1808 Donnerstag den 2V. Januar Zweites Blatt. Mv. 16 Gießener Anzeiger 0 Hmeral-AHeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter 2tmtiid?cr Lheil 2. 3. 4. b. v. d. 5. hinzuwirken Tagesordnung: 3) ASe Auzeigen-BermittlungSstellen bei In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger cntgegeu. Kunahmr von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. 1) 2) ih Völkeckndi ^Aiiar 1898,8‘/i ü Rebaction, Expedition und Druckerei: Sch.kßratze Ar. 7. der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift deS Vaters oder Vormundes beglaubigt sein; ein UubescholtenheitSzeuguih, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde aus- »isfion nur dann einzureicheu, wenn der sich Meldende im Grotzherzogthum Hessen seinen dauerudeu Aufenthalts- ort hat. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. Das Gesuch muß vou dem Betresfeudeu selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: abreffe für Depeschen: Anzeiger Hietze». Fernsprecher Nr. 51. a. GeburtSzeugniß; Einwilligungs-Attest deS BaterS oder Vormundes mit Geschäftliche Mitthetlungen. Vortrag des Her- i Secretärs Leithiger zu Alsfeld über die Anwendung von künstlichem Dünger. Vortrag des Herrn LandwirthschaftSlehrerS Dr. von Peter in Friedberg über die Gründung einer Molkereigenossen- fchaft in Gießen. Gießen, den 10. Januar 1898. Der Dirrctor des landwirthschaftlichen BezirkivereinS. E. Jost, RegterungSrath t. P. Deutsches Reich, Darmstadt, 18. Januar. Gestern Abend fand auf Einladung der Allerhöchsten Herrschaften in den Räumen des Großherzoglichen Residevzschloffr» eine kleine Abendgesellschaft stau, bei welcher sämmtliche Anwesenden in Empire- CostÜmen (Zett 1800—1814) erschienen waren. Die meisten Eostüme zeichneten sich durch vollständige historische Treue auS, und namentlich die Eostüme der Allerhöchsten Herrschaften erregten lebhafte Bewunderung. Getue Königliche Hoheit der Großherzog hatte die Uniform eines alten hessischen Husaren Regiments angelegt, während Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin eine prachtvolle, durch einen herrlichen Brillantschmuck gehobene weiß-seidene Robe trug. Die Soiree begann um 7 Uhr, um welche Zeit sich die Geladenen im ersten Kaiserzimmer versammelten. ES folgte die Begrüßung derselben durch die Allerhöchsten Herrschaften, Höchstwelche, umgeben vou den Hofstaaten, im zweiten Kaiserztmmer Aufstellung genommen hatten. Sodann begab sich die ganze Gesellschaft in die anstoßenden Zimmer, wo an drei stilvoll decorirten und reich mit Blumen geschmückten Tafeln daS Souper eingenommen wurde. Nunmehr begab man sich tu den Kaisersaal, wo verschiedene photographische Aufnahmen der Gesellschaft bei dem Schein electrischen BogenlichtS statt- fauden, worauf man durch eine im Kaisersaal auS Orangenbäumen und griechischen Statuen geschaffene Allee nach dem Weißen Saale schritt. Hier folgte demnächst die Aufführung der Lustspiele »Herrn Kandels Gardinenpredigten" und »Militärfromm", die seitens Mitglieder des Großherzoglichen HoftheaterS in ausgezeichneter Weife zur Darstellung gelangten. Nach der Aufführung begab man sich tu die Affembleeziwmer, wo an Büffets Thee und Erfrischungen gereicht wurden. Den Schluß des glänzenden Feste- bildete ein Tauz, der die Gesellschaft bis kurz nach 1 Uhr in früh- lichster Stimmung zusammenhielt. Darmst. Ztg. Berlin, 18 Januar. Heute Mittag hielt der Kaiser im Schloß daS Eapitel des hohen Orden- vom schwarzen Adler ab. Jnvestirt waren Minister v. Miquel, Geh. Rath v. LucauuS, Hofmarschall Graf Eulenburg, General Graf Häseler, General v. Wittich und der Chef deS Generalstabes, Graf v. Schlieffeo. Später wohnte der Kaiser der Nagelung und Wethe einer dem Ulauenregtmeut Graf Dohna (Ost- pleußische- Nr. 8.) verliehenen Standarte bei. Abends fand im Schloß ein Diner statt. Berlin, 18. Januar. Eine Petition an den deutschen Reichstag ist von Frl. Marie Raschke, Frl. Dr. jur. Anita Augsburg und Frau Mtuua Lauer im Auftrage vieler Frauen am 12. d. eingereicht worden. Die Petevtivnen fordern, daß bei Revision des GerichtS-BerfaffungS- Gesetzes 1. die Bormundfchaftsgerichte in der Weife zu organifiren seien, daß zur Eotscheidung derjenigen Streitigkeiten, welche durch daS Bürgerliche Grsetzbuch und sonstige Gesetze ihnen zugewiesen find, Laien zugezogen, und daß zu diesem Laiemichteramte auch Frauen berufen werden können. 2. Zu Schöffen und Geschworenen können auch Frauen, die daS 30. LebeaSjahr vollendet haben, berufen werden. Berlin, 18. Januar. Die ReichStagScommisfion für die Militärstrafprozeß-Reform trat heute zusammen. Von einer Generaldebatte wurde abgesehen, doch beschlossen, zwei Lesungen vorzunehmen. Beim § 1 beantragten die Sozialdemokraten folgende Fassung: Der MilitärgerichrSbar. k-tt sind wegen aller militärischen Verbrechen und Bergrhen unterstellt: 1. Militärpersonen deS activen Heeres und der activen Marine. 2. Die in den §§ 157 und 158 bei Militär- strafgesetzbucheS bezeichneten Personen, so lange sie dem Militär- Strafgesetz unterworfen find. DaS Centrum beantragte, im $ 1 die Eingangsworte folgendermaßen abzuändern: »Der MilitarstrafgertchtSbarkeit find, insofern nicht die noch folgenden Paragraphen ein Andere« bestimmen, wegen aller strafbaren Handlungen unterstellt". Dazu hatte daS Levtrum beantragt, die zur Disposition gestellten Offiziere ufw. nur wegen Zn- Widerhandlungen gegen die Vorschriften der Mtlitärstrafgrsetze der Militärgerichtlbarkrit zu unterwerfen. Der sozialdemokratische Antrag wurde abgelehot, der deS LentrumS angenommen. Ebenso ein Paragraph la, wonach wegen Zuwiderhandlungen gegen die Ftnanzgesetze, Polizei-, Jagd- und Ftschereigesetze dem bürgerlichen Gerichte zur Untersuchung und Entscheidung überlassen bleiben. Auch ein neuer Paragraph lb wird aus Antrag deS CentrumS genehmigt, wonach der bürgerlichen Gerichtsbarkeit unterliegen: 1. Die Mtlttär- personen des activen Heere» und der activen Mariae wegen Amtsverbrechen und Amtsvergehen, welche sie bei einstweiliger Verwendung im Livildienst begangen haben. 2. Personen (3eia): Salmahera. ir bereu lagdjöriyt H h ' :ib faßt für Echülrr u 5a ab Ärtbi’ifyn Sn -> P m{ 9 zustellen ist; ein selbstgeschriebener Lebenslauf. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein 38tinflspreU vierteljährlich , 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«. Bei Postbezug Mark 50 Pf,, ierteljährlich. Bekanntmachung, betreffend die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Frühjahr 1898. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr 1898 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch auf gefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. Februar 1898 bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Spe- ciellen das Folgende bemerkt: 1. Das Gesuch ist bei der uulerzeichneten Prüfungs - Com- täglich »it Ausnahme des Montags. Die Gießener A«»tkieuvlät1er werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Die Aussichten der Civilprocetzordnnng. Die erste Lesung der Gesetze betreffend Aenderung be» GerichtsoerfaffnagSgesetzeS, der Ctvilproceßordnung und de« StrasproceffeS ist vom Reichstage beendet worden- die Vorlagen wurden sämmtlich der bereit» bestehenden Jastizcommis- fion überwiesen. Dieselben müffen bekanntlich bi» zur Ein- führung deS bürgerlichen Gesetzbuches am 1. Januar 1900 erledigt sein, und deshalb müffen die Berathuagen irgend ein positives Resultat haben. Wa» die Civilproceßresorm betriff», so ist es um so leichter, etwas zu schaffen, al» die Urtheile über da» jetzt geltende Verfahren allgemein keine allzu günstige find. Auch im Reichstage wurde scharfe Kritik geübt, die sogar in dem Wunsche ihren Ausdruck fand, lieber da» alte preußische System wiederherzuftellen, als das jetzige betzubehalten. DaS sind natürlich nur Uebertreibungen, denn wenn wir einen Vergleich zwischen früher und jetzt ziehen, so fällt da» Urtheil doch zu Gunsten de» heutigen Verfahrens auS, wenn auch starke Mängel desselben nicht in Abrede gestellt werden können. Die Reichsregierung stand vor der Frage, die Civil- proceßordnung von Grund au» umzugeftalten ober nur ba» Allernothwendigste zu 'verbessern. Man hat fich zu bem Letzteren entichieben, womit man anscheineub auch ben Wünschen des Reichstag» entgegevgekommen ist, benn dieser hat die Neigung kundgegeben, von den durch die Regierung zur Abänderung vorgeschlagenen Punkten noch eine Anzahl auS- zuscheiden und e» bezüglich dieser bei de« ölten «erfahren zu lassen. Denn e» ist natürlich, daß bei einer größeren Anzahl von Vorschlägen auch die Differenzpunkte zwischen Reichstag und Regierung fich vermehren, und das muß im Interesse des Zustandekommen» be» Gesetze» ängstlich ver- mieben werben. Wa» die Hauptsache bei bet Vorlage bleibt, so haben diejenigen Punkte, welche btrect ba» Bürgerliche Gesetzbuch berühren, bei ber ersten Lesung im Reichstage im Allgemeinen eine wohlwollende Beurtheilung gefunden. Besonder» lebhaft debattirt wurde btkanvtlich da» Zu- stellungSweseu und da» Verhältniß der RechtSconsulenten. Von Seiten be» CentrumS würbe ber Wunsch laut, bezüglich be» elfteren noch im Laufe dieser Session an eine vollständige Umformung herauzutreten. ES darf nun nicht geleugnet werden, daß da» Zustellungswesen Mängel in fich birgt, welche dringend der Abänderung bedürfen; aber wenn jetzt die Neuregelung de» ZustellungSwesenS thatiächlich in Angriff genommen werden soll, so liegt die Gefahr nahe, daß dann der Abschluß de» Gesetzentwurf» in dieser Seffion nicht mehr durchgeführt werden kann. Denn die Regierung würde erst einen Entwurf auszuarbeiten haben, ber wahrscheinlich lange Debatten erforbert, da die Juristen im Reichstage sich bekanntlich schlecht einigen können. Man muß immer im Auge haben, daß ber Termin für die Einführung deS Bürgerlichen Gesetzbuches nahe bevorsteht, insbesondere wenn man erwägt, daß die einzelnen Regierungen noch die AuSfÜbrungSvor- schriften für daS Inkrafttreten deS Werke» zu treffen haben. Deshalb wird wohl ber Reichstag borauf verzichten, über ben Rahmen der ihm zur Abänderung empfohlenen Punkte be» Gesetze» hinauSzugehen. Ueber bk künftige Stellung bet RechtSconsulenten waren die Anschauungen sehr verschieben. BtSher lag bte Zulassung solcher Consulenten ganz in bem Ermessen be« Richters. Bon einzelnen Seiten würbe bte Ansicht vertreten, daß diese Wivkeladvocateu nicht alle über einen Leisten geschlagen werden dürften, da vielfach ein Bebürfniß vorliege, sich bei geringfügigeren Angelegenheiten fich durch jene vor Gericht berieten zu lassen. Ob eine Verständigung hierüber erzielt werden wird, läßt fich heute noch nicht übersehen. Dagegen kann schon jetzt mit Sicherheit angenommen werden, daß der Reichstag ber Erweiterung bes Kreises ber unpsänbbaren Gegenstänbe zustimmen unb auch ber Einsührung beS Vor» terminS seine Genehmigung nicht versagen wirb. Wie wir schon früher an tiefer Stille auSetuanbergesetzt haben, wirb bie Bestimmung der Vorlage, wodurch die RevifionSsumme der dem Reichsgericht zu unterbreitenden Processe von 1500 Mk. auf 3000 Mk. erhöht werden soll, voraussichtlich nicht durchgehen, da keine einzige Partei diesem Vorschläge sympathisch gegenübersteht. Die Regierung wird fich also wohl ober übel mit der Ablehnung ber Revision»- summe abfinden müffen und andere Maßnahmen vorbereitev, um dem Reichsgerichte die Bewältigung ber Arbeiten zu er- möglichen. Abgesehen hiervon ober wirb der Reichstag aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem Gebiete be» Civilproceffe» etwas Positive» schaffen und dem dringendsten Bebürfniß Rechnung tragen. (xx) »8nt ß'-iit dorrälhig bei I SWnübir bei 2i»dtkirche. °°ä bei ie, ach e° Worfc, sowie 732 bMentn, eUrch 18. 7 * istcliw rieh* Mm. JL zsM'I 18 ZSntds 8 AK sie Leib. । xttüit Md DOffl 1'0"’- । =eilen< ber Nch rs; iiterfagt rueidjee N°d aozastf *'• »Hk: will. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtrnheitszeuguitz beiznlegen. Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. Novbr. 1888 — Regierungs-Blatt Nr. 27 von 1894) Aufschluß. Bezüglich des Prufungstermins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattsindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf specielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 10. Decrwber 1897. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Kayser. Bekanntmachung. Freitag bett 21. Januar 1898, Nachmittags i/42 Uhr, wird auf Louys Felsenkeller zu Gießen eine General-Versammlung bes laubwirthschast- liche« Bezirksvereius bes Kreises Gießen abgehalten werden. „ Zu dieser Versammlung werden alle Mitglieder des Vereins und der landwirthschaftlichen Localvereine, sowie alle Freunde der Bestrebungen auf Hebung der Landwirthschaft hierdurch freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister werden ergebenst ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben, um auf recht zahlreichen Besuch der Versammlung Slrdacti ■ xm D. R. P. mit neuem Muechelreflector. OUDOUS CrftSHOlZOIvn Grösste Gasausnutzung. Gleichm. Wärmeverthellung. D.R.P. Schotzmirke Bad-Nauheim, 11. Januar 1898. Villa Britannia. R. Wöggerath Neu! Neu! Stedacttoru L. kche-da. — Druck «u» Verlag der vrühlfch« UuioerKtätS-Buq- rm» Steiadruckeret (Pietsch * Echeydi) tu Gießen. Handwerker de« Gedanke« der genossenschaftlichen Selbsthilfe frischer all bilher aufgreifen. Freilich werden fie ein Uebel zu meiden haben, an de« zahlreiche alte Genossenschaften früherer Deceunieu, speciell solche von Handwerkern zu Grunde gegangen find: die Berkennung der nun einmal herrschenden Creditverhältniffe. Bei einer genossenschaftlichen Bank kann es zu geradezu unabsehbaren Gefahren kommen, wenn der bloße „Personaleredit" ohne jede andere all moralische Sicherheit zum GeschLftlprincip gemacht werden soll, wie dies mehrere der neuen Genossenschaften auf ihr Programm ge- schrieben haben. Leicht kann da die genossenschaftliche Selbst- Hilfe zur — gegenseitig« Vernichtung fübren.______________ und andere chronische Kranke betr., sowie Eingabe del gr- schäftlführelldeu Ausschüsse! der freien Bereinigung der Krankenkassen im Großherzogthum Hessen in gleichem Betreff. 7. Gesuch der Kreilstraßenmeister del Großherzogthmns um Ergänzung des Suvftstraßengesetzel vom 12. August 1896 bezüglich ihrer Anstellung betr., sowie Gesuch des Krrtt- straßenmeister! Georg Hänsel zu Michelstadt, die Tagegelder desselben betr. 8. Eingabe einer Anzahl Einwohner vom Schlttzerland, Fleischbeschau im städtischen Schlachthause zu Gießen betr. 9. Eingabe der Großh. Bürgermeisterei Mainz, die Abänderung des Artikel! 88 der Städteordnuug betr. 10. Rückäußerung Erster Kammer über den Antrag des Abg. Westernacher, die Uebervahmr der durch gesetzliche Maßnahme» zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche entstehende» Kosten auf die Staatskasse betr. 11. Mittheilung Großh. Ministeriums del Innern, statistische Ueberficht der der polt- ze',lichen Aufficht unterstehenden Miethwohuuogrn und Schlafstellen und Zahl der neu hergestellteu und in Herstellung be- griffeneu Mterhwohvungeu von drei Räumen und weniger betr., für die Periode vom 1. April 1895 bi! 31. März 1896. 12. Antrag des Abg. Breimer, staatliche Unterstützung für ärmere und bedürftige Gemeinden zu den Kosten für neue Wasserleitungen betr. 13. Antrag del Abg. Köhler (Lang!- dorf), die Berleihung von Staatspreisen an Dienstboten betr. 14. Gesuch der Gehilfen bet der Großh. Centralstelle für LandeSstattstik Georg Wohlig und Adam Weimar zu Darm- ftadt um widerrufliche Anstellung betr. 15. Gesuch del Gg. Konrad Döll zu Langd um Nachlaß von Zahlungen o« die Staatlkaffe, von dem Abg. Köhler all Antrag übergeben. 16. Gesuch deS VerkrhrS-BereinS zu Darmstadt, die Wirth- schaftsräume der Ludwigshöhe bei Darmstadt betr. 17. Ge- such der Bauhaudwerker in Bad-Nauheim vom October 1896, die Vergebung von Neubauten und Reparaturarbeiten öffent- l!cher Gebäude betr. 18. Gesuch der Steueraufseher bei GroßherzogthumS, die Erhöhung ihrer Grhalte und Zubilligung von Diäten in festen Tagessätzen betr. 19. Antrag beS Abg. Köhler, die Gerichtskosten und Gebühren betr. 20. Antrag des Abg. Ulrich, die Errichtung eines Landgericht! iu Offenbach betr. 21. Antrag der Abgg. Köhler und Bahr, den Verkehr von Mitgliedern des Reichstags iu den Wandelgängen und Geschäftszimmern der Zweiten Kammer betr. — Die Tagung wird vorauSfichtlich zwei Tage dauern. Universität- - Nachrichten. — Nach dem Schweizerischen Medtcinal-Kalender für 1891 gibt es jetzt in der Schweiz 24 Aerztinnen, die ihre Praxi! auch wirklich ausüben. Mit wenigen Ausnahmen sind es gebore« Schweizerinnen. In Zurich wohnen allein zehn von ihnen, bk übrigen in Genf, Lausanne, Basel, Bern, St. Gallm und einige« kleineren Orten. 26000 Stück in Betrieb, in 5 Minuten ein warmes Bad! Myrrhku-HhllMkll besitzt die vorzügliche Wirkung der Myrrhentiuet«r,reinigtdieZähne, ohne sie anzugreifeu, ausgezeichnet, und hat einen äußerst angenehmen Geschmack. In Dosen zu 50 Pfg. zu haben in der 556 Adler-Drogerie, Srltfrsw.39. Otto Schaaf. dass trotz allen Nachahmungen das ächte Liebig-sehe Back-Pulver u. Back-Mehl seinen ersten Standpunkt seit 25 Jahren behauptet. Man a hteg nur auf den Namen „Liebig“ =* u. die Schutzmarke. Zu haben in allen besseren Geschäften u. Meine & Liebig, Hannover. des Beurlaubteustaude! »ege« Zuwiderhandlung gegen die allgemeine» Staatlgesetze, weuu die Haodluug während einer in FriedenSzeiten zu dienstlichen Zwecken erfolgten Einberufung begangen worden ist. Schließlich gelangte auch noch ein Paragraph le zur eiustimmigeu Annahme. Danach kann in Fällen, iu denen sich bei einer Zuwiderhandlung gegen die allgemeinen Strafgesetze mehrere Personen, militärische und bürgerliche, betheiligt haben, die Militärpersonen dem bürger- lichen Gericht zur Untersuchung und Aburtheilung de! Falle! übergeben werden. Die Berathungen werden morgen fortgesetzt werden. Berli», 18. Januar. Nach einem Pariser Telegramm der „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt der „GauloiS" nach seinen eigenen Informationen die Nachricht der »Libre Parole , wonach General Gallifet die Absicht hätte, in die Angelegenheiten des Obersten Picquart zu Gunsten diese! Offiziers einz u greifen, da derselbe früher unter GallifetS Befehl gedient habe. . — Das Denkmal für die Helden vo« »Iltis , das deutsche Patrioten in Shangat errichten wollen, ist jetzt endgilttg Professor BegaS zur Ausführung übertragen worden. Die Kosten find auf 10,000 Mk. festgesetzt und bereit! auf- gebracht. Die erforderlichen 3500 Kilogramm Bronce giebt das KrlegSmiuisterium her. — Der gewerbliche Aufschwung der letzten Jahre tritt besonders deutlich in den Nachweisen zu Tage, die die preußische Bergverwaltung über die Ergebnisse der staatlichen Bergwerke, Hütten und Salinen im Jahre 1896/97 erstattet hat. In diesem Jahre waren 17 Stein- kohlen-, 8 Braunkohlen-, 13 Eisenerz-, 5 Blei-, Zmfr, Kupfer- und Silber- und 3 Salzbergwerke im Betrieb, dazu 5 Eisen- und 7 Blei- und Silberhütten, 6 Salinen und 5 Steinbrüche, fie brachten 136,3 Mill. Mark, 13 Millionen Mark mehr all im Vorjahre und gaben 62,106 Arbeitern Beschäftigung, rund 4000 mehr al! im Vorjahre. — In einem Aufruf an die Mitglieder de! EentralverbandeS der Maurer wird eine außerge- wöhnlich große Lohnbewegung für dieses Jahr augeküadigt. In wenisten! 250 Orten werden die Maurer versuchen, eine Besserung ihrer Lage herbeizuführen- in 80 Orten find fie schon mit Forderungen an die Unternehmer herangetreten. Die Lohnkämpfe der Maurer vom vorigen Jahre haben über 300000 Mk. gekostet. Die Maurer sollen in ganz Deutsch- land am 1. März mit den Sammlungen für den Ausstands fond! beginnen. — Handwerkerbankeu. Gleichzeitig mit der bevorstehenden inneren Neuorganisation del Handwerks macht sich eine genossenschaftliche Bewegung unter den Handwerkern geltend, die wohl geeignet ist, die ernste Beachtung der Socialpolitiker zu erwecken. An verschiedenen Orten ist man, eine« Beispiel der Frankfurter Handwerker-Vereinigungen folgend, zur Gründung von Handwerkerbanken auf der Grundlage deS Genossenschaftsgesetzes geschritten. DteS ist bis jetzt nur in Mitteldeutschland und im Norden geschehen- in Süddeutschland besteht in weiten Kreisen der Handwerker eine gewisse Apathie gegen genossenschaftliche Unternehmungen- hier spielt, wie z. B. für die Sterbekaffen, die Gegenseitigkeit eine Rolle. Den hohen Werth eines vorsichtig geregelten GruossenschaftsinstiiuiS wird man trotz mancher unerquicklicher Erfahrungen der letzten Jahre nicht unterschätz-n dürfen, und eS ist nicht unerfreulich, daß die X>ermif*tese • Prag. 17. Januar. Am Freitag um 6.30 Uhr früh wurde unweit der Station Minkovic ein Kohlenlastzug der StaatSbahn von unbekannten Männern und Weiber« überfallen. Einige Männer sprangen, wie die „Politik* berichtet, auf die Locomotive und hießen den Zugführer halten, worauf sie die Kohlen, soviel fieberen habhaft werde« konnten, unter fich theilten und bann verschwanden. Der Zugführer fuhr bann mit seiner zusammengeschruwpfte» Ladung gegen Minkowic. Eine Uoterluchung ist eingeleittt. Prospocts gratis. — G» Houben Sohn Cai*!, Aachen Wiederverkäufer an fast allen Plätzen. Laubsägehokz au» 3 Theilen verleimt. Verziehen und Abbrechen einzelner Stücke beim Sägen vollständig ausgeschlossen. Platte bis zu 50 cm breit vorräthig. 366 Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt!!! Andr.Euler, Steinstr.11. Möbel-V erkauf. 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Die Studenten wurden, trotzdem fie ganz ruhig ihres Wege! gingen, von Tschechen überfallen und mit Stöcken mißhandelt, die Polizei erschien wieder zu spät am Platze. Sie trieb die Menge mit gezogenem Seiten- gewehr auseinander. , _ London, 18. Januar. Eine osficielle Note sagt, daß fie fich über die Lage in China noch nicht aussprechen wolle, da die Verhandlungen zwischen China und England noch nicht abgeschloffen seien. Die englische Regierung verfolge tn China eine Lösung, die zugleich China günstig wäre und die Interessen der irrteresstrten Länder fördern wird. Sofia, 18. Januar. Die Fürstin Marie Louise ist von einer Tochter glücklich entbunden worden. Arrtz den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessische» Stände. Darmstadt, 18. Januar 1898. Die TageS-Ordnung der 20. Sitzung, welche am Dienstag den 25. Januar, Vormittag! 9 Uhr, be- gmut, lautet: 1. Neue Einläufe. 2. Berichts-Anzeigen. 3. Anfragen: a) Anfrage der Abgeordneten Dr. Schmitt nnb Genossen, die Anstellung von Militär-Anwärtern im Gemeindedienst betr.- b) Anfrage der Abgeordneten David und Haas (Mainz), Ladrnfchluß an Sonntagen in den rheiu- hessischen Städten betr.- c) Anfrage der Abgg. Dr. Schmitt und Genossen, die Errichtung von Waarenhäuserv rc. betr.- d) Anfrage des Abg. Köhler, die Vergebung von öffentlichen Bauarbeiten betr.- e) Anfrage der Abg. Schmeel und Ge- noffen, den Personen- und Frachtverkehr auf einem Theil der früheren Ludwigsbahn betr. 4. Vorstellung der Schuldiener an den Gymnasien und Realschulen um Erhöhung ihrer Ge- halte. 5. Vorstellung der Gemeindeforstwarte, die Verbesserung ihrer Lage betr. 6. Antrag der Abgg. Cramer und Genossen, die Errichtung einer Heilstätte für Lungenleidende Stellen-Angebote. 708] Einen tüchtigen Gelellen sucht «. Hetz. Schreiner- A. 8. Mohr sche ff. 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