H ier ’la'gjio.6031 gen.=: [auf h ' » » 1 ® 3 ^urzl-Lkren Da ich bis gegen Sndr , Io habt ich bii Preise SM KM. & WMHWf rauf ■ Preisen^/ j '' .«■ Z V X z * I >», sw. 2 । ette 9läD«t* | )d«5« 1898 Eilberren" ^Sold-Aente lugiesen 8H* 101* !JS 1887 ** 101 j* oo^ >** X Mlenb. Lb ■ öerU§ ^«fun!.»-1908 ö> n^ÄStunfrVi^ *? ^hn>.6lCP gankn°te" Dto. fttcf rudrtei; -chnlstrat- Br. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. ' ■' ---.■ ' -!*■ Hbrtflt für Depeschen: Anzrtßer *le|/w, Fernsprecher -ir. 6L Amtlicher Theil. Gießen, den 15. October 1898. ® 11 r.: Nachrichtendienst tn Viehseuchenaugelegenheiten. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen e® Vie «rofth. Bürgermeiftereieu der Land« gemeinden des Kreises. Der Bundesrath hat an Stelle der durch Beschluß vom -. März 1894 getroffenen Bestimmungen (Amtsblatt de» Kreisamt» Nr. 3 von 1894) vom 1. October 1898 ab Folgende» bestimm»: Die Polizeibehörde hat jeden tn ihrem Bezirke fest, gestellten ersten Ausbruch von Rotz (Wurm) der Pferde, Esel, Maulthiere und Maulesel, Maul» und Klauenseuche de» Riudviehe», der Schafe, Ziegen nnd Schweine, und Lungensruche de» Rindvieh», (§ 10, Z ffer 3, 4 und 5 de» Biehfenchengesetze» vom 23. Juni 1880, Reichs-Geietzbl. S. 153) sowie von Schweineseuche (Schweinepest) sofort den Polizeibehörden oller vem Seuchenorte benachbarten deutschen Gemeinden auf «üadl'ch'm ober schriftlichem W'ge, wo thunlich unter Benutzung de» Telegraphen oder de» Telephon», witzutheilru welche ihrersett» den Seuchenau»bruch «us ortsübliche weise zur «enntuiß der Ort»be«ohuer zu »ringen haben. Ist nach erfolgter Feststellung der Maul- und «lauen- jeuche in eine« Orte der beamtete Thierarzt zur Feststellung weiterer Infektionen von bisher noch nicht betroffenen Ge» Hösren nicht zugezogen worden (§ 15 de» Btrhsrucheugesetze»), so hat die Polizeibehörde demselben von jede« solchen Falle sofort Mittheilung zu machen. Ueder den Ausdruch der Maul» und Klauenfeuche auf vtehmärkrrn und vichhöstn stnd besondere Anzeigen zu er- Kalten, wegen deren die nähere Anordnung den Laude»- regierungen überlasten bleibt. Dazu ist von Sroßh. Ministerium de» Innern bestimmt worden: 3a Ausführung der Bestimmung in Ziffer 4 ordnen vir an, daß jeder Ausbruch der Maul- und Klauenseuche ruf einem Btehhofe oder einem vtehmarkte fetten» der vir der Handhabung der vcterinärpol.zet betrauten Behörde mir größter Beschleunigung — wo thunlich unter Benutzung be» Telegraphen oder Telephon» — den Polizeibehörden derjenigen Orte «irzutheilen ist, nach denen Biehfenduugen von dem verseuchten Btehhofe oder vtehmarkte au» abgegangen sind, und zwar insowett möglich unter Angabe der Ewpsäager. Wird die Maul- und Klauenseuche auf etuem Vieh- warkte festgestellt, so ist alsbald zu ermitteln, auf welche vtehtransporie oder etozeine Thiere eine Uedrrtragung der Seuche nach Lage de» Falles möglicherweise stattgefuudeu toben kann, und es ist die bezügliche M.tthrilung an die Polizeibehörden aller derjenigen Orte zu machen, nach welchen iolche Viehsendungen von t em Markte au» bereits abgegangeu sind. Bezüglich der senchenkranken und der der Ansteckung verdächtigen Thiere, welche sich bei Feststellung des Seuchen- msbruches noch auf de« Markte befinden, ist alsbald An- »rduung zu treffen, daß bin Bestimmungen des § 59 Sbs. 7 iinb des § 66 Sbs. 2 und 3 der BundrsrathSiustructiou zum Keichsviehieucheugesetz entsprechend versahren werde. Wir wachen Ihnen al» den dazu zuständigen Polizei- Behörden zur Pflicht, nach vorstehende« genau zu verfahren, v. Bechtold. Zur Aaiserreise nach Jerusalem. Da» Kaiser paar ist nach herrlicher, ruhiger, sonniger Zahlt Dienstag Nachmittag 2 Uhr in den Dardanellen rmgetrofien und hat an Bord der „Hohenzollern" die Meldungen de» kaiserlichen Botschafter», der türkischen Groß- ivürdenträger und de» Ehrendienste» entgegengenommen. Die Weüersahn nach Konstantinopel erfolgte gegen Abend. Die »Hohenzollern" wurde, al» fie Mytilene und ^enedo» passtrte lind dann bei der Einfahrt in die Dardanellen mit Salut- chüfsen und milüärischen Ebren begrüßt. Al» dem Sultan )a» Eintteffen der kaiserlichen Yacht in den Dardanellen gemeldet wurde, drückte er dem Kaiserpaare telegraphisch leine große Freude über die Ankunft au» und fügte hinzu, Die besorgt er wegen de» Unwetter», da» die Fahrt verzögerte, gewesen sei. Kaiser Wilhelm telegraphirte, e» dränge ihn, »eim Betreten de» türkischen Gebiet» den Suttan zu begrüßen und ihm seine Freude über da» bevorstehende Wiedersehen uuszusprechen. Da» Personal der deutschen Botschaft begab fich um 8Vt Uhr zur Begrüßung der Allerhöchsten Gäste nach Dolma-Bagdsche. Nm 8 Uhr 40 Minuten verkündeten Salutschüsse, daß die Majestäten die Spitze de» Serail» passiren. Da» Geschwader war gefolgt von einem rumänischen Schiffe mit der deutschen Colonie an Bord, einem Mahsuse-Dampfer mit den deutschen Schulen und einem österreichischen Dampfer mit den hier eingetroffenen Fremden. Um 9 Uhr warf da» Geschwader vor Dolma-Bagdsche Anker. Auf den umliegenden SLiffen und am Ufer erscholl alsbald brausender Jubel. Um 9 Uhr 15 Minuten verkündete Kanonendonner, daß Ihre Majestäten in» Boot gestiegen waren. Am Ufer wurde da» Katserpaar vom Sultan mit seinem glänzenden Gefolge empfangen und herzlich begrüßt. Der Nebel, welcher Morgen» auf dem Meere gelagert hatte, war Hellem Sonnenschein gewichen. Zur Fahrt nach Yildiz Kiosk bestieg die Kaiserin mit dem Sultan den ersten Wagen, der Kaiser den zwei!en mit dem Großvezier und Marschall Fuad Pa'cha. Nach Vorftcllung de» beiderseitigen Gefolge» in dem für die Anwesenheit ihrer kaiserlichen Majtftäten neu erbauten und prachtvoll hergerichteten Kiosk kehrte Seine Majestät der Sultan in sein eigene» Palai» zurück und empfing dort den Gegenbesuch Ihrer kaiserlichen Majestäten, Allerhöchstwelche um 1 Uhr in der kaiserlichen Botschaft frühstückten. Neueren Anordnungen zufolge werden an der Truppenrevue vor dem deutschen Kaiser am Freitag theilnehmen eine au» 18 Bataillonen bestehende combinirte Diviflon. eine reitende und drei fahrende Batterien, sowie von der Eaoallerie da» Leib-Regiment Ertogrul und da» erste Lancier- Regiment. (T. R.) Deutsches Reich. Vertin. 18. October. Geschenk an den Kaiser. Wie erst jetzt bekannt wird, hat der Lentralvorstand de» Gustav Adolf'veretns dem Kaiser die Summe von 36,000 Mk. für kirchliche Zwecke in Palästina zur freien Verfügung gestellt. von diesem Gelbe soll in Jerusalem eine weitere evangelische Kirche gebaut werden, für welche der Kaiser bet seinem Aufenthalte daselbst den paffeudsten Ort aussnchen wird. Auch haben der Kaiser und die Kaiserin die Spendung einer größeren Summe als Beihilfe zu den Baukosten zugesagt. Berlin. 18. October. Die Anarchisten-verschwör- nng. Amtlich bestätigt c» fich jetzt im vollen Maße, daß es fich in der That um einen veradscheuungswürdigen Mordanschlag gegen das Leben unsere- Kaiser» gehandelt hat. Möchte es wenigsten» gelungen sein, den finstern Plan der Mordduben völlig zu vereiteln! Mit banger Sorge wird da» Volk de« weiteren verlaus der Reise unsere» kaiserlichen Herrn folgen. Schon gestern wurde berichtet, daß die Nachrichten des „Reuter-Bureaus^ fich leider in allen Punkten al» wahr erwiesen. Man ist einer großen Verschwörung ans die Spur gekommen, die ihre Fäden bi» nach Europa gesponnen hat. Die amtliche Feststellung bestätigt Folgende»: Jede der beiden zu dem Anschlag gegen Kaiser Wilhelm be- stimmten Bomben enthielt zwei Pfund Knallqueckstlber und 26 Revolverpatronen von großem Kaliber. Die Bomben selbst bestehen au« galvanifirte« Eisen, das mit Bletdraht umlpouneu ist. Die Auffindung der Bombe geschah in dem Magaz'u eine» Italiener». Die Sprengwerkzeugr waren in einer K ste verpackt. Mit der Ueberbringuug der Bomben nach Jaffa war ein au» Triest gebürtigter Italiener beauftragt. Dieser hatte fich an Bord de» für die Verschiffung der Bomben ausersehenen Dampfers als Kellner in Dienst nehmen laffen. 6int gleiche Stellung hatte er fich schon tn dem Hotel Bristol in Jaffa verschafft, um dort tn unauffälliger Weise die Bomben für die zu ihrer Verwendung bestimmten Theilnehmer de» verbrechen» aufzubewahren. — Die »Daily Mail" läßt fich heute au» Alexandria melden: Alexandria ist der Herd eines cosmopoltttscheu verbrechenhu«» und des Auarchistev-Ausschuffes für Südeuropa und die Levante. Ein großer Procentsatz der Verbrecher find Italiener, der Versammlungsort der Anarchifiengrvppe ist dir obscure Weinstube, wo die Bomben gefunden wurden, wie gewöhnlich war Einer darunter ein verrärher, er ermöglichte es Harrington Bey, schrittweise der Verschwörung zu folgen, bi» die Auf- Hebung der ganzen Gesellschaft möglich war. Wettere Verhaftungen stnd wahrscheinlich. Der Führer der Bande ist Ugo Parriut, der Besitzer de» Lass-, »l» er vor den Lonful gebracht wurde, «achte er einen wütheuden Angriff auf ihn und konnte nur mit Mühe überwältigt werden. Da alle Verbrecher Italiener find, konnte die Verhaftung nur durch den italienischen Lonsul ausgeführt werden. Derselbe belegte alle Schriftstücke mit Beschlag und hat nun die alleinige Weiterführung der Untersuchung nach den bestehenden Lapi- tnlationrn. Da er aber keine Erfahrung besitzt uod nicht über die uöthige Organisation zu einer criminellen Untersuchung verfügt, unterbreitete er die Angelegenheit der italienischen Regierung. Die englische Polizei muß jetzt thatenlos zusehen. Unter den constScirteu Schriftstücken sind Nummern der anarchistischen Zeitschrift „ti’flgitaton" au» Neuchatel, voller Anreizungen zur Ermordung des König» Humbert. —- Au« Konstantinopel wird gemeldet: Die hiesige Polizei hat anläßlich der Ankunft des deutschen Kaiserpaare» umfaffende Sicherheitsmaßregeln getroffen. Arbeitslose Leute, besonder» Armenier, Griechen und Italiener, sowie solche, die fich nicht genügend legitimiren konnten, wurden für die Dauer der Kaisertage in Poltzeigewahrsam genommen. — Im „Hamb. Eorr." wird noch Folgende» bemerkt: Wie man weiß, ist bt»her ein gemeinsames scharfes Vorgehen gegen den Anarchismus und seine ruchlose Propaganda des Worte« und der That bisher hauptsächlich am Widerstand Englands gescheitert. Jetzt bekunden aber gerade die englischen Blätter, von denen übrigens keine» einen besonderen Bericht über die Verhaftungen hat, auf Grund der Reuter'schen Telegramme die tiefste Entrüstung und betonen, daß nunmehr der Zeitpunkt gekommen sei, wo unter allen Umständen strenge internationale Maßnahmen gegen die Anarchisten ergriffen werden müßten. England vor Allem fei verpflichtet, rückhaltlos dir Hand dazu zu bteteu, da es thatsächltch bisher durch seinen passiven Widerstand salcke gemeinsame Ac-tonen verhindert habe. Tägl. Rundsch. Berlin, 18. October. Wie der .Kreuz Zeitung" au» Rom gemeldet wird, ist bisher von einer an den päpstlichen Stuhl ergangenen Einladung zur Thetlnahme ander Conferenz über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Anarchisten nichts bekannt. Berlin, 18. October. Der Besuch, den der Gesandte Transvaals, Dr. Leyd», dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe abstattete, war, wie die „Post" meldet, lediglich ein Höflichkeitsbesuch Köln, 18. October. Die letzitägigen Niederschläge bewirkten ein derartiges Steigen des Wasserstande» de» Rheine», daß die Köln-Düffeldorser Dampsschiffahrt». Gesrllschast den oberrheinischen Verkehr von morgen ad wieder durch einzelne Fahrten der Personeu-Dawpfer zwischen Eoblruz und Mainz aufnehmrn läßt. Auch der Schlepplch ffsahrt»- verkehr gestaltet fich wieder zu eine« regelmäßigen. Man hofft, den Verkehr in den nächsten Tagen wieder vollständig ausnehmen zu können, nachdem der Cauber Pegel annähernd die normale Höhe von 1.30 Meter wieder erreicht hat. ttoslaub. Wie», 18. October. Wie da» „Fremdenblatt" au» best- uuterrtchteter Quelle ersahren haben will, find alle Gerüchte, wonach anläßlich der Orientreise de» deutschen Kaiser» die Erwerbung eine» deutschen Territorium» in Klein-Afien geplant sei, vollständig unbegründet. Der Status quo int Orient werde durch die Kaiserreise keine Veränderung erfahren. Wien, 17. October. Die parlamentarische Lage in beiden Hälften der Monarchie gestaltet fich höchst bedenk- lich. Die Aussorderung de« österreichischen Fiuanzmtnister» Dr. Kaizl im Ausgleichsausschuß, die «u»gleichsvorlagen ehesten» zu erledigen, da sonst mehr aus dem Spiel stehe, al» der österreichisch ungarische Au-gleich, wird tn Liuken- kreisen aus» Lebhafteste erörtert und als neuerliche Drohung der versaffungsänderung aufgefaßt. Auf der Rechten frei- lich behauptet «an, der Finanzminister wollte sagen, daß die Zerreißung der Einheit der Monarchie auf fctm Sp:tl ftänbe, an Staatsstreich oder verfaffung-bruch denke das Eabiuet Thun nicht. Jedenfalls aber kann dieser Zwischensall al» der Borlänser neuer Parlamentsstürme betrachtet werden. — Zu gleicher Zeit hat int ungarischen Abgeordnetenhaus die Obstructioa eingesetzt. Der Regierung will die Opposition, der fich auch die Nationalp artet angrschloffen hat, keine Tagesordnung bewilligen, so lange nicht der Ministerpräsident das Haus über seine mit dem Grafen Thun getroffenen Vereinbarungen tn Sachen des Ausgleichs aufklärt. In der Sitznug vo« Montag gab e» schon großen Lärm. Dabei machte der Ministerpräfideut Baron Banffy Andeutungen, die auch so ausgelegt werden können, als wenn er vöthigeufall» unter Verletzung der verfaffung der Obstraction Herr zu werden suche. Krakau, 18. October. In der letzten Nacht wüthete hier ein starker Orkan. Biele Gebäude wurden beschädigt. Rrm, 18. October. Der Regierung gingen authentische Meldungen zu, welche bestätigen, daß der Vorstoß deL Königs Meuelik deshalb unternommen worden sei, um die Franzosen in der Faschoda-Frage zu unterstützen. Die Beziehungen zwischen Frankreich und Meuelik seien ntewals so intime gewesen wie augenblicklich. Paris, 17. October. Jeder Tag liefert seinen Beitrag zu der „politischen Pathologie" der Franzosen, von welcher der „TempS" neulich sprach. Die Krankheitsgeschichte läßt fich keinesfalls doch mit der Sicherheit auf Besserung betrachten, welche die halbamtliche Zeitung zur Schau trägt. Die Anzeichen, die allerwärts, im privaten wie im öffeutlicheu Leben, hervortretev, lassen auf maßlose Leidenschaften schließen, die in den Massen gähren und beim ersten Anlaß loSbrechev können. Man weiß, wie die Franzosen wüthev, wenn fie einmal losgelaffeu find. Die Geschichte der großen Revolution und der Commune 1871 find dasür die bekanntesten Beispiele. Da- Volk, das in gewöhnlichen Zeitläuften den angenehmsten Schliff der Sitten beweist, geräth außer Rand und Band, wenn die Leidenschaften mit ihm durchgehen. Seine Sittlich» kett, die wesentlich auf verständiger Erwägung gefellschaft. ltcher Nützlichkeit beruht, hört mit den Rückfichten auf, die ihr zu Grunde liegen. ES gibt daun für die Menge keinen inneren Halt mehr. Seit einigen Wochen haben wir, so wird un» aus Parts geschrieben, einen Vorgeschmack dessen, waS in Frankreich kommen soll, einen Begriff der Grausamkeiten, von denen der alte Barthölemy Saiur-Hilaire kurz vor seinem Tode sagte, daß fie die Greuel der großen Revolution gelind erscheinen laffen würden. Paul Deroulöde, der mit der „Guillotine in Permanenz" droht, ist noch von der alten Schule, die verhältnißmäßig mild war. Da- eigenartig Neue tu der Jesuiten- und GeneralstabSpreffe besteht nicht tu der Mordlust, die nach bekannten Mustern -um Ausdruck kommt, sondern in der Gier nach Martern, die den Feinden augethau werden sollen, in der Erneuerung mittelalterlicher Folterungen und der Erfindung neuer Qualen, die man anzuweuden gedenkt. Der Laterueumann Rochefort schlagt im „Jntran# figeaut" sür die Richter des CaffationShoseS, welche die Dreysu-akteu dem Recht-auwalt der Frau DrehfuS zur Rennt# utß gegeben haben — wa- angeblich Hochverrath fein soll — folgende Strafe vor: „Ein zuvor eiugeübter Henkersknecht soll ihnen mit der Scheere die Augenlider abschneiden. Wenn fie nun die Augen nicht mehr schließe« können, thut man große Spinnen von der gisttgsteu Art in Nußschalen und befestigt die letzteren mit festen Bändern, die hinter dem Ropf gebunden werden, auf die Augäpfel. Die Spinnen, die hungrig und in ihrer Nahrung nicht sehr wählerisch find, fressen die Hornhaut durch und saugen das Auge au-, bis Nicht- mehr iu den Höhlen bleibt. Daun kettet mau die scheußlichen Blinden au einen Schaudpfahl vor dem Justizpalast, wo fie ihr Verbrechen begangen haben. Auf ihrer Brust bringt man die Inschrift an: „So bestraft Frankreich die Verräther, die versuchen, es an den Feind zu verkaufen." So läßt man fie zwei gute Stunden unter dem Gejohle beste anspukeuden Volks. ..." — Da- ist Rochefort- Vorschlag. Man möchte ihn sür einen vereinzelten Fall epileptischer Mord- und Marterlust halten. Jndeß entspricht der „Jntran- figeaut" offenbar doch dem Geschmack eine- großen Publikum-, denn von allen französischen Hetzblättern ist er jetzt wieder da- verbreitetste. Der „Fall politischer Pathologie" beschränkt fich nicht auf einige Journalisten und Redner, sondern greift um fich und wird epidemisch. In Parts steht ein rother Winter zu befürchten. — Präfidevt Faure empfing am Montag Nachmittag den Grafen Murawjew, am Mittwoch findet bet dem Präfidenteu etn Mahl zu Ehren Murawjew- statt. Der Mtutster des Aeußereu, Delcassö, gab am Montag dem Grafen Murawjew ein Mahl, au welchem sämmtltche Mtutster, sowie unter Anderen der deutsche Botschafter, Graf Münster, theilnahmen. Tägl. Ruudsch. Toulon, 18. October. In dem hiefigen Arsenal wird mit fieberhafter Thättgkeit au der Instandsetzung der Flotte gcarbeitet. Bon heute an werden Tag- und Nachtschichten etngeführt, damit die Arbeiten keinen Augenblick ruhen. In Brest und Cherbourg wird ebenfalls emfig gearbeitet. Man betrachtet die Lage daher allgemein als sehr ernst. Loudon, 18. October. „Daily Mail" will au- bester Quelle erfahren haben, daß die vom Zaren angeregte Friedens-Conferenz im nächsten Jahre in Bern oder Brüssel statifinden wird. London, 18.October. Lord Salisbury und Roseberry haben die Einladung de- Lord-Major- zu einem Banket, welche- am 4. November zu Ehren de- Generals Rttchener stattfindet, angenommen. Petersburg, 12. Oktober. Als am 20. August die bekannte Friedens- oder Abrüstungsnote von hier erlassen wurde, und in der ganzen Welt die Augen mehr denn je und dankbar nach Rußland gerichtet wurden, ahnte man nicht, daß schon nach kurzer Zeit vier Großmächte, zu denen auch Rußland gehört, fich anschicken würden, Ranonen und Gewehre zu laden, um ihrem Willen auf Kreta Gehör zu verschaffen. Und doch ist e- so. Es war nicht sehr leicht, fich über die Zwangsmittel zu einigen, die angewandt werden sollen, falls die Pforte ihre Truppen nicht zurückziehen will. Endlich hat man fich theoretisch doch geeinigt. Für den Fall, daß der Abzug der Truppen und Beamten zur festgesetzten Frist nicht beginnt, sollen die Europäischen Truppen einschretten. Zunächst soll dann die Festnahme der außerhalb der türkischen Kasernen oder Festungswerke (wo diese noch vollkommen von türkischen Truppen besetzt find) angetroffrnen einzelnen türkischen Soldaten und Beamten erfolgen. Hieran- würde fich die Beschränkung von Truppen und Beamten auf Casernen (oder Festungswerke) ergeben. Die Punkte würden daun von dm europäischen Truppen blockirt werden. Da es fich um Muselmanen handelt, so wird die Blockade strenger durchge# sührt werden al- ihrerzeit die famose Blockade der aufständischen Christen, die fich dabei so wohl befanden, daß fie den Blockirern Fleisch (e- war freilich den Mohammedanern gestohlen) liefern konnten. E- bleibt den braven Fezträgern also nur übrig: Hunger- zu sterben, fich zu ergeben oder auszubrechen und dabei vernichtet zu werden. Bei aller unbegreiflichen Nachficht, die in den Reihen der braven türkischen Armee sür die Sünden herrscht, die von Roustantinopel au» auch an ihr begangen werden, wird die Neigung der Türken, die Weltgeschichte um eine That der Srlbstopferung auf Rreta zu bereichern, keine große sein. Immerhin find viele Möglichkeiten vorhanden, auS denen fich blutige Zusammen# flöße ergeben können. Die Gewehre auf Rrera gehen sehr oft von selbst los, und wenn von griechischer Seite solchen Zufällen die Wege geebnet werden, so haben die Kanonen und die Gewehre der verbündeten Europäer auf Kreta noch viel Ausficht, da- schöne kaiserliche FrtedeoSwort Lügen zu strafen. ES wird auch hier aufs Lebhafteste gewünscht, daß man der Nothwendigkett Blut zu vergießen überhobeu wäre, und nicht zum wenigsten aus diesem Grunde ist in die Versprechen, die der Pforte für den Fall de- freiwilligen Abzüge- der türkischen Truppen gegeben wurden, auch daS auf« genommen worden, da-EigenthumderMohammedaner zu schützen. Ueber die Tragweite diese- Versprechens, daS ohne die von England gewünschte und früher erwähnte Be« fchränkung gegeben zu sein scheint, ist eine Erörterung un# nöthtg. Wer da- Eigenthum der Mohammedaner schützen will, hat die- nicht nur in den wenigen Rüstenstädten, sondern auch im Innern zu thun. Die 2000 mohammedanischen Be# wohuer der Landschaft Selino, die im Sommer 1897 von den internationalen Truppen zur Auswanderung au« ihren Sitzen und Einwanderung in Kanea gezwungen wurden, haben demnach wenigsten- eine Wiederholung de- Versprechen-, Europa werde ihr Eigenthum schützen, erlangt. Vielleicht ist man fich, wie so oft iu kretischen Dingen, der Tragweite nicht klar gewesen, al- mau der Pforte diese- Versprechen gab. Judeffeu e- ist gegeben worden, und die Pforte würde gut thun, e- fich zu Nutzen zu machen, da die verbündeten Mächte beffer imstande find, die Mohammedaner zu schützen, al- die Türkei, nachdem ihr die Arme gebunden wurden. Den verbündeten Mächten können wir nicht genug gute Wünsche für die Lösung der schwierigen Aufgabe auf den Weg geben. Denn leichter wird man dem Tiger eine schon verschluckte Beute entreißen, al- den kretischen Christen die behaglich eiu-eflricheven Oelbanmwälder, Weinberge, Orangengärten und Aeckrr der mohammedanischen Rietet. Konstantinopel, 17. October. Soeben ist es mir doch noch gelungen, einen flüchtigen Blick in den Theil von Mdiz- Ktosk zu werfen, in dem unser Kaiserpaar während seines Aufenthaltes in Konstantinopel wohnen wird. Mdiz-Kiosk in seiner Gesamwtheit ist eine Anlage von unbeschreiblicher Großartigkeit. Teiche von bedeutender Ausdehnung wechseln mit herrlichen Gartenanlagen ab. In lauschigen Buchten fahren hier auf zierlichen Booten die Mitglieder der Kaiserlichen Famllie spazieren. Breite Reitwege durchziehen den Park, in dem es sogar nicht an weitgedehnten, waldartigen Partieen fehlt, in denen Jagden abgehalten werden. Erst wenn man diese Umgebung, die durch fünf gewaltige Ringmauern in fünf abgeschlossene Gebiete geschieden wird, ge- sehen hat, begreift man, wie der Sultan das vollkommen abgeschiedene Leben innerhalb der Dildtz zu ertragen vermag. Das eigentliche Schloß des Sultans liegt im innersten Gebiet durch eine Mauer von der Außenwelt getrennt. Nie wird einem Fremden die Möglichkeit geboten fein, hier hinein einen Blick zu werfen. Das für unser Kaiserpaar bestimmte kleine Schloß befindet fich innerhalb der vierten Mauer. Es ist vollkommen neu gebaut, leider aber auch nicht so zeitig fertig geworden, daß die Schlafzimmer genügend aurtrocknen konnten. Der Kaiser und die Kaiserin werden deßhalb die Schlafzimmer in demselben Schlosse bewohnen, das sie bei ihrem vorigen Besuche benutzt haben. Die Salons dagegen sind vollendet und mit unvergleichlicher Pracht und auserlesenstem Geschmack eingerichtet. Die Zimmer find zum Theil in „Renaissance Anglaise", zum Theil „im Geschmack Louis XV." eingerichtet. Der große Salon ist in „italienischem" Styl gehalten. Ein bewundernswerthes Meisterstück orientalischer Webekunst ist ein 30 Meter langer und 16^ Meter breiter Teppich, an dem 1500 Arbeiter thätig gewesen sind. Die Kosten dieser Ausstattung müssen ganz enorm gewesen fein. Auch sonst dürfte der kaiserliche Besuch dem Sultan ein schönes Stück Geld kosten, denn, wir ich aus zuverlässiger Quelle höre, sind für die im Gefolge nach Jerusalem fahrenden Offiziere 100000 Mark aus der kaiserlichen Kasse angewiesen worden. Konstantinopel, 18.October. Da- deutsche Kaiser- paar ist heute Bormittag um 9 Uhr hier eingetroffen. Roustantinopel, 18. October. Zu der heute Vormittag 9 Uhr erfolgten Ankunft de- deutschen KaiserpaareS wird noch gemeldet, daß brausende Hurrahrnse, au-gebracht von einet vieltausendköpfigen Menschenmenge, den Raiser und die Raiserin empfingen. Bon dem Schiff der deutschen Colonie ertönte die deutsche National-Hymne. Salutschüsse wurden abgeseuert. Zahlreiche Boote umkreisten das Geschwader de» RaiserpaareS. Der Raiser und die Raiserin bestiegen eine Pinaffe und fuhren nach Dolma Bagdsche, wo der Sultan feine hohen Gäste erwartete. Er verneigte fich ritterlich vor der Raiserin, ergriff ihre Hände und tauschte mit dem Raiser kräftige Händedrücke. Alsdann begleitete der Sultan seine hohen Gäste nach Yldiz Riosk, wo er fich verabschiedete und nach seinem Palais zurückkehrte. Sr empfing hier bald darauf den Besuch de- Raiserpaares. DaS Frühstück nahmen der Raiser und die Raiserin in der deutschen Botschaft ein. Konstantinopel, 18. October. Der Sultan hat für seine hohen Gäste werthvolle Geschenke unfertigen laffen. Der Kaiser erhält einen prachtvollen Säbel, alttürkische Arbeit, die Kaiserin ein Diadem von fabelhaftem Werthe und ein Gemälde der Schlacht von Domokos. Locales unb jArovlnzlelles. Siegen, 19. October 1898. • • Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß" Herzog haben Allergnädigst geruht, am 15. October den Borfitzenden, Gehrimerath Dr. Schäffer, zugleich zum Borstande der dritten Abtheilung, den Großh. Geheirnerath Michell zum Vorstand der ersten Abtheilung, den Großh. Ministerialrath Milbrand zum Vorstände der zweiten Abtheilung und den Großh. Ministerialrath Deisler zvm Vorstande der vierten Abtheilung, sowie serner den Großh. Geheimen Oberbaurath Po sein er, den Großh. Geheimen Oberbergrath Braun, den Großh. Geheimen Oberbaurath Jmroth, den Großh. Geheimen Oberbaurath Hofmann, den Großh. Obersteuerrath Bornscheuer und den Großh. Finanzrath Seip zu Mitgliedern der Prüfungscommisfion sür daS Finanz« und technische Fach zu ernennen. • • Auszeichnung. Der langjährige Vorsteher der hiefigen Eisenbahnstation, Herr Jean Heydt, zuletzt in Bad EmS stationirt, ist auf sein Nachsuchen nach 43jähriger Thätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand getreten und hat hirrselbst seinen dauernden Aufenthalt genommen. In Au- erkennung treu geleisteter Dienste ist demselben von deL Kaisers und König- Majestät unter Beifügung eines Glückwunschschreibens Sr. Excrllenz des Ministers der öffentliche« Arbeiten der Rothe Adlerorden vierter Klaffe verliehe« worden. • • Stadttheater. Die gestrige zweite Aufführung deS zugkräftigen „Weißen Rößl" erzielte bei gut besetztem Hause und durchweg tresflichen Leistungen der Darsteller abermals einen durchschlagenden Heiterkeitserfolg. Theaterabende — Omnibusverkehr. Um vielfeitigen Wünschen zu entsprechen, hat der Borstand der OmnibuS- Gesellschaft beschloffen, an den Theaterabenden nach Schluß der Vorstellungen, Omnibusse zur Verfügung des Publikum» zu halten. E- wird, vor Beginn, an der Theaterkasse ein Vorverkauf von Fahrscheinen stattfinden und, sobald solche verlangt bezw. gelöst werden, sür Fahrgelegenheit Sorge getragen. Die ganze Einrichtung ist versuchsweise eingeführt und vorläufig zwei Linien in Ausficht genommen. 1) Markt. Neue-Bäue, Ludwig-Platz, LudwigSstraße, Bleichstraße, Südanlage. 2) Markt, SelterSweg, Frankfnrterstraße, Liebig- straße, Bahnhofstraße. — Der Fahrpreis beträgt 20 Pfg. — Außerdem werden vom 1. November ab sogenannte Monatskarten zum Preise von Mk. 6.— an-gegeben- dieselben find nur persönlich gültig, berechtigen zur beliebigen Benutzung aus den Linien A und B und werden auf schriftlichen Antrag vom Vorstände der Omnibus-Gesellschaft verausgabt. *♦ Bezüglich der EnthullnugSfeier des Denkmals dek hochstsel. Großherzog» Ludwig IV. am 10. November hat da» Präfidium der Krtegerkameradschaft „Hassia" Folgendes bestimmt: Der Festplatz ist räumlich so sehr beschränkt, daß das Präsidium, um eine Vertretung des Gesammtverbande- zu ermöglichen, die Betheiligung in Gestalt einer combinirte« Fahvencompagnie beschlossen hat. In diese Compagnie entsendet jeder Bezirk auf 1000 Mitglieder 1 Fahne, Träger und 2 Begleiter, nicht mehr. Die Vereine werden auch durch das Loo» bestimmt, welche die Fahnensectionen zu stellen haben, und find dem Präsidium die Namen der aus- geloosten Vereine durch die Bezirksvorsteher bis zum 25. October mitzutheilen. Die Vereine, welche auf Theilnahme an der Berloosung rechnen, haben die- bis zum 20. October ihrem Bezirksvorsteher zu melden. Die Fahnencowpagnie wird in der Nähe de- Denkmals Aufstellung erhalten und an der eigentlichen EnthüllungSfeier theilnehmen. Unabhängig hiervon ist der Festzug, welcher fich an die Feier unmittelbar anschließt und vor Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog defiliren wird. Hierzu find alle Vereine der „Hasfia" eingeladen, und find Anmeidungeu für den Festzug bi- zum 30. October unter Angabe der Zahl der Theilnehmer an Herrn Medici- nalrath Dr. Bogt in Butzbach einzuseuden. ** Der Ausschuß deS laudwirthfchaftlicheu Verein» für die Provinz Obetheffeu, der gestern in „Steins Garten", unter dem Borfitz feines Präfidenteu, des Herrn Grafen zu SolmS- Laubach, Erlaucht, tagte, hat neben verschiedenen andere» weittragenden Beschlüssen auch den gefaßt, den Mitgliederbeitrag von 5.20 Mk. auf 3 Mk. herunterzusetzen. Man ging hierbei von der Anficht aus, daß man es auch den kleineren Landwirtheu ermöglichen müsse, dem Vereine, ohne fich seinerseits zu große Opfer aufzuerlegen, beitreten und sc an den Bestrebungen desselben theilnehmen zu können. Die beträchtlichen Mittel, die der Verein auf den verschiedensten Gebieten deS landwirthschaftlichen Betriebe- feit Berwilligung größerer Staatszuschüsse verwendet, lassen e- wünschenSwerth erscheinen, daß alle Landwirthe, welche den Fortschritten der landwirthschaftlichen Technik folgen wollen, jetzt nun auch dea Bereine als Mitglieder beitreten. Ein weiterer Beschluß betraf die Anstellung eine» ViehzuchtinspectorS für die Provinz Oberheffen. Als solcher wurde Herr LandwirthschastSlehrer Leithiger in Alsfeld in Ausficht genommen, mit dem über die Uebernahmebedingungen verhandelt werden soll. Weitev hin wurden beträchtliche Mittel zur Hebung der Ziegen- uni Geflügelzucht verwilligt. So erhalten z. B. die Ziegenzucht' vereine zu Nieder-MooS, Bad Nauheim, Wieseck, Gießen, Büdingen und die Bezirk-Vereine Alsfeld und Schotten zm Beschaffung von Zuchtmaterial je 50 Mk. Die Geflügel'- zuchtvereiue Gießen, Friedberg und Lauterbach je 100 Mb SSmnttliche 6 BezirkSvereine zur Beschaffung von Stamm- züchten ebensall- je 100 Mk. •• In diesen Tagen waren eS 57 Jahre, daß der seiner Zeit hochgefeierte Theologe Christian Gottlieb Kühnöi. (oder Ruinocl) in Gießen verstorben ist. K. war 1768 i« Leipzig geboren und kam 1801 als Professor der Bei ei- samkeit hierher. 1806 ging er zur theologischen Faculta- Über, der er ununterbrochen bis 1840 angehörte, wo W seine Kränklichkeit vöthigte, um seine Penfionirung ein- zukowmeu. Einer bestimmten theologischen Richtung gehörte er nicht an, am meisten näherte er fich den sog. Supr»* *9' 1898 *' 606111 »tt «" “■ °«»L 1 • Ml® » »6*5 Stts-S 1*1 jWohtj fioilfll7 . ^tut< unb Leo tzM ! h “ Nuniicoamiij^ y® uutnntn, »«II» *(>!? ' * >° Bat ’M« uit) 43^ y,b «««I« ub |e lo'l gfnoKmin. g, g,. 2 dkvselbeo bon tu einet Slück- der bfitntiida ti tttu Rittfit verliehe, 1 ^eitt Anfführmß bei «ilelte bei gm beleitti wlfinngen der Dartztlln eitcifelihtfolg. ^verkehr. Um blefieitigei k verstand der Dmnibai. Itoterabenbtn nach kchluj Verfügung bei Publlkamt 1 an bei Thrainktfit eia en stattstndtn und, (obalb für FahrgelegenheU Sorge Ist titffudWIt eingefüh« tt genommen. 1) 3M ifrtafie, Bleichstrahe, Franlftmtrstraht, Littp hrpretS betrag! 20 Psg. - bei ab sogenannte HÄonaik anlgtgeben; dieselben si-i a zur beliebigen Sen^avj otiben aus schristDa io* »'Gesellschaft bmiipti. iglftitr bei Mull bü am 10. Wembtr hat dos ft .Hassia'8°^» de- ltch fo sehr beschrävb, m mg M ©ifamnUDtibaaitl tlntt comMmrun 3n diese Gompa^v. «► itglitbti 1 WTitx5$" DU Bntwt tnubtn *.A t bU W*lonw J» (fttan Mi üluit» »«* I4d«stihn tü I™ 11 c'' , uMl Ml lM'6''" Ml« Hl M 20. OMl« Mi 5**»* ,U aufßiOunB «*“ “ ntjiltarti»«. 14 an Hi 3d« m*“® t im eteW*" «l,°tzl. HU jt» ®t. himmB»^ w in * J ihlIWlh«'" ijitfl«» Bi«1" ’? / (|t Bit«11*^ ■.fljsrfj SÄrt&ft p ffionbeü giegiB . I i«> O"b, blt 8"d Aiesei' .. L-rs. '-Aw"** * &&> lvJ5*4 natmraUffen. S. hat eine gongt Reihe bon theologischen nnb philologischen Werken geschrieben, durchweg tn lateinischer Sprache, wegen deren vorzüglicher Beherrschung er berühmt war. Sein hauptsächlichste» Werk bildete ein großer Low' mentar zu den Evangelien nnb btt Apostelgeschichte, bet na«tätlich tn Holland viel benutzt wurde. R. har fich auch große Verdienste um die Einrichtung de» Letchenhanses auf dem Gießener Friedhöfe erworben. Die Stadt Gießen dankte ihm dafür durch Schenkung eine» Erbbegräbnisses (zwischen dem unteren Friedhofsehor und dem Leichenhaus), wo er mit seiner Gattin begraben liegt. •• Gesellschaft für Erd- nnb Billertnibe. In der gestrigen gut besuchten Hauptversammlung der Gesellschaft im „Hotel Einhorn^ stattne der vorfitzeude, Herr Prof. Dr. Sieber» Bericht ab über da» verflossene veretnsjahr. In il,m fanden neben den regelmäßigen Zusammenkünften sechs größere Vorträge statt, in denen theil» alte, gern gehörte Bekannte, theil» jüngere Forschunggreisende von bedeutendem Ruf, wie Dr. Sven Hebln, zu Worte kamen. Zn biesen vorttägen hatte bie Universität der Gesellschaft bie große Hula de» Sollegien- Hauses zur Verfügung gestellt, wofür ihr herzlichster Dank auch an dieser Stelle ausgesprochen sei. Leider hat die Gesellschaft den Verlust mehrerer Mitglieder zu beklagen. Ein Theil derselben ist wegen Wegzugs von Gießen ausgetreten. Dem gleichfalls von hier geichtedeuen Herrn Proviuzialdirector Geheimrath Firiherrn bon (Sagern, den die Gesellschaft wegen seiner hervorragenden Verdienste um ihre Gründung und ihr Gedeihen zum Ehrenmitglied ernannt hatte, widmett Herr Prof. SieoerS Worte de» Danke». Der oerstorbenen Mitglieder gedachte der Herr Berichterstatter mit Worten bet Trauer. — Die sodann erfolgte Rechnungsablage ergab ein Aufgehen der Einnahmen nnb Ausgaben, ba für Vorträge und Zeitschriften bedeutende Aufwendungen gemacht werden mußten. (Hierbei weisen wir darauf hin, daß die bon bet Gesellschaft gehaltenen geographischen Zeitschriften in bet öffentlichen Lrsehalle allgemein zugänglich sind.) Die bon den Herren Zimmer unb Eifert geprüfte Rechnung wurde richttq befunden und der Rechner, Herr Eommercteurath Heichelheim unter dem Dank der Versammlung entlastet. — Da» Programm für den beborsteheuden Winter ist insofern noch nicht festgestellt, als bindende Abmachungen mit den In Aussicht genommenen Rednern noch nicht getroffen sind; das Hauptaugenmerk des Vorstände» soll jedoch auf möglichst reiche Abwechslung in der Auswahl der zu haltenden Vorträge gerichtet sein. Der erste Vortrag (Herr Professor Regel' Jena) findet bestimmt nächsten Dienstag den 25. ds. Mts. statt. — Die fich anschließende Neuwahl des Vorstandes ergab Wiederwahl der seitherigen Vorstandsmitglieder. Für Herrn Geheimrath b. (Sagern wurde Herr Oberlehrer Fuhr gewählt. Damit waren die Geschäfte erledigt, und Herr Prof. Siebers, der unermüdliche Vorsitzende der Gesellschaft, beschloß den Sbend durch einen anregenden, beifällig aufgenommenen Vortrag über die wirthschaftlichen Verhältnisse von Französisch-Guayana uab die iles den salut, die gegenwärtig wieder durch die Drehfus-Sache im Vordergrund de» allgemeinen Interesses stehen. ••P. Lehrer Lonferenz Die diesjährige Herbst Lehrer- Eonferevz des Bezirks Gteßen-Troheu.Linden wurde gestern in der Turnhalle der hiesigen Stadtknabenlchule ab- gehalten und war gut besucht. Al» wichtigster Gegenstand stand auf der Tagesordnung: „Der obligatorische Turnunterricht und seine verthettung in der achrklasfigen Volksschule." Offenbar war e» Zweck, der Eonferenz ein getreues Bild der in unseren städtischen Schulen erreichten Resultate im Schulturnen borzusühren. Wir haben auch später aus der Mitte der Versammlung heraus diese unsere Meinung bestätigen hören mit dem Bemerken, man lerne durch eine so mustergültige Leistung erst den wahren Werth des Turnens genauer kennen. Präcis IO1/* Uhr wurde begonnen, und lassen wir, der besseren Uederstcht halber, do» Programm hier wortgetreu folgen: Riaffe 4b. a) Ordnungsübungen: Drehungen mit Stampfen, Taktgehen mit Gleichttttt; b) Freiübungen: Arm- heben und -schwingen, Fnhklappen, Fußwippen, Handbeugen, Zehen- unb Ferienstand - c) Spiel: Jakob, wo bist bu ? — Rlafie 5b. a) Ordnungsübungen: Drehungen, Schrittwechsel an Ort und tm Gehen. Deffntn unb Schließen der Reihen - b) Freiübungen: Armschwingen, Armftoßen, Beindrehungen. Freiübungen mit Hüpfen, (vterteldreh.); c) Geräthüdungen: Springen (Weit- unb Hochsprung) - d) Spiele: Ha» tm Rohl. — Riaffe 4a. a) Ordnungsübungen: Drehungen mit Gehen an Ort. Reiheubilduug durch Abzählen. Umteihungen, bei welchen die Uebenben einen viertelkreis um ben Kützrer zu gehen haben; b) Freiübungen: Armbeugen unb -stoßen, Arm- heben uab -schwingen, Armkreisen, Beinheben unb spreizen; c) Geräiheübungen: Rittlern am Stangengerüst - d) Spiele: Der Plumpsack geht herum, Dritten abschl. — Riaffe 3a a) Ordnungsübungen: Gehen an Ort mit Srrittwechsel unb in der Umzugsbahn. Gehen nach berschiedenen Gmgricht- nngen, link» unb rechts Schwenken, links und rechts bor- reihen- b) Freiübungen: «rmstoßen, «rmhaueu, Rumps- beugen uab schwingen, Spreizen mtt Faßdeugen, verstoßen, Hüpfen, Grätschen, «eigen; 0) Geräthüdungen: Uebungen am Barren; d. Spiele: Ratz und Maus (in beränberter Form.) — Riaffe 2b. a) Ordnungsübungen : Aufmarsch, Winkelzug, Reetfen, Umreihungen auf weiterem Weg; b) Freiübungen: Verbindungen bon Arm-, Bein- und Rumpsübnugen; c) Ge- räthübungen: Barten; d) Reigen. Riaffe la. a) Orduungs- Übungen: Liou'icher Reigenaufmarsch; b) Freiübungen: e) Gr- rätheübungen: (Stabüdungev); d) Spiele: Wanberball, Fußball. I. Mäbchrnklaffe. Ballreigen. — Wir freuen uns, constatiren zu können, baß Über die präctse Aussührnvg vor- stehenbev Programm», wie Aber seine Reichhaltigkeit nur eine Stimme bet Anerkennung und Bewunderung für Lehrer und Schüler herrschte. Einheitlichkeit tm ganzen Plane, gewissen- haste Gtoffjumeffung für die einzelnen Rioffen und richtige Ztiteiuthettung ließen übrigen» erkennen, daß ein großer Theil de» Gelingen» wohl auch den Herren Schulleitern zu- znerkeunen ist. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß der Confer enz zum Schluffe noch eine angenehme Ueberraichung zu- । gedacht war. Nachdem nämlich die I. Raadenklaffe abgeturnt hatte, erschien Herr Spitz mit einer I. Mädchenklaffe, um ben sog. „Ballreigen" auszusühren. Die Riaffe bot ein liebliches, freundliche» Bild einer im Turnen wohlgeschulten Mädcheuschaar und veipflichtete alle Anwesenden zu hohem Danke. Im Schlußworte dankte Herr Rreisschultnspector Dr. Lucius für die prächtigen Darbietungen und verlieh allen Rlaffen die wohlverdiente Note: „vorzüglich." — Wetterbericht. Die tiefe Depression besteht fort. Ihr Eentrum ist heute etwas nordostwärts gezogen, bis nach Wales unb Südwest England, hat aber etwas an seiner Tiefe verloren. Gleichzeitig hat sich von bet Haupt Depression ein Theil abgelöst, welcher über Deutschland ostwärts gezogen ist unb heute als ein selbständiges Minimum über Polen liegt. Hoher Druck behauptet feine Lage im Norden Europas. Die Witterung ist meistens trübe geblieben uab nur vorübergehend trat Aufklärung ein. — voraussichtliche Witterung: Meist trübes, zeitweise unruhiges Wetter mtt Niederschlägen. A Bon der Wiefeck, 18. October. Auf heitere Tages- toitteruig und verhältnißmäßig hohe Temperatur folgten heute Abend unter Donnern und Blitzen starke Regengüsse. — Zur Bestellung der Felber wäre noch einige beständige Witterung sehr erwünscht. An der jungen Saat richten die grauen Ackerschnecken durch ihr zahlreiches Erscheinen und ihre Gesräßigkeit großen Schaden an. Das milde Wetter kommt de« Ungeziefer sehr zu statten. □ Darmstadt, 18. October. In Gegenwart des Staats- Minister» Rothe, Exc., und de» Deceraenten für Schul- angelegenheiten im Ministerium, Ministerialrath Sold an, fowie bei zahlreicher Betheiligung von Docenten und Studiren- bta vollzog fich heute Mittag Vt12 Uhr in der (für solche Fille leider etwa» räumlich beschränkten) Aula der Technischen Hochschule die feierliche Rectorats-Ueber- gäbe. Der seitherige Rtctor, Professor der Maschineubau- kunde Geh. Baurath Berndt, hob beim Rückblick auf die zwei Jahre seines Rektorat» hervor, daß in dieser Zeit die Hochschule, wesentlich auch tn Folge der Fürsorge der Regierung, bedeutenden Susichwung genommen unb längst in der Frequeuzziffer die 1OOO überschritten habe, er gedachte pietätvoll der Heimgegangenen hervorragenden öoQegen Wagner (des Erbauer» des Hauptgebäude», dessen Büste demnächst in bet Aula aufgestellt werden soll), und Adarny, erwähnte auch, daß in bet Sache der Erwettungsbauten für die An statt leibet eine Stockung eingetreten, diese aber hoffentlich bald beseitigt sein werde und übergab mit den besten Wünschen für da» neue Amt dem neuernannten Rector, Professor der I igenieurwiffenschaften Bauratb Rod), da» Zeichen der Amts- würde, die goldene Rette. Dieser betonte die besondere Ehre, die für hn darin liege, daß ihn in feiner erst verhältniß- mäßig kurzen Thätigkeit hier das Professoren Svllegium zu« Rector erwählt und der Landesherr ihn ernannt habe, und richtete an bie Vertreter der Regierung, die Eollegen und die Sommilttonen dankende und um Gewährung ihres vertrauen» bittende Worte. Auf Grund seiner Erfahrungen am Nord-Ostlee-Eonal (an dem er thätig war) und am Panamacanal verbreitete fich nunmehr Herr Roch über die heutigen Anfkirde'nngen der Seelch fssahrt an die Seecanäle. Ars» der Leit fflr M< Leit. Vor 71 Jahren, am 20. October 1827, wurde bie türkisch - ägyptische Flotte im Hasen von Navarin von ben Engländern, Franzosen und Russen angegriffen. Schüsse, die vielleicht zufällig von türkischer Seite auf da» englische Admiralsschiff fielen, gaben ba» Signal zum Kamps. Nach vier Stunden war bie Flotte ber Osmanrn vernichtet. vsvmischtes. • Würzburg, 18 October. Das Militärbezirksgericht Würzburg verurtheitte heute die Gemeinen Johann Püus unb Johann Hob, beide vom 14. Infanterieregiment, die am 24. Juli früh 1 Uhr auf bet Fürther Landstraße drei rad- fahrende Offiziere tn Civil überfielen unb mißhandelten, wegen eine» militärischen verbrechen» und Aufruhr. PÜns erhielt 7 Jahre unb Hoh 8 Jahre Zuchthaus nebst Ausschließung aus btm Heere. • Leipzig, 18. Oktober. Heute Mittag wurde in Gegenwart von zahlreichen Vereinen nn' Ehrengästen in feierlicher Weise der erste Spatenstich zum Völkerschlachtdenkmal auf dem Schlachtfeide von Leipz g bet P»obstheida gethan. Nach musikalischen vorttägen hielten Oberbürgermeister Georgi und Professor RLmmel patriotische A. 'prachev. Nach dem allgemeinen Gesänge de» Liedes „Deutschland über Alle»" wurde unter Böllerschüffeu der erste Spatenstich gethan. Der gemeinsame Gesang eines Ehorals beendete die Feier. • Heber ben Untergang de» Dampfer „Mohegan" liegen zuverlä fige E nzelheuen noch nicht vor, namkutlich fehlt es noch an genauen Nachweisen über die Zahl der au Bord befindlich gewesenen Passagiere unb Mannschaften, lieber bie Ratastropht meldet ein Rüfinur örter von Lizardhead: Man sah den Dampfer „Modegau" einen gefährlichen Sur» steuern und feuerte eine Warnungsrakete ab. Gleich darauf schickte „Mohegan" Nothfiguale ab. Der Felsen, auf dem der Dampfer gescheuert ist, ist ein submariner. Ein überlebender Pferdehändler aus New-Uork Namens Maule erzählt, er habe bemerkt, daß da» Schiff nähet an ba» Land steuerte, al» es Üblich war. Um fieden Uhr waren alle Passagiere beim Diner, außer einigen krank unten Itegenben Rindern. Plötzlich hörten die Passagtere einen lauten Rrach, alle stützten an Deck und fanden da» Sch ff auf dem Felsen. Sofort wurden Befehle ertbetlt, die Boote flott zu machen. Der Eap'täa Grtsfirh», rin alter, erfahrener Seemann unb Eom- «odore der Linie, stand auf der Brücke. Die Mauoschaft benahm fich wie Helbeo. Zwei Boote mit Frauen und Rindern wurden zuerst adgesandt. Maule sprang in's Wasser, mit einem Rettungsgürtel versehen, zugleich mit dem ersten Offizier Eouch, von dem er später getrennt wurde. Ein kleines Mädchen auf de« Schiff bat ihn herzzereißend, sie zu retten, ba sie noch nicht sterben möchte. Et konnte nichts für fit «huu. Maule klammerte fich an ein Boot, von de« er aufgenommen wurde. Ob die Boote, von denen Maule berichtet, die Rüste erreicht haben, weiß man noch nicht. 14 gereihte Matrosen fand man ouf Felsen an der Rüste; die meisten davor find verwundet. Das Hiutertheil des Schiffes begann alsbald nach dem Auflaufen zu finken, in weniger als 20 Minuten ging das ganze Schiff unter. Die Ursache des Unglückes kann mau fich nicht erklären, da der Abend hell und klar war. An Bord sollen fich neuen Feststellungen zufo'ge 150 Passagiere und 50 Mann Besatzung befnabea haben. Wirber ein anbeter Bericht melbet allerdings von nur 53 Passagieren und 80 Manu Besatzung. Man wird die genaue Feststellung der Opset wohl erst von der Bekanntgabe bet Sch ffsliste erwarten dürfen. * • Unverwüstlich. „ . . Du kannst es mir ruhig glauben, lieber Onkel, ich beginne jetzt ein neues Leben!- — „So, na, da» ist ja dann, meiner Berechnung nach, ungefähr da» achte neue Leben, da» Du nun beginnst!^ • Postende Lage. „Hat der Platz, wo da» 24-Stunden- rennen der Radfahrer stattgefunden, eine günstige Lage?* — „Gewiß, birect neben dem Irrenhaus!* ffrür die (Erbauung einer cvangelifchcu Kirche in Dar-eS-Lalaam gingen bei dem Unterzrtchneten ein: Von Herrn Pfarrer Schlosset 5 JL, Ungenannt 10 X, Frau Ihrig 2 X. Frau E. B. 5 X, Herr Wörth 0.50 X, Geb. Rirchenraih Dr. Rattenbuld) 6 X Weitere Gaden nimmt entgegen Bickel, Kaiser!. GouoernementS-Secretär. Wöchentliche Uederstcht der Todesfälle in (Sieben. 42. Woche, vom 9. October bl» 15. Oktober 1898. (Einwohnrrzahl: angenommen zu 24 100 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkettsziffer: 23,73, nach Abzug bet Ortsfremden 12,95 ’/oo. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: tm vom 1.Leben,jabr: 2.-15.Jahtt Lebensschwäche Masern 2 (1) 1 — 2 (1) 1 — Lungenentzündung 2 1 1 — Lungenödem 1 (1) 1 (1) — — Schlagfluß 1 1 — — Bauchfellentzündung 1 (1) 1 (1) — — Niermentzünbung 1 (1) 1 (1) — — Verunglückung 1 (1) 1 (1) — — Unbekannte Krankh. 1 1 ' — — Summ«: 11 (5) 7 (4) 4 (1) — Ln m. Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele bet Lobessälle tn der betreffenben Krauthett auf von aaswä, tt noch (Rieften gebrachte Kranke kommen. Neueste Nacstrichten. Deveschen des Bureau ,&erolb*. Berlin, 19. Oktober. Der Termin für die Verhandlung des Majrstätsbeleidigungs-Prozeffes gegen Maximilian Harden ist auf den 31. Oktober verlegt worden. Poseo, 19. Oktober. Der Reichstags-Abgeordnete für Wreschen Pleschen-Jarotzschin, Rechtsanwalt Dr. v. Dziem- Pomian (Pole) hat fein Mandat niedergelegt. Elbing, 19. October. Der Zar ist auf seiner Rückcetfe von Dänemark gestern Abend mittrlst Hofzuge» hier eingetroffen. Während de» Aufenthalt» von 6 Minuten wurde Maschinenwechsel Borgenommen. Der den Zug begleitende Oberbaurath Roch stieg an» nnb Beamte der Röniglberger Direktion stiegen zur Wetterführung ein. Der Bahnhof wat streng abgifperit. Wien 19. Oktober. Wie das deutsche Volksblati meldet, ist ein in der Rltnik des Professors Noihnagel beschäftigter Diener nach knrz-.r Rrankhett unter verdächtigen Shwpwmen gestorben. Derselbe war tu dem Zimmer beschäitigt, tn welchem die von Dr. Müller tm vorigen Jahre au» Bombay gebrachten Eultnren des Peft-Bazillu» fich befinden. Lemberg, 19 Oktober. B Litermeldungen aus Ezer- nowiy zufotge wurde der Bolksschullehrer ölt jo», welcher bet den dieejährigen Manöoern Notizen über Mißhandlungen von Soldaten durch O'fi,iere sammelte, vom Militärgericht zu sechs Monaten Arrest verurtheilt. San Remo, 19. Oktober. Ja Gegenwart sämmtlicher Militär- unb Etvilbehörben fanb gestern bie Enthüllung ber ®ebenttafel für Raifer Frte drich an der Billa Zirto statt. Mehrere Rränze wmden niedergelegt. Der feierlichen Enthüllung folgte ein Ehrentrunk ber Stabt unb ein Festmahl der deutschen Eolonie. Paris, 19. Oktober. Seit gestern wirb auf» Eifrigste da» Gerücht von btm bevorstehenden Rücktritt Br tsson» colportirt. In eingeweihten politischen Rreisen versichert man tndeß, daß keine ber Parteien Brisson bet ber Rammer-Er- Öffnung zu Fall bringen werde unb bah man diesem vielmehr die volle Verantwortung für ben von th« vertretenen Re- vtfion»-Antrag Übtriaffen wolle. Paris, 19. Oktober. Wie aus Lievin gemeldet wird, find dort 200 Grubenarbeiter tn den Ausstand eingetrettn wrge" tU Q-afv Arbeitszeit. Brüssel, 19 Oktober. Die erste Tänzerin am Olympia- Theater, Carmen Salvado» wurde, al» sie da» Theater verließ, von dem Berstcherung»-Jnspector Devtllez durch Dolchstiche ermordet. Der Mörder wurde verhaftet. Loadon, 19. Oktober. »Daily Ehronicle" hofft, daß Marchand in seinem Bericht an die franzöfi che Regierung dieselbe bieten werde, ihn zurückzuberufen, ba seine Lage unhaltbar fei. Caneo, 19. Oktober. Wegen verschiedener Verbrechen ( wurden 30 Muselmanen zum Tode verurtheilt. Sieben davon sind bereit» gestern hingerichtet worden. Auf der Rhede von Canea liegen acht englische Rriegsschiffe. Gestern ist ein vierte» Bataillon französischer Marine-Jnfan- 1 terie hier eingetroffen. Grossh. Universitäts-Bibliothek. « Gnau th. 10409 10423 Zur Ei Arennzwetschen Börse vom 18. October 1898. Frankfurter 1887 Frkf.Ldw.Cred.Bk.unk.b.1900 31 /, Deutsche Grdsch.B. unk. b. 1906 99.00 4 Telephon 119. Marktftrahe 4. Brief MO. 29812 Telephon 46. mit guten Zeugniffen. Markt 21. MlinMachmgen Stellen-Gesuche r verkaufen Jermiethungen Mrsteigcrmlgell Vereine. Kauf Gel nche Mielgesuche (ihn|ifehliimicn VerMdenes (Mene Stellen 101.75 93.90 100.80 100.25 100.50 85.38 101.8C 24.25 98.2® 44.1® 101.5® 99.K 99.50 99.20 100.« 100.75 tetr.: Fel- Ja bei 1. Novembr Vürzemelsti abltnitteb i ia Smt-z trozu ich dlt Nichte' Ein« trab aus zureichev. Sri ÖcU 80.76 169.70 4.19% Abendeourfer 151.20 l Oefterr. Credit-Actien Ordres nach auswärts werden prompt erledigt. 10402] In gutem Haus sucht gebild. Dame, 20 Jahre, welche ein Jahr die Küche erlernt, weitere Ausbildung. Offerten an Frau Urbach, Darmstadt, Grünerweg 12. Eisenb. Rentenb. Obl. Buderus Obl. 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