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Gratisbeilage: Gießener Familieublätter Adresse für Depeschen Anzeiger chietze». Fernsprecher Nr. 51. Rebectien, Axpedition und Druckerei: AchntstrEtze Ar. 7. V»e Victis! Nun fitzen die spanischen und amerikanischen Delegitten üere»« seit Monaten in Part« zur Frieden« eonferer»- zu« lammen, aber e« ist kaum wahrscheinlich, daß die Situation sich für die Spanier wesentlich verändert hat. Die von den vereinigten Staaten ausgestellten Friedenspräliminarien ließen immer noch die Hoffnung zu, daß der Philippinen-Archipel tei Spanten verbleiben werde. Die Annahme war aber eine trügerische- denn heute darf N.emand wehr darau zweifeln, daß die Amerikaner die gejammten Phtltppiueo für fich beanspruchen. /Da« Volk verlangt die Aon,cito» der Inseln*, da« ist die einzige Begründung, welche dir amerikanischen Delegirten für ihre Forderung Vorbringen können. Da aber io Amerika da« Volk fouverain ist, so muß natürlich de« verlangen entsprochen werden. Arme Königin-Regentin, armer König und armer Sagasta! Euch gegenüber steht ein ganze« Volk, ein« in dem Gedanken, deu Befiegten nach Möglichkeit zu demüthigrn, die größten Vortheile au« dem Siege zu schlagen; all' Eure Proteste werden vergeblich fein, »m fo «ehr al« jeder eiuzelne amerikanische Bürger da« Recht zu haben glaubt, feine eigenen Forderungen geltend zu machen. Die Lage Spanten« ist sehr schltmm, dir Au«ficht, irgend welche Erfolge auf der Frteden«confereoz zu erringen, öuherst gering, voll und ganz muß der Schlag ertragen werden, obgleich für die Spanier viel Srlbstübrrwinduog dazu gehör», den Bedingungen de« Sieger« fich zu fügen. Dir spanische Eolooialmacht, einst so achtunggebietend, ist für immer dahin, and die stolzen Granden müffen fich mit dem Gedanken ver« tränt zu machen suchen, ihr Land unter den Staaten zweiter Klaffe verzeichnet za sehen. Schwer hat da« Schicksal schon oft Über Spanten gewaltet, aber tu de« Maße wie jetzt ist da« Laud uoch nicht heimgrsucht worden. Immer war ihm noch die Au«ficht gegeben, die Scharten wieder auSzuwetzeu und verlorene« wiederzugewinnrv, doch sttzt fehlt die leiseste Anwartschaft auf solche Hoffaung. Seine Ftuaozen find rutoirt, seine Flotte zum großen Theil zerstört oder in der Hand de« Feinde«, und die tourrpolitische Situation berechtigt kaum zu der Erwartung, daß nun Jeder im Laude sein Theil dazu beitragen werde, die begangeoeu Fehler gut zu machen und die rothweudtgsten Reformen durchzuführev. Parteihader und «loffeahaß find da« Htnderviß, welche« allen guten Ab- fichten entgegevsteht und fie wohl auch zunichte machest wird. Auch die Hoffnung der Spanier, daß die Großmächte eine Befitzrrgreifuug der Philippinen fetten« der Amerikaner nicht zulaffen werden, dürfte fich kau« erfüllen. E« ist da« Recht de« Sieger«, die Friedev«bedtllguvgen zu dictireu, uud die Beretuigteo Staaten dürfen iu ketuer Weise «tt dem kranken Manne in Eouftauttuopel verglichen werden, de« die Großmächte bei jeder Gelegenheit ihre vor« «undschast aufbürden. Der Kelch muß höchst wahrscheinlich von Spanten bi« zur Neige geleert »erden, denn nicht »«sonst heißt e« schon vom grauen Alterihum bi« auf unsere Tage: „Wehe den Befiegten !* (xx) Deutsches Reich. Darmstadt. 16. November. Bon amtlicher Sette wird der „Darmst. ßtg.* mitgetheilt, daß die Beamten, welche an der Enthüll uv g de« Denkmal« für Seine Königliche Hoheit den Höchstseltgen Grobherzog Ludwig I V. theil- nehmen, tu großer Uutforw uud, soweit fie solche nicht zu tragen verpflichtet find, tu Uniform erfcheiueu werden. Berlin, 16. November. Urber die Postcoufrrevz in München schreibt «an der „Allg. ßlg/: Deu Gegeu. stand der Verhandlungen bildete zunächst der Entwurf eine« Gesetze« über etotge Abäuderuugru der Retch«postgesetze, darunter hauptsächlich die Frage der Auflösung der Prtvatpost- austalteu, sowie der Einführung etue« neuen Zet»uog«post- tatts«. I« Weiteren fand über verschiedene »ogelegeuhrtteu des Telegraphen- uud Telephouwesru«, besonder« über deu Telephougebührentarif ein Meiouvg«auStausch statt. Bet der Beschlußsaffuug wurde in allen wesentlichen Paukten grundsätzliche« Einverstäudnih zwischen den drei deutschen Postver- Wallungen erzielt. Stuttgart, 14. November. Professor vr. Keppler hat die auf ihn gefallene Wahl zum Bischof vou Rotteuburg an* genommen. Au« Freiburg wird dem htefigeu ,®. Bolk«bl." geschrieben: „Hm Samstag hielt der neuerwähltr Bischof seine letzte Vorlesung über die Willen«freiheit. Der Katheder war prächtig geziert, der Höriaal bi« in die letzte Ecke gefüllt- mit einer stürmischen Ovation ward er beim Eintritt begrüßt. Nachdem er da« Eolleg zu Ende geleseu, richtete er zum Schluffe au seioe zahlreichen Zuhörer noch dir folgende kleine Ansprache In jenem eigeothümiichev, tief ergreifenden, zu Herzen gehenden Tone, der auch seine Predigten tmmer so anziehend gemacht hatte: „Meine Herren, ich muß nun leider die Vorlesung vorerst abbrechev. Es ist mir leid genug, daß Sie in Ihren Studien gestört werden- aber Sie wiffeu, daß ich nicht daran schuld bin. Noch diu ich ulcht Bischof, uoch hat der oberste Hirte da« rutscheideude Wort uicht gesprochen, verfügt er ander«, so will ich mit Freuden wieder auf diesen Lehrstuhl zurückkehreu. Weuu aber der Ruf de« heiligen Vater« mit dem Ruse de« Domcapttel» vou Rotteuburg übereiuftimmt, so wiffeu Sie, daß ich uicht ander« kann, al« folgen.*__________________________________________ AusUrud. Budapest. 16. November. In der heutigen Sitzung de« Abgrordnetenhause« kam e« zu äußerst stürmischen Seeuen anläßlich einer Rede de« Ministerpräsidenten Bavffy, in welcher dieser der Oppofitiou vorwarf, daß sie anf dir Erschütterung der ungarischen verfaffung htnarbette und Ungarn in eine ernste Lage gebracht habe. Triest. 16. November. Während de« hiesigen «useuthalt« de« Prinzen Georg von Griechenland äußerte derselbe eine» ihn beglückwünschenden Mttgliede der griechischen Eolouie gegenüber, die osfietelle Miitheilung seiner Ernennung habe er noch nicht erhalten, sondern nur dir Aufforderung, fich bereit zu halten. Er hoffe al« Gouverneur durch strenge Gerechtigkeit gegenüber betdeu Stämmen Kreta Frieden uud Wohlstand wiederzugeben. Patt». 16. November. Der „Figaro* erklär», daß der Beschluß de« Eaffatiooshofe« im Justiz Palat« unter den Advokaten große« Aufsehen erregt ha». Die Advokaten find der Anficht, daß in der Drehfn«.Angelegenheit nunmehr die Zeit znm Handeln gekommen sei. Dafftlbe Blatt sagt, daß die Zahl Derjenigen, welche für die Revision und für die Unschuld Drehsu« rintreten, nunmehr zusehrud« zooimmt, da da« Papier, auf welche« da« Bordereau geschrieben, al« vou Esterhazy herrührend erkannt worden sei. Fran Drryfu« ist bereit« von einem Journalisten über den Beschluß de« Eafsationshose« interviewt worden. Sie zeigte fich tief gerührt und sagte: Endlich werde ihr Gatte vor die obersten Richter gestellt werden. Hoffentlich werde ihm genügend Zeit grlaffev, um alle an ihn gestellten Fragen beantworten zu köauen. Der Schwiegervater Drehsu«' äußerte fich dahin, die Familie werde fich nun nicht mehr in der Angelegenheit Hervorthun. Sie sei genügend befriedigt Über die neuen Thatsachen, die jeden Tag an« Licht kämen. E« genüge der Familie, zu wiffev, daß Drehfu« von Alle« Kenntuiß erhalte uud daß er erfahre, welche großen «nstrenguogen seine verwandten und Freunde um ihn machten. Peri«. 14. November. Henry und Esterhazy. Seit einiger Zeit wird die verwuthung ausgesprochen und durch grwiffe Thatsacheo bekräftigt, daß Oberst Henry der Eowpltee Esterhazys bei besten verrätherei gewesen sei uud au« diese« Motiv Esterhazy entlastet und falsche Beweise gegeu Drryfu« augeferttgt habe - um fich selbst zu retten, habe er Esterhazy der Verfolgung zu entziehen gesucht. Diese Annahme wird Lbttilleton. Zur Einweihungsfeier nach Jerusalem, xn. Kairo, den 4. November 1898. Von den größeren Ausflügen, die in dos Programm für die Reise des Kaiserpaares im heiligen Lande ausgenommen waren, ist nur der nach Damaskus und Baalbeck zur Ausführung gelangt. Seiber ist es uns nicht vergönnt gewesen, die hohen Reisenden hierbei zu begleiten ; da ich aber dieselbe Fahrt kurz vorher ausgeführt habe, bin ich wenigstens in der Lage, die Stätten zu schildern, die da« Kaiserpasr bei dieser Gelegenheit besucht hat. _ , Der Ausflug nach Damaskus wird von Bettuch aus unternommen, und, wie durch den Telegraphen feiner Zeit gemeldet worden ist, begab sich die „Hohenzollem" von Jaffa aus an der Küste de» heiligen Lande» mit den alten Städten Lyru» und Sydon entlang nach Norden fahrend nach dieser Siadt, die fich neuerdings zu dem bedeutendsten Handelsplatz von Sytten entwickelt und einen bedeutenden Aufschwung genommen hat. Die Lage von Beiruth an der St. Georgsbai in einer mit üppigen Gätten, Pinienwäldern, Weinbergen und Olivenhainen bedeckten Gegend am Fuße des fich in großartigen Formen bis zu den schneebedeckten Höhen des Cannin über Ceneisa aufbauenden von tiefen Furchen zet* ttffenen Gebirges ist eine außergewöhnlich schöne, mrd Die Eisenbahn, die von hier aus über den Libanon und Antr- libonon hinweg nach Damaskus fühtt, gehört zu den intereffantesten der ganzen Welt. Von der Küste an uimntt die zum Theil auf Zahnradstrecken eingerichtete Bahn zunächst in zahlreichen Schleifen und Kehren durch viele Tunnels und über wilde Schluchten, über spannende Brücken zum Kamm de» Libanon empor. Der Reisende hat hierbei immer neue Ausblicke auf das tiefblaue Meer und auf da» fchöne Beiruth und seine herrlichen vom rothen Gestein de» Gebirges fich farbenprächtig abhebenden Gattenpalmengruppen, Oliven- und Pinienwälder. Ihren höchsten Punkt, nahezu 1600 Meter, erreicht die Bahn innerhalb de» 360 Meter langen Tunnel» Baidar. Von der Libanonhöhe, wo fie eine der höchstgelegenen Bahnstrecken der Erde ist, senkt fich die Bahn in da» -wischen Libanon und Antllibanon fich ausdehnende, von Weingärten uud Maulbeerplantagen bedeckte Thal el Bika, das alte wegen feiner Fruchtbarkeit berühmte Cölesytten hinab und erreicht die Station Mualakka, von wo aus die Ruinen von Baalbeck in vierstündiger Wagenfahrt erreicht werden. Auf dieser Fahrt durch da» -wischen dem Kamm de» Libanon und Antilibanon sich hinziehende Hochthal hat man Gelegenheit, die eiger. artigsten Volkstypen zu beobachten, die namentlich am Chan von Wet Schamo neugierig den Wagenzug umdrängen. Es find meist maronittfche Christen, die fich in ihrer Lebensführung jedoch von den Mohamedanern höchsten» dadurch unterscheiden, daß fie auf die zweifelhaften Freuden de» Harem» verzichten und fich dafür durch den Genuß geistiger Getränke entschädigen. Für den Reisenden ist die zuletzt erwähnte Eigenschaft nicht gerade angenehm. Unser Kutscher war mit einet mehrere Fuß hohen Flasche voll rothen Landweine» bewaffntt, aus der er zu wiederholten Malen mit feinen Collegen sehr ansehnliche Stärkungen zu fich nahm und deren Amoesenheü bewirkte, daß unsere Fahrt fich um eine Stunde verzögerte, und wir unser Ziel erst lange nach Sonnenuntergang erteilten. Von den Rainen de» alten Heliopolis sieht man übrigen» au» der Ferne auch bei Tage wenig, um so größer ist bann ber Eindruck, wenn man die Akropolis von Baalbeck mit ihren gewaltigen Mauern und Säulen im Schein ber Morgen» sonne in ber Nähe vor fich liegen fieht. Die breite Freitreppe, bie einst zu dem jetzt an 6 Meter über ber Erbe oberhalb eine» mit Steineichen bepflanzten Gatten» gelegenen Portiku» empor führte, ist heute verschwunben. Ihre Stttne mürben vermuthlich zu bem Bau der Befestigungen verwendet, bie von den Saracenen im Mittelalter hier angelegt wurden und zum Theil noch jetzt übet den Ruinen au» bet römischen Zeit fich erkennen lasten. Man muß be»halb den Weg burch bie gewaltigen, in ihren Unterbauten wohl noch aus der vor* römischen Epoche stammenden Gewölbe nehmen, um zu dem sechseckigen, Meinen Tempelvorhof zu gelangen, von dem nur bie Grundmauern und einige Muschelntschen erhalten find. Durch ein dreifache» Thor, von dem da» kleinere nördliche noch stehen geblieben ist, tritt man von hier au» in den großen Vorhof, bet 135 Meter lang und 113 Meter breit eine Vorstellung giebt von bet gewaltigen Ausdehnung bet Tempel anlagen, bie hier in ben ersten Jahrhunderten nach Chttsti von den römischen Colonisten erbaut worben finb. An drei Seiten ist dieser Hof, in dem bei dem Besuche be» Kaiserpaare» ba» Zeltlager aufgeschlagen war, von muschel- artigen Nischen eingefaßt, bie nach ben Barockbrlbungen in den Verzierungen der korinthischen Kapitäle zu urtheilen, au» einer späteren Zeit, wahrscheinlich au» der be» Caracalla, stammen. Hmter bem großen Vorhof erhob fich bet gewaltige „große Tempel*, von bem jetzt jedoch nur noch einige Umfassungsmauern und sechs 19 Meter hohe Säulen emporragen. Wesentlich bester erhalten ist bet südöstlich davon auf einem besonderen Unterbau fich erhebende „Sonnen- tempel* ber zu ben schönsten unb antiken Bauwerken gehört, die heute in Sytten noch zu finden find. Da» prachtvolle Peristyl mit seinen herrlichen Säulen unb seiner zierlichen Kaffettendecke, ba» wundervolle Pottal und die an schönen Einzelheiten reichen Wände de» C-lla legen beredte» Zeugniß von der hohen Cultur ab, die einst in diesen jetzt so öden Gegenden herrschte und deren künstlerische Hervorbringungen namentlich durch die Thalsache unterstützt, daß «au da- Pro« tocoll über da- Geständrriß Henry» nicht vollständig au den LaffationShof lieferte- es bricht nach dem Gestäudntß der Fälschung jäh ab. Heute stellt, wie die „N. Fr. Pr." meldet, der „Voltaire" die bestimmte Behauptung auf, Oberst Henry fei Esterhazy! Mitschuldiger gewesen. Es sei nunmehr bewiesen, daß DtehfuS den Esterhazy nicht gekannt habe, baß Henry in verschiedenen geschäftlichen Beziehungen zu Esterhazy gestanden sei. Henry sei dem Esterhazy Seid schuldig gewesen. Nach seiner Aussage vor dem Caffation«hofe erklärte Lavaigoac in den Kammer-Couloir«, die Schrift auf dem Bordereau sei von nebensächlicher Bedeutung- selbst wenn bewiesen würde, daß da- Bordereau von Esterhazy sei, könnte da- nicht- zu Gunsten Dreyfu- entscheiden. Die Hauptsache bleibe, daß Drryfu- allein in der Lage gewesen sei, die im Bordereau aufgezählten Acteustücke zu kennen und au-zuliefern. Run führt der „Voltaire" den Beweis, daß Henry diese Acten zugänglicher waren, al-Drtyfu-, und fügt bei: „Möge Cavaiguac diesen Zusammenhang suchen- er wird eS nicht thuv, aber zum Vortheile für die Wahrheit werden au feiner Statt Andere dieser Sache vachforschen." Madrid, 15. November. Phtlipptnen-Syndicate. Die Nachrichten über Bildung von englischen, französischen, belgischen u. s. w. Syndikaten zur Ausbeutung der Philippinen gegen Zahlung einer großen Summe au denjenigen Staat, der dort künftig dir Oberhoheit aurübev wird, kommen den Spaniern sehr ungelegen, und man erblickt darin nach einer Madrider Meldung der „Köln. Ztg." eine schwere Schädigung der spanischen Jaterefien, da dadurch der Appetit der Amerikaner weiter gereizt und ihre ehrgeizigen Pläne gefördert werden. Namentlich ist man darüber empört, daß an der Spitze de- oder der Syndikate ein europäischer Monarch, nämlich der König der Belgier, wenn auch nicht in dieser Eigenschaft, sondern in der eine- Geschäftsmannes, stehen soll. Die „Torrespondencta de Espaua" fühlt sich veranlaßt, rin solche- Auftreten al- im höchsten Grad inkorrekt zu bezeichnen. Sie deutet gleichzeitig au, daß die häufigen Con- ferevzen, die die Vertreter mehrerer Großmächte tu den letzte« Tagen mit dem Minister de- Aeußeru hatten und die von einigen Journalisten ganz falsch au-gelegt wurden, nicht etwa mit der großen Hauptfrage de- spauisch.amerikanischen Streites, die doch in erster Linie eine Frage de- Rechte- ist, sondern mit der Nebeufrage, wer schließlich die Philippinen „aus- beuten" soll, in Zusammenhang stehen. Und auch da- berührt natürlich in Madrid recht unangenehm. Locales unb j-rovinzielles. Gießen, 17. November 1898. ** Großherzog» Geburtstag. Um den zur Enthüllung des Denkmal- sür unseren verewigten Großherzog Ludwig IV. nach Darmstadt befohlenen Spitzen der Behörden, sowie den Vertretern der Vereine und sonstigen Festtheilvehmern auch die Betheiltguug an dem Festmahl zur Feier de- Geburtstage- Ihrer Königlichen Hoheiten de- Großherzogs und der Großherzogin zu ermöglichen, findet dafielbe Samstag den 2 6. d1 i/z Uhr, im Saale des Gesellschaft«- Hause- statt. — Die Schulfeiern werden bereit- am Donvkr-tag dem 24. November abgehaltev. ** Aus dem Großh. Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 16. November den Miutsterialsecretär bei dem Ministerium der Finanzen, Georg Petith, zum Oberförster der Oberförsterei Wald-Michelbach zu ernennen; dem dermale« al« Statiou-coutroleur zu Harburg im Retch-dieust commifiarisch verwendeten Hauptsteueramt-revisor, Oberzollinspector Wilhelm Koch, de« Rang eine- Obersteurriuspeetor» zu verleihen- den Hauptstrueramt-asfistenten Georg Heinrich Fa.ust zu Gießen zum RevifionScoutroleur bei dem Hauptsteueramt Gießen und den Steuereinnehmer bet dem Steueramt Lampertheim Lodwig Laugelott, sowie den Hauptsteueramt-- asststenteu Johann Philipp Hellwig zu Offenbach zu Steuer- controleuren zu ernennen. ** Freie Rückfahrt. Den Mitgliedern der auswärtigen , Kriegerveretue, welche sich an der Feier der Enthüllung ; kaum von einer späteren Epoche übertroffen worden sind. । Auf einer Wanderung um die gigantischen UmfaffungSmauern der Tempelanlagen, in denen der Stein eingefügt werden wird, den der Sultan zum Gedächtniß des Besuches unseres Kaiserpaares gestiftet hat, betrachtet man noch staunend die berühmten Riesenquadern an der Westseite, von denen man kaum begreift, wie sie an diese Stelle emporgehoben werden konnten. Von den drei großen Steinen mißt der eine 19,52 Meter, der andere 19,45 Meter und der dritte 19,21 Meter in der Länge; sie find 4 Meter hoch und gewiß ebenso dick. Im Orte selbst, der nur aus einer Anzahl kleiner Lehmhäuser besteht, zwischen denen neuerdings einige leidlich eingerichtete Hotels sich aufgethan haben, ist noch ein kleiner Tempel besuchenswerth, dessen halbkreisförmige Cella von einem Peristyl von acht schönen korinthischen Säulen umgeben ist. In Mualakka besteigt man wieder den Eisenbahnzug, um die Fahrt nach Damaskus fortzusetzen. Nachdem die Bahnlinie das an 1100 Meter hoch liegende Thal durchquert hat, steigt sie aufs Neue empor, um die 1405 Meter betragende Paßhöhe des Antilibanon zu erreichen, dessen Kamm von dem weithin sichtbaren fast das ganze Jahr hindurch mit Schnee bedeckten Hermon überragt wird. Nun senkt sich die Bahn, meist dem mit Eichen-, Pappeln-, Wallnuß.. Aprikosen- und Apfelbäumen, wilden Rosensträuchern und Weinreben üppig bestandenen Theile des Barada folgend nach lieber- Windung zahlreicher Tunnels hinab zu der etwa 700 Meter über dem Meere liegenden Ruta, der von den orientalischen Dichtern mit Ueberschwänglichkeit als der Abglanz des Paradieses besungenen Gartenlandschaft, aus deren grüner Mitte die unzählbaren Minarets von Damaskus aufragen. Die Stadt, die in der Geschichte des jüdischen Reiches des Ludwigs-Denkmal» in Darmstadt an 25. November be- theilige« werde«, wird, wie der „Darwst. Tägl. Auz." bestimmt erfährt, feite«- der betreffende« Bahnen Fahrpreisermäßigung gewährt werden (freie Rückfahrt). Nähere- wird wohl «och osfiziell mitgetheilt werde«. *• MUitarperfonalnachrichten. Dr. Goedicke, Gen.- Oberarzt und Div.-Arzt der Großh. Hess. (25.) Division, zum Gen.-Arzt und Corpsarzt de» 17. Armeekorps, — Dr. Roch», Oberstabsarzt 1. Kl. und RegtS.-Arzt vom Eisenbahnregiment Nr. 3, zum Gen -Oberarzt und Div.-Arzt der Großb. Heff. (25.) Division besördert. Der Assistenzarzt der Res. Dr. Meyer vomLaudw.-Bezirk Erbach zum Oberarzt, — die Unterärzte der Res.: Dr. Boensel vom Laud- wehrbezirk Gieße«, Dr. Strüber vom Laudwehrbezirk Mainz, Pirsch vom Landwehrbezirk Worm», unter gleichzeitiger Anstellung im aktive« SanitätScorp», und zwar beim 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, zu Assistenzärzte« besördert. Dr. Wallot, Oberarzt der Landwehr 1. Aufgebots vom Landwehrbezirk Worm», der Abschied bewilligt. ** Das ZahreSfest des Oberheffifcheu Vereins für innere Mission, daS gestern uud heute gefeiert wurde, hatte sich einer ganz besonder» starken Betheiltguug sowohl von Au»wärtS, als au» unserer Stadt zu erfreuen. Es ist dies wohl in erster Linie den zur Verhandlung gestellte« Gegenstände«, die sich mit besonder» brennende« und i« weite« Kreisen in« teresfireudcn Fragen beschäftigte«, zu verdanke«. Schon zu der am Dieu-tag Nachmittag 3 Uhr im Confirmaudeusaale, Neustadt 61, abgehaltenen öffentliche« BorstandSsitzuug hatte sich eine ganz ungewöhnlich große Zahl von Tyeilnehmer« eiugefuckde«. De« Hanptgegeustand der Berathung bildete die „Evangelisation uud Gemeinschaft-Pflege in Oberhessen." Wie praktisch bedeutsam gegenwärtig diese- Thema ist, mag auch solchen, die diesen Dingen ferne stehen, die Thatsache zeigen, daß in diesen Tagen von Sendboten der Pilgermisfion Crischona bei Basel auch hier in Gießen, wie schon länger in Landgemeinden von Oberhessen, Evangelisation-'Bersammlungen gehalten werden. Da- Referat erstattete Herr Stift-Pfarrer Weber au- Lich, wo die Sendboten der Crischona schon seit zwanzig Jahren statiouirt find. Herr Pfarrer Schulte au» Beuern ergänzte das Referat mit einer sehr eingehenden Beleuchtung der bezüglichen Verhältniffe im Decanat Gießen. In der Di-cussion kam eS zu einer sehr eingehenden Au»sprache mit den anwesenden Brüdern der Crischona über die in Lehre und kirchlicher Praxis bestehenden Differenzen, die, so hoffen wir, für die Zukunft nicht ohne Frucht bleiben wird. Ein schöner uud feierlicher Gottesdienst vereinigte bann die Festgäste in unserer, namentlich am Abend so stimmungsvollen Stadtkirche. Kirchengesangverein und Knabenchorschule thate« da- Ihre, den Gotte-dienst mit ihren Gesängen zu schmücken. Ganz besonder» aber wußte der Festprediger, Herr Professor Dr. Flöriug au» Friedberg, die Versammlung durch seine feine, geistvolle und dabei so warme Auslegung von Apostelgeschichte 20, 32 bi» 35 zu feffeln. Geben ist seliger, denn Nehmen: E» weist un» da» hin auf die innere Schönheit und Seligkeit echter christlicher Liebe-arbeit. Sie tritt un- entgegen bei einem Blick auf da- Arbeit-feld uud auf den Arbeit-geist der inneren Mission, da- waren die schönen und sruchtbareu Gedanken, die er au-führte. Die Ab end- Versammlung in „Stein- Garten" hatte wieder in große« Schaareu die Festgäste vereinigt. Herr ProfessorD. Stamm führte in sehr anschaulicher Darstellung im Anschluß an die beide« Jubiläen dieses Jahre», das zweihundertjährige der Francke'schen Stiftungen in Halle, und da- fünfzigjährige der inneren Mission die Lichtgestalten eine» August Hermann Francke uud Johann Hinrich Wichern vor. Herr Pfarrer Albert» au» Frankfurt a. M. sprach au- reicher, in mehrjähriger Arbeit gesammelter Erfahrung über die fittliche und wirthschaftliche Noth de- Kellnerstandes, über die kirchliche Arbeit an den Kellnern, und suchte namentlich die warme Theilnahme für den Kellnerstand zu wecken. Seine von zahlreiche« selbsterlebten Beispielen durchflochteven Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Heute Morgen um 10 Uhr ter* von David an, der sie nach einem blutigen Kriege eroberte und später namentlich unter der Herrschaft der Omajaden eine so große Rolle gespielt hat, ist an eigentlichen Sehenswürdigkeiten nicht reich, wie manche andere orientalische Stadt. Eines aber zeichnet sie vor Allem aus: das eigenartige, farbenprächtige, fast vollkommen unvermischte orientalische Leben, das sich in ihren Straßen entfaltet und in den Tagen des Kaiserbesuches gewiß einen ganz besonders glänzenden Anblick haben muß. Man lernt auf den Wanderungen durch die Stadt und um die Stadtmauer herum zwar manches interessante Bauwerk kennen, wie die herrliche Omajaden- moschee, die über dem hier beigesetzten Haupt Johannes des Täufers von dem Kalifen Welid (705—715) mit unerhörter Pracht erbaut, aber leider im Jahre 1893 durch einen Brand theilweise zerstört wurde. Man besucht mit Interesse die Stätten der biblischen Ueberlieferung, wie das Fenster, aus dem die Christen den Apostel Paulus Nachts in einem Korbe herunterließen, das Haus des Ananias und das des Syrers Naeman. Man läßt von der an den Abhängen des heiligen Berges Cäsium, wo Abraham zur Erkenntniß der Einheit Gottes gekommen sein, wo Adam gewohnt haben und bis wohin Mohamed gelangt fein soll, gelegenen Vorstadt Es Salehijo aus den Anblick der zwischen üppigem Grün sich ausdehnenden Städte auf sich wirken. Die größte Anziehungskraft aber übt doch das Leben und Treiben in den Bazaren aus, in denen man die Handwerker, Sattelmacher, Kupferschmiede, Goldschmiede, Drechsler u. s. w. bei ihrer Arbeit beobachtet, in benen die prächtigsten Seidenstoffe und Teppiche Bewunderung erregen, und wo man das sich zumeist auf der Straße abspielende Leben der Orientalen wirklich näher kennen lernen kann. Richard Schott. sammelte« sich die Festtheilnehmer im Coufirmaudeusaal der Johanvi-kirche zur Morgen and acht, die Herr Pfarrer Euler hielt. Al-danu erstattete Herr Pfarrer Schlosser de« Jahresbericht uud warf darin einen Rückblick auf die zwanzigjährige Thätigkeit de- Verein», hinweisend auf die Gründung der Ktuderheilaustalt ia Bad Nauheim int Jahre 1878, die der Herberge zur Heimath in Gießen ine Jahre 1880, die Mitwirkung be» Verein» bei einer Reihe weiterer Anstalten (z. B. da» Lehrling-Heim in Dillenburg) seine Thätigkeitfürversorgung berLocalPreffe,fürAnregung vonallerlet localen Werken, sowie reichgesegneter Jahre-versammlnngen. DerBorfitzenbe be- hesfischenLanbe-au-schusse- sür innere Mission Herr Pfarrer Widmann in Darmstadt ergänzte den Bericht durch werthvolle Mittheilunge« über die zu gründende Anstalt für jugendliche Epileptische, da» Frauenheim (weibliche Arbeitercolonie) und eine zweite Lehrling-anstalt mit laud- wirthschaftltchem Betrieb. Daran schloffen sich die Verhandlungen über da- zeitgemäße Thema „Wirth-hau- und Volksleben", die durch ein sehr eingehende- Referat des Herrn Pfarrer» Fritsch au» Ruppert-burg eingeleitet wurden. Der auf eindringendem Studium der in Betracht kommenden Verhältniffe unb Literatur und genauer Kenntniß beruhende Vortrag bemühte sich ernstlich, Licht und Schatten gerecht zu vertheilen. Referent führte darin aul, wie da» WtrthshauL eine für da» heutige Volksleben unentbehrliche uud nützliche Einrichtung und welch' em bedeutsamer Factor in unserem gesammte« gewerblichen Beben da» Gastwirrhsgewerbe sei. Gerade beßhalb aber sei bte vielfach ungesunde Entwicklung be» Wirthshause» auch eine große Gefahr für unser Volksleben geworden. Redner weist statistisch unb durch zahlreiche Zeugnisse von Nationalökonomen unb Aerzte« nach, in welch' furchtbarem Maße bet so hoch gesteigerte Alkoholgenuß den Wohlstand, die Gesundheit unb bie Sittlichkeit unseres Volkes schädige- er macht für biefe gefährliche Entwicklung be» Wirth-Hause» bie gesteigerte Genußsucht und Vergnügung-- sucht in allen Ständen, die schrankenlose Concurrenz, wie sie namentlich durch die großkapitalistischen Brauereien befördert wird, unb bie vielfach so schlechten sociale« Verhältniffe, namentlich bie schlechte« Wohnungen verantwortlich, unb ruft Staat, Kirche unb innere Mission zum Kampf gegen biefe Schäden auf. Der Staat könne durch gesetzgeberische Maßregel« hrlfen, durch Aeuderuugen in dem Gesetz über Schank» wirthschafte« unb ein Trunksuchtögesetz. Gegen ben Wirths- Hausbesuch ber fortbilbungsschulpflichtigen Jugend unb gegen bar Kellnerinnenunwesen müsse energisch vorgegangen werben. In der Discussio« pflichtete ber Vertreter der in der Versammlung zahlreich anwesenden Gastwirthe, Herr Stadtverordneter Rein em er von Darmstadt, den Ausführungen des Referenten in vielen Stücke« bei, und betonte, wie sehr eS dem organifirten Gastwirrhsgewerbe um Hebung be» Standes nicht blos in wirthschaftlicher Beziehung, sondern auch in persönlicher sittlicher Tüchtigkeit zu thun sei. Die Mißstände würben von allen reellen Gaftwirthen selbst am meisten empfunden. Sie trügen aber daran bie wenigste Schulb, da sie vielmehr eine Folge ber Verhältnisse feien» Er forbert vor Allem eine Einschränkung ber Concesfioner^ die es ben bestehenden Wirtschaften ermögliche, ohne zweifelhafte Zugmittel im Coucurrenzkampf zu bestehen. Die Gastwirthe feien für alle Maßregeln zur Bekämpfung derUnfitt« lichkeit zu Haden, sofern sie ihnen nicht ben Existenzkampf unmöglich machten. Auch mit ber Fernhaltung der fortbilbung»- schulpflichtige« Jugend seien sie einverstanden, wenn nur bte Wtrthe für dir Durchführung nicht verantwortlich gemacht würden, was unmöglich sei- Auf eine aus der Versammlung an ihn gestellte Ansrage entwickelte Herr Reinemer die technischen Bedenken, bie einer größeren Ausdehnung ber Sonntagsruhe auf baS GastwirthSgewerbe entgegenstehen, versprach aber, die Sache im Verband nochmals erwägen zu wolle«. Seine ge- fammten Ausführungen erweckte« in der Versammlung den Eindruck, daß die zum Verband organifirten reellen Gast«- wtrthe fich ihrer hohen Verantwortung gegenüber dem Wohl unseres Volke- wohl bewußt sind, und baß bte von Seiten ber Kirche unb ihrer inneren Mission ausgehenben Bestrebungen zur Bekämpfung ber von dem Wirth-hau- ausgehenden Gefahren auf ihre weitgehende Unterstützung rechne« bürfea, sofern sie auf bie tharsächlich vorhandenen Schwierigkeiten (je* bührevb Rücksicht nehmen. Der Vorstand des Oberhesfische« Vereins wird nun au- den lehrreichen Verhandlungen bte Folgerungen für ein weiteres Vorgehen ziehen. * * Landes-Lehrerverein. Nach bem Beschluß be- Vorstandes vom LaudeSlehrervcretn soll bte nächste Vereins- Versammlung am Dienstag unb Mittwoch in ber Pfingst- woche 1899 hier abgehalten werben. * * btabttheater. lieber das gestern von Seiten be» Theaterverein- zur Aufführung gebrachte Trotha'sche Lustspiel „Hofgunst" mit Fräulein Anna Walther vom Darmstädter Hoftheater als Gast werde« wir morgen berichten. * • btabttheater. G. von Mosers humorvolle« Lustspiel „Das Stiftung-fest", welche- von der DirectionKruse- Helm u. A. beim diesjährige« Stiftungsfest des Kaufmännischen Vereins mit großem Erfolge zur Aufführung gelangte, soll vielfach laut geworbenen Wünschen entsprechend, am Freitag, ben 18. bss. MtS. im Stadttheater gegeben werden. Wir zweifeln nicht, daß bas flotte Lustspiel fich eines guten Besuche- erfreuen wirb. Für Sonntag, den 20. b. M. hat bie Direktion wieder eine Kind erv orstellnng in An-ficht genommen. „Binsenmännchen und Btnsenmichel" heißt dafür bte Kleinen bestimmte sünfactige Märchen. Abends geht Nestroys unverwüstliche Posse „Luwpaet-Vagabundus" in Scene. • • Schenkungen und Vermächtnisse. Im Laufe be« 3. Quartal« 1898 find vom Großherzog u. A. nachstehende Schenkungen und Vermächtnisse bestätigt und hiernach bie betreffcnben Behörden zu deren Annahme ermächtigt worden: vermächtniß der Wittwe de« Provtantmetsters Gröntich in Darmstadt an die Knabenarbeitsanstalt daselbst im Betrage von 1000 Mk.- Vermächtniß de« DistriktSein* nehmet« t. P. Johan« Matti« Brunner in Darmstadt an S-«5 S-fSä rÄ'-- ßityuiia .. Ungenannt« gnifgnU 9,0 Wt« w* lluchadt °°° 3000 M, fflialnj M 011 nach W« „ «U ®‘ Die 8**“ ibn R°b,nM mMtnÜ 9,1,11 Mdeaanstalt zu k •• Lr. $0t 15. ftobtinbtt 1841 Großh. HtMu • vtgtu befonbeter t Feldzug uud ieiErstl bal Ritterkreuz mit Schwertern verlt diener am vorhintgen Gießen und hat seine seiner Vorgesetzten di Peufionirnvg versehet der Jubilar durch i «Suigl. Hoheit der bereu IW, steht \ einer guten Sesuvdt und angenehme Le schieden sein. Brandmäler allen übrigen Stal statt, in dem Beleg aalen von Segens haushaltungsgegens ganze Zimmereinrich zu erlernen. Da ■ schenke gewacht wer ltgtM ouf blUtji za echiten. Liech za handhaben, awtlio ichast de« vollständig Den Unterricht «v Aeichstraste 24, N., Anmeldungen finden •* Wette,berich l61*m an Intens Eminent. Allerdn wähiger geworden. Kern der baronuti Mrung erfahren. Sitze einer fla bie Wen 2W Schn Dm Mt.rung.- 3una senden Witter^ + Wa, 16.} Sbt® 16 !°st tta besucht, z «eist M e ein Nlee s ^- rasteten j a» D !1 6 t Mwl S1'in btef H* bK f'ai£ <■ iflatfl zo tvoileo. Cm f H, to •*-* * organiftrien ™Vba» 1« M>« Ww Si auii-m*® : ’TJ Ä*p i«1**.!DirtelW*« flS.“*'-1 nsSk'tf 1 f»a w' Ä * h Ottvoch « tfS?'" > «orgen del^ . gFpitl M-‘ ft*«* K-S "tf****** 'dH. 3« ujl S."L- - btn evangelischen Kirchenbauvereta zu Mainz bezw. die toan« gelische Kirche daselbst im Betrage von 500 Mk., Schenkung mehrerer Ungenannter an die katholische Kirche in Ober- Roben zum Kirchenbaufond» tat Betrage von 7000 Mk.- Bermächtniß bei Geistlichen Rath» Decan Brentano in Heldenbergen an die katholische Kirche in Alsfeld zum Pfarrbe- folbnngsfond» im Betrage von 6000 Mk. - Schenkung bei Dr. Schneider in Worml cn die Schule in Rieder-Stoll zur Veranstaltung eine» Schülerfestes und zur Anschaffung von Lehrmitteln im Betrage von 1000 Mk.,- Schenkung eine! Ungenannten an die katholische Kirche in Fehlheim zur Er- Höhung der Pfarrbesoldung daselbst im Betrage von 1000 Mark- vermächtniß bei Gottlob Ebner zu Wimpsen an die Gemeinde Wimpfen zur Berthellnng an würdige Armen zu Weihnachten im Betrage von 500 Mk.- Schenkung vieler Ungenannter an die katholische Kirche in Bad-Nauheim zum Baufondl im Nominalbeträge von 2000 Mark- Schenkung mehrerer Ungenannter an die katholische Kirche in Groß- Umstadt zum Bau einer neuen Kirche daselbst im Betrage von 3000 Mk., Schenkung der Wendel Weiler Wittwe in Mainz an die Stadt Mainz, bestehend in ihrem gesummten, nach Abzug der Legate 50784 Mark betragenden Nachlaß, all „Wendel Weiler-Stiftung", mit der Bestimmung, daß die Zinsen zur Ausbildung eines Mainzer Bürgersohnei und einer Mainzer Bürgerltochter verwendet werden sollen- Bet« rnüchtniß der Nikolaus Pretsch Wittwe in Darmstadt an die Blindenanstalt zu Friedberg im Betrage von 1000 Mark • • Lr. Bot 60 Jahren. — Ehrenvolle» Jubiläum. Am 15. November 1848 wurde dem damaligen Unteroffizier im Großh. Hesfischeu 2. Infanterieregiment Jacob Kraul wegen besonderer Bravour vor dem Feinde im badischen Feldzug und bei Erstürmung der Barrikaden in Frankfurt a. M. dal Ritterkreuz 2. Klaffe bei LudwigSorden» mit Schwertern verliehen. Herr Kraus war später Tänzlet- diener am vorhiuigen Hofgericht und jetzigen Landgericht in Gießen und hat seinen Dienst stets zur größten Zusriedeuheit seiner Vorgesetzten bti zu feiner im Jahre 1887 erbetenen Peufionirung versehen. Am Morgen del 15. l. M. wurde der Jubilar durch Allerhöchstei Gratulattouitelegramm Sr. König!. Hoheit bei Großherzogi geehrt. Herr Kraui, geboren 1820, steht jetzt im 78. Lebensjahre und erfreut fich einer guten Gesundheit. Mögen diesem Braven noch viele und angenehme Lebensjahre bei gleicher Gesundheit de- schieden sein. • • Braudtualerei. Für kurze Zeit findet hier, wie in allen übrigen Städten, ein LursuS in Brandmalerei statt, in dem Gelegenheit geboten ist, das Brennen und Bemalen von Gegenständen in Holz, Leder und Pappe, wie HauihaltungSgegenstände, Möbelstücke, Decorationisacheu, ganze Zimmereinrichtungen, Schreib- und Lederutenfilien re. rc. zu erlernen. Da zu Weihnachten sehr gerne derartige Geschenke gemacht werden, so bietet fich hier die günstigste Gelegenheit, auf billige und reellste Weise nur bestes Material zu erholten. Die Apparate werden gestellt, find äußerst leicht za handhaben, amtlich patentht und besitzen die gute Eigenschaft bei vollständig geruchlosen und unschädlichen Brennenl. Den Unterricht ertheilt Fräulein Emilie Wellhäuser, Bleichstraße 24, II., täglich von 8 bi» 12 und 2 bti 6 Uhr. Anmeldungen finden jederzeit statt. * • Wetterbericht. Das barometrische Maximum verliert langsam an Jntenfität, doch bedeckt noch hoher Druck den Sontinent. Allerdings ist seine Verthellung etwas ungleichmäßiger geworden. Zumal über Süddeutschland hat der Kern de» barometrischen Maximums eine beträchtliche Ein- schnürung erfahren. Vom äußersten Nordweften und Norden, dem Eitze einer flachen Depression zieht fich außerdem über die östlichen Theile Europas ein Ausläufer verhältnißmäßig weniger hohen Drucke» gegen Süden. Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch im Allgemeinen Fortdauer des bestehenden Witterungs-Characters. + Nidda, 16. November. Der heutige Markt war, ttotzdem e» fast während de» ganzen Tage» nebelte, sehr zahlreich besucht. Auf dem Biehmarkt find Schweine in großer Menge, meist von Händlern, angetrieben gewesen und herrschte ein flotter Handel bei ketneSweg» niederen Preisen - z. B. kosteten sog. Einlegschweiue oder Läufer bi» 60 Mark. — Auf dem Krammarkte waren diesmal mehr BerkaufSstSnde wie sonst; die auswärtigen unb hiesigen Geschäftsleute hatten am Nachmittag regen Zuspruch. HaNmannShata, 16. November. Die Ehefrau de» Heinrich Weber au» dem benachbarten Völzberg, welche (wie kürzlich in dieser Zeitung berichtet wurde) schwere Bet- letzuugen bei der Dreschmaschine erhielt, ist nach fünftägige« Rranfenlagtr gestorben. Darmstadt, 16. November. Die gestrige Generalver- samwlung der Darmstädter Volksbank beschloß einstimmig die Umwandlung tn eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht mit Wirkung vom 1. Januar 1900 ab und ge* nebmigte alle diesbezüglichen Anträge und Vorschläge deS AoffichtSrathe» und Vorstandes. Offenbach, 16. November, von welcher Bedeutung die Spielkartenfabrikatiou tn unserer Stadt ist, geht daran» hervor, daß von dem Reich»spietkartenstempel, der im Reich»hau»hattSetat für 1897/98 mit einer Einnahme von 1,366,000 Mk. eingestellt ist, nicht weniger al» 174 537 Mk. aber nahezu 13 Procent von btm Hauptsteneramt Darmstadt erhoben worden find. Mainz, 15. November. Heute Nachmittag stürzte in der etetngaffe ein 5jährige» Mädchen vom vierten Stock auf die Straße hinab, wo e», furchtbar zugerichtet, tobt aufgehoben wurde. Die Mutter gab ihrem jüngeren Kinde Milch zu trinken, in welchem Augenblick fich der schreckliche Unglücksfall ereignete. M Rheinhessen, 15. November. Die Rheinschifffahrt empfindet fehr störend nnb schädigend da» schon seit 10 lagen anhaltende Fallen bei Wasser». Die Schiffe fahren »nr noch mit halben Frachten. X*s bet leit für ble ftrit Vor 71 Jahren, am 18. November 1827, starb in seiner Vaterstadt Stuttgart der Dichter Wilhelm Hauff. Er offenbarte in seinen Märchen und Novellen ein treffliche» Erzählertalent. Seine zwei Lieder: .Morgenroth" und „Steh ich in finstrer Mitternacht" find zu Volksliedern geworden. Hauff wurde am 29. November 1802 geboren. * Furchtbare Latastrophe. Au» Peter »bürg, 15. November wird gemeldet: Bet WeUkij Ustjug im Gouvernement Wologda gerieth am letzten Samstag da» Ei» auf der Serchona infolge de» Steigen» de» Wasser» p'ötzlich in Bewegung, während auf dem Fluffe eine Menge nach Welikij Ustjug bestimmter Fuhrwerke sich befand. Wie verlautet, fallen bei dieser Latastrophe 20 Menschen ertrunken fein. • Gewebte Geldbeutel ohne Naht (D. R. G. M. 79 706) im In- und Aullanb zum Patent angemeldet, bringt die Fabrik Emil Kleinen in Altenschlirf al» Neuheit auf den Markt, und bietet damit einen Artikel, der wegen seiner außerordentlich practischeu Eigenschaften Empfehlung verdient. Diese Geldbeutel find an» Leinen, Zwirnstoff ober an» Kor- donettseide in einem Stück gewirkt, sogar die kleine Innentasche der Beutel, die sogenannte Separation, bildet mit der größeren Außentasche zusammen ein einzige» Stück Stoff, ist also nicht augenäht, sondern angnoebt, ebenso ist da» Futter bei einzelnen Mustern an den Obtrfioff angewirkt. Naturgemäß find derartige nahtlose Beutel, zumal wenn fie wie hier au» derbem Stoff bestehen, saft unbegrenzt haltbar. E» läßt fich annehmen, daß fie noch weit weniger leicht zerreißen, al» ein guter Lederbeutel. Dabei ist nach dem vorliegenden Muster auch aus die äußere Ausstattung der Beu el sorgsältig Bedacht genommen, fie haben zum Theil N ckelbügel-verschluß, zum Theil vergoldeten Bügel, unb die Seidenbeutel werden tn verschiedenen Farben geliefert. • Tie Getreuen, in Jever, welche alljährlich btn Fürsten BiSmarck mit ihren originellen Gaben und Geburtstag»- Versen zu erfreuen pflegten, bewahren in ihrem Besitz ein kostbare» Andenken an den großen Kanzler. BiSmarck widmete ihnen 1883 al» Gegengeschenk für ihre wiederholte Aufmerksamkeit einen prachtvollen silbernen Pokal in Form eine» großen Kiebitzeies- oben au» dem Deckel sieht ein kunstreich gearbeiteter Kiebitzkopf heran», unten ragen die Ständer de» Bogel» hervor, auf welchen der Becher ruht. Aeußerlich zeigen fich an dem malt oxydirten Silber die dunklen Flecke de» Kib'tzeie» Da» vergoldete Innere trägt oben im Deckel dal Bi»marck'iche Wappen auf einem Schilde. Der Pokal ist etwa 22 Zentimeter hoch unb faßt reichlich ein halbe» Liter. Die „Getreuen" mochten natürlich bas Kleinod, da» nun für fie noch kostbarer geworden ist, nicht ständig in Gebrauch nehmen. Um aber für ihre Tafelrunde ein ähnlich gestaltete» Werk du besitzen, haben fie fich jetzt vom Bildhauer Magnuffen-Berlin nach dem Pokal BiSmarck» Krüge an» Steingut unb Zinn nachformen lassen, welche zur allgemeinen Benutz, ng ber „Getreuen" dienen sollen. Herr Magnussen, der auch ein Bi»marck-Denkmal in Jever geschaffen hat, zählt zu den Ehrenmitgliedern der „©(treuen". Dr. W. H. o. Riehl. die Hand. München, 27. Juli 1896. Die Renner RilhlS werden sich nInnern, datz der Dichter fich Über das Wesen feinet kulturgeschichtlichen Nooellen tn einer feinet Vorreden ausführlich geäußert hat. Unser Brief fügt diesem Ge- sammtbilde etnißc willkommene E'nzelzüge hinzu. Heidelberg. Proseffot D. »dols D.eißmann. TL gl. Rundsch. wWenschaft, Citeratur und A«nft. — Riehl über seine Novellen. In der prächtigen Novelle Riehls „Die Lehrjahre eines Humorificn" (Gesammelte Geschichten und Novellen, Band 2, Stuttgart 1879, S. 336) kommt folgender Satz vor: „So zog et jetzt bei dem Schein des FeuetS verstohlen seinen Homer in der kleinen Herborner DuodezauSgabe unter der Schürze hervor." AlS ich vor einigen Jahren diese Stelle wieder einmal las, hatte ich mich gerade mit ber nicht uninteressanten Geschichte des Herborner Buchdrucks beschäftigt. Ein Herborner Homer wat mir bis dahin nicht bekannt geworden; Nachforschungen nach dieser Ausgabe führten ebenfalls nicht zu einem Ergebniß. Nun wat an der Sache von vornherein der Umstand etwa» verdächtig, daß die Novelle 1561 spielt, während die Herborner Pteffe erst 1585 in Betrieb gesetzt worden ist. Immerhin körnte Riehl einen ihm etwa bekannten Herborner Homerdruck au» fpäterer Zeit in ber Novelle vielleicht zurückbatirt haben. Oder sollte er feine Angabe etwa völlig fingirt haben d Ich glaubte mich mit bietet Kleinigkeit an Riehl selbst wenbcn zu dürfen, zumal mit fein lebhafte» Interesse für fein alte« Heimalhland und insbesondere für Herborn nicht unbekannt war. Einet Anfrage bei dem greisen Dichter verdanke Ich folgendes schöne Schreiben, das ich zum ersten Jahre»gedLchtniß seines Tode» (16. November) gern hetvothole: „Hochgeehrter Herr Pfarrer! Ich habe die Novelle „Die Lehr- fahre eine« HmnorMen" vor 40 Jahren geschrieben und bin nicht mehr im Stande, übet die Quellen, welche ich benutzte, Rechenschaft zu geben. So ist denn auch mir die Herborner DuodezAuSgabe ganz neu, denn ich pflege meine Büchet nicht mehr zu lesen, wenn fie einmal gedruckt find, und schreibe liebet neue. Soll ich eine Hypothese über mich selber auf stellen, fo glaube ich, daß Sie das Richtige Betroffen haben, indem Sie den Herborner Homerdruck als eine dichtetifche Freiheit nehmen. Entfchuldigt wäre dieselbe dann durch die wohlwollende Absicht, die fast verschollme literarische Betriebsamkeit deS alten Herborn in leise Erinnerung zu bringen. Doch das ist eben nur Dermuthung. Vielleicht wußte ich vor 40 Jahren wirklich von einem späteren Herborner Homerdruck und erlaubte mir nur, ihn in eine etwa» zu frühe Zeit hinauf zur ücken. Ich war bei meinen Novellen stets bemüht, da« culturgeschichtliche Gesammtblld möglichst getreu unb gewissenhaft zu zeichnen; tn Einzelheiten gönnte ich mir Freiheit, habe aber auch da» Einzelne niemals ganz aus der Luft gegriffen. Für Ihre freundlichen Worte meinen besten Dank! ES freut mich immer zu erfahren, daß ich in meiner naffauischen GeburtS- heimath, an welcher mein Hetz allezeit so sehr HMg und heute noch hängt, nicht dergeben bin. Ich sende Ihnen die besten Grüße und drücke Jhnm im Geiste Hottridienst m der Synagoge. SamStag den 19. November 1898. Vorabend 4« Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, ’ SabbathauSgang 5“ Uhr. Gottesdienst der israettttschen Keligionsgesellschaii. babbathfeiet am 19 November 1898. Freitag Abend 41 Uhr, SamStag vormittag 8* Uhr, Nachmittag 3 Uhr, SabbathauSgang 6* Uhr. Nachmittag 2* Ubr Tchrifierklärung 'N der Synagoge. WochengotteSdicnst Morgen» 7 Uhr, Abend» 4 Uhr. Verkehr, Land- unb Vswirtschaft. Gießen, 17. November. Marktbericht. Auf dem heutige» Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.00—1.20, Hühnereier per St. 6—9 4, 2 St. 13-17 H, Enteneier 2 St. 00—00 Gänse- eier per Et U—13 H, Ääfc 1 Et. 5—8 Räfematte per St- 3 Jf, Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar X 0.60—0.60, Hühner per St. X 1.10—1.30, Hahnen per Stück X 0 70—1.40, Enten per Et. X 1.80—2.50, Gänse per Pfund X 0.46—0.55, Ochseustetfch per Pfd. 68—74,$, »uh- und Rindfleisch per Pfd. 46—58 -H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 80 H, fialbfleisck per Pfd. 64—66 Hammelfleiscv per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 bi» 6.50 X, Weißkaut per St. 10-20, Zwiebeln per Str. X 5.00—5.50, Milch per Liter 16 H. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgen» bi» 2 Uhr Nachmittag». Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Neueste Nachrichten. Depefche» bet Bureau .Herold" Berlin, 17. November. Da» „Kleine Journal" meldet au» Part»: Die Blätter find der Anficht, Kaiser Wilhelm werde nach seiner Rückkehr nach Deutschland einen entscheidenden Schritt zur Anräherung an Frankreich zum Widerstande gegen die englischen Welteroberung»pläne thun. Berlin, 17. November. In der Schleiermacherstraße im Süden von Berlin ist in der Nacht zum Bußtag die 31 Jahre alte Prostituirte Emma Siemund ermordet worden. Ale muthmaßlicher Thäter ist ihr Geliebter, der 28 Jahre alte Arbeiter Berkholz verhaftet worden. Berlin, 17. November. Nach einer Meldung au» Shanghai findet daselbst am 21. d». Mt». in Anwesenheit de» Prinzen Heinrich und de» Admiral» von Diederich» rebst sech» deutschen Schiffen die Einweihung de» Denkmal» für die untetgegongentn Offiziere und Mannschaften de» Kanonenbootes „Iltis" statt. Berlin, 17. November. Wie dem „Kl. Joum." zufolge in Mün t,en au» sicherster Quelle verlautet, trifft am 3. De- cember Kaiser Wilhelm und am Tage daraus der Großherzog von Baden -um Besuche de» Prinz-Regenten in München ein. Hamburg, 17. November. An Bord dt» am 8. d. M. von Neapel nach Gibraltar abgegangenen deutschen Dampfer» „Dera" fand eine heftige Explofiou statt, bei welcher drei Mann der Besatzung erhebliche Verletzungen erlitten. Da» Schiff selbst ist unbeschädigt geblieben. Wien, 17. November. Ja hiesigen militärischen Kreisen hat da» allerhöchste Befehlsschreiben in der Angelegenheit del Hentzi-Denkmals einen außerordentlich befriedigenden Eindruck gemacht. Dagegen wird aul Budapest gemeldet, daß die ungarische Opposition dasselbe zu neuen Angriffen gegen die Regierung benutzen wird. Rom, 17. November. Dal Parlament wurde gestern durch den König mit einer Thronrede eröffnet, welche eingehend die Unruhen im Frühjahr behandelt. Die Kretafrage, die AnarchisteU'Lonferenz, die Finanzlage und die Adrüftungl- pläae bei Zaren werden sodann erörtert und zum Schluß betont die Thronrede die friedlichen Absichten Italien». Pari», 17. November. Der Ehesredactear de» Tempi, Deprense ist gestern au» der Liste der Ehrenlegion gestrichen worden. Auch da» Tragen jede» fremden Orden» ist ihm untersagt worden. Pari», 17. November. Der Minister der Eolonien ordnete telegraphisch die Freigabe des Briefwechsel» zwischen Drehfu» und seiner Familie an. Auf Anordnung dtS Gouverneurs von Eaytnne wird Drehfu» ‘ortan al» Angeschuldigter behandelt. Advocat Moruard fiellte den förmlichen Antrag, daß Dreysu» nach Pari» geschafft werde Der Eaffationßhof wird in den nächsten Tagen über dielen Antrag emscheideo. Für heute ist der General Gonl- vorgtladen. Bordeaux, 17. November. Die Schriftstücke, welche Drcyfus infolge Beschluffes des Caffationshofe» zur Beantwortung zugestellt werden müffen, werden am 26. d. Mt». durch einen nach Martinique bestimmten Dampfer nach Guyana abgehen. Von Martinique au» werben dieselben mittelst Specialdampfers in vier Tagen nach Layenne gebracht werden. Brüflel, 17. November. Große» Aufsehen erregt die Verhaftung und Au»wetsnng de» polnischen Professor» Gnmplowitz unb einer 13jährigen Schülerin. Dieselben werden anarchistischer Umtriebe beschuldigt. London, 17. November. Daily Mall commentirt die italienische Thronrede und sagt: Italien werde in Zukunft eine Hintergrund-Politik verfolgen müssen. Der Drei- bunb sei eine Sache der Vergangenheit. Italien brauche keinen Krieg, sondern einen dauernden Frieden, um fich wieder auszurichteu und Reformen zu machen. Üaqeine, 17. November. Dreyfu» ist gestern Nachmittag um 4 Uhr von dem Beschlüsse des Caffationshofes benachrichtigt worden. Ueber dm Eindruck, welchm diese Mlltheilung auf ihn gemacht hat, wird bi» jetzt vollständige» Stillschweigm beobachtet. Milch nicht zuträglich. Dann versuchen SU dieselbe mit etwas Mondamin von Brown und PoUon ea. »ehn Minut-n gekocht. Nehmm Sie nur soviel Mondamin, daß die Milch cremetrttg wird. Die durch Mondamin erlangte leichte Derdaulichkett der so nahrhaften Mllch ist von den Herren Aerzten anerkannt. Für Brown und Polson'» gute Qualität bürgt am besten deren 40 jähriger Welttuf. Mondamm ist überall in Packeten ä 60, 30 unb 15 Pfg. erhältlich. EngroS bei Türk u- Pabst, Frankfurt a. M. per Vt Äilo. 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Gießen, den 15. November 1898. Wrtaction: C. Burkhardt. — »ruck mU Bert« der BrLhl'sche» llmverfitätS-Buch- und Steiodruckerei (Pietsch Erde«) in Gießen. Geschäfts-Eröffnung. Einem hiesigen Publikum zur gefl. Nachricht, daß ich mit dem Heutigem Reines Schweineschmalz Pfd. 50 Pfg. Prima Wurstfett „ 44 „ Feinste Tafel-Sardellen „ 1.60 Mk. Heringe Stück 5 Pfg. Rollmöpse Stück 5 Pfg., 50 Stück Mk. 2.25, 100 Stück Mk. 4.50. Carl Stiickrath, Möbelfabrik GIESSEN Offene Stellen Gummirte Mklßegelimkeil in den ikrschudeufltii AussSyrullges nnb farbtn. Gewöhnliche Größe. Junges Ehepaar, ruhige Miether, sucht I «MMWAMWWWWMWWWWWWVVM per December d. I. Wohnung, 2 Stuben fi5o666äOÖ66MOÖ0Ö00Ö0C00 und Küche nebst Zubehör, in besserem I VWUWWWUWVMVww ----- Hause. Preis 16 bis 18 Mk- Offerten unter Nr. 11437 an die Exped. d. Bl. 11426] Eine Mansardenwohnung mit! 11443] Wer hat für eine arme Familie Wasserleitung zu vermiethen. leinen alten Kleiderschrank billig abzu- Rodheimerftraße 38. I geben. 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