1S0S Mittwoch den 17. August Erstes Blatt. Nr. 191 Gießener Anzeiger Heneral-Unzeiger Zlints- und Zlnzeigsblatt für dei» Itrci» Gieren Gratisbeilage: Gießener Familienbtätter Aitttüchsr Tbeil tintr wasserberührten Heizfläche: 25 mm. mindesten» btl qm. S» H n v M H n n n n n beHelben einen Steil ein oder Hat da» Standrohr so ist eine Querschnitt». cnberen al» runden Querschnitt, Ei, da» erleichtert unfern auswärt» strebende Davidistraße schmale, Allr Anzeigen-LermUllungSstrllen de» In- und AuSlandr» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. n n 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 a n Himmel in diese etwa» trübseligen Gang! Wenn ein urnmöitie» Gesicht anfstrckte, ohnehin düstere Atmosphäre de» Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Vorm. 10 Uhr. n n // n n n N V 1 2 3 4 5 6 7,5 8,5 10 11,5 13 13 der orientalische möchte ich nicht Ghetto rauchen. Ueber die Redaction, Exprdition und Druckerei: Schnkftrahe Nr. 7. verwandelt sich die Phyfiognowte der Straße. Hier müden, schleppenden Gange» ein Schwarm ehrwürdiger Wrißbärte, deren kleine, listige Augen mit stechendem Blick neben großen Habicht»uasen hervorblinzeln. Da» steht au», al» ob einige Dutzend „Shhloks" ihre gut besuchte Generalversammlung abhalten. Dort bleiche, von langen, feuchtglänzenden Pfropfen« zieherlocken umtaumelte jugendliche Gesichter. Weiterhin macht eine alte Megäre mit verklärten Mienen einem ver- kümmert dareinschauenden Burschen ein fette» Heirathsprojrct plausibel- daneben beugen sich wahre Judasprofile Über die Drahtgitter kleiner Geldwechseltische und die nervösen ginger machen die charakteristischen Bewegungen de» Geldzählen». Schlafend in einer Mauernische sind etliche Bummler zusammengedrängt, wo sie sich wie ein verworrener, von der Mittag»sonne durchglühter Haufen schmutziger Lumpen au», nehmen. Andere, deren welke Gesichter durch Staub und Mattigkeit an» Fensterlöchern lugen, erwecken den Eindruck, al» hätten sie fich seit fünf Jahren nicht gewaschen Jetzt quetscht fich durch die Menge eine Reihe verstaubter, mit Asche beladener Esel, die jedoch nicht abfärben, weil diese Menge in ihren Lumpen fich in noch größerem Schmutz herumtummelt. Drüben hat fich eine Horde dreister Bengel auf den Trümmern zerborstenen Mauerwerk» zusammen« gekauert. Boa dorther erschallt wilde», ohrenbetäubende» Gekreisch, wie au» einem Ententeich. Manchmal weiß ich nicht, schieben und stoßen fich mehr Lumpen auf dem glitschigen Pflaster herum oder schweben mehr im linden Winde de» Orlberg» hoch oben auf den Waschleinen, die fich von einer Baracke zur anderen spannen. . . . Hei, jetzt endlich ein freundlichere» Bildl Mitten in diesem Wust tauchen plötzlich prachtvolle, pelzverbräme Kaftane von blauem, schwarzem oder violette« Sammet auf — fromme g'öße maßgebend, die der Kreisfläche mit dem angegebenen Dnrchmeffer gleichkomwt. Durch diese Vorschriften werden alle früheren Verfügungen, die fich auf den gleichen Gegenstand beziehen, aufgehoben. Gießen, den 15 August 1898. Großherzogliche» Krei»amt Gießen. v. Bechtold. Juden, die fich -um Beten hinab nach der Klagemauer begeben. O, ein solcher Lichtpunkt thut hier doppelt wohl! Beim Anblick all dieser traurigen Gestalten wird da» Herz von tiefstem Mitgefühl durchbebt. Gewissermaßen heimaihlo» im eigenen Heim, erscheinen sie wie Ausgestoßene, die ein harte» Geschick von der heimischen Schwelle verwie». Und dennoch — die» ganze Volk, vom Schicksal zu Boden gedrückt, vom Schicksal geohrseigt, gründlich dnrchgewalkt und schwer verwundet, e» zeigt selbst in solch brutaler Erniedrigung eine Überau» zähe Lebenskraft. Im Weitergehen sehe ich oben an den Mauerhaken ein Königreich von alten Kleidern etablirt, — Kleider, auf denen noch der WÜstenftanb au» der Umgebung de» Tobten Meere» oder sontzwoher lagert. An den niedrigen Tischen darunter werden Pflaumen, Rosinen, Häringe, Honigkuchen verkauft, werden Stiefel gewichst, Lappen getrocknet, schmort im Sonnen« brand feilgehaltene» Fleisch, da» Legionen von dicken Fliegen umsummen, oder dürre, ruppige Hunde mit hämischen Gesichtern beschnüffeln .... Manchmal kommt mir die» ganze Judenviertel vor wie der schlammige Unrath, welcher sich in einem Riesennetz an- sammeln würde, fall» man e» durch die dunkelsten Gaffen einer Weltstadt schleifte. Zuweilen weiß ich nicht, steige ich Über geniale Misthaufen, die in Übertriebenen Schmutz aus- arteten, oder Über Gäßchen, welche bi» zu Misthaufen heradsanken. Jetzt in «nffiger Luft Schmutz bi» zum Ideal, Schmutz bi» zum Enthusiasmus .... Ach, man sollte den Geruchsneroen nicht mehr zumnthen, al» sie billigerweise vertragen können! Meine tapfere Nase verrichtet wahre Helbenthaten von Wiberstandsfäh'gkrit. Hu, wie fürchterlich solch uferlose, hochgehende Geruchswogen letzt Adrtsse für Depeschen: Anzeiger chiehea. Fernsprecher Nr. 51. gebt», wo man leicht au»glitscht auf den Abfällen von Gemüse und Obst — und dann hinein in die Jerusalemer tebiäi'dje Welt, die waschechteste de» ganzen Erdbälle» . . . Auf all den engen Gäßchen die vollen Pulse heftiger Erregung- denn eingepfercht -wischen Unmaffen von Spelunken, Läden. Gewölben, Löchern, die alle einander dicht auf den Buckel rückten, da» nervös geschäftige Treiben einer zahlreichen jüdischen Bevölkerung, welche ihre Tage zumeist unter freiem Himmel verbringt .... Wortgefechte von verlumpten Schreihälsen, Kreischen, Johlen .... Die heiße Lust durchzittert der Dunst von zufammengedrängten Menschen. Mit jedem Schritt häufen fich die bunten Eindrücke, der Satz dann verschloffen worden. Bei der jetzigen Fertigstellung seien zur Verhinderung von Durchstechereien die um« fassendsten vorfichtsmoßregeln getroffen worden. Der erste Band soll schon in nächster Zeit erscheinen. Auch dieser Nachricht gegenüber wird vorficht geboten sein. über betragen muh. Deutsches Reich. Berlin. 14. August. Orientreise des Kaiser». Der Kaiser hat, wie der Geheimrath Prof. Adler im „Ccntral- Detugrprei» Dtrrtrllährlid) 2 TLirt 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Vringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Feuilleton. Ztnler der Sonne Palästinas. Eindrücke und Erinnerungen. Von Karl Böttcher. (Nachdruck verbotm.) IV. Im Jerusalemer Ghetto. Diesmal nehme ich euch mit zu einer Wanderung durch das Jerusalemer Judenviertel. Herrlichstes Himmelsblau Über abgehellter Luft- drüben der Orlberg in glitzernder Tonnenpracht- lächelnder Widerschein solchen Glanz:» in allen Gaffen der weihevollen Stadt. Bekanntmachung, betreffend Standrohr mit Queckfilberfüllung, überhaupt Bestimmung der lichten Dnrchmeffer für Standrohre an Niederdruckdampskeffel. Auf Grund der Ziffer 3 de» § 22 der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 5. August 1890 Über die Anlegung von Dampfkesseln — Reg. Blatt Nr. 1 vom 2. Januar 1892 G. 20 ff. — hat Grohh. Ministerium de» Innern bestimmt, daß bei Kochkesseln, worin Dampf aus Wasser durch Einwirkung von Feuer erzeugt wird, an Stelle der 5 m. hohen, 8 cm weiten, tn den Wasserraum reichenden Standrohr all« gemein gestattet werde, vom Dampfraum ausgehende, nicht adschl'eßbare Rohre in Hrbetsorm oder mit mehreren auf- und absteigenden Schenkeln anzuwenden, deren aufsteigende Hefte zusammen mit WossersÜllnng nicht über 5 m., bei Queckfilberfüllung nicht über 0,37 m. Höhe haben dürfen, während der lichte Durchmesser runder Rohre Überall bei frfdkint täglist) mit Ausnahme deS Montag». Die Gießener A-mikieudkäiter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. blatt der Bauverwaltung" mittheilt, die EntwurfSskizze für den Glockenthurm der evangel. Erlöserkirche in Jerusalem, der 45,50 Mir. hoch ist, eigenhändig gezeichnet. Auch für die Durchbildung de» Innern hat „Die gleiche kaiserliche Huld und Fürsorge mehrfach fördernd eingegriffen." Da» Reise« bureau Look hat, wie bekannt, alle Anordnungen für die Reise de» Kaiserpaare» übernommen. Diese schließen alle» zum Leden, zur Besörderung und zur U terkunft der hohen Herrschaften sammt Gefolge von ungefähr hundert Personen Nothwendige ein, mit einer einzigen Ausnahme, nämlich der Zelte, die der Kaiser für fich und seine Gemahlin nach Jerusalem kommen läßt, um darin während de» dortigen Aufenthalt» Wohnung zu nehmen. Alle» Uebrige, wie die Ausstattung de» kaiser« lichen Feldlagers, Wagen, Maulesel und was sonst gebraucht wird, liefert Sook. Der Besuch in Jerusalem ist natürlich da» Hauptereigniß der Reise. Dort wird der Kaiser auch türkische Truppen in Augenschein nehmen können, da er beim Einzug von einem Cavallerie-Regiment und einer starken Jnfanterie-Abtheilung begleitet werden soll. Die Feierlich» kett beim Einzug und beim Besuch der Kirche ,be» heiligen Grabes" wird den bei früheren Besuchen königlicher Herrschaften getroffenen Beranstaltungen entsprechen, diese aber jedenfalls noch an Umfang und Eindruck Übertreffen. Mit besonderem Interesse sieht man in England, dortigen Blättern zufolge, dem Besuch de» Kaiserpaare» in Egypten entgegen. Man hofft, daß die englisch-egyptische Expedition noch vor der Abreise de» Kaiser» von der erfolgreichen Eroberung Khartum» und Vernichtung de» Mahdi zurückgekehrt sein wird, um dem Kaiser die Gelegenheit zu gewähren, die siegreichen Truppen und vielleicht Detwisch-Gesaugeue selbst zu sehen. Berlin, 15. August. Wie au» Deutsch-SÜdwest« afrika mitgetheilt wird, ist von der am 25. April in Swakopmund mit dem Dampfer „Marie Wörmann- eingetroffenen Post die gesummte für Windhoek bestimmte Brief- post auf dem Wege zwischen Otj'mbingue und Windhoek verloren gegangen. Die Bliefpost war gleich nach der Ankunft de» Dampfer» mit einem eingeborenen Boten weiter gesandt worden; der Bote hat auch Otjimbingue erreicht, der ihn dort ablösende Bote ist aber nicht in Windhoek angekommen. Man nimmt an, daß der Bote, der wohl, wie gewöhnlich, nicht die große Straße, sondern einen kürzeren Fußweg benutzt hat, unterweg» erkrankt oder verstorben ist. Alle Nachforschungen nach dem verbleib der Post, die 13 Kilo Briefe, darunter 58 Einschrribsendungen, enthielt, find bisher vergeblich gewesen. — Süddeutsche Blätter melden, daß im Cotta'schen Verlag in Stuttgart mit fieberhafter Thätigkeit an der Drucklegung der BiSmarck'schen Denkwürdigkeiten ge* arbeitet werde- ein Theil sei schon vor Jahren gesetzt und Attsla«-. Pari», 15. August. Nach neueren Feststellungen beträgt die Zahl der bei dem Eisenbahnunglück bei Beuviller» zu Tode gekommenen Personen acht. Bon 19 Wagen wurden 17 umgeworfen. Die Namen der Tobten find bi» jetzt noch nicht bekannt. Der Verkehr auf den Eisenbahnlinien Paris- Trouville und Paris-Cherbourg ist wiederhergestellt. Petersburg, 15. August. Recht schlimm lauten die Klagen der ländlichen Grundbefitzer über Arbeitermangel. In einzelnen Gegenden müssen die Gutsbesitzer einen Theil ihrer Ernte geradezu verfaulen lassen, weil die Bauern überhaupt nicht arbeiten wollen. Diese find gegen Naturalentschädigung nicht mehr zu haben, sondern verlangen den ganzen Lohn in baarem (Selbe, vor bet Ernte gelingt es dem Gutsherrn vielleicht, von jübischeu Wucherern Gelb auf- zutreiben- sobalb er aber ben Bauern ben Lohn auSzahlt, laufen biete so lange von bet Arbeit fort, bi» bie letzte Kopeke vertrunken ist. Bisweilen lassen sie fich von vet- schiebenen Herten Angelb geben, ohne bei einem bie Arbeit anszunehrneu. Die länblichen vrhötben sinb gegen ben Hebel» staub so gut wie machtlos, ba ben Bauern bie Einsperrung, wenn fie überhaupt stattfindet, zu Zeiten gar nicht unangenehm ist. Madrid, 15. August. Die Ftiebensbebingungen rufen in allen Theilen bet Bevölkerung einen außerordentlich deptiwirendeu Elnbruck hervor. Die Erbitterung gegen bie Regierung ist in steter Zunahme begriffen. Die Situation ist eine höchst gespannte. Die Blätter tathen Sagasta, schleunigst zurückzutteteu. — Die spanisch-amerikanischen Friedens- v e r h a n b l u n g e n. Der Borsriede hat folgenden Wortlaut: Se. Excellenz Herr Camdon, außerordentlicher Botschafter und bevollmächtigter Minister der französischen Republik in Washington, und Herr William Day, Staatssekretär der Bereinigten Staaten, haben, nachdem fie zu diesem Behuse bezw. von der spanischen Regierung und bet Regierung bet Bereinigten Staaten Bollmachten erhalten, folgende Artikel ausgesetzt und unterzeichnet, wodurch die Bedingungen festgestellt werden, unter denen die beiden Regierungen fich wegen der weitet unten aufgeführten Fragen verständigt haben, welche die Herstellung de» Frieden» zwischen den beiden Ländern zum Zwecke haben, nämlich : Art. 1. Spanien wird auf jeden Anspruch auf seine Souveränetät und auf alle seine Rechte auf der Insel Cuba verzichten. Art. 2. Spanien wird die Insel Portorico und die andern Inseln, die fich gegenwärtig auf den Antillen unter SpauieuS Souveräuetat befinden, sowie eine Insel in dem Ladrouenarchtpel nach Wahl der Bereinigten Staaten an die Bereinigten Staaten ab- treten. Art. 3. Die Bereinigten Staaten werden die Stadt, die Bucht und den Hafen von Manila besetzen und behalten, tu Abwartung des Abschluffe» eiueA FriedeuSvertrage», der die Herrschaft (contröle) und die Art der Regierung der Philippinen bestimmen soll. Art. 4. Spanien wird Cuba, Portorico und die übrigen Inseln, die fich gegenwärtig unter der Souoeränetüt Spanten- auf den Philippinen befinden, räumen, Zu diesem Zweck wird jede der beiden Regierungen bmnen zehn Tagen nach der Unterzeichnung dieses Protokolls Commtfiare auswählen, und die so auSgewählteu Com- miffare sollen binnen 30 Tagen nach der Unterzeichnung dieses Protokolls fich in Havanuah versammeln, zu dem Sude, die Einzelheiten der vorerwähnten Räumung CubaS und der anliegenden spanischen Inseln zu vereinbaren und die Ausführung dieser Räumung durchzusetzeu, und jede der beiden Regierungen wird ebenfalls binnen zehn Tagen nach dem Tage der Unterzeichnung des Protokolls andere Commiffare ernennen, die binnen dreißig Tage nach der Unterzeichnung dieses Protokolls fich in San Juan de Portorico versammeln sollen, um fich über die Einzelheiten der Räumung Portoricos und der andern Inseln zu verftäudigeu, die fich gegenwärtig unter der Souveränität Spanten- in den Antillen befinden. Art. 5. Spanten und die Bereinigten Staaten werden, um wegen de- Frieden- zu verhandeln, höchstens fünf Commiffare für jede- Land ernennen. Die so ernannten Commiffare sollen fich spätestens am 1. October 1898 tu Paris versammeln und zu den Verhandlungen und dem Abschluß eines Friedens- Vertrages schreiten. Dieser Vertrag soll gemäß den Ver- faffungsgesetzeu der beiden Länder vollzogen werden. Art. 6. Nach der Vollendung und der Unterzeichnung diese- Protokollsollen die Feindseligkeiten aufgehoben und zu diesem Zweck in beiden Ländern von jeder Regierung Befehle an die Führer ihrer Land- und Seestreitkräfte sobald wie möglich ertheilt werden. — Doppelt in Washington in französischer und englischer Sprache von den Unterzeichneten au-gefertigt, die unter die Acte ihre Unterschrift und ihre Siegel setzen. Am 12. August 1898. CocaU» und provinziell«». Gießen, den 16. August 1898. ** Auszeichnung. Se. Königl. Hoheit der Groß- Herzog haben Allerguadigst geruht, dem Arbeiter Heinrich Schäfer in Neu-Isenburg in Diensten der Firma C. Zimmer jetzt vereinigte Chtninfabriken Zimmer & Co. in Frankfurt a. M., da- Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" zu verleihen. * * Kirchliche Dieustuachrichteu. Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben Allerguädigst geruht, den Pfarrer Gustav Mencke zu Wölfer-Heim auf sein Nachsuchen von der ihm übertragenen evangelischen Pfarrstelle zu Nauheim, Decauat Groß-Gerau, wieder zu entheben. • * Freigepäck. Vom 1. October an tritt auf allen Strecken der ehemaligen Hessifcheu Ludwtgsbahu, welche jetzt der Dtrectiou Mainz unterstehen, die längst erwünschte Neuerung ein, daß 25 Kilogramm Gepäckfretgewtcht gewährt werden. Bet den großen Gepäckexpeditionen der genannten Dtrectiou wird vom gedachten Tage ab das Gepäck nach dem vereinfachten amerikanischen Muster expedirt, wie solche- zur Zett schon ab Frankfurt nach Berlin, Hamburg rc. geschieht. * * Der große CireuS Eorty-Althoff ist heute hier eiuge- troffen. Die Vorstellungen beginnen bereit- heute (Dienstag) Abend. Rach den Erfolgen, welche die Vorstellungen in allen größeren Städten gehabt, darf man auf die angekündtgte Aufführung gespannt setn. Morgen, Mittwoch finden zwei große Vorstellungen (Nachmittag- 4*/, uad Abend- 8 Uhr) statt- Abends da- Ausstattungsstück „Ueberfall eine- Eisen* bahnzugeS durch Indianer." Näheres besagen die Anzeigen und Tage-zettel. • • Billard Sport. Bei dem am vergangenen Sonntag in der Restauration Sächsischer Hof Asterweg stattgefundenen PreiS-Btllardsptel erhielten die Herren Th. Rühl den 1. Preis, P. Baecker den 2., R. Schmidt den 3., A. Staudt den 4., H. Huhn den 5., A. Stoll den 6. und K. Keiner den 7. Preis. • • Commuoalbesteuttuug in Hessen, Aus nachstehender, dem „Darmst. Tagbl." eotnommeoen Ueberficht find die Gesammtresultate der Commuualbesteueruog in den Städten de- Großherzogthums, in welchen die Städteorduung gilt, zu entnehmen. Die Resultate des Vorjahres find zur Vergleichung beigefügt! 1898/99 1897/98 Namen SteuerAuSschlagS- SteuerAuSschlagS- der Städte summe: coeffkient: summe: coeffktent: Mk. Pfg. Mk. Pfg- Alzey 97 500 27,048 90600 25,465 Bingen 160000 23,997 156 540 23,965 Gießen 473195 28,8 447 946 28,8 WormS 602000 25,964 580600 26,114 Offenbach 800000 25,8 755 000 25,8 Darmstadt 1394341 27,9 1305288 27 Mainz 1883776 29,4 1826 591 29,4 Hiernach haben die Städte Gießen, Offenbach und Mainz ihren vorjährigen Au-schlagScossficieuten beibehalten, Alzey hat den Coesfieient um 1,583 Pfg., Bingen um 0,032 Pfg. und Darmstadt um 0,9 Pfg. erhöht, während fich WormS eine Ermäßigung de- Coäfficienten um 0,150 Pfg. leisten konnte. In der Höhe der Besteuerung besteht die Reihenfolge : Mainz, Gießen, Darmstadt, Alzey, Offenbach, Worms, Bingen. Zur Vergleichung seien noch die BesteuerungSver- hältniffe einiger größerer Landstädte, in denen die Laud- gemeindeordvung gilt, beigefügt: Kastel 128485 Mk. Steuer mit 27,114 Pfg. AuSschlagScovsficient, Bensheim mit 108000 Mk. bezw. 34,780 Pfg., Heppenheim mit 69551 Mk. bezw. 36,303 Pfg., Bad-Nauhetm mit 125 000 Mk. bezw. 36,859 Pfg., Friedberg mit 88000 Mk. bezw. 24,486 Pfg., Erbach mit 29 000 Mk. bezw. 34,789 Pfg., Michelstadt 31500Mk. bezw. 29,778 Pfg., Groß-Gerau mit 44000 Mk., bezw. 23,197 Pfg., Büdingen mit 34200 Mk. bezw. 22,925 Pfg., Alsfeld mit 68 400 Mk. bezw. 27,937 Pfg., Lauterbach mit 40000 Mk. bezw. 30282 Pfg. usw. In den eigentlichen Dorfgemeinden find die Unterschiede in der Gemeindebesteuerung viel größer,- da gibt es noch einige wenige Gemeinden, die gar keine Communalsteuer erheben, und viele Gemeinden, in denen der Ausschlag nur gering ist, dann aber auch wieder genug Gemeinden, in denen der Ausschlag 50, 60 und sogar 70 Pfg. auf die Mark Communal- steuereapital übersteigt. * • Distanzriti im Bereich des 11. ArmeecorpS. Der fich jährlich wiederholende Diftanzritt uw den von Sr. Majestät dem Kaiser gestifteten Preis fand am Mittwoch beim 11. Armeecorp« statt. Für die Offiziere der 21. und 25. Cavallerte-Brigade begann derselbe in Darmstadt und endete in Hanau. Die Herren hatten gegen eine Ausstellung des 116. Infanterie-Regiments bei Gießen zu reiten und diese zu erkunden. Dann erfolgte der Rlickritt nach Hanau. Die Entfernung etuschl. der Umwege bei der Recognoßcirung näherte sich 200 Kilometer. Der Start erfolgte in Darm« stadt von 3 Uhr Morgen- an in Zwischenräumen von je 7 Minuten. Der erste Reiter traf gegen 7,9 Uhr in Hanau ein. Um 12 Uhr waren die letzten zur Stelle. An dem Ritt nahmen 20 Herren Theil, von denen 16 mit frischen, gesunden Pferden am Ziel anlangten. Die Offiziere der 22. Brigade ritten ebenfalls am Mittwoch, und zwar mit dem Ausgangspunkt Caffel und dem Ziel Treysa. Eine endgültige Entscheidung über den Sieger bleibt abzuwarten. * * Warnung vor gefälschten Werthpapiereu. Da auch in Deutschland größere Posten von österreichischen Zehn« guldeuscheiuen circultren, so möchten wir nicht unter- laffen, bei Abnahme von solchen Noten Vorsicht zu empfehlen, da die Anfertigung letzterer, wie e- fich herauSgestellt hat, von einer internationalen Fälscherbande fabrikmäßig betrieben worden ist. Da- Haupt der Fälschergesellschaft, Namen- Scheumacher, ist vor wenigen Tagen in Newhork, als er versuchte, 200,000 fl. Falsifikate an den Mann zu bringen, festgenommen worden. Dermifdfrtt** * München. 14. August. Bei den Vegetarianern. Gestockte Milch mit Gurkensalat und Himbeerlimonade — was sagen Sie zu dieser Combination? Auch ßinfenfotelett mit Zwetschgenknödel und Apfelpüree find sozusagen nicht von schlechten Eltern, zumal in Begleitung eines Glases alkoholfreien Bieres. Ungleich geartet sind der Menschen Geschmäcker — hie Fleisch, hie Gemüse heißt die Losung. Was in Gestalt eines „Mordstrumms" von Haxe den Carnivoren entzückt, das flößt dem Vegetarianer Mitleid und Furcht ein, denn er sucht das Schönste auf den Fluren und sein empfindsame- Herz erschließt sich ganz dem sanften Zauber von Radischen, Kohlrabi, Schwammerlingen und Salat. Treten wir einmal zur Mittagszeit in ein vegetarisches Restaurant. Schon der Name dieser Gastwirthschaften versinnbildlicht ihren eminent friedlichen Character — „Ceres", „Pomona" u. s. w. Taucht da nicht sofort der idyllische Zustand des goldenen Zeitalter» vor unserem Auge auf? Wir treten in den Speisesaal. Tischwäsche und Besteck find von größter Sauberkeit, die Luft ist rein, denn kein Raucher darf hier seinen Gelüsten fröhnen. Ein paar freundliche Heben, mit Wangen wie Milch und Blut — Pardon, wie Mllch und Himbeerlimonade — reichen uns den Speisezettel. Während wir ihn lesen, geht die Erinnerung ans Paradies der Kindheit uns durchs H§rz; wir muffen an jene harmlosen Zeiten denken, wo ein „Flammeri" mit recht viel Kirschensaft uns den Gipfel irdischen Glücksbedeutete. Ich weiß nicht — sind seitdem die Flammeri- anders geworden oder sind wir anders geworden? Genug, es fehlt an dem alten, innigen Zusammenspiel zwischen uns Beiden.....Wir laffen uns also Suppe, Gemüse und Mehlspeise auftragen und können nicht umhin, der schmackhaften Zubereitung unser Lob zu zollen. Während des Essenmustern wir ein wenig die Gäste, und es will uns dünken, als ob auch wir ein wenig mißtrauisch gemustert werden mit fragenden Blicken: Ist es ein Echter oder ein Halber? Kommt er aus Ueberzeugung oder aus Neugierde? Sitzt er gar auf der Bank der Spötter und sucht sich hier Opfer seines barbarischen Carnivoren-Witzes? — Einige Tischgenossen erwecken durch ihr kränkliches Aussehen nicht gerade eine gehobene Stimmung für ihre Ideale, Andere aber sehen rosig drein und haben sogar ganz respectable Bäuchlein. Am besten scheint die Pflanzenkost der Damenwelt zu bekommen, die wir hier zahlreich vertreten finden. Unverkennbar sind die „Vollen und Ganzen", die mit fast religiösem Eifer an ihrer Sache hängen; sie nehmen den Spinat mit Ei wie eine Heilsoffenbarung in sich auf, und wenn sie Reispudding bestellen, so kommt es andächtig über die Lippen wie ein Psalm. Mit Vorliebe verbreiten sie fich auch beim Essen über Lebenszwecke und Srnährungsideale, und wenn sie das Unglück haben, krank zu sein, oder es sich nur einbilden, so halten sie er für eine zarte Aufmerksamkeit, uns über ihren Zustand und ihre Heilmethode — Kniegüsse und Leibumschläge, oder Leibumschläge und Kniegüsse — in eingehendster Weise zu unterrichten. . . . Wir verlassen das Local und denken: viele Wege führen zum Glück, wenn auch alle zum Grab, und der Weg durch der Ceres Gefilde ist nicht der schlechteste. Möchte es stets Rosenkohl sein, was an ihm wächst! * Sine hervorragende Sehenswürdigkeit Münchens sind die Säle im neuen und im alten Rathhaus, deren Besichtigung in Anbetracht der gegenwärtigen Fremdensaison einem jeden Besucher unserer Kunststadt München auf das Wärmste empfohlen sein soll. Im neuen Rathhaus ist vor Allem das mächtige historische Bild von Piloty sehenSwerth; dazu kommen die von den ersten Meistern gemalten Porträts der Prinz-Regenten sowie der Könige Ludwig I. und II. und Max II., die selten schönen Marmorarbeiten, die färben- diese arme Nase umfluthen! Nirgends der Leuchtthurm eine* Beilchenbouquets oder der Hafen einer Eau-de Cologne-Flasche. Nun, was die Geruchssphäre anbelangt, Nase im Sturm, Nase im Orkan. Jeden Augenblick kann sie am wilden Geklipp dieses überall hervorspttzenden Gestankes scheitern. . . . Barmherzigkeit! . . . Hei, - wenn hier plötzlich ein frischer Zugwind scharfer Alpenluft heretnbliese, wie er klar und rein über Hochgebirgsgletscher fegt, an zerstäubenden Gießbächen hinstreicht, hastig die Thalschluchten entlang schnobt — wie gewaltig müßte da» anfmifchen I Nur manchmal wird die Aufmerksamkeit von diesem muffigen Wust angenehm abgelenkt. Dann glühen aus dem Schmutz schwarzglühende Augen schöner Jüdinnen hervor, so schön, daß selbst die Lumpen ringsum solchen Glanz nicht verkümmern können. Oder ich freue wich über den Hellen, hoch heretnlugenden Streifen tiefblauen Himmels oder über die brennendrothen, frischerblühten Blumen oben am Fenster- gesim». — Jetzt eine mehr dramatische Scene. In leidenschaftlicher Kampferstimmung find zwei Juden, ein rothbärtiger „Judas" und ein etwa» korpulenter „Nathan der Weile- mit Balgen belchäftlg.. Schmierige «aftan. bäumen fich tn unternehmenden Kampfrsstellungeu: bleiche Gesichter streifen aneinander- schmutzige Hände mit au»- gestreckten Fingern fuchteln herum und suchen die Gurgeln Erschreckt baumeln lange Ringellocken dazwischen, während fich häßliche Kreischlaute den Kehlen entringen. . . Plötzlich klippklapp — ein paar Faustschläge ins Gesicht- bumbum — zwei energische Fußtritte nach der Bauchgegend - krach — fliegt der eine au die marode Thür einer Baracke. Nun ein Wolkenbruch duftender Beschimpfungen, daß sogar ringsum das Geschnatter der Straße einen Augenblick auf. horcht. Dann aber plärrt es mit doppelter Heftigkeit weiter, als müßte es die durch jene Schäkerei verlorene Zeit wieder einholen. Wieder tiefernst das ganze Colorit der Straße, tiefernst all die bleichen Gesichter. O, das stimmt mit der Forderung de- Talmud: immer einen würdevollen Ernst zeigen, wie wenn man vor einem König steht. Sobald aber irgendwo etwa- Heiterkeit aufknattert, gleich ist e- eine ungezogene Heiterkeit: kreischendes Lachen, höhnisches Schimpfen, spitzes Johlen. — Müdigkeit hängt fich allmählich an meine Glieder. Ermattet raste ich in einer dürftigen, unweit der großen Synagoge gelegenen Weinspelunke. Zwischen einem halb- zersprungenen Glas von Bethlehemer Rothwein und einer kleinen arabischen Taffe Kaffee erweitert ein ehrwürdiger Alter, der sonst fast den ganzen Tag im Tempel verbringt, mit tiefer Lt-pelstimme meine Krnntniß des Talmud. . . --ach, nur nichts arbeiten, also auch nichts tragen am Sabbath, auch kein Kind, auch keine Rose, auch kein Taschentuch. Besonders saubere Jerusalemer Juden binden dehhalb am Sabbath das Taschentuch an« Bein- so tragen fie es nach ihrer zurechtgemodelten Logik nicht in der Tasche, es ist vielmehr nur an den Körper gehängt. Ganz Gewissen- hafte lasten es an diesem Tage überhaupt weg- die Nase kann auch ohne solchen gigerlhaften Luxus auskommen . . . In ähnlich verzwickten Fällen haben alte Weißbärte von Talmudgelehrten das verrunzelte Geficht in die hohle Hand gelegt und gegrübelt und gerüfelt und debattirt. So find fie noch verschiedener Meinung darüber, ob Einer, der es nöthig zu haben glaubt, am Sabbath einen falschen Zahn tragen darf oder der Krüppel ein Holzbein. WaS wollt Ihr! Auch solche- Tragen ist eine Arbeit. . . . Selbst einen Fund muß man unbeachtet lasten. „Wie aber, wenn Sie am Sabbath auf der Straße ein Zwanzigfrancsstück finden? Werden Sie e- ausheben?" „Um Gotte-willen, nein- da» wäre al- Arbeit eine schwere Sünde!" „Also Sie laffen e- ruhig liegen?" „Fällt mir nicht im Traume ein!" „Aber wa- dann?" //In solch verzwickten Fällen gibt es einen Au-weg." „Einen Ausweg?" „Kleine Sünden, ganz, ganz, ganz kleine, die rechnet der Talmud nicht als Sünde. Ich zerlege also den großen Transport des Goldstückes in viele, viele kleine Transporte." „Wieso?" //Ich schiebe das Goldstück mit dem Fuß ein ganz klein wenig weiter — ist keine Sünde - noch ein wenig — ist auch feine Sünde. Und so immer fort: klein wenig, klein wenig, klein wenig, bis unter einen sicheren Stein. Aus diese« Versteck hol ich dann nach Beendigung des Sabbaths das Goldstück ab." Bis in die tiefsten Herzensfalten flammt bei diesen Leuten die Ueberzeugung, baß peinlich genaue» Befolgen auch der verzwicktesten Satzungen Gott wohlgefällig sei. — Gründlich gerochen, geschmeckt, aufgesogen in alle Porrn habe ich diese» Jerusalemer Ghetto. Jetzt keinen Schr tt weiter — nur heimwärt», heimwärt»! ... Ein laues Lüftchen bläst von den Höhen Bethlehem» herüber, hebt die Staubwirbel empor, trägt fie die Häuserfronten entlang unb läßt diese dicken Staubwirbel durch die zerbrochenen Fenstergucken. Nein, ich mag nicht da hineinsehen. achtet laßen. j aut b« etta6i ü e e| Mebeo? M al» * "" ^•J^ariauet- 9l*rlimonabt * S 9"l‘«!ote[tt Zusagen nicht S®hl« olte^r, Men QeffaaT ab denn •S“ 2 den SprisrillL "Sauberkeit, dieL-i '"en Gelüsten fröbner. "gen wie Milch Uri eerlimonabe - reiche ?n lesen, geht die Er, 1M durch- Hxrz; roil ®° ein „Flammeri' W irdischen @lüdt '^dem die Flammeri» 8 geworden? Genug, nieuspiel zwischen um 1 Suppe, Gemüse unb t umhin, der schmaik, i. Während der Essen» > ei will uni dünken, gemustert werden mit r ein Halber? fioone :be? Sitzt er gar ans hier Opfer seiner bar, Tischgenossen eiwtfra gerade eine gehobene >ber sehen rostg brein säuchlein. Am besten zu bekommen, die wk nnbar find die „Vollen Eifer an ihrer Sch i wie eine Heilrossew pubbing befielen, io ie ein tßfatm. Mit en über Lebenrzwechr bat Unftlüd haben, den, so halten sie ti n ihren Zustand H Umschläge, oder M Mer Weise zu unter, al und denken: viele fle zum Grab, und der der schlechteste. Möchte , wächst I djgkeit Muncheni stnd aus, deren Bestchtigung ibenfaifon einem N >n auf dai Wärmste iU5 ist vor Allem da» n sehenswert W matten MM* iwig I. und U. B .Men, die f-* ei W^tv' iuu.. die rtchvit I*' » M !"d» •»***15 ein »* L Ulli» &•*** Lu?’"11 *5*5 KÄ-°-°N i'h-^ prächtigen Glasgemälde aus der Zeltler scheu Hofglasmalerei, die reichen Kronleuchter, Holzschnitzarbeiten rc., während in dem historischen alten Rathhaussaal die Gedenktafel aller Münchener Ehrenbürger sowie die gesammte künstlerische Ausstattung von Interesse ist.________________________________ Arrs der Zeit für die Seit vor 112 Jahren, am 17. August 1786, schloß zu Sanssouci Friedrich II. (bet Große) die Augen zum ewigen Schlummer. Im Bolkßmuud heißt er der »alte Fritz". Erleuchteten Geistes, Hort der Glaubens- und Devkfretheit, gewaltig im Kriege, im Unglück am größten, erhob er Preußen zu einer Großmacht, heilte die Wunden des Krieges, machte nie Staatsschulden uab hinterließ ein unschätzbares Erbtheil durch fein Wtrktn. Der König wurde ent 24. Januar 1712 zu Berlin geboren. Unterhaltungen in Bad-Nauheim vom 16. August bis 21. August. Mittwech den 17. August, NachmittegS von 4'/, bis 7 unb von 8 btS B®/4 Uhr auf der Terrisse: Concert der (SaptUc des 1. Großh. Hessischen Jnsenterte-(Letdgarde-)^eg»mentS Nr. 115 aus Darmstadt. Bei gutem Wetter spielt die Kurcapelle von 6 bis 8 Uhr am Teichhause. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung. Heinrich Heine. Vorher: Unter vier Augen. Donnerstag den 18. August, Nachmittags von 4Vs bis 7 unb von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Concert der Capelle des 2. Großh. Hess. Jnf.iRegts. Raiter Wilhelm Nr. 116 aus Gießen. Bet gutem Wetter Abends 10 Uhr Feuerwerk am Fuß der Terrasse zur Feier des GeburtsfestrS Seiner Majestät des Kaisers von Oesterreich, Königs von Ungarn. Bet schlechtem Wetter sindet das Feuerwerk womöglich am folgenden Abend statt. Abends 8 bis 91/, Uhr im Saale: Festvorstellung. Franz Joseph I. Feftprolog Hieraus: Eine Stunde Kaiser von Oesterreich. Zum Schluß: Ein Wort an den Minister. Freitag den 19. August, Nachmittag« von 5 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends von 8 bis 10 Ubr im Saale: Tanz. Samiiag bat 20. August, Nachmittag« von 5 bis 7 unb von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Richard Wagner-Concert. Vorläufig« Anzeige: Sonntag den 21. August, Nachmittags von 41/« bis 7 und von 8 bis 10 Ubr auf der Terrasse: Concert der Capelle des 2. Großh. Hess. Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 aus Gießen. verkehr, Land- ttnfc volkswirthschast. •tetra, 16. August, Marktdertcht. Auf dem heurige» Wochenmorckt kosteten: Butter pr. Pfd. X 0,90—1.10. Hühnereier pr. 6L6-7* 2 6t. 11-13 4, Enteneier 2 6t. 14-15 A, Gänse der pr. 6L 12—00 4, Käse 1 6t. 6-7 4, Käsematte pr. 6L 3 4 Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. Paa X 030 MS 030, Hühner pr. 6tück 0,85 bis 1,20, Hahnen pr. 6tfld X 0,65-1,00, Enten pr. Stück X 1,60-1,80, Gänse pr. Pfiutt X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 4. Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfd. 62—66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 68 btS 76 4, Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-64 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 80—' 0 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00 bfo 8,00 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 4. Zwiebeln pr. Centner 6,00-6,00 X, Mich pr. Liter 16 4. Kirschen pr. Pfd. 16-20 4- Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umberziehen nickt feilqebotcn werden.______________________________ Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 16. August, zwischen 11 u. 12 Uhr Mittag-: Wasser 19', Luft 23”. Nübsamen'scke Badeanstalt. Neueste Nachrichten. Depeschen des Bureau .Herold'. Bad Nauheim, 16. August. Der Großherzog von Hessen trifft am IS. August zum Besuche der Kaiserin von Oesterreich hier ein. Berit», 16. August. Aus Anlaß de- Geburtstage- de- Kaisers von Oesterreich findet am 18. ds. bet dem Kaiser« paare aus Schloß Wtlhelm-höhe ein große- Gabel« frühstück statt, zu welchem u. A. der österreichische Botschafter und die Botschaftsmitglieder Einladungen erhalten hoben. — Dem „Localanzeiger" zufolge wird da- Saiserpaar btS zum 25 August auf Schloß Wtlhelm-höhe bleiben. Berlin, 16. August. Wie au- Shanghai gemeldet wird, bat Prinz Heinrich auf der „Deu'schland" von Sachalin auS die Weiterreise nach Wladiwostok angetreten. Berlin, 16. August. AuS Loudon wird drm „Berl. Tagrbl." gemeldet, daß daselbst über Hongkong verlautet, daß Manilla gefallen ist. Mau erwartet mit Besorgntß wettere Einzelheiten. Berlin, 16. August. In nächster Zeit sollen nach einer Meldung de- ,®ul. Tgbl." zwei Pfennig-Postkarten zur Ausgabe gelangen und zwar zunächst für den Stadt« und Vorort-Verkehr größerer Städte. Die Postkarten werden durch Htnzufügen einer besonderen 3 Psenntgmarke auch dem allgemeinen Gebrauch nutzbar zu machen sein. Hamburg, 16. August. Wie verlautet, kann da- Mauso« le um in FctedrtchSruhe erst zum November fertiggestellt werden. AlSdann findet die Beisetzung des Fürsten statt. Mit dem Mausoleum wird auch eine Kapelle vereinigt. Budapest, 16. August. Der In Ischl abgehaltene Kr our ath ist refult atlo S verlaufen. Die Entscheidung wurde vertagt. Am 24. August werden unter Htv. zuziehung der Resortmtntster die Berathungen wieder fort- gesetzt. Die Minister haben gestern sammtlich Ischl verlassen. Budapest, 16. August. Der Kaiser wird wahrscheinlich am 20. August hier eintreffen und mit verschiedenen Politikern confertren. Budapest, 16. August. Der Hauptmann Wasserthal, tu Hermannstadt, welcher den Oberlteutenant Garrtbaldi, den Geliebten seiner Frau, tödtete, wurde vom Militärgericht freigesprochen. Brüssel, 16. August. Infolge einer Petroleum- Explosion wurden vier Personen tödtltch verletzt. Paris, 16. August BertuluS, welcher zur Zeit von hier abwesend ist, wird nicht mehr auf seinen Posten zurück- kehren und Piequart wird vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Damit hofft Eavaignac die DrehfuS-Angelegeuheit niedergeschlagen zu haben. Dublin, 16. August. Die Bevölkerung der Stadt hat den fremden Delegirten zur Jahrhundertfeier irländischer Revolution einen warmen Empfang bereitet. Die Pferde wurden auSgespannt und die Wagen von der begeisterten Menge fortgezogen. Grummetgras-Versteigerung der Stadt Gießen. Montag den 22. unb Dienstag den 28. d. M., jedesmal Vormittags 9 Uhr beginnend, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen, von dem Friedhof, von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wieseckböschungen meistbietend versteigert werden, und zwar: Montag, den 22. Angnst: a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, von den Wieseckböschungen, von einem Grasstück der früher v. Rabenau- schen Besitzung, b) am Neuenwegerthor von den Wiesen im Heegstrauch, c) an Ort unb Stelle vom Friedhof (Abtheilung 1—8), von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesen im Rußland, d) im Philosophenwald, Nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Fürstenbrunnen, im Wieseckthal und von zwei HoSpitalwiesen in der Gemarkung Wieseck, sowie um 4>/, Uhr von ca. 7 Morgen Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 28. August e) von den Ochsenwiesen, einer HoSpitalwiese, von den Wiesen im Stolzenmorgen, Ulersbrunnen unb Altentisch, f) Nachmittags 722 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, 8) r V|3 „ n ,, „ „ , ,/ Alten-Buscck, h) „ 3 „ „ „ „ „ „ „Großen-Buseck Die Zusammenkunft ist am 22. August am Neuftcidterthor und am 23. August in den Ochsenwiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen. Gießen, den 15. August 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolfs. 8131 MM'MlllhlNM Verdingung von Erdarbeiten. Die zum Ausbau der Credner« straße erforderlichen Erdarbeiter, (Abtrag) sollen Mittwoch, brn 24. Aiiguk b. Vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienst- stunden auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin verschlossen und mit entsprechender Ausschrift versehen bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 15. August 1898. Das Stadtbauamt. _______I. V.: Gerbel. 8149 (hipfflihiiijjfii Ät. Schlachthaus. Freibank. 8137 Heute und morgen: RilldÜkjsch 35 pfg. Für Fischhändler! Hockfeine engl. Fett-Boll- bücklinge offerire pr. Kiste, 11 bis 12 Pfd. brutto (38 bis 40 Stck.),Mk. 1,60—1,65. Ver- sandt per Bahn unt. Nachnahme. Andreas Lill, Fisckräuckerei, Altona-Ottensen. nes Neue Kartoffeln 50 Kilo mit Sack^^VO^Mk, neue Zuiikbelu, 50 Kilo 3,75 Mk., versendet ab Friedberg-Frankfurt a. M. gegen Nachnahme 8152 Jacob Stern-Simon, Friedberg, Hessen. In 150000 Exemplaren verbreitet: Das Einmachen von Früchten, Gemüsen :c. ist in dem alldkliebtkll Kochbilche „Supp. Genius. Fleisch“ vollständig enthalten. 8151 Supp, GemüS, Fleisch enthält circa HOO Necepte, Speisezettel und kostet eleq. gebdn. Mk. 2.60 in allen Buchhandlgn. Carl Köhler, Verlag, Darmstadt. Neue Kartoffeln, la. Waare, versendet 100 Pfd. mit Sack für 2,60 Mark ab Station (Waggonladungen billiger) 8153 A. J. Kleeblatt, Seligenstadt bei Frankfurt a. M. Frisch eingetroffen: Kreuz-Stern- Suppen ä 10 Psg., 7708 für Vi Liter vorzüglicher Suppe. Eberhard Metzger, Neustadt 8. Frankfurterstraße 1 (Ecke Südanlage). Minäalchen^ und 1 fiter), Kropshalsflaschen, Bierflaschen (Patent und ohne Patent), Deckel-Biergläser, Schüsseln in allen Größen, Einmachgläser zu sehr billigen Preisen. 8154 Rittergasse 7 (im Lagerhaus). 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Kaufmann sucht möblirtes Zimmer mit voller Pension per 15. September cr. Ausführliche Offerten unter A. H. 8148 an die Expedition dieses Blattes. Bekanntmachung, betreffend: Die Vergebung der „Commerzieurath Heichelheim Stiftung". Aus rubricirter Stiftung haben am 1. November l. Js. 1444 Mk. zur Vertheilung zu gelangen. Nach § 3 ber Stiftungsurkunde können zur Bewerbung um bie Gaben nur zugelassen werben: a) Personen, welche währenb des Feldzuges 1870/71 im Militär- verhältniß gestanden haben. b) Frauen unb Kinber solcher Personen, vorausgesetzt, daß diese sub a und b bezeichneten Bewerber einer derartigen Unterstützung bedürftig und würdig sind unb baß dieselben von der Zeit der Bewerbung rückwärts gerechnet mindestens zwei Jahre tn Gießen ununterbrochen gewohnt haben. Die Bewerber werden hierdurch aufgefordert, sich bi- zum 30. September l. Js. bei Großh. Bürgermeisterei Gießen schriftlich oder zu Protocoll anzumelden und ihre Qualification zum Bezüge der Unterstützung näher zu begründen und zu belegen. Gießen, den 15. August 1898. Groß herzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________________I. V.: Wolff.____________________8158 Bekanntmachung. Das Wasser im Stadtbach wirb wegen Vornahme von Bauarbeiten von heute Nachmittag ab auf 4 Tage abgestellt. Gießen, ben 16. August 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 8159 Offene Stellen 8010] Tüchtige Glaser oder Schreiner sofort gesucht. __________H. Arnold, Glasermeifter. 8077] Lchuhmachergesellen gesucht. ______Karl Müller, Ltebigstraße 63. 8171] Ein tüchtiger Schremergeselle für dauernde Arbeit gesucht. ________Carl Hahn, Löberstraße 17. Tücht. Tüncher sofort für dauernd gesucht 8087 Ph. Wagner, Landmannstr. 12. 8034] Cin Mann zu leichter Leconornie- arbeit auf ständig gesuckt. Näheres in der Expedition d. Bl. Ein gnmötcr Hausburlche gesucht für sofort. 8169 ___Carl Tchwaab, Seltersweg 23. 7921 Suche zuverlässigen, tüchtigen Hausburschen gegen guten Lohn zum sofortigen Eintritt. Lndwigstr. 31. 8059] Sauberer Junge als Haus- bursche zu Anfang September gesucht. __________________Seltersweg 14. 8079] Ein kräftiger Junge kann die Brod- und Feinbäckerei erlernen bei Fritz Schreiner, ^mdenvlatz 4. Lchuhmacherlehrling sofort gesucht. 7643 Justus Benner, Marktstr. 34. Gesunde Amme sofort gesucht. 8161 _____________Bahnhofstraße 20. Ein Dienstmädchen vom 15. September l. I. ab gesucht vom 78 jährigen Baurath Tiessenbach in Grünberg.________________________7939 8163] Lausmädchen gesucht. G. Groß, Kirckstraße 13. . 7780] Ein junges, sauberes Mädchen laus guter Familie zum .15. August für eine Beamtenfamilie gesucht. Näheres in der Expedition d. Bl. 8173] Laufmädchen oder Frau auf sofort gesuckt. Bahnhofstr. 60, II. 8167] Ein Mädchen tagsüber für Hausarbeit gesucht. Bahnhofstraße 63, III. 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