nm. Abends 8 Uhr: ifaH ec 1534 it Mn. u rv Pfg., Düuell« rer Mgli-dilarie frei, nenftrafee 6, erhältlich W In Sitjlaab, lia. '■ 3-: qä\ dm icn Felstukeller. H£ 1528 e, welche in Marke er- ntab, Wburg, un« ohne Karte haben ker Vorstand. 1221 llkißen Geschäfte«. »pingen. Leben M “nS ha tadellos. , di-1»®“* T («W, Mitag den 18. Februar 1S®8 Zweites Blatt. Nr. 41 Coicßcner Anzeiger Heimat-Anzeiger Amts- utii1 Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen. Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen bei In- und AuSlarck»» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen, Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Grfcheinl ILgNch mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener DnmitrenvtLtter werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Aezngspret» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Rtbadion, Expedition und Druckerei: Fchnkstrahe Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger -letze*. Fernsprecher Nr. 51. Die Denkschrift über die Flottenausgabe«. Bekanntlich find die Aussichten der Flottenvorlage er« beblicb gestiegen und es ist als ziemlich sicher anzusehrn, daß der Reichstag nicht nut die von der Regierung geforderten Summin bewilligt, sondern auch einer Festlegung des Be- darf- auf mehrere Jarre hinaus zustimmt. Die Berhand- langen der Budgetcommiffion de- Reichstages über die Martnrvorlage sollen in dieser Woche beginnen, und da muß sich ja nun bald Herausstellen, welche Haltung die einzelnen Parteien definitiv einznnehmen gedenken, wenn es gilt, im Plenum das Schicksal de» Gesetzentwurfs zur Entscheidung za bringen. E!ncs der Hauptbrdenken, welches gegen die Erhöhung der Ausgaben für die Mariae erhoben worden ist, wurzelt in der Annahme, daß Deutschland die Lasten nicht zu tragen vermöge, daß schon der bisherige Aufwand des Reichs für Heer und Flotte unverhältvißmaßig groß sei und die Ausgaben für culturelle Zwecke in unzulässiger Weise beschränke. Diese Auffaffung zu widerlegen ist die Aufgabe einer dem Reichstage zugegangenen Denkschrift, betreffend die Ausgaben für Flotte und Landheer und ihre Stellung zum Haushalt der wichtigsten Großstaaten. Die Denkschrift ist vom Reichs« «arineamt zusammengestellt und unterzieht zunächst die Ausgaben der einzelnen Mächte einem Vergleiche. Dabet ergiebt sich, daß alle für nnS in Betracht kommenden Staaten mehr für Martnezwecke anSgeben al- Deutschland; nur Oesterreich bleibt noch hinter uns zurück, aber selbst Italien, welche- etwa 20 Millionen Einwohner weniger hat als da- deutsche Reich, zahlt P/g Million jährlich mehr für seine Flotte. Und bet einzelnen Ländern steigt diese- Mehr bis in viele Millionen, so u. A. auch bet den Brreinigten Staaten von Nordamerika. Doch wir wollen aus die einzelnen Zahlen, welche in der Denkschrift enthalten find, nicht näher eingehen, sondern auf die Schlüffe un- beschränken, welche das RetchSmarine« amt au- dem Ergebntß der Statistik gezogen hat. Bei einer Vergleichung der Marine-AuSgaben zum Schutze unserer Seeschifffahrt und unsere- SerhandelS ergiebt sich zunächst, daß bet allen übrigen Staaten ein ganz unvrrhältnißmäßig größerer Aufwand an Schutzkoften stattfindet al- in Deutschland. Und zwar tst nicht nur der Tonnagesckutz bei Weitem der Geringste, dasselbe ist auch mit dem relativen Schutzaufwand der Fall. Setzt man Deutschlands relativen Schutzaufwand gleich 100, so erhält man folgende Scala: Deutschland 100 Procent Vereinigte Staaten 135 „ Oesterreich-Ungarn 147 „ Großbritannien 200 Procevt Frankreich 347 n Italien 370 n Rußland 418 n Japan 876 H In dem procentualen Aufwande zum Schutze de- See- Handel» steht also Deutschland unter allen Großstaaten an letzter Stelle, selbst Oesterreich-Ungarn mit seinem außergewöhnlich kleinen Marinebudget wendet größere Beträge für den Seehandelsschutz auf. Wirft man nun einen Rückblick auf die Entwickelung deS procentualen Schutzaufwandes der einzelnen Staaten von 1890 bi- 1896, so ergibt sich, daß nur bei Italien und Deutschland eine Verminderung ringe- treten tst, während bet allen Übrigen Staaten eine starke absolute und relative Vermehrung der Aufwendungen für den Schutz des Handels verzeichnet werden kann. In den Kreisen der Gegner der Marinesorderungen wird immer wieder daraus hingrwiesen, daß Deutschland ja sür die Unterhaltung seiner Armee so große Beträge auS- werse, daß eben dteserhalb eine Mehrbelastung deS Volkes durch neue Martnesorderungen nicht möglich sei. Deshalb ist ein Vergleich Über die militärischen Ausgaben der in Betracht kommenden Länder wohl am Platze. Rußland wendet jährlich etwa 218 Millionen, Amerika 227, England 298 und Frankreich 656 Millionen Mark mehr aus als Deutschland. Und noch beffer wird das richtige Verhältniß illustrirt durch folgende Zusammenstellung: Der Procentsatz der unproductiven Ausgaben im Vergleich zu den GesammtauSgaben beträgt in Deutschland 47,5 Procent „ Oesterrreich 50,8 „ „ Rußland 51,2 „ „ Frankreich 63,1 „ „ Italien 72,6 „ „ England 72,8 „ Dazu kommt noch, daß kein Staat nur annähernd so viel von seinen Ausgaben deckt, ohne daß eine Belastung durch öffentliche Abgaben eintritt, wie Deutschland. Deshalb kann man mit Fug und Recht sagen, die Erhöhung der MarineavSgaben ist keine Gefahr für den Wohlstand Deutschlands, fie überschreitet durchaus nicht die Steuerkrast seine» Volkes. (xx) Aus de« Verhandlungen der Zweite« Kammer der hesfische« Stände. G. Darmstadt, 16. Februar 1898. Die Beratlungen über da» Staatsbudget werden heute fortgesetzt. Capitel 40, Technische Hochschule, im Betrag von 247 950 Mk. wird gegen 5 Stimmen genehmigt. Bei Capitel 41, Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen, entspinnt sich eine längere Debatte. Gefordert werden 563092 Mk. Im Finanzausschuß wurde Klage darüber geführt, daß zuviel Lehrerstellen provisorisch besetzt seien. Der Absicht, in Darmstadt eine Ober Realschule zu errichten, trat der Ausschuß nicht entgegen trotz der Aussicht, daß als Consequenz dieser Bewilligung auch die übrigen größeren Realschulen deS Landes kommen, um zu Ober- Realichulen gemocht zu werden. — Abg. Friedrich bespricht die Organisation der Gymnafien und stellt dabei fest, daß die definitiv zu besetzenden Lehrerstellen sehr oft durch provisorische Lehrer verwaltet würden. Da» rufe Mißstimmung in den Kreisen der jungen Lehrer hervor. Die für die definitiven Stellen gemachten Ersparniffe dürften nicht zur Deckung der BicartatSkosten verwrudet werden. Er regt noch die Befferuvg trr Methode des fremdsprachlichen Unterricht», insbesondere deö griechischen und lateinischen, an. Er fragt ferner an, wie fich die hesfische Regierung zu den Reform- bestrebungen, besonders zu den Reform-Gymnafiev, stellt. — Geh. Oberschulrath Dr. Soldan stellt zunächst fest, daß augenblicklich nur drei Stellen, welche definitiv zu besetze« seien, provisorisch verwaltet werden. Bezüglich der Reformen habe die Regierung bereits in anderen Ländern Erhebungen angestellt und fie werde die Frage eingehend prüfen. Die Regierung werde stet» ein wachsames Auge für die vom Abgeordneten Friedrich vorgebrachten Defiserien haben. Sie wiffe aber auch, daß fie redlich bemüht sei, überall ihre Pflicht zu thun. — Abg v. Brentano erklärt, er und seine Partei sei jederzeit bereit, für Zwicke der Wffrnschaft alle die Mittel zu bewilligen. Diese Hohr Sympathie bringe er auch den Gymnaficn u s. w entgegen. Er halte e| aber für seine Pflcht, Dasjenige, was nicht richtig zu sein scheine, hier zur Sprache zu bringen. Er bespricht sodava die Verwendung von jungen Kräften bei der Besetzung von Directorenstellen und hält diese Maßregel nur für gut. Eine falsche Sparsamkeit sei eß, wenn Stellen, welche definitiv zu besetzen seien, provisorisch verwaltet würden. Er wendet fich sodann mit Entschiedenheit gegen den Standpunkt der Regierung wegen der Unterscheidung der Fachlehrer und der seminaristisch gebildeten Lehrer. Er ist der Ansicht, daß in de« Schulen die allgemeine Bildung zu wenig, die Specialbtldung dagegen zu viel berücksichtigt werde. Er kommt sodann noch auf die Ueberhürdnng der Schüler au den Gymnafien za sprechen und wünscht, daß der modernen Wiffenschaft ein größerer Raum gewährt werde. — Abg. Kramer will die Feuilleton. Mein erster Maskenball. Eine Fastnachtsgeschichte von Frida Storck. (Nachdruck verboten.) Ah I Nur eine flüchtige Weile wollte ich ruhen auf dem bequemen, niederen Polster, in dem mit echten Panther- und Tigerfellen geschmückten südafrikanischen Zelt. Ringsum wogten und lagerten treu der Natur nachgeschmtvkte Egypter und Neger, verschleierte Frauengestalten, von den Ufern beS Nil und den Steppen Arabiens. Ein farbensattes, bewegte» Bild. Fast zu blcndend, darum schloß ich, wie sehenSmüde, die Augen. Und nun führte mich die Erinnerung weit zurück, zu meinem ersten Maskenball. Nachdem der Clubdieuer, durch fnßtiefen Schree watend, die Einladungsliste in unser Forst- Haus trug und Vater sein „wird theilnehmen" unterschrieben, lebte man acht Tage wie im Fieber. So sensationell wirkte noch nicht- vordem in unserer ländlichen Abgeschloffenhett. Selbst der stille Vater ergab fich dem Narrenthum. Zu unser Aller maßlosem Staunen rückte er mir der verblüffenden Meldurg heran»: „Ich gehe als Hrrlrkm!" Nicht» vermochte ihn, diesen Plan aufzugeben, selbst nicht die von Mutte in weiser Fürsorge in Aussicht gestellten schrecklichen Folgen einer unausbleiblichen Erkältung. Er fuhr höchstselbst nach d»r Kreisstadt und kehrte triumphirend mit einer sehr keck dreinschauenden Ma»ke und etlichen Ellen rothen und blauen Cattuve» zurück. Mein schüchtern geäußertes Begehren nach einem Unterkleid aus blauem Glanz- b-.ttist ward als tadeinSwerther Hang zum Luxus beim Familieorathe abgelehnt. Hingegen ließ Vater durch den Dorsschreiner ein Ruder für m'ch avfertigen und überklebte —————il— e» geschickt mit Silberpopirr. Mein Protest gegen dieses, mir höchst überflüssig und unbequem erscheinende Attribut der darzustellenden Wassernixe ward durch die Erklärung meiner älteren Schwester Henny niedergeschlagen: „Wie sollen die Leute wiff n, was Du vorstellst, totnn Du kein Ruder hast?!" In meiner Überschwänglichen, sechzehnjährigen Einbildungskraft sah ich mich als finnberücklndes Meermädchen. Das Ergebntß unserer vereinten SchaffenSthätigkeit blieb himmelweit hinter dem erträumten Resultat zurück. Da» von Henny als erbliche» Lehen überkommene blaue Tarlatan- kleid mit den steifen Falbeln, der frstgefchnürteu Taille und den abstehenden Puffärmeln gewinnt mir noch jetzt ein mitleidiges Lächeln ab. „Aber e» muß ja doch ein lose gehaltene», griechisches Gewand sein/ wie eS die alten Göttinnen in der illustrieren Mythologie tragen, die Vater hat," schluchzte ich zornig. „Nein, wa» Du immer für verschrobene Ideen hast! DaS blaue Kleid tst noch ganz modern, nun soll man eß doch nicht zertrennen," entrüstete fich Henny. „Eben darum! Denkt Ihr, Waffernixen kümmern fich um die Modenzeitung?" „In solchem losen Gewand, da» litte ich schon gar nicht," entschied Mutter. „Da» paßt für hiesige Berhältniffe nicht. Wenn Du Schilf im Haar hast, fieht maus doch gleich, daß Du eine Waffernixe bist." So ergab ich mich denn und betrat den Saal in einem filberbordirten steifen Kleide und einem Riefenkranz auf den steifen Haarzöpfen, der einer Dornenkrone nicht unähnlich war. Die noch in der Garderobe von mir angestrebte Lösung meine» wirklich fchöurn, langen Haarr» erklärte man für „eine überspannte Farce". Mutter liebte Acurateffe über alle». Mädchen mit fliegendem Haar machten ihr immer einen peinlichen Eindruck. So würgte ich die Thränen hinunter, fest überzeugt, eine Waffernixe werde nimmer ihr schönes Haar in steife Flechten zwängen. GS ist mir den« auch nicht gelungen, Ritter oder Schiffer durch meine Nixen- haftitzkeit zu bezaubern. Die stete Frage: „Was stelle« Sie denn eigentlich vor?" brachte mich fast zur Verzweiflung. Die dicke Reutmeisterin, die nie das Weichbild der Kleinstadt verlaffen, glaubte mir aufs Wort, sonst aber begegnete ich Zweifel und Unglauben. Mutter trug Über ihrem schwarz-atlaffenen Gesellschaft»- kleide einen seidenen Mantelkragen,- dazu mein Sammetbarett mit kühn aufstrebendem Federbusch und einer steifen HalS- kraufe. Kenner hielten fie für ein altdeutsche» Edelfräulet« und fie widersprach nicht. Henny trug über kurzem, weißem Rock ein etwas dürftig ausgefallenes Ueberkleid, au» grünem Möbeldamast- Vater» Seffel sollte damit überzogen werden, darum durfte man das Stück nicht zerschneiden. Daschwarze Sammetmieder hatte Mutter einstmal» al- Bäuerin getragen. Auf dem Hute prangten die Goldschnüre und Eicheln von Vater- StaatSuuiform-hut. Ob Jemand von selbst darauf verfallen wäre, daß dieses Ensemble da- CostÜm einer Jägerin repräsenüre, weiß ich nicht. Genug, fie sah so frisch und strahlend au», daß fich die ma-kirten Jünglinge eifrig um sie bemühten. Grenzenlos war mein Staunen, da Vater in feinem roth blau-weiß gewürfelten Blousenanzug, die spitze, hohe Mütze auf dem frischgeschnitteuen Haar, mit keckem Satze in eine Dameugruppe hoppste. Wie ein Weltwunder erschien mir-, daß dies mein sonst so gemeffeu schreitender Vater sein sollte. Ich selbst hatte in fiebernder Ungeduld alle die bunten Läppchen auf den von einem Bierbrauer entlehnten weißen Anzug heften müffen. Also dieser britschenschwingende Hanswurst war unzweiselhaft mein Vater. (Fortsetzung folgt.) Aufmerksamkeit der Regierung auf die tu einem hessischen Lehrbuch enthaltene geschichtliche Darstellung lenken, wonach die Socialdemokraten al» Urheber der Attentate geschildert werden. E» bedeute da» eine Entstellung der Geschichte und er wolle diese Thatsache hier nur feststellen und entschieden zurückweisen. Die Soeialdemokratir habe nicht den geringsten Antheil an der Urheberschaft der Attentate gegen die Fürsten. — Abg. David bespricht die Thätigkeit der Schüler der Ghmnafien. Die Kenntnisse der Gymnasiasten seien ein Zerrbild der Gelehrtheit und für unsere moderne Gesellschaft kaum brauchbar. Gr wünscht eine fachgemäße Ausbildung derselben auch nach der socialpolitischen Seite hin. Bon diesen Dingen hätten die Abiturienten keine Ahnung. — Geh. Schulrath Sold au nimmt die Abiturienten der Gymnasien tu Schutz. So schlecht, wie der Abg. David e» geschildert, sei e» mit den Kenntnissen derselben doch nicht. Damit wurde die Verhandlung abgebrochen. Morgen früh um 9 Uhr Fortsetzung der Beratbung. versuche» Leich. Darmstadt. 16. Februar. Das Großherzogspaar wird nächsten Samstag de« Karlsruher Hofe einen Besuch abstatten. Berlin, 16. Februar. Der frühere langjährige Botschafter am russischen Hofe, General von Werder, wird sich demnächst nach Petersburg begeben, um einer Einladung des russischen Kaisers Folge zu leisten. Berlin. 16. Februar. Das Mandat de» Reichstags- abgeordoeteo Schmidt-Homburg-Kusel ist heute von der mit der Prüfung beauftragten Abtheilung de» Reichstages für gilttg erklärt worden. Ludwigshafen, 16 Februar. Wie der „Neue Pfälz. Eonr." meldet, hat gestern Abend der 34jährige Maurer Bernhard Moecker seine Frau, sowie deren Zuhälter, einen gewiffen Georg Jutz, in deren gemeinsamen Wohnung erstochen. Moecker hat erst kürzlich eine längere Freiheitsstrafe verbüßt- seine Frau lebte von chm getrennt. Braunschweig, 16 Februar. Der frühere preußische Krtegsmintster, General v. Kaltenborn-Stachau, ist gestern Abend au den Folgen einer Blinddarm-Entzündung gestorben. ArsrUnsd. Paris, 16. Februar. Nach Beginn der heutigen Sitzung des Zola ProzesseS verlas der Präsident den Gerichtsbeschluß, wonach die nochmalige Vernehmung der Madame Boulaneh abgelehnt wird. Dann wurde nochmals General Pellieux als Zeuge vernommen. Derselbe legt dagegen Protest ein, daß die Vertheidigung die Gutachten der Schreib- sachverständtgen im DrehfuS-Prozeß in» Lächerliche ziehe. Er verlangt daun die nochmalige Vernehmung eines von der vertheidigung vorgeschlageoen Sachverständigen, um diesen zu srageu, woher er die Briefe habe, mit denen er da» Bordereau verglichen hat. Hierauf folgt eine erregte Auseinandersetzung zwischen Labort und Pellieux. Athen, 16. Februar. In Nord-Albanten haben die Unruhen große Ausdehnung angenommen. Es stehen bereit» über 2000 Albanesen im Kampfe. Steuerreform in Hessen. An die Zweite Kammer der Stände de» Großherzog- thum» hat da» Großh. Ministerium der Finanzen die Grund- züge der Steuerreform und insbesondere eine» Vermögens- steuergesetzrs mitgetheilt und gleichzeitig die allgemeine Begründung zu dem Entwurf des Vermögeossteuergesetze», welche zugleich die Motive der anliegenden Grundzüge enthält, zur Kenvtnißnahme gebracht. — Der Entwurf lautet wie folgt: 1. Neben der Einkommensteuer wird eine allgemeine Vermögenssteuer nach Maßgabe der nachstehenden Grundsätze erhoben. Mit Einführung der Letzteren werden die Grund-, die Gewerbe- und die Capitalrenteusteuer al» SlaatSsteueru aufgehoben. Die Besteuerung de» Gewerbebetrieb» im Umher- ziehen wird gleichzeitig durch besonderes Gesetz geregelt. 2. Die Vermögenssteuer wird vom gesswmteu steuerbaren Vermögen deS Steuerpflichtigen, wie e» im Ber- aolagungSoerfahren nach Abzug der Schulden festgrstellt wird, erhoben. 3. Vermögenssteuerpflichtig find vorbehaltlich der besonderen in dcm Gesetz enthaltenen Befreiungen: Alle nach dem bestehenden Einkommensteuergesetz steuerpflichtigen phyfischen Personen, ferner alle juristischen Personen, Gesellschasten und vereine, welche im Großherzogthum ihren Sitz haben, unbeschadet einzelner au» öffentlich rechtlichen Gründen in dem Gesetz vorzuseheoder Befreiungen. In Betreff des im Groß- herzogthum gelegenen GrundbesitzrS und der im Großherzogthum betriebenen Gewerbe find alle physischen und juristischen Personen vermögenssteuerpflichtig. Art. 4 drS Einkommensteuergesetzes wird dahin abgeändert, daß alle juristischen Personen, welche vermögsn»steuerpflichtig find, auch einkommensteuerpflichtig werden. 4. Als steuerbares vermögen gelten: 1. Grundstücke und Gebäude, sowie btt auf ihnen ruhenden Nießbrauchs- und sonstigen Rechte und Gerechtigkeiten, die einen io Geld schätzbaren Werth haben, sowie da» BergwerkSeigeothum; 2. da» dcm Betriebe der Land- oder Forstwirthschaft einschließlich der Viehzucht, de» Wein, Obst- und GarteubaueS, dem Betriebe de» Bergbaues oder eines Gewerbe» dienende Anlage- und Betriebscapital- 3. alle» sonstige Vermögen. 5. von der Besteuerung fivd auSgeschloffen: 1. die außerhalb Hessen» gelegenen Grundstücke und Gebäude, sowie die auf ihnen ruhenden Nießbrauch», und soostigeo Rechte uud Gerechtigkeiten- 2. daS dem Betriebe der Laad- oder Forstwirthschaft, einschließlich der Viehzucht, de» Wein-, Obst- und Garteubaue», dem Betriebe deS Bergbaues oder eine» Gewerbes außerhalb Heffeo» dienende Anlage- und Betrieb»- eapital» - 3. Möbel, HauSrath und andere bewegliche körperliche Sachen, insofern dieselben nicht als Zubehör eine» Grundstücks oder als Bestaudtheil eines Anlage- oder Betriebs- eapital» auzuseheu find. 6 Zur Vermögenssteuer werden nicht heravgezogeu: 1. die Personen, deren steuerbares verwögen die Summe von 3000 Mk. nicht übersteigt- 2. Wittweu, elternlose Minderjährige uud erwerbsunfähige Persoueo, deren Gesammtver- wsgeo bet einem Gesammretokommen von weniger als 1500 Mk. den Betrag von 20000 Mk. nicht übersteigt. 7. Behufs Berechnung der Vermögenssteuer werden Klaffen tu der Art oebtldet, daß ie Mk. Vermögen als bis -u H n * Klaffe bediugeu. 10000 Mk. wettere eine da je ab Innerhalb der Klaffe wtrd die Steuer nach der untersten 30000 60000 90000 150000 300 000 1000 Mk. 2000 , 3000 , 4000 „ 6000 „ weniger n n w »r n und von Grenze der Klaffe berechnet. 8. Die Höhe des zu erhebenden Steuersätze» wird für jede Ftoanzpertode durch da» Ftoaozgesetz bestimmt. 9. Steuerpflichtige, denen auf Grund de» Artikel 49 E.-St.-G. etoe Ermäßigung der Einkommensteuer gewährt wtrd, kaon auch bet Veranlagung zur vermögeo»steuer eine Ermäßigung durch Herabsetzuug bis zu 6 Klaffen gewährt werden, wenn da» steuerpflichtige vermögen nicht wehr als 30000 Mk. beträgt. 10. Bei Berechnung uud Schätzung de» steuerbaren vermögen» ist der Bestand und gemeine Werth der etnzeluen Theile desselben zur Zeit der Veranlagung zu Grunde zu legen, soweit nicht in dem Gesetz etwa- Anderes bestimmt ist. 11. Die Veranlagung erfolgt an dem Orte, au welchem der Steuerpflichtige zur Stnkowmeostruer zu veraolagea ist, oder im Falle seiner Eiukomweosteuerpflicht zu veranlagen sein würde. 12. Die Feststellung der Beträge, mit denen die einzelnen Pflichtigen zur Vermögenssteuer heranzuztehen fiod, erfolgt gleichzeitig mit der Veranlagung der Einkommensteuer durch die für den letzteren Zweck gewählten Commissionen tu der Weise, daß die Vermögenssteuerpfltchtigen. deren eiokommeu- steuerpflichtige» Gesammteinkommeu 2600 Mk. und mehr beträgt, oder, für den Fall, daß sie nicht etukomweusteuer- pflichtig find, deren steuerbare- verwögen den Betrag von 60 000 Mk. uud mehr erreicht, von der VeraolaguogScom- Mission für die Einkommensteuer I. Abtheilung, alle Steuerpflichtigen dagegen mit einem geringeren einkommensteuer- pflichtigen Gesammteinkommen bezw. mit einem geringeren steuerbaren Vermögen von der Beaulagungscommtsfiou für die Einkommensteuer II. Abtheilung veranlagt werden. Hinsichtlich de» verfahren- im Allgemeinen gelten hierbei die in dem Gesetz, die Eiuführuag der allgemeinen Einkommensteuer betreffend, enthaltenen Bestimmungen. 13. Die Veranlagung de» in Grundstücken uud Gebäuden sowie Rechten der tu Nr. 4 Abs. 1 erwähnten Art bestehenden Verwögen» erfolgt nach seinem gemeinsamen Werthe zur Zeit der Veranlagung, wie er durch Schätzung von der Beran- lagungScomwtsfion ermittelt wtrd. 14. Al» Hilfsmittel für diese Veranlagung werden für jede Gemarkung de» GroßherzogthumS zwei Kataster angelegt, in deren eines sämmtliche Grundstücke einschließlich der Wald- Parzellen und der auf Grundstücken ruhenden Rechte, in deren andere» sämmtliche Gebäude der Gemarkung und die auf solchen ruhenden Rechte mit ihrem gemeinen Werthe zur Zeit der Eintragung aufzunehwen find. 15. Die für einzelne Grundstücke und Gebäude vorzu- sehenden Befreiungen von der allgemeinen BermögenS- steuerpfl'cht schließen sich tm Wesentlichen an die zur Zett in Geltung befindlichen Vorschriften über Grundsteuerfrei- heit au. 16. Für die Veranlagung deS land- und forstwirthschaft. ltchen Betriebscapital» wird DeclarationSpfl cht eingeführt. AIS steuerpflichtiges Betriebscapital einer Betriebsunter- nehmung ist auch hier der gemeine Werth des dem Betrieb dienenden Anlage- und BetricbScapitalS anzusehen. 17. Ausgenommen von der Veranlagung deS steuerbaren BetriebScapitalS bleiben insbesondere da» BetrtebScopital der Vorschuß- und Credttvereine, soweit eS eine bestimmte Höhe nicht übersteigt, sowie solcher Vereine, welche ausschließlich den gemeinschaftlichen Verkauf landwirthschaftltcher Erzeugniffe der BereivSmttglieder oder die gemeinschaftliche Beschaffung oder Benutzung von landwirthschaftltchen BerbrvuchSgegen- ständen durch die Mitglieder bezwecken- ferner die Betriebs- capitalien der unter Bürgschaft einer oder mehrerer Gemeinden stehenden Sparkaffen. 18. Auch für die Veranlagung deS sonstigen Eapital- vermögen» wird DeclarationSpfttcht vorgefchrieben. 19. Die Veranlagung zur Vermögenssteuer erfolgt in engster Verbindung mit derjenigen zur Einkommensteuer durch die unter Nr. 11 bezeichneten Commtifionen tm Wesentlichen nach den für daS Verfahren bet der Einkommensteuer bestehenden Bestimmungen. 20. Auch die Bestimmungen über Rechtsmittel und Strafen sowie über die Erhebung der Vermögenssteuer werden im Wesentlichen in Urberetvstimmung mit denjenigen über die Einkommensteuer getroffen. 21. Die erstmalige Erhebung einer Vermögenssteuer und die Außerkraftsetzung der Grund-, Capitalrenteu- uud Gewerbesteuergesetze erfolgt in einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt. Im Uebrigen, namentlich in Betreff der Anlage der Kataster und Vorbereitung der ersten Veranlagung tritt da» vermögrnSsteuergesetz alsbald nach seiner Publ cation in Kraft. • Flensburg, 14. Februar. Da» Schwurgericht hat die Ehefrau Seemann aus Grimknis bet Kappeln, die in der i Nacht vom 13. zum 14. April 1897 au» Verzweiflung ihre beiden Sinder uud fich zu erhängen suchte, wobei ein fünfjähriger Knabe ums Leben kam, von der Anklage des Mordes und Mordversuches freigesprocheu, weil die Thar tu geistiger Umnachtung begangen wurde. * Kol». 11 Februar. Bor Kurzem wurde, wie s. Z. berichtet wurde, ein Stubenältester tu der Kaserne eines hiesigen Jvfauterie-RegimeutS von der gesammten Mannschaft überfallen. Der Erstere tödtete in der Nothwehr einen Soldaten und wurde hierfür von den anderen fünszeha Mann so geschlagen, daß er bi» jetzt befinnung»lo» geblieben ist. Diese fünfzehn Soldaten find, wie den „8elp. N. 9t* gemeldet wtrd, am 1. b. M. zu längerer FestnngSstraf» verurtheilt uud zur Verbüßung derselben nach Wesel überführt worden. • Köln, 14. Februar. Die Erimiaalpolizet spürte eine große Etnbrecherbaude auf, die in den letzten Monaten in den verschiedensten Städten größere Embruchdiebstählr verübte. Elf Personen wurden bereit» tnhaftirr. Der Haupt- eiabrecher, eia 18jähriger Barsche, kam in Geestemünde tu Haft. Im Keller seiner Wohnung wurden Banknoten uud Diamanten gefunden, welche Gegenstände aus einem großen Diebstähle hier in Köln verrühren. * Hann. Münden, 14. Februar. Ein Damenkrieg ist hier ausgebrochen, seit Donnerstag voriger Woche besteht zwischen den Stickerinnen der Fahnenfabrik und den Arbeiterinnen der Hagel-(Schrot-)Fabrik eine offene Fehde, welche bereit» zu Straßenaufläufen und Mißhandlungen geführt hat. Dem „H. 91.“ wird darüber aus Münden geschrieben: Ein hier seit etwa Jahresfrist ansässiger, schrtft- ftellernder Buchhändler hat begonnen, »Spaziergänge durch die Mündener Industrie" zu unternehmen und da» dabei Gesehene dem Publikum in den „Münd. Nachr." zu unterbreiten. Beim ersten „Gange", welcher der hiesigen bedeutenden Fahnenfabrik galt, hat er die Stickerinnen al» „Mädchen" bezeichnet, was diese so in Harnisch gebracht hat, daß sie jetzt in der Zeitung erklären: „Unter Mädchen“ versteht man Dienst- und Fabrikmädchen! Daß uns gewisse, spießbürgerliche Kleinstädter durchaus in die Kategorie der letzteren stellen wollen, war uns längst bekannt, daß aber ein gebll- deter Herr uns mit den Fabrckmädchen auf eine Stufe stellt, ist gelinde gesagt, ein wenig stark.“ Herr W. erklärte nun wiederum den erzürnten Dämchen unter Berufung auf Schiller, daß er die Beze chnung „Mädchen" nach wie vor für echt deutsch und für recht schön halte. In derselben Zeitungsnummer protestiren aber auch die Hagelfabrikarbeiterinnen energisch dagegen, daß sie nicht ebenso gut sein sollen, wie die Fahnenfabrikmädchen, welch letztere zugleich aufgefordert werden, auf einem vor dem Kopfe zu tragenden Schilde die gewünschte Anrede weithin sichtbar zu machen. Noch unangenehmer gegen die Stickerinnen werden in der heutigen Nummer die Dienstmädchen, deren Entgegnung in dem sehr anzüglichen Satze gipfelt: „Auf der Straße find sie fix, Im Hause, da verstehen sie — “ Der Kampf zwischen den „Mädchen" und den „Damen" wurde leider nicht nur mit der Feder, sondern auch mit den Händen und deren scharfen Verlängerungen ausgefochten, ganz abgesehen selbstverständlich von dem ausgiebigen Gebrauch der Zunge. Annähernd tausend zumeist sehr jugendliche Personen hatten sich Freitag Abend unter der Führung der Hagelfabrikmädchen vor der Fahnenfabrik eingefunden und belagerten dieselbe derart, daß selbst die männlichen Angestellten die Fabrik kaum verlassen konnten und die Absendung der Post unterbleiben mußte. Al» aber schließlich einige der Stickerinnen es wagten, auf der Straße zu erscheinen, wurden sie nicht nur verhöhnt und beschimpft, sondern es mürben einigen die Hüte vom Kopfe gerissen, und arge Mißhandlungen kamen vor. Gegen 9 Uhr gelang es der Polizei, die Menge zu zerstreuen, die um das Banner der Fahnen- fabrik geschnürten Dämchen zu befreien. Heute fanden wiederholte Ansammlungen in der Nähe der Fabrik statt, allerdings in geringerem Umfange. Mehrere der Stickerinnen wagten es nicht, heute in dcr Fabrik zu erscheinen, einige haben die Arbeit überhaupt niedergelegt, und bezeichnen sich in einem „Eingesandt" in der heutigen Zeitung schon als ehemalige Stickerinnen. Wie verlautet, beabsichtigt der Inhaber der Fabrik sein Geschäft ganz oder zum größten Theil nach Kassel zu verlegen, falls die Belästigungen seiner Arbeiterinnen nicht aufhören sollten. In Kassel befindet sich schon seit Jahren eine bedeutende Filiale der Fabrik, die die gleichartigen Geschäfte Deutschlands und auch de» Auslandes fast alle überflügelt hat. Es ist nur zu wünschen, daß die Fabrik, die zahlreichen Personen lohnenden Verdienst giebt, hier am Platze bleibt. Hoffentlich haben die folgenden „Spaziergänge durch die Mündener Industrie" nicht ähnlich tragt-komische Folgen. • Gerade zur rechte» Zeit, weil noch früh genug vor dem B'gwn der Pflanzzru, veröffentlicht „Der praetische Rathgeber im Obst« und Gartenbau* an der Sp tze seiner neuesten Nummer einen Aufsatz „Der Obstbau der Zu- kunfr", der viel Aussehen machen wird und auf den wir an dieser Stelle die Aufmerksamkeit von Gutsbesitzern und der Landwirthe überhaupt lerkm möchten. In diesem Aufsätze empfiehlt Johanne» Böttver, der Lhefredacteur der Wochenschrift, auf Grund sorgfältiger, practischer versuche, die, wie aa anderen Stellen, so besonder» auf der mit de« praktischen Rathgeber verbundenen 45 Morgen großen Versuchsstation, der Hedwtgsbrrg, gemache find, auch in Deutschland Obst im Großen mcht wie bisher üblich in Baumform, sondern in Buschform auzupflarzen, wie dir» in Amerika seit ein gen Jahren mir großem Erfolge geschieht. Die vortheUe solcher Pflanzung saht Böttner in folgenden Punkten zusammen: Frühe Fruchtbarkeit, — Leichte Pflege, leichte Ernte, — Geringer Schnitt, — Möglichkeit de» Anbaues fchwach- wüchfiger, frührragender Sorten, — vollkommenes ausgebildetes Obst — Regelmäßiger Ertrag. — Der Aufsatz, der fich, wie gesagt, ans pracriiche Versuche stützt, verdient die weiteste Verbreitung. Das GeschäftSamt des practischea 6e“ Mt *• ln «ktn u th® *SwJS* < »• lüft** •Ä« ?.'Ä"5 ^st achsfiger, schrtst. - .«ptzlttgangr durch K« «d bas dabei n ' Nl‘ zu unter- ^ dtt hreßgeu bedeuten- SWmnntn als Isd. y gebracht hat, daß blkr Mädchen" versteht uni gewisse, spieß« e «ategorie der letzteren lt, daß aber ein gebil- ' °us eine Etuse stellt, Herr W. erflärte nun 'Berustmg aus Schiller, aach wie not sllr echt Zn derselben Zeitungs- hagelfabrikarbeiterinnen ■ ifo gut sein sollen, wie we zugleich ausgesorderl W tragenden Schilde die iu machen. Noch unan» »erden in der heutigen mtgegMg in dem sehr fcfc n fte -* i* und den „Damen" sondern auch mit ben ngtnmgm auSgesochten, em ausgiebigen Gebrauch zumeist sehr jugendliche . unter der Führung der ifabrik eingrfunden und •t männlichen Angestellten und die Absendung der er schließlich einige der a§e zu erscheinen, wurden B,'sondern es würben len, und arge Mhb qelang es bet Polizei, »l Sanner bet»» m. Heute sanden * er Fabrik statt, aW M etieferiimen wag en »einen, einige Mdte bveichnen sich >" ** -SSL j'K ff«** •* et.*'«“ 1 °°° \n bleit» M ^^"■Jfrebacttar W , bet SrrM- her, „ gilt de« lioobtd aU* „heu 45 ^0!9 Jin Deutle*»* ,d« ■ 1" t11* ®|! 8ei‘51Ue Ä ° „ dil khm«** RathgeberS in Frankfurt a. Oder sendet die Nummer auf Wunsch gern umsonst und vostfrei zu. • Schlimme Zeiten für die Einbrecher. Ein Mainzer Ingenieur hatte sich au die Stadt Mainz mit einer Eingabe gewendet, tu welcher er um die Erlaubniß nachsuchte, eine electrische Anlage in Mainz errichten zu dürfen, durch welche Etnbruchsversuche und der Ausbruch eines Brandes selbstthätig der Polizei zur Anzeige gebracht würden. Dieser Apparat sollte besonders in Bankhäusern, bei Kaufleuten, Industriellen, größeren Geschäftsinhabern rc. an die Kaffeu- schränke angebracht werden. Sobald ein Unberufener einen solchen Kaffruschrank zu öffnen versucht, soll die- durch einen eleetrtschen Apparat auf der nächsten Polizeistatton angezeigt werden, und ehe sich der Einbrecher die Taschen gefüllt, wäre rr von der herbeietlenden Polizei verhaftet. Ferner zeigt derselbe Apparat durch eine eigene Einrichtung der Polizei ein auSgebrocheneS Feuer an. Die Stadt Mainz hatte nun dem Ingenieur die Mittheilung zugehen laffen, daß er fich vorerst einmal um Abonnenten sür seine Einrichtung bewerben möge- würden dieselben so zahlreich, daß das Unternehmen rentabel erscheine, dann hätte die Stadt Mainz gegen die Einführung der Anlage nichts rinzuwenden. * Zur Festigkeit de» Stahl». Man kann sich oft nicht erklären, woher die im Stahl oft plötzlich vorkommenden, verhangnißvollen Brüche rühren. Namentlich bet Eisenbahn« rädern, bet Theileu der Locomotiven und der Schiffsmaschinen treten solche Brüche oft ein, nachdem unmittelbar vorher unternommene Festigkeit» Untersuchungen erwiesen hatten, daß der Stahl die verlangte Festigkeit zweifellos besitzt. Der Engländer Th. Andrews hat nun eine der Quellen des plötzlichen BrüchtgwerdenS entdeckt. Er fand, daß im Stahl sehr oft mikroskopisch kleine Sprünge boftommen, deren Zahl auf Len Qaadratzoll mindestens 100 beträgt. Die kleinen Riffe rühren von Verunreinigungen her, die dem Stahl stets betgemischt sind — meist kommen Schwefel, Kieselfioff und Phophor in Betracht —, und die mit der Zeit chemische Ber- btudungen mit dem Stahl eingehen und dessen Gefüge lockern. DaS Schlimmste an der Erscheivung ist, daß b‘t kleinen Sprünge eben so klein find, daß sie die Festigkeit des Metalls nicht verringern, daß also auch die sorgfältigsten Untersuchungen von dem Vorhandensein derselben keine Krnntniß geben, daß aber durch irgend einen Zufall m-hrere1>er mlkro- skopisch kleinen Rlffe des eben erst für sicher befundenen Stahls fich zu einem größeren Sprung vereinigen und dadurch zu dem größten Unglücksfall Anlaß geben können. Man steht hier also vorläufig hilflos einem kleinen, aber in seiner Heimtücke äußerst gefährlichen Feind gegenüber. * öin weiblicher Sonderling. Seit 30 Jahren wohnte im Keller eines Hauses in Berlin die jetzt 83 Jahre alte Wittwe Marte Gör ter, die Jedermann tn ihrer Gegend unter dem Namen »Mutter Götter" kennt. Ihr Mann, der vor 30 Jahren starb, war Borkosthändler und hinterließ seiner Frau ein kleines Verwögen, das fie jedoch in der Gründer« zett verlor. Seit dem Lode ihres Mannes wohnte Frau Götter in einer Stubr und Kammer. Die Kammer aber überließ fie schon vor Jahren ihren zahlreichen Wohnuug»- genoffen: 2 Papageien, 17 Kanarienvögeln, 6 Tauben und einem Hunde. Seit Sonntag Morgen war die Alte nicht mehr zum Vorschein gekommen. Am Montag Nachmittag wurden die Nachbarn auf ihre Wohnung durch das Gebell des Hunde» aufmerksam. Auch die Tauben zeigten ein veränderte» Wesen, indem fie unruhig am Fenster hin- und her- flatterten. Da die Thüre verschloffen war, so holte man die Polizei, die die Wohnung öffnen ließ. »Mutter Götter" lag bewußtlos, aber noch lebend auf dem Bette, ihre Thtere waren halb verhungert und verdurstet. Unter den Händen des Arztes kam die Alte wieder zu fich, sie hatte wohl nur infolge ihre» hohen Alter» einen Schwächeanfall gehabt. Während man Mutter Götter pflegte, nahmen fich andere Hausbewohner auch der Tbiere an. Da man die alte Frau nicht gut länger allein laffen konnte, so wurde fie in das städtische SiechenhanS gebracht und Beamte dr» Thterschutz' verein» holten unter großem Zulauf cu» der ganzen Nach" barschaft mit einem Wagen die Menagerie ab. ♦ Eine neue quer über die Alpen führende Bahn (Berlin« München-Mailand) tritt jetzt immer mehr tu den Vordergrund der Erwägungen. Die Gott Hard bahn hat bekanntlich für Bayern nicht nur wenig Interesse, sondern schädigt dieses dtrect dadurch, daß fie einen großen Theil de» Verkehr» an diesem Lande vorbeisührt, der früher durch Bayern mußte. Um nun einen Theil desselben wieder zu gewinnen, strebt man dort jetzt eine Bahn an, die von München über Parten« kirchen und den Fernpaß das Obcrmnthal erreicht und dann entweder durch daß Engadin und Über den Malojapaß, oder aber unter dem Ortler durch unb durch daS Veltltn den Comersee und von diesem Mailand erreicht. Diese Bahn würde zugleich die kürzeste Route Berlin-Mailand sein. Neben sehr wichtigen wirthschaftlichev und VerkehrS-Jntereffeu würde sie auch von höchstem strategischen Werthe für das Reich lein und daS deutsche Gegenstück zu der französischen Slmplonbahn darstellen, zumal auf der Ortlrr Route, die kein Schweizer Gebiet berührt. Auf eine Münchener Anregung hia hat nun der Handels- und Gewerbeverein Augsburg die Sache in die Hand genommen und fich au eine Reihe von Handelskammern, so der von Oberbayern und der zu Innsbruck, sowie von Stadtvertretungen u. s. w. ge« wendet- da» Gemeindecollegtum tn München hat heute diese Frage einem AuSschuffe zur Vorberathung überwiesen. ES handelt fich vor Allem um die Unterstützung einer au da» \ Reichskanzler amt zu richtenden Petition. DaS Reichskanzleramt soll fich mit den Regierungen von Oesterreich und Italien iu Verbindung setzen, um den Bau der genannten Bahn eventuell unter Zuficherung entsprechender Subvention in die Wege zu letten. * Der höfliche Rekrut. Lieutenant (während der JnstructionSstunde): »Schmidt, wer find Deine dlrecten Vorgesetzten?" — Rekrut Schmidt: »Meine dtrect Vorgesetzten find: Herr Major Strecker — Herr Hauptmann Mayr — Herr Premierlieutenant Wellner — und Ihre Wenigkeit, Herr Leitnant." • Au» der ZastruetiouSstuude. Unteroffizier: »Ein tapferer Soldat muß tm Felde immer da zu finden sein, tro die Kugeln am dichtesten sind. Verstanden? Rekrut Schnorr, wo würden Sie also im Felde zu finden fein?" — Rekrut: »Im MunittonSwagen l" — Ein Gewaltiger und seine Knechte. Zu den tu letzter Zeit von dem Glücke besonders begünstigten Astronomen gehört un- Nreitig Leo Brenner, der Dtrector der Manora-Sternwarte in Lusstnptccolo. Die große Reinheit ber Lust gestattete ihm, auf dem Gebiete der Planetenbeobachtung neue Tbatsachen festzustellen, die zuerst angezwetselt, dann aber durch ganz selbstständige Forschungen anderer Astronomen vollständig bestätigt wurden. In fesselnder Weise berichtet der verdtente Gelehrte über seine Entdeckungen in dem neuesten Hefte der weit und breit bekannten illustrirten Familien- zetlschr-ft »vom Fel» z«m 9R fische, jeden Donnerstag gedaikerre Seefische 296 irn „Nebstock", Westanlage. Holzversteigerung im Fürstlich Solmö.KrMufkls'schkll Forst- district Fuchsstrauch Gemarkung Dorfgill. Am Samstag den 19. Februar, von Vormittags 1/311 Uhr an, soll folgendes Hol; öffentlich meistbietend versteigert werden: 41 Stülk Fichteustämme, 15 m lang, 14 bis 23 cm Durchmesser ---- 13,23 fm, 34 Stück Fichtenstangen (Sparren- holz) mit 4,22 fm, ferner: 35 rm Buchen-Scheitholz, 30 „ Buchen-Prügelholz, 18 „ Eichen- 900 Stück Buchen-Wellen, 4000 „ Eichen- „ 1250 „ gemischte „ Zusammenkunft bei der Wohnung des Bahnwärters Sonntag. Hungen, 14. Februar 1898. Fürstliche Oberförsterei. Wiegmeyer. 1627 För Rettung von TrnMnchi! j versend. Anweisung nach 22jLhriger > approbirtcr Methode zur sofortigen! M radicalen Beseitigung, mit, auch ohne; Ä Borwifien, zu oollnehen, tW" keine " BerufSftörung. *303 Briefen find 50 Psg. in Briefmarken deizusügen. Man I adrefstre: „Prlvat-Aastalt Villa Christina bei Sicklngen, Baden".1421 Grüne Häringe (feinster Backfisch), per W. 15 Pfg, empfiehlt 1670 J. M. Schulhof, Marktstraße 4.____________Telephon 119. Kreppet, KasserKuchen und Gebäck, Torten, Thee- und Weingebäck empfiehlt in großer Auswahl täglich frisch Ludwig voll, Condttoret und Caf4, __Marktstraße 32.________1016 Schellfische treffen heute ein bei 581 A. & G. Wallenfels. Marktplatz 21. — Fernsvrech Nr. 46. QOOOOCXXXXXXXKDmc B Berliner 8 D Pfannkuchen, 8 IKreppel, Cafe- und Thee- O Gebäck, sowie große Auswahl O in Kuchen und Torten ß empfiehlt täglich frisch [626 5 Conditorei b H. Hettler, 8 Ecke Frsubfurterstr.-Süd-Aslsge. o lODgpoooooogppggD Frisch geräucherte Kieler Bücklinge empfiehlt billigst 756 E. Dort. Eier-Gemüsenudeln ital. Maccaroni, türk- Zwischen, amerik. Apselringe, la. Sauerkraut vorzüglich kochende Hülsenfrüchte, la. Speise-Rüböl ff. Margarine, fst. 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I. wurden die Preise unserer Gaseokes bis auf Weitere» festgesetzt, sowie die Verkaufsweise eingerichttt, wie folgt: _ Für den Ceutner ob Verkaufsstelle: Stück-Cokes..............1,10 Nutz-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stuben- Heizung und für weite und enge Ofenschachte paffend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte . . 1,20 Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit ...........1,25 Für Aufuhr au das Haus werden 5 Pfennig für de» Ceutner berechnet. NB- Sofern das Verbringen der CokeS auf die betr. Lagerplätze 1 Keller, Stall rc) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Eine Preisermäßigung bei Entnahme von Wagenladungen erfolgt nicht mehr. Der Verkauf uuferer Gascokes uuter uud bis ein- schliehlich 5 Ceutner findet bis auf Weiteres im GaSwerf nicht mehr statt, und werden daselbst nur Quantitäten von über 5 Ceutuer verabfolgt. — Dagegen ist bei folgenden hiefige» Firmen ein Kleinvertrauf unserer GascoKes eingerichtet worden, nämlich bei den Herren: Joh. Fifcher, Alicestraße 19, H. Hof, Löwengasse 11 und Bahnhofstraße 33, Jakob Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Kliukel, Bahnhofstraße 10, Emil Pistor Nachfolger, Marktftraße 10, Gustav Nuppel, Schrllerstraße 5, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5. Diese Firmen berechnen die gleichen Preife unserer GaScoketz sammt Anfuhr wie das Gaswerk und schicken dieselben auch in Menge» unter 5 Centner zu. Gießen, 29. October 1897. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. 773 Mk. Mk. Mk. Rindvieh-Märkte in Friedberg (Hessen). Die Stadt Friedberg beabsichtigt mit ihren schon i/Ljtur* seit langen Jahren bestehenden Schweinemärkten auch OtL ÄT Rindvieh-Märkte zu verbinden. Dieselben sollen im Jahre 1898 stattsinden am 23. Februar, am 25. Mai, am 7. September und am 26. October. Friedberg als Mittelpunkt der wohlhabenden Wetterau und Knotenpunkt von vier Bahnlinien, dürfte sich zur Abhaltung von Rindvieh- markten ganz besonders eignen. Wir kommen mit dem Unternehmen einem vielseitig geäußerten Wunsche unserer nächsten und weiteren Umgebung entgegen, und werden wir Alles aufbieten, um den an uns gestellten Anforderungen, wie Stallung, Futter usw. gerecht zu werden. Das unterzeichnete Comitö ist zu weiteren Auskünften gerne bereit. Friedberg, am 9. Februar 1898. Für das Marktcouritä: 1492 Stelnhangger, Bürgermeister. MARIE. 1 Topf NI. 1,—, 1 Tube 60 Pf. u. 20 Pf. rie^jri5 Seife ' s'........ Hebender Scbntzanrke. KeiieBri5 Pul*er 1 Schachtel NI. 1,—. * Oie best erprobten Präparate för Teint u. Hautpflege. 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