1898 Nr. 116 Erstes Blatt. Donnerstag den 19. Mai Erscheint tägNch mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener AsamilieuölLtter werden dem Anzeiger wSchentlich viermal beigelegt. Meßmer Anzeiger Aezugsprei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Briugerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeige» zu der Nachmittags für den -folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Heneral-Anzeiger Alle Anzeigen-VermittlungSstellen deS In« und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Aints- und Anzeigeblatt für deir Ureis Gieren» Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 5L Amtliche» Theil. Bekanntmachung. Am 17. l. Mt». ist auf dem Güterbahnhof der Main- Weser-Bahn ein roth und weiß geflecktes Stierkalb stehen geblieben. Der Eigenthümer wird aufgefordert, seine Ansprüche Linnen vier Wochen dahier geltend zu machen. Gießen, den 18. Mai 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ___________________I. V.: Roth.___________________ Zum Kimmetfahrtstag. Als vor einigen Jahren die große Moschee in Damaskus, rinS der berühmtesten Gotteshäuser des MuhamedanismuS, in Flammen aufging, trug sich ein merkwürdiges Ereiguiß zu. Der Brand verzehrte da» Dach, griff tiefer und tiefer, der Mörtel löste sich in der Flammeugluth von den Wänden und plötzlich wurde an der Wand eine Zuschrift sichtbar, die Alle in Staunen versetzte. Da stand geschrieben: „DaS Reich Christi bestehet ewiglich." DaS Gotteshaus war ehedem ein christliches Gotteshaus gewesen. Bei seinem SiegeSzuge durch den Orient hatte es der MuhamedanismuS erobert und die alte Inschrift verdeckt, bis die Flammen sie wieder au deu Tag brachten. Der HimmelfahrtStag verkündet uns aufs Neue daffelbe -Wort: Das Reich Christi besteht ewiglich. Er ist ja recht eigentlich der Tag, da JefuS feine Herrschaft in seinem Reiche antrat. Und solche Erinnerung ist unS heilsam und willkommen. Auch heute gibt eS genug Menschen, die da meinen, ihre Weisheit an die Stelle des ChristeuthumS setzen zu können. An Stelle der Botschaft deS Evangeliums bieten sie ihre moderne Aufklärung, an Stelle der Liebe Christi rühmen sie moderne Humanität, an Stelle christlicher Sittlichkeit empfehlen sie die neuzeitliche Moral eine» verfeinerten und unter klingendem Namen verhüllten Eigennutzes. So mühen sie sich wie jene Muhamedauer, die Wahrheit des Evangeliums mit ihrer Weisheit zu übertünchen. Mit fröhlichem SiegeSruf verkündet dagegen der Himmel- sahrtStag: „Nur Einer ist König, JefuS, und fein Reich ist ein ewiges Reich!" Ob Zeitströmungeu wechseln und Schaaren ihn vergessen, sein ist die Herrschaft- sein Reich muß wachsen. AlS im verflossenen Jahre daS heidnische China sich deutschem und christlichem Einfluß neu erschließen mußte, als in den letzten Jahren die Noth im Orient die christliche LiebeSthärigkeit neu anspornte, da konnten selbst gebundene Augen wieder einmal sehen, wie im tiefsten Grunde auch die Dinge dieser Welt dem Reiche deS Höchsten aller Könige, der im Himmel thront, dienen müssen. Mag die Welt sich sträuben, eS anzuerkennen, und die Inschrift zu verdecken suchen, eS bleibt doch bei dem, was der HimmelfahrtStag ankündigt: JefuS Christus herrscht al» König, Alles wird ihm uaterthäuig, Alles legt ihm Gott zu Fuß I — Deutscher Reich. Darmstadt, 17. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog wohnten heute Bormittag den Besichtigungen von EScadrouS des 1. Grohh. Dragoner-Regiments (Garde- Dragoner Regiments) Nr. 23 und von Batterien deS Großh. Feld-Artillerie-RegimeotS Nr. 25 (Großh. Artillerie-Corp») in Gegenwart der betreffenden Regiments- und Brigade« Commandeure auf dem UebungSplatze bei. Berlin, 17. Mai. DaS Abgeordnetenhaus hat heute tn der Gefammtabstimwuug das westfälische Anerbengesetz mit 165 gegen 50 Stimmen angenommen. Hierauf wurden Interpellationen diScutirt und zwar betreffs der Beruureinigung der Luppe und Elster durch Leiziger Abwässer und betreffend die Anordnung von Festtagsarbeiten im PieSberger Bergwerk. Schließlich gelangte noch der Antrag auf Vorlegung eines Gesetzentwürfe», betr. die KreiSabgabeu- pflicht der Gesellschaften mit beschränkter Haftung, zur Annahme. Hierauf schloß der Präsident mit einem Hoch auf den König die Sitzung. — DaS Herrenhaus genehmigte heute daS Eisenbahngesetz und in einer späteren Sitzung daS westfälische Aaerbengesetz mit großer Majorität. Auch hier wurde die Sitzung mit einem vom Präsidenten ausgebrachten Hoch auf den König geschlossen. Berlin, 17. Mai. Die vom Fioanzmiuister vr. v. M i q u e l einberufene Versammlung zur Berathung über die stärkere Besteneruug der Waarenhäuser findet morgen Nachmittag 4 Uhr im Finanzministerium statt. Berlin, 17. Mai. Der Gouverneur von Deutsch- Südwest-Afrika, Major Leut wein, ist heute hier ein- getroffen, um sich ia der Colouialabthetluug des Auswärtigen Amtes vor der Rückkehr auf feinen Posten zu verabschieden. Major Leutwein wird sich mit dem am 25. Mai von Hamburg abgehenden Dampfer der Woerwann-Linie direkt nach Swakopmund begeben. Berlin, 17.Mai. Gegen denOberfaetor Grünenthal hat, der „Post" zufolge, die Reichsbauk durch ihren Prozeß- bevollmächtigten eine Civilklage auf Ersetzung de» durch die betrügerischen Manipulationen Grünenthal» verursachten Schadens austreugen lassen. Der Werth de» Streitgegenstandes ist aus 196,000 Mk. angegeben worden, woraus zu schließen ist, daß von den von Grünenthal gefälschten Scheinen bisher 196 Stück in Zahlung gegeben und zur Kenutuiß der Behörde gekommen find. Frankfurt a. M«, 17. Mai. Zu dem Wiener Dementi ihrer Mtttheiluug von dem geheimen Staatsvertrag zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland schreibt heute die „Franks. Ztg.": ES war ja zu erwarten, daß man an dieser oder jener Stelle den Versuch machen würde, die auf zuverlässigen Informationen beruhenden Mittheilungen der „Frankfurter Zeitung" zu dementiren, allein es braucht sich Niemand hierdurch irre machen zu lassen, da papiernen Dementis gegenüber harten Thatfachen kein Werth beizulegen ist. Nicht mit Worten, sondern nur durch Thatsachen könnte« unsere Mittheilungen widerlegt werden, waS aber nicht geschehen wird, — daS werden auch bald Dteieuigen ein- sehen, welche die Wiener Dementirmaschiue in Bewegung gesetzt haben. Frankfurt a. M., 17. Mai. Der „Franks. Ztg." wird auS Hongkong gemeldet: Die Lage in Manila ist unverändert. Die Vorräthe an Lebensmitteln find knapp. Die Aufständischen find genügend organifirt und mit Waffen, die aus dem geplünderten Arsenal von Cavite stammen, ausgerüstet. Köln, 17. Mat. Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Die Veröffentlichung der „Franks. Ztg." betreffend den angeblichen Geheimvertrag zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland findet tn unseren diplomatischen Kreisen keinen Glauben. ES galt allerdings längst für sicher, daß zwischen Rußland und Oesterreich-Ungarn bei Gelegenheit d-S Gegenbesuches des Kaisers Franz Josef tn Petersburg eine allgemeine Verständigung über thunlichste Vermeidung Frankfurter Brief. (Origtnalbertcht für den „Gießener anjciget-.) (Nachdruck verboten.) Coloffalgemälde in der Katferftraße. „In Behandlung" von Max Dreyer. Dr. M. Die Sensationsbilder in der Kaiferstrabe rechtfertigen ihre Benennung „Coloffalgemälde" nicht einmal durch deu Umfang der Leinwand, geschweige denn durch die Größe des Entwürfe». „Heinrich Heine'» letzter Traum" von Franz Kupka hat ja wohl eine gewisse Ausdehnung und kann eine figurenreiche Compofition genannt werden. Nur, daß man auf jeder großen Gemäldeausstellung Bilder «an mässe sieht, die den Begriff und Eindruck „(Soloff al« gemälde" nicht nur quantitativ, sondern auch künstlerifch Hervorrufen, wogegen die „Rundreise-Werke", die z. Z. in Frankfurt Station gemacht haben, in der Erinnerung zu ganz kleinen, nüchternen Sächelchen zusammenschrumpfen, denen nicht einmal eine besondere Technik nachgerühmt werden kann. Denn diese glatte Malweise, die kalten und trockenen Farben und diese Beleuchtungseffecte, welche nicht durch die Ausdrucks« mittel des Maler», sondern durch von der Seite einfallendes Lampenlicht einerseits und künstliche Verdunkelung andererseits erzeugt werden — halten sich auf halber Höhe des heutigen Fortschritts, und man darf fich wohl gestehen, daß diese Bilder, Wand au Wand postirt mit anderen Werken, in einen großen Saal mit Oberlicht, zn einem grauen, traurigen Nichts zufammenfallen würden. Selbst Heiue's Vifion „Der Abschied von den Frauen" kann ich von diesem Urtheil nicht auSnehmeu. Wohl neigen fich aus daS Sterbe- lager des Dichters eine Schaar lichter Frauengestalten herab, von welchen jede einen besonderen Typus deS Ewig-Weiblichen repräsentiren soll, aber daS Ganze macht einen seelenlosen, koustrnirteu Eindruck. Die Einzelheiten im Beiwerk: Die Lotosblume, der fallende Stern, die Nachtigall rc. nehmen fich nicht au» tote in» Malerische übersetzte Symbole Hetue'scher Lyrik, sondern tote Platte Theaterrequifiten. Die Abbildung de» Heine-Denkmal» auf Korfu, Nr. 2, gleichfalls eine Arbeit von Kupka, erfüllt uns mit der Hoffnung, daß daS Original im Parke der österreichischen Kaiserin mehr Stimmung dem Beschauer zu geben vermag. Als Nr. 3 gewahren wir ein nacktes Weib im Waldes- grün, von riesiger gelber Mähne umwogt, die Augen fest auf deu Beschauer gerichtet, keineswegs „märchenverschletert". Das soll die berückende Waffersee Prinzessin Ilse im Ilsen- stein sein. So steht eS gedruckt. Wir glauben jedoch, das Waldfräulein erlaubt fich da mit uns einen kleinen Maskenscherz. In Wirklichkeit ist fie vielleicht wohlbestallte Chansonetten- fängertn in einem gut geleiteten Specialitätentheater. Dahin möchten wir auch daS Dämchen thun, daS uns in einem vierten Bilde, in sehr ungenirter, aber keineswegs verlockender Stellung, auf ihrem Lotterdivan ruhend, al» „moderne Sirene" vorgestellt wird. Heiliger Ero»! Räthfel gibt uns das Weibchen nicht auf, denn es ist langweilig vom Kopfe bis zu den Fußspitzen herunter. Interessant ist aber etwas anderes: Die Erklärung, welche man unS noch für die 50 Pfg. Entrse mit tn die Hand drückt. Diese Rrclame ist tu ihrer Art bewuudernSwerth. Zur Beschreibung der Graef'schen „Prinzesfiu Ilse" — ich hätte übrigens nicht gedacht, daß Graes in seiner Kunst so zurückgehen könnte — muß ein ganzes Capitel „Romantik" herhalten! Für die „Erklärung" deS nichtssagenden Görard'schen Bilde» „La sirdne moderne“ wird sogar auf die antike Fabelwelt zurückgegangen! Ein gleich großer Wortapparat wird in Scene gesetzt bet dem Bilde von LoniS Fleischmann „Lady G o d t ö a". Lady Godiva bedeutet in der englischen Sage etwa dasselbe tote bei unS die heil. Elisabeth von der Wartburg. Ihr Gemahl, der regierende Graf von Chester, bedrückte seine Unterthanen mit harten Steuern. Den Bitten seiner edlen Gemahlin erwies er fich stets unzugänglich. Als diese wieder einmal zu Gunsten des armen Volkes vorstellig wurde, erhielt fie die höhnische Antwort: Die Steuern würden erlassen werden, wenn fie fich entschließen wolle, deS Nachts nackt auf ihrem Pferde durch die Straßen von Coventry zu reiten. Die Gräfin entschloß fich zu dieser heroischen Thar, die der Himmel sichtbar begünstigte. Der Dichter Tennyson, der diese Sage durch sein Lied verewigt hat, sagt: trotz ihrer Nacktheit war fie in den Mantel der Keuschheit gehüllt (clothed on with chastity). Im Bilde Fleischmanns merkt man leider davon nichts. Dem Geficht der nackten Fran ans weißem Pferde ist weder der Zug pasfiven, noch acitven Heroenthum» ausgeprägt. Die Phyfiognomte gehört tn die Gesellschaft der „modernen Sirene" und der „Prtn- zesfin Ilse-. Da» Modell haben diese Maler nicht Überwinden können. Auf die Jdealifirung würden wir schließlich noch verzichten, wenn wenigsten» noch eia packender Naturalismus vorhanden wäre, aber auch der fehlt. Das Pferd zum Beispiel, auf welchem die Lady reitet, entstammt keinem fürstlichen Marstall, erinnert dagegen verhängnißvoll an jene ausgestopften Paradegäule, welche in der Wagen- abthetlnug der Industrieausstellungen die Träger des Fort- schritt» der Sattlerarbeiten find. Max Dreyer, dessen Lustspiel „In Behandlung" fich die Frankfurter noch kurz vor Schluß der Hauptsaison geholt haben, ist von Geburt ein Mecklenburger, hat jedoch die Jahre seiner schriftstellerischen Entwickelung»zeit hauptsächlich in Berlin zugebracht, wo er auch vorübergehend den Posten eines RedacteurS an der „Täglichen Rundschau" bekleidete. Seine ersten Dramen „Drei" und „Winterschlaf" wandten fich tn erster Linie an ein Publikum, da» sich auf feine Seelenregungen versteht. Im Lustspiel „In Behandlung", welches auch bei seinem Erscheinen tn Frankfurt eine sehr gute Wiedergabe erfuhr, find beet DnrchschnittSgeschmack bedeutende Concesfionen gemacht worden. Jedenfalls hat daS Stück seinem Autor bereits ein hübsches Sümmchen eingetragen. Wir kommen vielleicht noch einmal darauf zurück. von gegenseitigen Conflicten auf der Balkanhalbinsel erzielt worden ist. Jedoch wird in hiesigen RegterungSkreisen daran festgehaltrn, daß Oefterretch-Ungaru keinerlei Berpfiichtung eingegangen ist, die ein Verlaffen deS durch des Berliner Vertrag vom Jahre 1878 geschaffenen Bodens in sich schließen würde. Deshalb betrachtet man die Veröffentlichung gerade tn den Hauptpunkten als Erfindung. Ein weitergeheudeS Unheil muß aufgeschoben werden, bis seitens des Wiener CabiuetS eine znverläffige Erklärung gegen diese wider die öfterreichisch.uugartsche Regierung gerichtete Veröffentlichung abgegeben sein wird. Straßburg, 17. Mai. Der Kaiser begab sich heute Vormittag 10 Uhr in Begleitung des Fürsten zu Hohenlohe nach dem Paradeseldr und nahm die Parade über die Straßburger Garnison ab. Auch die Kaiserin war mit der Fürstin zu Hohenlohe erschienen. Bei dem Pionierbataillon Nr. 19 ließ der Kaiser die Offiziere und Mannschaften vortretev, die bei einem hier kürzlich vorgekommenen Unfall beim Brückenschlägen, wo eine Anzahl Mannschasten ins Waffer gestürzt war, fich bei der Rettung ausgezeichnet hatten. Er reichte einem jeden von ihnen die Hand und übergab ihnen eigenhändig die Rettungsmedaille. Um 12 Uhr begab fich der Kaiser in das Generalcommando, wo beim commandireudeu General v. Falkenstein das Frühstück eingenommen wurde. Um 5 Uhr erfolgte die Abreise des Kaiserpaares. Rudeßheim, 17. Mat. Drn Mitgliedern des am Sonntag hier versammelt gewesenen AuSschuffeS für die Deutschen Rattonalfefte ging aus Straßburg folgendes Telegramm -deS Kaisers zu: Der Kaiser und König läßt den Mitgliedern des rheinischen AuSschuffeS und deS ArbeitßauSschuffeS für die deutschen Natioualseste auf dem Niederwald für die freundliche Begrüßung bestens danken und ihrer patriotischen Arbeit reichen Erfolg wünschen. Arr-Krud Prag, 17. Mai. Mehrere tausend tschechisch-nationale Sozi alt st en versuchten gestern Nachmittag vor der Pro- Luctenbörse zudemonstriren, wurden aber von der Polizei auseinander getrieben. Eine Versammlung der Sozialdemokraten auf der Hetzinsel wurde wegen einer aufreizenden Rede deS Anarchisten Körbe! sowie wegen Bedrohung deS überwachenden Beamten aufgelöst. Budapest, 17. Mai. Gegen den amtlichen Saateu- standSbertcht lauten die Privatmeldungen außerordentlich günstig. Fall« die Witterung-Verhältnisse andauernd wie gegenwärtig bleiben sollten, dürfte auf eine glänzende Ernte zu rechnen sein. Paris, 17. Mai. Dem Blatte „DroitS de l'homme" zusolge find die Photographien, die Oberst Picquart Arm in Arm mit dem Obersten v. Schwartzkoppen darstellen, von einem gewtffen PI4tri gefälscht worden, der vor wenigen Tagen wegen Betrugs zu zwei Jahren Gefänguiß verurtheilt worden ist. Loudon, 17. Mat. Wie die Blätter melden, hat die Königin an Gladstone ein Handschreiben gesandt, in dem sie ihm ihre Dankbarkeit für die wahrend feines langen Lebens als Staatsmann dem Lande gewidmete Thätig- keit ausspricht. Loudon, 17. Mai. Eine Petersburger Meldung des Daily Telegr." besagt, Japan sei eutschloffev, gegen eine etwaige Annexion der Philippinen Seitens der Union- staateu kräftige Einsprache zu erheben. London, 17. Mai. Die Zeitung „Star" meldet aus Havanna, daß ein amerikanisches Schiff bet CardeoaS in die Luft gesprengt worden und die ganze Bemannung umgekommen ist. London, 17. Mai. Lord Salisbury berief für heute einen Cabinettrath, um die Antwort auf die Interpellation wegen Chamberlains Rede in Birmingham im Ober- und Unterhause festzustellen. Der „Standard" bleibt dabei, daß es die westafrikavifcheu Differenzen seien, welche sich in einem ernsten Stadium befinden. Loudon, 17. Mai. Eine Petersburger Meldung bei „Daily Graphie" besagt, Japan sei eutschoffrv, gegen eine etwaige Annexion der Philippinen seitens der Union thatkrästigen Einspruch zu erheben. Loudon, 17. Mai. Den „Times" wird aus New-York vom gestrigen Tage telegraphirt, der Hilfskreuzer „Yale", der in den Gewaffern von San Inan de Portorieo gekreuzt habe, habe festgestellt, daß an den Befestigungen von San Juan durch das Bombardement vom 12. Mai kein sichtbarer Schaden angerichtet ist. Das nördlich von Haiti kreuzende amerikanische Geschwader wartet Verstärkungen ab. Der Hilfskreuzer „Harvard" beobachtet die Bewegungen der spanischen Schiffe bei Martinique. — Nach einer Depesche °uS St. Thomas hatte die „g)ale" dort begönnern, Kohlen etnzunehmen, hörte aber plötzlich auf Entscheidung der dänischen Behörden damit auf und verließ gestern Abend den Hafen, nach Westen fahrend. — Au» Curacao wird tele- graphirt, die Flotte de- Admirals Eevera wurde gestern nicht gesehen. Bei der Abfahrt am Sonntag Abend dampften die spanischen Sch ffe nach Westen. Die „BiScaya" und „Jnfanta Maria Theresa" hatten 700 Tonnen Kohlen und eine große Mknge Leben-mittel an Bord genommen. — Eine Depesche auS St. Pierre (Martinique) besagt, der spanische Torpedobootzerstörer „Terror" liege noch im Hafen von Fort de France. Die Keffelrohre und Schrauben des Schiffes seien dienstunfähig. Auch das Ambulanceschiff „Alicante" ist in Fort de France. Der „Terror" wollte von der „Alicante" Kohlen einnehmen. Madrid, 17. Mai. Einige Blätter find der Ansicht, daß Sagasta und Gamazo fich über die wirtschaftlichen Fragen einigen und das neue Cab in et heute zu Stande bringen werden. Andere Blätter meinen, Sagasta werde infolge der Schwierigkeit, ein kraftvolles Ministerium zu bilden, fich ge- »öthigt sehen, den Auftrag der Umbildung deS CabinetS in die Hände der Königin Regentin zurückzulegen. Dies wird indeffen von der „Agenzia Fabra" als nicht wahrscheinlich bezeichnet. Madrid, 17. Mat. Die Lösung der Kris iS ist noch nicht erfolgt. Sagasta verhandelt noch mit den angesehensten FractionSvertretern. NewYork, 17. Mai. Die Abfahrt des Schiffes „City of Peking" von San Francisco nach Manila ist abermals um einige Tage verschoben worden. NewYork, 17. Mai. Der „New-York-Tribune" wird aus Washington gemeldet: Admiral Sampson benachrichtigte gestern die Marineverwaltung, er habe beschlossen, uach dem Süden zu gehen und dort die Kriegsschiffe so auf- zustelleu, daß sie die Zugänge uach San Jago und CienfuegoS decken, dort die Landung von Borrathen für die Garnison verhindern und gleichzeitig daS schwache südliche Blokade- geschwader verstärken. Washington, 16. Mai. Die Regierung hat den atlantischen Kabelgesellschaften Anweisung gegeben, keine Depeschen über die Bewegung der Schiffe der Bereinigten Staaten zu befördern und keine Auskünfte über die bevorstehenden Operationen zu geben. — Nach einem Telegramm der „New-York World" aus Key West hat General Bianco in entgegenkommender Weise den Vorstellungen des amerikanischen Offiziers Brainar hinsichtlich der Freilassung zweier Correspoudeuten amerikanischer Blätter entsprochen. Zwei kriegsgefangene spanische Offiziere werden unter einer weißen Flagge nach Babana entsandt und gegen die Corre- spondenteu ausgewechselt werden. — Eine Depesche deS „Eveuing Journal" besagt, daS Marine-Departement habe die Nachricht erhalten, daß drei spanische Fahrzeuge auf der Höhe von Martinique bemerkt worden seien. Washington, 17.Mai. Die Unzufriedenheit über die letzten Mißerfolge ist im Zunehmeu begriffen. ES mehren fich die Stimmen, welche den Senat avklagen, daS Land unvorbereitet in den Krieg gestürzt zu haben. Mau ist entrüstet über die Planlose Kriegführung und wirft dem Admiral Sampson Unfähigkeit zur Bekleidung eines Flotten- commandos vor. In officiellen Kreisen schiebt man alle Schuld an den Mißerfolgen der Preffe zu, welche durch Registrirung jeder SchiffSbewegung den Spaniern die besten Kundschafterdienste leiste. Pröfideut Mac Kinley hat dieserhalb die strengste Ceusur verfügt gegen die Preffe bezüglich der Verbreitung militärischer Nachrichten. Washington, 17. Mai. Im Miuisterrath wurde gestern über den KrtegSplau der amerikanischen Flotte verhandelt. Man ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß Santiago de Cuba, CienfuegoS und Havanna die Schauplätze der kommenden Seeschlachten sein werden. Port au Prince, 17. Mai. Das amerikanische Torpedoboot „Porta" ist gestern in den hiesigen Hafen eingelaufen und hat Telegramme des Admirals Sampson nach Washington ausgegeben. DaS Torpedoboot hat SampsonS Geschwader im Norden von Cap Haiti verlaffen und ist nach Erledigung seines Auftrages um 6 Uhr Morgens wieder ab- gesegelt, um sich mit dem Geschwader wieder zu vereinigen. DaS Marine-Departernent hat dem Geschwader SampsonS den Befehl ertheilt, nach CienfuegoS zu segeln, wo er morgen eintreffen soll. EardeuaS, 17, Mai. Als gestern eine mit 17 Mann besetzte Kriegsschaluppe aus den mit Torpedos belegten Gewaffern hiuauSfahren wollte, kam infolge eines falschen Manövers ein Torpedo zur Explosion. Alle 17 Mann kamen umS Leben. wahlbervegrrirg. •X. Darmstadt, 16. Mai. Die nationalliberale Partei, wenn sie mit ihrer heutigen ersten großen Wählerversammlung auch zeitlich zuletzt kam, hatte doch mit >iefcr einen außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen. Einer 'er größten Säle der Stadt, der des Schützenhofs, war zum Erdrücken voll, und Biele mußten, da absolut kein Platz mehr la war, umkehren. Entgegen der socialiftischen und aati* emitischen Versammlung mit ihren Schimpfereien und Verunglimpfungen der Gegner befleißigten sich die Redner des Abends: der Caudidat der Partei,. Herr Ghmnafialdirector Nodvagel, sowie die Herren Stadtverordneter Wolfskehl, ReichStagSabgeordueter Dr. Osann und Landtagsabgeordneter Schmeel, wohlthuend gemäßigter, sachlicher Redeweise, und mau hatte den Eindruck, daß gerade die gebildeten Wähler dies anerkannten und ihrer Denkweise entsprechend billigten. Herr Noduagel erinnerte daran, waS die nationalliberale Partei zur Gründung und zum Ausbau des Deutschen Reiches beigetragen (und sie braucht fich ihrer Mitwirkung gewiß nicht zu schämen) und entwickelte in großen Zügen die Grund- ageu des Parteiprogramms. Als große Aufgaben deS kommenden Reichstags wurden bezeichnet ein Reichs-Vereins- I efetz auf möglichst liberaler Grundlage, Vereinfachung und Weiterförderung der Arbeiterschutzgesetzgebung usw.- auch wurde erklärt, daß die Partei fich bemühen werde, einen Ausgleich der stark widerstreitenden Jntereffen in der Sache der (1902 ablaufenden) Handel-Verträge zum Wohle der ganzen Nation demnächst herbeizuführen. Mit Social- demokratie und Ultramontanismus als natürlichen Feinden fei kein Pakt irgendwelcher Art möglich- der AnttfemitiSmuS wurde als eine Erscheinung bezeichnet, die unberechtigt und verwerflich in ihrem Ausgangspunkt, gefährlich und bedenklich im Wirken, unklar und verworren in den Zielen fei. Herr vr. Osann rechtfertigte ausführlich, weshalb er feiner Zeit, entgegen feiner früheren Ueberzeugung, doch für den russischen Handelsvertrag stimmte und beleuchtete das viele Unausführbare im antifemitifchen Programm, zugleich auch die unausgesetzte volle Fürsorge der nationalliberalen Partei für die Landwirthschaft hervorhebend und die practische Un- durchsührbarkeit des bekannten Antrags Kanitz betonend. Man kann wohl annehmen, daß manche noch „Unschlüffige" (und für diese find doch hauptsächlich diese Versammlungen) nach den gehörten, fich nur auf realem Boden bewegenden, keinerlei leere Versprechungen machenden Darlegungen der Mittelpartei mehr und mehr fich nähern werden. — Am Abend der Versammlung waren urfläthige Plakate gegen den Candidaten angeklebt und wurden natürlich bald entfernt- dies kennzeichnet auch wieder verschiedene Gegner! Mainz, 17. Mat. Die Vertrauensmänner der national- liberalen Partei beschloffen in ihrer Generalversammlung, den Landwirth August Dettweiler zu Laubenheim als Candidat für den Reichstag-Wahlkreis Mainz-Oppenheim vorzuschlagen. Ctcate* rrird prooinsiea^ Sieben, den 18. Mai 1898. ** Abschied. In diesen Tagen scheidet Herr Pfarrer Dingeldey von hier, um sein neues Amt als Geistlicher der JohanueSgemetude in Darmstadt zu übernehmen. Von der warmen Liebe und herzlichen Verehrung, mit der Alle, und insbesondre die Mitglieder unsrer LucaSgemeinde an ihrem treuen Seelsorger hingen, legte der verfloffene Sonntag ein beredte- Zeugniß ab. Am Morgen verabschiedete fich der Herr Pfarrer in der bis auf ten letzten Platz dichtgefüllten Johanneskirche von feiner Gemeinde- im Anschluß an daS Bibelwort: „Haltet im Gedächtniß Jesum Christum" führte er uns noch einmal die Grundrichtung seines, sowie jedes wahren evangelischen PredigerthumS vor Augen: „So lauge eS einen evangelischen Gottesdienst gibt, wird die Predigt in seinem Mittelpunkt stehen, und so lauge eS eine evangelische Predigt gibt, wird ihr Inhalt JesuS Christus sein!" Der Abend hatte eine überaus stattliche Schaar von Bekannten, Freunden und Verehrern de- Scheidenden im großen Saale von Stein'- Garten zu einer Familienzusammenkunft vereinigt; und hier zeigte e- fich wiederum, wie schwer e- doch für beide Theile ist, wenn ein geliebter Hirte fich von feiner Gemeinde trennt, der er in jahrelanger, treuester Berufsübung mit selbstloser Hingabe gedient hat. Wir verlieren j« unserm verehrten Pfarrer nicht nur einen ganz hervorragenden Prediger, sondern vor Allem den liebevollen Seelsorger, der jederzeit mit Rath und That Trost zu spenden und Hilfe zu bringen bereit war. Und wenn ihn jetzt au- taufend Herzen die innigsten Wünsche in seinen neuen Wirkungskreis begleiten, so erntet er nur, waS er gefäet hat. Möchten er und seine Familie dort bald all die Liebe und Verehrung finden, die ihnen von hier in so reichem Maaße nachfolgt - möchten fie unsrer Stadt und ihren evangelischen Gliedern ein freundliches Andenken bewahren- daß fie selbst unser Aller Herzen immer nahe bleiben werden, dessen —■ daS wissen fie — bedarf e- keiner Versicherung mehr. **H. Sportplatz au der Hardt. Zu den Rennen am 22. dS. Mts. haben das Ehrenpräsidium gütigst übernommen die Herren: Profeffor Dr. Spengel, Rector der LandeSuniverfität, Geheimrath Freiherr v. Gagern, Provinzialdirector, LandgerichtSpräfident Freiherr v. Rico», Oberst v. Madai, RegimentScommandeur, Oberbürgermeister Gnauth, Oberstlientenant Bigge. — Als Vorsitzender de- Preisgerichts fungirt Herr Robert Sei ff ermann in Frankfurt a. M., 1. Vorsitzender des Gauver- bandeS 9 des deutschen Radfahrer-BuudeS und als Fahr- wart des Wettfahr-AuSschusseS Herr Hermann Johl in Offenbach a. M., 1. Fahrwart des GauverbandeS 9 des D.-R.-B. Zu den Meldungen, von denen von 38 Fahrern die überaus stattliche Zahl von 116 zu den einzelnen Rennen vorliegen, ist noch zu bemerken, daß wohl fett Jahren kein Feld eine so hervorragende Klaffe von Amateurfahrern vereinigte, wie eS diese- Mal hier in Gießen der Fall ist. ES ist dies wohl hauptsächlich dem Umstande zu verdanken, daß unsere Rennbahn als eine der besten allgemein bekannt und anerkannt ist, und nachdem auch der Gewinner des Kaiserpreises in Bremen, Herr Walter Seine aus Lüttich fein Erscheinen noch zugesagt hat, ist eS vollkommen unmöglich geworden, die Gewinnchancen auch nur annähernd im Voraus zu bestimmen. Der Favorit des Gießener sportliebenden Publikums, Herr Ludwig Opel — Mitglied der „Wanderer", G.-R.-G. — wird einen recht schweren Stand haben und insbesondere zur Vertheidigung deS „Damen-WanderpreiseS" sein Bestes bergeben müssen, wenn er auch dieses Mal die Palme des Sieges nach Hause bringen will. ♦ ♦ Fernsprechbetrieb Gießen—Wetzlar. Wie der „Wetzl. Anz." mittheilt, ist gestern mit der Herstellung der Stadt - fernsprecheinrichtung in Wetzlar nebst BerbindungS- leitung Wetzlar — Gleißen begonnen worden. * * Wegen Kuppelei wurde gestern Nachmittag ein hiesiger Wirth, der in seinem Locale Damenbedienung hielt, in Untersuchungshaft genommen. * * Die Aussichten für eine reiche Obsternte sind in der denkbar günstigsten Weife vorhanden. Die allgemein vorherrschende Ansicht, daß daS Regenwetter der Biüthe schade, ist irrig- alle voravgegangenen reichen Obstjahre hatten ein feuchte- Frühjahr zu verzeichnen. Die Landwirthe dürften um so freudiger einem guten Herbst für Obst entgegensehen und haben alle Ursache, ein besondere- Augenmerk aus ihre Bäume zu richten und ihnen gute Pflege zu Theil werden zu lassen, ebenfalls zeitig genug vor Beginn der Ernte die befferen Absatzquellen zu suchen. ES wird ja den Landwirthen seitevS de- Oderhesfischen ObftbauvereinS Gelegenheit geboten, sich über die Pflege der Obstbäume zu informiren, wenn fie die Versammlungen, welche die Obstbautechniker abhalten, besuchen und namentlich den practischen Unterweisungen an Obstbäumen beiwohnen- wer Lust dazu hat, kann in einigen Stunden viel lernen. Laubach, 16. Mai. Ein schwere-Wetter zog am gestrigen Sonntag Mittag, zwischen 6 und 7 Uhr über unser Thal. Begleitet wurde dasselbe von einem heftigen Hagelschauer. Dächer und Gaffenrinnen bebttften fich bald so dicht, daß fie, wie mit Ei- überzogen, au-sahen. Der Blitz schlug mehr» malS im Felde ein- uach Freienseen zu spaltete er einen Baurn in zwei Hälften, auch in einem HauSgarten (Kaiser- S fr iP | £ bi S bi r> ist foi Die V io s 4 fl 9 P A H a A Ui all ma Bei uw Hai All N baf 8r Sri uv bot Ski fati aul »st 6o' au, Un an$ fein bigi hier auf «Stz etm vir fdm kuls für 2 K 2 B mäb mäb, i s Dl. jähr Sn sch« Zwar k 1) der; Ran 2) Wirt! ®un Lv 6201 h; 6a6(i ®arft[ firaße) fuhr derselbe in die Spitze eines 18 Meter hohen Birnbaumes, an dem er, eine scharfe Furche ziehend, erst senkrecht herabglitt, dann wagrecht nach einer Schaukel übersprang, an deren eiserner Kette er den Weg zur Erde fand. Die Ltchtentwickelung war so stark, daß Insassen eines Nachbarhauses, die 30 Meter etwa von der Stätte aus dem Fenster sahen, derart geblendet wurden, daß sie anfangs betäubt wurden und stundenlang nachher noch schmerzhafte Empfindungen in den Augen usw. hatten. Glücklicherweise ist ein weiterer Schaden in Feld und Flur, die durch das fortwährende Regenwetter ohnedies genug heimgesucht find, nicht entstanden. -k- Freien-Steinan, 15. Mai. Auf der hiesigen ca. 1400 $o. großen, an schönen Waldbeständen reichen Gemeindejagd wurden in dieser Saison bereits 5 gute Böcke gestreckt. Waidmannsheil! — Die hiesige Section der Vogelsberger Höhenclub-, welche bereits über 30 Mitglieder zählt, beschloß in ihrer letzten Versammlung die Aufstellung mehrerer Ruhebänke an hervorragenden Aussichtspunkten. Der geplante Bau eines AuSfichrSthurmS auf dem 528 Meter hohen Winterberg soll in etwa 2 Jahren ausgeführt werden. — Hoffen wir, daß in diesem Jahre recht viele Touristen ihre mehr oder weniger schwachen Nerven an unserer kräftigen Gebirgsluft und ländlichen Stille restauriren und an unserer schönen Natur sich erquicken wögen. Darmstadt, 16. Mai. Die Thatsache, daß bürgerliche RechtSstreitigkeiten vielfach langsamer verlaufen, als es mit den Jutereffen der Betheiligten verträglich ist, muß wenigsten» zum Theil auf die häufige Umgehung und Vertagung von Terminen in AnwaltSproceffen zurückgeführt werden. Zur Minderung der damit verbundenen Mißstände hat das Justizministerium die AnwaltSkammer veranlaßt, die Anwälte darauf htnzuwetseu, das Gericht von dem bevorstehenden Ausfall eines Termins so zeitig zu benachrichtigen, daß eine andere Rechtssache an Stelle der ausfallenden zur Verhandlung gebracht werden kann. D Darmstadt, 17. Mai. Im Kunstverein sind eben als Ergedniß eines Unternehmers, des Schweden Th. Bierck, neun ChristuSbilder, nur erster Meister: Brütt-Düffel- darf, Kampf ebenda, Marr-München, Gabriel Max ebenda, Skarbtna-Berlin, Franz Stuck-München, Hans Thoma-Frankfurt, F. v. Uhde-München und Ernst Zimmermann ebenda ausgestellt und erfreuen sich zahlreichsten Besuchs aus den ersten Gesellschaftskreisen. Der Großherzog sah neulich die Collection in Gotha und regte deren Ausstellung auch hier an. Vor allem ansprechend find unter den verschiedenen „Interpretationen" der ChrtstuSfigur die des Düffeldorfer Professors Ferd. Brütt und deS Frankfurters HanS Thoma. Uns dünken solche Concurrenzen unter ersten Künstlern recht angebracht und unier Umständen auch recht nutzbringend zu sein. Offenbach, 16. Mai. Der Main ist weiter im Steigen begriffen. Der Pegel am hiesigen User zeigte heute 2,50 Meter. Offenbach, 14. Mai. Vor etwa einem Jahre machte sich hier eine Diebesbande bemerkbar, die es hauptsächlich auf die Beraubung von Wirthschasten abgesehen hatte. Alle möglichen Lebensmittel wurden gestohlen, ohne daß die Thäter ermittelt werden konnten. Jetzt scheinen die Spitzbuben wieder in Thärigckeit getreten z i sein. In einer der letzten Rächte wurde bei dem Wirthe Falke auf der Felsenburg, etwa 20 Minuten von Offenbach, eingebrochen, der EiS- schrank erbrochen, Schinken, Würste und mehrere Flaschen Wein gestohlen. Die WirthSkaffe wurde ebenfalls erbrochen und ihr Inhalt mitgenommen. Der Einbruch wurde gegen 4 Uhr Morgens verübt, nachdem kaum die Wirthschaft geschloffen war. Herr Falke hörte auch ein Geräusch und begab sich mit einem Gewehr in den Hof. Die Diebe waren aber bereits auSgeflogen. Wörrstadt, 15. Mai. Der Schmiedemeister Georg Axt ist gestern auf höchst bedauerliche Weise ums Leben gekommen. AIS er sich nämlich auf dem Scheuergerüst befand, um Stroh für die Kühe herunterzuwerfen, glitt er aus und stürzte ans beträchtlicher Höhe herunter. Hierbei zog er sich eine heftige Gehirnerschütterung zu, infolge deren er heute Morgen gestorben ist, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Axt war 56 Jahre alt und hinterläßt eine Tochter von 17 und einen Sohn von 14 Jahren - seine Frau ist bereits vor einigen Jahren gestorben. Berlin, 17. Mai. Vormittags erschien der penfionirte Locowotivsührer K. vor dem Amtsgerichte in einer Vor- mundschaft-sache und wurde bedeutet, zu warten, biß die Acten herbeigeholt seien. AlS K. lärmte und mit Verhaftung bedroht wurde, richtete er einen Revolver gegen den amtirendev Assessor. Der Revolver versagte. Nunmehr richtete K. den Revolver gegen sich und tödtete sich durch einen Schuß in den Mund. DaS Gericht nimmt an, K. sei irrsinnig. * Köln, 17. Mai. Hier wurden mehrere Mitglieder einer internationalen Diebesbande festgenommen, die vor kurzer Zeit in Paris einen bedeutenden Bankdiebstahl auSgeführt und mit einem großen Theil ihrer Beute nach Köln geflohen waren. Im Besitze der Verbrecher wurde eine größere Anzahl Kaffenscheine von bedeutendem Werthe, sowie zahlreiche Juwelen vorgesunden. * Sin Bierttivker AuSstand besteht seit einigen Tagen in dem BergkretSdorf Bindersleben bei Erfurt. Nachdem die Gemeinde die Einführung einer Btrrsteuer (65 Pfg. pro Hectoliter) beschloffen hatte, einigten sich die beiden dortigen Gastwirthe dahin, für daS Seidel nicht mehr wie bisher 13 Pfg., sondern 14 Pfg. zu nehmen. Daraufhin bleiben sämmtliche Bewohner den Gastwirthschafteu fern. Nun steht die Frage offen, wer am längsten au-hält: die Biertrinker oder die Wirthe. Letztere haben gegenseitig einen Vertrag geschloffen, wonach Derjenige, der den BierpreiS wieder auf 13 Pfg. herabsetzt, dem AuSharrenden 150 Mk. Conventionalstrafe zahlen muß. Ueueft« Nachr-ichteir. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 18. Mai. AuS Amsterdam wird dem „Kleinen Journal" telegrophirt: Ein Wirbelwind zerstörte die Stadt Birma in Indien. 500 Personen find dabei umgekommen. Frankfurt a. M., 18. Mai. Heute Morgen 8>/, Uhr trafen einige Hundert Säuger, theil- mit ihre» Frauen, Mitglieder des Vereins „Harmonie" in Zürich, per Extrazug zum Besuche des Neeb'scheu Männerchors hier ein und begaben sich in geschmückten Trambahnwagrn zu einem von dem Neeb'schen Verein gegebenen Frühstück. Druffel, 18. Mai. Der König reist nach Wien zur Regelung der Angelegenheiten der Prinzessin Louise von Coburg. Die Prinzessin wird hierher gebracht werden. Budapest, 18. Mai. In der gestrigen Sitzung deS auswärtigen Ausschusses der ungarischen Delegationen erkläne Graf GoluchowSky auf eine Anfrage die Mittheiluvg brr „Frankfurter Zeitung" über einen österreichisch-russischen Vertrag alS eine plumpe Erfindung. Paris, 18. Mai. Die Zeitungen melden übereinstimmend, Zola werde am Montag vor dem Gerichtshöfe nicht erscheinen. Labori werde sofort nach Eröffnung der Verhandlungen wegen mehrfacher Formfehler die Nichtigkeit diS ProceffeS beantragen. Madrid, 18. Mai. Der Marineminister hat dem Admiral Otto Befehl gegeben, die großen Kriegsschiffe Pelayo, Karl V. sowie den Kreuzer AlfonS XII. bereit zu halten, um von Cadix aus den TranSporrdampfer, welcher 10,000 Mann nach Manila bringen soll, da- Geleit zu geben. Da Admiral Drweh diesen Schiffen entgegen zu fahren gedenkt, um dieselben in den Grund zu bohren, so dürfte eine entscheidende Schlacht bevorstehen. Madrid, 18. Mai. Der Kriegsminister Correa erklärte, es feien hier Meldungen eingetroffen, die zu der Meinung berechtigten, daß ein Theil de» spanischen Geschwaders gegenwärtig Boston bedrohe. In den letzten Tagen wurden verschiedene große Dampfer, darunter „Leo XIII.", ausgerüstet und krtegStüchtig gemacht. Wafhiugtou, 18. Mai. Die Meldung, daß die au» Ferrol angekommene spanische SchiffS-Division sich dem Geschwader de» Generals Cervera angeschloffeu hat, hat hier große Bestürzung hervorgerufen. Rio de Janeiro, 18. Mai. DaS gelbe Fieber tritt hier in diesem Jahre ungewöhnlich bösartig auf. Bon Fremden find gestorben der chilenische Gesandte, der Kanzler des franzöfischeu ConsulatS und der italienische Consul, alle in letzter Z'tt. Wöchentliche Mberftcht der Tsdessälle in Gießen. 20. Woche. Vom 8. Mai bis 14. Mai 1898. Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (incl. 1600 Mann TW’tti ). SterblichkeitSztffer: 30,2, nach Abzug der Ortsfremden 10,97 o/oo Kinder ES starben an: Zusammen : Erwachsene: im vorn 1. Lebensjahr: 2.—lö.Jahrr 8nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle irr der betreffenden Krankheit aus von auSwärt» nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Krebs Lungenschwindsucht 2 (2) 3 (2) 2 (2) 2 (l) — 1 (l) Gehirn- und Rücken- markkrankhetten 4 (1) 1 1 2 (1) Magengeschwür 1 (1) 1 (1) — — Darmverschlingung 1 (1) 1 (1) — — Angeborene Lebens- schwäche 2 (2) — 2 (2) — Altersschwäche 1 1 — Summa: 14 (9) 8 (5) 3 (2) 3 (2) Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftraße 2. Angebot der Arbeitnehmer r 2 jung. Buchbinder, 1 Schmied, 1 Möbelschreiner, l Bau- oder Möbelschreiner, 3 Taylöhner, 2 Fuhrknechte, 1 Herrschaftskutscher, 1 Laufmädchen, 1 Büglerin, 1 Arbeiter für eine Holzschneiderei, 1 Mann für leichtere Arbeit. Nachfrage der Arbeitgeber r 2 Buchbinder, 1 Installateur, 1 Spengler, 2 Krankenwärter, 2—3 Gerber, 1 jüngerer Lackirer, 1 Weißbinder, 3 Schuhmacher, 2 Bauschreiner, 2 Möbelschreiner, 2 Fuhrknechte, 4 jüng. Hausburschen, 1 Kindermädchen, 3 Mädchen für Küche und Hausarbeit, 2 Lumpensortirerinnen, 1 Laufmädchen. WlMIltlNlMM HolMid-Erhelmug. Künftige» Montag den 23. Mai d. I. findet die letzte diesjährige, auswärtige Erhebung von Freiherrlich von Rabenau- scheu Holzgeldern statt, und zwar: 1) von Vormittag 8—11 Uhr in der Wirthschaft des Herrn Karl Ranft in Beuern, 2) von Mittag 1—3 Uhr in der Wirthschaft des Herrn Ferdinand Guntrum in Reiskirchen. Londorf, am 17. Mai 1898. Der Rentmeister 5201 Schmidt. EmpsMnmmt Heute uud folgende Tage in Eispackung eintreffend 735 la. Schellfische in allen Krößen, ßaöliarr, Schossen, Zander, Kechte etc., e- Klaiftsch-. « Seehecht im Ausschnitt. Prompler Versandt «ach auSwLrtS» J. M. Schulhof, Marktstraße 4. Telephon 119. Echte Suppenwürze ist soeben wieder eingetroffen bei 4536 Jul. Bräutigam, Bleichstr. 28. Original Fläschchen Nr 0 werden zu 25 Nr. 1 zu 45 Nr. 2 zu 70 mit Maggi nachgefüllt. Erstlingswäsche sowie 5215 Kinderwäsche in größter Auswahl, sehr Preiswerth. Sd|ul9r.5j0S.Mark,$d|nl|lr.5 Mche-Ausstattllugsgkschijft. Sportschuhe in allen Formen und Farben, Sandalen, **^ES 5230 Turnschuhe empfiehlt in großer Auswahl billigst Wilh. Herbert, Marktplatz 2. Herrenhemden Confirmandenhemden größte Auswahl, 5216 sowie nach Maaß, außergewöhnlich billig. Muifr.5jos.Mark,$d*5 WSsche.AiisstMnssgkWt. MAGGI Lungenkrankheiten (chron. Katarrhe und Lungenschwindsucht) heilbar durch das vorzüglich wirkende und gänzlich unschädliche „Glandulen" Hergestellt aus Bronchialdrüsen. (Gesetzt geschützt. D. R.-P. 95193.) 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Zwei Zimmer zu vermiethen. 5180 Marktplatz 8. Die verehrlichen Mitglieder der PhiSosophenwald WM«- Gewcrbcbank zu Gießen Am Himmelfahrttage Großes Militär-Concert ZU venniethen. Wiener Hof. der Es ladet freunblidjft ein Joseph Stein. 5 4946 BiSmarckftr. 6. Eintritt frei. [5186] Für Mitglieder werden Plätze referoirt. 5 5 -5 *8' E 5218 B Zu erfr. im Gasthaus zum Schwanen. KZ Laufmädchen gesucht. *2*6 Schillerftratze S. Uanfcouverts 11 mit Firmendruck Bruchstrasie 6, I. Schnletraese 7. Wietgefuche Offene Stellen $tcllcii=(i[>e|"iu1)c Zu ui'vlnutfcn NkrsWistnes E O d liefert schnell zu billigen Preisen die BrÄhl’eche Univ.-Druckerei Erstattung des Geschäftsberichtes pro 1897. Ersatzwahl ausscheidender Mitglieder des Auffichtsrathes. Beschlußfassung über die Genebmigung der Jahres-Rechnung und Bilanz, sowie über die dem Vorstande und Aufsichtsrath zu erthetlende Decharge. Verkeilung des Reingewinnes. S :« JO »0'5' B ° 5 Wß § 5224] Junger Hausburscbe gesucht. MäuSburg 13. B A k M) 5136] Möblirtes Zimmer mit voller Pension auf einige Semester gesucht. Näheres Westanlage 1, pari. 5129] Zwei unmöblirte Zimmer Diez- straße pari, per 1. Juli zu vermiethen. Anfang 4 Uhr. Der Vorstand. Geschäftsbericht für das Jahr 1897 lag 113 des „Gießener Anzeigers" bei. Giessener Zitherclnb (WohlthätigkeitSverein). Am Himmelfahrttag: Ausßug mit Wkl-CMkrt im neuen Saale des Wiudhofs. Kaufmännischer Verein Gießen. Wir ersuchen unsere Mitglieder, die noch in Händen habenden Bücher, behufs Zusammenstellung eines neuen Kataloges, bis spätesten» Samstag den 28. d. Mts. in der Vereins-Bibliothek abzuliefern. Noch nicht abgelieferte Bücher werden dann auf Kosten der Mitglieder abgeholt. Tüchtige Schreiner sucht zu sofortigem Eintritt gegen hohen! Lohn zu dauernder Beschäftigung 616515078 4. Der Nummer ausgeführt von der 5218 Kapelle des 2. Großh. Kess. Zas.-Kegimkuts gr. 116, Kaiser Wilhelm unter persönlicher Leitung des Großh. Mustkdirectors Herrn E. Krauße. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pfg. Bei ungünstiger Witterung im Saale! Au die Mitglikdtt der Johannesgemkiiidk, betr.: Kirchliche Armenpflege. Unter Hinweis auf unsere frühere Ankündigung machen wir die erfreuliche Mittheilung, daß das Diacouissenhaus in Darmstadt auf das Freundlichste sich bereit erklärt hat, uns für unsere kirchliche Armen- und Krankenpflege besondere Gemeindeschwestern, zunächst zwei, zu übergeben. In aller Kürze wird, wegen des großen Mangels an Schwestern, vorerst eine Schwester kommen, dann spätestens bis zum Herbst hoffentlich auch die zweite. Gießen, am 17. Mai 1898. Der Kircheuvorstand der Johaunesgemeinde: vr. Naumann. Albach. E. Schmall. Dr. Steinbrügge. H- Vogt. L. Wolff. 5228 Die Bibliothek bleibt vier Wochen geschloffen. 199 Der Vorstand. Cme Partie Packheo billig abzugeben. 1. 2. 3. Gießen, den 14. Mai 1898. Gewerbebank zu Gießen eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Carl Loos, Vorsitzender des Auffichtsrathes. Cigarren- und Wickelmacher für dauernde Beschäftigung gesucht; auch werden 5233 Lehrlinge zum Anlernen angenommen. Rinn & Cloos, Heuchelheim. Schulbankfabrik Fuhrmann & Hause, Frankenthal. Tapeziergehülfe gesucht. Dauernde Beschäftigung. 5205 Adolf Noll, Tapezier, Grünbergerstr. 3. 5105] Schreiner gesucht. Louis Beil, Grünbergerstr 16. L » 5 « Ksr £ 5 ~ K K 5231] Zwei Schüler können noch Halbpension oder nur guten Mittags- Attisch erhalten im Privathause. Auch K können daselbst Nachhilfestunden er- theilt werden. Am Himmelfahrttag! Im Licher Wald. 1. Schneise: 5204 Restauration mit Concert Zum Abendstern e Rodheimerftratze. Am Kimmetfahrttag: Tanzmusik wozu höflichst einladet (5202)Phil. Duill Wwe. Da also der hiesige Allgemeine Verein und wir aus demselben Diaconiffenhaus die Schwestern erhalten, so ist schon hierdurch von vornherein das friedliche Nebeneinanderarbeiten aufs Schönste verbürgt. 4788] ©in Hausbursche vom Lande!., 's Allen denen, die für unser Werk freundlichst Gaben gezeichnet haben, gesucht. H. Krämer, Kreuzplatz 11. 11heilen wir ferner mit, daß wir demnächst die erste Erhebung der Beiträge, tc oder.ganzjährig gezeichnet wurden, vorzunehmen ge- (5duU51)Ut|u)C denken. Und Alle, die wir bis jetzt mit unserer Bitte um Gaben noch Eintritt sofort. 5214 erreichen konnten, bitten wir, auch jetzt noch die Liste zur Einzeichnung Mäusburg 14. I freundlichst annehmen zu wollen. Die nätfifte Aummer bV"ST* ,mb Wa9 ber ®VÜM’fd’en U^rsitäts-Bnch. und ©teinbrudmi (Pietsch Erben) in Gießen. -t-.e na-ysle Wummer erscheint Are,tag Yachmittag. Die Heutig- Wummer umfaßt 10 Seiten. Reuter-Abend im Saale zum Einhorn Freitag den 20. SJlai 1898, Abends 8 Uhr, arrangirt von Fran ». 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