mitglieder al» ^Rumpfparlament^ nach Stuttgart über, wo es am 18. Juul 1849 von der württembergischen Regierung mit Waffengewalt aufgelöst wurde. Die einzelnen Ausstände zum Vorwande nehmend, ginge« jetzt die Regierungen energisch gegen die Revolution vor, wie in Ungarn mit russischen, so wurde fie in Deutschland mit preußischen Bajonetten niedergeworfen. Die preußische Nationalversammlung erlitt schon am 5. December 1848 In Brandenburg daS Schicksal der Auflösung, woraus der König de« Lande eine Bersossang mtt Zweikämmershste« vctroytrte. Wie tn Oesterreich, fanden auch bet unS die Kriegsgerichte vollauf Beichäfttgung, nachdem die Soldaten bereit» ihre furchtbare Arbeit verrichtet hatten. Allenthalben füllten fich die Zuchthäuser, zahlreiche Führer der Bewegung suchten i« Auslände eine Z flucht. Ein tragische» Geschick ereilte In Wien den unglückliche» Robert Blum. Al» Gesandter der Linken be» beutschen Parlament» nach Wien delegirt, wurde er unter der Beschulhnng, persönlichen Antheil an der bewaffneten vertheidigung der Stadt genommen zu haben, vor ein Kriegsgericht gestellt und erschaffen. StneS der Haupthindernisse für da» Zustandekommen bei Reiches bildete von Anfang an die Rivalität der beiden deutschen Großmächte Oesterreich und Preußen. Keine gönnte der andern den Vortritt, schließlich gab Preußen, nachdem fich beide Heere bereit» feindlich bei Bronzell gegenüber- Reinigung kann und nur nützen. Jeder rechtschaffene und tapfere Mann muß genau wissen, wohin er -u halten hat, ans welche Persönlichkeiten und Charactervorbilder er sein vertrauen setzen will. N rmand kann zwei Herren dienen und ebenso wenig zweierlei Urberzeugungen haben. Wer aber auf beiden Achseln Waffer trägt, den sollen die Kriegervereine aus ihrem Bunde ausschließen. Die K^iegervereine müssen es thun, weil ihre Gesetze und Ordnungen daS Gegenthril von dem erheischen, waS die Soctaldemokratie will; denn niemals kann ein Toeialdemokrat fich zu der Parole bekennen: „Mit Gott für König und Vaterland, für Kaiser und Reich." Socialdemokratie und Kriegrrverein paßt wie die Faust zum Auge." Berlin, 17. Deeember. Wahlproteste. Die zehn« tägige Frist, innerhalb deren Wahlaufechtuugen gegen die Mandate der ReichStagsabgeordneten zulässig sind, ist nunmehr abgelaufen. ES find im Ganzen 76 Proteste etngegangen; außerdem sind voa den Abtheilungen vier Wahlen für zweifelhaft erklärt worden, sodaß im Ganzen der Wahlprüfuugs- eommtsfion 80 Wahlen zur Prüfung überwiesen find. (In der vorigen Legislaturperiode waren es 100.) — Eine bemerkenSwerthe Aenderung der parlamentarischen Lage in Frankreich hat die Frettagsitzuug der Deputirteukammer herbeigeführt. Die Kammer hatte die Wahl des Möliuisten Barttffol in Nar- boune für ungiltig erklärt, weil bewiesen wurde, daß die Regierung, waS übrigens in der Republik ja gang und gäbe ist, mit ihrem ganzen Awtseiufluß und Geld für ihn gewirkt hatte. Der socialisttfche Abgeordnete Vioiani begnügte sich damit nicht, sondern forderte vom gewesenen Cabinet Mölme Rechenschaft für seine Wahlnmtriebe. Nun nahm der Ministerpräsident Dupuy zur Ueberrafchuog der gemäßigten Republikaner oder Möltnisten gegen seinen AmtSvorgäuger Partei und schloß sich einer Tagesordnung an, die erklärt, daß die Kammer den Regieruugsdruck zu Gunsten amtlicher Bewerber brandmarkt. Die Radikalen jubelten Dupuy zu, Krantz und Legrand, die beiden Vertreter der Möltnisten- gruppe im Ministerium Dupuy, wollten erst aus diesem aus- treten, gaben diese Absicht indessen wieder auf. Dupuy ist nunmehr ein Ministerpräsident der Radikalen und des linken Flügels der Grmäßtgten, er hat sich schroff von den reinen Möltnisteu loSgesagt und sie zu drn Bekehrten, den Clerikalen und Monarchisten abgedrängt. Die gemäßigten Blätter erklären allerdings, auch die Stellung dcS Tabinets habe dadurch einen argen Stoß erlitten. Crefeld, 17. December. Die Arbeit ruht noch vollständig, für morgen früh ist eine große Weber-Bersamm- lang augesagt. In derselben sollen die Forderungen der Strikenden nochmals besprochen werden. Die Fabrikanten haben weitere Verhandlungen mit den Strikenden abgrlehnt, solange die Arbeit nicht wieder ausgenommen ist. Pari», 17. Deccmber. Jüngst erstattete im Haushalts- Ausschuss- der französischen DeputirtewKammer der Abge- ordnete Boudenoot Bericht über den Voranschlag des Kriegsmintsteriums für 18 99. Trotz der Abstriche in der Höhe von 9 sich bereit erklärt hätten, einem zu gleichen Theilen aus •! Arbeitgebern und Arbeitern bestehenden Ausschuffe mit un- \ parteiischer Spitze beizutreten, der bei Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Fabrikanten befragt werden und dem auch die Ausarbeitung der gemeinsamen Lohnliste aufgetragen werden solle. Um überhaupt zu einer einheitlichen Lohnliste, die für das ganze Seidenstoffgewerbe gar nicht aufgestellt ' werden könne, zu gelangen, solle die Aufstellung von gleich- ; lautenden Lohnlisten für die einzelnen Geschäftszweige, wie \ Cravattenstoff-, Schirmstoff- und Kleiderstoffweberei ang-bahnt ! werden. Diese Mittheilung ist auch nach der erzielten j Einigung den Arbeiterausschüssen gemacht worden. Um so ; unerklärlicher ist es, daß fie die Wiederaufnahme der Arbeit ! ablehnten. Heute sei nun die Arbeit nicht wieder aufge- \ nommen worden und nach den Vorgängen in der Nach- \ mittags-Versammlung sei der Friede noch nicht zu erwarten. t Immerhin sei es eine Thatsache, daß viele Arbeiter gern : die Arbeit wieder aufnehmen würden und die Fabrikanten i hätten deshalb schon um polizeilichen Schutz für ihre arbeits- willigen Weber gebeten, da sie von den Hetzern, vor denen fie sich fürchteten, bedroht werden würden. Dieser erbetene polizeiliche Schutz solle den Arbeitswilligen in vollem Maße werden. Die Polizeibeamten seien angewiesen, mit möglichster Ruhe und Vorsicht, aber mit allem Nachdruck die Arbeitswilligen zu schützen und zu verhindern, daß ste beleidigt oder angegriffen werden. Trotz der Beschlüsse in der heutigen Weberversammlung solle nach Mittheilungen an die städtische Verwaltung in einer großen Zahl von Fabriken morgen die 6 Arbeit wieder ausgenommen werden. Der Redner richtete . zum Schlüsse seiner Ausführungen die dringende Mahnung an die Arbeiter, doch ja an den Ausschuß zu denken, Deffen Bildung die Fabrikanten gutgeheißen haben. Er bat sie, sich nicht aufhetzen zu lassen. Würde dann der Ausschuß eingesetzt, dann würden in Krefrld Zustände geschaffen roerben können, wie sie allen billigen Anforderungen entsprechen. * Eine deutsche Seemauusthat. Der deutsche Dampfer „Maria Rickmers", welcher bti Kap Henry (Virginia) acht Ueberlebende von dem verlaffenen Dawpser „Loudontan" gerettet hat, berichtet, als „Londonian" in Sicht g kommen sei, habe hoher Seegang und Oftrvind das Herunterloss rr eines Bootes von der „Maria RickmerS" sehr erschwert. Dennoch machte der zweite Steuermann Lenz mit 6 Leuten einen Rettungsversuch- fie konnten jedoch erst nach dreistündigen Anstrengungen zu dem verlassenen Schiffe gelangen. Als die Rettenden endlich nach dem Hintertheil der „Lon- douian" kamen, riefen fie den auf der Brücke zusammen- gepferchten Leuten zu, nach hinten zu kommen und warfen ihnen alsdann Taue zu. Die Ueberlebenden schlangen die Taue um den Leib, sprangen in die See und wurden dann in das Rettungsboot und von dort an Bord der „Maria Rickmers" gezogen. Man sah die „Londovian" in der Dunkelheit forttreiben- fie ist zweifellos gesunken. Wegen hohen Seeganges konnte die „Maria Rickmers- das ausgesandte Rettungsboot nicht wieder an Bord nehmen, sondern mußte es zurllcklaffen. * Deutsche Dampferverbiuduug zwischen Neapel-Sorrento- Capri. Der Norddeutsche Lloyd in Bremen hat am Schluß der Nordserbäder-Sasson seinen bisher in der Fahrt nach Norderney beschäftigten Saloudawpfer „Najade" nach Neapel entsandt, woselbst derselbe während der Wintrrmoaate sür eine tägliche Verbindung zwischen Neaprl-Sorrevto Capri Verwendung findet. Der auf da- eleganteste auSgestattete, für den Hochseeverkehr gebaute Dampfer besitzt Raum für etwa 700 Passagiere. Die Fahrten haben am 10. November begonnen. Gegenüber den bisherigen maugelhastm Fahrgelegenheiten zwischen Neapel und Capri bedeutet die Em- führung des Lloy^dampferS, der mit allen möglichen B^qarm- lichkeiten ausgerüstet ist, eine außerordentliche Verbtssernng, welche sich jetzt bereits der Gunst des Reisepubltkums im höchsten Maaße erfreut. Für drn Nordseebäderverkrhr ist abermals ein neuer Schnelldampfer in Bau gegeben, welcher an Größe und Schnelligkeit die bisherigen, im Verkchr nach Norderney und Borkum beschäftigten Dampfer noch bei Weitem übertrifft._____________________________________________ Wissenschaft, Literatur «nd Knnft. — Pünktlich wie seit 32 Jahren um die Weihnachtszeit erschien soeben die nächstjährige Ausgabe des großen Zeitungskataloges der ältesten und bestrenommirten Annoncen-Expedition Haasenstein & Vogler A.-G., welche bekanntlich an allen Hauptplätzen des Inlandes und vielen großen des Auslandes eigene Niederlassungen besitzt. Welchen Aufschwung und welche Bedeutung die Zeitungslitteratur in Verbindung mit dem Jnsertionswesen erlangt hat, beweist am besten der überraschend große Umfang dieses neuesten Zeitungskataloges, der sich für 1899 als stattlicher Großfolio-Band von über 600 engbedruckten Seiten präsentirt. Das Werk ist äußerst geschmackvoll und luxuriös ausgestattet. Alle Zeitungen der Welt, sowohl politischen als auch fachlichen Inhalts, sind übersichtlich nach Ländern und Erscheinungsorten geordnet und mit genauen Titeln darin aufgeführt, nebst allen für den Annoncentheil in Betracht kommenden Angaben, wie z. B. Erscheinungsweise, Zeilenpreis, Spaltenanzahl und Breite derselben, Tendenz des Blattes rc. rc. Außerdem enthält dieses, für Inserenten unentbehrliche Nachschlagebuch, einen für Jedermann verwendbaren Tages- und Notizkalender und den Abdruck vieler für die Geschäftswelt wissenswerther Verordnungen, Tarife und Tabellen, wie Reichsbankverkehr, amtliche Veröffentlichungen betr. das Post- und Telegraphenwesen u. s. w. Jedenfalls hat die nunmehr über 40 Jahre bestehende Annoncen-Expedition Haasenstein & Vogler A.-G. mit diesem Zeitungskatalog für 1899 ein Werk geliefert, welches Alles bisher aus diesem Felde Gebotene überragt. Bemerkenswerth ist übrigens auch die fortgesetzt erfolgende Ausbreitung und Erweiterung der geschäftlichen Beziehungen dieser Firma, worüber uns das Vorwort des Zeitungskataloges für 1899 einige Andeutungen giebt; so z. B. erscheint die Firma zum ersten Male auch als Besitzerin einer bedeutenden Buchdruckerei, welche den über 600 Seiten umfassenden Zeitungskatalog diesmal bereits selbst her- gestellt hat. Ferner ist eine Special-Abtheilung abgezweigt, welche sich mit der publizistischen und thatsächlichen Einführung chemisch- pharmaceutischer Specialitäten und Neuerungen, die Nahrungö- und Genußmittelbranche betreffend, beschäftigt. Erprobten, sachkundigen und licterarischen Kräften ist die Leitung dieser Special-Abtheilungen anvertraut. Bei der Fülle der Anregungen, die jedem Interessenten aus der Bekanntschaft mit dem Zeitungskatalog der Firma Haasenstein & Vogler A.-G., erwachsen muß, zweifeln wir nicht, daß dieses practische und interessante Adreßbuch aller existirenden Zeitungen, ausgestattet mit allen zur Insertion wissenswerthen Hinweisen, in immer weitere Kreise Eingang finden und sich in zunehmendem Maße der Beachtung und erfolgreichen Benutzung des Publikum- erfreuen wird. Spichlau d» ntrtioigftn Frankfurter Zladtthealer. vpeimtzarr-. DtenStag den 20. December: Glöckchen des ©rcmiten. Mittwoch den 21. December: Aschenbrödel. Donnerstag dm 22. December: Amelia oder: Der Maskenball. Freitag dm 23. und Samstag den 24. December geschlossen. Sonntag dm 25. December, Nachmittags 3'/, Uhr: Aschenbrödel. Abends 7 Uhr: Die Jüdin. Montag den 26. December, Nachmittags 3'4eÄ,n **« Itiol. «fr** i« bne”b'* r--,k °»bonlan“ tn «i*,Son onl“' Oftxtab Ä'11»-« »iw«’ IM «a toV'ü? iWlfiDol giimtn, U,j„ A* Uta* i« 2? b" M8’'b«M», lonbno fr*" **»"* ,°9b in Bitmtn hrt flm “f bither in bei Fahri ®öloQba* „Najabe- DQ$ b{ vährenb brr Wktirnmott vischen Nrapri-Somlito^apri bfl< elegantere am^attut, ' Dawpftr bkfitzt Mum |fir Ucn habrn am 10, Slibtabit tilgen magrlhchm Fahl- mb Tapri btbtuttt Mt dm» t mit Mvrn'üMrn V q»w' au^toibtnthd)t 8txbifimmi, Sunft btß Rnitpllbiiknoiß in : drn Norbittbädrrvnkihr iß °pstt In San jtgtbtn, otldja e birhttiztn, im Vttk-Hr nach chäsligltn Kämpfer roch bei tc. L'S.Stz rata und Annfi. ren um bie Weibnachiezeil erfchim des großen ZeiillngskatalogeS i Annoncen-^pedilion Haalen« jelanntlid; an allen jMPlpWn n des Auslandes eigene Siicder- chwung und welche Bedeutung tna mit dem SnfertionW tret überraschend große Umtana der sich sür M4 Mchn engbedruckten Seiten pr«enhrt. ;üoü und luxunSs au^M M politischen als auch sachM« Ländern und WinungW ein darin ausgefuhrt, nebfj allen t kommenden Angaben, »« !•• ZS gen, Tanfe un un6 fentlichungen be - w V J densalls h^ntieintN« 2®jä5 ieilungskalalogeS M int weide den übte SLK.S. SiSZtzS Zri-Ws S-ZKs ■js*®*- "%»« sä"“ , w- ^sr-Wil"^, £r ^.^ecemb^epgtafl 7 U&T: w# jßlbe1’ : A-Nl' '««<’« ‘sFuÄt billig. 12305 empfehlen 11958 der Hand spielbar. 12428 Woiards to platze und im Wiener Hof. 12375 Heinrich Weidenhaus. Sellerdweg 43. 11152 und 12200 WpfkhIlUMN Dernnetffnngen Mietgel uche Offene Stellen Enorm billig. Große Posten F. Selp. Frankfurt a. M., Kaiserstr. 77, Telephon 5017. 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