L8S8 Donnerstag den 17. Februar Erstes Blatt Amts- und Anzeigeblntt für den Kreis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienbtatter werben. Alle Anzeigen-VermittlungSstellm bei In- und Ausland«! nehmen Anzeigen für Den Gießener Anzeiger mtgeflCB. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchulstraße Nr. 7. Rußland und die Lage auf dem Balkan. Mehrere Jahre hindurch hat die russische Regierung die Dinge aus dem Baikan an^ehienb ganz au» dem Auge verloren und sich nicht darum gekümmert. Da« halte thetlweise seinen Grund in der mit Bulgarien eingetreteneu Entfernung, dessen Fürst und Regierung bekanntlich lange Zeit für den Zarenhof „Luft" waren, theils lag eS auch darckN, daß der Sultan von Rußland protegirt wurde und mit seiner In- tereffensphäre nicht allzusehr eingeengt werden sollte. Diese | Theilnahmlofigkeit Rußlands war auch noch bemerkbar wahrend I ifl ganzen Verlaufs deS griechisch.türktschen Kriegs, wo eS sich ganz auf den Standpunkt des geschriebenen Rechts stellte, | ohne durch irgend eine «ciion feiner Sympathie für da» verwandte Griechenland Ausdruck zu geben. Auch als der Krieg beendet war und die Kretafrage ernstlich wieder die europäische Diplomatie beschäftigte, da verhielt fich Rußland noch vollständig passiv und ließ z. B. einen Candidaten für I den Gouverueurpoften nach dem anderen aufmarschtreu, ^hue I daß eS — so weit bekannt geworden ist — irgend einen I Einspruch erhoben oder eine besondere Fürsorge für einen I Candidaten gezeigt häite. Schien doch mit der Aufstellung | JeÄ montenegrinischen Großwojwoden Petrowitsch die Ange» | legenheit einen befriedigenden Verlauf zu nehmen, da gegen I d'ese Candtdatur von keiner Seite ernste Einwendungen er» I hoben werden konnten! Da aber erhielt das Bild plötzlich rin ganz anderes Aussehen, indem Rußland mit einem Male eia großes Interesse an der Angelegenheit bezeigte. Man erzählt sich, daß Petrowitsch selbst durchaus bereit gewesen sei, eine auf ihn fallende Wahl anzunehmen, aber er habe vach einer Unterredung de» russischen Vertreters in Cettinje mit dem Fürsten NckolauS schließlich doch abgelehnt. Man geht wohl nicht fehl, wenn dieser Entschluß auf den Einfluß | Rußland» zurückgesührt wird, dem also daran gelegen war, ' fcte Kretasrage noch nicht zur Erledigung kommen zu lasten, die denn nun auch wieder längere Zeit schwebte, bis von Petersburg aus die Candidatur de» Prinzen Georg von Griechenland aufgestellt wurde. K r M r Zwar ist bisher in Abrede gestellt worden, daß Ruß» land officiell den Mächten diesen Vorschlag gemacht und den Sultan um Anerkennung ersucht habe- daß aber die Candtdatur wirklich bestand, kann nicht geleugnet werden, das geht ja auch aus den Erklärungen, welche StaatSsecretär v. Bülow im deutschen Reichstage über die Kretasrage gab, unzwet» heutig hervor. Von officiöser Petersburger Seite wird nur zugegeben, daß „Besprechungen" mit der Pforte wegen der Gouvernturfrage stattgefuuden haben. Genug, wir wiffen, daß vorläufig die ganze Angelegenheit wieder ruht- von der einen Seite wird gemeldet, daß Prinz Georg definitiv zurückgetreten sei, auf der anderen Seite heißt e», nur vorläufig. Mau spricht von einem provt« sorischen Gouverneur, der dem Prinzen die Wege ebnen solle, und von einer Reise des letzteren nach Konstantinopel, um dem Sultan die heiligsten Derficherungen zu geben, daß der Prinz eventuell durchaus loyal als Gouverneur auf» gegen Frankreich. . r t _ Director Wörner entgegnet, die Sacye sei schon im BundeSrathe zur Verhandlung, aber noch nicht zu einem Ab» schließlich Verweisung an eine besondere Commission vor. (Bravos.) Nunmehr vertagt fich das Haus. Nächste Sitzung morgen 2 Uhr. SchwerinStag. Antrag Auer betr. CoalitionSrecht, Antrag Müller-Wald eck betr. staatliche Prüfung deS privaten Versicherungswesens. Schluß 5*/4 Ubr. . süßer zu machen. . , , Referent Abg. Paasch e (nett.) drückt seine Genugthuung über die sachverständigen Aeußerungen gegen da» Saccharin schluffe gekommen. Der T'tel wird genehmtgr. , lfK Beim Titel Beausteuer plaidirt Abg. Rösicke (wild- liberal) für ein Surrogate Verbot und verbreitet fich weiter über die Bierpautscherei. Komme e» doch in Berlin vor, daß den Braueretkutscheru Fläschchen mit Saccharin mit- amtlich publicirt. M Berlin, 15. Februar. Herrenhaus. Berathung bei »ro^ Tollte doch begünstigt I Antrages des Herzogs von Ratibor, i. Geboten sei auch eine Erhöhung des Celluloidzolles eine schleunige Vorlage zu ersuchen, ^welcher die erforder ’ - ' ltchen Mittel bereitgestellt werden zur Verhütung künf- tiger Hochwasserkatastropheu durch dauernde 8er» besterung der Abflußverhältnisse und Regulirung der Fluß- läufe. In der heutigen Sitzung bei Herrenhauses erklärte ber Minister Freiherr v. Hammerstein, von ber Einbringung der Vorlage beim Lanbtage abzustehen, weil dal erforderliche Material noch nicht vollstänbtg vorhanben sei. Wenn dieselbe im Sommer von dem schlesischen und brandenburgischen 0M otn BraU!lc,iUl|u)„u O1U1U)U).„ —--------- , Provinz,°ll°ndl»gk vorbrrathm fei, könne dem L-md-ng ür gegeben würden, um je nach Bedarf de, Rauben das Bier nächsten Winter der Gefetzentwu.f zugehen. (8e*W 18 ' I g,fich,, der befanderen Lage werde der Staat finanziell ein- abreffe für Depeschen: jUjtigtt $< r l. - M»rkr I Mmn tu ttTO«tat. üär. 11, Mns. IM. rmSblhM ?im»r, mit ien, in vewiithtn- -odlßße. 57,1. flirte Statut btlig M «srv-iatz tt-in.. nJMMrf .Rimmtt |u eet# ■4 Qnntner mit Jtofl Mort -ivbeuplatz 1. AtM für N Dfndt, de» 50. Jahrestage» der Beröffentlichuug der Verfassung fest« de» von und GonterSktrchener Weg mannigfache Schwierig I Wetter bei wenig veränderten Temperaturen, indessen habe« die Niederschläge aufgehört. — Voraussichtliche Witterung: Ziemlich milde» Wetter mit theilweiser Bewölkung. mit an mit Ge« neun Aufficht»rathSmitgliedern. H.M. Kesselbach, 15. Februar. Heute Morgen sahen hörten wir die ersten Feldlerchen. (?) Wettsaafeu, 15. Februar. Unsere Gemeinde zählt ein. Die Bauern befinden fich in volle« Aufruhr, greifen da» ioterveuirende Militär an, sodaß e» bereit» zu mehreren blutigen Zusammenstößen gekommen ist, wobei e» auf beiden Seiten Todte und Verwundete gab. Eine Anzahl Rädel-sührer ist verhaftet worden, große Militärverstärkungeu find in da- Aufruhrgebiet abgegaugen. Rom, jl5. Februar. Die Deputirtenkammer ge« zu den kleinsten de» Kreise», aber in reger Bethätiguog für die Pflege de» Gesanges und im JrNerefie für den hiesigen Gesangverein steht fie kaum der größten Gemeinde im Kreise nach. In diesem Sommer wird auf einen noch näher zu bestimmenden Tag in unserem Ort da» Bunde»fest de» OHM'Lumdathal-SäugerbundeS gefeiert und tm Verein das Fahnen» eihfest unsere» Gesangvereins. Welche Förderung mau dieser Feier zu Theil werden läßt, erhellt gewiß qu» dem Betrage von 100 Mark, der tu unserem Dorfe für die Fahne gezeichnet wurde. DaS ist im Ver« hältuiß zur Größe der Gemeinde eine sehr beachtenSwerthe Summe. Auch sonst wird man keine Mühe und Opfer scheuen, da» Bundesfest in unserer Gemeinde tn einer Weise zu feiern, wie sie den vorangegangeneu BundeSfesteu keineswegs vachsteht. § Aus dem Ohmthal, 15. Februar. Die bi» jetzt ia unseren Wäldern abgehalteuen Holzversteigerungeu zeigen einen Rückgang tu den Preisen für daS Brennholz. Offenbar ist durch den so gelinden Winter keine Nothdurst von Brennholz vorhanden, wie es sonst bei strengeren Wintern der Fall oft gewesen. Die Brenuholzvorräthe find überall noch recht ansehnlich, die Kauflust für neue Bonäthe deshalb noch gering. So kosteten vier Raummeter Buchen« prügel 15 bi» 16 Mark, vier Raummeter Buchenscheit 20 biS 22 Mk., sechs deSgl. Bachenretfig 4 bi» 6 Mk. Da» Rutz- und Werkholz dagegen zeigt keine Verbilligung, sondern vielmehr Pretsstetgeruog. Die Holzschuetdereien in unserem Thale, besonder» die Dawpfholzlchneidrreten auf der Mücke, verarbeiten alljährlich ein große» Quantum von Werkholz, da» mau in allen Waldungen anzukaufen sucht. Dazu kommt oft nicht selten Concurrevz au» Süd« und Norddeutswland, welche da» ausgezeichnete Holz unserer Vogelsberger Wälder sehr gern kauft. Zweifellos wird die Eröffnung der im Vogelsberg geplanten bezw. projectirten Bahnstrecken den Holzhandel und damit die Preise für Werkholz bedeutend fördern. Laubach, 13. Februar. Der Wetterführung der Eisenbahn tn der Richtung nach Freteoseen stellen fich bekanntlich auf einer Länge von 700 Metern — vom Bahnhofe bi» zum M A M bi Leser nnsrn, ¥ sein, hm V abfichtigt btmr Diebenkopf lichen. Ganz bn Xoudften Dethalb hofft •d seine« «lil Cocalts und provinzieUes. Gießen, den 16. Februar 1898. *• Bon der Universität. Herr Profeffor Dr. K. GrooS erhielt gestern feine Ernennung zum Ordinarius für Philosophie an der Untverfität Basel. •• Berichtigung. Punkt 11 der gestern bekannt gegebenen Tagesordnung der Stadtverordneteositznog muß lauten: Gesuch des Christoph Bieker um Erlaubntß zum Verkauf von Branntwein über die Straße. *• Omnibus-Verkehr. Der Vorstand der OmnibuS-Geftll- schait ersucht unS, an dieser Stelle wiederholt daraus btv- zuwetsru, daß anonyme Einsendungen oder Anzeigen zwecklos find, indem dieselben nicht berückfichttgt werden. Srunberg, 13. Februar. Heute Nachmittag tagte im „Englischen Hof" die constituirende Generalversammlung der Getreidelagerhau» • Genossenschaft Grüuderg (e. G. w. b. H.), die von Laudwirtheu und Juterrffeuteu au» der Stadt und Umgegend sehr gut besucht war. Der Herr vorfitzeude erstattete Bericht über die Thätigkett der in einer vor etwa vier Wochen ftattgehabten Vorvrrsammlung gewählten, mit den nöthigeu Vorarbeiten betrauten Commission. In etwa 10 Orten der Gegend haben die Mitglieder derselben Versammlungen abgehalten und allenthalben große» Jutereffe der Landwtrthe für die Sache wahrgenommeu. Herr Landwirthschaft»lehrer Reichelt erläuterte hierauf nochmals in großen Zügen die Vortheile einer Absatzgenoffenschaft für die Laudwirthe, sowie die Einrichtung und Verwaltung des geplanten Lagerhauses, worauf zur Gründung der Ge- uoffenschaft und zur Berathung der Statuten geschritten wurde. Al» Stammeinlage der Geuoffeu wurden 100 Mk. fistgesetzt, die tu jährlichen Theilzahluugeu von mindesten» 10 Mk. entrichtet werden müssen. Jede» Mitglied ift bi» zu einem Höchstbetrage von 500 Mk. haftbar. Auch sind die Geuoffeu verpflichtet, sämmtliche» von ihnen erzeugte Getreide — mit Ausnahme de» eigenen Bedarf» zu Saatgut und zu FütterungSzwrckeu — an die Genossenschaft, oder durch Vermittlung derselben abzusetzen. 60 der Anwesenden erklärten sofort durch NamenSunrerschrift ihren Beitritt zur Genoffenschaft, worauf zur Wahl de» Vorstandes und Auf- fichtSrarheS geschritten wurde. Durch Zurus wurde Herr Bürgermeister Zimmer einstimmig zum Dtrector ernannt. Als wettere Vorstandsmitglieder wurden die Herren Mühlen- befitzer Ketl hier (Rechner), Lehrer Römer zu Münster (Stellvertreter des Dtrector»), Ernst Ztmmer zu Sautet und Th. Stetu, Latzmühle (Beisitzer) gewählt. Die etwa vierstündigen Verhandlungen, denen auch Herr Generalsecretär Dr. Müller von Offenbach beiwohnte, endigten mit der Wahl gesetzt wird. Part», 15. Februar. In der heutigen Sitzung Zola-Prozesse» wurde zuerst General Gouse vernommen. Derselbe berichtigte zunächst Aussagen de» Abg. Jaurä» und erklärte, daß der Generalstab thatsächlich eine Prüfung de» geheimen Documente» Esterhazy» vorgeuowmeo, aber kein Resultat erzielt habe. Der Generalstab wünsche dringend, daß Licht geschaffen werde. Auf die letztere Bemerkung erwiderte der Bertheidtger Labort, General Gonse möchte daun dafür sorgen, daß General Mercier erkläre, daß den Richtern im Drehfu»-Prozeß da» geheime Beweisbuch vorgelegt worden sei und daß Oberst Ptcquart vom Amt»- gehetmniß entbunden werde, seruer wüßten Berttllot, sowie die Experten de» Esterhazh-Prozeffe» aufgefordert werden, hier auszusagen. General Gouse erklärte, hierzu habe er keine Befugutß. Hier ruft Labori: Mau solle dann auch nicht immer erwähnen, daß man da» Licht wolle. Darauf wurden mehrere Schrtftfachverständige vernommen. Pari», 15. Februar. Proceß Zola. Im Laufe der heutigen Verhandlung ohrfeigten fich zwei Advocaten tm Zuhörerraum. Profeffor Moliniäre von der Pariser Universität sagte au», er habe persönlich einen Schriftvergleich zwischen der Schrift Esterhazy» und der Schrift de» Bordereau» vorgenommen. Die Letztere sehe der Schrist Esterhazys sehr ähnlich. Hierauf wurden noch mehrere Schriftkuudtge vernommen, welche gleichfalls betonten, daß beide Schriften große Sehnlichkeit hätten. — In den Wandelgängen wurde heute der AuSgang des ProceffeS lebhaft besprochen. Allgemein herrscht die Meinung, daß am Donnerstag die Platdoher» beginnen und am SamStag das Urtheil gesprochen wird. Pari», 15. Februar. Dem „Matin" zusolge beabsichtigen mehrere Senatoren, demnächst eine Interpellation über die DreyfuS-Angelegenheit einzubringen. Warschau, 15. Februar. In Dubno wurde eine auS acht Köpfen bestehende Falschmüuzerbande verhaftet, welche sich mit der Herstellung von Hundertrubelnotru und goldenen Imperial» befaßte. Landon, 15. Februar. Wie au» Shangat gemeldet wird, find die meistenVtcekönigemit der Reorganisation de» Heeres beschäftigt. In den Provinzen au der Küste wird der Bestand der Armee bedeutend erhöht. PortSmouth, 15. Februar. Die Admiralität hat Befehl erhalte», den Kreuzer „Terrible" zum Abgang nach China auSzurüsteu. Konstantinopel, 15. Februar. Wie verlautet, wird die türkische Regierung gegen den gegenwärtig 20000 Mann betragenden Stand der ägypttschenArmee protestiren, weil letztere vertragsmäßig nur 18 000 Mann betragen soll. keiten entgegen. Von den drei projectirten Linien hat — wie früher schon hier mitgetheilt — die mittlere, ein Stück auf dem rechten Wetteruser hergeheud, die größte Wahrscheinlichkeit der Verwirklichung. Dieselbe ist nun in den letzten vier Tagen einer eingehenden Verweffuog unterzogen worden - fie wird infolge nothwendiger Curven mitten durch Hau»- gärten und Hofraithen führen, die infolgedeffen mehr oder weniger für den Befitzer ungeeignet werden, sodaß hohe Entschädigungssummen voraussichtlich find. Wenn von höherer Seite eine definitive Entscheidung getroffen ist, wird der hiesigen Stadt, der in finanzieller Beziehung bedeutende Lasten zufallen, da» Recht zustehen, billiger auszuführende Vorschläge zu machen. Ob ein solcher eine über den Schießplatz führende Linie oder eine Verlegung des Bahuhos» nach der Wetter- selber Straße wäre, dürfte dann zur Erwägung kommen. Wie wenig definitiv überhaupt die ganze Linie bi» jetzt fest« gelegt ist, geht daraus hervor, daß bezüglich eine» Durchstichs (Tunnels) durch da» „Kaff" im Frühjahre neue Ber- weffuugen vorgenommen «erden. Jedenfalls werden vor 1900 die schwebenden Fragen ihre Erledigung nicht finden. An» dem oberen Odenwalde, wird den „N. Hess Bbl." geschrieben: Die Candtdatur de» Herrn Krei»rathS Haa», Präfidenteu der Zweiten Ständekammer, al» zukünftigen ReichStagSabgeordueten de» Wahlkreise» Erbach—Bensheim, wird hier allgemein sympathisch ausgenommen, wa» beweist, daß die Verdienste de» Herrn Haa» um die Land« und Volks- ** Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Eine einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle der Gemeindeschule zu Raunheim, Krei» Groß Gerau, einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährlichen Sanitäre Metb lieh den Kö überraschend daher von Kl Recor wit grosser 1 M. t.-, i/fF ’ Harschasiskvt reuguSherj" obe •'Wndbrr, 2 Mischt mit halte von 900—1000 Mk. Mit der Stelle ift Organistendienst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kelsterbach, Kreis Groß-Gerau, mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von 1000 bi» 1500 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hungen, Kreis Gießen, mir einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu SolmS-Braun- sels steht daS Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Armsheim, Kreis Oppenheim, mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährlichen Gehalt von 900 bis 1000 Mk. Mit der Stelle ift Organtstendienst verbunden. Sine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Hainstadt, Kr. Offenbach, mit einem jährlichen Gehalte von 950 Mk. •• 25jährige» GefchaftSjabilaum. Die Firma Mettenheimer & Schult hei» beging gestern das 25jährige Jubiläum ihres Bestehens. DaS Personal der Firma hatte dem Chef, Herrn Hermann Mettenheimer, au» diesem Anlaß eine Ueberraschung bereitet. Am Abend vorher hatte man den HauSeingang und daß Comptoir prächtig decorirt. Herr Hosch, der bereit» 16 Jahre bet der Firma thätig ist, be- grüßte am Morgen, als der Jubilar in'» Geschäft kam, den- selben, er dankte ihm Namens seine» kausmänuischen Personals für daS Wohlwollen, welche» der Ches für jeden Einzelnen stets bethätigt habe, und überreichte ein von Maler Scheich kunstvoll gefertigte» Diplom. Herr Mettenheimer dankte für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit, speciell den langjährigen Mitarbeitern, und sprach den Wunsch au», daß deren jüngere College» fich an diesen ein Beispiel nehmen möchten. Namen» der Arbeiter gratulirte Herr Kerber und überreichte ein photographische» Gruppenbild de» gekämmten Personal». Herr Mettenheimer dankte für die Ehre, die ihm sein Personal nnd besonder» seine Arbeiter heute erwiesen. Mittag» vereinigte ein Festmahl im Hotel Schütz Jubilar und Personal, sowie zahlreiche Verwandte. *• Stadttheater. Herr Hofschauspieler Hacker von Darmstadt wird al» „Hamlet" an hiesiger Bühne am Donnerstag Abend gastireu. Ueber seine Verkörperung dieser RSlle anläßlich der unlängst stattgefundenen Aufführung am Darmstädter Hoftheater schreibt die „Darmst. Ztg.": „Vor Allem bot Herr Hacker in der Titelrolle eine auf eisernen Fleiß und verständnißvollste» Studium fich gründende großartige Leistung, die fich ebenso von Uebertreibungen fern hielt und das undeutliche Sprechen vermied, wie ihr die wuchtigen Töne stärksten AffectS aufs beste gelangen. Wir gestehen offen, daß un» der „Hamlet" des Herrn Hacker, der auch treffliche Maske trug, tn vielen Punkten bester al» der Barnay'fche gefallen hat, den wir vor mehreren Jahren sahen. Wenn je, so war der ihm gespendete Lorbeer ein wohlverdienter. — Vortrag de» Herr» Prof. Dr. Sauer über Hellenische» und Hellenistisches auS Kleinasien, gehalten am 14. Februar tu der Aula des UniverfitätSgebäude». Gar Mancher mag wohl denken, wie paßt denn Hellenische» und Hellenistische» au» Kleinasien tn die Gruppe der Borträge über die neueren Ausgrabungen auf griechischem Boden, und fich sagen, Kleinasien ist doch nicht Griechenland. Allerdings. Aber dieser Ansicht wird mit einem Schlage die Spitze abgebrochen, wenn man bedenkt, wie eng fich Kunst und Cultur der kletnasiattschen Insel« und Küstenstädte an die be» Mutterlandes anschloß, ja sogar fich noch reicher entfaltete al» daheim. Freilich bietet dafür die Insel Cypern, die von der vormykenischen Epoche au» bi» tn» zweite Jahrhundert v. Chr. in einer sonderbaren Stellung verharrte, al» ein Mtschkeffel egyptischer, orientalischer und griechischer Cultur, kein allzu bedeutende» Beispiel, wohl aber hat da» Alpenland Lykien, Cyperu gegenüber, griechische Kunst und Cultur in reinerer Gestalt aufzuwetsen. Abgesehen von dem Harpyien« und Nernlden-Mormment, da» die Engländer ausgefunden haben nnd jetzt einen reichen Schatz de» Britischen Museum» bildet, wurde nicht allzuweit von diesem Fundorte auf einer Höhe de» steilen Gebirge» ein mit reichem Relief geschmückter Grabbau aufgefunden: das Heroon von Gjölbaschi. Dieser Grabbau, ring» von einem Mauerwerk umgeben, innerhalb desten der Sarkophag des Heros stand, war außen und innen mit Relief verziert, unter dem fich neben abgedroschenen auch sehr viele intereffante Scenen ab« spielen. Aber erst die Entdeckung von 1887 hat der Wissenschaft Offenbarungen gebracht, wie fie sonst nur tn langer Zeit angesamwelt werden. Die» ist der phönicische Grabfund in der Nähe von Sidon, der ein Problem von der höchsten Wichtigkeit darbot, das erst durch den Grabfund tn Kacomeuae gelöst wurde: die orientalische Sitte, den Leib des Tobten in einem Sarkophag zu erhalten, war hier nicht der altgriechischen Sitte gewichen. Der Sarkophag de» Satrapen mit seinen entzückend-lebenswahren Gestalten, der lhkische mit dem hohen Aufsatz einer spitzbogtschen Tonne, an dem stark das rein Dekorative hervortritt, der Sarkophag der Klagefrauen, wo der Künstler mit großer Genialität die stille Trauer tn 18 Figuren zum Ausdruck brachte, und schließlich jener Alexander-Sarkophag, wo bei 50 Figuren jeder Kopf mit der größten Feinheit durchgebildet ist und noch heute im Schmuck der Bemalung un» da» erste deutliche Beispiel gibt. Die frische Erinnerung an die Thaten Alexanders de» Großen hat da« prächtige Kunstwerk geschaffen- aber doch ist schon der Herakles-Typus unverkennbar. Daran sowie an der auffälligen Anhäufung von Ornamenten erkennt man bereit» den Utbergang zur hellenistischen Epoche, deren schönste» und charakteristischste» Kleinod un» tn dem ZeuS- Altar tn Perganeum erhalten ist. Deutscher Aufmerksamkeit und deutschem Fleiß ist e» gelungen, dieses Prachtwerk und mit ihm die Ruinen der AttalidenResidenz, die Paläste, die Tempel, die Bibliothek, ja sogar die Wafferleitung der Stadt au» dem Schutt der Jahrhunderte wieder erstehen zu lassen. Dazu kommen noch die Ausgrabungen tn Ephesu», Milet und Magnesia. Aber jede Stadt wieder in ihrer Art bietet ein merkwürdiges Beispiel der Allgewalt de» HelleniSmu» Über den Orient. •• Gelavde-Erwerb. Ingenieur Koch kaufte da» an der verlängerten Liebigstraße gelegene 1600 Qu.«Meter große Baugelände, bisher Herrn LandgertchtSrath Helwig gehörig, für 10 Mk. pro Qu.-Meter. •• Hessischer Landwirthschaftsrath. Nachdem der vom Hessischen LandwirthschaftSrath in Darmstadt veranstaltete Bor- tragscurS für practische Landwtrthe so günstige Aufnahme und große Betheiligung der Landwtrthe gefunden (die Theilnehmerzahl war schließlich auf 257 gestiegen), verlautet, daß die Abhaltung solcher Curse für die Zukunft alljährlich mit wechfeluden BortragSthematen unter Beschränkung der Dauer auf vier hiutereinanderfolgende Tage abgehalten werden sollen. Seiten» der Laudwirthe dürfte diese Absicht mit großer Befriedigung begrüßt werden. Zu Amerika verstorbene Hesieu. New-Aork, Jos. M. Oh weis, 74 Jahre alt, auS Ober-Erlenbach. Syracuse, N. ?)-, Johann Eckelmanu, 57 Jahre alt, au» Guntersblum. New-Dock, Jacob Adlon, 45 Jahre alt, auS Mainz. Eoansvtlle, Jnd., John Klein, 74 Jahre alt, au» Nieder LieberSbach. Wetterbericht. Ueber Central-Europa ist der Luftdruck wieder gestiegen und verläuft heute von einem Maximum über Westfrankreich ein breitet Rücken hohen Barometerstandes in östlicher Richtung gegen da» schwarze Meer und Kleinasien. Ueber dem Norden de» Erdtheil» besteht niederer Druck fort und liegt dessen Centrum nördlich von Schottland. In Süddeutschiand, wo gestern meist Regen- oder Schneefälle stattfanden, bestand noch am Morgen meist trübe» nehmigte in geheimer Abstimmung mit 188 gegen 26 Stimmen den Gesetzentwurf, wonach für diese» Iaht der 4. März zur Feier de» BerfaffnugSfeste» anläßlich M < 4\ Rin! 8 labenrein, *«5 P» f)fla» »I *sp. Ia,l' oft! M""- tief» 6^1. L°e verriagi Ouabrillro tto 8trt:n W* dir Infragm st-w I hrno Stab‘f ton Gütern w nnb zwar baiu tun». DK Ei! birst Processe be« BtrflltW A» «Wir W trieb vor farj inbtn er aller! 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Imtn keine Nothdvrst saust bei strengeren Srennhalzvorräthe find jft für neue Lmäthe r Amnneler Euchen« mmneler Llichevscheit :tfig 4 bil 6 Mk. DaS Lelbillignng, sondern incibereien in unsere« ureitu aus btt Mülke, mniarn von Wkikhoir, n I* w,1«"* u,i RlrtMlf»”' lit M*ü ltro M*lto b" •»US .fache kchv k"S IW »•« * if)O«6 i'b . gotld)««1 "“Sm*61"1« Aetitf it)ol< fcntnttn. LÖt Sl-° ^ stst- itut L-U'tb ’ £)ör* ltj8|ll4 rl ,Df Set- »rühjahte ft bin «' * H°al, wirthfchaft vollständig anerkannt werden. Auch die hier ziemlich stark vertretene freifinnige Partei wird ganz und voll für diese Candtdatur eintreteu und ist dadurch anzunehmen, daß Herr HaaS ziemlich einstimmig im oberen Odenwald gewählt werden wird. Sp. Mainz. 15. Februar. Hier rüstet sich der Beloclped- Elub „Moguntia" am27. März ein Saalfest, verbunden mit Kunst- und Reigenfahren abzuhalten. Bor dem Saalfahren wird ein Prets-Cocfo gefahren, der für alle Radfahrer Vereine offen ist (getrennte Werthunq). DaS Saalfahren ist nur offen für Vereine des Deutschen Radsahrer- BuudeS. DaS Fest wird in dem herrlichen, dicht am Rheln- nfer gelegenen imposanten Gebäude der Mainzer Stadthalle, dem größten Saale Deutschlands, abgehalten und eignet sich dieser Saal so recht zur Abhaltung von großen Radsport- Festen. Die große Fadrfläche, welche jedoch auf Wunsch für Vereine verringert werden kann, gestattet auch bett größten Quadrillen ein bequemes Fahren und wird gewiß manchen Verein veranlaffen, seine Mannschaft an dem Wettkampf um die Siegespalme theilnehmen zu taffer?. Meldungen und Anfragen find zu richten an den 1. Vorsitzenden des Vereins, Herrn Stadtverordneten Fritz Schäfer-Mainz. A Mainz. 15. Februar. Auf das in Kastel fretwerdende FestungSgelände ist neuerdings von dem F'nanzconsor' ttum, welches schon vor einiger Zeit mit Kaufsanträgen an das Kriegsministerium getreten war, ein erhöhtes Gebot gemacht worden. Wie wir hören ist das frühere Gebot um Mk. 300,000 erhöht worden. — Der Eisenbahnverwaltung des diesseitigen Bezirkes waren aus den großen Verkehrsstörungen im verflossenen Jahr wegen verspäteter Bestellung von Gütern eine ganze Reihe von Processen erwachsen und zwar darunter solche von ziemlich weittragender Bedeutung. Die Eisenbahndirectiou hat eS indeß für gut befunden, diese Proceffe nicht zum AuStrag zu bringen, sondern ist auf dem Vergleichswege mit den Klägern auScinandergekommen. A Aul Rheinhessen, 15. Februar. Ein angeblicher russischer Fürst, der sich TtaniSlauS von Pmiftowöky nannte, trieb vor Kurzem in WormS und Umgegend fein Unwesen, indem er allerlei Betrügereien und Schwindeleien verübte. Mit Hinterlaffin zahlreicher Schulden ist der angebliche Fürst :jetzt spurlos verschwunden und wird von den Behörden steckbrieflich verfolgt. Der Schwindler ist indeß kein Fürst, sondern ein simpler Sch ffmann Namens Schwaan. A Vom Rhein, 15. Februar. Laut Publikation der 'Provtaztaldirection von Rheinheffen wird wegen Fortschreiten der Arbeiten an der Straßenbrücke in WormS bis auf Wettere- die Schiff und Flohfahrt bet Worm? auf die Mitt e de« Rheins beschränkt- Die freibleibende Durchfahrt ist 94 Meter breit. Seitens der Bauverwaltung liegt ein Schlepper bereit, der unentgeltlich den Schiffen und Flößen bet der Durchfahrt durch die freibleibende Ö ffnung Hülfe leistet. _______________________________________________________ Vermischtes. A Aul dem Kreise Btedeukops. 14. Februar. Für die Leser unseres Blattes dürfte Nachstehende- wohl von Jo.tereffe sein. Herr Realghmnasiallehrer Flach zu Biedenkopf beabsichtigt demnächst einen „Führer durch den Kreis Biedenkopf und seine Nachbarschaft" zu veröffentlichen. Ganz besonder- soll dieser Führer den Jnlereffen bet Touristen und des Fremdenverkehr- überhaupt dienen. Deshalb hofft der Herausgeber auf allieitige Unterstützung tet feinem mühevollen Werk. Da der Führer möglichst mit Beginn der schönen Jahreszeit erscheinen soll, so werden Beiträge und Mittheilungen bis Ende März höflichst erbeten. Ganz besonders find derartige Angaben erwünscht über den Bezirk Rodheim, Gladenbach und den Grund Breidenbach. Dem Führer wird auch ein Anhang für Geschäfts- anzeigeu beigegeben werden, auf welchen späterhin noch näher aufmerksam gemacht werden wird. Möge daS Merkchen mit dazu beitragen, daß unser Hinterland fich allmälig zu einem Vorderlande entwickele! Der Führer wird bann hoffentlich vielen Fremben den Weg in unsere noch abseits vom Ber- kehrSstrome liegende, so Überaus schöne Gegend zeigen. Und schön ist unser waldumrauschtk- H uttrland, im Sommer- unb im Winterkleid gleich anmuthig. „Willst Du in die Ferne schweifen? Sieh, da- Gute liegt so nah'." * Frankfurt a. M., 11. Februar. Ein theueres Vergnügen. Ein Ehepaar besuchte dieser Tage ein Ver- guügunpS-Etabllffemeut und ließ zur Bewachung feiner Wohnung einen großen Hund zurück. Um dem treuen Wächter den Hausarrest etwa- zu erleichtern, ließ man ihm mit Ausnahme der Cocridorthür sämmtliche Thüren der Wohnung offen stehen. Anstatt diese Vergünstigung gebührend zu würdige:., belohnte er fie mit dem schwärzesten Undank. Bel seinen Rundgängen dm ch die Wohnung sprang der Hund, wahrscheinlich um sich noch mehr Bewegung zu verschaffen, über Tische, Stühle rc. und zertrümmerte die kostbarsten Trink- und Waschgefäße, Vasen, NipprS Sachen, Lampen, riß die Gardinen herunter, kurz richtete eine heillose Zerstörung in der Wohnung an. Als nun die Herrschaften Nachts heim kamen und die Bescheerung sahen, machten fit fich noch gegenseitig Vorwürfe, und zwar lauter, als nöthig gewesen wäre, um die Hausbewohner nichts merken zu laffen. Doch wer den Schaden hat — er wird in diesem Falle auf 300 Mk. geschätzt — braucht für den Spott nicht zu sorgen. • Dortmund, 14. Februar. Vier Gefangene über, waltigten im hiesigen Gefängniß einen Aufseher und brachen aus. • Jena, 13. Februar. Morgen Nachmittag wird daS (Krematorium hier seiner Bestimmung Übergeben werden. Die erste Verbrennung wird an der Leiche einer jungen Frau au» Arnstadt vollzogen. • Leipzig, 14. Februar. Die Dauernde Gewerbe- auSstellung Übt gegenwärtig wieder eine recht günstige Wirkung aus, wie dies aus der Zusammenstellung der als Käufer erkannten Besucher hervorgeht. Die schwersten Loco- mobilen, Motoren, Maschinen, Werkzeuge aller Art, sowie die gewerblicyen und bauSwirthschaftltchen, auch kunstgewerblichen Eczeugniffe verschiedenster Gattung finden Käufer, und letztere stammen nicht nur an- ganz Deutschland, sondern auch der (Kontinent sowie zahlreiche überseeische Länder senden ihre Käufer in die Dauernde Gewerbeausstellung nach Leipzig. ES find diese für die prac.ische Wirkung der Dauernden Ge- Werbeausstellung zu Leipzig günstige Verhältniffe vorwiegend dem hochwichtigen Einfluß der Leiziger Meffen sowie der centralen Lage Leipz-gS zuzuschreibev. Neueste Nachrichten. Depeschen beS Bureau „Herold". Budapest, 16. Februar. Der Minister beS Innern, Destder v. Perczel, war gestern Vormittag gleich nach der Ankunft de- König- in einer «udienz von He ern empfangen worden, um ihm über die ober ungar tfchen Revolten Vortrag zu halten. Nach bei Audienz reiste gestern Nach' mittag der Oberchef der ungarischen Polizei, Selleyi, al- bevollmächtigter königl. Eommissar nach den im Aufstande begriffenen Gegenden ab. Budapest, 16. Februar. Auch Ministerpräsident B a n f f y erstattete gestern in einer Audienz dem Kaiser Bericht über die socialistische Banernbewegung. Budapest, 16. Februar. Der Kaiser sanctionirte da- Gesetz betreffend die Magyarisirung der Ortsnamen. Triest, 16 Februar. Nach Meldungen au- Bombay ist der österreichischeLloyddampser „Medusa" bei der Coco- Insel gestrandet. Einzelheiten fehlen noch. Pari«, 16. Februar. JmProceß Zola wurden im weiteren Verlauf deS gestrigen achten VerhandlungStageS Profefforen öffentlicher Institute vernommen, die überein» stimmend erklärten, baß daS Bordereau nicht die Handschrift DreyfuS, sondern diejenige Esterhazys zeige. Außerdem gelangte die Aussage der commiffarisch verhörten früheren Geliebten Esterhazys, nämlich der Frau Boulancy zur Verlesung. Sie verweigert die Auslieferung weiterer Briefe von der Hand Esterhazys, um das Material zur Reinigung von dem Verdacht, fie fei die Fälscherin des vielgenannten UlanenbrlefeS, jederzeit zur Hand zu haben. Der Inhalt jener Briefe stelle nicht nur Esterhazy blos, sondern enthalte auch in Bezug auf daS französische Heer Bemerkungen schärfster Art. ES find j-tzt noch im Ganzen 12 Zeugen zu vernehmen, unter denen sich auch Esterhazy befindet. Madrid, 16. Februar. Der Minister des Innern hat den Entwurf zur Legung eines (Kabels zwischen Spanien und Havanna gutgebeißen. Kopenhagen, 16 Februar. Der Arbeiterausstand hat größeren Umfang angenommen und fich auf Backer, Kutscher und Schuhmacher ausgedehnt. Auch ein General- strtke der Hafenarbeiter steht bevor. New-York, 16. Februar. Die Hilfssendung, welche Ende voriger Woche, wie telegraphisch schon dertchter wurde, von dem Hasen der Bereinigten Staaten in Florida nach Havanna abgegangen ist, führt weitere 4000 bis 5000 Gewehre, 3000 Kilogramm Dynamit und 20,000 Patronen, sowie eine große Menge Mundvorath mit sich. WB. Newyork, 16. Februar. Nach einer Meldung au« Habana sand gestern Abend eine schreckliche Explosion an Bord des amerikanischen Kreuzer- „Maine" statt. Biele P-rsonen find getödtet und verwundet. Die Ursache ist unbekannt. Der Kreuzer soll ganz zerstört sein. Ein spanischer Kreuzer leistete Hilfe. Wöchentliche «Übersicht der TsdeSsölle in Gietzen. 7. Woche. Vom 6. Februar bis 12. Februar 1898. Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeit-Mer: 12,95, nach Abzug der Ortsfremden 10,79 o/oo. 66 starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1.Lebensjahr: 2.-15.Iah»: 1 (1) Nierenentzündung Gebtrnhautentzünd. 1 1 1 1 1 Summa: 6 (1) Dtphtheritis Unglückssall 1 1 1 (1) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenbcn Krankheit aus von auswärts nach ! Gießen gebrachte Kranke kommen. Lungenschwindsucht 1 Gehirnschlagfluß 1 1 4 (1) -MW Scheller’s Eier-Cognac 1313 Sanitäre Methode! Kräftigt ausserordentlich den Körper und beschleunigt in überraschender Weise die Genesung; daher von Kranken, Schwachen und Reconvalescenften mit grosser Vorliebe getrunken! Fl. M. 4.—, i/.Fl. M. 2.20, i/4 Fl. M. 1.30. wird wegen seiner vorteilhaften, blutbildenden Zusammensetzung und seines hochfeinen Geschmacks von Blutarmen allem Anderen entschieden vorgezogen. Allgemein v. Aerzten empf. — Alleinige Nied.: Löwendrog. W. Kilblnger, Giessen. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Oartenstraste 2. srngsbot bet UrdeNueknuerr 1 Metolldreher, 1 Spengler, 2 Kranken- Därter, 1 Küfer, 1 Polsterer bezw. Decorateur, 1 Maschinenschlosser, 2 Schneider, 1 Schubmacher, 2 Bauschreiner, 4 Taglöhner, 4 Fuhrknechte, 3 Hausburschen, 2 HerrschaftSkvtscher, 2 Schlofferlehrlinge. 1 Buchbinderlehrling, 1 Köchin, 1 Weiß- zeugnäherin oder Flickerin, 2 Bureaugeülsen. 2 Schreibgehülsen. StaAttOßt der örbettettwrt 1 Drechsler, 3 Krankenwärter, 1 tücht Küfer, 8 tücht- Maschinenschlosser, 2 Schmiede, 4 Schuhmacher, 1 Schneider, 1 tücht. 'Rockschneider, 2 Schreiner bei gutem Lohne sür dauernde Arbeit, 1 tücht. verheir. Pferdeknecht mit guten Zeugnissen, 1 tücht Pferdeknecht, 1 Portier (unverh. Mann), 1 Hausbursche, der gleichzeitig die Wartung von Kranken übernimmt, 1 junges Bürschchen für Ausgänge, 2 Hausburschen, 3 Dienstmädchen für Küche und Haus- arbeit noch Darmstadt, 6 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit ÄL MlMgW. Freibank. 1610 Heute und morgen: Rindfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 52 Pfg. Dörrobst aU Apfelringe, Apfelspalten, Aprikosen, Birnen, Brünetten Datteln, Feigen, Kirschen, Pflaumen, Zwetscheu, gemischtes Obst ß ^i Emil Fischbach- Zur Keltershöhe. Heute Donnerstag, den 17. Februar, Großes Schlachtfest. Morgens Well fleisch mit Kraut, «b. Metzelsuppe Es labet freundlichst ein 1667 Jean Brunner. Dkffttt-u.Mkimgsweinez | Malaga, Sherry, ® ♦ Portwein ? untersucht und begutachtet T ♦ in 3 Flaschengrössen bei 1661X Albert Köchlin, Wosoratr. 8. JEaccaroni fft. Wiener, Maccaroni fst. italienische, Eiergemüsenudeln extrafein, Gemüsenudeln nicht breiig kochend, per Pfd. 40 Pfg., Bruch - Maccaroni per Pfd. 30 Pfg. bei 1676 Emil Fischbach. Grüne Wringe (feinster Backfisch), per Mö. 15 Pfg., empfiehlt 1670 J. NI. Schulhof, Marktstraße 4.Telephon 119. Wlmilikeudaiim Sratbiidilingc, frisch gew Stockfisch, Schellfische, Cablia«, Hechte, Zauder, Calm empfiehlt 1672 C. k. Kleinhenn, Tttephon 66. Bahnhofstr. 69. Holländische Schellfische Gabliau. Zander, Hechte, Scholle« re. eingetroffen bei 735 J. M. Schulhof, Marktstraße 4-____________Telephon 119. Cervelatwurst (feinste Gothaer) 1674 bei Emil Fischbach. Unser grostes Lager in Wtta unb IHiittnlifii hringen wir in empfehlende Erinnerung. 1378 Solide Arbeit. Billige Preise. C. Röhr & Co. frankfurter Würstchen beste Qualität, 1677 bei Emil Fischbach. Große Friedberger Geld-Lotterie. Ziehung vom 14 bis 16. März d. I. Hauptgcwinne MK. 50,000, MK. 40,000, MK. 80,000, MK. 20000, MK. 10000, 5 (Sero, ä MK. 2000 usw., nur baares Geld ohne Abzug. Loose L 2 Mk.. 11 Stück 20 Mk., Porto unb Liste 30 Pfg. empfiehlt 1695 Richard Bachacker, Gießen, ________Reue« VLue 11.________ Tannene Möbel dauerhaft und geschmackvoll gearbeitet, empfiehlt 829 Karl Zimmermann, Schreinermelster, Neuen-Bäue 15. Prima engl. Gummischuhe empfiehlt billigst ________Ph. Schlatter. Guter bürgerlicher Mittagstiseh von 50 Pfg. an im 211 Rheinischen Hof. 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Gesucht zu April von kleiner Familie (ein Kind) herrschastltche Wohnung von ca. 6 Zimmern nebst Zubrhör, möglichst nahe der Aula. Anerbietungen unter I. K. 1653 an die Exved. d Bl Hess. Oel- und Jett-Manusactur S. tlanss. Sfteier Anwendung wasserd cht. Beste und billige Schubschmiere. 1105 Zu frwfn tn der 4Wtr-Dro(jtrit Mtrswtg 39, Otte Schaaf. schmeidtg Dose 60 Pfg. Kanoiin-Kdersetl, conferotrt da« Leder und macht es lö65| Lauffrau oder Laurmädchen kann - sich melden.Ludwiastr. 18, HL Ein Schäferhund schwarz mit weißer Brust und weißen Borde,süßen, entlaufen. Wer Näheres hierüber weiß, bitte ich, mich daaon zu benachrich'igen- 1673 H Bierman«, Eberstadt (Kreis Gießen). Giessener Stadttheater Donnerstag den 17. Ketzmar 1898t Erhöhte Preise. -WM Gastspiel des Herrn Hrch. Hacker vom Hoftheater in Darmstadt. Hamlet Prinz von Dänemark, Tragödie in 5 Acten von William Shakespeare. Hamlet. . Herr Heinrich Hacker. Tüchtige Spengler ».Muster werden sofort gesucht. Acetylen-Apparate-Mik Güßen, 1650] Alieestrahe 25. eröffnet habe. Zugleich gestatte ich mir, darauf aufmerksam zu machen, daß ich in meiner Filiale, wie in meinem Hauptgeschäfte, nur gute Waare führe und in jeder Weise bestrebt fein werde, durch zuverlässige und billige Bedienung die Zufriedenheit meiner Abnehmer zu erroei ben und zu erhalten. Mit der Bitte, daß mein Unternehmen den geneigten Zuspruch meiner verehrten Kundschaft und Nachbarschaft finden möge, zeichne ich Hochachtungsvoll Ph. Herrmann, Seltersweg.33 Wasserdichte Gtiefelschmiere, 1664) Ludwigstr. 26 Partrrrestock, 6 Zimmer mit Zubehör, per 1. April zu oermietben. Näheres HtnterbauS einmal aufgetragen, macht daS Schuh werk auf lange Zeit wasserdicht und Generalversammlung nochmals aufmerksam Lehrlingsstelle für einen jungen Mann, welcher die Berechtigung zum einjährig »freiwilligen Dienst besitzt, ist in einem biestgen EngroS- Geichäft per Ostern zu besetzen. 1642 Nähere Auskunft ertheilt die Expedition dieses BlaiteS. Sängerkranz. Geheimkarten zu dem am Samstag den 19. Februar, Abends 8 Uhr in Steins Saalbau stattfindenden Maskenballe ro rben von Donnerstag den 17. Februar ab bei Herrn Carl Berg, Mäusburg 4, ausgegrben. l"02 Dieselben werden nur an Mitglieder abgegeben und strengste (Son» trete geübt Der Vorstand. Haus in guter Lage, für Bäckerei geeignet, zu verkaufen Offerten unter L. H. 1666 an die Expedition d. Bl- ____ Zwei sprungfähige Zuchtbullen (Simmknthsler Rciiyucht) Agenten welche Privatkunden besuchen, gegen hohe Provision für 6mal prämiirte neuartige Solzronleanx rrnd Jalousien gesucht fferten mit Referenzen an 6. «lernt, Jalousie-Fabrik in Wüuschelbnrg in Schlesien. Etablirt 1878 701 1671) Wer leiht per sofort 1000 Mark gegen flinsen? Näheres in der Expedition d. Bl. 8 Nietzsche-Vorträge von Dr. Horneffer, Hotel Einhorn, Abende 8 Uhr. a 2) Mittwoch den 16. Februar: G Der üebermensch. M 3) Montag den 21. Februar: e Die ümwerthung aller Werthe. Karten k 1,50 Mk., für Studenten k 0,50 Mk., bei 2 Ernst Challler (Rudolphs Nachfolger). 1466 Nach Schluss des Vortrages Discussion. Sonntag den 20. Februar, 20 Uhr II Minuten 5 Secuuden (neue Zeit): Maskenball des Gesangvereins Heiterkeit mit großen Hrvppeuaufführuugen im Saale des „Hotel Einhorn". TBC. Eintrittspreise: im Vorverkauf bei den Herren A. Kretz, f chmar, Marktplatz, Friseur Wahl, Neustadt, Friseur Dechert, Grün, bergerstraße, und I. Arnold, zum Schipkapaß: Herrenkarten 75 P'u-, Damenkarten 40 Pfg.; Abends an der Kasse: Herrenkarten 1 Mk, Damenkarten 50 Pfg.; bis zur Demaskirung; Hcrrenkarten 50 Pf ., Damenkarten 30 Pfg. Geheimkarten für Müglieder bei dem Vorsitzenden Herrn E. Noll erhä'ilich.Der Vorstand. Schuhmacher sucht 1557 Th. SiSfeller, Bahnbosstr. 27. 16U9] Schreinergehülfe auf dauernde Arbeit, sowie ein braeer Junge in die Lehre gesucht. H, Sa», Echreinermeister 16081 Zwei Schreinergesellen auf dauernde Arbeit und hohen Lobn sofort lagkk«kr«ilcheii mit verschiedenen Aufführungen im Vereintlocal (Schiffenbergerthal). Karten für Nlchtmitglieder, Herrenkarlen k 50 Pfg., -Damenkarten ä 30 Pfg, sind an der Kaste zu haben. 1678 Der Vor stand. Gomptoir, Lager und Wohnung befindet sich nunmehr 1454 Auf erste Hypothek auszuleihen 1101 8000 Mk. Hu erfragen in der Expedition d Bl. Zum 1. April 6000 Mark gegen gute Sicherheit zu leihen gesucht. Schriftliche Angebote unter Nr- 1593 an die Expedition d- Bl- Hof-Schleifeld. 1 a) in f Don ft. des Etac . fieber b) m ei: boten diene