Faxon gebracht- also fort mit dem gigerlhaften Taschentuch! Und die Röcke fitzen bequemer, wenn fich so ziemlich sämmt- liche Knöpfe auS dem Staube machten, und die Stiefel tragen fich angenehmer, sobald fie durch einige weitklaffende Löcher hübsch gelüftet find. Die reine Seligkeit ist es jedoch, ohne Stiefel tu der Welt herumzustetgen. Und gar barfuß auf der Eisenbahn fahren — das ist ein Jdealznstand! Fast Alle paffen Ctgarretteo und Alle umwirbelt dichte-, hellbläultches Qualmgewölke, in das bald der Eine, bald der Andere mit großer Virtuosität hinetospuckt, nach dem offenen Fenster zu, ohne den lieben Nachbar auch uur im Geringsten zu treffen. Trotz einiger offener Fenster ist der Wagen erfüllt von kräftiger, nach Schweiß und verschiedenen Lebensmitteln duftender warmer Stickluft. Im gemeinsamen Schlafsaal einer ganzen Compagnie Soldaten, etwa Morgen- gegen 4 Uhr, kann sie nicht schlechter fein. Zuweilen drängt fich der dicke Eouducteur durch die Mafien. Die eingedrückten Blechkaöpfe mit dem verbogenen Halbmond auf seiner schmutzigen Uniform — fie find wohl nur bei solcher Quetscherei so schwer verwundet worden. Bevor er in da- kleine Seiteucoupö eiotritt, klopft er energisch an die niedrige Thür. Ohne Weitere- eivtreteu — um Gotte-willeu nein- denn drinnen ist der Aufenthalt verschleierter türkischer Frauen, und e- wäre nicht unmöglich, daß eine der Schönen den Schleier gerade etwa- gelüftet hatte. Also erst hübsch auklopfen. Sobald fich daun die Thür ein wenig öffnet, dringt Gekicher, Geschnatter, Gekreffch heran-. Obgleich tu dieser Enge verschiedene Religionen und Tonfesfioneu zusammengewürfelt find — keinerlei Raffeuhaß Bxtett T6lkW M Ernil --- «NThoreii Juli: RT »d OWilKE ____J275 Tein. Scib (Vorderhaus): hng. s Wahl des Ausschuss" IINIIIN ftrtaf: deshalb fämmtliche ® iebem nut annehm- G 7261 | chf. • letri. g billigen Preiien die Jniv.-Druckerfl straeie 7. e IchpaWe itaDungen auf Dsroalb^arten igittwod) ab billig abgegeben. Noll uod Ruckftuhß, Un jüeideilchrank und eine m, Mi« l» Weisettgam^^- ÄÄ* S- ***«• rÄ s /» 0. Oe. *■v ten 21. NI » «*6*. I üon^/— Slindettl »>'-W Bernhardintt coulionsfäbige, lUfM0' rr 7236 an w unter L' n; dieses Blatts 1898 Mittwoch den 20. Juli Hratisbeilaye: Gießener Fmnilienblätter Alle Anzeigen-BrrmittlungSsteven bei In- und NuslanbeS nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgey«. Redaelion, Expedition und Druckerei: Schntstraßt Ar. 7. zu keimen begann, bereit- ein hochentwickelte» Land, und eS würde vielleicht auch heute noch an der Spitze der Cultnr- ftaaten marschtreu, wenn eS fich nicht so ängstlich von der Außenwelt abgeschlofien hätte. Wie in jedem Lande, welche» mehr oder weniger gezwungen seine Thore dem Fremden öffnet, giebt e» auch tu Lhiua zwei Parteien: Die eine kleinere begreift den Segen, welchen diese Erschließung dem eigene« Lande bringt- die andere viel größere dagegen fieht nur grollend die Eindringlinge und zürnt der Regierung, daß fie zu schwach ist, fich derselben zu erwehren. Der Fremdenhaß tst in China tief eingewurzelt und bereit» mehrfach zum Au»« bruch gekommen- die Ermordung der Mtsfiouare, die im Reiche der Mitte an der Tagesordnung find, dürfen al» Ausfluß diese» Haffe» betrachtet werden. Bor Kurzem ist nun im Süden China» ein Aufruhr ausgebrochen, von dem mau annimmt, daß er nach einem wohl- vorbereiteten Plane geleitet wird. Bis jetzt hat die chine- fische Regierung der Rebellen noch nicht Herr werden können und die gegen dieselben gesandten Truppen sind mehrfach geschlagen worden. Nimmt der Aufstand größere Dtmen- fionen an, so dürften die Folgen sehr schwerwiegende fein, insbesondere wenn eS der Pekinger Regierung nicht gelingt, die Fremden gegen den Fanatismus der Eingeborenen zn schützen. In diesem Falle sind die Großmächte gezwungen, eivzuschreiten, und e» tst nicht unmöglich, daß bei dieser Gelegenheit die ganze ostasiatische Frage in» Rollen kommt. Abgesehen davon, daß dieselbe sehr leicht zu ernsten Verwickelungen sühren kann, da gewichtige materielle Interessen der einzelnen Länder auf dem Spiele stehen, würde die Auf- merksamkeit der europäischen Diplomatie auf lange Jahre hinan» dadurch in Anspruch genommen werden. Die orten- talische Frage erhielte dann einen gefährlichen Coocurrenten, der nur schwer beseitigt werden könnte. Die jetzige revolutionäre Bewegung soll sich zum großen Theile gegen die Mandschu-Dhuastte richten, welche sich mit Gewalt in den Besitz de» chinesischen Thrones gesetzt hat und sich im südlichen China niemals großer Sympathieen erfreute. Neuerdings macht man der gegenwärtigen Dynastie noch zum Vorwurf, daß fie den Fremden zuvtele Coucefsionen gemacht und ihrem Eindringen zu wenig Widerstand entgegengesetzt habe. Freilich tst es kaum das niedere Volk, welche» selbstständig feine Hand erhebt gegen den Thron, e» find vielmehr die Mandarinen, welche aus Eigennutz und Habsucht die Bevölkerung aufwtegelu, weil ihre Einnahmen, die inneren Zölle, durch das weitere Vordringen der Europäer und durch die Abmachungen der fremden Staaten mit der Centralregierung tu Pecktng eine erhebliche Verminderung erfahren haben und noch ferner herabgesetzt werden dürften. Man fieht allgemein der Weiterentwickeluug der Eretg- Adresse für Depeschen: Anzeiger Kiege«. Fernsprecher Nr. 6L Nezufliprei- vieNeljährlich 2 Mark 20 Wfr monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Nr. 167 Zweites Blatt. Zlints- und Anzeigeblatt für den Itrei» Gieszen Bekanntmachung, betreffend die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1898. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1898 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meldung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. August 1898 bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Spe- ciellen das Folgende bemerkt: Gießener Anzeiger General-Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme bei MoniagS. Die Gießener Iomlkienk kälter werden dem Anzeiger wichentl'.ch viermal beigelegt. 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfung« - Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Grotzherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthalts- ort hat. 2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. . 3. Das Gesuch muß von dem Betteffeuden selbst geschrieben sem. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes nut der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein- Q, r c. ein Uubescholtenheitszeugnih, welches von der Polizet- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist- d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 6. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sem will. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche uur" ein Uubescholtrnheitszeugniß beizulegeu. Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. Novbr. 1888 — Regierungs-Blatt Nr. 27 von 1894) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungstermins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf specielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 9. Juli 1898. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Kayser. Der Aufstand in China. Seitdem wir nn» auf vorläufig 99 Jahre im Reiche der Mitte festgesetzt haben und im Begriffe find, in au», gedehnterer Weise uns da» große chtnefische Absatzgebiet zugänglich zu machen, erregen alle Vorkommnisse in jenem Lande naturgemäß in erhöhtem Maße unser Interesse. China war zu der Zett, al» die Cultur der europäischen Staaten erst Amtlich«- Tyeil. Nr. 31 de» Reichs-Gesetzblatt-, auSgegeben den 16. d. M. «nthält.^. 24g8) betr. den Verkehr mit künstlichen Süßstoffen. Vom 6. Juli 1898. Gießen, den 18. Juli 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. »«nähme von Anzeigen zu bet Nachmittag« für den Agenden Tag erscheinende« Nummer bis Lorm. 10 Uhr. Bekanntmachung, tetr.: Rotzkrankheit bei einem Pferde de» Nathan Julius Drehfuß zu Watzenborn. Die über die Stallung de» Nathan Julin» Dreyfuß zu Watzenborn verhängten Sperrmaßregeln find aufgehoben worden. Gießen, den 15. Juli 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Der Ortsvorftaud von Hungen beabsichtigt, mit dem am 19. September l. I. zu Hungen stattfindenden Viehmarkte eine Berloosung von Kühen und landwtrthschaftlichen Geräthen zu verbinden. Großh. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubntß zur Veranstaltung dieser Berloosung unter der Be- dingung ertheilt, daß nicht mebr als 5000 Loose zu 1 Mk. da» Stück au-gegeben werden dürfen und mindesten» 60 Prozent de» Bruttoerlöse» au» dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden find und zugleich den Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen gestattet. Gießen, den 15. Juli 1898. Großherzogltche- KretSamt Gießen. v. Gagern. Feuilleton. Hinter der Sonne Palästinas. Eindrücke und Erinnerungen. Von Karl Böttcher. (Nachdruck verboten.) II. Volkstypen. Apollo, der wackere Schutzpatron der Federwenschen, weiß e»: gewisse Volkstypen nach der Natur zu zeichnen, ist manchmal eine ziemlich unbequeme Sache. Trotzdem, zum Skizztren einiger Volkstypeu hier in Palästina wird meine Feder mächtig gereizt — gereizt wie ein Hungeriger, wenn hm ein ganze» Schaufenster voll verführerisch grnppirter, appetitlich belegter Butrerbrode entgegenblinkt. Wo könnte ich aber eine Musterkarte solcher Typen besser im engen Raume zusammen finden und besser belauschen, als in einem Waggon 2. Klasse auf der Eisenbahnfahrt von Jaffa nach Jerusalem! Zweiter Klasse! Das ist hier unter den Wagenklassen die unterste Rangstufe, deren Eleganz beinahe unserer vierten Wagenklasse entspricht I . . . Schon bumpelt der Zug im sengenden Sonnenbrand des Nachmittags hinan» au» dem kleinen Bahnhof. Während der alte Rumpelkasten von Wagen wackelt und knirscht, ruckt und zuckt, als ob e» ihm gar große Mühe mache, nach Jerusalem hinauf zu vagaboudiren, während der Zug die fruchtreiche Ebene von Saron dahin dampft, wo Palmen und Waldungen von Olivenbäumen durch die kleinen Waggonfenster lugen oder vom hügeligen Gelände weiße vteingräber eine» arabischen Kirchhofs — faffe ich meine Reisegefährten schärfer ins Auge. O, was fich da alle- von überall her versammelt hat! In der Ecke zusarnmeugtquetscht einige Türken mit Bäuchen von colossalem Umfange- dann zwei sonnenverbrannte, wild drrinstarreude Kerle, auSsehend wie echte Galgenvögel und wie längst flügge fürs Zuchthaus, aber mit so kräftigen Schultern, al» könnten fie jeden Augenblick Häuser auf den Rücken nehmen und von dannen schleppen - ferner einige langbärtige Juden, prachtvoll gemeißelte Apostelköpfe, wie fie Leonardo da Vinci auf feinem „Abendmahl" gezeichnet . . . So die eine, sich die ganze Länge des Waggons hinziehende Bank; nun zur andern mit ihrer bunten Bewohnerschaft: zwei abgerissene türkische Soldaten mit venoftrten, arg ver- bogenen Schlrppsäbeln- ein paar russische Mönche in langen, schwarzen Talaren- etliche Franziskaner in decken, braunen Kutten und mit weißen Stricken um den Leib, ein halbe» Dutzend Pilger in demüthiger Büßerhaltung- gewandte, in vier, fünf Sprachen herumcouverfirende Jerusalemer Kaufleute, welche einem in der 1. Klasse untergebrachten Trupp von Engländern bi- Jaffa entgegenreisten, um dann diese zahlungsfähigen Börsen in den glänzenden Jerusalemer Bazaren UM so leichter öffnen zu können. Zwischen den Bänken stehen, hocken, lehnen noch alle möglichen Gestalten. Jetzt macht diese zusammengepferchte Menschenwaffe den Eindruck, wie da» ineinander gekeilte Publikum einer vierten Gallerte bet einer Sonntagsvorstellung, wenn es draußen den ganzen Tag über in unermüdlichem Gerinfel Bindfaden regnete. Mächtig gährt e» in vielen dieser ungeschorenen Köpfe von revolutionären Ideen gegen unsere übertünchte Cultur. Darnach werden mit dem sogenannten Taschentuche nur die Kleider in unnützer Weise beschwert und die Taschen ou» der niffe in China mit Spannung entgegen. Deutschland darf die» mit großer Ruhe thun, da wir in Ostasten zur Zeit genügend stark vertreten sind, um uns für alle Eventualitäten den gebührenden Platz an der Sonne zu sichern. (xx) Deutsches Reich. verliu, 18. Juli. DieOrtentreise de» Kaiser». Der deutsche Consul fü? Jerusalem Herr v. Tischendorf, der sich gegenwärtig in London aufhält, wird in den nächsten Tagen von dort tu Homburg v. d. Höhe eintreffen, um mit bcm zur Kur dort weilenden Oberhofmarschall Grafen zu Eulenburg und dem Geheimen Hofrath Schwerin die letzten Einzelheiten zu dem Programm für die Palästinareise des Kaiserpaare» zu besprechen. Berlin, 18. Juli. In den letzten Tagen haben sich wiederum drei neue polnische Vereine constituirt. Die Gesammtzahl aller polnischen Vereine in Berlin und Umgegend beträgt 41. BreSlau, 18. Juli. In der verfloffenen Nacht wurde ein Grenadier vom 10. Infanterie-Regiment auf der Straße nach einem Wortwechsel von zwei Ctvtlistrn erstochen. Gleiwitz, 18. Juli. Auf dem Gotthardschachte des Schaffgotschen Bergwerks stürzte heute früh eine Förderschaale tu die Tiefe. 24 Bergleute sind getödtet. Mannheim, 18. Juli. In der rheinischen Gasmotorenfabrik von Benz & Co. stretken wegen Lohndiffcrenzen 400 Arbeiter. Fulda, 18. Juli. Bet der heute Vormittag stattgehabten Bischofs wähl wurde, wie da» Mainzer Journal meldet, der dortige Pfarrer Adalbert Endert einstimmig zum Bischof gewählt. Arr-tair- Budapest, 18. Juli. Hier geht neuerdings da» Gerücht, daß die Stellung de» Grafen GolnchowSky erschüttert sei. Al» sein Nachfolger wird Baron Kallay genannt. — Bei dem Commandanten des Husaren-Regiment» Kaiser Wilhelm in Groß-Warde'n traf die Mittheilung ein, daß Kaiser Wilhelm für das am 24. Juli stattfindeude Regt- mentS-Jubiläum den Obersten von Schwartzkoppen mit seiner Stellvertretung betraut habe. Lemberg, 18. Juli. Die Nachricht, das Comite der slavischen Aerzte und Naturforsch er habe beschloffen, den Congreß in Prag abzuhaltea, ist unrichtig. Fall» die preußische Regierung ernsthafte Schwierigkeiten bereiten sollte, soll der Congreß in Letschen staitfinden. Rom, 18. Juli. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, die Großmächte hätten sich dahin geeinigt, eine Beschießung der spanischen Städte nicht zuzugebeu. Paris. 15. Juli. Zola hat in der Drcyfursache wieder einen Schritt unternommen. Wie ein Telegramm aus Paris meldet, richtete er gestern au den Ministerpräsidenten Briffon folgende» offene Schreiben, das die „Aurore" veröffentlicht: „Sie, der Sie die republikanischen Tugenden verkörperten, haben gleich vielen Anderen durch Ihre Weigerung, die Dreyfussache gesetzlich zu regeln, politischen Selbstmord be- gangen. Sie haben die Gerechtigkeit ermorden lassen. Das ist ein Verbrechen, das seine Strafe finden wird. Welch lächerliche UntersuchungScomödie haben Sie gestattet! Wir kannten Ihre drei Beweisstücke schon- wir kannten insbesondere das dritte, diese unvergänglich plumpe Fälschung. Wenn ich bedenke, daß ein General diese monumeutale Mhst-fication vor den Geschworenen, ein KrtegSmtmster sie vor der Kammer verlesen hat, so werde ich starr. Ich kann Ihnen sagen, daß unsere Regierungen fich lächerlich gemacht haben, und nicht bloß Deutschland amüsirt fich dabet, unser, großer Bundesgenosse Rußland, der von der Unschuld Dreyfu» überzeugt ist, sollte Ihnen sagen, wie man in Europa über I Sie denkt." Zola kritifirt dann auf- Schärfste die Schrift- stücke über da» angebliche Geständutß Dreyfu» und die Untersuchung gegen Picquart und spricht die Hoffnung au», daß Briffon am Montag für die Aufrechterhaltung der Ordnung in VersaileS sorgen laffe. „Denn wenn man uns ermordet, (?) werden Sie der Mörder sein." Der Brief schließt: „Wenn ich Jemanden sehe, der fich in der DrehfuSfrage besudelt mit dem Hintergedanken, daß er hierdurch seinen ehrgeizigen Plänen dient, sage ich: „Wieder Einer, der nicht Präsident der Republik wird." Versailles. 18. Juli. Der zweite Zola-Prozeß hat heute Mittag hier seinen Anfang genommen. Oberst Picquart ist al» Zeuge mit dem ersten Morgenzuge, begleitet von zwei Gefängutßwärtern, hier eingetroffeu. Die Vertheidiger Zola» verlangten Vertagung der Verhandlung bis zur Beendigung der Untersuchung gegen Esterhazy, weil die Affaire der Speranca-Depeschen untrügbar mit dem Zola- Prozeß verbunden sei. Zola kam in einem Fiaker mit dem Eompontsten Borneau au. Die Pariser Studentenschaft ist stark vertreten. Alle als Zeugen geladenen Offiziere find in Uniform erschienen. Ja einer Pause, in der daS Gericht die Anträge der Vertheidlgung rügte, war im Saal Cafimir Perrier von Generalen umgeben, welche ihm eifrig zusprachen. Nach Wiedereintritt deS Gericht» wurden die Anträge zurück, gewiesen. New York, 15. Juli. Die Amerikaner in Santiago. Die Durchführung der CapitulationSverhandlungev hat durch das Ersuchen de» Generals Toral, es möchte den Spaniern gestattet werden, mit ihren Waffen die Stadt Santiago zu verlaffen, einige Verzögerung erfahren. Das Gesuch wurde rundweg abgelehnt, ebenso ein zweites, e» möchte den Spaniern erlaubt sein, ihre Waffen gleichzeitig mit den entwaffneten Truppen nach Spanten zu befördern. Heute aber dürsten alle Punkte der Uebergabebedingungen Erledigung gesunden und die amerkaotschen Truppen von der Stadt Besitz genommen haben. Die in der Umgegend Santiago» liegenden spanischen Garnisonen erkannten freilich gestern die Befugntß Toral», auch über sie zu bestimmen, noch nicht an und weigerten fich, ohne bestimmte Anweisung aus Madrid die Waffen zu strecken. Die amerikanischen Truppen bekamen vorgestern Erlaubniß, die Verschanzungen zu verlaffen, doch wurde ihnen da» Betreten der spanischen VertheidigungSwerke noch verboten. Den aus Santiago Ge- flüchteten wird die Rückkehr zu Hau» und Hof erlaubt werden- den Aufständischen gegenüber sind strenge Befehle zur Verhütung von P üaderung, sowie jeder anderen Au»- schreituug ertheilt. Andererseits find Maßregeln zur Unterdrückung etwaiger Unruhen in der Stadt selbst getroffen. Der eigentliche Einmarsch der siegreichen Amerikaner in die eroberte Stadt soll erst nach der Eivsch ffung der spanischen Truppen erfolgen. Der Gesundheitszustand s. ll fich angeblich in den letzten Tagen erheblich gebessert haben, dennoch trifft man in New-York und Washington sanitäre Maßnahmen. Krankenträger oom Rotheu Kreuz sollen sogleich nach San- tiago gehen und, während die Spanier den Aufbruch vor- bereiten, die Ausübung der Polizeigewalt in der Stadt übernehmen. Die amerikanischen Truppen und die Cubauer werden keine Marodeure nach Santiago hineinlassen. Die Fort» sowie die Artillerie sollen sofort von den Amerikanern n Besitz genommen werden. • Frankfurt a. M., 16. Juli. Gestern Nachmittag taitete der Großherzog von Hessen nebst Gemahlin und Gefolge in Begleitung der englischen Gesandten der RoseuAusstellung einen längeren Besuch ab. Mit großem Jntereffe hörten die hohen Herrschaften einige Concertnummern >er Boettge'schen Capelle. Bei dem BestchtigungSgang durch die Ausstellung wurde die Wafferbahn nicht nur eingehend 5 in Augenschein genommen, sondern der hohe Besuch machte I auch zwei Mal die Fahrt von der Höhe des Thurmes nach 1 | dem Bassin, ergötzt von der Fahrt und der großartigen Idee I der ganzen Anlage. Nach Beendigung des Besuche» verließe« die hohen Herrschaften die Rosen-AuSstellung zu Fuß, und bestiegen erst au der Brücke ihre Equipage. * Leipzig, 15. Juli. Ein Ueberblick über den Betrieb de» letzten Vierteljahre» der dauernden Gewerbeaus. stelluug zu Leipzig ergiebt, daß die Geschäftslage eine günstige zu nennen ist. Der Besuch hat gegen voriges Jahr von Monat zu Monat zugenowmen und die Käufer stellen sich immer zahlreicher ein. Letztere vertheileu fich auf alle Branchen und stammen aus ganz Deutschland und dem Auslande. ES kann jetzt täglich die Beobachtung gemacht werden, daß jeder Artikel, sofern er überhaupt für die Ausstellung geeignet und gut und zweckmäßig auSgeführt ist, sicher Käufer findet. Zur Einführung practtscher Neuheiten ist die dauernde GewerbeauSftelluug besonders geeignet. Es ist deshalb auch erklärlich, wenn dre Zahl der Aussteller ständig steigt. * ZuuSbruck, 15. Juli. Dem „Vater der deutschen Geige", Jakob Steiuer, wurde im Wallfahrtsort Absam ein würdiges Denkmal gesetzt. * Der Kaiser als Gewinner einer silbernen Uhr. Dcs in Brühl abgehaltene Schützenfest verdient besonders erwähnt zu werden, da der Kaiser auf dem Feste eine silberne Uhr gewonnen hat. Und das kam so. Der Präsident de» Kameradschaftlichen KetegervereinS, Rudolf Körfgen, eröffnete auf dem Schützenplotze im Schloßpark daselbst da» Schießen und löste den ersten Schuß zu Ehren de» Kaiser». Der glückliche Schütze holte dabei den Kopf des Ehreuvogels herunter. Das freudige Ereigniß wurde sofort dem Kaiser telegraphisch übermittelt. Gleichzeitig sandte der Verein deo auf den Kopf des Ehrenvogels gefitzten Preis, eine filber- vergoldete Rrmontoir-Uhr, an da» Kaiserliche Civilcabiuet nach Berlin. * Selbstmord eines Kameruner ReichSschullehrerS. In einem Stuttgarter Hotel bat sich gelegentlich einet Vergnügungsreise der Reichsschullehrer Betz, der auf einer Station in Kamerun als Nachfolger des verstorbenen HauprlehrerS Christaller tbäüg war und seit einigen Monaten bet Verwandten tu Altenstadt auf Besuch weilte, erschoffen. Der B-dauernswerthe, der bereit» sieben Jahre hindurch in erfolgreicher Weise seine Kraft dem Colonialdienst gewidmet hatte, stand erst im 32. Lebensjahre, und ist dadurch in weiteren Kreisen bekannt geworden, daß er ein Werk über die Dnalla- spräche herauSgab, die er vollständig beherrschte. DaS Motiv der unseligen That ist offenbar in plötzlich aufgetreteuer Geistesstörung zu suchen. * Ein Herr, der fich Last zufachelt. Au» Wien wird vom 15. JuU berichtet: Herr Peter Ak.drejewtcz Lewin au» Odeffa war häufiger Gast tu der JubtläumSauöstelluug und bewegte sich mit Vorliebe im Automatenrestaurant. Man sah ihn stet» mitten im Gedränge mit dem Hut in der Hand, den er ständig bewegte, wie um sich Luft zuzufächeln. Den Hut zog er dann immer tiefer bis herab an die Brust, und wenn er dann so Äug' in Äug' mit dem Nachbar stand, fächelte er mit dem Hm so geschickt, daß der steife Rand der Krämpe stets an die — Cravattennadel kam und sie langsam lockerte, bis sie wett aus der Cravatte hervorstand. In solchen Augenblicken hielt Audrejewicz den Hut höher, und gedeckt durch diesen, ließ er seine kunstgeübten Fmger spielen, die die Nadel vollend» herauSzogeu. Vorgestern wurde er von Polizetagenten dabei ertappt, als er diese» Manöver bet einem Kellner und einem Gastwirth ausführte. Man fand bei Lewin ein auf 456 fl. lautende» Sparkaffenbuch, Goldmünzen und auch drei Brillantuadeln, die von Diebstählen herrühren Wissenschaft, Literatur und Runst. — Die Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit des Werkes: „DaS neunzehnte Jahrhundert in Bildnissen", herausgegeden von Karl Werckmetfter (Berlin, Phowgraphtsche Gesellschaft), welche« regt sein düstere» Gefieder. Hier reicht ein Mönch einem Muhamedaner eine saftige Orange, dort hilft ein Jude einem Araber mir einer Cigarretre ou». Die alte Geschichte: gemeinsame Leiden verwischen die religiösen Gegensätze. Sobald jedoch solch gleicher, kameradschaftlicher Kampf ums Dasein vorüber ist, dann hifft nur zu leicht wieder der Fanatismus feine blurrothe Fahne auf- die Herzen brennen in religiösem Haß, indeß die goldene Toleranz flöten geht. Doch einige Blicke nach außen. Zwischen verwettertem Steingeröll erglühen üppig wuchernde, tiefrothe Anemonen, fich in langen Streifen hin- ziehend oder breite Teppiche bildend: das Erschimmern der biblischen „Lilien auf dem Felde" in ihrer Pracht. Hochgemauerte Schöpfwerke, welche in langen Rinnen Waffer ans Cysternen wett hinein in die Fluren leiten, werden sichtbar. Und diese braven Ackerrleute! Bei ihren Gespannen lieben sie eine etwa» geniale Mischung der Zugthiere- hier koppelten sie ein Kameel und eine Ziege au den Ackerpflug, dort einen Ochsen und einen Esel, weiterhin ein Pferd und einen Hund. Ich denke, sie wollen auf dem Gebiet solch befremdender Zusammenspannerei derbe Witze reißen- aber nein, wie sie mit dem Stachel die Thiere antreibeu, sehe ich, es ist blutiger Ernst. — „Station Ramle!" Einige neue Passagiere stürmen herein in den Wagen, um der unheimlichen Enge und der übeldufteuden Tretbhau»- wärme etwas nachzuhelfen. In der Ecke, wo die Türken- bäuche wuchten, baut sich sanft eine wahre Menschenpyramtde auf — nein, reift in dicht zusammenstehenden, sonnenverbrannten Beeren eine Riesentraube von Türken- und Araberköpfen. Draußen, jenseit» der baufälligen Bahnhofs- barriöre, warten zwei Esel, wartet ein Kameel, um Lasten, welche unser Zug heraukeuchte, von dannen zu tragen. ' Weiterhin aber hat ein Haufen Unglück Platz genommen- wie ausgestoßeu von der Welt hocken, liegen, kauern dort mehrere Aussätzige, Männlein und Weibletn. Flehentlich die verstümmelten Hände erhebend, wimmern sie mit heiseren Stimmen „Bachschtsch! Bachschisch! . . . Barmherzigkeit!" herüber von ihrem blumenumblühten Rastplatz de» Elend» . . . Gellend pfeift die Loeomotive hinein in diesen Jammer. Der Zug keucht weiter. Vorbei geht's an schwarzgrauen Dörfern au» verweiterten niedrigen Lehwbaracken, auf deren flachen Dächern, wie auf fruchtbaren Wiesen Riedgras üppig emporwuchert, man könnte sofort darauf mähen. Drinnen aber in dem einzigen „Zimmer" residiren Schweine, Hühner, Menschen, Gänse, Ziegen in traulich friedlicher Eintracht bei einander, und all diese geistvollen Wesen starren in Gesellschaft eine» neben der offenen Thür hockenden Kameel- unfeim Bummelzug nach. Diese vorüberziehenden Dörfer reizen einen witzelnden Schwadronör zu allerhand biblischen Erklärungen . . . „In diesem Nest wurde der linke Schächer geboren." . . . „Und aus diesem Dorf stammte Bileams Esel." . . . „Und daS drüben ist die Heimath von Lot» Weib." . . . Wie eine Erleuchtung wird solch seichte Weisheit von einigen naiven Gesichtern hin- genommen. Alle unterhalten fich jetzt aus» Beste. Manche fingen schwermüthige Lieder in Moll, wie sie die schönen Frauen Bethlehems ertönen laffen, wenn sie fich bei verglühendem Abendroth am Steinbeckev eines Ziehbrunnens versammeln. Manche erhitzen fich in einer ziemlich erregten politischen Debatte- fie schreien, um sich besser verständlich zu machen. Manche, überhart vom Leben mitgenommen, ergehen fich in schwungvollen Tiraden über Essen und Steuerzahlen, und ein Gewittersturm von saftigen Flüchen prasselt hernieder. Manche düftem mit der gleichgiltigsten Miene von der Welt vor fich hin, fühlen sich dabei aber ersichtlich wohl in dieser Pracht de» Schmutze». — Hinein keucht der Zug in da» Gebirge Juda, in gewaltige, sonnige Stille, in die über den Felshöhen brütende NachmittagShitze- tiefer und tiefer hinein in unheimlich rauhe Schluchten. Majestätisch schwingt fich au» Steinöden ein weitkmfternder Adler auf. Zur Erhöhung de» poetischen Moments, wohl aber mehr zum Verscheuchen der fich allmählich herabsenkenden, bleiernen Langeweile, greifen verschiedene Hände in die Taschen, fördern dunkelgoldene Orangen ans Tageslicht, saftvolle, oft im Jnuem purpurne Orangen, wie sie in solcher Pracht nur in den lauen Lüften der Ebene von Jaffa gedeihen, und ein große» Orangenessen beginnt- indeß die Pfeife der Loco- motive die gewundenen Felsschluchten durchgellt. Aber kaum, daß ob de» dichten Gedränges die Orangenschalen den Boden erreichen. — Unter den Poffagieren ist e» ruhiger geworden. . Nur da» monotone Ruckruck de» Wagens macht sich aufdringlicher bemerkbar. Bor Mattigkeit — ruckiuck —werden die meisten dieser Armen in der dicken Luft und der herabglühenden Sonne schläfrig — ruckruck . . . ruckruck. Jetzt bei dem eigenartigen Schwanken de» maroden Wagens druseln sie ganz ein, wobei verschiedene Köpfe vollständig ihren Halt verlieren: ein jüdischer Apostelbart — ruckruck — finkt ans eine Franziskanerkutte- ein grünbeturbavter Fez fühlt fich zu einer englischen Reisemütze besonders hingezogen — ruckruck — und das hohe, schwarzglänzende Barett eines rusfischen Popen scheint einer rothen Polizeikappe etwas zuflüstern zu wollen. Manche dieser mit offenem Mund daher- glotzeuden Köpfe halten eS sogar für angezeigt, ein paar kräftige Schuarchcadenzen und Schuarchcoloraturen emporzuquirlen — ruckruck . . . ruckruck. — Der Zug macht eine jähe Wendung . . . Plötzlich kommt wieder Leben in die zusammrngeschüttelte. ermattete Menge. In der Ferne tauchen dunkelnde Chpreffeu empor- hohe», weithin gedehnte» Gemäuer bl cft in ernster Feierlichkeit herüber- ein mächtiger Zauber beginnt beim Aufflammen de» Abendroth» zu wirken — Jerusalem! 8 MillS ' '1 einem glJnifflWJJ Wen Mtz M- । LMnannim Hrltz W' zufolge ge> 1 August bis L verorbUtleii-Dersal Wg fmb daher behufs Gießen, bi offlB Dienstag den den 20.3utl .lt mittags 2 Uhr, )oü Tietzen, Seltersw -Zahlung versteigert Schreibsecretäi Kleiderschrank schrank und sowie Buchen- eine Hobelbai 6715 Kei Die für Tarnst Nachmittags 3 Uh Stock) angezeigt sleigerung finde Sorten statt: ÄN ta Wafynit. Es kommen zur \ 1 Bett, 1 Verl MMschranl, MamvrunteU 1 Waschtisch, 2 Nachttische, fessel, 6 A 1 Damenuhr '2216 tzrq Schwär Nau: sowie ________3 8tad W verkaufen. Mtlfjii und rc beeren) pei ^gegeben. M toi, 6681 >kh °d, von 3 tzarl (eB, 7186 1,10 Mk. Fränkischer Plissieren. 1,15 Mk. in 5793 verschiedene Sorten, !-=« 10, 3677 Gießen bei: 6429 •MHVM verkaufen. 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Endlich wird mit der Versammlung ein Congreß der alkoholsetndUchen Aerzte und eine Ausstellung alkoholfreier Getränke verbunden sein- — Unter den Festschrttten, welche für die Teilnehmer der Naturforscher- und Aerzteoersammlung bestimmt sind, soll schon heute die von der Stadt Düsseldorf berauszugebende Festschrift heroorgehoben werden, die sich sowohl durch ihren Inhalt als ihre Ausstattung ganz besonder« au«' zeichnen wird. — An Vergnügungen wird es, wie sich das am frohen Rhein von selbst versteht, nach d s Tages Last und Hitze nicht fehlen. Außer dem üblichen Festessen, einem Balle und einem Commers wird etz eine Theatervorstrllung, einen fröhlichen Abend im „Malkasten" und Ausflüge zur Müngstener Rtrsenbrücke, in da« Siebengebirge, nach Duisburg usw., geben. Diejenigen Naturforscher und Aerzte, welche ihre Frauen und Töchter mitdrtngen, dürfen außer Sorge sein, daß sich die letzteren während der Sitzungen etwa einsam fühlen könnten: ein Sonder Ausschuß liebenswürdigster Damen hat sich gebildet, um die fremden Genossinnen mit den Schätzen der Natur und Kunst, wie sie Düsseldorf in so reichem Maße bietet, bekannt zu machen, und wenn wir verrathcn, daß selbst ein Radlerinnm- Autzschuß vorhanden ist, so wird man zugeben, daß die Vorbereitungen in unserer Düsfelstadt zum Empfang auch deS weiblichen Theils unserer tllustren Gäste nichts zu wünschen übrig lasten. 6407] Der 3. Stock, 6 Zimmer mit Zubehör, Bleichplatz und Gartenantheil, ist auf 1. October zu vermiethen. » Ludwigstratze 18. Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Piftor Nachfolger, Marktstraße Gustav Ruppel, Schillerstraße 5, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5. Diese Firmen berechnen die gleichen Preise sammt Anfuhr wie das Gaswerk und schicken dieselben unter 5 Gentner zu. Gießen, den 24. Juni 1898. Ein Häuschen für Arbeiter. Eine Anzahl ArbeitSgeräthe. Eine bei der Fabrik stehende neue, massiv ausgebaute Doppelwohnung, elegant eingerichtet. Eine neu aufgebaute Scheune mit Stallungen für Pferde, Rindvieh und Schweine. Ein schöner Garten mit allerlei Obstbäumen, zur Gemüsezucht ntt NeichWiikhtkkl. g, StltMllch tmer 8ti< ^ctz, herauf einer Stalles virftoibcnen Hanptlchreit eichen Monaten bei Bit- toellte, erschoßen. Dn « Jahre hindurch in er« l Coioaiaidienft getoibmei 1/ und ist dadurch in totltmn ' ein Werk über die DnaÜo« ibig beherrschte. DaSMotlt ' in plötzlich anfgenttenn Solches D> ist nur in V Gläsmi zu haben zu 30^,. 60 -3), 1 4 2 Jl unb 4 Thnrmelin • Spritzen hiezu ä 35 A ober 50 A, die einzig prakiischrn, mit größter Spritzkast, welche . uS.Thurmelin" in die entlegensten Ritzeu.WinIeltragmu.daburch bebeutmd an Thurrnelin-Pulver sparen. .THurmelinE ist stet» vorrtllhig in Gießen, den 15. Juli 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. ___ Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. 6564] Cm schönes Logrs rm Vorderhaus, mit Wasserleitung, zu vermiethen. 1 Neuenweg 40. Montags, Mittwochs und Freitags, von Morgens 9 Uhr ab sichelt. AuS Wien »hl leter Aedrejewicz Lewin ad Jubiläumsausstellung ud intatenrefiaurant. Man so] 11 dem Hut in der Hani, V ßuft zuDfächkln. Herab an blt Stuft, ml mit bew Nachbar ftaod, t, bah dtt steife Rand de laltl tarn rwd W08 illt hndarstand. In solch» a Hut höher, und gedeckt «übten Finger spielen, die Vorgestern wurde er vor er dieser Manöver bei einte ghrte. Man fand beiLemi- lßeubuch, Goldtnünzeu rn .an Diebstählen henühm Stück-Cokes.............. Nnfi-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stuben- Heizung und für weite unb enge Ofenschächte passend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte • ■ Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit .......... 1.- Mk. 1.05 Mk. Stück 30 Pfg. 6820 Zu baden : Adler-Drogerie. Seltersw. 39. — 70. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte. Die Stadl Düsseldorf rüstet sich, die 70. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in den Tagen vom 19. bi« 24. September d. I. würdig zu empfangen. Das Programm dieser Versammlung ist ein so vielseitiges und interessantes, daß diese 70. Versammlung sich nicht nur würdig ihren Vorgängerinnen anreihen, sondern dieselbe wesentlich übertr«ffen dürfte. In den allgemeinen Sitzungen werden nachfolgende Vorträge gehalten: 1. Geh. Reg.-Rath Prof. Dr. Klein, Götttnaen: „Union:fität und technische Hochschule". 2. Med. Ratb Prof. I)r. Tillmanns, Leipzig: „Hundert Jahre Chirurgie". 3. Geh. R gterungs und Baurath Profesior Dr. Jntze, Aachen: „Neber den Zncck, die erforderlichen Vorarbeiten und die Bau Ausführung von Thalsperrm im Gebirge, sowie über deren Bedeutung im wtrlbfchafllichen Leben der Gebirgsbewohner". 4. Prof. Dr. Martins, Rostock: „Krankbeits Ursachen und Krank- heitS-Anlagen". 5. Prof, van t Hoff, Bcrlin: „Die zunehmende Bedeutung der anorganischen Cbemte". 6. Prioatdocent Dr. Martin Mendclsohn, Berlin: „Die B-deutung der Krankenpflege für die wissenschaftliche Therapie". 7. Eventuell G h.-Ralh Prof. Dr. Rud. Virchow, Berlin: Thema vorbehalleni Außer diesen Vorträgen sind für die Abtheilungssitzungen über 400 Redner angemeldet. Zum ersten Male werden als neugebildete Ablheilungen die für angewandte Mathematik und Naturwisienschaften (Jngenteurwtssenschaften), sowie diejenige für die Geschichte der Medtcm in Tllätigkeit treten. Mit der Versammlung werden nicht weniger als vier Ausstellungen verbunden sein, nämlich: 1. eine historische Aufstellung; 2. eine photographische Ausstellung (die Photographie im Dienste der Wissenschaft); 3. eine Neuheiten-Ausstellung na'urwtssenschafllicher und medictnifch-chirurgtscher Gegenstände und Apparate, sowie chemtsch- pharmaceutischer Präparate und hygienischer Gegenstände; 4. eine ittk Mrtfr Aunst. sMlkit des Welkes: Dtiinen*, herausgegcbw v»i SeeW*)' «* crr aller Art, rasch und hart mit hohem 6777] Weserstratze 6, Hrmerhau w 1 - ----- -• mittlerer Stock, scköne 3-Zrmmerwohnung I mit Gartenantheil und Bleickplatz, zu . I vermiethen. Firmen ein Kleinvertraus unserer Gascokes von 1 bis 5 Ceutner eingerichtet worden, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Aliceftraße 19, H. Hof, Löwengasse 11 und Bahnhofstraße 33, Jakob Kahl, Frankfurterstraße 151, Zu dem Anwesen und Inventar gehören: 1) Zwei Mantelöfen mit Bedachung. Eine Lehmmaschine mit Pferd. Ein Brunnen mit Pumpe; Wasser ist stets vorhanden. Ein großer Complex Land mit Trockenbetten und gutem, zur Fabrikation geeignetem Lehm. Behufs Vergrößerung des Geschäfts kann erforderlichen Falls für 100 Betriebsjahre ausreichendes Lehmland von bester Qualität noch erworben werden. Es bleibt dabei! Die wirksamste med.Seife ist Bergmauus Larboi-Theerschnikfei-Seift von Bergmau« & Eo., Sladebeul« Dresden, vorzüglich und allbewährt gegen alle Arten Hautuureiuigkeite« und HautauSschläge wie: Milesier, Finnen, Flechten, Blüthchen, rotheFlecke rc. L Stück 60 Pfg. bei: P- I. Sröd», sowie in der Engel- und Unioersitäts- Apotbeke, Otto Schaaf, Drog. und Bender, Schulftiaße 5. Das Beste — Wirksamste gegen Aüchrn Klifrr, Wanttxt. Flirgtn. Flöhe, Nmris-n, Vlattläusr, Wollen rc. ist batz beim Reichspatentamt in Berlin geschützte Dr. Tomms Lattig-Seife besitzt als milde Lanolinseife mit Lattig- saft die überraschende wohlthuendeWirkung, des letzteren zur Conservirung der Schönheit des Gesichtes und der Zartheit der Haut. — Stück 60 Pfg. Lattigmilch, Flasche 1 W., zu haben in der 7095 Adler-Drogerie, Zellersweg 39. Otto Schaaf. NB. Sofern bas Verbringen der Cokes auf die betr. Lagerplätze (Kelln, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht die« ohne besondere Vergütung. Der Verkauf unserer Gascokes unter uud bis eiu- schlietzlich 5 Ceutner findet bis auf Weiteres im Gaswerk nicht mehr statt, und werden daselbst nur Quantitäten von über 5 Ceutner verabfolgt. — Dagegen ist bei folgenden hiefigeu In Wagenladungen von mindestens 36 Ceutnern. 0.95 Mk. IivieöetKuchen. S ! Glanz trocknend, billigst bei i>»s> ~ | Aug. Noll, 8°h°Mr. 51. G-as-Cokes. Infolge Stadtverordneten Beschlusses vom 23. Juni 1898 tritt eine Preisermäßigung unserer Guscnkes ein und wurden die Preise derselben bis auf Weiteres festgesetzt, wie folgt: Bekanntmachung. Zufolge gestrigen Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung -wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in der Zeit vom 1. August bis 1. September voraussichtlich keine Sitzungen der Stadt- oerordneten-Versammlung abgehalten werden. Dringliche, die Beschlußfassung der Stadtverordneten Versammlung erfordernde Angelegenheiten sind daher behufs vorgängiger Erledigung unverzüglich bei uns anzubrmgen. Vacksteinbreimem zu verkaufen. Eine in schönster Lage, 5 Minuten von der Bahnstation Ehringshausen der Deutz—Gießener Eisenbahn, gelegene Backsteiubreuuerei ist wegen plötzlichen Sterbefalls des Besitzers unter günstigen Bedingungen verdientermaßen in die weitesten Streife Eingang gefunden bat, bewährt sich auch in der uns vorliegenden 10. Lieferung. Zur Gelegenheit der Zentenarfeier deS Geburtstages von Mtchelel, dem ge- feierten Geschichtsschreiber und Politiker, der auf Anordnung des französischen Unterrtchtsministers am 13. Juli in ganz Frankreich festlich begangen wurde, ist darin ein schöne? Bildniß diese« bedeutenden Mannes gebracht (von Reutlinger), seinen Lebensgang schildert Karl Wllke. AlS Zeugniß deutscher Gerstescultur ftebt neben ihm ein Bahnbrecher auf oem Gebiete dcs philosophischen Denken«, zugleich ein sittlicher Erzieher des deutschen Volkes : Johann Gottlieb Fichte (Bildniß nach dem Jägel'schen Stiche des Gemäldes von Dähltng), dessen mächtiger characterooller Individualität Hugo Falkenheim in einem instructiven Aufsatze ein Ehrendp.».Bk.«ck.b.lS0S 100« grtf. ßbw.tttebJBL tat. i. 1900 102 00 Darwst BL-Äctk» 162.80 | Orfterr. Lredtt.^ctte» 0^0 00 Rebaction: T. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch. und St.indruckerei (Pietsch Erben) in Sießm.' M v erkaufen Kauf-Gesuche Wietgeluche Offene Stellen PerMedenes 0,056790 2,986792 0,000760 0,000035 0,000688 0,000005 0,001840 0,018130 0,000520 2,887990 Gtndt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 8615 102 75 1920 9715 4LV5 101« 10110 102 85 95.90 10090 000.10 102.50 4 4 3 3 •tXh 16.18 ML4 4.17 Nach llkükustthender Analyse ein hervorragender Neprasentant der alkalisch-mnriatischkn Ouellen Nassaus. NerKauf in Krügen und Flaschen als natürliche direrte Oueüensüüung als auch in doppeltkohleusaurer Füllung. Oesterr. StaatSbahn v. 1885 90 8014 Lifenb. Renten». OIL Jtal. staat-gar. Eisend. 59.2514 Buder«» Obl. W«' 16.21 20.38 4L0 Analyse. In 1000 Gewichtstheilen: Brähl’sche toersitäte-M- und Steindrnekerei 20 Franken^t. Tn gl. Sovereign» Dollar» in Gold 6rean< 3«/i Deutsche Reichranl. 3 Preutz. Consol»! 3Vi Gr. Hessische Obl. 7157] Gesucht eine Wohnung von 6 Zimmern auf 1. October oder später. Angebote unter K. 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Gold-Reste 3 Portugiese» 6 Mexiconer 4 Monopol-Griech« »•■ 1887 BERLIN, Mohrenstr. 21. KÖLN, Schilderg ässe 78. Bekanntmachung. Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfernsprech'Einrichtung in Gießen erforderlichen Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Personen, Firmen rc., welche ihre Wohnungen oder Geschäftsräume im Laufe dieses Jahres mit der vorbe- zeichneten Stadt-Fernsprech-Einrichtung verbinden lassen wollen, ersucht, ihre Anmeldungen spätestens bis 15. August d. Js. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Nur bezüglich der bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den zweiten Bauabschnitt des laufenden Rechnungsjahre« bestimmt in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse gelangen erst im ersten Bauabschnitt des am 1. April 1899 beginnenden nächsten Rechnungsjahres zur Ausführung. Darmstadt, den 6. Juli 1898. Kaiserliche Ober * Postdirection. I. V.: Reh an. Hess. £}eld-< oose Stück 1 Mark ■■■■ 11 Loose für 10 Mark Porto und Liste 25 Pfennig. Ziehung 22.-24. August 1898. Haupttreffer Mk. 25,000 haar ohne Abzug Rheinisches Technikum Bingen I für Maschinenbau u. Eleotrotechnik. I Programme kostenfrei. 6259 ■ Eine Kleidermacheriu hat noch Tage frei. 7177 Näheres Sonneustraße 11, II. Mein Aureau und Geschäft öesindet sich Heute aö Wallthorstraße 71 im Kofe. G. C. Spruck. Während des Umbaues meines Ladens X verkaufe, um rasch zu räumen, 6986 ! • zu öedeutend Heraögeseßten Ureisen. • Der Eingang während des Umbaues ist nur 8 Marktstrasse 9. 8 • ZchuhwMrknIagkr L. Süss SchuhMi«rk»lazkk M ® Alleinverkauf der Htt» Kerz & ße. Schußwaare«. •••••••••eeeoeeeeeooeeeee Versteigerung. Mittwoch den 20. d. Mts. werden im Laden H. Rübsamesr> Mäusburg 16. Morgens 10 Uhr und Nachmittags 2 Uhr anfangend, Sommer- und Winter-Kavelocks, Schlafröcke, Joppen etc. Aoo N:5-160Mk. lLI_(?AT^g<>R°' Achtung! 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Hyv. «red.«. unk. b. 1S06 99.20 3«/» Prcutz.Hm--- ------ ---- md. 6.1905 102.00 3Vi Pomm-Hy! 3 Natron . . 1,355207 7» n Baryt . . 0,000220 V) ■n Strontian . 0,006048 n Kalk . . . 1,250476 r> 'n Magnesia . 0,806836 Eisenoxydul 0,029950 T) Mangan- oxydul 0,002666 Schwefelsaures Kali . . 0,038777 »S«« ’ beipligi- $ fctntBon W «H* A RtMCtUB- 1 Berlin, 19- ■ Der Kaiser beg° Dome» Montag st »er Consul 3cnfin Um 3 Uhr ging 6 Diaermulru in Berlin, 19- 2 Zta." berichtet, ba iunflet, erst kltrM ein deutsche» Fahr ist riScant, hi- von der besseren Einige deutsche H- Bice Consuls höue Herrn zu belehreli ter Industrie sei freundlicheren ®ta jo schreibt die den Beispiel für die v wesen. Die Reil consularischen Be Jedenfalls sollte i erfahrene Männer eS der deutschen I deren Bewohner e die mit Vorliebe r fassen, ist bekannt. 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