»hlnagi 1898 onntag den 17. Juli Hier, tzmtisbeilM: Gietzencr Familirublätter 2853 nnaniL Neuwied unn de DrachefelS nnn Godet' ■ gestellt Köln unn Bonn unn Alle Anzrigen-BermitllungSstclltn b<8 In- und Äullanb«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger iw iden. er & Krumm. BKIer. Schaaf. u*4 Noll» 1 Fendt. enxbttion und Druckerei: Ach,kSr«-e Mr. 7. i'lin tödtet jedwede und rollet bad vorhandene fdne Itbtnbt Spur mehr JMIontn fiunbtn gerühmt 2. der flamt „Merl". Adresse für Depeschen: Aa,ei-er chietze«. Fernsprecher Nr. 51/ M 165 Drittes Blatt Feuilleton« ß neu Keilmiddel. Von Carl Geißler. Sauerkraut unn LewwerkleeS J8 e Esse, gar net 6ee8; Schadd nor, daß's net Jedermann Immer gut verdrage kann'. — Doch merr iS en Fall bekannt — Jüngst bassirt am RheineSftrand — Wo'S e Wunner hott gewerkt Unn en Mage neu gestärkt. Mezug-preis vierlellährtich 2 Mark 20 Pfg. monartich 76 Pftz. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Grscheint läglich mit Ausnahme drS Montags. Die Gießener Pomilieutkätter D«den dem Anzeiger »gchentlich viermal beigelegt. Attslsnd. Wien, 15. Juli, «ine hiesige ZeitungS.Correspondeuz meldet aut Prag, daß Auftrag ertheilt worden sei, die Appartements auf dem Hradschin für die Königtn-JRegentin von Spanien in Stand zu setzen. Dieselbe soll den Wunsch geäußert haben, für eventuelle Falle dauernden Aufenthalt in Prag zu nehmen. Paris, 15. Juli. Wie et in hiesigen diplomatischen Kreisen heißt, werden bald nach Beendigung des Krieges wichtige diplomatische Verschiebungen stattfinden. Q B. soll Hanotavx als Botschaster nach London gehen, wo er besonder» die englisch-amerikanische Allianz und da» eng' lische Vordringen im äußersten Osten hintertreiben soll. London, 15. Juli. Zwischen den Insurgenten der Phi. lippinen und den Unionsstaaten wurde ein Abkommen getroffen, demzufolge die P h i l ip P i n e n al» R e P u b l i k unter amertka. nische» Protectorat gestellt werden. Die Regierung der Rtpublik wird die Häfen der Inseln dem Welthandel öffnen und alle Zweige der Verwaltung reformiren. ter wein« P«15^ Leitung . j » W6 dhat; awer eS ging nix an en, unn wannS noch to f*!ch-°I°ll und b-ffhalb mlbbd»Deukmal deizewohne, bann awer st» uff m fchuellste Week heimwärts ze begewe. Gesagt — gedhaa! Se fuhrn nach Eowlenz unn wohnte be Festlichkeide bei; el war awer kaa Stimmung «ehr urntt bene Mensche, daun ohne de Breidebach konnte se fich mollig fihle. Der awer saß im Hodell unn saß unn saß — so lang, bi« däi Annere widderkame. Jnzwische war mit'm Breidebach e vollstennig Berännerung Vorgänge, sei gramerfillt «ageficht war wenigstens Widder zum Angucke unn wäi däi Gesellschaft zu be Dafel ging, da war err seit drei Dag zem erschte Mal Widder bebet. De N-ibilb-rg-r, be neufchierigste dou bene gtaf, taw» net iwwer!» Her, bringe, fein Freund B--idebo-h noch fei» Gefunbheil«,ustanb je frage, nun war net wenig «fr”“*' * Andworb je leihe: „Heut gibt« mei Leibjpei», Lewwe-kle- unn Sauerkraut!- Die ganz Belell,choft h-td fi- dauu an die Daweldott gesetzt unn hawwe dichdig zugegrtffe, besonn sq berg besucht, unn bi» dahi waren noch kaa aanzig Malör basfirt, — da warn se emol uff en Morjeno so serchterl ch au-aelaffe, daß bete Gesell'chast schließlich selbst unheimlich »n Muih Word unn de Nudelberger hott aa iwwersch annermol zum Grollekopp geiaht: „Fritz, gew -mol Acht, heut giht waß vör!" Unn die Babierscheer hott zum Roßhaar gesagt. Gust, wann uu» not nix basfirt!« Dann hawwe se alle v.er ehrn Blick uff de Bceidebach geeicht unn da hawwe se alle vier kaan beete Schrecke tritt, dann der sah an«, wäi en Haufe Schnee, so weiß war er unn dhat deß Geficht ver- riebe, als dhet em Aaner mit'm Winnelbohrer em Gederm etim fahrn. DheilnahmSvoll fragte die Reisegenoffe de Breidebach: „«i, Dicker, ei wo fehlt derrsch dann? 4)oft be bann vielleicht be letzt Nacht blosgeleje oder hofte heut Nacht e bisst ze viel gedrunte?« Awer be Breidebach war net im Stand, e BibSwerdche bon fich ze gerne, so hat» er e DrickeS unn e PerzeS in sei« Mage; blo/e paar Mal hott er geftehnt unn bie «age bev dreht, daß de Babierscheer unn em Roßhaar unn dem Grolle kopp unn dem Nubelberger himmelangst Word, unn deNudel, berget wollt sofort en Doctor hole unb bie Babierscheer wollt hawe, merr sollt de Breidebach gleich nach Bonn in die London, 15. Juli. Eine Washingtoner Depesche be« „Daily Ehronicle" besagt, Nachrichten von ben Botschaften in Bonbon und Paris deuteten Spaniens Bereitschaft an, Tuba und Portorico aufzugeben und den UuiouSstaaten eine Kohlenstation auf den Philippinen abzutreten. Da» Washingtoner Cabiuet sei geneigt, diese Bedingungen auzuuehmeu. Madrid, 15.Juli. Heute wurde die SuSpensiruug der carlistischen und republikanischen Blätter augeorduet unb bie ChesS dieser Gruppen verwarnt. Inden Kasernen von Madrid werden Vorbereitungen getroffen, um etwaige Demonstrationen gewaltsam zu unterdrücken. Madrid, 15. Juli. DaS Amtsblatt veröffentlicht ein Decret, welches alle in der Dersaffung der Monarchie enthaltenen persönlichen Rechte zeitweilig aufhebt. Santiago, 15. Juli. Raum war die Nachricht von der Capitulation der Stadt bekannt, so entstand bei Freund und Feind eine ungemein große Freude. Die dlmerikaner jubelten, die Schiffe waren über bie Toppen geflaggt, unb e» wurde gesungen unb getanzt. Von El Camy her aber zogen bie ausgehungerten Flüchtlinge ein, glücklich, ihr alte. Heim aufsuchen zu dürfen. Die Leute wurden von den Truppen sofort mit Nahrung versehen, die fie gierig verschlangen. Santiago ist fetzt ruhig. — Hebet die FriebenSfrage wirb bet ,/Polit. Corr." au, Petersburg geschrieben, eS sei nicht daran zu zweifeln, baß alle europäischen Regierungen, die an dem spanisch-amerikanischen Eonflict lebhaftere» Interesse nahmen, einem Sntschluffe Spaniens, die Vermittelung einer oder mehrerer Mächte auzurusen, fast mit Ungeduld eutgegeusehen. In ruffischen politischen Kreisen meint man, daß bem Madrider Eabtnet Frankreich unb Rußland in Anbetracht der reund- schaftlichen Beziehungen dieser Staaten zu beiden rriegsühren- den Parteien in erster Linie für diese Action geeignet er scheinen könnten. Da jedoch die spanische Regierung fich für einen solchen Schritt noch immer nicht entscheiden wolle, o wäre es, wie man in Petersburg betont, ein Gebot ber Humaniiät, daß eine oder mehrere Mächte, ungeachtet gewisser gegen ein derartiges Vorgehen geltend gemutet Bedenken, selbst die Initiative ergreifen, nm eine Mediation in Fluß u bringen und dadurch möglichst bald der zwecklosen und durch nichts zu rechtsertigenden Fortsetzung de» Blutvergießen» vorzubeugeu. Zu bfefer Aufgabe fei aber Ruffluub uu« be« Grunde ta geringerem Maße berusen, weil e» bei aller Freundlichkeit seine» diplomatischen Verhältnisses zu Spanten und den Vereinigten Staaten den Angelegenheiten dieser Länder doch serner stehe. Dagegen laffe fich versichern, daß das Petersburger Cabiuet, fall» -ine andere Macht eine Intervention zur Herbeiführung de» Frieden» unternimm, cy„ jedem Sommer, wann die Reifezeit aageht, dann schnalle sinff lustig- Gtcffer Kioner ehr Renzelcher und fliehe au» in die weit Welt, um sich von ehre Strawazze, däi se cvat}t jwwer hatte, unn namerdlich aach von dene viele festliche Gelage, bat se so en Minder lang mitgemacht hawwe, t bische zu erhole. D- Brild-b-ch, d- Nud-Ibirg-r, be Roffhuur, be Grolle- k°»p °Üb die »udlerfch.er, - baff fwr. nemli» bl. SR.me mb’ bene moubere Reffenbe, bäi bahl uff ber Wu.bborg, buhl Im Dbemalb, buhl uff ’m HoherobUopp, buhl m Hinner- la sogar in Helgoland unn wer »aa» wo sollst noch, RA'er mb eJme uun uff jeber Reff', bäi fe mache, bafffrt j.be«»ul cbbe«/tt°tzb-m -aff- I- M uw-r bie Lust am Bannern net »erberme unn bffun met jebem neui■ nach Bibber -hrn neu- R-if-blun machen. Borlg« Jahr hatte bäi stnf alfo befchloffe, fäl wollte bteffmal aa be «ffet. 6äi tarne auch hl ahne Fähmiff unn li-ff- btt°ll meegllche Sorte gube ffiei rächt wohl fei. Säl h-wwe Klinik bringe. De Breidebach wollt von all dem awwer nix wisse, mit'm Blick von cme richdige Dulder ‘T9a® et ! . Schl-ful unn tag st» »tritt, um mH W »- tenne. Sei Fr-unb- guwe st» alle »--glich Müh, fei Gemiedh heider ze stimme unn hawem alle» M-egliche uff «ttoaat — Abbedid-Sylt unn Austern, Caviar unn Rheilach» unn hawem Berncasteler Doctor unn Rüdesheimer denewig lguder Sache, däi err sonst so gern zn fich nemme Berlin. 15. Juli. E» darf der „National-Zellung" zufolge al» ziemlich sicher angesehen werden, daß im nächsten Jahre wieder eine Anzahl neuer Richterstellen ge« schaffen werden. Berlin, 15. Juli. In Handwerkerkreisen ist man schon seit Wochen an der Arbeit, die Beschlüsse der Innungen zur AuSsühruug deS Hand werkS-OrganisationSgesetzeS herbeizusühren, die nach diesem Gesetz bi» zum 1. October d. I. gefaßt werden müffen. ES läßt sich heute noch nicht übersehen, inwieweit der Gedanke der Zwangsorganisation . Anklang in dem schon jetzt organifirten Handwerk gefunden | bat; bei einzelnen Gewerbszweigen, wie beispielsweise der Fleischerei, läßt sich annehmen, daß fie fast durchweg bei den freien Innungen zu verbleiben gedenken. Erft nach dem 1. October deS lfd. Jahres wird man einen klaren Ueberbltck nach dieser Richtung haben. Dann wird fich entschieden haben, in welchen Bezirken auf daS Verlangen der privtle- airteu Innungen hin die Zwangsorganisation platzgreisen wird. Nal dem 1. April 1899 wird so ziemlich die ganze Wirkung deS HandwerkS-OrganisationsgesetzeS bezüglich deö Organisations-Unterbaues überblickt werden können. Keenznach, 15. Juli. Die kaiserlichen Prinzen August, Wilhelm und OSkar reisten um 9»/, Uhr nach WilhelmShöhe ab. Dresden, 15. Juli. Die „DreSd. Reuest. Nachr. melden auf Grund dtrecter Anfrage am Hoflager in Pillnitz, daß sich das Befinden des König» Albert in der letzten Nacht bedeutend gebessert hat. Der König konnte bereit» am Bor- mittag daS Bett wieder verlassen. Deutsches ttcseh. Darmstadt, 15. Juli. Aus Jagdschloß Wolf »garten wird der „fcatmft. Ztg." unteim 14. Juli gemeldet: Ihre Sroßherzogliche Hoheit die Prinzessin Ludw g von Batten- berg nebst Kindern find zu einem mehrtägigen Besuche hier tlBfletroffen. — Der Durchlauchtigste Herrenmeister de» Johanniter Ordens, Prinz Alb r e ch t v o n Pr eu ß en, König- 'che Hoheit, hat den nachgenannten Ehrenritteru de» ^ohanniter-OrdenS: dem Erbmarschall zu Heffen, erblichem Mtgliede de» preußischen Herrenhauses und der Ersten Kammer deS GrohherzogthumS Heff-n, Ludwig R^edesel Freiherrn zuTisenbach zu Schloß Eisenbach bei Lauterbach in Oberhessen, dem Oberlieutenant und Commandeur btl 2. Groffh. Htff. Dr°g.-R-gl«. (L-lb-Drug.-R-gt.) Nr 24, Sdrnuub Bon Wohrf», bim Mujor unb B-tulllou,- Sommnnbtur im 1. Groffh. H,ff. Jnfuut-ri-- (L-lbg-rb--) Htglment Nr. 115, albert Frelherrn b. Selb, b-rn tz-upimunn °. D. Wllh-lm v. B-r«worbt g-uunut v. Wallrabe zu Darmstadt, am 28. Juni d. I. in der Johanniter-OrdenS-Kirche zu Sonnenburg den Ritterschlag avd die Investitur ertheilt. Berlin. 15. Juli. Nordlandsreise. Der Kaiser u-hrn Donniretag Sorträgt tntgegin unb arbeitete um Nach, mittag. Da« regnerif»e Wetter gestattete keinen Au-flug. SldendS hielt der Marinemaler Prof. Salzmaun einen Bor- haa und Überreichte in Erinnerung an den zehnten Jahrei- lag ber ersten gröberen bon Seiner Majestät unternommenen Seefahrt ein ©emälbe. Wegen b-r fchlechten Wetternachr-chien 1U« gau» Norwegen bleibt bie „Hohen,ollern» oorluufig no» ® Molde. t Berlin, 15 Juli. Die Vorbereitungen zum Empfange dr» deutschen Kaiser» werden, wie die Blätter melden, ta Syrien unb Palästina eifrig gefördert. Die türkischen Behörden scheuen keine Kosten. E» heißt, daß Selim Melhome oder Karatheodors Pascha den Kaiser durch daS türkische ^^^l-bEine militärische Ehrung Kaiser Wilhelm» plant -u» Anlaß der Orientreise des Kaiser» der Sultan. Ein Saiserltches Jrade ordnet au, daß das Leib-Cavallerie-Regiment arnhogrul, das im Y ldiz-KioSk garnisonirt und au» einem Divisionsgeneral, einem Brigadegeneral, zwei Obersten, vter-tg -Offizieren und fünfhundert Mann besteht, nach Palästina geben soll, um während de» ganzen Aufenthalt» Kaiser Wilhelm» daselbst diesem al» Ehrengeleit zu dienen. Berlin, 15. Juli. Auch die „Nordd. Allgem. Ztg. meldet, daß von einem Vorfall, wie er bezüglich de» deutschen Kriegsschiffes .Irene" von mehreren mglischen Blättern gemeldet worden war, an hiesiger amtlicher Stelle nicht» bekannt ist. W" sige, dentsche prädßr dener System6 een und D:imeD m» MM 1h™- Hacken,1 l,lPre8sen. Gießener Anzeiger (^)CHcruf-^lnzeiger Aii,ts- und Zlnzeigeblutt für den Nveis Gieftsn Arrr -er* Zeit für Me Heft. Vor 106 Jahren, am 17. Juli 1792, widerstand bei Dubrenka der polnische Kriegsheld Kosciuszko mit Ruhm und Erfolg der überlegenen russischen Streitmacht. Aber Parteiung, Zwietracht, Verrath und Planlosigkeit und vor der große Geldmangel des in harter Leibeigenschaft schmachtenden Volkes lähmten die Kräfte, und von Schmerz erfüllt, legten die tapferen Kämpfer für Polens Wieder- belebung das Schwert nieder. Bald bezeichnete die Wiederherstellung des alten Zustandes von Neuem Rußlands Ueber- macht. . 524 Jahren, am 18. Juni 1374, starb zu Arqua bei Padua der große italienische Dichter und Begründer des Humanismus Francesco Petrarca. Seine zarten, durch Wohlklang der Sprache ausgezeichneten Sonette an Laura werden noch jetzt von den Italienern als unerreichbare Muster mner melodischen Aussprache bewundert. Einen europäischen Ruhm aber verschaffte sich Petrarca durch seine lateinischen Schriften, poetische wie prosaische. Unter den letzteren sind seine Briefe und seine Lebensbeschreibung römischer Helden besonders wichtig. Der Dichter wurde am 20. Juli 1304 zu Arezzo geboren. VerMifchtes. • 3n Pondorf in Bayern ist dieser Tage ein Mann ge« storbeu, der al- junger Soldat ein viel besprochene- Stück au-geführt hat. Er diente seiner Zett in Ingolstadt und war Off ztersbursche. Eine- Tage- befahl ihm sein Herr: ?V$CtCr,n?oIc mtr öwet Regensburger Wü.ste!" Benürzt schaut Prter auf seinen Herrn. „Regensburger Wurst?" fragte er erstaunt. „Freilich, mach, daß Du weiter kommst," ertönte da- Commando. Et war Morgen- 9 Ubr. „Ader toorm müssen sie sein," ruft der Lieutenant dem P.ter noch nach. Es vergeht eine halbe Stunde, eine Stunde, e- wird Mittag, es wird Abend, Peter ist noch nicht do. Dem Lieutenant kommen allerhand Gedanken, er meldet da- Ausbleiben dem Hauptmann, man erfährt schließlich, daß Peter im Laufschritt durch den östlichen Stadtrheil geeilt sei und mr! Q Jr10efn cttlärt habe, er müsse „Regensburger warme Würste holen. Endlich anderen Tages Morgens kam der Peter schweißtriefend wieder heim, zwei kalte Regensburger awwer de Breidebach, der efderfch au-gerufe hat: „Wäi delikat, wäi delikat!" Von selwiger Stunu an war deß DrickrS und PerzeS verrbei, und die Reisegesellschaft hott haamgeschrtwwe, sat keme drei Dag speder, weil se dorch en net ungefährliche Krank« hetd-fall vom Weiderreise abgehahle weru. Anstatt nach Giefle ze fahrn, fuhrn se wetder nach Btnge uun Rüde-Heim, dann wollte se am goldige Meenz aach net Vorbeifahrn unn bliebe noch zw°° D°g dort in de srehlichste Stimmung, um vollstennig fer die auSgestanueue Engste ze entschädige. Am dritte Dag sinn se dann Widder tu Gtrffe etgedroffe unn beim Abschied hawe se sich deß verspreche gewe, in vor- kommende ähnliche Krankheitsfall sich Do- des Sauerkrauts fammt LewwerkleeS als Heilmtddel ze bediene. Unn deßhalb dhu äichs Euch kund Habt err mal aach so e Stund: Greift zum Sauerkraut, browat! Läwwerklees, so delikat; — Wann err nett ze wenig eßt, Jeder Schmerz Euch dann verläßt. Danke werd merrsch Jeder laut, Der geheilt dorch Klees unn Kraut! sich beeilen wird, sich einer so rühmlichen Action anzuschließen. — Nach einer demselben Blatt au- Rom zugehenden Meldung bestätigen Mtttheilungen, die dem Batican von den Bischöfen in den Bereinigten Staaten zugekommen sind, daß in der Union die Frteden-sttmmung vorherrsche, so daß spanische Eröffnungen in diesem Sinne in Washington gewiß geneigte- Gehör finden würden. — Der offtctelle Bericht der amerikanischen Marine-Jnspection über die technischen Lehren der Schlacht vor Santiago ist jetzt erschienen. Er constatirt, daß im Wrack de- „Almtraute Oquendo" 61 Geschoßlöcher, 24 iu der „Bi-caya", 33 in der „Maria Teresa" unb 80 im „Cristobal Colon" gefunden wurden. Die „BiScaya" ward da« Opfer ihrer eigenen Torpedo-, die explodirten und das stolze Schiff in die Luft sprengten. Der Bericht schließt: Holz sollte beim KriegSschiffbau überhaupt nicht verwandt werden. Schlachtschiffe sollten keine Torpedo- führen (wie genau genommen überhaupt alle Kampfschiffe nicht). Schnellfeuer-Batterien find auf Schlachtschiffen von höchster Wichtigkeit. Hauplbatterien sollten sich stet- unter Panzerdeck- befinden. <0€äIo mir- KroVßirzLeSsO. E. Echzell, 14. Juli. In dem zwischen hier und Blofeld auf der sogen. Krone liegenden Steinbruche ist heute Nachmittag ein sehr bedauerlicher UnglÜck-fall vorgekommen, indem einige Felsbrocken herabstürzten, die einem der Arbeiter, einem fleißigen braven Familienvater, schwere Kopfwunden beibrachten und ihm beide Beine zerquetschten. W. Bon der Nidda, 14. Juli. Auch bei un-kann mau au vielen Orten tu das Klagelied eiostimmen, daß die Heuernte durch den vielen Regen ungemeiu in die Länge gezogen wird. Voriges Jahr wurde am 8. Juli hier das erste Korn geschnitten und am 14. stand das Feld voller Koruhaufen. Jetzt fitzen noch die Heukegel in den Wiesen. Der Futterertrag ist im Allgemeinen diese- Jahr sehr gut. E- wurde fjon sehr viel Klxeheu heimgefahren. In den meisten Jahren wird bet un- der Klee nur zur Grünfütterung verwendet. wirtschaftliche ui maschlnen heute' und dabei a bei S. Rosem Auf Wunsch Preisliste No. '• — Ausführliche Verzeichnisse gratis in allen Buchhandlungen. = Bibliographisches Institut in Leipzig und Wien. in der Hand- War also der Soldat von Ingolstadt nach i irische Wechselstrom in ihnen erzeugt, allgemein beliebt, aber Regensburg gelaufen und wieder zurück, um den Befehl seine- | practisch bisher nicht verwendbar, weil fie ein zu schwaches Herrn zu erfüllen! Licht geben. Je. häufiger der elec rische Strom, der durch Licht geben. Je ^häufiger der elec'rische Strom, der durch die Röhren hindurchschlägt, unterbrochen wird, desto größer muß die Leuchtkraft der Röhren sein. Aber bei den gewöhnlichen Rllhmkorff'schrn Jnduction-apparaten, die zur Erzeugung solcher Ströme verwandt werden, ist die Häufigkeit der möglichen Stromunterbrechungen durch den von der Last entgegengesetzten Widerstand beschränkt. Moore ist nun auf den Gedanken gekommen, die Stromunterbrechungeu iu einem luftleeren Raume geschehen zu lassen, wo sie um Viele- schneller aufeinanderfolgen können. Der dazu benutzte Strom- ein. Axtzttde WMhl ano M Ff Gies Rheinis-i ßmifinrj bar sein werden, so hat man e- nicht mehr mit vereinzelten Exemplaren der exotischen StudentinnenspkcieS au- der Schweiz oder au- Rußland zu thun, sondern die Wienerin nimmt von der Wiener Hochschule Besitz, Prost, Fräulein Student? Da- „reif zum Besuch einer Hochschule", das im Festsaal deS Akademlschen Gymnasiums elf Mädchen al- erlösende Zaubersormel verkündet wurde, wird aber weithin gehört wtzrdec. Der Zug der Zeit bricht sich endlich Bahn. Er braust mit stolzer Gewalt daher, weht Altes und Veraltetes fort. Auf dem Gebiete ernster, zielbewußter Fraueu« ^Emancipation bedeutet die erste Mädchenmatura ein Erriguiß von folgenschwerer, erfreulicher Bedeutung. Darum stimmen alle Freunde culturellen Fortschritt- in den Jubelruf ein, der jenen elf Glücklichen g,lt: Prost, Fräulein Student!" • Das kleinste Buch der Welt haben jetzt die Brüder Salmin in Padua hergestellt. Es tft die« ein „volumetto* von 10:6 Millimeter mit je zehn Linien auf 208 Setten, enthaltend einen bisher ungedruckten Brief Galilei- an Christina von Lothringen aus dem Jahre 1628. * Elend und Armuth iu Italien. In Lanusei, einem Dorfe auf der Insel Sardinien, find für den 5. unb den 19. d. Mts. nicht weniger als 115 Zwaug-verkäufe von Häusern, Weinbergen unb Ländereien angesetzt. Diese Liegenschaften, die einen Gesammtwerth von beiläufig 100000 Lire barstellen, kommen auf Antrag des FiscuS wegen rückständiger Steuern, die fich fammt den Kosten auf 6286.08 Lire belaufen, zum Verkauf. 27 Besitzer sehen fich ihre» Eigenthume- wegen Beträgen von weniger als 5 Lire be- raubt, und nur 14 von diesen Forderungen deS FiScuS über- steigen die Summe von 100 Lire. ♦ „BlickenSderfer" Schreibmaschine. Der Wettkampf drr Schreibmaschtneu-Erfinder ist für die Benutzer sehr Vortheilhaft, denn eö werden stets neue Vereinfachungen erdacht, welche die Schreibmaschinen verbilligen und deren Bedienung bequemer gestalten. Bis jetzt sind die Typenhebelmaschinen nach Art der Remington'schen am meisten verbreitet. Auf diesen find die Typenhebel in einem Halbkreis in der Höhe der Aufschlagwalze angeordnet, bei denen durch Tastenanschlag die Type auf ein zur Aufsqlagwalze quer laufendes Band gedrückt und die Farbe anfs Papier übertragen wird. Bei der Aost-Schreibmaschine werden die Typen vorher gefärbt, indem fie ständig auf einem Farbkiffen ruhen und beim Anschlag unmittelbar auf da- Papier drucken. Die Typenhebelmaschinen, welche immer mehr vereinfacht werden, bestehen aus 600 bis 1000 Theilen, unb der dafür geforderte, bei allen Systemen fast gleiche Preis kann als angemeffeu bezeichnet werden. Die berechtigten Erfolge der Remington- Schreibmaschine haben Mechaniker veranlaßt, ein System zu suchen, welche- leistungsfähig wie die Typenhebelwaschine, aber viel einfacher sei, au» weniger Theilen bestehe und darum auch viel billiger herstellbar sei. Nach jahrelangen Versuchen wurde die- durch Anbringung eines „Typen-Cylinders" erreicht. Auf dem Typen Minder find die Buchstaben und Zeichen der Claviatur galvanoplastisch abgeformt. Eine der hervorragendsten Schreibmaschinen dieser Art ist dir amerikanische BlickenSderfer Schreibmaschine Nr. 7, Generalvertreter Groyen & Richtmann, Solingen: Alleinvertrieb für das Großherzog- thum Heffen: Brühl'sche UniverfitätS-Buch- und Stein- Druckerei, Gießen. Diese au- nur 200 Theilen bestehende Maschine ist äußerst genau unb dauerhaft gebaut, sie kann mit den besten Schreibmaschinen einen Vergleich auShalten, wiegt nur 5 Kgr. unb ist erheblich billiger als bie Typenhebel- Schreibmaschine. Die Abbilbung (s. Inserat) zeigt bie aus 30 Tasten bestehende Claviatur, mit welcher durch zweierlei Umschaltung 84 große und kleine Buchstaben und Zeichen erzielt werden. Man glaubt vielfach, daß die Umschaltung ein Nachtheil sei, die» ist aber eine irrthümliche Annahme, denn wer sich nur einige Stunden mit der Maschine beschäftigt, i dem wird die Umschaltung so geläufig, daß dieselbe mechanisch verrichtet wird. Die wenigen Tasten find eher ein Bortheil. Der Typen.Eylinder enthält in drei Reihen diese 84 Buch- staben und Zeichen, er hat eine dreifache Bewegung, eine auf- und abgehende, eine drehende unb eine schlagende- Versagen ist auSgeschloffen. Der Typen-Cylinder ist leicht auSwechsel- bar, ebenso wie die kleine Farbrolle, die sich 5 Mm. über der Zeile befindet und bei jedem Tastendruck von der zu druckenden Type berührt wird. Dte leicht auswechselbare Färbevorrichtung erweist fich im Gebrauch billig unb zweck- mäßig. Die Schrift bet BlickenSderfer ist sofort ohne Auf- heben beS Schlittens lesbar, und Aenderungen laffen sich dank der leichten Wagenführung und Zeilenstellung ohne Schwierig- kett ausführen. Die an „BlickenSderfer Nr. 7" angebrachten Verbesserungen beseitigen die bisher den BlickenSderfer- Maschinen zum Vorwurf gemachten Mängel, so daß dieses vervollkommnete Modell als ein zweckmäßiges unb dauerhaftes I Schreibgeräth bezeichnet werden kann. * Wer hat Amerika entdeckt? Bekanntlich ist Columbus nicht der erste Entdecker Amerikas gewesen- schon vorher I haben die al- kühne Seefahrer bekannten Normannen den Weg I uach dem Erdthetl im fernen Westen gefu nden: 982 setzte der Normanne Erik Randi nach Grönland über unb gifinbcte dort eine Kolonie, bie später zwei Städte, sechzehn Kirchen, zwei Klöster unb hundert Weiler umfaßte. Aber auch den I Normannen ist der Ruhm, Amerika entdeckt zu haben, gc» I uommen worden. Drr dänische Archäolog Karl Christian Rafn behauptet in seinem Werk Antiquitates americanae, daß I mindesten- schon im achten Jahrhundert auf Florida ein au- Europa herübergekommener Volksstamm gewohnt haben muß- I die Spuren, die man vom Kulturleben dieses Volke- ge- I funben hat, unb bie Übrig gebliebenen Schriftreste beweisen, I M Jclaub bie Heimath de- auf irgend eine Weise nach I Amerika verschlagenen Stamme- gewesen ist. Diese That- I fache scheint auch den Gelehrten früherer Jahrhunderte be- kauut gewesen zu sein - wenigsten- erwähnt der arabische I Geograph Mohamed Ednsi, der im Jahre 1099 zu Ceuta I geboten wurde und auf Anregung Rogers II., König- von I Stellten, eine Weltkarte und dazu eine Beschreibung der ver- I schiedenen Erdtheile verfaßte, in diesem Werk auch einen I neuen Kontinent im Westen, den er GroßJrland nennt. Demnach wären also vorläufig, ehe nichts andere- bewiesen I toiib, die Irländer die ersten Europäer, die das amerikanische I Festland betreten haben. Daß den Afiaren Amerika bereitviel früher bekannt gewesen ist, ist al- feststehend zu betrachten be- I "its vor 1300 Jahren bestand ein Verkehr zwischen China I und Amerika, das von den Chinesen „Fusang" genannt wurde I unb al- ein schöne-, cultivirte- Land von großem Reichthum, I in dem weder Gold noch Silber Werth hätten, von dem I Buddhistenpriester Swei Scham geschildert wird. Alle An- I Zeichen beuten darauf hin, daß die Chinesen unter Fusang I Mittelamerika verstanden haben- ob ihnen auch die anderen I Theile de- großen Kontinente bekannt gewesen sind, hat man I bisher nicht feststillen können. * Ueber bal „kalte Licht", bie Aufsehen erregende neueste I amerikanische Entdeckung, bringt der Scientific American I jetzt einen ausführlichen Bericht, der die Errungenschaft aller- I dingS als eine recht bedeutende erkennen läßt. Wie bereits I mitgeiheilt wurde, soll die Erfindung deS jungen amerikani- I schm Elektrotechnikers Mac Ferlan Moore den großen Energie- I Verlust beseitigen ober doch weit herabmindern, der mit allen I bis jetzt bekannten künstlichen Lichtquellen verbunden ist, indem I bi- zu 95 pCt. der erzeugten Energie al- Wärme entweicht. I Moore verwendet bekanntlich die Geißler'schen Röhren, jene I luftleeren, mit verdünnten Gasen gefüllten Glasröhren. Diese I sind wegen ihrer schönen Farbenerscheinnugen, die der elec- I lung hierin geschaff n. Für die elf erfolgreichen Maturantinnen heißt es: „Bahn frei!" Eine bescheidene, ziemlich eingeengte Bahn wohl, aber doch eine. Wenn nächsten Herbst unter den Studenten, welche fich über bie zur Aula hinauf« führeude Steintreppe brängen, einzelne Frauengestalten ficht« Unterbrecher ist gänzlich abweichend von den bisher verwandten construirt unb ermöglicht, die Zahl der Stromunterbrechungen auf 60000 in der Minute zu bringen. Dadurch wird der Strom ungleich wirksamer, unb bie von ihm durchschlagenen Geißler'schen Röhren erglänzen in einem starken Lichte, baß von fast gar keiner Wärmeentwlckelung begleitet ist. Außerdem kann bem Lichte jede beliebige Farbe gegeben werden, I je nachdem man die Luft au- der Röhre mehr oder weniger außpumpt, dadurch laffen fich nicht nur hervorragende Be- leuchtung-effecte Hervorrufen, sondern e- kann fich auch Jeder da- für fein Auge angenehmste Licht auSwählen. Auf der electrifchen Ausstellung in Nrw-Uork war eine kleine Kapelle gebaut, deren Spitzbogen und Gewölbe vollkommen mit diesen leuchtenden Röhren von fünf Kentimeter Durchmesser unb 2.50 Meter Länge ausgekleidet waren. Die Beleuchtung de- RaumeS war außerordentlich hell und dabei sehr angenehm, die Helligkeit gestattete die Ausnahme von Photographien in jedem Theile der Capelle. Wegen der Ausnutzung der erzeugten Energie lediglich zur Lichtgcwinnung soll baß „falte Licht" eine große Ersparniß gestatten. „Prost, Ftäulein Student!". Auch in Oesterreich beginnt die Franenfrage in Bewegung zu kommen. Zum erstenmal legten vorgestern Zöglinge deß Wiener Mädchen- gymnafiumß die Riiseprüfuug ab. Elf von ihnen bestanden fie, darunter zwei mit Auszeichnung. Das Wiener Extrablatt bemerkt zu diesem Ereigniß: „Wir stehen keinen Augenblick an, eß außzusprechen, daß unter den obwaltenden Verhältnissen da« erzielte Resultat ein ganz überraschend günstiges genannt werden muß. Eine geraume Zeit trennt uns von jenem Tage, an dem die erste Maturantin am Akademischen Gymnasium als Privatistin die Reifeprüfung ab« gelegt hat. ES muß ein kleines, wenn man will, ein ganz hübsche- Vermögen gekostet haben, um jener begabten jungen Dame bie Genugthuuug zu verschaffen, ihr Maturazeugniß als eine — schöne Erinnerung aufbewahren zu bürfen. Denn mehr prac.ischen Werth konnte jene Bescheinigung von Talent unb Bienenfleiß, jene Quittung über beträchtliche materielle Opfer nicht beanspruchen. Erst der Erlaß btß Unterrichts« Ministeriums, der den Frauen wenigstens die Hörsäle der philosophischen Facultät öffnete, hat davkenswerthe Wand,(W Leib, y _Eduar »Ich ‘wdnenb No X N Von rcvomm liefert Carl 1 Trai .größere« belgi Für» Selten Touristen und Sommerfrischlern * aufs wärmste zu empfehlen ist die bekannte Sammlung von Meyers Reisehüchem. Geschickte und zuverlässige Führung. Vortreffliches und reichhaltiges Kartenmaterial. Handliches Format. ! 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