5g*««h., ^ier. l. ^^Wiekrw Ml lach sich Ä^ule stm. I a) 'eine verehr^ _DerPorst-vd. Irisch. Hub Tpeeeret. lm «MwijZ Offerten obgegebei werde« w Administrator. MN unb Colliers zusammen 11731 loht »w.uwH* ckerei Bedienung. iigtng ton iller Art »ecemker 1898. von lb87 99.00 100 JO 00.00 86J» 101.60 2486 98.46 48.10 Zanknoien öto- ienb.S«*0*1' iderus Obl. I[T Silbenente ; Gold-Rente fielen Vnrchen Brief $5 "T 169.10 g@reb.8tu^'1900 302 37 f5r 55-e X'\*W Nr. 296 Awcttes Blatt Samstag den 17. December 1898 trlctcüd Ugfi* mit NuSnahmk »r« «Pinto®«. Die »Hrbtn bm Loznger ■kfcnjthd) eitreel kifrfCft. Gießener Anzeiger Ae»»GBP«ßO viertetiLhrlich 2 Itarf 20 Pf,. nionaUufe 73 Pf®, mit Brurgkrtoh». vei Poß3«z», 2 »art 50 Pf,, oierteitihrltch. ■ ene^ee een I«zet,en zv der Wo4mittag« fBr bat ed^ftnmbcn Wumm ft bi* Bonn. 10 Ubt General-Anzeiger Äle H n^eigen• 8m*irtt4*r|r«|c ZU. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze«. Fernsprecher 9hr. 61. Amtlichem Theil. vekauntmachung, betr.: SooutagSruhe l« Gewerdebettieb. KEr Sonntag de« 18. l. MtS. wird in der Stadt Stehen die Beschäftigung der Gehülfeu in de» Barbier- und Friseur,ewerbe bi» iu 8 Stauden über ? Ufer Nach- Mittag« hinaus, also bi- 5 Uhr Nachmittag-, au«- «ahmiwrise gestattet. Sieben, den 15. December 1898. Großherzogltches Polizeiamt Stehen. ___________________Muhl.__ ArrS de« Berhaudlnugeu der Zweite« ßammtt der hesstsche« StLude. nn. Darmstadt. 15. December 1898. Die Rimmer wurde um Vtll Uhr eröffnet. Am Miuistertisch da» gesammte Staat»» uistertum, sowie Staat-Minister Rothe. vor Eintritt in die Tagesordnung ergreift der Staats- Minister da» Wort und erklärt, dah er heute zum ersten Male die hohe Ehre habe, al» Vertreter de» StaatSmini- sterium» zu erscheinen. Die Kammer möge überzeugt sein, daß er von der Schwere und Verantwortlichkeit de» ihm von Sr. Rvnigl. Hoheit dem Großherzog übertragenen Amte» doll durchdrungen sei. Die Rammet möge ihm da» gleiche Vertrauen eutgegeubriogeo, er werde dasselbe jederzeit zu rechtfertigen suchen. (Bravo) — Präsident Haas gedachte hieraus der Verdienste des verstorbenen Mitgliedes drS Hauses, Reg.-Rath Hechler, und erhebt sich die Kammer zu ehrendem Sedächtnih desselben voa den Sitzen. Im Weiteren gedachte Präsident Haas des Todes de» ReichSkaozlers Fürsten Bismarck und feierte denselben al» den grühteu und genialsten Staatsmann aller Zeiten, der eS verstanden habe, den Frieden zu erhalten, und der sich unsterbliche Verdienste um die Gründung des Deutschen Reiche» erworben habe. Die Kammer und daS gesammte Staatsministeriu» hörte diese tresfltche Rede stehend an. — Hierauf erfolgte die Vereidigung de» an Stelle Hechler» gewählten Adg. Backe» und die Wahl eines StcretärS zum Bureau der Kammer. Adg. Reinhardt- WormS wird mit 49 Stimmen zu diesem Amte gewählt. Als Mitglied de» ersten AuSichuffes (Ftuauz-) wurde der Abgeordnete Römer mit 46 Stimmen gewählt. Die Sammer tritt nunmehr in die Berathung der Regieruugßvo läge, den Gesetz-Entwurf das Notariat betreffend. — Adg. Köhler beantragt hierzu, dah die bis jetzt eingelaufenen 179 Petltouen, welche sich gegen die Einrichtung de» Notariat» richten, verlesen werden. — Nachdem sich der Berichterstatter geweigert hat, die Verlesung der 179 Petitionen vorzuuedmev, tritt da» Hau» iu die Generaldebatte über den Gesetz-Eutwurf. — Avg. Köhler verliest eine Anzahl von Petitionen, welche sich gegen da» Gesetz aussprechen. Er weist darauf hin, wie schwer die Notariate den Bauernstand schädigen. Die dir jetzt desteheudeu OrtSgerichte HStteo sich eingebürgert und segeoSreich gewirkt. — Adg. Ullrich ist erstaunt, daß von dem Vorredner so wenig Gründe gegen die Notariate vorgibracht worben seien. Für ihn sei daS Notariat eine verbefferuug der freiwillige» Gerichtsbarkeit. Nach der Vorlage sollen die Ortsgerichte nicht beseitigt werden, sondern e» soll in allen Provinzen sich da» Publikum der beiden Aemter bedienen können. Redner wünscht, daß die Notariate als Staatsämter behandelt, «nd daß auch da» Berhältniß der Gerichtsvollzieher demuächst entsprechend geregelt werde. — Jastizminister Dittmar er- klärt, daß die Regierung sich der Tragweite der neuen Se- setzesvorlage voll bewußt gewesen sei. Die von de» Abg. Köhler vorgebrachten Bedevkeu könne er nicht thelleu, da voa einer Beseitigung der Ortsgerichte keine Rede sei. Die von dem Abg. Ullrich vorgebrachteu Wünsche seien noch nicht spruchreif. Was die «osten anlaoge, fe sei es nicht unmöglich, daß die Notariate billiger arbeiten, als die Ortsgerichte. Wolle ma» von einer Schädigung sprechen, so verweise er auf die Notariate in Rheinhessen. Deu Schnitt, welcher den Notaren mit de« neuen Gesetz zugefügt werde, würden sie gewiß nicht angenehm empstnden. Die Regierung thue in Rheinhessen, was sie thun muß, aber auch was sie thuu kann, tun den Notaren das Opfer so leicht wie möglich zu mache». — «dg. Schönberger kann den Patrio- tismus der rheiuhesfischeu Notare recht wohl begreifen. Der steige und falle, sobald es ihre Person betreffe. Füc ihn aber falle der Kostenpunkt der Notariate am «eisten unteren Klaffen. Ja diesem Urtheil bestärkt die Lhatjach», ins Gewicht, und dieser Punkt sei im Gesetz nicht klar gestellt, daß auch am Betrag der Neueiulagea die arbeitende Be- Die Bedenken, die i» dieser Richtung im Publikum herrschten, völkerung mit über zwei Künstel detheiligt ist, und die durch- seien nicht so leicht zu beseitigen. Auch der Justizmiuister I schuittliche Höhe ihrer Ersteinlage keineswegs unerheblich fich und der Ausschuß habe sich um diesen Punkt herum gedrückt. 1 darstellt Der etwa» niedrigere Proceutsatz der Abhängig« Er beantragt die Vertagung der ganzen Gesetzvorlage dis * an der Eiolagensumme gegenüber demjenigen an der Ein- nach Neujahr. — Abg. Jöckel spricht fich für die Einführung | legerzahl wird im Uebrigeo nicht befremden, denn die in der Notariate aus. ES sei bedauerlich, daß eine künstliche Rede stehenden Rate,orten können naturgemäß nicht so hohe Beträge erübrigen und zurücklegen als die Uuternehmerklaffe, Agitation gegen die Gesetzesvorlage hervorgerusen worden sei, ohne baß man Gründe vorgebracht habe. Er empfiehlt die Annahme des Gesetzes. Abg. Schönberger and Röhler beantragen noch weiter, über deu vertaguogSauttag namentlich abzustimmeu. — Abg. Sch mitt-Mainz widerspricht dem vertaguugSantrag mit großer Entschiedenheit, der weiter Nichts bezwecke al» da» Gesetz zu Fall zu bringen. Er wird morgen zu demselben da» Wort ergreifen. — Präsident Haa» verwahrt sich gegen die Unterstellung de» Abg. Köhler, al» habe da» Bureau die Vorlage verschleppt und mau wolle die Vorlage noch rasch dnrchpettsche«. Die Geschäftslage der Kammer fei eine solche, daß in nächster Zeit weit über hundert Anträge in den AuSfchüffen zu beratheu seien, und daß eine ganze Anzahl dringlicher Gegenstände erledigt werden müßten. DaS sei der Grund, warum die Kammer zur Berathung vor Weihnachteo zusammengetreten fei. Die verathungeu werden um x/42 Uhr abgebrochen. Fortsetzung der Berathung morgen früh 9 Uhr. Deutsches Reich. Berlin, 15. December. Die ReichStagS-Abgeordueteu Graf Slinkowström und Dietrich haben mit Unterstützung der confervativeu Fractiou im Reichstage den Antrag gestellt, zur Ergänzung de» Strafgesetzbuche» die Bestimmung aufzu- nehmen, daß die Veröffentlichung von Geheimnissen durch die Presse, namentlich wenn da» Bewußtsein obwaltet, daß die Senutniß derselben auf unlautere« Wege erworben ist, mit Strafe belegt werden soll. Berlin, 16. December. Der Gesetzentwurf zu« Schutze der ArdeitSwilligeu wird, wie der »Hamb, dorr/ hört, fich keiueSweg» auf Bestimmungen beschränken, die fich auf deu TerroriSmu» der Arbeiter beziehen. ES find vielmehr strenge Strafoorschriften tu Aussicht geuommeu, die etwaigen Angriffe der Arbeitgeber auf die Loalttious- frelhett der Arbeiter mit aller Entschiedenheit eutgegentreteu solle«. Dabei wird man insbesondere an schwarze Listen, terroristische Aussparungen u. s. w. zu denken haben. ES ist nicht zu verkenne«, daß die Aussichten de» angekSudigien Gesetze» sich wesentlich verbkffern würden, wenn e» keinen Zweifel darüber ließe, daß es Arbeitgeber und Arbeiter mit dem ole chen Maße deS Recht- und der Billigkeit mißt. M.P.C. Berlin, 15 December. Für die Spar fähig- teil der arbeitende« Klassen gewinnt man einige Anhaltspunkte ans Daten, welche der soeben erschienene vierte Jahrgang des bayrischen statistischen Jahrbuch» für 1896 enthält. Danach sind in diesem Jahre bei den bayerischen Staatskassen neu eingeirettu: S-werbSthätige, die für fich selbst Spareinlagen machten 65073, juristische Personen (Vereine, Eorporattouen) 8215, nicht erwerbSthättge (Kinder), für welche von Anderen E.nlageu gemacht wurden, 34568. Der Betrag ihrer Ersteiulagen bezifferte fich bei den Erstgenannte« auf 16854 835, bei den Zweiten auf 1079 211, bei deu Dritten aus 5319039. Nur die erste Gruppe, die säst zwei Drittel der neuen Spargäste mit fast ebenfalls zwei Drittel der Neueiulageusuwme in sich begreift, eignet sich zur weiteren Würdigung. Hebt man auS dieser Gruppe daS angestellte und Arbeiter-Personal heran-, so ergibt sich über dessen vethelliguug au deu Sparkassen Folgende-: Procentantheil an: sämmtlichen Neu Durchsch«. Höhe Einlegern Einlagen einer Ersteinlage Land-u. Forstwirthschaft 13,77 10,70 198,18 Industrie 18,65 13,50 184,79 Handel und Verkehr 5,18 8,62 178,51 Häusliche Dienstboten 20,18 10,49 182,78 Oeffeutlicher Dienst einschließlich freie Berufsarten 5 21 5.45 266,76 Summa •/o 62,98 43,76 177,33 Wenn nach diese» Zahlen fast zwei Drittel aller Neu- einlagen fich tu» der Klaffe der Unselbständigen, insbesondere der Arbeiterklasse, rekruttre», so ist das -weisellos ei» günstige» Shmptom von de« Spürsinn und der Sparfähigkett der für welche fich die Erstriulage durchschnittlich auf rund 890 Mark beläuft. Noch einzelnen Berufen geordnet, ergibt fich die bedeutendste Sparhäusigkeit für die industrielle Arbeiterschaft. Zwar wird ihr au sich hoher Anthetl (18,65 e/0) a» der Einlegerzahl von den häusliche« Dienfiboten noch etwa! übertroffen, und in Durchschnitt find die Beträge, die der Arbeiterstaud von Land- und Forstwirthschaft, sowie vo» öffentlichem Dienst (niedere Bedienstete, Bureaudiener, Portiers re) bei den Sparkassen einlegen, höher- aber die letztere« Fälle find viel seltener als die, iu denen Arbeiter der Industrie zur Sparkasse komme». Und darum erscheine» die industriellen Arbeiter mit einem so na«hasteu Autheil an der Etulageusumwe, daß die Quoten der anderen Arbeiter verhältuißmäßig weit zurückbleideu. AsssUnsd. Wie». 15 December. Der deutsche Botschafter Graf Eulenburg wurde heute Mittag vom Kaiser iu Audienz empfangen. Mau bringt die Audienz mit den fchwebeuden Behandlungen betreffend die Ausweisungen österreichischer Untertanen au» Preuße« iu Zusammenhang. ölen, 15. December. Heute Mittag ist über Wien und Umgebung ein heftiges Gewitter «iedergegangeu, verbunden mit Hagelschlag. Rom, 15. December. Da- in Mantua erscheinende Blatt „Provinzia" bringt die Meldung an» Eritrea, daß Menelik italienische Kriegsgefangene seine« Löwen al» Futter vorgeworfen habe. Sitzung der Stadtverordneten am 15. December 1898. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Guauth, Herren Beigeordneten Georgi, Grüoederg und Wolff, von Setten der Stadtverordneten die Herren Brück, Emmeliu», Flett, Dr. Gaffkh, Grünewald, Habenicht, Haubach, Heichelheim, Helfrich Heyligenstaedt, Jughardt, Keller, Kirch, Loo», Löber, Orbig, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele, Schwall und Wallenfels. Bor der Sitzung der Stadtverordneten fand unter Vorsitz des Herrn Provinzialdlreclors v. Bechtold die Wahl vo» fünf KreiStagSmitglieder« für den ersten Wahlbezirk (Stadt Gießen) statt. E» erhielten Stimmen die Herren: Oberbürgermeister Guauth 20, Beigeordneter Georgi 20, Dr. Gutfletsch 20, Dr. Schäfer 19 und Scheel 18. Die Genannten find danach gewählt. Fran Daniel M o o g Wwt. hat letziwillig der Stadt ein Capital von 1500 Mk. zugewendet mit der Bestimmung, daß au» dem Z n-erträgmß ihre und ihre» Ehemannes Grabstätte unterhalten wird. — Ein wettere» Legat derselben Erblasserin besteht in 5000 Mk., von deren Zinsen alljährlich am Todestage ihre» Ehemann» (2. October) an bedürftige und würdige Wittwer ober Wittwen, unter denen die verwandte« de» Vorzug genieße« sollen, Gaben von nicht unter 20 Mk. ver- theilt werden solle«. Die Versammlung beschloß, die Stiftung mit Dank anzunehmen. Dir Firma Andr. Euler soll eine hinter deren Neub« an der Steinstraße und de« NachbarhaNse liegende Rest- parzelle städtischen Gelände» von 57,8 Oaabrahneter zum Preise von 350 Mk. Überlassen werden. Schloffermeister Hermann Leherzapf beabsichtigt, tat ehemals Aruold'scheu Hause am Asterweg eine Werkstatt ein- zurichteu, zn welchem Zwecke er einen etwa 21/, Meter breiten Streifen vom Hofe de» zur Zett von der Gewerbeschule berufen ehemaligen Schulhause- am Asterweg gegen ein Stück dahinter liegenden, ihm gehörige« Gelände» ei»- tausche« will. Die Versammlung lehnt da» Gesuch mtt Rücksicht daraus, daß die Stadt durch Abttetnug de» fraglich en Gelände» später in der freien Verfügung über da» Gesanmtt- gelände beeinträchtigt werden könnte, ab. Die Urlaubsgesuche der Geometergehilfeu Philippi und Werkmanu, welche fich auf das Geometerexameu vor- bereiten wollen, werden auf Befürwortung le» Stadtgeometers genehmigt. Au Stelle des verstorbenen Mttgliedes im Verwaltung»- rathe der Friedrich Bücking-Stiftung, Dr. Ploch, wird Herr Stadlverordurter Wallenfels gewählt. Za Mitgliedern der Borschlags-Cowwissio« werden die Herren Dr. Guifleisch, Scheel, Hehligenstaedt, Petri, Wallenfels und Schwall gewählt. Betrefft de- Gesuche- de- Herrn Heinrich Sehrt um Ertheilung der Wtrthschaft-concesfion bezw. Antschank von Branntwein für da- Hau- Frankfurter Straße 165 beschloß die Versammlung Bejahung der Bedürfutßfrage iusolauge, al- am Bahuhofsumbau gearbeitet wird,- dagegen wird die Bedürfuißfrage bezügl. de- WirthschaftSconceffion-gesuche- de- Herrn Ka-par Hetozerling für da- Hau- Ebel, straße 2 verneint. Die am 12. dr. MtS. abgehalteue Holzversteiger- uvg hat einen um 203 Mk. hinter de« Lartfpreife bleibenden Erlös von 2156 Mk. ergeben. Auf Bericht de- Großh. Oberförster- wird beschloffen, die Versteigerung zu genehmigen. Für die Einfriedigung de- physikalisch-chemischen Institut- au der Stephanstraße ist um Di-peu- von der Bestimmung nachgefucht worden, welche die Anlage von Metallspalter vorschreibt. Da- Gesuch ist damit begründet, daß in dem Institut auch im Freie« magnetische Versuche augestellt werden. Die Versammlung spricht sich für Er- thetlung de- Dispense-, dem zufolge eine Holzeiufrtedtgung auf Mauerwerk au-geführt werden kann, au-. vor Schluß der Versammlung hielt Herr Oberbürgermeister Gnauth folgende Ansprache: Meine Herren! Wir find damit am Ende unserer heutigen Tagesordnung angelangt, vorautfichrltch auch am Ende unserer Verhandlungen in diesem Jahr und in unserer seitherige« Zusammensetzuug. Erfreulicher Weise sind diejenigen unserer au-schetdenden Mitglieder, welche zur Annahme einer weiteren Wahl bereit waren, auch sämmtlich wiedergewählt, und e- ist damit ihre Erfahrung und Arbett-kraft unserem Collegium erhalten, ihnen und uu- aber auch bestätigt, daß dir Wählerschaft mit der seitherigen Ausübung dr- Mandate- zufrieden gewesen. Nach dem schon im Laufe der Wahlperiode erfolgten Verlust treuer Mitarbeiter durch Tod und Rücktritt bleibt nvS nunmehr noch zu bedauern da- Au-schetdeu de- Herrn Collegeu Thaer, welcher mit Rückficht auf sein Alter und sein Befinden gebeten hatte, von seiner Wiederwahl ab- zuseheu. Sein Au-tritt bildet einen ewpfiadlichen Verlust für die städtische Vertretung: neben der Bedeutung seiner Mitarbeit auf denjenigen Gebieten, zu welchen sein Fach und die Tiefe und Vielseitigkeit seine- Wissen- ihn vorzugsweise berufen, war er für unser College« wie sür die städtische Verwaltung noch ganz besonder- werthvoll gewesen durch die Lauterkeit und Vornehmheit seiner Gesinnung: Eigenschaften, deren Besitz ja doch die erste Voraussetzung bildet für die erfolgreiche Ausübung de- Ehrenamtes eine- Stadtverordneten. Zu unserem Bedauern war Herr Professor Thaer I durch seinen Gesundheitszustand gezwungen, ebenso unserer I heutigen Sitzung wie einer ihm zugedachteu kleinen Abschieds- | \ feier sich zu entziehen,- i< erübrigt mir also uur, ihm au dieser Stelle zu danken für seine treue und gewissenhafte Arbeit im Dienste unserer Stadt, und Vie zu bitten, Sich -um Zeichen Ihres EillverständuiffeS mit diesen Abschiedsworten von Ihren Sitzen zu erheben. (Geschieht.) focdef tmfr provinzielles. A Reiskirchen. 15. Decewber. Daß vor einem ge- riebeucu Diebe selbst Schloß und Riegel nicht schützen, zeigte der angebliche Uhrmacher aus dem nahen H........ Derselbe begab fich kürzlich während der Abwesenheit eines hiesigen LaudwtrlhrS in dessen Wohnung, machte fich an den Wanduhren zu schaffen und gab den im Zimmer anwesenden kleinen Kindern, um deren Aufmerksamkeit abzulenken, Rädchen zum Spielen. Während die Kinder spielten, durchbohrte er mit einem dünnen Bohrer die Tischplatte so geschickt, daß das Bohrloch auf den starken Riegel de- TischkastenschloffeS führte. Letzteres drückte er alsdann hinab und öffnete nun die Schublade, aus welcher er 45 Mk. entwendete. 4- Rtdda, 16. Decewber. Bet der gestrigen Gemeinde- rathswahl Hierselbst wurden die auSicheidendeu Mitglieder, Herr Metzger Hrch. Kammer, Hutmacher L. Ruppel III. und Glaser RtvgShausen, wtedergewähtt, und außerdem die Herren Maurermeister Fr. Drott een., sowie Metzger- meister Lupp als neue Gemeiuderäthe erkoren. + OberSchmitteu, 16. Decewber. Unsere erst drei Jahre bestehende Darlehenskasse, e. G. m. u. H., halte im abgelaufeneu Jahre einen Umsatz von 358.30 Mk. und einen kleinen Reingewinn. Die Mttgltederzahl beträgt rund 60. Vermischte». * Wie Bißmarck BuudeStaggefaudter wurde. In den ^Erinnerungen eines alten Mannes an den Fürsten Bis- marck", die A. Andrae-Roma« im »Daheim" veröffent- licht, findet fich über die Ernenvuug des damaligen Herr« v. Bismarck-Schönhausen auf den Frankfurter Posten folgende Darstellung: Durch Kleist Retzow erfuhr Bismarck zuerst, daß mau beabsichtigte, iha in der Diplomatie zu verwenden. Er war damals in Schönhausen, und Kleist berief ihn nach Berlin, indem er ihm nur mtttheilte, daß er etwas sehr Dringliches mit ihm zu bespreche« habe. Bikmarck kam noch an demselben Abend herüber in ihre gemeinschaftliche Wohnung und wollte natürlich gleich erfahren, um waS es fich handle. Kleist aber vertröstete ihn damit, daß mau dazu volle Ruhe haben müffe; fie würden erst darüber sprechen, wen« fie zu Bett lägen. Ihre Briten standen neben einander, und fie pflegten reden Abend vor dem Einschlafen einen Abschnitt aus der heiligen Schrift miteinander zu lese«. Trotz B SwarckS Ungeduld geschah dies auch au jenem Abend. Sie lasen einen Psalm und daun fuhr Kleist fort: »Ich habe Dir drei wichtige Dinge mitzutheilen und Deine Meinung I darüber zu höre«. 1. Ich habe um die Hand der Grästr Charlotte von Stolberg Wernigerode gebeten. 2. Man totff mich zum Oberprästdevten der Rhetnprovtnz machen und 3. man beabsichtigt, Dich zum BundeStagigesandte« zu ernennen." »Du armer HanS", sagte BtSmarck. »Was daS Erste cm» betrifft, so wirst Du ja ganz damit herriafalle«. Wie kannst Du Dir nur embtlden, daß daS alte ReichSgrafengeschlecht eine Tochter au den gewöhnlichen Adel verheiratet! Was das Zweite anbetrifft, so führt Dich der König auf et« Dorneufeld, auf dem Du Dir Wunden genug holen wirst. Der strenge, steife Pommer paßt schlecht zu dem leichtlebige» Rheinländer. WaS das Dritte anberrifft, so steht eS mtt vor, wie ein ungeheures Wagniß. Ich wtll'S beschlafen." Am folgende« Abend war eine größere Gesellschaft beim Minister v. Manteuffel. Beide Freunde waren geladen, und bald führte der Minister Bismarck in fein Arbeitszimmer, wo er ihm sagte: »Herr v. Kleist hat Ihnen ja bereit» mitgetheilt, daß Se. Majestät beabsichtigt, Sie zum Bunde-tag-gesaudte« zu ernennen. Würden Sie da- aunehmeu?" „Ja", aut- wartete BiSmarck ohne Zögern. Der Minister hatte wohl eine ausführlichere Antwort verwuthet. Als er eine Zeit laug vergeblich darauf gewartet, dann einige Gänge durch's Zimmer gewacht hatte und BtSmarck immer schweigend auf derselben Stelle fand, führte er ihn etwa- mißgestimmt «nt den Worten »Wenn'- Ihnen recht ist, gehe« wir zu der Gesellichaft" in die andere« Räume zurück. Am uächfte« Tag war BiSmarck zum König beföhle«, und dieser sagte ihm u. A: »Manteuffel hat Ihnen ja mitgetheitt, daß r- meine Absicht ist, Sie zum BundeStagSgesaudteu zu ermnuen, Sie habe« fich auch bereit erklärt, das Amt zu übernehmen. DaS ist aber in einer so etgeurhüml chen Weise geschehen, daß ich doch noch mit Ihnen darüber sprechen muß. Hatte» Sie fich denn wohl überlegt, von welch' ungeheurer Wichtig» keit gerade in unserer Zeit dieser Posten ist?* »Rein Majestät", erwiderte BiSmarck, »aber eines harte ich doch überlegt: die Stelluug de- Minister Manteuffel zur conser- vativen Partei kann unmöglich so bleibe«, wie fie jetzt ist. E- kaa« uur Unheil darau- entstehe«. Persönlich bespricht er zwar Vieles mit uns, öffentlich aber de-avoutrt er ««- bei jeder Gelegenheit. Wenn er meine Ernennung zum BundestagSgesaudten befürwortet, cowpromitttrt er fich vor dem Liberalismus, daß er nicht wohl zurück kann, und daerachte ich sür eine« bedeutenden Fortschritt. WaS mich au- belr fft, so werden Ew. Majestät bald erkanut haben, ob ich für daS wichtige Amt paffe oder nicht. Im schlimmsten Falle blamire ich wich und ziehe mich zurück, für Preußen aber ist Große- gewonnen." »Nun", rief der König lachend, »da- nenne ich einen aufrichtigen Parteimann. Daraufhin w ff ich'- mit Ihne« wagen." • Sin kluges Kind. Mama: „Pfui, schäme Dich! Du stehst ja ganz schmutzig aus! Hast Du an wir schon mal so schwarze Hände gesehen?" — Die kleine Edith: »Ich nicht, aber Großmama." Bekanntmachung, betreffend: Die Löber'fche Stiftung. Aus obiger Stiftung ist eine Pfründe von 260 Mark jährlich an eine in Gießen geborene Handwerkers-Wittwe zu vergeben, welche einen guten Ruf besitzen, fortwährend einen gesitteten Lebenswandel geführt haben, und wahrhaft bedürftig sein muß. Anmeldungen werden von heute an binnen 14 Tagen auf dem Armenamt entgegen genommen. Gießen, den 10. December 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gieße». 12363 Gn a uth. Bekanntmachung. 136 Mark Zinsen aus der Stiftung der dahier verftorbeueu Elifabethe Schmidt sind zu gleichen Thellen an vier bedürftige, unbescholtene, ledige, in Gießen lebende Dienstmädchen im Atter über 50 Jahre und vier arme Wittwen aus Gießen nach der Auswahl des Stadtoorstandes zu vergeben. Anmeldungen zum Bezug derselben haben bis zum 1. Januar 1899 unter Beibringung des erforderlichen Nachweises bei der unterzeichneten Stelle zu geschehen. Gießen, den 13. December 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________________I- V.: Wolff.___________________12373 Juchtviehmärkte in Darmstadt. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß die Darmstadter Zuchtviehmärkte im Jahr 1899 auf nachverzeichnete Tage fallen: ö 3. 17. 31. Januar. 4. 18. Juli. 14. 28. Februar. 1. 14. 28. August. 14. 28. März. 12. September. 11. 25. Aprll. 3. 17. 31. October. 9. 23. Mai. 14. 28. November. 6. 20. Juni. 12. December. Dari nsta dt, den 10. December 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Darmstadt. ________I V.: Riedliuger. 12372 11714 Der Vorstand des Sonntagsoereins: Dr. Naumann, Pfarrer. Sonntagsverein für junge Mädchen. Die Vereinigung der Mädchen findet statt an jedem Souutag Nachmittags im Saal der Kleiukiuderfchule. Dre Mädchen können zu jeher Zeit kommen und gehen. Um 4 Uhr findet gememfame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Erzähluna Gute nnterhEende Bücher und Spiele finbin g'r°b°?°Zahl'°Nd°n Wir laden zur Therlnahme freundlichst ein. !' lifkflimtnmiljnniien Vergebung von Bauarbeiten. Nachstehende zum Neubau eines Amtsgerichtsgebäudes in Grünberg nöthigen Arbeiten des Rohbaues nebst Materiallieferungen, nämlich: 1. Erdarbeit 2. Maurerarbeit 3. Steinmetzarbeit in Basaltlava (— 12.00 cbm) 4. Steinmetzarbeit in Mainsandstein (— 1 LOO cbm) 5. Steinmetzarbeit in Granit (— 2.40 cbm) 6. Steinmetzarbeit in Sandstein oder Basaltlava (— 65.00 cbm) 7. Zimmerarbeit 8. Dachdeckerarbeit 9. Holzcerneniarbett 10. Spenglerarbeit 11. Grobschlosserarbett 12. Trägerlieferung (— 4500 Kg.) 13. Weißbinderarbeit werden hierdurch unter Hinweis auf den Minifterialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Sub- miffionsweg ausgeschrieben. Die Aurführungsbedingungen,Zeich- nungen und Arbeitsbeschreibungen liegen Montags und an den 4 letzten Wochentagen in unserem Amtslocal, Dienstags in dem Rathhaussaale zu Grünberg zur Einsicht offen, und können letzte e, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote find bis zum Samstag, den 7. Januar 1899, Vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 8. December 1898. Großh. Hochbauamt Gießen. Neuling. 12199 Kleinkmder-Bewahranstalt Am nächsten Sonntag, den 18. December, soll die Christ- befcheeruug unserer Anstatt gehalten werden. Nachmittags 4 Uhr findet zunächst in der Johauueskirche bei brennenden Christbäumen eine kirchliche Feier statt, die zugleich als Gemeindegottesdienst gehalten wird. Nach Schluß desselben werden in der Kleiukiuderfchule, auch im Lichte des Christbaumes, den Kindern ihre Gaben bescheert werden. Zu der kirchlichen Feier in der Johanneskirche laden wir die ganze Gemeinde freundlichst ein. Zu der Bescheerung in der Anstalt selbst können wir, außer den Angehörigen der Kmder, wegen des beschränkten Raumes leider Niemand einladen. Alle, die uns für die Chriftbescheerung unserer Anstatt noch Gabe« zugedacht haben, bitten wir, dieselben bis Ende dieser Woche an eine der Vorstandsdamen gelangen zu lassen. Gießen, den 15. December 1898. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr Naumann 12378 W- 8 Tage zur Probe! -w 2-reihige, 4.9 Testen, 2 Registern, Grösse 38 cm nur 12 Mark Für nur 5 Mark mit Glockenspiel 30 Pf. mehr, versende ich per Nachnahme eine elegante, gut und «laue lieft gebaute, leichtspiel ende Concert-Zug-Harmo- nika, JO Tasten, 40 allerbeste Summen, 2 Bässe, 2 starke Doppelbälge mit Stahlschutzecken, 2 Zuhalter. offene Nickel- Glaviatur mit breitem Nickelstab umlegt. 2-chör., Orgelton. 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