^ein, *!a>. ^vst’*** ■ . "’*,PeS«MtS. **1 *Sr- -. ■2*i m. 15 Zweites Blatt. Mittwoch den 19. Januar 1808 chrichciul tägNch »rt Ausnahme des MontagS. Die Gießener Aamitie«vkLt1er wnbea dem Anzeiger Wöchentlich viermal deigelegt. Gießener Anzeiger Bei Postbezug Mark 50 Pfg. ierteljährlich. Aezugsprei» vierteljährlich > 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloha. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den ptgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. General-Anzeiger Me Lnzeigen-VermittlungSstellen des In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger -ntgegen. Amts- unb Airzeigeblntt für den Akveis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter von Auntliche^ Tycll. ue e*Mlt fnlmir IM . (hnWfihi- tt. L ßnM jir- 1 Merl 71 ff. tt Sehr einfach, um sich endlich einmal wieder sehen za Feuilleton Nein, er will Dir beistehen, er will Dir mir seinem geschäftlichen Ange- Gläubiger meine» ohne Besinnen: // Ich entscheide mich abermals für das Letztere. // Nun haben Sie'» selbst vernommen," meinte Bredow find un- al» war hett lastend ■ IheiB Redactio», Expedition und Druckerei: Kchnlstraße Ar. 7. ich aeral-Pastillen “ Brveehid-Kitarrhe Ube h alko Apotheke, 410 I G Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieben. Fernsprecher Nr. 51. bisher der Meinung, daß ich an erster Stelle auf Offen- und Vertrauen rechnen könnte. Gerade von Ihnen —" Sie blickte ihn mit großen Augen au. „Eben deßhalb." Er wußte den Sinn dieser Worte nicht gleich zu deuten. „Deßhalb?" „Nun" — sie sprach ohne jedwede Verlegenheit — „Sie der erste, beste Freund unseres Hause», aber, lasten Sie ehrlich sein, waren Sie nicht immer wehr wein Freund, der meine» Mannes?" „Aber die Lauterkeit —" wollte er sie unterbrechen. „Die Lauterkeit dieser Freundschaft ist nie getrübt worden, Deutsche* Reich, Berlin, 17. Januar. Die „Nordd. Allgem. Ztg." ichreidt: Ja der englischen Prefle war kürzlich die Meldung a-fgeiaucht, daß der Besuch de» Kaiser» in Cowe» Vr den kommenden Sommer mit der englischen KöutgSfamilte Sännt» ?* „Nein, nein!" Also war e» doch richtig 1 Ihre Frage beseitigte jeden Hweifel. „So wollen Sie ihm ratheo?" „Rathen, Helsen, wenn e» möglich ist." „Helfen? Ist da» Ihr Ernst?" „Ihr Unglaube könnte mich kränken." „verzeihen Sie mir, aber ich hatte in dieser Zeit zu diel Gelegenheit, jeden Glauben an opferwillige Freundschaft j« verlieren. Gin „Freund" war e», der diese» Ende herbei- slhrte, kein Frennd fand sich, der tß abwrnden half. Nun l| eß da und muß ertragen werden." Jetzt war sie schmerzlich bewegt und er wieder ganz d »ll Mitgefühl. „Und ich?" sagte er vorwurfsvoll, „ich existtrte natürlich nicht." „E» kam so überraschend, und dann — Sie stockte. Und dann?" „Dann würden wir au diese Möglichkeit nicht gedacht haben." Da» ist aber nicht gerade schmeichelhaft für mich. Ich aber sie würde eß werden, sobald Sie meinem Manne ein Helfer würden." „Wie paradox Sie Henle find," murrte er. Sie beachtete den Einwand nicht. „Au wen dachten Sie zuerst, alß Sie von unserem Unglück hörten? An wen mit dem größeren Jutereffe?" „Aber, liebste Freundin!" Gr war sichtbar verlegen. „Ich kann mir die Antwort ohne alle persönliche Eitelkeit selbst geben. Und eben darum muß e» dabet bleiben, daß Sie für un» keine finanziellen Opfer bringen." „So kündigen Sie mir die Freundschaft?" „Ich hoffe fie vielmehr durch diesen Entschluß zu festigen, sicherer zu stellen." „Allmählich verstehe ich —" Er blickte mit Bewunderung auf die junge Frau. Da vernahm man.auf dem Lorrtdor Schritte. Bredow war hetmgekehrt. Er sah ernst aus, alß er da» Zimmer betrat, aber keiueßwegß verzweifelt. Harder begrüßte er mit Wärme. Daun trat er auf seine Gattin zu und küßte fie. Harder hatte so viel Zärtlichkeit nie zuvor an ihm wahrgeuommeu. „Ahnst Du, weßhalb un» Herr Harder heute aufgesucht hat?" fragte Frau Bredow ihren Manu. „‘S**»Milan,, i Drr Frrund des Hauses. Skizze von Georg Perstch. (Schluß.) Dieser Gedanke verwirrte ihn und er antwortete zerstreut, al» fie ihn nach den Erlrbniffen seiner Reise fragte. Wenn er nur erst Klarheit gehabt hätte. verabredet worden sei. Diele Nachricht beruht dem ganzen Inhalte nach auf kreier Erfindung. Berlin, 16. Januar. Zu dem heutigen, im Reichstag»- gebäude tagenden Ausschuß für die deutschen Natio- nalfeste waren 57 Mitglieder erschienen. Der Reichskanzler war durch den Geh. Oberrrg.-Rath Broich vertreten. Der Vorfitzende, Landtag» Abg. Freiherr v. Schenkendorf, führte au», da» Ziel der Nationalfeste sei die S ärkung de» deutschen Einheitsgedankenß, die Pflege deß deutschen Vo ks- thum» durch die Hebung der BolkSgesundung und der Volk»- krast. Hierauf wurde nach eingehender Berathung beschlosten, mit Rüdeßheim, Kyffhäuser und GoSlar zu verhandeln und die endgültige Wahl dem Vorstände bi» zum 15. März zu übergeben. Berlin, 16. Januar. Der „Localanzeiger" meldet aus Kopenhagen: Ein gefährlicher, oft bestrafter Verbrecher suchte in'S Refidenzichloß „Amalieoborg" eiuzudringen. Er überfiel die Wache und konnte erst nach längerem Kampfe überwältigt werden. Ueber seine Abfichten hat er bisher nichts sagen wollen. — Die politischen Folgerungen, die fich alldem Esterhazy-Scandal für die RetchSlande ergeben, faßt die „Nation" wie folgt zusammen: Ueber den Geschmack läßt fich nicht streiten. Aber eß verdieat bemerkt zu werden, wie geartet der Pariser Geschmack heute ist, und mit welcher Vergangenheit man drr gefeierte Held deS Tage- in Pari» zu fein vermag. Ueber den Proceß, der nicht gegen Esterhazy, sondern -um Zwecke seiner Glortfictrung geführt wurde, braucht man kein Wort zu verlieren. WaS können militärische Spione verrathen, das auch nur entfernt so wichtig wäre, wie dies Alle-, wa- hier alle Welt fieht. Die allgemeinen sittlichen Zustände einer Nation find es, die schließlich über den Ausgavg eines Kriege- entscheiden- das ist die zutreffende Ansicht von Montesquieu- dem militärischen Spiouenwesen hingegen eine wesentliche Bedeutung betmeffen, kann nur eine Nation, der die Wirklichkeit zu einem Sensationlroman wird. Wenn Rochefort und der Adjutant de» französischen General« stabSchesö zusammen der Sittlichkeit und Gerechtigkeit zum Stege verhelfen, so kann da» auch auf Elsaß-Lothringen nicht ohne Eindruck bleiben. Man berichtet denn auch aus den Re ch-landrn, daß Panama und daß vor Allem Drehfu» an den Elsaß-Lothringern nicht ohne Wirkung vorübergegangen find. Scheurer-K'.stner kennt man im Elsaß gut genug, um mit freudiger Zuversicht. „Aber glauben Sie mir: da» Bewußtsein, in der Roth wenigsten- einen wahren Freund gefunden zu haben, bereitet wir eine hohe Gennqtduuog, und darum sei Ihnen wiederholt von Herzen gedankt." Harder erröthete. „Diese» Weib ist wahrhaftig ein Engel," dachte er, „und zwar ein sehr tapferer. Man möchte immer neidischer auf diesen Bredow werden. Doch nein! Von dieser Stunde an will ich ihnen ein rechter Freund sein, beiden, denn fie gehören zusammen, und keiner meiner Gedanken soll sich zwischen fie drängen, jeder aber ihrem Wohle gelten." Er erlundigte sich endlich, wenn erwarten könnte, er hätte ihn gern in lsgenhetten gesprochen. Nun stutzte fie. „Geschäftlich? Sind auch Sie Gießen, den 15. Januar 1898. Betr.: Da- Ersatzgeschäst pro 1898. Der Civilvorfitzende der Großh. Ersatz-Commission Gießen an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises. Mit Rücksicht auf den frühen Beginn de» diesjährigen Ersatzgeschäfre» wollen Sie alsbald mit Aufstellung der «men Stammrollen beginnen und solche mit denjenigen pro 1696 und 1897 ungesäumt einseuden. Etwaige Zugänge stvd besonder» in Vorlage zu bringen. Dr. Wallau. » ,, fr Bekanntmachung, betr.: Die polizeiltch-techuifche Revision der Maße, Gewichte und Waagen. Da von unserer an die Interessenten unter« 5. und 12. k. M. gerichteten Aufforderung, ihre Maße, Gewichte «nb Waagen dem Aichmetster zur Vorptüfung in den bereit» bekannt gegebenen Terminen vorzulegen (vergl. Gießener Anzeiger Rr. 5, 6, 7 und 11) nur sehr wenig Gebrauch gemacht wird, machen wir darauf aufmerksam, daß e» im eigensten Jutereffe der Gewerbetreibenden gelegen ist, wenn fie ihre Maße, Gewichte und Waagen von dem Aichmetster auf ihre Richtigkeit untersuchen taffen. Im Anschluß an die für die Vorprüfung festgesetzte Frist wird eine allgemeine Revifion rc. erfolgen, und werden dann Fälle, in denen von Gewerbetreibenden unrichtige Gewichte, Maße und Waagen gebraucht «erden, unnachfichtlich zur Anzeige kommen. Gießen, den 14. Januar 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Eine direkte Frage erschien ihm unpaffend. er Bredow zurück' Vermögen zu Hilfe kommen." „Da» ist gut, da- ist edel, — ich danke Ihnen," rief Bredow bewegt und reichte dem Freunde die Hand. „Über da» würde ja unseren ganzen Zukunft-plan umstoßen, liebe» Frauchen, und baß wäre schade." Und zur Erklärung fich an Harder wendend: „Eß wird ein Arrangement zu Stande kommen. Niemand von meinen Gläubigern wird benach- thetligt werden. Wa» jetzt nicht gedeckt werden kann, werde ich später in Ordnung bringen." „Aber Ihr geschäftlicher Ruf, Ihr Credit?" „Ich werde von Neuem aufbauen müffen- diesmal soll e» aber ein solide» Gebäude werden. Alle« au» eigener Kraft und nur mit dieser Hilfe!" Er legte liebevoll seinen Arm um seine Frau. „Ihr danke ich diesen Plan, von ihr habe ich mein Vertrauen für die Zukunft empfangen. Wollen wir Freund Harder» Mammon annehmen und im alten Ge- leise bleiben oder wollen wir unseren Vorsatz, den wir in schwerer Stunde faßten, au»führen, alß zwei einige, glückliche Menschen?" Sie legte ihr Haupt fest an seine Brust und antwortete -Kaffee r H»"1* »ur , aed Brenn- d Von* ' t£.u. richtig abschätzen zu können, maß tß für einen Staat bedeutet, wenn ein Mann wie Rochefort den Präsidenten d:» Senat» al» erkauften Schächer behandelt. Die Sehnsucht aber nach staatlichen Zuständen kann nicht groß sein, in denen Rochefort und Esterhazy triumphiren und die Helden de» Tage» find. Frankfnrt a. M., 17. Januar. Wie der „Franks. Ztg." au» London telegraphirt wird, ist der Maschtnen- arbeiterstrike als beendet anzusehen, nachdem c>m SamStag Abend die Gewerkoereine der Zurückziehung der Forderung de« AchistundentageS zugestimmt haben. Dresden, 17. Januar. Drr König empfing heute Mittag den Laudeßhauptmann von Deutsch-Südwestafrika, Major v. Leurwein, in Audienz. Stuttgart, 17. Januar. Die Untersuchung über die Ursache deß Brand eß im Garnisonlazareth ergab, daß keine Brandstiftung vorliegt. In letzter Nacht brach im Garnison- lazareth — wahrscheinlich weil noch glühende Kohlen vor- Händen waren — ein neuer Brand aus, der indeß bald gelöscht wurde. ____________________________ Arrslcm-. Wien, 17. Januar. Die czechi scheu Vereine Wien» wollten gestern eine Protestversawmlung gegen den Antrag des Landtag»abgeordneten Kolisko, wonach in Niederösterreich die deutsche Sprache die einzige Unterrichtssprache sein soll, in einem Locale veranstalten, deff-n Besitzer baß Local verweigerte. Etwa 3000 Persovcn sammelten sich vor demselben an, welche, von der Sicherheitt- wache zerstreut, nach einrm anderen Locale zogen und die Versammlung abhielten. ES wurde eine Resolution gexen den genannten Antrag beichloffen. Bon cztchisch:n Abgeordneten Böhmen» und Mähren» waren ZasttmmungSadrefien eingetroffen. Später zogen die Theilnehmer an der Versammlung vor baß Rathhaus, woselbst fie von der Wache zerstreut wurden. Ein Zwischenfall ist nicht vorgekommen. Kattovitz, 17. Januar. Da» „Oderschleflsche Tageblatt" meldet: Die Z mmerung deß Georg« s chachteß bti Ruda hat Feuer gefangen. Die Bergleute find gefährdet. Fünf Bergleute wurden betäubt hervorgezozen. Nähere Nachrich n fehlen. Rom, 17. Januar. Bei dem heutigen Empfange von etwa 400 römischen Patriciern in dem Coufistorialsaale U Das Jahr 1897 in der Medicin weigert, wieder eine Wahl auzunrhmeu, Graf Raymund Fugger, der bei der vorigjährigen Ersatzwahl iu Wiesbaden candi- dirte, als Caudtdat aufstelleu würde. — Mit dem 1. April wird, wie jetzt bestimmt ist, auch auf fämmtlichen Linien der vormaligen Hessischen LudwigSbahn Perrousperre ein- geführt werden. Zur Durchführung dieser Anordnung müsieu noch an zahlreichen Bahuhöfen bauliche Veränderungen vor- oenommen werden. Gewerbe der Versuch gemacht wird, den Ortsgewerbevereinen dar Wahlrecht zur Handwerkerkammer dadurch zu verschaffen, daß sie den überschüssigen Theil ihrer Nichthandwerker- Mitglieder zum Austritt aus den OrtSgewerbevereinen ver« anlaffeu will, sie erblicken hierin ein der Centralstelle nicht wohlanstehendes Wahlmauöver. Sie bedauern gleichzeitig, daß verschiedene Wauderreduer des LandeSgewerbevereivS sich bemühen, insbesondere den Handwerkern auf dem Laude dea Werth der Innungen für das eigentliche Handwerk herab« zusetzen, was ebenfalls geeignet ist, Mißtrauen gegen die Thätigkeit der Centralstelle in das eigentliche Handwerk zu tragen." △ AuS Rheinheffe», 16. Januar. Nebeu den Sozialdemokraten regen sich in der diesseitigen Provinz auch bereits die Antisemiten für die kommenden RetchStagSwahlen. Im Wahlkreis BingewAlzey haben dieselben den Landwirth Wolf von Stadecken als Candidat aufgestellt, der gleichzeitig im Wahlkreis Mainz-Oppenheim als Zähleandidat dienen soll. Wie verlautet, wird auch der Bund der Laudwirthe dieses Mal mit Candidaten auftreten. AuS dem Wahlkreis Matuz- Vorkommen zweier Fälle von Verwundung des Herzens, iw denen das Leben gerettet wurde. Dr. Parrozani in No« br handelte einen Mann, der einen Dolchstich in die linke Seite erhalten hatte. Bei der Operation fand man die linke Lungenhöhle mit Blut erfüllt und bemerkte eine Oeffnung von 2 cm Länge im Herzbeutel. Der Dolchstich war bis iw die linke Herzkammer gedrungen und hatte eine so große Oeffnung zurückgelaffen, daß man einen Finger hineinsteckew konnte; aus der verwundeten Herzkammer floß das Blut bei jedem Herzschlage heraus. Die Wunde wurde mit vier Nadeln geschloffen, dann die Herzbeutelwunde und endlich auch die Schnittwunde der Haut zugenäht, und der Patient erholte sich schnell und genas. Der zweite Fall betraf einen 43 jährigen Mann in Glasgow, der sich zum Zwecke de« Selbstmordes eine Nadel in die Brust gestoßen hatte, die 7 cm im Fleische steckte und das Herz getroffen haben mußte, denn die äußere Spitze der Nadel bewegte sich bei jede« Herzschlag unabgezogen und die Wunde hellte von selbst. Bei einem Bericht über die Chirurgie des Jahre» 1897 darf die Anwendung der Röntgen'schen Strahlen nicht unerwähnt bleiben, deren Wort zur Äufsindung von Fremdkörpern und Bruchstellen durch verbefferte Apparate auf einen hohen hielt der Papst eioe Ansprache, tu der er die Huldigung als eine Bethätigung der unauflöslichen Allianz zwischen dem Papstthum und der Stadt lobte, die den Charakter eine» heiligen Acte» habe. Der Papst wies die Auichuldigungen, die diese Treue als unheilvoll für das Vaterland darstellen, zurück. Die Nation werde so lauge kein Heil haben, als sie dem Einfluß der Sectirer ausgesetzt sei. Schließlich forderte der Papst zur Hebung frommer Werke und Tugenden auf, die die beste Bürgschaft bei Heils inmitten der schwierigen Zeiten seien. Das Befinden deS Papstes ist ausgezeichnet. Loudon, 17. Januar. Wie da- Reuter'sche Bureau aus Peking von gestern meldet, hielt gestern Abend da» Tsung- Lt-Yameu eine Conferevz ab wegen der vorgeschlagenen britischen Anleihe. Der englische Gesandte fordert für die finanzielle Unterstützung u. A. auch Bedingungen wie Eröff- uuug von Talten-Wau und Naning all BertragShafen. Der russische und der französische Gesandte widersetzten sich den Vorschlägen. Die chinesische Regierung billigt diese, befürchtet aber Schwierigkeiten von Rußland. Eine weitere Eonfereuz findet morgen statt. Loudou. 17. Januar. DaS älteste Mitglied des Unter- Hauses, VillterS,ist gestern gestorben. Oppenheim vernimmt mau, daß die CentrumSpartei an Stelle des bisherigen Abgeordneten Dr. Schmitt, der sich entschieden m ’M Bottlob Mu W. Dtttinbi in, W zu uid hu» btru '«ult vchohwaij b«chtn, da k 138 S/810 Uhr begonnenen Hochamte hielt Herr DiözesanprSses Forschner auS Mainz die sehr gedanken- reiche Festpredigt, und trug unser Kirchenchor daS Uebrige zur Verherrlichung der internen Feier bei. Auch der Nach- mitiagSgotteSdienst verlief in der würdigsten Weife. Darmstadt, 15. Januar. Am gestrigen Tage wurde ein schönes F-st in der Familie unsere» hochverehrten Herrn Prälaten Dr. Habicht gefeiert. ES war der 70. Geburtstag der Frau Prälat und zugleich der 46, Jahrestag der Berheirarhung des Ehepaares. Die Söhne, Schwiegertöchter und Enkel desselben waren sämmtlich zur Feier erschienen. Gratulationen kamen selbst aus weiter Ferne, unb Freunde und Freundinnen überbrachten ihre Glückwünsche. Der Geburtstagstisch bedeckte fich mit den schönsten Blumenspenden, und zeigte fich auch bei dieser Gelegenheit, welcher Liebe und Hochachtung die Gefeierten fich erfreuten. Mögen noch recht viele solcher frohen Tage dem Herrn Prälaten unb seiner verehrten Gemahlin beschieben sein. (N. H. B.) Darmstadt, 15. Januar. Heute früh ist ber Präfident beS Verwaltungsgerichtshofes, Geheimrath Küchler, gestorben. Küchler war lange Jahre Provinzialbirector in Darmstabt unb Mainz, Abgeorbneter ber Zweiten unb nun ber Ersten Sammer, in bie er durch da» Vertrauen befl Großherzogs berufen war. In weiteren Kreisen ist er durch sein Werk über die BerwaltungSgesetzgebung im Großherzog* thum Hessen bekannt geworden. ch. Darmstadt, 17. Januar. Gestern tagten hier die Vorstände deS Landesverbandes Hessischer Handwerker und Gewerbetreibender, um Über da» von bem ReichSamt beS Innern anSgearbeitete Musterstatut für freie unb Zwangsinnungen zu berathen: Die Berathung mußte aber ausgesetzt werben, ba daS Ministerium ben Vorständen nur ein Exemplar zur Verfügung gestellt hatte, unb würbe beschlossen, da» Ministerium nm Zusendung mehrerer Exemplare zu bitten. ES kam hierauf zu einer Berathung über „Zwangs, oder freie Innungen" und wurde nach längerer Debatte nachstehende Resolution einstimmig angenommen: „Die au« verschiedenen Städten de» GroßherzogthumS heute in Darmstadt zahlreich versammelten Vertreter des hessischen Handwerk« erklären sich einig in dem Gedanken, baß dem eigentlichen Handwerk nur durch eine das gesummte deutsche Handwerk umfassenden Zwangszusammenschluß geholfen werden kann, stellen e» jedoch zur Zeit ben einzelnen Innungen anheim, bie Fragen ber Bildung von Zwangs- oder freien Innungen unter Berücksichtigung der durch das Gesetz gebotenen Bortheile sowie in ben einzelnen Innungen bestehenden Verhältnisse im günstigen Sinne für die Mitglieder zu lösen." ES kam nunmehr eine dem Vorstände eines Gewerbes zur Kenntniß gekommene Wahlbeeinflnffung der Großh. Centralstelle zur Berathung. Nach eingehender Debatte, die mitunter an Deutlichkeit Nichts zu wünschen übrig ließ, wurde nachstehende Resolution angenommen: „Sie drücken ihr Be- i dauern darüber auS, daß Seiten» ber Centralstelle für bie mangelhaftem Zustanbe befindliche Feldweg al» kürzeste Strecke ausgebaut würde. Die Behörde beabsichtigt jedoch, die proj'.ctlrte Straße auf die Londorfer Straße — über einen Kilometer von Grünberg entfernt — etnmünben zu lassen. Durch bie Ausführung bleseS Projekts würden aber ber Gemeinde durch die Erwerbung des nötigen Geländes ganz bedeutende Kosten erwachsen. Auch in Grünberg ist die Mehrzahl der Bewohner für Ausbau des seitherigen Weges, welcher in der Stadt einmündet. Hoffentlich findet bie in dieser Angelegenheit bei der Behörde eingereichte Petition Berücksichtigung. — Die durch den im vorigen Jahre erfolgten Tod des als Componift weithin bekannten Lehrers C. A. Kern erledigte 1. Schul- und Organiften- stelle in Laubs ch wird demnächst wieder definitiv besetzt werden. Unter verschiedenen Bewerbern wurde von Herrn Grafen von Solms-Laubach, bem da« Präsentationsrecht zusteht, Herr Lehrer Mohr zu Grünberg auSgewählt, unb dürfte die behördliche Bestätigung vorauSfichtlich demnächst erfolgen. i '*'•**■ ---* *■-- —————— z zwiuvuiiytu uu» m w* «vwiv »,• vwpm — o- । Alsfeld, 16. Januar. Gestern Abend gegen 11 Uhr ! Heber eine Uebersicht über die Fortschritte auf dem I festzustellen gelungen. Von der Bildung einer eigenen Röntgen* rntgleist k der die Strecke Fulda—Alsfeld puffirende Zug i Gebiete der tzeilkunde auch nur sür ein einziges Jahr zu Gesellschaft in London ist eine weitere werthvolle Entwicklu», I I ' btt sp^er ist daher, aug verhält heroorgera^ Seqenwart m1 aut d« nodi* « ob h -rtzKr ''S. dj^ ä n*n mTE? •* fit ‘•‘■•'iiiifaJS ** ”>■'4 «oje ta®1"’8'* "irt™ Sä.L’^'yoB.t "«Ä1 *«. San hat :j-Wrunn al« „Jl tc ,-A .4 Qm Äranhn. .- vi*b“ Mt & CJJÄS! -»r rr ■ tiÄ ** ’. ft* “f bk “ ‘u »«Imp», nj bi. V:7‘ M Sanartli, btt LiiMj. ^nimbtiur^iagnolt . a ®K «ehrjachr Er, 3 Mnb btt »J Tubirm einmal bxrt ■•wdug überhaupt all ft JW bei jähret ju bk» 2erie tTitame üi Lenbon, c vn^ittenw Orten feig- r“* bet gilben yitbni ii tta cUaitn von Imerilt 'chcktlü. datz sie ihr- erlengte. Die Sehanblm; 'bchung zu äußerlicher 3h- :c ^mtdrvchuug von anti, - i»tti all eme jolgt bet 1U. ini bat Gebiete d« ai< Erfolgt mehr hinüchW Zuüwde alt Der Mur; cci) beionbert ist bie Sty isrera .Wktionell« 6t» der hpüerie unb der Ne» i bcgmau Tie schön« r die Lchane (Schift da rrqMet! Srveitenmg btt it (tort bei bet n* mb ^rarnanmt eurt« nett 5ttbicm und aus da ttimv^ei veremguig u SeKet; der tzruKoMa loabbttt wegen der Ma ^orgehoba. Hinsichtlich da -online kw iu ver-eichm ^dwcha M höchst« •rAfliittitt Mastregeli c , knte=i tu M» n;< Jurtt M «W « auMtt ÄM* ..^r.z-SMS-'ZE -.tert Ml ^8=9*".*"; .XTt--- «>» «« K totf. 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Man Ist daher allgemein unzufrieden mit dem Mittel, obgleich o-rhältnißmäßig selten Bergiftungserscheinungen durch dasselbe hsroorgerufen werden. Ein anderes Betäubungsmittel der Gegenwart ist das Holocain; auch dieses verursacht auf der Ändehaut ein brennendes Gefühl, aber es übt keine Wirkung mf den Augapfel ober auf bie Blutgefäße aus. Ob bie DOdäufig noch lobenben Berichte über bieseS erst seit kurzem mgewanbte Mittel anhalten werben, kann erst bie Zukunft elften. Mit großen Hoffnungen würben auch bas Orthoform mb bas Anesin, in aller»euester Zeit ferner baS Analgen in )uz Oeffentlichkeit gebracht, boch sinb sie noch zu wenig erprobt worben. DaS Chinin scheint sich in ber Heilkunbe einen so refften Boben geschaffen zu haben, baß es kaum mehr zu verengen ist. Die angepriesenen Ersatzmittel sollen zur Er- ü.kdrigung der Fiebertemperatur ebenso gut wirken, dagegen vRniger Schwindel unb Ohrensausen erzeugen. Aus biesen I-ründen wirb das Euchinin empfohlen, welches jeboch mit )cai Chinin bie schlechte Eigenschaft theilt, in Flüssigkeiten iHwer löslich zu sein. Anbere ähnlich wirkenbe Mittel sinb Kvlanin, aus ber Kolanuß gewonnen, bas Kryosin unb lad Pyramido'n, von benen bas Kryosin einen bessern Ersatz fiü Antipyrin unb Phenacetin zu bieten scheint, aber von gelegentlich nachtheiligen Wirkungen auch nicht frei ist. Das ßeramibon wirb bei typhösem Fieber, auch bei Störungen itz Muskelthätigkeit angewandt. Trotz bieser Einführung onschiebener neuer Fiebermittel find bie altern Methoben de» Fieberheilung burch kalte Umschläge unb Bäber noch niLiner beliebt geblieben. Die antiseptischen Mittel würben M letzten Jahre nicht vermehrt, da bie alten Mittel noch ilQ wirksam unb einwandfrei gelten Als Desinfectionsmittel bn Cholera würbe vor kurzem Wachholberbeer-Oel angepriesen, hiut aber bei sorgfältiger Untersuchung keinen besonberen befolg gehabt. — Auf bem großen Gebiete der Biologie und dRyfiologie ist keine Entdeckung von revolutionärer Bedeutung |n verzeichnen, aber es ist ein regelmäßiger Fortschritt anzu -rtmnen. Auch in biesen Zweigen ber Naturwissenschaft nimmt bie Zahl ber Stubirenben bestänbig zu, ohne jeboch die Zahl ber wirklich bebeutenben Forscher vorläufig in auf« fälliger Weise vermehrt zu haben. — Aus ber klinischen Praxis ist in erster Linie zu erwähnen, baß ber Werth beS Öiphtherieheilserums als unzweifelhaft betrachtet wird. Anders liegt die Sache mit dem Starrkrampfserum; bie Krankheit ist überhaupt selten unb daher für bie Anwenbung beS Dttels geringe Gelegenheit. Bon vier im letzten Jahre mit liefern Serum behanbelten Fällen konnte nur von einem mit großer Wahrscheinlichkeit behauptet werben, baß bie Heilung tine Folge bes Mittels war. Es giebt verschiebene Krank- he^tSzustäube, bie dem Eintritt von Streptokokken in bas menschliche Blut zuzuschreiben sinb unb eine erhebliche Sterb- InHkeitsziffer ausweifen. Ein Antistreptokokkenferum erregte da her große Erwartungen, bie sich theilweise auch burch bie Lusohrung gerechtfertigt haben. Auf die Thätigkeit ber Aerzte in ben Kriegen zwischen ber Türkei unb Griechenland in Ober-Egypten unb in Jnbien fei nur kurz verwiesen; was le« letztern Schauplatz anbetrifft, so rühmen sich bie Engländer, baß ihr Sanitätswesen auf einem bebmtenb höheren Sttanbpunfte stehe als seinerzeit bas ftanzösische bei bem lÄbzuge in Mabagaskar.____________________(Köln. Ztg.) Vermischtes. * Frankfurt a M., 14. Januar Der Hausbursche Sttttlob Mann aus Hirschlanden in Württemberg, der am 1$. December daS Dienstmädchen Elise Haber, seine LandS- oSianin, in einer Wirthschaft der Glauburgstraße aus Eifer- mht zu erschießen versuchte, wurde zu drei Jahren Zucht- hcruS verurtheilt. • Berlin, 14. Januar. Ein MassenauSftaud der sich uhm ach er dürfte nun doch in den nächsten Tagen aus- Archen, da fich für die neue Arbeitsordnung der Fabrikanten -um 138 Schuhmacher erklärt haben. ES wurde gestern in ii«er außerordentlich stark besuchten Schuhmacherverfammlung ü-ichlofieu, daß alle Arbeiter, die bei dem Ausstand nicht in Znage kommen, IG Proeent ihres Wochenlohne» zum Unter- stStzuugSfovdS zahlen sollen, später gegebenenfalls 25 Procent. * Aachen, 13. Januar. Die Land eSv erraths- rfsf aire iuteresfirt die hiestge Bevölkerung in außerordent« Hohem Maße, unb so erklärt eS fich denn, daß Manche» als Tatsache behauptet wird, waS als solche noch nicht erwiesen ist Dahin gehört auch die Ausfindung der Leiche einer KMgrburt auf dem Marienthaler Kaseruenhofe. Die in darr Angelegenheit auS authentischer Quelle schöpfende hiefige j^oft* meint, daß in höherem Maße al» der verhaftete Feld- »itbel Hagenbruch dessen Mitverhaftete iuteresfirteu und Die- jciigcn, die, obgleich in die LandeSverrathSaffaire verwickelt, anch auf freiem Fuße seien, weil fie fich nach Bekanntwerden dar Sache jenseits der Grenze in Sicherheit gebracht hätten. Oie Sache liegt nun so ein fich in Belgien aushalteuder HLHerer Offiizier, nicht m belgischen Diensten stehend, hat drrch den verhafteten Casötier unb Borbellbefitzer Münchs« darf aus BervierS von dort unb bem Grenzorte Welkeuraedt ms fortgesetzt versucht, hiefige Militärpersoueu zum Berrath militärischer Geheimnisse zu veranlassen. Unb diese Versuche läeinen Erfolg gehabt zu haben. Welcher Art bie Geheimnisse finb, unb inwiefern ein BezirkSfelbwebel solche zu ver- rathen vermag, ist ebenso strengstes Geheimntß ber Militärbehörde wie die Kenntniß der Person, welche die Behörde auf daS Treiben ausmeiksam gemacht hat. * Klagenfurt, 14. Januar. Der italienische Bahnhof von Pontebba ist heute früh vollständig uiederge^brannt. * Mailand, 14. Januar. Die Jusel Sardinien wurde gestern von einem heftigen Stu rm heimgesucht, der überall an Häusern ua Felderu großen Schaden angerichtet hat. Zahlreiche Schiffe konnten noch rechtzeitig den schützenden Hafen erreichen, doch «erden Unglückssälle auf hoher See befürchtet. • Melbourne, 14. Januar. Waldbrände richteten in der ganzen Colonie Victoria, besonders im Districc Gipps- land sehr großen Schaden an. Zwei Township» find verwüstet, hunderte von Anfiedlern obdachlos. Die Biehverluste find bedeutend. * Au» Sau Remo wird der „Frkf. Ztg." berichtet: Zwischen dem Grafen Btlleneuve, dem Besitzer der Billa Z rio, in der Kaiser Friedrich gewohnt, und dem Verband ber deuts chen Kriegervereine finb Berbaudlungen wezen Ankauf» der Billa angeknüpft worden. Die Vereine beobfichtigeu im Garten ein Denkmal zu errichten und bie Billa zu einem deutschem Hospiz auszubauen. • Neue Erfindung. Mau berichtet aus New-Aork, 11. Januar: Thomas A. Edison kündigt an, daß es ihm gelungen ist, durch Zusatz eines gewissen Metalle», Gußeisen dieselben Eigenschaften der Zähigkeit unb Festigkeit zu geben, welche Schmiedeeisen besitzt. * Bo« milden Winter. Blühende Veilchen, lebende Schmetterlinge und muntere Maikäfer find heute keine Seltenheit mehr in Thüringen- jede Redactton erhalt jetzt solche Frühlingsboten aus d?m Leserkreise. Besonder» bemerken»- werth ist eS, daß auch schon bie Störche zurückkehren. Au» ber Ortschaft Grüna wirb der ^Magdeb. Ztg." mitge- theilt, daß fich beim Gastwirth Kühn ein Storch einzesunden hat, der dort trefflich verpflegt wird. Erwähnaog verdient gewiß auch die Thatfache, daß auf einer Wiese in AltgerS^ darf am 2. Januar GraS gemäht werden konnte. ES find auch bereits die ersten Flöße die Saale hinabgezogeu. Unsere» Wissens find zwei im Winter 1896 im EtchSfeld eingetroffene Srörche bald nach der Ankunft wieder nach dem Süden abgezogen. • Hebet eine Grenzverletzung durch einen ruffifchen Grenzsoldaten wird aus Memel Folgende» berichtet: Ein rusfi« scher Gceuzfoldat versuchte in einer der letzten Nächte in voller Bewaffnung bei dem Besitzer Bruödeyliu» in Trüschen bei Plicken eine Kuh au» dem Stalle zu stehlen. B., der durch ein hierbei verursachtes Geräusch aus dem Schlafe er« wachte, begab fich sofort mit einem Nachbarn aus die Suche, wobei fie die Kuh auf freiem Felde vorfanden. Al» btt beiden Besitzer von ihrer Streife nach dem Gehöft zurück- kehrten, trafen fie dort den Dieb, der fein Bajonner verloren hatte und zurückgekommen war, dasselbe zu suchen. Der Russe wurde, nachdem er mit einer Brechstange gegen seine beiden Gegner losgegangen war, überwältigt unb ge< fesselt nach Mrmel gebracht, wo der seltsame Transport großes Aussehen erregte. Der Grenzsoldat wurde in da» dortige GerichtSgesängniß eivgeliesert. • Die Kurzfichtigkelt bei Kindern ist meistens die Folge häufigen unb anstrengenden Gebrauch» der Augen bei schlechter Haltung ober schlechter Beleuchtung. Die schlechte Haltung ist bie vorüber gebeugte, bei ber ba» Buch, die Haudarbeit ober sonst ein Gegenstand, ber aufmerksame Betrachtung er forbert, auf bem Tisch ober Schooß niebrig liegt unb der Kopf tief darüber gebückt wird. Dadurch dringt da» Blut zum Kopf und zu den Angen und übt in diesen Druck au», der zur Kurzficktigkeit führt. Schlechte Beleuchtung geben besonder» baß Dämmerlicht um Sonnenuntergang unb Frühmorgen», zumal im Winter, dunkle Ecken, Plätze weit vom Fenster, dunkle Zimmer. Alles auf diesen wichtigen Gegen stand Bezügliche veröffentlicht die allbekannte illustrirte Fami- l:enzeitschrift „ 8ur guten Stunde" (Berlin W 57 Deutsches Berlagrhau» Bong & Co., Preis des Vierzehn- tagShesteS 40 Pfg.). • Die menschliche haut und ihre Bedeutung für bie Wärme- regulimug des Dtganilmul, lautete das Thema, daS Privat- bocent Dr. M. Bleibtreu au» Bonn biefet Tage im Verein zur Förderung des Naturhistorifcheu Museum» in Köln vor einer zahlreichen Versammlung von Damen unb Herren in einem Bortrage behanbelte. Nach einer Besprechung der im Körper vor fich gehenden BerbrennungSproceffe, in denen mau seit Lavoisier» bahnbltchenden Untersuchungen bie Quelle ber thierischeu unb menschlichen Wärme erkannt hat, wie» Rebner hin auf ben Unterschieb zwischen gleichwarmen unb wechselwarmen Thieren, bie man auch wohl al» Warm« und Kaltblüter bezeichnet. Während bei den letztem die Körpertemperatur durchaus abhängig ist von dem Grade ber Wärme des Element», in dem fie leben, ist fie bei den erstem gleich- bleibend unb feststehend und beträgt im Allgemeinen 37° C. ES wurde nun die große Bedeutung geschildert, die für die höhern Wirbelthiere und den Menschen in dieser ihrer hohen ständigen Gigentrmperatur liegt, die sie in bedeutendem Maße unabhängig «acht von örtlichen und zeitlichen Verhältnissen. Die Stetigkeit der Körpertemperatur bedarf einer außerordentlich feinen RegulirungSthätigkeit von feiten beß Organismus, bie durch Regelung der Wärme-Erzeugung etnerfeit» und der Wärme Abgabe anderfeit» erreicht wird. Besonder» die letztere spielt in ber Wärme-Oeconomie be« menschlichen Körper» eine maßgebenbe Rolle. Dabei wirken verschiebene Factoren in höherm ober nieder« Grade mit; die weitaus größte Leistung aber bei der WärmeregulirungSthätigkeit fällt der menschlichen Haut zu. In eingehender Darstellung wurde nun gezeigt, wie bei ber Wärme-Abgabe burch die Haut zu- nächst unb vor Allem ihr Gesäßreichthum in Betracht kommt. Durch bie überaus zahlreichen Cap'llargefäße derselben strömt da» Blut nach Bedürfniß in größerer oder geringerer Menge und giebi so mehr oder weniger Wärme nach außen je nach Bedarf ab. Bon großer Bedeutung für die Wärme- regelung deS Kö per« ist weiterhin die fchweißabfondernle Thätigkeit der Haut, da durch die nach den jeweiligen Umständen sich richtende Aödunstnng der auSgeschiedenen Feuchtigkeit der Wärmegrad in der erforderlichen Weise verändert wird. Auch daS Fettpolster be» Unterhautzellgewebe» unb daS in größerer oder geringem- Stärke die Haut Überziehende Haarkleid spielen eine wichtige Rolle für die Wahrung der Stetigkeit ber Körpertemperatur. Der Bau ber menschlichen Haut, ihre Drüsen und sonstigen Gebilde wurden an zahlreichen Präparaten, bie durch ben Projektionsapparat die anschaulichste Klarheit gewannen, vorgesührt und erläutert. Wie der Vorsitzende de» Vereins, Geh. SauitätSrath vr. Lent, später in einer geistreichen Besprechung der Ziele und Zwecke sowie der bereit» erlangten Erfolge des Vereins mit Recht hervorhob, zeichnete den Vortrag des Dr. Bleibtreu, wie die» auch durchschnittlich bei den frühem ber Fall war, em Doppeltes au»: echte gründliche Wissenschaftlichkeit und eine auch dem nichtfachmännifch gebildeten Zuhörer leicht zugängliche sprachliche Darstellung. Ganz besonderen Reiz erlangen die Datbietuugeu des Verein» für Jedermann noch dadurch, daß ba# gesprochene Wort stet» durch plastische Darstellungen und Demonstrationen, die bisher unter der fachkundigen Leitung beß Oberlehrers Dr. Hilburg stet» gut gelungen finb, faßbar und anschaulich gemacht wird. Mit Freude und Befriedigung konnte Geheimrath Cent in einem engeren Kreise wittheilen, daß die für ba» Naturhistorifche Museum zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten, Eigelstein- und Severin- thorburg, schon nicht mehr ausreichen; ber Verein möchte bie Hoffnung hegen bürfen, baß e» durch den in Köln ji in reichstem Maße vorhandenen Edel- und Opferfinn ermöglicht würbe, eine große würdige Heimstätte für die reichen Schätze beß Museums zu schaffen. • Ein neuer Taktstock. Einem bekannten Nrw'Norker GesangSweister hat die Welt für eine neue Etfiabuug zu banken: er leitet seinen gewaltigen Ehor — mit dem Regenschirm. Ja, mit einem Regenschirm bewaffnet zieht ber befrackte Mann auf- Podium. Dort gibt er zunächst mit ber Hand baß Zeichen zum Einsetzen,- noch ruht ber Schirm. Jetzt aber, nachbem die Stimmen ber Schüler ben Saal füllen, taucht ber Schirm auf: er öffnet ihn fachte — die Stimmen wachsen an; er öffnet ihn ganz — ein Fortissimo burchbricht ben Saal- er zieht ihn toieber sachte zu — ba» Forte geht in Piano über. So hängen Augen unb Stimmen ber jungen Künlller in fast buchstäblichem Sinne — an einem Regenschirm! ♦ Ja London finb im Jahre 1896 nach amtlichen Melbungen 43 Personen Hunger» gestorben. Die meisten dieser Unglücklichen haben fich niemals um Armenunterstützung beworben. B:i zweien ober fand man hinlänglich Geld. So hatte Thoma» Sloam 24!/g Lstr. in Gold bet sich und drei 5 Lstr.-Scheine in seinem Zimmer, als er den Hungertod wählte. John Miller, ber auch freiwillig verhungerte, besaß ein Sparkassenbuch, aus welches er 53 Lstr. entnehmen konnte. * Menschenhandel. Auf bem Polizeibureau inKa11owitz erschienen im Laufe be» Vormittag» unter Jammer und Klagen vier Mädchen au» Oesterreich, welche fich die Hilfe der Polizei erbaten. Sie waren im Besitz von Fahrkarten Dziedttz Berlin. Ein Berliner Gesindevermittler hatte fie für Stellungen nach Berlin engagirt unb ihnen auch die Fahrkarten gelöst. Dte Mädchen kamen biß Kattowitz und mußten dort auf Verlangen ihre» Begleiter» außsteigen. Bald daraus vermißten fie benfelben. Alle» Suchen war vergeben». Eß muß wohl Etwa» vorgefallen fein, waS ben Agenten zur schleunigen Flucht veranlaßte. Allein nach Berlin fahren wollten bie Mädchen nicht, zumal fie nicht einmal ben Namen ihres Agenten wußten, unb so wanbten fie fich benn an bie Polizei. Diese veranlaßte, daß den Mädchen von der Ber- kehrSinspection der Eisenbahndirectioa daß Geld für bie gelösten Fahrkarten zurückerstattet wurde, so daß fie wieder nach ihrer Heimath zurückkehren konnten. Die bebauern»- wertftn Geschöpfe waren, wie bie „Pos. Ztg." berichtet, vollständig mi'.tetto» unb hatten seit Donnerstag keinerlei Nahrung zu fich genommen. fUeratur nut lümft — Krieg oder Friede« I Zeitroman von Gregor Samarow mit zahlreichen JUustrationen von Georg Mühlberg. Preis unge- bunben Mk. 7.20, hochelegant gebunben Mk. 8.50. Süddeutsches Verlagstnstitut, Stuttgart, Langestraße 18. Das Buch gliedert sich in 30 Capttel unb ein angereihter Epilog brhanbelt die Zusammenkunft der bdben mächtigsten Fürsten Europas im Jahre 1896 in Br/> Fr«kftr.Hyp.Bk.unk.b.l906 100.00 3«/, Hambrgr. Hyp. Bk. unk. b. 1905 9976 8*/i Frkf. Hyp. Ered. B. unk. b. 1906 99.8L 3*/i Breuß. Hvp. A. Bk. unk b. 1905 100.00 dro. 4 3'/, DeutscheGrdsch.B. urck.b. 1906 100.00 •ritt 4.16 Americ. 301.37 Dar«st. Bk^Sctiro 000.00 | Oesterr. Eredtt-Sctto, Eteiudruckeret (Pietsch & Echeytz«) in Gießen. 8 3 Stadt Darmstadt o. 1891 Stadt Worms unk. b. 1901 SO Frankev-St. Engt. Sovereigns Dollar» ta Gold 4 4 Frtef 16.18 00.00 4.20 Eisenb. Rmtenb. Obl. Buderus Obl. proervt Deutsche RstchSanl. 3 Preuß. Lonsolsj 31/i Gr. Hessische Obl. 97.80 102 60 101.80 102.60 86.85 103.10 21.50 9710 39.60 101.60 101XK» 80.80 169.75- 4.17V» 4 Ung. Gold-Rente 3 Portugiese« 6 Mexicaner 4 Monopol-Griechen von unk.b. 1905 102 60 3«/, Pornm.Hyp.A.Bk.urck.b. 1906 100 00 -------- 4 Frkf. Ldw-Lred^k. unk. b. 1900 101.40 Conrsbericht MB J. Kurz & Co., Giessen, Kahnhsstraßt 63. Frankfurter ÄLrse vom 17. Januar 1888. 16.14 Franz. Banknoten 20.86 Oesterr. dto. aus la. gebr. Java-Kaffee L Mk. M. Schulhof, Markt- 1.90 1.80 1.70 1.60 1.50 pro '/r KUo. Preisgekrönt anf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896. in Lollar bei A. Zimmermann, in Loudorf bei Georg Braun, in Krofdorf bei A. Schmidt Ww. und H. Rinn, in Hohenfolms bei Ferres & Brück und Fr. Hoßbach. der Dampf-Kaffee-Brennerei von - Zuntz sei. ’WYwe Königl. Grossherzogi. etc. Hofl. Rachf., Ludwigsplatz; in Lich bei A. Bing und H. Zimmer VII., in Steinbach bei H. Krämer L, n ff tf tt I --•Bonn. * Berlin * Hamburg --- wird allen freunden einer wirldich guten Tasse Kaffee besten;- empfohlen. — Sorgfältigste Auswahl u. sachgemässe Mischung nur edelster Rohsorten, verbunden mit langjährig bewährter Brennmethode, gewährleisten einen stets gleichmässigen Aufguss, der den höchsten Anforderungen an Wohlgeschmack. Kraft und Ergiebigkeit vollauf entsvri^t Ha« // ff ff Haushalts- „ Wiener Mischung Hamburger Mischung Zu haben in Gietzen bei _ . . straße; Ph. Herrmann, Seltersweg 33; L. Kalkhof, Westanlage; C. G. Kleiuhenu, Bahnhofstraße; Rud. Schlabach Tausche mein Haus prima Lage in Frankfurt a. M., mtnifl v tafttt' flut oermiethet. Uedert i »tz na» Abzug oller Stenera nnd Abgaben 8450 Mk. In Zahlung nehme kl. Object eoentl. auch Landgut oder Baustellen. Off. unter G V. 451 an »aa'caftcin «. Vogler, «>S., ^rantftttt am Mat«. 549 Gasse/. CA/?TOMMGEN-FA8fl/fffW ///CASSELlMMMi/WDEW., vorzü5//"cAeE/nr/c/)h//70 fi'rMjff/ Massenfabr/Eahon. /»VZV ■*r o t*- -*y v. 'ty »' ’*y>ry ch, ch 4$4t.A.A.