N)r. i Uhr: unlnng M«. 9232 -Sytonb^ ein. ^tewBet: t Mt ’«• 9234 !$MMe_ooi. ingm. ev 19, d. M. .. e 9210 läier. / sowie ein tot» prion in W« Stylnkt st CTg 920? ässer. ii ♦♦ st in Bnlin noch- m 70 W * yel-AnM. A 75. er) kostet, wenn er abrikatsMt ftnb bei nns in ib höher )u haben- ^N61 1887 Srid ISS«. enle l t 85.6^ 101.81 23 W 97.95 44.30 101.50 100JO . 99.50 99-00 I 100-60 . 101'6 en von Obi- Stunt;6.',06 St-un'.$1,00 Muk-V'" ■i 80,i .169-76 .[4.18*/» ,r aut wenn NacW'i SEILE iobeininß60'. ni^ j BleiohMt!büra»r aus den in den Amts' gericht-bezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden bei Kreises G'eße" Donnerstag, den 22. September d. I., Nachmittags 2 Uhr, in dem Rathhause zu Ltch,- 2. der Orts« und Staatsbürger aal ben in den Amt!- gerichtlbezirken Hungen, Laubach und Nidda gelegenen Gemeinden bei Rretfel (Stehen Montag den 26. September d. I, Nachmittags 2'/. Uhr, in dem Rathhause zu Hungen- 8. der Ort»- und Staatsbürger au- ben in dem Amts« gerichtibezirk Gießen gelegenen Gemeinden DieuS- tag, den 4. October d. I., Bormittags 11 Uhr, in dem Regierungsgebäude (auf dem Brand) zu Gießen. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzulaben und, wie geschehen, unter Angabe bei Namen der Borgeladenen anzuzeigen oder zu berichten, daß Niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. v. Bechtold. Fürst Bismarck über die anarchistischen Verbrechen. Unter diesem Titel veröffentlichen bie „Hamb. Nachr." einen Artikel, der die Anfichten des Fürsten Bismarck über anarchistische Verbrechen wiedergidt. Wir entnehmen den intereffanten Ausführungen nachstehende Mittheilungen: „Fürst Bismarck sagte in einem Gespräch, dal er 1894, bald nach der Ermordung CarootS, mit dem Vertreter des Blattes führte, daß, wenn man psychologisch nach dem Ursprünge der Secte der Anarchisten suche, man nothwevdig ans den Nährboden der Socialdemokratie stoßen müffe, von deffen Vegetation fie fich abzweige, je nachdem, wie es die Klüftigkeit der Förderung Seitens der Lehrer und Führer einerseits, und die Empfänglichkeit und die Triebkraft bei Belehrten und Verführten andererseül mit fich bringe. Jedeu- falll habe man in Europa vor der Eindringung der Social- demokralie solche secienhaft und genoffenschaftlich auftretenbe terroristische Mord- und Verbrechen-p'.demie, wie die anarchistische, nicht gekannt. Der Zusammenhang sei unverkennbar. Außerdem vertrat der Fürst die Ansicht, daß el fich bei dem anarchistischen Verbrechen um eine ansteckende Krankheit handle, bei der häufig Elelkeit und Ruhmbedürfniß wirksam seien. In dieser Beziehung machte er folgende Ausführungen: Namentlich der Südländer, so äußerte der Fürst, habe ein solches Bedürfniß nach Eindruck und momentaner Anerkennung, daß ihm die Zeit, die zwischen seinem Verbrechen und der Hinrichtung auf dem Schaffst vergehe, wo er den Mittelpunkt bei Jutereffei bilde, eine hinreichende Entschädigung für den Verlust bei Lebenl dünke. Sehnliche! sei auf der besseren Seite der menschlichen Leidenschaften analog der Fall, namentlich in Frankreich. Um nur ein Beispiel anzuführen, erinnerte der Fürst an den bekannten Vorgang der Erstürmung der Brücke, die später Pont d'Arcole genannt worden sei. Dieser Sturm habe in der Weise stattgesunden, daß die ersten Angreifer hätten fallen müssen, sobald die Brücke unter Feuer gelegen habe. Der Erste, der geblieben, fei ein Schüler der Scole polytechnique, Namen! Arcole, gewesen und nach ihm, nicht nach der Schlacht von Arcole, heiße die Brücke. Er habe den Nachruhm mit den wenigen Secuuben bezahlt, die zwischen dem Moment, wo er die Fahne zum Sturm ergriffen habe und dem Moment gelegen hätten, wo er, unter den Kugeln zusammendrechevd, seiner Umgebung zugerufen habe: „Souvenez-vous, que je me nomme Arcole 1* Durch diese wenigen Secunden habe er sich für das Opfer feine! Leben! entschädigt gefühlt. Die Selbstaufopferung Eiozelner komme auch im Kriege vor- dort beruhe fie aus höchster vaterlaudS- liebe und auf einer Selbstlofigkeit, die nicht! mit dem ruhmsüchtigen verbrecherischen Wahnsinn der anarchistischen Selbstvernichtung gemein habe. Besonder! interessant war die Parallele, die Fürst Bilmarck zwischen den Anarchisten und der indischen Mord- secte der Thug! zog. Ihr B.'ispiel sei lehrreich. Im Jrhre 1831 habe der englische Gcneralgouverueur von Indien, Lord William Beotivck, ernste Maßregeln gegen fie ergriffen und bereit! im Jahre 1835 wären über 1500 Personen all Thug! verurtheilt gewesen. Die bloße Zugehörigkeit zu dieser Secte habe den Grund zur Berurtheilung gebildet. Daß die Engländer, die sonst so gern all die „bevorrechtigtsten Vertreter der Humanität" gefeiert würden, mit dieser Secte kurzer Hand aufgeräumt hätten, indem fie einfach alle Individuen, die dazu gehörten, ohne daß sie ein bestimmte! verbrechen begangen hatten, hinrichteteu, erscheine bemerkcnlwerth; die Engländer hätten in Erfüllung der Aufgabe gehanbelt, die ihrem Schutze Übergebenen Mitmenschen gegen Meuchelmord zu sichern und seien dabei vor keinem Mittel zurückgeschreckt. Der Fürst ging dann auf die rusfischen Nihilisten über. Sie gehörten nach seiner Ansicht in die nämliche Kategorie. Junge Leute, meisten! einer bestimmten GeisteldÜpofitiou angehörig, würden durch Erziehung und Umgang so beeinflußt, daß ihnen der Mord im Allgemeinen und der politische Mord im Besonderen al! Zweck bei Leben! erscheine, für ben fich aufzuopfern fie bestimmt seien. In Rußland reiche die Zugehörigkeit zu der Secte der Nihilisten, wenn fie nachgewiesen werde, hin, die Betheiligteu in Sibirien unschädlich zu machen- die 6000 bis 10000 Werst, die zwischen Sibirien und dem europäischen Rußland lägen, würden all ebenso wirksame Schutzmittel angesrhen, wie die Tobelstrafe. Die Verbannung nach Sibirien sei für die Betheiligten auch kaum angenehmer." Höchste Beachtung verdient, wal Fürst Bilmarck über die Bekämpfung der anarchistischen Epidemie sagte: „Zum Schutze der verbrecherisch bedrohten Menschheit ist jede! energische Mittel ebenso indicirt wie gegen jede andere ansteckende Krankheit ober Landplage. Der modernen Mörder- secte gegenüber befindet fich die menschliche Gesellschaft i« Zustande der Nothwehr. Wer in der Nothwehr tödtet, kann fich nicht fragen, ob seine Handlung ein Act der Gerechtigkeit ist. Sein Bedürfniß ist eben, fich zu vertheibigeu. Ist nicht die staatliche Gesellschaft ben Anarchisten gegenüber in der Lage bei friedlichen Manne!, der durch Angriffe in den Staub der Nothwehr versetzt wird, und der fich wehrt, wie er kann? Wenn ein Gewalthaber, König ober Diktator, fich die Berechtigung beilegt, die Leute, die ihm gefährlich find, ohne Weitere! au! der Zahl der Lebenden zu streichen, wie dal in der Geschichte vorgekommen ist, so bezeichnet mau ihu und seine Schergen al! Bluthunde. Sind nicht die anarchistischen Mörder in der analogen Lage und verdienen fie nicht diese Bezeichnung, welche wir in der Presse zu schüchtern sind ihnen zu geben?" Feuilleton. K. A. 1898. Humoreske von Arnold Bevern. (Nachdruck verboten.) Ich bin Arzt und hatte mich fett etwa drei Monaten io einer boyerischen Kreilfladt ntebevpelaffen. Leider brach in ben ersten vcht Wochen meiner Anwesenheit dort keinerlei Epidemie aus und mir blieb, nachdem bie üblichen Besuche gemacht und angenommen waren, recht viel freie Zeit. Dal muß voraulgeschickt werden, wenn ich für da! Folgende verfiaobuiß finden soll. Nun halte ich also von 3—6 Uhr Nachmittag! meine Sprechstunde augesetzt. Wal will man während dieser Zeit thun? Dableiben »uß man, dal steht fest, denn wenn doch wirklich ein Patient käme, wäre el fataL Ötnbiren kann man aber unmöglich, wenn man so sehnsüchtig auf dal Bimmeln der Hausglocke wartet, wenn man so innig fich einen Patienten wünscht, tote ein angehender Schriftsteller den Verleger. Also — in einer dieser schrecklichen Sprech- ober besser Schwe'gstuoden la! ich au! lauter Langeweile schließlich ZettuugSanuovceu. Nicht etwa Heiratllgesuche — nein. Ich hatte eine vornehme Revue vor mir, in welcher auch in dieser Beziehung nur Gewählte!. Schließlich aber feffelte mich ein Inserat. Es hieß: „Schriftsteller, jung, vereinsamt, wünscht Briefwechsel mit einer ebenfalls alletnstth-ndeu, gebildeten jungen Dame. Briefe unter H. A. 1898 —" re. Nun bin ich aber ein männlicher Doctor medicinae und nicht etwa eine junge emandptrte Dame. Doch dal mit dem vereinsamt sein stimmte nur zu sehr, während der Sprechstunde, höchster Bildung rühme ich mich auch — und vielleicht machte mir die Sache irgend einen Spaß. Man kann nie wissen, wal für D nge au! ganz un- bebeuieaben Anfängen entstehen können. Jebensall! beschloß ich, den Rest der mir noch auferlegten Wartezeit im Sprechzimmer zu einem Briefe an ben einsamen Literaten zu verwenden. Ich schrieb Folgende!: Sehr geehrter Herr! Einsam, wie Sie selbst, fühle auch ich da! lebhafte Be« dürfnlß, wenigsten! einen Menschen zu finden, der mir näher- treten wollte. Zwar schreibe ich selbst nicht Bücher, aber ich lese gern solche, und die Ihrigen müffen ohne Zweifel ein großer Genuß sein. Noch viel schöner aber denke ich mir, mit einem Schriftsteller selbst in persönliche Beziehungen zu treten. Ich will aufrichtig gegen Sie fein. Ich mache el zur einzigen Bedingung, daß Sie mich nlemall helrathen wollen, denn bie'em Wunsche, geehrter Herr, ständen unüberwinbliche Hlnberniffc gegenüber. Wenn Ihnen aber da! genügt, wal ich sonst aal meiner Einsamkeit heran! bieten kann, so seien Sie meine! wärmsten Interesse! versichert. Mit vorzüglicher Hochachtung Elotilde Hartenberg, p. Adr. Herrn Dr. med. Bernd Hartenberg (welcher mein Bruder ist). Anlbach Hospastenftraße. Diesen Brief trug ich, all meine sogenannte Sprechstunde endlich vorüber war, eigenhändig in den Postkasten und war nun ganz neugierig, ob dieser dumme Kerl von Schriftsteller wirklich antworten werde. Kaum jedoch waren vier Tage vergangen, all auch schon ein Brief an mich dalag. Er kaum au! München und war von einer ganz fremden Hand. Bor jeder Störung sicher, machte ich mich sogleich au die LectÜre: Sehr geehrte!, gnädige! Fräulein I Unter den vielen Briesen, welche mich io meiner Vereinsamung trösten wollten, sand ich keinen, welcher mich f» sympathisch berührte, al! Ihre liebenswürdigen Zeilen. Auch mir liegt, wie Ihnen, ber Gedanke an eine Ehe durch die Zeitung fern, — auch bei mir stellen fich in diesem Falle unüberwindliche Hinderniffe entgegen, trotzdem ich unvermählt bin. Aber dennoch ist eS mir ein lebhafieS Bedürfniß, mit einer gebildeten, vorurtheilllofen Dame Briefe zu wechseln und vielleicht auf diese Weise Einblicke in eine fremde Seele thun zu können, die mir sonst versagt bleiben müffen. Sprechen Sie offen: Haben Sie schon geliebt? Stand Ihnen ein Mann jemals näher? Was halten Sie überhaupt von Liebe, von Glück, vom Leben ? Doch ich frage viel auf einmal — und vielleicht zu kühn. Aber schenken Sie mir Ihr Vertrauen, ElotUde. Mit dem Ausdruck verehrungSvollster Ergebenheit Ihr Hermann Alfen, Schriftsteller. München, Akademiestraße 21 II. Nun, — neugierig war mein Schriftsteller und ein blichen ungenirt jedenfalls auch. Da! machte aber nicht!, er konnte am Ende ein ganz netter Kerl fein. So schrieb ich wieder. Den l vielleicht ein paar an- erreicht und auch die bescheiden geisternng den muthtgen Entschluß Uaterschriftenfälscher zu Täuschung verzeihen zu lasten und genehme Tage mit ihm zu verleben. Die Akademiestraße war bald Wohnung de- Herrn Dr. H. Alsen. Ich muß gestehen, daß ich nicht faßte, mich sogleich als Lügner und als 50 Jahren der erste Anschlag, der auf das Leben der \ Gemahlin eines Monarchen gemacht worden ist. Die Preu- , ßische Königin Elisabeth war wohl die letzte Frau, die, als Gemahlin eines gekrönten Hauptes, der mörderischen : Kugel ausgesetzt war, die allerdings dem neben ihr im Wagen sitzenden Könige Friedrich Wilhelm IV. galt und die von ; dem wahnwitzigen Bürgermeister Tschech abgefeuert war. : Unwillkürlich lenkt sich der Blick auf die lange Reihe von Attentaten, die von den Anhängern der staatgefährdenden Parteien, den Sozialdemokraten, Anarchisten, Nihilisten, Irredentisten und wie sie heißen mögen, verübt worden sind. Von den regierenden Frauen ist die Königin Victoria von England während ihrer Regierungszeit allein acht Anschlägen auf ihr Leben ausgesetzt gewesen; zuletzt plante am 2. März 1882 ein stellenloser Commis ein Attentat auf die Königin und am 21. December 1887 wurde eine Dynamit-Verschwörung gegen sie entdeckt und rechtzeitig vereitelt. Das Leben der russischen Zaren war fortwährend durch die Bomben der Nihilisten bedroht. Am 14. April 1879 feuerte der Nihilist Solowiew drei Schüsse auf Alexander IL ab, am 1. December desselben Jahres sollte der Kaiserliche Extrazug in Moskau in die Luft gejagt werden, am 17. December 1880 wurde der kaiserliche Speisesaal durch Bomben zerstört, bis endlich am 13. März 1881 der unglückliche Zar durch die unter den Schlitten geworfenen Orsini-Bomben sein Leben aushauchte. Sein Sohn und Nachfolger Alexander III. war am 13. März 1887 durch nihilistische Studenten bedroht und am 29. October 1888 geschah das furchtbare Eisenbahnunglück bei Borkt. Auf das geheiligte Haupt des ehrwürdigen Kaisers Wilhelm I. verübte Hödel am 11. Mai 1878 seinen Mordanschlag und drei Wochen später, am 2. Juni desselben Jahres, wurde der Kaiser durch Schüsse des Nobiling ver- wundet. Noch einmal war das Leben des Kaisers, sowie das des Kronprinzen und mehrerer deutscher Bundesfürsten durch einen anarchistischen Anschlag bedroht, als sie bei Einweihung des Niederwalddenkmals 1883 in die Luft gesprengt werden sollten. Die Anstifter Reinsdorss und Genossen wurden zum Tode verurtheilt. Auf das. Leben unseres jetzigen Kaisers war es durch die bekannte Radischensamen- fendung aus Orleans vom 25. November 1893 abgesehen. — Der jetzige König von Württemberg war als Prinz am 20. October 1889 durch die Reooloerschüsse einer jungen Mannes gefährdet. — Den König Humbert von Italien suchte am 17. Nov. 1878 Passavante durch Dolchstöße zu tödten, einem zweiten Anschläge war er am 22. April 1897 ausgesetzt. Der Präsident der französischen Republik Carnot war am 5. Mat 1889 das Ziel eines Revolverattentats auf einer Fahrt nach Versailles und nach dem fürchterlichen Attentat durch Caserio am 24. Juni 1894 hauchte Carnot durch zahlreiche Dolchstiche schwer verwundet seinen Geist aus. Präsident Faure war am 13. Juni 1897 auf der Fahrt nach Longchamps einem Atttentat durch Bomben ausgesetzt. — Auf den König von Griechenland feuerte ein Mörder am 26. Februar ds. Js. Revolverschüsse ab. — Der Spanische General Martinez war am 8. August 1893 einem Attentat ausgesetzt; am selben Tage 1894 wurde der Ministerpräsident Canovas ermordet, am 7. Juli 1890 der Präsident Merendez der Republik San Salvador. Eine Verschwörung gegen Clemana, den Präsidenten der Republik Argentinien, wurde rechtzeitig entdeckt. Am 5. November 1897 wurde der Präsident der Republik Brasilien, de Moraes, durch ein Attentat bedroht. Auch die Schweiz, der Schauplatz dieses neuen furchtbaren Verbrechens, hat ihren politischen Mord aufzuweisen. Von Anarchisten wurde am 11. März 1884 der Vorsitzende des sozialdemokratischen Grütlivereins, Salluz, » in St. Gallen ermordet, weil ihm die schroffe Ablehnung der eine schier unermeßliche. Urberall klang e-: „Rose aus B.Y'.rnland, Lieblich und traut, Nun grüßt Dich ganz Oesterreich Daun kam der Fürst wieder auf den Vergleich zwischen den ThugS und den Anarchisten zu sprechen und schloß: „Die Bildung der ThugS und ähnlicher Seeten im Orient fand innerhalb von Bolk-gebilden statt, wie sie in Europa heutzutage nicht existiren. Wir haben eS mit einer in der Christenheit neuen Krankheitserschetnuug zu thun. Will man sie bekämpfen und heilen, so wird mau zu ueuen Mitteln greifen müssen." Der Fürst meinte die», wie er htuzusügte, nicht in Bezug auf die Massen der Verführten, sondern in Bezug auf ihre Jrrlehrer und Führer. Die Ermittelung und Feststellung derselben scheine ihm eine Ausgabe der politischen Wissenschaft und der Brthätiguug ihrer Lehren zu sein. Schrsfrirachrtchteni Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch bi« Agentm Lari LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 15. September. (Per transatlantischen Telegraph! Der Schnellpostdampfer Trave, Capt. C. Thalenhorst, vom Nor^ deutschen Lloyd tn Bremen, tfl gestern 5 Uhr Nachmittag« wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 15. September. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer Weimar, Capt. F. Mentz, vom Norddeutsch« Lloyd tn Bremen, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten tn Newyork angekommen. Vermischte». * Hebet das Nordlicht vom 9. September schreibt man der „T. R." vom Meteorologischen Observatorium auf dem Brocken: Gestern Abend zeigte sich hier eine der seltenste Naturerscheinungen, bte tn unseren Breiten am Himmel wahr« genommen werden können, ein Nordlicht von ungewöhnlicher Stärke. A!» der Beobachter um 9 Uhr tu'S Freie trat, be- merkte er am nördlichen Horizont über der dunklen Dunst- schicht, die schon seit einigen Tagen die Ferne verhüllt hatte, einen weiß-grünlichen Schimmer, der bogensörmig in flacher Krümmung von Westnordwest nach Nordost reichte. Es war keinen Augenblick zweifelhaft, daß dieser ungewöhnliche Schein ein Nordlicht bedeutete und daher wurde sofort eine genaue Beobachtung der Erscheinung begonnen. Die Helligkeit de» flachen Lichtbogen» nahm während der nächsten halben Stunde langsam zu, gleichzeitig hob er sich langsam über den Horizont, sodaß seine Scheitelhöhe um 9 Uhr 45 Mtn. etwa 12 Grad betrug. Von 9 Uhr 20 Mtn. ab gingen von ihm in radicaler Richtung helle Strahlen au», deren Breite, Länge und Licht- stärke fortwährend Schwankungen unterworfen waren. Um 9 Uhr 30 Min. erschien plötzlich die dunkle Unterlage der Erscheinung tn helle Flecken von ziemlich scharfer, vertikaler Begrenzung aufgelöst, die Leuchtkraft nahm gleichzeitig bedeutend zu, und ein röthltcher Schimmer zeigte sich über dem Sternbild des Großen Bären. Gleich darauf gingen Helle, breite Strahlen im Nordwesten und Nordnordosten vom Licht- bogen aus. Die bedeutendste Lichtentfaltung begann aber erst um 9 Uhr 40 Mtn., al» von fast allen Theilen der Lichtbogen Strahlen anfschoffen, die zunächst im Nordosten, daun auch im Norden und Nordwesten eine prachtvolle satte dunkelpurpurne Farbe annahmen. Einzelne Strahlen gingen bi» über den Polarstern hinaus (bis 55 Grad Höhr). Etwa 10 Minuten lang hielt sich diese lebhafte tn ihrer Structur langsam, aber stetig wechselnde Lichterscheinung auf ihrem Höhepunkt, dann verblaßte das reizvolle Bild, nur vorübergehend leuchteten Strahlen mit matterem Schein und Farbeutou auf. Der Lichtbogen senkte sich langsam und verschwand nach anarchistischen Bestrebungen durch die Schweizer Sozialdemokraten zugeschoben wurde. * „Kuustfnhrer" in Pari». In einem Pariser Museum hat mau den Anfang gewacht, Führer anzustellen, die den Fremden in sachverständiger Form auf bte Kunstschätze des Hanse» aufmerksam machen. Der Versuch hat so viel Anklang gefunden, daß die ganze Kunststadt Pari» bald an der Hand eine» osfictellen und hoffentlich auch comperenten Führer» za durchwandern sein wird. Man wird bald im Louvre nicht mehr den Fremden begegnen, denen, vor einem Rembrandt stehend, die Phantasie einen Meister der französtschen Schule walt, oder die in der berühmten Venn» da» Werk de» unsterblichen Milo zu bewundern glauben. Man geht mit dem Gedanken um, verschiedene Gruppen von Führern auSzu- wählen, die von der Regierung angestellt werden, nachdem fie vor einer Jury von Künstlern und Professoren de» Museum» da» Examen bestanden haben. Einzig diese osfictellen Führer werden die Besucher durch die Säle des Museum» geleiten dürfen, um ihnen genaue und sichere Auskunft über die ausgestellten Werke zu erthrilen. * Die weibliche Schönheit muß bei uns schon ziemlich selten geworden fein. Die Amtsanwaltschaft zu Liegnitz verfolgt steckbrieflich eine sechszehn Jahre alte Webertochter Elise Karthäuser aus Berlin, die sich der Sachbeschädigung schuldig gemacht haben soll. Die Amtsanwaltschaft giebt als besonderes Kennzeichen ein „hübsches Gesicht" an. ♦ Sine Schachpartie vor 216 Jahren. Dem N. Wiener Tagbl. schrübt man: ES wundert mich, tn der Debatte über die Geschichte de» „lebenden Schachs" kein Wort von de« Schachspiel gehört zu haben, welche» der prunkliebende Kurfürst von Sachsen, Georg III. im Jahre 1682 in Karlsbad veranstaltete. Ja mehr, der Kursürst, der ein großer Freund de» Schachspiel» war, dürfte wohl auch der Erfinder de» Spieles mit lebenden Figuren gewesen sein. Auf der Wiese neben der Johannisbrücke (jetzt der Garten de» Hause» „zum goldenen Schild" wurde eine große Räumlichkeit al» Schachbrett abgesteckt, und die Felder mit weißen und schwarzen Tüchern bezeichnet. Die uöthige Anzahl Figuren stellte da» Gefolge des Kurfürsten und de» Herzog» von Lauenburg, der gleichfalls damal» zur Eur tu Karlsbad weilte. Alle Thetl- nehmer wurden entsprechend costümirt, und zwar der eine Thetl in weißer, der andere tn schwarzer Farbe. In angemessener Entfernung wurden rings um da» Schachbrett Tribünen für die geladenen Gäste aufgestellt, während für die beiden Schachspieler, den Kurfürsten und den Herzog, für Irden auf der Seite seiner Figuren eigene Estraden errichtet wurden. Ungeheuer feierlich, unter den Klängen eine« Marsches, erfolgte der Aufmarsch der beiden Armeen, die durch ihr Exterieur, sowie durch ihr gravitätisches Auftreten große Heiterkeit erregten. Da» Spiel selbst ging gan-regelrecht vor sich, die Figuranten begaben sich mit größter Prä- elften je nach dem Geheiß der Spieler auf die betreffenden Felder des weiten Brette». Der genaue Verlauf der Partie ist un» leider nicht erhalten geblieben- nur soviel melden die Chroniken, daß sich der Sieg bald dem Kurfürsten zuneigte. * Erklärt. Gast: „Wie kommt e» nur, daß man bei Ihnen immer die meisten Speisen gestrichen findet?" — Oberkellner (dem Fremden in» Ohr flüsternd): „Unser Herr Pcinzipal war früher Regisseur!" 10 Uhr, ein blasser Schein wurde noch nach halb 12 Uhr, al» die Beobachtungen abgebrochen wurden, im Norden wahr- geuommen. • Hebet die Verlobung de» Kaiser» Franz Josef mit der Herzogin Elisabeth in Bayern berichten Wiener Blätter: Die spätere Kaiserin Elisabeth war al» zweite Tochter de» Herzog» in Bayern Maximilian Josef und der Herzogin Ludovica geboren. Die Mutter de» Kaiser» Franz Joses war die Schwester der Herzogin Ludovica, und al» für den 23jährigen Kaiser die Ehefrage herantrat, lenkten fich ihre Blicke wohl auf die zu liebreizender Schönheit erblühten Nichten Helene (spätere Fürstin von Thrrrn und Toxi») und Elisabeth. Im August 1853 lernte der Kaiser seine Coufiueu tn Ischl kennen. Auf einem Ball an seinem Geburt»tag, dem 18. August, erschienen beide schmucklo» in einfache» Weiß gekleidet. Man bemerkte, daß Erzherzogin Sophie ihre ältere Nichte Helene besonders anSzeichuete,- um so mehr fiel e» auf, daß der Kaiser nach einem Tanz mit der Jüngeren dieser einen Blumenstrauß überreichte. Am nächsten Morgen erschien er tn ihrem Gasthof mit den Worten: „Ist Sifi schon wach?" Als der jungen Elisabeth die bevorstehende Werbung von ihrer Mutter mitgetheilt wurde, soll fie gerufen haben: „Das ist unmöglich, ich bin ja nur so ein winzige» Ding!" Beim Kirchgang am 19. August — so erzählt ein österreichischer Historiker — fie eS auf, daß bei der Thüre de» Gotteshauses Erzherzogin Sophie ihrer jüngsten Nichte den Vortritt liefe. Nach dem Meßopfer führte Franz Jofef I die Prinzessin Elisabeth zum Altar und sprach dem Priester die bedeutsame Bitte au»: „Herr Pfarrer segnen Sie ua»! Das ist meine Braut!" In Oesterreich und namentlich in Wien wurde bte Meldung von ber Verlobung mit Jubel auf- Es war in bet Einsamkeit meiner Sprechstunden gan- nett, sich mal al» junge Dame zu fühlen. Mit der Zeit wurde diese Correspondenz eine ganz eifrige, mein Partner gefiel mir bei näherer Bekanntschaft immer besser — und ich begann schon mit Sehnsucht auf die Briefe zu warten, wenn sie mal au-blieben. Mein Correspondent mußte ein ganz prächtiger Mensch sein. Indessen machte sich meine Praxi» gar nicht besser. Seit drei Monaten saß ich nun in dem feierlichen Neste und hatte keinen Patienten — aber keinen. DaS war doch nicht länger zum Aushalten. So beschloß ich, mich mal in München umzusehen, ob dort vielleicht eine Niederlassung eher Erfolg haben würde. Ich suchte einen alten Collegeu auf, übertrug ihm vertrauensvoll meine Praxi», ließ da» auch für alle Fälle in die Zeitung setzen und reiste nach dem famosesten Ort der Welt. Nachdem ich dort einige nöthige Schritte gethan, beschloß ich, meinen Freund, den Schriftsteller, aufzusuchen, mir bte Arr-Knr- Xriest, 16. September. Dir Verfolgungen der Italiener haben hier unb in bet Umgebung aufgehört. Nur in Duino wurde da» italienische Schulgebäude von Slowenen zerstört und in Brand gesteckt, sodaß nur noch die Mauern stehen blieben. gonbon, 16. September. Aus Hongkong wird gemeldet, die Amerikamer find über die Haltung de» Insurgenten- general» Pilar sehr bestürzt. Trotz des Waffenstillstände» beschäftigt sich derselbe mit der Instandsetzung der Befestigungen zwischen Manila und Cavite. Bukarest, 16. S'ptember. In Kialafat wurde der au» Köln a. Rh. nach Unterschlagung von 86000 Mk. geflüchtete Handlung»- Commis Jakob Waldapfel verhaftet. Ein größerer Thetl der veruntreuten Summe wurde noch bet ihm vorgefunden. Al» hehre Braut." großartigen VermählungSfestlichkeiten folgten 1854 Reisen des glücklichen KailerpaareS durch alle Provinzen. * Da» Attentat auf die Kaiserin Elisabeth ist seit mehr genommen, und aiS die Brant im nächsten Frühjahr von Bayern, zu Schiff donauabwärt» fahrend, tn Wien erschien, und lieblich und so bezaubernd schön, war die Be- Wissenschaft, Literatur nnd rinnst. — lieber das Verkehrsmittel des Zukunftsmenschen den Automobilwagen bringt bte soeben erschienene Nummer 37 der „Umschatt" (Frankfurt a. M.) einen Aussatz von Ingenieur W. Freyer, der bte Entwicklung dieses modernsten Fuhrwerks von seinen primitivsten Anfängen bis zu den heutigen schon recht vollkommenen Ausführung« schildert Zahlreiche Abbildungen von Motorwagen erläutern bte sehr interessanten Ausführungen. Dieselbe Nummer enthält einen Artikel über Neue Plakate, der durch die Wiedergabe einer Anzahl ber besten Plakate illuftrirt ist. Der 70 Geburtstag deS russischen Dichters und Denkers Leo Tolstoi ist für die Umschau Veranlassung, sich tn einem Essay, von Leo Berg, „Tolstoi und die Kunsts mit diesem eigenartigsten Charakter der modernen Litt ■ratur zu beschäftigen. Von den kleineren Beiträgen von Nr. 37 sind bte Beschreibung des „Gas-Selbstzünders Fiat Lux" und eine Untersuchung von Prof. Graetz über den französischen Humbug der sog. „Handstrahlen" zu nennen. — („Der Stein der Weisen.") Dies« vei dienstvolle Revue, welche mit so durchschlagendem Erfolge sich ausschließlich mit der Popularisirung der Wissenschaften, beziehungsweise den gegenwärtigen Fortschritten derselben beschäftigt, blickt nunmehr auf eine zehnjährige, sehr ersprießliche Thätigkeit zurück. Wo immer man für naturwissenschaftliche Entdeckungen, technische E-findungen oder sonst Neues aus geistigem und materiellem Gebiete Interesse hat, besitzt ber Name „Stein ber Weisen" besten Klang. Mit einem vielversprechenden Prospect und einem reichhaltigen, von zahlreichen in- structiveii Abbildungen geschmückten 1. Hefte tritt nunmehr diese Zeitschrift (A. Hartleben's Verlag, Wien) in ihren XL Jahrgang. Eröffnet wird derselbe mit einer inhaltreichen Abhandlung über Luftballons und Flugmafchinen, an welchen zunächst ein naturwissenschaftlicher Aufsatz über die merkwürdigen Kannenpflanzen (mit Bildern), sodann eine technische Abhandlung über SchiffSge- schütze (mit Bildern) anschließt. Für deutsche Leser ist vornehmlich bie Schilderung des neuerftandenen Ahnensitzes Schloß Burg deS Hohenzollernhaufes (mit Bildern) von actuellem Lnteresie. Sehr schön sind die beiden ganzseitigen Abbildungen Deutsche Schiffbauanstalten, sowie die ben Aussätzen über Die Krupp'sche Gußstahl- sabrik unb Eisenbabnunsälle deigegebenen Illustrationen. Verschiedene Notizen, naturwissenschaftliche Mittheilungen, Bucherbesprechungen u. s. w. vervollständigen den Inhalt des v-rltegenden Heftes. Auf die Reichhaltigkeit desselben gestützt, darf erwartet werden, daß die verdienstvolle, populär-wisienschaftliche Revue auch fernerhin sich auf der Höhe ihrer Aufgabe halten wird. Jede Buchhandlung giebt auf Verlangen Probehefte ab. präfeuttren. E» bot sich ja sonst ein Vorwand. So beschloß ich, den Besuch im Namen meiner Schwester Clotilbe zu machen — rc. Ein Diener öffnete mir. Mein Correspondent schien in guten Verhältnissen zu sein „Herr Alsen zu sprechen?" „Bedauere, er ist auSgegangen — aber —" „Könnte ich warten?" „Gewiß, denn der Herr Doctor kann jeden Augenblick hier sein. Wollen Sie etntreten--" Ich gab dem Diener ganz gedankenlos da» Besuchblatt, auf welche» ich die Worte gekritzelt: „Im Auftrag meiner Schwester Clotilde." (Schluß folgt.) W bl bl« l<" kW j ‘ 22. S-p" ^mittags 1 Gieße Krippen, pusen, F MÄ neu, sowie Miethe Mn Fordernngei Rechlswohltha! tretenen M Licdmauu bei Mimtz binnen einer zeichneten Gk Gießen, 1 Gro L< Arbeit Die zur $ Aunnens erf MaterlMfn DieMag 9lad ans dem (Semei in Bmnnenmch Zimmerarbeit Steinhauerarl ^Werarbei. Pumpenmachei Masterarbetter Gießen, 16. Der Kreis ______Sen 'äefatiti ■Bon bem Güte Musen soll ei ?‘9 Zerplatz vor Mctanten woQ SöÄ ?dr, im G Landes ber um feOn Wen durch 4 ^Eunst erteil &LVI 'N Marburg, b ^«'gliche ( benÄerur,9 sÄ'Mi Ä-W nd> m Rz 8,257 1,18 Kop ÄS StiS SÄ' ^‘riebSMr S9eb°t finv * Sn ®-hu, 7°, tu i’ MB 6,"‘ ’ Wimi |a 7®}u v,cht *ta 6d),it Wuk bti Ul„ *J,ttn oiiiiu, !'b“' °W„ Wffortu bti °«sr officUlea dl« SRuluai “öllunft flbtt W* jitmlii /Liegvitz :,e Weberlochl« AesWgmg W giebt alt an. in» N. glatt « Debatte übn Won ton bte inflitbtnbt Run in Ratlibab । großrr greunb r Slfiobrr bti Auf drr Ältst • foiufti »zu« eil aU Stach, unb schwärzt» rnn -Mt bal LMvduts, hx tt. Mt W zwar btt eine Farbe. In an» bal Schachbrett lt, ttShtend fflx den Hetzo?, füt Graden mtchttt Klängen eines )tn Armeen, die itischeS Äuftxettn ging panittgtb nit gröhler Prä» die bemssenden ülauf der Partie otiitl melden Mr Ma iundgtt. , daß man bd tu — »V. eW id Attnft. 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