ar: lazi 1820 ctbl .j den Henen Recht, vr-wd» rfear Sott mm, Sajjg trf.ur Rühl, Marklstratze, Kfilrfia. 6tW ;er, Salllho!streße- lenfarten30 § Pf„ 2amenfarttn 70 ter Borstaud. * ^MdlO tüt- voll Weller. w^der l SrrtelSarte f((ae -! n«y! bd® —— 7., <4 S-'t"' «inlatzt Ny. 43 Zweites M it. Sonntaq den W Februar iso« beigcleflt. Heneral-Anzeiger SSeywrets Hierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringrrloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Alle Anzeigen-BermittlungSstellm beS In« und AoSlao»«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeh«. Aunahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den jelgenbtn Tag erscheinenden Nummer bis Lorm. 10 Uhr. L Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Akreis Gissen. —7,^---»— ! Gratisbeilage: Gießener Familicnbläiter. """" XSÜXX' 2lmtlMwr Theil Bekanntmachung, das «rfatzgeschäft pro 1898 betreffend. Die Musterung und Loosziehung der Militärpflichtigen bet Kreises Gießen für das Jahr 1898 findet an den nachbenannten Tagen statt und zwar: I. Zu Lich im Rathhaussaale. Mittwoch den 2. März, Vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dors-Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenleich, Grüningen und Holzheim; Donnerstag den 3. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Hausen, Hungen, Inheiden, Langd, Lang-Göns und Langsdorf; Freitag den 4. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Muschenheim, Münster, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- Bessingen, Ober-Hörgern, Rabertshausen und Rodheim; Zamstag den 5. März, Vormittags von 9 Uhr an:' derjenigen der Gemeinden Röthges, Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Watzenborn mit Steinberg. Montag den 7. März, Vormittags von 9 Uhr an: Loosrishuug. II. Zu Gießen in der Restauration „Zum Lonys Bierkeller", Schanzenstraße 18. Dienstag den 8. März, Vormittags von 8 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf an der Lahn, Mendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Großen- Buseck, Hattenrod und Heuchelheim; Mittwoch den 9. März, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen der beiden ältesten Jahrgänge (1896 und 1897) und der Gemeinde Großen-Linden - Donnerstag den 10. März, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen des jüngsten Jahrgangs (1898) der Stadt Gießen und derjenigen der Gemeinde Klein-Linden; Freitag den 11. März, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen,Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck; Samstag den 12. März, Vormittags von 9 Uhr an: Loosziehung. in. Zu Grünberg im Gasthaus zum Rappen. Montag den 14. März, Vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Bellers- Hain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, und Lauter; Dienstag den 15. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen, Queckborn, Reiuhardshain, Mddingshause«, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Mittwoch den 16. März, Vormittag von 9 Uhr an: Lov-jiehuug. Besondere Bestimmungen. 1) Zur Musterung haben sich, bei Meidung der gesetzlichen Strafen, zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogthum Hessen oder einem andern Staate des deutschen Reiches angehörigen Militär- pflichtigen, welche a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil — ihre Heimath oder ihren ständigen Wohnsitz — haben und sich nicht in einem andern Theile des Großherzogthums Hessen oder einem andern Staate in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aufhalten; b) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus- oder Witthschaftsbeamte, HandlungS- diener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aufhalten, oder die Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstatt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; o) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten, im Auslande geboren sind, und weder im Großherzogthum Hessm, noch in einem andern deutschen Staate Domicil besitzen oder sich aufhalten; und im Jahre 1878 geboren sind; ferner Sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1896 bezw. 1897 zurückgestellt worden, oder nach ihrer gezogenen Nummer disponibel geblieben, d. h. nicht einberufen worden sind. Entbunden von der persönlichen Gestellung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, oder Berechtigung zum einjährig.freiwilligen Militärdienst ertheilt worden ist. 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- oder drittenmale erscheinen, habenihreLoosungsscheine mitzubringen. 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter Zurückstellung in Anspruch genommen wird, so ist für Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse vor dem zur Musterung an- Vivat, die Fassenschi! Von Carl Geißler. Zf, De Ahne liebt die Winterschzett WannS friert unn Alles iS verschneit, Der Annere bat de Sommer gern Wann em die Sonn rächt brennt uffs Hern; Der singt dem Frthling nor fei Lied Wann Alles um en b'r schee bltht; Unn Jener hott fern Herbst blos Sinn, Weil err em bringt vielleicht Gewinn. Aich lowe wer die FassnachtSzeit, M't ehre große Herrlichkeit: Mit all ehrm Glanz unn Prunk unn Schet, Der fällt mer dief ins Herz end. Da puckt men — unn S' ts wohlgedah — Die Welt mit annere Aage aa. Daß biSche Flitter kram verseht Etm fast tn's Himmelreich zeletztl Bo Hamm äich h-ut Morjend um halwer Siwwe gedacht, als äich von ere Narrnsitzung haamkam unn habb mich beeilt, die Stroofe uffzeschreiwe, so lang meij Kopp noch mit erer Schellekapp geschmickt war. Das hatt sich bei mir schon Mterfcb als promot erwies- unn äich binn iroroerjeugt devo, daß sich unner so ere außergewöhnliche Koppbedeckung die Gedanke besser sammle; vorausgesetzt, daß merr dem Gute net s- viel gedha unn sich nach in ere Verfassung b-findt, die e Sammlung der Gedanke iwwerhaapt noch zuläßt. Net jedem Mensche uff dere Welt isses awwer gegewwe, nach ere dorchschwärmte Nacht sein Hernkaste noch zum-Sammel- blatz seiner Gedanke ze mache, zumal in de FassnachtSzeit, wo merr gewehnt is, net mit’m gewöhnliche Maas, sonnern mit'm etwas greeßere Gemees ze messe, wodurch merr dann in en gedankelose Zustand gerathe kann. Von solcher Gedankelosigkeit will äich jetz e Historie verzehle, die sich vor zwaa oder drei Jahr in Giesse zuge- drage hat unn bei der en junge Kaasmann die Haaptroll spielt, der kaum die Schwell vom zwanzigste Lewensjahr iwwerschritte hatt unn der deshalb vollstennig berechdtgt war, mit geschwellte Segel in de Strom der Carnevalsoergnieg- unge enei ze damfe. Jn's Busche, naa, äich wollt sage, in'S Steins Garde war en Maskeball, von wem veraastalt, waaS äich net. Der junge Kaufmann hatt e Vermudhung, daß uff diesem Maskeball aach e schee, jung Mädche erscheine dhet, da» von em net ungern gesehe word. Aus dem Grund hat er an jenem Awend, wo die Geschicht bassirt iS, sein gewöhnliche Aazug mit dem von eme spanische Grande verdauscht unn hatt sich deß Schwert um* gegirt unn owe driwwer noch emol en Kaftan von eme kölnische Judd angezoge; fei Haupt hatt er mit em Cylinder bedeckt, der viel Aehnlichkeit mit bene hat, die von de kölnische Jüdde gedrage roern. In so ere doppelte Verkleidung wollt er des Maske- vergniege doppelt genieße, a mal als polnischer Judd unn a mal al» spanischer Edelmann. E Larv von ere außergewöhnliche Häßlichkeit unn mit ere gebogene Nas von bollezeiwiddriger Läng gab unserm Held des Ausfeh von em richdige Jüdd aus de Polakei. So errausstaffirt begab er sich dann in Steins Garde, wo er grad eigetroffe iS, wie die Musik de erschtö Schottisch gespielt hatt. Zur Begrießung word er gleich von e Paar Bajazze umringt, die sofort aafinge, fein Cylinder mit Schweinsblase, Klatsche unn sonstige Marterinstrumente zu bearweite. En baamlange Kerl L sellschaft losgemacht von Bajazz driebs unn sich annere, e aroer am Dollste bische gebildetere unn schmiß emol Maske aageschlosse, uff die Dohl, so unn unner bene daß de Kaafmann gemaant hott, be Cylinber mit sammt de Larv wer kabut. Da hatt err sich $ dann von dere Ge- ' mit’m giaaor er oann aacy \ gefunne ze hawwe, 4 waß er gesucht hatt. *1 Da war e * Bauerschmädche kerbche, das kam em sehr bekannt vor unn hatt e paar Händelcher, die warn so klaa unn so zart wie Wach». So e paar Händcher hatt in Giesse nor aa Mädche unn da» war da» von ihm verehrte. Kaan Zweifel, daß fe's war! Nu fing er aa, fei ganz Jndresse dem niedliche Bauerschmädche zuzewenne unn er hott alle» angestrengt, um emal e Werrdche von ere Lippe ze erhasche. Awwer sie hott nix geredd unn selbst dadruff hin gab se kaan Ton von sich, wie er se emal e bissi unsanft in Arm gepetzt halt. , , , , Was war da ze mache? Wann merrfch als bolnfiche Jüdd net gelingt, fe zum Schwätze ze bringe, so browir äichs jetz als Edelmann. Da kann fe doch net widderfteh! so dacht mein Kommt unn entfernt sich langsam aus'm Saal, um in de Gadrob e Verännerung seiner Person oorzenemm^ Wäi err dann Widder erei kam, die Hard vornehm uff de Degegriff gelegt, nach links unn rechts grießend, aroer voll Hoheit, da hätt merr net denke solle, daß die Hand vor zwaa Stunn noch im Lade des Messer geschwunge hält, roo- mit gewehnlich de Limburger Kees transchirt werd. Jeder Zoll en Edelmann I so misse die sämmtliche anwesende maskirte Dame gedacht hawwe, dann im Nu war unser Kommi die gesuchtst Persenlichkeit im ganze Saal unn er hatt fortwährend en ganze Schwarm von ahle Werwer, Bauerschmädcher, Zigeunerinnen unn Edeldame um sich erum, die en net zur Ruh komme ließe. Ganz erscheppt von dem viele Danze wollt sich unser Edelmann emal uff en Aageblick zerickziehe unn hatt nach m Blätzche sich umgeguckt, an dem err emol auS'chnaufe unn sich es bische reftaurim kennt. Da hat er zum Glick endeckt, daß aach des Bauerschmädche mit fetm Blummekerbche deß gleiche Bedersniß hatt unn er halt sich em aageschlosse unn er hatt fe eigelade e Flasch Wei mit’m ze brinte. Immer noch sprachlos gab fern burch Grste ze versteh, daß err ganz neroe an be Fenster, wo so kaa arg Gebrick war, am liebste roer* Da hawwe se sich zesamme niddergelasse unn hawwe e Flasch minanner gebrunfe unn ber Wei hat dann endlich dem Bauerschmädche die Zung gelöst. Awwer verstelle könnt sich'», so daß dem Kommi doch Zweifel komme sinn, ob s dann merklich sei Mädche roer. So oft ersch versucht hatt, emol die Larv uffzeheroe unn ze gucke, so oft hatt se en wldder dorch en zärtliche Händedruck devon abgehahle unn Gießen, den 18. Februar 1898. mit Mensche ze exmittirn. das war des Sofort Schlund um Der K-rnrni halt awwer trotz des unangenehme Vorfall« sich die Freud an Maskebäll unn Fassenacht net verderwe lasse, sonnern halt in sei Stammbuch folgenden Versch ge- schriwwe, den err immer ze befolge sich vorgenomme halt: Die Faßnacht ts uim bleibt ferwahr Die allerschienst Zett doch im Jahr; Nor geht se gar ze schnell erum Unn mächt ahm el8 de Kopp ganz dumm. Doch deß kemmt estersch bet «im vor — Unn deshalb bin äich so kaan Dhor, Laß allzeit hoch die Faßnacht lewe Unn Lieb, Gesang unn Wei denewe! gefillt halt, die erschiene warn, den Eidrlngling Endlich erschien aach de Herr vom Hau» unn Zeiche zum Aagriff. packt der dann den daliegende Schläfer am dhat err sich vorwärts bewege, bis err dann endlich in feint Haus angelangt war. Glicklicher Weis war die Hausdhier schont uff, so daß err net uffzeschließe braacht; es wer em aach wahrscheinlich net gelunge, des Schlisselloch ze sinne. Viele Volle hawwe die Gewohnheit, sich schon im Hausehrn ehrer Kleider ze entledige; unser Kommis degege geheett zu dene nett, er war sogar so kräfdig, die Trepp ze sinne unn enuff ze Hebbern — heeher sogar wäi neebig; bann err is an seine Stubb im zwaate Stock verrbei unn in be dritte Stock gange, wo err e Zimmer uffgesucht hott, waß grad twwer scim gelege unn fer gewöhnlich von em Dienstmädche bewohnt war, ewe awwer net benutzt worde, weil die Leut im dritte Stock grab kaa Mahb hatte. Von Miebigkeit iwwerwelbigt, sank err mit Stiwwel unn Sporn, Cylinber unn Kaftan uffs Bett unn es hott kaa Mimtt gebauert, so schlief err be Schlaf bes Gerechte. Unnerbesse war bem Kommi sein Prinzibal in be greeßt Uffregung iwwer bis Abwesenheit von dem junge Mann, von bem err net wußt, ob err borchgange war ober ob err sich in bie Lahn gefterzt halt ober waß sonst mit'm bassirt war. Nach alle Richbunge hi iS telefonirt worde, awwer Niemand wußt waß von dem verschwunnene junge Mensch, selbst die Bollezei net; bie Bicher unn bie Kaß sinn revibirt worbe unn Alle» hott gestimmt, also könnt err boch net dorchgebrennt sei; korzum Alles war außer sich iwwer des Verschwinne von dem Kommi. So ir be ganze Sonnbag briwwer higange im Hoffe unn Harre uff bes Wiebererscheine bes Herrn Kommi. Gege sinf Uhr Awmbs gab» uff a mal e Heibelärm int britte Stock, so baß deß ganze Haus zefammegelaase is. Dorch Zufall war ahns in deß Stibbche von be Mahd komme, um waß ze hohle unn bei bere Gelegeheit i« dann der fremde bolnische Jüdd endeckt worde. Trotz dem viele Hir unn Herrenne unn dem Gekrisch, is err awwer net uff. gewacht unn halt net gemerkt, wie sich des Zimmer ganz I zuftellende Eavallrriedivifion nimmt nach Beendigung der besonderen Tavallerieübungen an den vor Mir abzuhaltenden Manövern, einschließlich der Parade, Theil. Dem 7. Armee- corp« werden für die Dauer der gesamwten Manöver behufs Verwendung als Dtvificnl Cavallerteregimenter, das Ulanenregiment Hennings von Treffenfeld (Sltmarktsche) Nr. 16 und das 2. Großherzogltch Mecklenburgische Drazonerregtment I 18 zngetheUt. Die beim 1. Armeeeorps zu den besonderen lLavallerteübungen herangezogenen Stäbe und Truppentheile nehmen nach Beendigung derselben an den Manövern Theil. Dem 7. und 10. Srweecorp« wird je eine Lufrschifferabthei- lang zugetheilt. Bei dem Gardecorps, dem 4 , 7., 9., 10., 11., 15. und 17. Armeeeorps staden Cavallecie Uebungsreiseu nach Maßgabe der Instruction vom 23. Januar 1879 stau. | Größere P onierübungen werden bei Thorn, au der Mulde und Elbe zwischen Grimma und Meißen und am Rhein bei Germersheim abgehalteu. Die Rückkehr der Fußtruppeu in ihre Standorte muß dis zum 30. September 1898, welcher Tag als der späteste Entlaffuogstag gilt, erfolgt fein. Berlin, 18. Februar. Steht eine Vermehrung der Artillerie zu erwarten? Ueber diese Frage verbreitet ein Vorgang in der Budgetcommisfion des Reichstages einiges Licht, der fich folgendermaßen abgespielt hat. Drr Abg. Müller-Fulda gab in der Budgetcommisfion der Meinung Ausdruck, eS werde noch im Laufe dieses Jahres eine erheb- liche Verstärkung der Artillerie gefordert werden. Diese Bemerkung wurde von den Regierungsvertretern *n der (Som- miffion ohne jeden Widerspruch htngenomwen. Auch die- Commisfiousmitglteder nehmen keinen Anlaß, an diese Aeußerung eine Besprechung zu knüpfen, was fich wohl dadurch erklärt, daß die Meinung, welcher Abg. Müller Ausdruck gab, in ReichStagSkretsen allgemein verbreitet ist. Man ist dort der Ueberzeugung, daß die Regierung beabfichligt, mit Ablauf de« MMärgefttzeS von 1893, d. h. zu 1. April 1899, neue Erhöhungen der FriedenSpräseuzstärke der Armee, insbesondere eine Vermehrung der Artillerie eiutreteu zu lassen. Das Schweigen der Regierungsvertreter in der Eommisfion wird nun als Bestätigung dieser Annahme gedeutet. Treffen die obigen Bermuthungen zu, dann sind nicht nur Neuforderuugeu für die Durchführung der Umgestaltung des ArtilleriewaterialS, sondern Such Neuforderuvgkn für eine Vermehrung der Artillerie in Aussicht genommen. Betr.: D'e Vertilgung der Raupennester. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großherzoglicheu Bürgermeistereien bezw. Loealpolizeibeamteu des Kreises. Wir beauftragen Sie, in Ihren Gemeinden unter Hinweis auf § 368 poa. 2 deS Reichsstrafgesetzbnches, Art. 80 Feldstrafgesetzes zur Vertilgung der Raupennester au Bäumen, Sträuchern und Hecken unter dem Bemerken öffeut- l-ch aufzufordern, daß gegen Diejenigen, welche dieser Auf- forderuug nicht längstens bis zum 1. April l. I. entsprochen haben werden, auf Grund der genannten Gesetzesstellen Anzeige erhoben, sowie daß die Vertilgung auf Kosten der Säumigen angeordnet werden würde. Wir erwanen, daß^ Sie die Feldschützen bei Erfüllung ihrer Obliegenheiten in dieser Beziehung überwachen und die bezüglich der säumigen Baumbefitzer anzuordnende Reinigung alsbald nach Ablauf des Termins anordnen, so daß die Säuberung bis zum 15. April überall vollständig auSgesührt ist. Außerdem ist gegen die Säumigen Anzeige zur Feldrüge nach § 368 poa. 2 des Strafgesetzbuchs zu erheben. Auf den der Gemeinde gehörigen Grundstücken wollen Sie die Säuberung von den Raupennestern auf Gemeindekostens alsbald veranlassen. Wenn hiernach auch jeder Baumbefitzer selbst zur Vertilgung der Raopennester verpflichtet erscheint und dieselbe gegen ihn erzwungen werden kann, so empfiehlt eS fich doch I viel mehr, wie es in manchen Gemeinden üblich ist, daß die Gemeinde die Vertilgung in die Hand nimmt. In den be- treffenden Gemeinden, welche diesen Weg eingeschlagen haben, werden taugliche Personen bestellt, welche auf Kosten der Gemeinde und unter Aufficht des OrtSvorstandeS die Scinbe- rung der Bäume vornehmen, wodurch eine bedeutend größere Garantie für eine gründliche Reinigung geboten wird. Wir können Ihnen dieses Verfahren nur empfehlen. Ihrem Berichte, daß in Gemäßheit vorstehender Verfügung die Vertilgung der Raupennester erfolgt ist, sehen wir bis zum 15. April d. I. entgegen. v. Gagern. Versuches Leich» Berlin, 18. Februar. Ueber die Kaisermanöver und größeren Truppenübungen bringt daS „Armee- Verordnungsblatt" folgende kaiserliche Verordnung: „Das durch die 7. Divifion verstärkte 7. Armeecorp» und daS durch die 17. Divifion verstärkte 10. Armeeeorps halten Manöver vor Mir ab. Beim 1. und 10. Armeeeorps wird behufs Abhaltung besonderer Cavallerieübungen je eint Ca- I valleriedivifion aufgestellt. Die beim 10. Armeeeorps auf- | Bekanntmachung. betreffend die Zulassung von Mannheimer Pferdemarktloosen im Großherzogthum Hessen. Die Directionen de« landwirthschaftlichen Bezirksvereins Mannheim und des badischen RcnnvereinS Mannheim werden aus Anlaß des Anfangs Mai l. I. in Mannheim abzu- baltenden Pferde- und RindviehmarkteS eine Berloosung von Pferden, Rindvieh und gewerblichen Gegenständen veranstalten, bei welcher 60 000 eventl. bi« zu 100 000 Loosen A 1 Mark auSgegeben und Gewinne im Gesammtwerthe von 36 000, eventl. bis zu 60 000 Mk. verloost werden sollen. Großh. Ministerium des Innern hat den gedachten Unternehmern auf ihr Nachsuchen gestattet, die zur Ausgabe gelangenden Loose im Großherzogthum zu vertreiben. Gießen, den 18. Februar 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. en aus'm Bett ze schmeiße. Bei bere Gelegenheit iS bes Rubiment vom Cylinber, was noch spärlich be Kopp unn bes Aagesicht halb bebeckt hielt, uff bie Diele gefalle unn be Prinzibal halt ben langgesuchte unn unner so eigebhimltche Umstänne rolbbergefunnene Labebiener erkannt. Des Ahnungsoermeege ber ganze Versammlung war so aus- gebllbt, daß se allminanner be Hergang von bere Geschieht ffch sofort erUeern konnte unn sechs kräfbige Herrn hawwe ben Edelmann unn bolnische Jübd gepackt unn hawwen e Stockwerk dieser in sei Bett beferbert, wo err bis zum Monbag Morjend sein Rausch bann auügeschlofe hott. Schallend Gelächter empfing unfern Helb am annern Dag, wo err sich blicke ließ unn be Prinzibal halt net ermangelt, em e Vorlesung ze hahle iwwer be Besuch von Maskebäll mit praktische Hiweise, wäi merr sei Bub roibber findt. wie er Aastalte gemacht halt, bie Sitzung uffzehewe unn sich wtbber in be Maskedruwel ze sterze, da halt se em ze versteh gäwe, baß se net abgeneigt wer, noch e Flasch mit'm ze drinke. Weil'» grab be erschte Dag vom Monat war, so war unser Ebelmann in ber Lag, ben Wunsch von seine Dam ze erfille unn er ließ aach noch e Flasch Wei komme, die noch bheurer war, wäi bie erscht. Wie bät glicklich brunne war, is unser Päärche roibber uffgebroche unn hat sich Arm in Arm zum Danze begeroe. Als ber Danz beenbigt war, hatt sich bes Blummemäbche roibber an bem Ebelmann fein Arm gehenkt unn zwar fo fest, daß be Kommi geglaabt, fe wollt en ehr Lebbbag net mehr loslasse. Dorch ben Urnstanb war err erscht rächt in ben Glaaroe bestärkt, es wer fei Angebetete, weshalb err bann aach fei greeßt LiewenSwerdigkeit entfalt unn sich in Uffmerksamkeit seiner Dam gegeiroroer erscheppt hatt. Da gabs uff a mal beß Zeiche zur DemaSkirung unn wäi bie Maske gefalle warn, da krag unser Edelmann kaan schlächte Schrecke, wie err sei Blurnmemädche näher bebracht hatt. Deß war net fei Golbschnukkesche von sibbzeh, sonnern e ahlb Jungsraa von iwwer verrzig Jahr! cx .^brgewens ließ en sein Blick iwwer be ganze Saal färoeife, fei Mabche war net ze enbecke; sie war offenbar net da unn kam aach net mehr unn wann err sich scheel geguckt hatt. Da hatt err bann be Enschluß gefaßt, fein Schmerz ze bebauroe unn um en gänzlich ze ersäufe, ließ en ahn Bubell a”ncfce ,omme unn hatt gedanzt, bis in be ^fle Moriend enei, so baß sich schließlich bie ganz Welt mit em erumgedreht hatt unn en braa benke mußt, baanueaeb. Die Gabrob war err noch in ber Laa ze sinne unn W" bolnische Jübbekaftau könnt en mit Hilf' vom ©abrobje noch anlege, sein Cylinber hott em e menschefreunb- blc ehr Sache abhole dhat, auffs Haupt gestilpt, dann roarsch awwer ferbig bei ehm. Mit schwankende Schritte unn manchmal unfreiwillig in’« Laafe kommenb Hauswirthschaftliches. Wir erlauben uns, die geehrten Hausfrauen auf ein Wasch- prLparat aufmerksam ,u machen, das sich als ein ebenso vorzüg, Uches als bequemes Waschmittel bewährt und sich seit einer Reihe oon Jahren tn Tausenden von Haushaltungen ganz unentbehrlich gemacht hat. ES ift dieses daS in unserem Snnoncentheil erwähnte vr.Thompson'sche Seifen-Puloer. Man erzielt damit blendend weiße Wäsche, auch ohne Bleiche, und spart Zeit und Geld bet größter Schonung der Stoffe. Da bei dessen Anwendung d«S viele Reiben der Wäsche vermieden wird, so ist es einleuchtend, daß sie viel länger in gutem Zustande bleibt, alS bei jeder andern Wafchmethode. Auch bekommt die Wasche einen angenehmen, frischen Geruch, während i widerlichen Gesuch Der Schmierseifen oft geklagt wird. Verschiedene der bedeutendsten Chemiker haben diese« Dr. Thompion- ube Seifen-Puloer analysirt und sich dahin ausgesprochen, daß es Der Hauptsache nach eine Kernseife bester Qualität sei. ES wurde gauz frei gesunden von Wasserglas und Colophonium, womit j tzt die Seifen und Wasch-Peäparate gewöhnlich gefälscht werden. Diese« reelle Waschmittel ist aber nicht nur bequem zum Waschen, sondern auch ganz billig, denn wenn man 1 Theil Dr. Thompson'sche« Seifen- Puloer mit 5 Theilen kochendem Wasser vermischt und die Lösung stehen läßt, bis sie sich abgekühlt hat, so erhält man eine schöne, weiße, weiche Seife, die nur ca. 6 Pfg. per Pfund kostet, und mit welcher man Waschen, Reinigen und Scheuern kann. DaS ift also wohl einen Versuch werth! „Der Preis für Dr. Thompson scheS Seifen-Puloer ist sehr mäßig gestellt. Dasselbe ist zu haben in den meisten Droguen-, Colontal- waaren- und Seifen-Geschätten. Man achte jedoch genau auf den Namen „Dr. Thompson" und die Schutzmarke „Schwan", da minder- werthige Nachahmungen angeboten roerben. Alleiniger Fabrikant: Ernst Sieglin in Aachen. Wenn bie Zurückstellung auf bie Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegrünbet wirb, fo hat ber betreffende Familienangehü rige sich selbst persönlich im Termin vor ber Ersatz-Commission ein- zufinben. 4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leibet, bie äußerlich nicht wahrnehmbar sinb, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. f. ro., so ist bie« burch amtlich ausgestellte ober beglaubigte Zeugnisse bes Arztes, sowie bes Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. f. ro. nach^uweisen. Da- Vorhandensein von Gpilepfie ist durch die eidliche Erklärung von wivdesteu- drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5) An ber LooSziehung persönlich Theil zu nehmen, steht jebem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Aufrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Er- fatz-Commifsion das Loos. 6) Die Großherzoglichen Bürgermeistereien haben sämmtliche ihrer Gemeinde angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellung-pflichtigen Militärpflichtige auf Grund der ihnen bereit- zugegangeneu Stammrollen zu der Musterung vorzuladen. Bemerkt wird hierbei, daß Militärpflichtige, welche sich au-wärr- aushalten. sur Musterung nicht geladen werden dürfen, da solche nur au ihrem Aufenthaltsort ge» stellung-pflichtig find. Die Großherzoglichen Bürgermeister ober Seigeorbneten haben mit ben Militärpflichtigen ihrer Gemeinbe im Musterungstermin rechtzeitig anroefenb zu fein unb sich darum zu bemühen, daß die Letzteren Stunde vor der bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern unb reinlich getteibet erscheinen unb währenb bes Musterungsgeschäftes ein anstänbiges unb ruhiges Verhalten beobachten. Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen ober Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im Staube ist, ober wenn er sich in gerichtlicher Haft befinbet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhenbes Zeugniß bcs Arztes unb ber Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, unb sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen. Im Anschluß an bas Ersatz-Geschäft findet Samstag den 5. März im Rathhaus zu Lich, Zsreitag den 11. März in ber Restauration „Zum Lonys Bierkeller, Schanzenstraße 18, zu Gießen, Dienstag den IS. März im Gasthaus zum Rappen zu Grünberg, die Claifificirung der Mannschaften der Reserve, der Landwehr ersten und zweiten Aufgebot- und der Erfatz-Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen unb gewerblichen Verhältnisse statt. ES haben baher biejenigen Reservisten unb Lanbroehr- mftnner ersten unb zweiten Aufgebots, sowie bie Ersatz. Reservisten, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen 3U können glauben, an ben bezeichneten Tagen, Morgens 11 Uhr, zu erscheinen unb ihre Gesuche zu begrünben. Gießen, ben 12. Februar 1898. < Der Civil-Vorsitzenbe ber Ersatz-Commisfion bes Kreises Gießen. , vr. W a l l a u. । beraumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amt- I lich ausgestellt ober beglaubigt fein. Iwnni Knflstolf-S l-r dem £örj edihig.a timt tri'upnd gm rn«i4 la f«t 3«»«m 'Wfehlev ttf als Gast i Alem und Mein ju h F AleuroD Fra Wich «itjoriit, fi. W $i. lüil iK"! !*!*• tob ÄaW«e 8*Ä I« ^‘oter, k ; dir. iß * 4$bt*tö ^S’Ä >LD: h.;y6 ">' ‘n ShL?M" b-> RMi. ? '*«>° S-Ä** U-b”,' *- .“i'iPKlf j«. $ , «Mtnbtt Md ' nL'" "°- «4 mS* *«■• ”,l,ro '« b« 4i.. M b|t w\bl!l,a,16,toi a»»E«, a“‘®< gab, ia * M-° ift bitt btt W -It übkas b» ®fnl *M9, atatfc. ’ «nut, Itibtlrobirt I» Ufa. $«, bn Ssaariffton ulrb £* nur 9?toforbtrnngtn demrhllmg dn Al» liches. -'IIUW auf an Sas» 4 tI8 rin ebenso vorzüg- Mb sich |ril rintt Reche wgen gaij wlwlbihrlich i Snnoncenlhrü ewLhnie |idl damit blendend weiße l mid Geld bei prößier -endmig dis viele Reiben ichrend, baß sie Milbiger 't:n Saicbmdbobt. Sud) r'chm Seroch, während rtfm oft grflagt wird. « btriADt.x^xnM1 iMHövTöäjtn, dah es on läi sei. Etz wurde gaüf donium, womit jcht die L'ilicht werden. Dieses m zum Waschen, sondern e. Ihompsonlches Seisen- ermiichl und die Lösung eibilr man eine schöne, i Pfund kostet, und mit iern tmm. D«S ist also iw-Pulver ist sehr mäßig ntn Troguen-, Eolontal- sie jedoch genau ar^dm rt< .Lchwan', da mW tegltn In Sachen. .am, ta Herr vom Hautunn liegende Schlier am t 8« btt: ®N"; wa« noiiP«1"*?' f, hielt, »ff bi« Diel! ssw* Kl»« j»"» ern em e Bor. giafctcbatl llilt P ft ftrldd- ?u*'d!wÄt S&üSf Blut- Apfelsinen, Messina-Apfelsinen allerfeinste Frucht, empfiehlt 1700 Emil Orbig, Bahnhofstr. 30. Fst. Blüthenmehl 1 PId. 22 Pfg, - b Md. 1,05 Mk, 10 $fb. 2 Mk LWsnutztmtter W. 60 |)f, Margarine, erira, „ 70 „ fst. Mstmaruieladc „ 30 „ Pa. Kübäl ftr. 70 „ empfiehlt 1684 Oustav Walter, Mäusbueg 18, fCrwiBonen erregende Wirkung. Kraftetoff-Spelsenzusatzextrakt, gesetzlich geschützt. Nervenstärkend, Blutbildend. a der dem Körper »Ile zur Stählung uöiblgen Urundetoffe ersetzt, wirk' kräftigend und ausserordentlich md- regeed auf die Verdauung. 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