Stimme aus dem anderen Lager heraußzugretfeu — ist von der russischen Erklärung durchaus befriedigt und glaubt der« sichern zu können, daß sie der Borbote von Verhandlungen über einen englisch-russischen Ausgleich tu China sei. Angesichts der Art md Weise, wie die Politik der Mächte in den chinesischen Aigelegenheiten sich entwickelt hat, ist allerdings diese letztere Lvuog die wahrscheinlichere, denn schon jetzt hat sich gezeigt, daß der Begriff „Interessensphäre", den Alle — England eingeschossen — in diese Politik auf- genommen haben, so manutgsuhe Gefahren birgt, daß eine internationale Verständigung darüber durchaus nothwendig erscheint. Und je früher sie (.folgt, um so eher wird der Keim von Verwicklungen, der in dem jetzigen Zustande liegt, beseitigt. ES darf als zweifellos gelten, daß den Mächten, als sie den Begriff dr Interessensphäre tu ihre chinesische Politik eiusührten, die ^uftheilungSpraxiS in Afrika als Beispiel vorschwebte. Jndessu', so ohne Weiteres ließ sich dieses Verfahren, da» schon im ,Niemandßlande" Schwierigkeiten genug bereitet hatte, nicht auf daS von der Pekinger Regierung verwaltete China übrtragen, und da die chinesische Regierung daS Schicksal ArikaS kannte, so war sie darauf bedacht, sich selbst einem ähtlichen Geschick zu entziehen, ein Bestreben, daS in den betdv bis jetzt bekannten Abmachungen über die JntereffensphLeu deutlich zu Tage tritt. DaS Tsunglt Karnen vermiet darin ängstlich, den Mächten irgend ein Recht auf daS, was sie ihre Interessen- sphäre nennen, znzuerkenuen, es klont im Gegentheil mit einer vielleicht nicht ganz freiwillig« Ironie, daß nur China allein rin Recht auf diese Gebiete zustrhe. So lautet der entsprechende Satz tu der Note deS Tsunglt UameuS an den britischen Gesandten: „Die Reglermg hat zu bemerken, daß die Uaugtse-Gegend von der größte, Wichtigkeit sowohl sür die ganze Stellung China» al» auch für seine Jutereffen ist, uud eS ist selbstverständlich, daß donketu Gebiet einer andern Macht verpsäudet, verpachtet oder abg'treten wird. Da Ihrer britischen Majestät Regierung ihr Jiteresse oder ihre Sorge nach dieser Richtung ausgesprochen hat, so hält baß Damen e» für seine Pflicht, diese Note an dm britischen Minister zu richten." England kann sich in diesem Snukte wenigstens nicht beklagen, vorzugsweise schlecht behandelt worden zu sein, denn ganz ähnlich lautet der Bescheid der chtuefischen Regierung auf die Forderung Frankreichs in -e-ug auf deffen In- terrffensphäre- e» heißt da: „Da unsere Regierung die an Tongktug grenzenden Provinzen al» wichtige Grenzgebiete betrachtet, an denen sie da» höchste Jttereffe hat, so ist sie der Ansicht, daß diese Gebiete stet» von China verwaltet, und unter seiner Oberhoheit bleiben uüffev. ES liegt kein Grund vor, sie einer anderen Macht aizutreten oder zu verpachten. Da die französische Regier,ng besovdern Werth darauf legt, diese Versicherung zu empfingen, so glauben wir diese amtliche Antwort an Eure Excellenj richten zu müssen." Darnach ist also die Lage die, daß die chinesische Regierung weder England noch Frankreich — und den übrigen Mächten gegenüber dürfte sie dieselbe Form gewchlt haben — irgend ein Recht auf die Gebiete zugesteht, die diese als ihre Interessensphären betrachten. Da» wird nui freilich die Mächte nicht hindern, auf ihrer Politik zu ieharren, zumal da die Auftheiluug in Interessensphären, tot noch vor Kurzem ein sachkundiger Veurtheiler in der Kölrtschen Zeitung auS* geführt hat, auch für China und feit« Bevölkerung daS einzige Heilmittel bedeutet. Aber el läß> sich nicht verkennen, daß die übrigens durchaus begreifliche nab von dem Gefühl der Selbsterhaltuug eingegebene Haltung der chinesischen Regierung die offene Bekundung dieser Poltik und eine Verständigung der Mächte über sie erheblich erschwert. Indessen dem Europäer fitzt daS Hemd näher al» der Rock und da» Interesse jeder einzelnen europäischen Macht, durch eine internationale Verständigung auch auf Kosten der chinesischen Re* gierung Gefahren zv befestigen, die ihren eigenen Bestand bedrohen, ist größer als der Anthell an der Erhaltung eine» Jahrtausende alten StaatSwesenS, da» nicht früh genug darauf bedacht gewesen ist, fich selbst Schutz und Schirm au» der eigenen Kraft zu schaffen. Deutscher Reich. Berlin, 16. August. Zur Palästinareise de» deutschen Kaiser» bringt daS türkische Hofblrtt „Servet" folgende bemerkenSwerthe Auslastung: In europäischen Blättern ist eigenthümlicher Streit darüber entstanden, welche politische Bedeutung die von Kaiser Wilhelm geplante Reise nach den christlichen Stätten Palästina» haben könne. Wir dürfen hierzu wohl bemerken, daß Sultan Abdul Hamid, nach- dem er von dem Wunsch de» deutschen Kaiser», jene Stätten zu besichtigen, Senntniß erhalten, denselben in freundschaftlicher Weise etugeladen hat, die Reise auSzuführeu. Kaiser Wilhelm erscheint somit in Palästina al» Gast unsere» Herrscher», welcher durchau» davon überzeugt ist, daß sein kaiserlicher Freund mit dieser Reise keinerlei politische Zwecke verfolgt. Hat doch Kaiser Wilhelm erst kürzlich dadurch, daß er die deutsche Besatzungstruppe von Kreta zurückrief, durch die That bewiesen, daß er, in einem sehr erfreulichen Gegensatz zu manchen anderen Mächten, die HoheitSrechte bei Sultan» in gewissenhaftester Weise achtet. ES ist daher sehr müßig, wenn einzelne europäische Blätter befürchten, Kaiser Wilhelm erstrebe ein Protektorat über Palästina oder wolle angebliche Rechte anderer Staaten in jenem Lande beeinträchtigen. Sollte dagegen der ganze Streit dadurch entstanden sein, weil man cn manchen Stellen mit etwas scheelen Blicken auf da» innige Freundschaftlverhältniß sieht, welche» zwischen Kaiser Wilhelm und unserem Herrscher besteht, so möge man bedenken, daß der deutsche Kaiser, obgleich er selbst streng an seinem eigenen Glauben hängt, doch wiederholt dafür den Beweis geliefert hat, daß er auch den heiligen Glauben der Kalifen achtet und ehrt. Berlin, 17. August. Der „Post" zufolge ist die Meldung eine» englischen Blatte», daß Kaiser Wilhelm mit dem Zaren eine Zusammenkunft auf der Be* fitzung de» Reichskanzler» Fürsten Hohenlohe in Werkt haben werde, um die Bedenken Frankreich» und Rußland» wegen der Palästinareise de» Kaiser» zu zerstreuen, ebenso unbegründet, tote die Meldung der „St. JameS-Gazette", daß fich in Amerika Kämpfe zwischen Deutschland und Frankreich abspielen würden. Demgegenüber bleibt der Peter»burger Berichterstatter de» „Daily Telegraph" bet seiner Behauptung, daß eine Begegnung de» deutschen Kaisers und de» Zaren bevorstehe. Er berichtigt seine erste Meldung jedoch selbst in dem nicht unwesentlichen Punkte, daß die Begegnung nicht in Werkt, sondern in der Krim stattfinden werde. Kaiser Wilhelm werde bet der Ortentreise nach Livadia gehen und zwei Tage Gast deS Zaren fein. Ausland. — Die Stellungnahme der Aufstäudtfchen zu den Festsetzungen de» FrtedenSprotocoll» bildet eine für bte Amerikaner recht heikle Frage. E» ist noch zweifelhaft, ob die kubanischen Führer nicht wegen de» Waffenstillstände» Schwierigkeiten bereiten werden, und noch zweifelhafter, wie Aguinaldo die Nachricht aufnehmen wird. Die New Korker kubanische Junta sagt allerding», daß Gomez und Garcia strenge die Anordnungen der amerikanischen Regierung befolgen würden. Die Junta ist stet» die gefügige Dienerin Washington» geweien und vertritt mehr ihre eigenen In- tereffen, al» die Anfichten der kubanischen Führer. Da» Letzte, wa» man vom Präsidenten Maceo und der übrigen vorläufigen Regierung gehört hat, war einzig und allein, daß fie irgendwo in der Provinz Santa Cruz steckt, fich mit Gomez beräth und von Garcia Nachrichten über deffen Beziehungen zu General Shafter erwartet. Gomez und Garcia find in der letzten Zeit immer freier aufgetreten. Fügen fie fich, fo wird da» wahrscheinlich nur vorläufig fein. Durch da» Wort „Unabhängigkeit" lassen fie fich nicht täuschen. Diese Unabhängigkeit ist nicht viel mehr al» Einverleibung tu die Vereinigten Staaten. Die Hauprposten werden doch jedenfalls mit Amerikanern besetzt werden. — Die Einnahme Manila» schildern verschiedene Berichte wie folgt: Am 7. August Mittag» erging die Mit- theilung der Amerikaner an den Gouverneur von Manila unb an bie Befehlshaber der neutralen Schiffe, daß am 9. August bte Operationen beginnen würben. Die neutralen Schiffe räumten hierauf baö Schußfeld unb brachten ihre Schutzbefohlenen in Sicherheit, vier Dampfer mit Dentfchen, von bei „Prinzeß Wilhelm" geleitet, brachten die Schutzbefohlenen nach MariveleS. Die Englänber wurden nach Cavite befördert. Die deutfchen und franzöfischen KriegSfchisse ankerten nebeneinander, die amerikanischen, englischen und japanischen Schiffe abseit» al» zweite Gruppe vor Cavite. Um 10 Uhr erfolgte die Aufforderung der Amerikaner zur Urbergabe. Die Spanier erbaten in Madrid telegraphisch Anweisungen, die Antwort lautete ablehnend. Am 13. August um 10 Uhr Vormittag» brachte Dewey ein Geschwader von Cavite vor die Stadt. Vor Eröffnung der Beschießung gab Admiral Dewey dem General-Gouverneur eine Frist von einer Stunde zur Uebergabe. Jener schlug die Aufforderung ab, worauf bie Beschießung 9 Uhr Vormittag» begann. Sn letzterer nahmen Theil bie Kriegsschiffe „Olympia", „Petrel , Mm, i. 8> deutsche täder Qer Systeme E Damen einer persönlichen iung. am i Damen wird auf einer Dame Unter- t erMt penfhtfeit 'e, itten, Krippet lg 1644 ssen, iril. jers SN [tze richt dazu angethan ist, muthige Krieg»gedankcn zu wecken, so dürste da» Säbelgerassel, in dem der englische Mtßmuth Über den Verlauf der Ereignisse in China fich jetzt Luft macht, richt allzu tragisch zu nehmen sein. Auch braucht e» noch keiue»weg» al» eine Kriegsdrohung aufgefaßt zu werden, wenn englische Kriegsschiffe in Hongkong, die bereit» Segelordre hatten, Gegenbefehl erhielten, wenn in ESquimault, dem großen canadischeu Krieg»hasen am Stillen Ocean, einige Panzer mehr ankern als gewöhnlich und wenn in den Werkstätten der canadifchen Ueberlandbahn tüchtig gehämmert toixb. Selbst die „Time»", die fchon lange der Chorführer ter schärferen Tonart gegen Rußland ist, glaubt heute den Heißspornen, denen fie täglich ihre Spalten öffnet, Zügel vnlegen zu müffen, und nennt eine Betrachtung, die ihr Str William de» Voeux, der frühere Gouverneur von Hong- fong hatte zugehen lassen, eine Berufung an den „gelben Schrecken". Und doch waren diese Ausführungen recht Interessant und bezeichnend für die Stimmung gewisser Kreise. Sir William befürwortet, kurzer Hand Rußland den Krieg zu erklären, nachdem England sich mit Japan verbündet unb »hm die Mandschurei und Korea als Beute versprochen habe. Noch sei e» Zeit, habe aber erst später einmal Rußland bie militärische Zucht der Nordchinesen in die Hand genommen rnd fich mit ihnen ein Heer von Millionen ausgezeichneter Soldaten geschaffen, so könne ihm keine Macht mehr wider- fiepen, bann sei e» vollend» au» mit England» Einfluß in China, unb auch Jnbien werde dem rusfisch-chtnefischen An- fiurm erliegen müssen. Da» ist ja zweifellos politische Za- tunft»muftt, aber fie könnte sehr wohl einmal actuelle Wahr- Lett werden, denn daß Nordchina ein vortreffliches Soldaten- material birgt, hat der kurze Versuch bewiesen, der dort mit -rutschen Lehrmeistern gemacht worden ist. Sein geringerer el» Prinz Heinrich von Preußen war von den Leistungen ier unter deutscher Leitung ausgebildeten chtuefischen Truppe in Wusung derart überrascht, daß er nachher meinte: „Diese Geschichte wird zu gefährlich, e» ist gut, daß da» aufhört." Rußland wäre daher sehr kurzsichtig, wenn e» über der Jagd rach Metallen und schwarzen Diamanten den unermeßlich verthvollen Schatz zu heben vergäße, der in dem Menschen- material feiner chtuefischen „Interessensphäre" schlummert. Vorläufig aber wird sein Bestreben dahin gehen, den krteger- scheu Zusammenstoß mit Großbritannien, den wie in England so auch In Rußland viele Leute für unvermeidlich halten, möglichst lange htnau»zuschteben. Dem entspricht denn auch die friedfertige Erklärung, mit der da» halbamtliche Journal be 6t. Peter»bourg die Aufregung der Engländer zu beruhigen sucht. Da» Blatt betont den friedlichen Character der »äffischen Politik in China und warnt vor beuruhigenden Sensationsnachrichten: „DaS Ziel der russischen Regierung", heißt eS bann, „ist, bte kürzlich gewonnenen Vortheile zu »ähren, nicht aber neue Erwerbungen im fernen Osten zu machen. ES liegt ber Regierung vollstänbig fern, bte wirth- 'Gastlichen Interessen Englanb» ober irgend einer anderen Macht zu verletzen." Die officiöse russische Auslassung wird in England mit sehr getheilten Gefühlen aufgenommen. Die „Time»" nennt sie eine liebenswürdige Unverschämtheit, weil bie „gewonnenen Bortheile", von denen darin die Rede ist, nicht» andere» bedeuteten, al» die Oberhoheit über ganz Nordchina bi» hinein in da» Herz be» Kmgtsethale» sowie bie Ausschlag gebende Controlle über bte Centralregierung tu Peking. „Daily Graphic" dagegen — um nur eine „Raleigh", „McCulloch", „Boston", „Monterey", „Charleston" und „Baltimore". Die Spanier behaupten, die Geschosse von den Kriegsschiffen seien nicht bi« zur Stadt gelangt, nur die eines kleinen, nahe dem Ufer liegenden Kanonenboots (Prtral"?), welches aus Schnellfeuergeschützrv schoß, trugen so wett. Die Beschießung dauerte zwei Stunden, sodann machten die Amerikaner einen Sturm auf die Verschanzungen. Die Spanier, welche keinen Widerstand versuchten, mußten sich auf die zweite VerthetdtguugSliuie und daun in die tunere Stadt (JutramuroS) zurückzieheo. Die Spanier hatten in den Verschanzungen nur dreitausend Mann, die Amerikaner 10000, und zwar bester bewaffnet uud viel bester genährt. Doch stad die Verluste auf amerikanischer Seite infolge der guten Anlage der Verschalungen erhebliche. Die spanischen Verschanzungen rings um die Stadt hatten eine Ausdehnung von zehn Meilen. Es war unmöglich, eine so ausgedehnte VertheidtgungSlinie mit so geringer Streitmacht zu halten. Als der spanische Commandaut die Unmöglichkeit eines Widerstandes erkannte, hißte er die Parlamentärflagge und ergab sich. Die Unterhandlungen wurden durch den belgischen Consul gesührt. Die Fort- find zerstört, während in der Stadt wenig Beschädigungen zu verzeichnen find, da Admiral Dewey und General Merritt Befehle gaben, alle Baulichkeiten, mit Ausnahme der VertheidigungSwerke, zu schonen. In den Straßen Manilas fanden Kämpfe zwischen Spaniern und Insurgenten statt, doch stellten die Amerikaner schnell die Ordnung her. — Der bisherige Geueralgouverueur General Augustin war mit seiner Familie vorher auf den deutschen Kreuzer „Kaiserin Augusta" gebracht worden. Er erklärte zwar, er habe nicht gewußt, daß die „Kaiserin Augusta" nach Hongkong segeln würde. Mau habe ihm gesagt, eine Barkasse erwarte ihn, in diese sei er hinetngegangen. Als er auf dem Schiff angekommen war, sei es abgedampft. Man glaubt jedoch, daß die Sache verabredet war. So wird aus englisch-amerikanischer Quelle berichtet. Eine offenbar halbamtliche Mittheilung der „Nordd. Allg. Ztg.", welche erwähnt, daß die „Kaiserin Augusta" den General Augustin mit Familie nach Hongkong gebracht hat, nimmt an, daß die „Kaiserin Augusta" Manila erst verlosten hat, nachdem die Stadt übergeben war, und daß nach der Uebergabe die spanischen Offiziere in Freiheit belasten waren. Demzufolge hatte fich auch General Augusttu hin- begeben, wohin er wollte. Wenn Admiral v. DiederichL dem General die Erlaubniß gab, auf der „Kaiserin Augusta" nach Hongkong zu fahren, fo hat er dies sicher nur im Ein- verstäudutß mit dem amerikanischen Oberbefehlshaber gethan, falls er ein solches Etuverständuiß überhaupt noch sür uöthig hielt. — Der amerikanische Consul tu Hongkong, Wtldmann, erhielt angeblich die Mittheilung, Dewey beabfichtigte nach der Einnahme Manilas Kriegsschiffe nach Jlo-Jlo und Cebu behufs Einnahme dieser Inseln und nach Port Royalist behufs Eroberung der sich dort verbergenden spanischen Kanonenboote zu schicken. Falls die Schiffe schon abgegangen seien, könnten sie nicht mehr zurückberufen werden. CocaUs und provinzielle». Gießen, den 18. August 1898. ** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Groß Herzogs den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu Mühlheim: Phil. Engelhardt, Conrad Peter Kaiser, Heinrich Kaiser I., Adam Seelmaun III., Adam Joseph Dudtue II., KaSpar Krebs I., Andrea- Zahn, Peter Anton Faller VI., sowie den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu Grün- berg: Christoph Christ, Conrad Feldmann, Conrad Groh, Christoph HaaS, Carl Haas, Carl Hammel, Conrad Heerz, Georg Kurtz, Friedrich Schröder, Georg Setffert II., Carl Sigfried, Carl Trtnkau-, Georg Von-Ei ff. *♦ Die Grotzh. Ceutralstelle für die Gewerbe hat neuerdings die berheiligteu industriellen Kreise darauf aufmerksam gemacht, daß die vom Kaiserlichen Gouverneur auS Kamerun nach Deutschland gesandte Mustersammlung der in Kamerun gangbaren Handelsartikel im Laufe des Monat- August auf kurze Zeit im Dienstgebäade der Centralstelle zu Darmstadt zu unentgeltlicher Besichtigung ausgestellt wird. Bon Gegenständen dtefer Mustersammlung dürften den einheimischen Industriellen insbesondere die Gewebeproben, darunter fertige Zeuge zu Anzügen, seidene Tücher, Kopf-, HalS« und Umschlagetücher, Fraueuzeuge, sowie mit Flanell gefütterte Zeuge, sodann aber auch die Schmuckgegeustäude eine erwünschte Anregung bieten. Am Freibad wurden gestern Abend einem jungen Manne ein Paar Stiefel gestohlen. Der Dieb ließ seine alten Stiefel am Thatorte zurück. ** Ortsgewerbevereiue. Im Großherzogthum bestehen gegenwärtig 86 Ort-gewerbevereine mit 7540 Mit» gliedern. Davon entfallen auf Starkenburg 50 Vereine mit 4133 Mitgliedern, auf Oberhessen 23 Vereine mit 1664 Mitgliedern und auf Rheinhessen 13 Vereine mit 1743 Mitgliedern. — Dem Laude-gewerbeveretu gehören 7608 Mitglieder an, von denen 83 pCt. Fabrikanten und Gewerbetreibende nud 62 pCt. ausschließlich Handwerker sind. In 13 erweiterten Handwerker-, Kunstgewerbe- uud Fachschulen werden 1412 Schüler von 120 Lehrern unterrichtet. Die 90 Zetchaenschulen umfassen 6344 Schüler mit 199 Lehrern uud 396 Borschüleru, und die 40 gewerblichen Fortbildungsschulen haben 1857 Schüler und 86 Lehrer. •• Die Sicherung des Eigenthums gegen Eiabruchsdiebstahl. Angesicht- der immer häufiger werdenden Fälle von Etgeu- thumSvergehen dürfte es gewiß von allgemeinem Interesse sein, einmal die Frage zu erörtern: Reicht der öffentliche Schutz, reichen meine privaten Vorkehrungen dagegen aus? Diese Frage muß verneint werden- denn die Erfahrung zeigt, daß die Diebe jegliche Hindernisse schlau zu überwinden verstehen. Da- Gesetz bestraft den Thäter, wenn e- ihn erlangt, das Eigenthum ersetzt er dagegm nicht, und e- ist wohl in den meisten Fällen verloren. Den Schaden und Verlust au seinem Eigenthum muß der Bitroffene selbst tragen. Da hilft eine Police, durch welche die Frankfurter Transport», Unfall- und GlaS-BerficherungS-Actien-Sesellschaft in Frankfurt a. M. in einer feststehenden Form Berficheruug gegen EtnbruchSdtebstahl gewährt. Die Gesellchaft verlangt nicht den üblichen Antrag mit seinen vielen fragen uud dem lästig empfundenen Eindringen in alle Prtvaverhältutffe, sondern eine fertige Police, Über eine Berficherungtsumme von 6000 Mk. lautend, welche auf die verschiedenen Kaegorieu der im Haushalt befindlichen Gegenstände und Werye: Mobiliar, Kleider, Wäsche, Betten, Gold- und Silbersaheu, Sparkassenbücher, Werthpapiere, baareS Geld rc. vertheilt st und zu einer Jahres- prämie von 6 Mk. an jeden Hau-Hilt im Werth bis zu 8000 Mk. abgegeben wird. Die Gebllschaft kommt tu voller Höhe des Schadens bis zur Grenze dergedachteu BerficheruugS- summe auf. Auch die Gegenstände ruf dem Boden und im Keller find etngeschloffeu, also betspitSweise auch die Wäsche, welche die HauSsrau zum Trocknen auf den Boden hängt, wie ihre Kohlen und andere HauSdltSvorräthe im Keller. Nicht nur für den Verlust au Gerenständen, sondern auch für die Beschädigung solcher wird Yrsatz geleistet. AlS Einbruch erkennt die Gesellschaft auch >a- Oeffnen mit falschen Schlüsseln oder Dietrichen, auch d,S Etnschleichen uud den unter dem Schutz der Nacht au-geührteu Diebstahl au. Die Bedingungen zeichnen fich durch Kirze uud klare Fassung aus. Die Gesellschaft hat auch eine HaiShalrSpoltce gleicher Form über eine Versicherungssumme vm 10000 Mark zu einer Jahresprämie von 10 Mark herg «0« 6«mi, Ä' J* bi«W itübtti, alt eine«, ”en fall übtt^pt roenn er, bin« W gleich beamtet, y e'nm Soule. M°n lehrt fie al. 1 r» sagen, daß der ne Frau einer ihrer Hoslichkeitisorin ner« welchen Eindruck t< Hullern sitzen bleibt, Nene unveränderlich, em eine Marke, fie ihr Ich dressiren. j slir eine Secunde i Ausdruck, in der cn. Zum Trug zr« M ein deMenim eiwar höchst Ueber« beschreibenden Natur« irleihen, noch Titel zu n bedeutender Forschn. fit alle Zeit hoch zu aldeckte Pfianzen- oder Ine neue Formen oder neue Gattung, einen Name Wellington verewigt, die Königin oethe in einer Malm« nb er durchaus nicht >fli, btiun bet Name bet Warne bei Ulf« , B ist geknüpft an M, Linnaea Voreaüa, non Nuhianb nannte ne wenige Zoll hohe e Höflinge daran eine it einer so mächtigen verknüpft wurde, wie, t und nahm Hedwig« z Bismarck- Name ist zwar einer mächtigen Madagaskar entdeckte. ;ohn des Dufieldorfer ne zog 1873 mit un- Mal als Sammlerin linn Hildebrandt nach ^Madagaskar. hatte, erblickte M ?SfÄfe iaa unter die va» jitioil« anbttegii”' •ff» »* Ie U miß »M ®Ä U i ®*9 »ui) $üb» ’ ”bÄ«k w: , die dtsten w Stamme * x&l* tiefen 5” *■blt s * W hantelte- toi®”9“ M 1880 . «#•** rrägetin 9' «chl -d««L $iit|b|ü5« S-,sZ «'S* von Zimmergröße sind fast bis auf den Grund in handbreite I Abschnitte zerspalten, deren Ränder sich in ein Lockengewirr starker weißer Faden auf!Öfen. Die starken, langen Blatt« stiele zeigen eine elegant hervortretende weiße Längsstreifung Als Hildebrandt im Jahre darauf nach Madagaskar zurück« kehrte, in erster Linie um Bisrnarckien für die Gartenculmr zu holen, erkrankte er an jenen perniciösen Fiebern, die so vielen Forschern in den Tropen ein frühes Ende bereitet haben. Auf telegraphischen Befehl des Reichskanzlers wurde sein schwer erkrankter ,,^almenmann" im Innern Madagaskars ausgesucht und gefunden; aber sterbend tarn er in Antanarioo an, wo deutsche Pflege ihm feine letzten Stunden erleichterte. Von den Früchten der Biomarckia nobilia, die Hildebrandt 1879 sammelte, keimten etwa 70 im Berliner Botanischen Garten und wurden von dort aus in den Handel gebracht. Der Botanische Garten in Breslau besitzt ein Exemplar der schonen Palme, das völlig gesund ist, aber den Gärtner durch sein langsames WachSthum zur Verzweiflung bringen kann. Von Belgien au» werden neuerdings Exem« plare von Biamarckia nobilis auSgeboten, die umgekehrt ziemlich schnellwüchsig zu sein scheinen; wie sich dieser Zwiespalt losen wird, muß die Zukunft entscheiden. In alle Zukunft hinüber aber trägt Biamarckia nobilia die Erinnerung an den besten Mann Deutschlands, den sein Volk in tiefer Trauer ehrt. • Bismarcks Schädel. Die Mrffungen, welche der Bildhauer Schaper noch zu Lebzeiten Bismarck» an besten Haupt vornahm, ergaben: Durchmesser des Schädels von der Stirne bis zum Hinterkops: 0,215 Meter, vom Kinn bis zur hinteren Scheitelhöhle: 0,27 Meter, Durchmesser des Schädels Inder Vorderansicht über den Ohren: 0,183 Meter, Länge bes Gesichts vom Kinn dis zu ben Augenbrauen: 0,14 Meter, Breite beS Gesichts, b. h. der Jochbeine: 0,16 Meter. • was die Leute sagen. „Wohlauf, die Lust geht frisch und rein, wer lange fitzt muß rosten" — sang der Zuchthäusler, da brach er aus. — „Was liegt mir daran?" fragte erstaunt der junge Mann; da lag ihm eine heirathS- wüthige Jungsrau an der Brust. — „Man soll fich nicht mit Füßen treten lasten" — sagte drS Bicycle, da warf eS seinen Reiter in den Graben. — ,Cherchez la femme“ — rief der bankerotte Gras, weil er eine reiche Partie machen mußte. — „Das geht mir denn doch über die Hutschnur" — sagte der Nichtschwimmer, als er ins Master fiel und uaterginq. * Berliner Pflanzen Einem dicken Herrn fliegt sein Hut fott; ein Bummler fangt ihn auf und rennt davon. Herr (wüthend): „Kerl, woll'a Sie mir wohl ben Hut bringen I* — Bummler: „Sie seh'u so nett aus, Ihnen kann ick nischt nachbragen!" Wissenschaft, Literatur und T 17. August. Frachtmarkt. Roth er Weizen X 00,00, weißer Weizen X 00.00, Rom, altes, X 00.00, neue« X 10,40, Gerste X 00.00, Hafer X 8.29. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 18. August, zwischen 11 u. 12 Uhr Mittags: Master 19'/.°, Luft 19°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Neueste Nachrichten. Depeschen des Bureau „Herold*. Berit«, 18. August. Das „Kl. Journal" meldet aus Brüssel, König Leopold unterhandele mit Lt>Hung«Tschang behufs Ankaufs eines chinesischeu Hafeus mit Hinter« land für den Preis von 50 Millionen. Hamburg, 18. August. Ja der Klagesache des In- spectors Bruns gegen die „Hamburger Nachrichten" beschloß bas Oberlandesgericht bk Aushebung bes Urthetis uub die Zurückverweisung des verfahrens an die vorige Instanz. Bremen, 18. August. Unter ben Matrosen unb Heizern ber Dampfer-Gesellschaften ist eia partieller Strikt au-gebrochen. Wien, 18. August. Der bekannte Komponist Hofrath Zeller, ber in einem Erbschaftsprozeß zu einem Jahre schweren Kerkers verurtheilt worden war, bie Strafe tnbeß wegen schwerer Krankheit nicht abbüßte, ist in Baben gestorben. London, 18. August. Nachrichten aus Washington besagen, bie amerikanische Regierung «erbe die Flucht bes Generals Augustin aus eine« deutschen Kreuzer zum Gegenstände diplomatischer Erörterungen bei ber brutschen Regie- mng machen. London, 18. August. „Morning Post" meldet aus Washington, baß fich ber gestrige Ministerrath ganz besonbers mit ber Administration von Luba unb Portorico beschäftigt habe. General Lawton hat Befehl erhalten, keine Unruhen Seitens ber cnbanischen Insurgenten zu bulben. London, 18. August. Der Staatssecretär für West« Indien har die Nachricht erhalten, daß der englische Statthalter ber BarbaboS-Jnseln vor einigen Tagen bas Opfer eine» Attentat» geworben sei. Als ber Statthalter eine Ausfahrt «achte, feuerte ein Neger zwei Revolverschüsie auf ihn ab. London, 18. August. „Daily Mail" meldet, bei dem Kampfe von Manila seien 150 spanische Soldaten ge- tödtet unb 300 verwundet worben. Nach ber Lapitulation herrsche vollkommene Ruhe, da es den Insurgenten verboten sei, in bie Stadt eivzubringen. London, 18. August. „Standard" meldet aus Hongkong, General Augustin habe mit seiner Familie an Bord des deutschen Schiffes „Prinz Heinrich" fich nach Spanien eiugefchifft. Madrid, 18. August. Der Marineminster erklärte, baß ber gestrige Ministerrath sich nur mit ben Telegrammen, die über den Fall von Manila ringelausen seien, beschäftigt hat. Es sei festgestellt worden, bah Manila einige Stnnben nach Unterzeichnung bes Friebensvertrages gefallen sei. Madrid, 18. August. Die Regierung hat bis jetzt keine Nachrichten von den Philippinen erhalten. Der Kriegs- Minister hat weitere Einzelheiten telegraphisch geforbert und ben Marschall Bianco angewiesen, solche Leute namhast zu machen, bie befähigt seien, Mitglieber beS gemischten Aus- schufleS zu sein. Washington, 18. August. Senator Davis hat der Regierung mttgetheilt, baß er ben Posten im Friebensausschuh annehmen werbe. I Bekanntmachung. Arn Mittwoch den 31. August, Nachmittags 2 Uhr, soll zu Kloster Arnsburg eine Ferienconferenz für die Decanate Hungen und Gießen ftattfinden, wozu die werthen Pfarrfamilien au» beiden Decanaten hiermit ergebenst eingeladen werden. Tage»ordnung: Vortrag über Johannes Brahms, erläutert durch musikalische Vorführungen. Gäste aus den Nachbardecanaten sind willkommen. Gießen, den 17. August 1898. 8240 Großh. Decauat Hungen. Grosth. Decanat Giefteu. Hainer.I. V.: Schlosser. Jeden Montag, Mittwoch und Samdtag: Hähllchra »ad tahnfische zu haben im 8239 Jagdschlöstcheu, Dutenhofen. lebkudlnsche Schellfische, per Pfd. 20 Psg., empfiehlt 8230 I. M. Schulhof, Marktstraße 4._____________Telephon 119. Heute Freitag trifft auf dem Güterbahnhof der Main- Weser-Bahn eine Ladung 8241 Gurken ein, das Hundert für 1 Mk., Salat- gurken Stück 2 Pfg._________________ Wo? erhält man Ansichts-Postkarten zu den bevorstehenden Truppen-Uebungen. ©ttfl Mangolds KnnKnkklas, Frankfurt a. M, Kalhariueapfotte 8. BI PI IV Humoristische, Manöver- N r 11 " und Reservisten-Postkarten ■ ■ ■ V ■ find erschienen. Billige Neu-Anfertigung nach Photographien oder Zeichnungen in Lichtdruck- und Aquarell-Manier. 8220 Verstkigmliljleil Freitag den 19. f. 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August, Abends V,9 Uhr: Generalversammlung bei Gastwirlh Karl Dorfeld. Tagesordnung: 1) Rechnungsablage. 2) Festsetzung der Dividenden. 3) Verschiedenes. 8225 Für den Aufsichtsrath: H. Weller. NB.: Die Rechnung liegt 8 Tage lang bei dem Director Hildc- brand von heute an offen. Für die Beweise herzlicher Theilnahme an dem schweren Verluste unseres unvergeßlichen Gatten und Vaters, sowie für die zahlreichen Blumenspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Euler, Herrn Postsecretär Meier, dem verehrt. Kriegerverein, seinen Freunden, College» und allen Denen, welche ihm die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir unfein innigsten Dank. 1 Familie Stork. x Dr. med. Walther x 8 ist vom 18. August bis 23 September eiuschl. X X i verreist. | ocxxxx^xxxxxoxxxxxxxxxxxS Mittel zum Zweck tadelloser Politur ist und bleibt Gentners Metall ■ Putz - Glanz Pascha Für sämmtliche Metalle einzig richtiges Putzmittel. 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