1898 i'-rciiag bcn 16. Dtcember ___ Amts- unb Anzeigeblatt für den Hwi* Gieren Gratisbeilage: Girßemr Famlienblatter Arntlichcr Lhril. voll Wchl 12070 Wir iBIflfltifemntttiimjHclai M Jw- **v i* 1M arisicn r Mittwoch de» 14. Deeember 1898, 1 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der ersten Lesung des Etat». Abg. v. Kar dorff (Rp.) weudet fich zunächst gegen dte gestrigen Audführungeu de» Abg. v. vollmar und sodann gegen die Bemerkungen des Abg. Richter, die deutschen (Kolonien betresftod. Das avgeküudtgte Gesetz zum Schutz der Arbeitswillige» fet absolut uothwendig und werde hoffentlich im Hause nicht allzusehr abgeschwächr werde». Bemerken aber wolle er, daß dasselbe noch lange vichi ausretcheud sei. «as di, Ausweisuutzrn au» Schlrswig'Holstet» avlauge, so verkenne man wohl dte Bedeutung der bäatschen Agüa» tionen daselbst. Frankreich verfahre gegenüber solcheu «gtta- tionen viel prompter. Redner äußert fich »etter gegen ei» zu rasche» Fortschretten tu der socialpoltttschen Gesetzgebung. Keinesfalls dürften M llivneu vou Arbeitern willealo» der Soeialdemokratte überlaffeu werden. Was dte Militärvorlage betrrffe, so sei der Abg. Richter selber der Vater des gesteigerten Mtlttartsmo» in D-michland, (Lache» liaks) u»d zwar burch sein stetes Streben nach zweijähriger Dienstzeit. Abg. Rickert (frs. 8g ) führt aus, wenn der Vorredner glaube, baß der Reichstag etu Socialtsteugesetz wieder aullehmeu werde, so irre er fich. Gerade feie Erlöschen de- Social,stengesetzes sei da» Wachsen der Socialdemokratie etu langsamere» und auch ihre Methode etue andere geworden. Sie habe fich mehr den bürgerlichen Bestrebungen angenähert. Zn brdauern set dte späte Einberufung de- Reichstage». Dte Regternng müffe fich »ehr Fühlung mit de« Reistage angelegen sein lasten, dann würde man auch nicht so lauge auf die Aufhebnng de- Verbiaduug-vrrbotes für Vereine warten «üffen. Seine, Redner-, Freunde wollten abwarten, wte der ongrküadtgte Gesetzentwurf gegen den Terrortsmu- gegenüber arbeft-wtlligen Arbetteru a»-fallen werde, ob er wirklich nur Auswüchse beschneiden wolle. Protesttceu wüste er gegen dte Art, wie Oberpräfideut v. »Sller die «u-wetsuogen von Harm» losen Dtenstboteu zu begründen gesucht habe. Redner wendet fich nun zu der Frage, ob für etneu wirthschaftlichen Nieder- gang schon Anzeichen vo-lägen. Alles Prophezeien in dtese« Punkte sei zwecklos. Aus de« hohen Bankdiskont seien einschlägige Schlußfolgerungen jedenfalls nicht zu ziehen. Der Schatzsecretär habe da» Haus le der tm Unklaren darüber .elaffeo, wte er über dte Zukunft der Zuckersteuer denke. «»» solle werden, wenn Euba als Zuckerprodncttousland wieder acttv »erde? Da gebe es nur etu Mittel: ver- rnehrung des Zuckerconsums tm Jolande, »ud zu de« Be- Hufe Herabsetzung der Verbrauchssteuern. Er fordere die Laudwtrthe drüben auf jene» Bänken auf, fich mit feinen, Redner-, Freunden zu diesem Zwecke zu veretuigeu. Die Militärvorlage steht nicht tu Widerspruch «ft de«, was der KriegS«tutster vor eine« Jahre gesagt. Dte Vorlage werde vou seine» Freunden sorgfältig geprüft werden, Bedauerlich set, daß dte 2 jährtge Dteustzeft noch utcht gesetzltch festgelegt set. In Bezug auf dte Eolonialpolittk thetle er noch heute den Standpunkt des Btsmarck'scheo Programms von 1884, daß der Kaufmann vorangeheu wüste. Dte Eapriot'sche Handels- poltttk wüste unbedingt fortgesetzt werden, denn fie habe einen sehr günstige» Einfluß a»f unser ganzes «trthschaftslebeu gehabt. Der Abrüstuogsvorschlag des Zaren sei «ft Frendeu zu begrüßen. Frankreich werde hoffentlich auch einmal zu der Ueberzeuguug kommen, daß kein Mensch in Deutschland, keine Partei tu etue Wtederabtretung vou Elsaß Lothringen rolligen wtrd. (Beifall.) 'ecorationen, n ©orten. 12621 Bekanntmachung, betreffend: dte Hebung der Ziegenzucht. De« Landwirthichastlichev Bezirkst,rein stehen wünsche». Abg. Hilpert (Banerabündler) meint, Grund zur Reichsverdroffeuhett sei wohl vorhaodeo. Weiter kritifirt Redner das Anwachsen der Reich-schulde». Abg. Fürst Radztwill (Pole) rügt es, wie tu de» ehemals polnischen Landestheiiell dte Bureaukratie «it der Dame Justitia umgehe. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. — Tagesordnung: Fortsetzung der vercthnug. Schluß 4V< Uhr. ein« WM,W ,,, _w_ v 1/ / SR3Iton Ton» infolge^ der Revolution gefallen. Die , Gefahr, welche die «ederherstellnng geordneter verhältuiffe in Enda für unlereu Export nach Amerika «ft fich bringe, ci keineswegs fo acat, »te der Abg. Rickert glaube. Abg. Graf Stolberg (eous.) plaibtrt lebhaft für Beseitigung der Zollprtvilegien der Mühlen, zu«al «ogeficht» der bevorstehenden Eanalbaute» tu Preußen. M t Amerika, das Deutichland vielfach trotz des Metstbegüasttguogsverhälr- u ffes differentiell behandele, kvone es so utcht weiter gehen. Ei» gute» Berhältuiß mit Nordamerika set dringend zu lausenden R'.chnunosjahre 100 Mk. zur Uaterstützuup Semetnden, welch' Ziegenböcke reiner Schweizerraffr aulchasteu ober durch die vockhafter avschaffea loff-n, zur Verfügung. Die Ziegevzachtveretae erhalte» Unterstützungen vom Land- wirthschaftlichen Provinzialvereta. Die Bildung von solcheu »ftd empfohlen. Ansnahmswetse können ihnen anch au» I 1Urf 50 Mtz. HrrtrilMeM Gießener Anzeiger Rt. 295 Erftcs Blatt. Deutsche» Seich. Berit», 14 Deeember. Der deutsche Botschafter tn Washington, Herr v. Holleben, kehrt tn diesen Tagen «ft neuen Instructionen für handelspolitische verhaud- lungeu mit den vereinigten Staaten auf seinen Posten nach Washington zurück. Dem vernehmen der „Magdlb. gtg.* noch betreffen die deutscherseits gewünschten Zugeständnisse tu erster Lmie Zvck-r, Weine und Texcilwaareu. Die Verhandlungen werde» auch »etter tu Washington geführt werden. Berlin, 14. Drcewber. Die Denkschrift über die Entwickelung der deutschen Schutzgebiete, mit Ausnahme von Kr«eruu, ftn Jahre 1897/98, sowie über die vermin- bang des «fttkafonds ist de« Reichsiage zugegangen. Die erst tn nächster Zeit hier etotrffende Derkfchrift über Kamerun wtrd dem Reichstage sobald »te möglich übermittelt werden. Bezüglich Deutsch-Ostafrika entnehmen wir der Denkschrift Folgende»: Die Bereinigung der Zoüstreetiou mit der Fioauzabthetlung des kaiserlichen Gouvernement» ge- langte vollständig zur Durchführung. 6» ist dadurch eine bedeutende Ersparviß a» Personal und Vereinfachung de» Geschäftsverkehr» erzielt worden. Auf den Küsteostatione» wurde insofern eine Vereinfachung der Verwaltung herbei- geführt, al» die Zollämter lediglich als Hebestellen fungitrn, alle Ausgaben aber durch die Bezirkskaffe geleistet und ge- «einsame J^veutarteu- und Materialieucontos geführt werden. Durch Reugrüudung vou Stationen, vollständ'ge Durchsüh- rung der Grldvetpflegung, sowie Entsendung von Bermcffungs- u. s. w. Erpedittoue» hat der Geschäftsverkehr eine weitere Ausdthlluug gewonnen. Die Zollbeträge find gegen 1896/97 um 44 000 Mk. zurückgeblieben, habe» jedoch den Borausch.ag von 1 400 000 Mk. mit Einschluß der Nebeuetnuahmen um etwa 96 000 Mk. überschritten. Anders stellt fich da» Bild, wenn Import- und Exportzölle getrennt werden. Die ersteren, auf die fich to Zukunft die Emnahmeu der Colonien stützen werden, zeigen vou Jahr zn Jahr eine Steigerung. Die Einfuhr hat fich wiederum erhöht. Der fich allmählich belebende Verkehr mit den Rachdargebieteu «achte auch die Er- rtchtuag einer Zollgrenze im Bmoenlande uothwendig. Die «ft de« 1. April d. I. in Kraft gesetzte Häuser- und Hütten- steuer wftd vorausfichtlich den Aniatz von 100 000 Mk. bedeutend überschreiten. Au der Küste vollzieht fich die Llhe- buug der Steuer tu baar ohne uenuenswerthe Störung, auch t« Innern ist die Erhebuug der Steuern bisher im Machtbereich der Stationen auf keine erheblichen Schwierigkeiten gestoßen. Die Zahlung erfolgt tn baar, Naturalabgaben oder »rbeftsletstungen. Die Erträgniffe aus den übrige» Stenern falle», abgesehen vou der Erbschaftssteuer, kau« tn» Gewicht. Die Denkschrift hebt i« allgemeinen Thetle de» Jahresbericht» vou Südwestafrika hervor: Zwei Factorev haben die Entwickelung de» Schutzgebiete» lähmend beeinflußt: die R uderpest und die Fieberrp;be«te. Die rechtzeitige Au- weuduuz der »och'schen Jmpfmethode hat die Folge gehabt, baß de« Schutzgebiete trotz be» bedeutenden Verluste» vou Rindvieh tn den Bezirken Wmdhock und Oiyrnbtngwe, sowie i« Nordbezftk doch noch eine ansehnliche Anzahl Rinder er- haften geblieben tjt Nach kau« zwei Monaten konnte der Lransportverkchr ans den Hanpivnkehrsstraßen wieder auf- i genommen »erben und der Mangel an Nahrnng»«ittel» ün %Ucher 81tT^ 5-" an. 3.50 an. S. von Mk. 7 _ an ele6ante ■fterPrei^ le zurück. SkldersU Uv Beste }r Art. , 11982 wt * Preise"' ger. >4»t|tele Ihr. 1« ■k luineüe« M Hentai«. Bit ieeUieeiraiKf sxrWx tm »schmtNch »Ux»et hW- h Vhielnann aebt auf die Zuckerfrage Jauern de» Lande» wurde von den «,'ßen tm Wesentliche» fti der Zucktrrrvort von 1 Million auf 1 ferngehalten. Die Grundlage für den biShkrtgen Rftchthn« 9” 4ttbe ,et. b" . T..1 ! 'bt| VwiH* ch. wenn an» tza.k «I»ü.,«,. fo doch In teln.t Wr>se vernichtet. Die Vefürchlnng, daß brr B'nntnhaudrl du ch die Rinderpest sehr in Mttleidevschaft «'zogen »erben würde, ist leider etngetroffen. Namentlich der aufgeblühte Fell- und vtehhaudel hat einen starken Schlag erlitten. E» besteht jedoch dte Hoffnung, daß tn wenigen Jahren wieder so viel Nachwuchs vorhanden ist, daß die j'tzige Schlachtvieh- noth Überwunden und der Fellhandel neu belebt sein wird. Fast «ehr als dte Rinderpest hat die Fiederepidrmie der Entwicklung de» Lande» geschadet. Nachde« dte Hrftigkrtt des Fiebe'S gebrochen ist, steht zu hoffen, daß die hier noch nie «tt solcher Heftigkett aufgetretene Malarta alsbald ganz ver'chwtodev und nur eine vorübergehende, durch eine Reihe eigenartiger Faetoren hervorgernfene Erscheinung bleiben wird. GestSrt tturbe die friedliche Entwickelung be» Sch>tz;ebiet» feinet vorübergehend durch den Aufstand der Zwartboot- Hottentotten im Kaokofelbe. Es gelang jrboch, benjelbe» «it der unter Führung be» stelloertreteuden Truppencvmmaubo» stehenden Schntztrnppe alsbald gänzlich niederzuichlagen. ,Tgl. Rdsch." strebenden bayerischen Kreisen Zustimmung finden wird. Daß diese Annahme de- Münchener Blatte- fich bewahrheiten wöge, wollen wir um so mehr wünschen, al- wir au- de« kürzlich mitgetheilteu Bericht unsere- gut iuformirteu Münchener Vertreter- leider ersehen haben, daß die widerstrebende und verdrossene Stimmung in Bayern einen größeren Umfang hat, al- von offiziöser Seite zugegeben wird. Die Stimmung de- bayerischen Bolk- verknüpt nun einmal mit seiner bisherigen Mtlitär-Strafproz'.ßorduuug im Gegensatz zu den preußischen Einrichtungen gewisse legendenhafte Vorstellungen, die auf der Uukeuntniß nicht nur der preußischen Verhältnisse, sondern auch des UrtheilS ihrer eigenen nächst« bethriligten Fachmänner beruhen, immerhin aber doch nun einmal vorhanden find. Wir zweifeln nicht, daß Vernunft und Wahrheit einmal zu ihrem Rechte kommen und diese Borurtheile bestegeu werden- aber da- kann doch nur in der Praxi- geschehen, niemals so lauge mau fich noch theoretisch über Reservatrecht uud sonstige Prtnzipienfrageu der neuen Ordnung herumstreitet. AuS diesem Geficht-punkt würden wir e- für einen Gewinn halten, wenn jetzt, nachdem die grundsätzliche Einigung über alle Streitpunkte erfolgt ist, die ganze Angelegenheit recht schnell und energisch betrieben würde, damit alle Unklarheiten beseitigt werden. Husloaö, Budapest, 14. December. Trotz der Drohung der Opposition, die Wahl de- Minister- Perczel zum Präfi- deoteu de- Abgeordnetenhause- mit Gewalt zu verhindern «ud den Mtnisterpräfidenteu Banffy im Abgeordnetenhause nicht mehr zu Wort kommen zu lassen, ist Banffy -och entschlossen, die Präsideutenwahl am Montag vorzuuehmeu. Banffy eouferirte dteserhalb heute Vormittag mit mehreren poltttichen Persönlichkeiten. Die Oppofitiou beabfichtigt, am Sonntag im Verein mit den Socialtsten tu Pest uud ganz Ungarn große Protest-Demonstrationen gegen die Regierung zu iuscenireu. Pari-, 14. December. Präsident Faure empfängt heute Nachmittag die fpauisch-amertkauischeu Delegirteu der Frtedeu--Lommisston. Am Nachmittag werden dieselben dem Minister de- Au-wärtigeu einen Besuch ab- statteu. London, 14. December. Der Rücktritt Hareourt- al- Führer der liberalen Partei erregt ungeheure- Aufsehen uud wird allseitig al- große- politische» Ereiguiß angesehen. Man befürchtet, daß der Rücktritt einschneidende Aeuderuugeu im politischen Leben nach fich ziehen wird. Cocoles rrnd provinzielles. Gießen, den 15. December 1898. ** Am nächsten Sonntag, dem letzten vor Weihnachten, dürfen laut Verfügung des Großh. Kret-amt- sämmtliche Geschäfte bi- v Uhr Abend» geöffnet sein, worauf wir da- kauflustige Publikum nochmal- aufmerksam machen. ** X. Die 29. Hauptversammlung de» Mittelrheiuifcheu Architekten- uud Zugenteur-Bereiu», dem bekanntlich Fachgenoffeu au- Gießen, Mainz, Wiesbaden, Worm- uud der Residenz augehöreu, wird Samstag den 17. December zu Darmstadt abgehalteu. Neben den üblichen geschäftlichen Verhandlungen soll über die Stellungnahme de- Verein- -u Baufragev tu der Umgebung de- Kurfürstlichen Schlosse- zu Mainz be> ratheu, auch über die letzte Delegtrteuversammlung de- Verbände- zu Freiburg t. Br. refrrirt werden. Herr Geh. Oberbaurath Hofmann wird Mittheiluugen über den heutigen Stand der Sräbtebaufragen machen. •• Bei Beginn der Borträge über da- neue Bürgerliche Gesetzbuch, die für Gericht-Affrfforen uud -Sccesststeu Dien-« rag- im Jnstizgebäude zu Darmstadt stattfiadeu, hat Herr Landgrricht-rath Dr. Buff angeregt, die Herren möchten fich an Vortrögru über kaufmännische Buchführung, für deren Leitung eine geeignete Persönlichkeit zu gewinnen wäre, betheiligen. Der Anregung lag die richtige Erwägung zu Grunde, daß bet der heutigen Entwickelung von Industrie, Gewerbe uud Verkehr noch weit wehr al- tu srüheren Jahrzehnten der Jurist über genaue Krunioiß und gründliche» Berständntß vieler für die kaufmännische Thätigkeit wichtigen Fragen, insbesondere der verschtedeuen Buchführungen, ver- tüzeu müsse, um vorzüglich in der späteren richterlichen Thätigkeit den in dieser Richtung an ihn herantreteuden Aufgaben gewachsen zu sein. In dankeu-werther Förderung dieser Anregung hat da- Großh.Ministerium die Ueberuahme der Kosten auf die StaatSkaffe verfügt und werden die Bor- ttäge mit Beginn nächsten Jahre- ihren Anfang nehmen. •• Somertvereiu. Am 13. d. Mt-. sand unter dem Vorsitze von Herrn Geheimerath Oncken die außerordentliche Generalversammlung drs Concertverein- statt, die der Vorstand berufen hatte, um über die Stellungnahme de- Verein- zur Verweigerung der Stadtkirche durch den Ktrcheuvorstaud zu beratheu. Bou Seiten de- Dorstande- wurde berichtet über die Berhaudluugeo, die mit dem Ktrcheuvorstaud gepflogen worden waren, um ihn zpr Ueberlaffuvg der Stadtkirche für die Aufführung de- „Elias" zu be- wegen, sowie von dem rein negativen Ergebuiß, da- diese Verhandlungen hatten. Die Kirche war utcht nut für den • verweigert worden, sondern man hatte dem Eoncert- ffnet, daß er auch künftighin bei se»ueu Aufführungen geistlicher Werke auf die Stadtkirche nicht mehr zu rechnen habe. In der eingehenden Di-cusfiou, die fich au diese Mit- thetlungeu knüpfte, wurde allgemein dem Bedauern über diese- Ergebuiß der Berhaudluugeu Ausdruck gegeben: auch darin herrschte völlige Ueberetustimmuug unter den Erschienenen, daß der Eoucertverein al- solcher utcht in der Lage sei, weitere Schritte tu dieser Angelegenheit zu thuu, uud daß er, wenn der Ktrcheuvorstaud auf seinem ablehnenden Standpunkt verharre, von der Aufführung von Oratorien und PasstouSmufikeu tu Zukunft abseheu müsse, »m Letztere- zu verhüten, wurde der Vorschlag gemacht, die evangelischen Gemetndemitglteder, denen die Sache am Herzen liege, möchten fich nochmal- au den Kircheuvorftand wenden mit der Bitte um Aeuderuug jene- Beschlusses. Auch dieser Vorschlag fand die Billigung der Versammlung, uud in der Dt-cusston die fich daran knüpfte, wurde den Anwesenden von berufener Seite die erfreuliche Au-ficht eröffnet, daß erneute Verhandlungen vielleicht zu einem befriedigenden Ergebuiß führen würden. Mit dem von allen Anwesenden aufrichtig getheilten Wunsche, daß auf dem eiuzuschlageudeu Wege eine friedliche uud freundliche Verständigung zwischen Toucett« verein und Kircheuvorftand gefunden werden möchte, wurde die Versammlung geschloffen. -ck. ** -dt Stadttheater. Ja der gestrigen 7. Bolk-vor- stelluug, die recht gut besucht war, gelaugte Lessings „Mtuua von Baruhelw" zur Aufführung. Herr Liebscher führte die Regie meisterhaft uud gab die Rolle de- Riccaut de la Marltutere, wie wir die- von ihm gewohnt find, mit verblüffender Gewandtheit. Recht gut verkörperte Herr Walter al- Just deu treuen Diener de- Major- Tellhetm, utcht minder glücklich war die Darstellnug de- btderbeu gewesenen Wachtmeister- Paul Werver durch Herrn Merker. Gar zu beweglich für einen Wirth, den mau fich doch nicht mit Unrecht auch körperlich als eine gewichtige Person vorzustellen gewöhnt ist, war un-Herr Wtlhelmi, der ebenso wenig, wie Herr Helm deu Komiker zu verleugueu vermag,- daS ist aber auch da- einzige, wa- wir an ihm auszusetzen haben, uud gern zollen wir feine« Spiel im übrigen alle- Lob. Ganz uud gar am Platze war Fräulein Pauli, al- Fränzcheu- in der That ein liebreizende- Fraueuzimmercheu, dem e- utcht allzu schwer fiel, deu begeisterten, getreuen Wachtmeister Paul Weruer zu fesseln. Eine überaus shm- pathische Erscheinung war Fräulein Rux, als Dame tu Trauer, der man die fetuen Umgaugsformeu der Rittmeister»- wtttwe mit Geuugthuung aumerkte. Fräulein Würdig, war uu- al- Minna von Baruhelm offen gestanden zu gemeffeo, um al- Inbegriff des Soldateuglücke- gelten zu können; freilich legte ihr die Hauptrolle keine leichten Aufgaben auf, aber wir meinen doch, fie könnte überall etwa» mehr aus fich herau-gehen. EdelfrSuletn find doch auch Menschen. Herr Dietz sch gab deu Major vou Tellheim im ganzen gut, ließ aber ebeufall- au Bewegung-frethett zu wünschen übrig. Man möchte doch auf der Bühne gern de- Leben- tune werden, und nicht den Eindruck de- Gemachten gewinnen. Wir können uu- de- Grdaukeu- nicht erwehren, al- hätten dte Vertreter der letzten beiden Rollen, gehoben durch einige glückliche Erfolge, da- Bewußtsein, e- könne ihnen nun gar nicht mehr fehlen. Dem ist aber nicht so, auf der Höhe zu bleiben, ist schwerer, al- fie zu erklimmen; da» sollte mau beherzigen. — Die Ausstattung der Räume war zeitgemäß, dte Costüme desgleichen. ** Stadttheater. Die am vergangenen Sonntag mit großem Beifall aufgeuomweue Operettenpoffe „Untere Marine" wird am Freitag Abeud wiederholt und zwar wieder unter grfl. Mitwirkung vou Mitgliedern de- Bauer- fcheu Gefaugveretu-. — Fräulein Frieda Eichel-Heim von Darmstadt spielt hier die „Elaire" im „Hüttende sitz er" utcht Sonutag, sondern Montag deu 19. d. M. ** Knustnotiz, von Emil Elaar, dem Intendanten der vereinigten F a^kfntter Stadtiheatet, ist soeben im Cottascheu Verlag ein Vaud Gedichte „Weltliche Legenden" er» schienen. Emil Claat ist den Gießenern von der Zett her noch wohlbekannt, da et mit kündiget Hand die Aufführungen de- Theaterveretu- leitete. Emil Ölaar hat fich auf dem deutschen Parnaß längst eine Heimstätte erworben. DaS Werk aber, mit dem er jetzt eben an die O-ffeutltchkeit tritt, bedeutet zweifellos den Höhepunkt seine- dichterischen Schöffen-. Da zieht eine Fülle getst- uud gewüthvoller Klänge au unserem Ohr vorüber, Höhen und Tiefen de- Leben- durchmißt be» Poeten Flug, uud wa- uu- au- all deu formschönen Gedichten eutgegeufchlägt, ist ein wahrhaft edle-, für die Ganzheit fühlende- Meuscheuherz. Die „Weltlichen Legenden", die von dem berühmten Verlag auf- Vornehmste au-gestattet find, werden al- gehaltvolle Weihuachtsgade sehr willkommen sein. —o— ♦* Landwitthfchaftlicher Verein für die Provinz Oberhesteu. Zu nuferem Bericht in Nr. 298 über die diesjährige Ge- ncralvetfamwluug de- Laudw. Vereins für die Provinz Oberheffen am 12. dS. Mt». gingen uns nachfolgende Zeilen als Ergänzung zu: Auf der Tagesordnung stand zunächst der Bericht über die Thätigkeit de- Vereins. Der Präfident, Se. Erlaucht der Herr Graf zu SolmS-Laubach, refertrte hierüber In eingehendster Bdfe, woraus hervorgeht, daß der Verein im letzten Jahre eine außerordentlich rege Thätigkeit entwickelt hat. Wir müssen uu- hier versagen, alle Thätig- keit-gebtete zu besprechen, wollen vielmehr nur einzelne Punkte heraußgreifen. Auf d:m Gebiet der Hutweidenmeliorattonen im Vogelsberg ist der Verein, nachdem er in deu Jahren 1896 und 1897 Bersuch-meliorattonen auf 111 Morgen in 16 Gemeinden durchgeführt hatte, im Jahre 1898 zu eigentlichen Meliorationen übrrgegougev. E- waren im laufendeu Voranschlag 18000 Rk. hierfür eingesetzt. Die Gemeinden erhalten bei AuSsühruug solcher Meltoratioueu die Hälfte der Melioratioutkosten al- Zuschuß vom Bereto. Im Laufe de- letzten Sommer- find nun tu Folge de- Vorgehens des Verein» in 21 Gemeinden Hutweidenwelioratiouen auf einer Fläche von ca. 800 Morgen und einem Melioration»- kapital von ca. 22000 durchgeführt wordeu dezw. find in Durchführung begriffen. Am regsten ist die Thätigkett de» Verein- auf dem Gebiet bet Viehzucht gewesen. Dte Herd- duchführung wurde fortgesetzt. Es find in das Simmenthaler Herdbuch jetzt 2150, in da- Bogel-berger 748 Stück ein- getragen worben. Die Zuchtveretne wurden nach einem einheitlichen Statut reorganifirt bezw. eine Anzahl neu errichtet. Es bestehen jetzt Zachtveteiue für Simmenthaler Vieh in Alsfeld, Lauterbach (mit 3 Gectioueu), Büdingen, Friedberg (mit 23 localen Vereinigungen), in Gießen (mit 8 Localvereiueu), in Schotten und Babenhausen, mit über 1200 Mitgliedern. Bulleustattoneu bestehen 12 tu der Provinz, uud ist die Er- ? rlchtuug von weiteren 8 für nächstes Frühjahr geplant. Zwecks Auffrischung de- in der Provinz gezüchteten Simmeu* thaler Viehs hat der Verein au- der Schweiz einen Jwport vou 40 Stück Ortgiualthiereu durchgeführt. Weiterhiu hat er eine Anzahl Thterschaueu abgehalteu, uämltch 4 Bezirks- thierfchaueu, 3 Brrllenlchaueu und 2 Localschaueu, uud hat hierfür eine Summe von ca. 20000 Mk. verwendet. Der Verein unterhält 4 Zuchthöfe für Vogelsberger Vieh, die hauptsächlich dazu dienen, den Gemeinden die Mögltchkeit zu gewähren, sich gute Bullen dieser Rasse leicht beschaffen zu können. Der Verein ist bann weiterhiu noch thätig gewesen auf ben Gebieten der Schweinezucht, Ziegenzucht und Geflügelzucht. — Al» zweiter Punkt stand auf der Tagesordnuog »in Vortrag beS Herrn Landesökonomierath Müller-Darmstadt über Ziele unb Wege bet Bewirthschaftung mittlerer und kleiner Lanbgüter. Der Referent legte in dem sehr beifällig aufgenommeuen Vortrag im Einzelnen die Gesichtspunkte klar, nach denen unter deu bestehenden volk-wirthschaftlicheu uud betriebStechuifcheu Beziehungen heute gewirthfchaftet werden muß. -th- Wetterbericht. Während da» über der Ostsee gelegene Minimum nach dem Innern Rußlands abzieht, liegt bereits wieder eine neue Depression vor der nördlichen Küste. Bet ben Gebieten niederen Drucke- find in südlicher Richtung Ausläufer vorgelagert, welche ihren Einfluß über deu größreu Theil vou Europa ausdehuen. Da» barometrische M-ximum wird immer mehr nach dem Südwesten de- ErdtheilS zurück- gedrängt. Derselbe weist übrigen- auch innerhalb seiner Grevzeu eine unregelmäßige Luftdruck-Vertheilung auf. — Vorau-sichtliche Witterung: Fortdauernd unbe» ständige- Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. Xus be* Seit fßr bU »Stt Vor 128 Jahren, am 16. December 1770, wurde zu Bonn Deutschlands größter Tondichter, Ludwig von Beethoven, geboren. Durch seine Symphonien hat er die Musik auf eine neue Stufe der Entwickelung gebracht. Seine bewundernswerthesten Werke voll Überquellender wohlklingender D^odien, die er selbst — taub — nicht hören konnte, sind: „Eroica", „Adelaide" und der „Liedercyclus an die ferne Geliebte". Er starb am 26. März 1827 in Wien. Schwurgericht. W. Gießen, 15. December 1898. LaudgerichtSrath Dr. Liukenheld eröffnete um 9% Uhr die Verhandlung gegen Friedrich Wilhelm Baer unb Wilhelm Darnbmann an» Raiurod wegen Brandstiftung. Die Anklage vertritt StaatSanwald Zimmermann. Als Ver- theidiger für Baer ist Rrcht-anwalt Mendelfohn, für Dambmaun Rechtsanwalt En gisch erschienen. Deu Angeklagten wird zur Last gelegt, daß fie zu Raiurod in vier Fällen 3 Scheuern und 1 Hofratthe vorsätzlich, gemeinsam in Braud gesetzt haben. Der Angeklagte Maur-r Dambmanu wegen Betrug uud Widerstand vorbestraft, erklärt, 24 Jahre alt zu sein. Baer fei sein guter Kamerad, obgleich fein Vater ihn vor dem Menschen gewarnt hätte. Der Angeklagte ist geständig unb erzählt, er unb Baer seien in bet Silvesternacht in bet Schauwmauu'schen Wirthschaft gewesen und hätten Schvap» getrunken, ba habe der Genoffe ihn gesagt, er solle mal mit heraus kommen, uud draußen hat ihm Baer gesagt, er wolle dem Förster Bormann, der ihn ein Mal aagezeigt habe, einen Schabernack thun und ihm die Scheuer anstecken. Dambmaun will draußen an der Planke Wache gestanden haben, während der Andere die That ausgeführt hat. Der Angeklagte Baer erklärte, 22 Jahre alt zu fein, er ist ebenfalls Maurer nad 6 Mal vorbestraft. Der Angeklagte giebt zu, deu Braud in der NeujahrSvacht angelegt zu haben, jedoch habe er mit Dambmaun gemeinsam gehandelt, dieser habe mit geholfen, die Planke, welche den Zugang zur Scheuer sperrte, zu durchbrechen uud sei auch mit der Inbrandsetzung der Scheuer eiuverstanbeu gewesen. Das Feuer zerstörte nicht nur die in Braud gesetzte Scheuer, sondern ergriff auch eine Nachbarscheuer, die dem eigenen Bettet be» Dambmaun gehörte. —Der Angeklagte Damdmanu bestreitet, deu Willen gehabt oder betätigt zu Haden, gemeinsam mit feinem Genossen den in Rede stehenden Brand anzulegen, er will dem Baer sogar gesagt Haden: „laß da», meinem Bettet feine Scheuer brennt sonst auch mit ab". Baer gesteht zu, in der Nacht vom 27. bi» 28. Februar im „Steinernen Wlrthshau»" bet letzte Gast gewesen zu sein, er fei dann über einen Wlesenweg nach Hause zu gegangen, und da habe e» plötzlich Feuer geblasen, er bestreitet mit aller Entschiedenheit, da- in jener Nacht in der Hofraithe der Schauermauu'icheu Wirthschaft ausgebrochene Feuer, dem ebeufall» eine Scheuer zum Opfer fiel, angelegt zu haben. Al» Baer ben Feuerschein sah, will er nach dem Spritzenhaus geeilt fein, wo schon Alle» in Thätigkeit wat. Der Angeklagte hat dann mit retten helfen. Trotz de» Zureden» de» Borfitzenden, der Angeklagte Baer wöge doch die Wahrheit sagen, bleibt jener dabei, et habe diesen Brand nicht angelegt. — Der Angeklagte Dambmaun erklärt, daß Baer sich ihm gegenüber gerühmt hat, da» Feuer bei Schauermann angelegt zu haben. Baer brstrettet mit großer Redegewandtheit die ihn belastende Angabe seine» Mitaugr- klaßtev. — Nach dem Schauermauu'fchen Brande brannte e» in Bechthold» Mühle zu Raiurod. — Dambmaun erklärt, er sei bi» zur Feterabeudftunde mit Baer in der Wirthschaft bei Schanetrnanu gewesen. Sie seien zusammen nach Haufe gegangen. Schon in der Wirthschaft habe der Mitangeklagte geäußert, er wolle dem Bischhof tn Bechthold» Mühle einen Schabernack anthnn. Auf dem Nachhauseweg hat Baer gesagt, wir stecken dem Bischhof die Scheuer an und ihm zu- gemuthet, die- zu thun. Dambmaun will dir» abgelehnt, fich aber zum Mttgehen bereit erklärt haben. Zur Verhandlung gegen deu Station-asfistenten Bussin ist nachzutragen, daß die Geschworenen ben Rechtsanwalt - Mtstutil i« 8««“£ ft «A * 64 Decke abwärts ^geschloßenen sehen sind, M \ lieb vorkommen, ( mH der »h* • Wieso ist Zeitung entnehm! Akademie der ■ über ben UrsM beute allgemein > Himmels eine F feinen, in der Li Annahme W Tageslichtes- © verdünnte Rhoda, raentäre Farbe b eine solche Lichtstrahlen gelöie ihrem vorigen Ve der Ursprung der unabhängig märe,: Mückzuführen sei. daher als eine A von den vier an f die in der Lust vork dampf und Waßerf • Tu Ca* viele vou eiua gibt, beant»ortet, der Heidelberger \ feinem Buche Ober folgender Wahrlche folge, in velcher und für diese ist iß gleichgiltig, in zchu Karten erhi, Aartruimtzcatliek bivldirro. Die gi Um ßch nun Dachen, duür ea R 'cht ohne die gr als Zeßausmaud s »arten; «an den! Spiele, so bedarf l'chkritrn der ver dürften wohl sel! "drterlaude paffen. * Köln -der vchreibmeffr herb« letzten Stadtvrrori OhWPtat Elster des gön « »Md», j ^eragr !°chreibu°g bUVi j i« eutlprech "d°et, datz w & A u«b sie Sfabl»wSaiHM |u unter |Sb„u"M ®te6en, be DA« ««JS-b s-A'L: 'SÄ:* ftn***8Ä *•**88?^ -~Üi über dtt DöL 1,0 Nlonii Ä* **** «Idftog ®*üb« btn^ 361 bsrovetri^r ®:llenm ml" b? 8,116,1111",M‘ «««»alb ftbn ftdrllck'Snthrlloll, auf. _ ‘”82 Fortdauernd nabt« Ritbttltyftgin, December 1770, wurde in 'Onbidjter, Ludwig vou ™ Hal er die ltwickelung gebracht. Seine übtrqueHenber wohlklingen« iub - W HSnn tonnte, vn »üiebttc^clui an die !6. März 1827 in Wim. richt. , 15. December 1898. Ikld eröffnete um 8^, ich Wilhelm ®atx uno darob wegen VxauWuor. Id Zimmermann. W Btt- ittalt MeudelsohN/ für fch erschienen. Dm Auge« iß sie za Siaiurvd in virr the vorlützlich, gemeinsan, la tagte Maurer Dambmauu rtiftraft, ttHärt, 24 Jahre tu Kamerad, obgleich sein »xnr Mr. DrxAugetlagie Laer seien tu der Silvester- i Wlrthschast gewesen nab ade der Seuoffe Ihn gesagt, und draußen hat ih« Sarr Boimann, der ihn em K°l I thuu und ID« die Sch'»» illtzen an der Planke Sache Andere die Th°t lir», 22 3«i« alt jn I* g»il ®*. i« w* “•£ * „Mk anch nrit der j MS 11U Bautet* n*aÄ&- i* A oart gesteht zu, QJ ' |B Steinervl» 8. 3eb%n e sei baai wesen 1» lein, ' ifl »“ ff** M®.< „ «aijt I» w L •' ’ä«'*■;; itn« .(?«»*6"L| (t B 8”6'’ 8 W°°«' 1,0' (Ritr in der ® . gsaaroren nflMfl|t( , seien zoio» Mangel"' :'.S.7'^x i»r«61i „.gnjii* Kraft beauftragten, in ihre« Namen für len vrrrrrtheilten ein Saadengesuch ernznrercheu. Ferner veranstalteten ste intet fich eine Sammlung, beten Ergrbotß der in Saale abwesenden Ehefrau Basfiu auszehändtgt wurde- dieselbe ist mit ihren drei Kindern, von den drängenden Gläubigern ihres Ehemanns ihrer Habe entblößt, tu das Gemeinde- Armenhaus ausgenommen wo.den. Dcnerifdpto» • Eiogrschaeit. Auf der Schynigen Platte bei Wilders- wyl im Berner Oberland ist ein Trupp Arbeiter von frisch gefallenem hohen Schnee eingeschlossen worden. Er muß die Schneeschmelze oder das Festwerden der weißen Decke abwarten, bi» ein Abstieg möglich ist. Gefahr für die Eingeschlossenen bestcht nicht; da ste mit dem Röthigen versehen stnd, mag e» ihnen am geheizten Ofen da oben gemüth- lich vorkommen, zumal der Draht den telegraphischen Verkehr mit der Außenwelt vermittelt. • Wieso ist der Himmel blau? Wie wir der Chemiker Leitung entnehmen, sprach in der Sitzung der Belgischen Akademie der Wissenschaften vom 3. d». Prof. W. Spring über den Ursprung der blauen Farbe des Himmel». E» ist heute allgemein angenommen, daß die blaue Färbung de» Himmel» eine Folge der Reflexion des Sonnenlichtes an feinen, in der Luft schwebenden Wasierbläschen sei. Diese Annahme stützt fich aus die tatsächliche Polarisation de» Tageslichte». Spring hat nun gefunden, daß eine passend verdünnte Ryodaneisenlösung eine mit jenem Blau comple- «entäre Farbe besitzt. Betrachtet men den Himmel durch eine solche Lösung, so erscheint er weiß, indem die blauen Lichtstrahlen gelöscht werden; die Polarisation aber bleibt bei ihrem vorigen Verhältnisse stehen. Es scheint also, als ob der Ursprung der blauen Himmrlsfarbe von der Polarisation unabhängig wäre, und folglich diese auf eine weiße Reflexion zurückzuführen sei. Die schöne blaue Htmmelssarbe muß daher al» eine Absorptionrsarbe angesehen werden, welche von den vier an fich schon als blau erkannten Substanzen, die in der Lust Vorkommen, nämlich Sauerstoff, Ozon, Wasser- dampf und Wasserstoffsuperoxyd, heroorgebracht wird. • Den ecatspielern zur Beruhigung. Die Frage, toi» viele von einander verschieden» Scatspiele c6 gibt, beantwortet, wie wir der „Nationalzeitung" entnehmen, der Heidelberger Mathematiker Professor Moritz (Santot in seinem Buche über die „Arithmetik drs täglichen Leben»" mit folgender Wahrscheinlichktirsrechnung: Es entscheidet die Reihenfolge, in welcher die 32 Kartenblätter ursprünglich lagen, und für diese ist PM die Permutationszahl. Andererseits ist es gleichgiltig, in welcher Reihenfolge jeder der Spieler seine zehn Karten erhielt, und tn welcher Reibenfoloe die zwei Karten im Scat liegen-man muß deshalb durch Pie . Pie P10. Pj dividiren. Die gesuchte Anzahl ist also: P10 • P1O • PjO • P> ----- 2,379,b44,03V 309,440 Um sich nun ein Bild von der Größe dieser Zahl zu machen, denke man fich 50 Millionen Menschen Tag nnb N ich» ohne die geringste Pause Scat ipirleud und eine Minute als Zeitaufwand für einmalige» Mischen und Austheilen der Karten- man denke fich ferner lauter von einander verschiedene Spiele, so bedarf e» etwa 90 Jahre, wenn man alle Mög« bettelten der verschiedenen Spiele erschöpfen wollte. Da dürften wohl selbst die Seßhaftesten im Altenburger Scat- vatcrlaude passen. • Köln oder Lola? Die Versuche, eine einheitliche Schreibweise herbeizusühreu, find mißlungen. In der letzten Stadtverordnetenfitzuog wurde folgende» Schreiben des Oberpräfidenten bekannt gegeben: „Der Herr Minister des Innern hat durch Erlaß vom 27. November entschieden, daß er vorläufig nicht in der Lage 4st, dem Anträge der Stadt Köln auf Erlaß einer die Schreibung dieses Ortsnamens mit K angeordneuden Verfügung zu entsprechen. Weiterhin hat der Minister äuge- ordnet, daß zur Zeit von allgemeinen, die Schreibung von Ortsnamen mit 0 oder K betreffenden Bestimmungen abzusehen sei, und bemerkt, daß landespolizeiliche Verfügungen der Regiernngspräfidenten über die Feststellung der Schreibweise von Ortsnamen nicht ohne seine vorherige Zustimmung zu erlassen feien/ Herr Beigeordneter Pelmann bemerkte, daß es danach einstweilen bei der verschiedenen Schreibweise verbleiben müsse. Köln werde von der königlichen Regierung, von der Post und von der Steuerbehörde mit C, von der Eiseubahnbehörde, der Handelskammer uvd der städtischen Behörde dagegen mit K geschrieben. • Da» Alter der Niagarafalle. Hebet die Zeit, die noth- wendig war, um die Fo.m der Absturzstellen der N agara- falle, wie sie heute ist, herbeizuführeR, find bislang viele Behauptungen aufgetaucht, die aber ledtgl ch auf Schätzungen beruhten. Eine genaue wissenschaftliche Uatersuchung hat nun kürzlich Prof. ®. Wright ausgeführt, über deren Ergebnisse er in einem Vortrag vor der American Association in Boston berichtete. Prof. Wright ist der Anficht, daß das Alter der Fälle ganz bedeutend überschätzt wird, und daß die Entstehung derselben in eine viel spätere Periode fällt, al» man an- nimmt, weil die Zerstörung der Felsenmassen durch die Gewalt de» Wassers sehr schnell bewirkt wird. Nach seinen genauen Berechnungen können die Fälle höchstens 12000 Jahre alt sein, wahrend nach den früheren Theorien mindestens 40000 Jahre nothwendig sein sollten, um die heutige Form der Fälle herbeizuführen. • Auch ein Record. Man weiß, daß Belgien doS im Slcoholausschäuken reichste Land Earopas ist. Welche Ortschaft aber innerhalb des Laude» die verhältnißmäßig kneipenreichste ist, darüber hat fich ein Streit erhoben. Endlich hat man der Gemeinde Ghislenghien den Prei» zuerkannt, wo auf je 13 Einwohner ein „Cabaret" kommt. Dieser Record wird aber jetzt angefochten. Der „Petit bleu" theilt mit, daß in dem Dorfe Baucelle» im Gebiete von Philippe- Ville bei einer Einwohnerschaft von 64 Männern, 55 Frauen und 72 Kindern unter 16 Jahren 17 Kneipen vorhanden find, wobei also auf vier erwachsene Männer eine Kneipe käme. — Hotteid reust in der Synagoge. Samstag den 17. December 1898. Borabend Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr Schrifterklärurrg, Sabbathausgang 5« Uhr. Schlfs-nachrichte«, Der Postdampfer „Friesland" der „Web Star Sine- in Antwerpen ist laut Telegramm am 13. Deccmber wohlbehalten in New- Uorl an gekommen. Verkehr, Caufr rrrrd MbMm, 14. December. Fruchtmarkt. Roth er ®d|e» X 14,04, weißer Weizen X 00.00, Store X 11.08, Gerste X 9 62, Hafer X 6.85 Neueste Nachrichten. Depeschen de» Bare« .Herold*. Berlin, 15, December. Der Seuioreu-Conveut de» Reichstage» hat beschlossen, daß die Weihnacht», feiten heute beginnen und bi» zum 10 Januar fich erstrecken sollen. Im neuen Jahre wird als erster Gegenstand der Tagesordnung die Mililät - Vorlage zur Btrathung gelangen. Berlin, 15. December. Die socialdemokratische Fract on beschloß, einen Antrag im R-ichStoge einzubringen, daß bei bea gesetzlichen Bestimmungen über die Gefährdung eine» Eisenbahnzuges neben Gesängnißstrafe auch die Geld- strafe zugelossen werde. Weiter sollen Amendements zu bea bereits vorliegenden Anträgen bezüglich der lex Heinze und des Groben Uafug-Parag^aphen gestellt nnb der Strafvollzug wegen der politischen Gefangenen wieder zur Sprache gebracht werden. Berlin, 15. December. W e das „Berliner Tageblatt" au» Petersburg meldet, starben infolge der bei dem Bombenladen auf dem Fort Eonstantin zu Kronstadt erfolgten Explosion bis jetzt 14 Personen. Fünf stnd schwer verwundet. •refelb, 15. December. In einer Bersammluvg der ausständigen Weder wurde mit den Fabrikanten eine Einigung erzielt. Die Fabrik von Engländer hat in eine Lohnerhöhung gewilligt. Es steht also die allseitige Wieder- aufuabme der Arbeit zu erwarten. Wien, 15. December. Der fortschrittliche Partei- B erb and im Wiener Gemeinderath hat beschlossen, über die vom Bürgermeister und der Majorität des Gcmeiuderaths ausgeübte Geschäflsordvungs-Berletzungtn und den zu Tage getretenen Terrorismus bei dem Statthalter Beschwerde zu erheben. Prag, 15. December. In der städtischen Steuerkaffe find große Uuterschleife entdeckt worden. Mehrere Beamte wurden verbastet. Budapest, 15. December. Der zweite Vicepräfideut bei Abgeordnetenhauses, Kardo»,dankte ebenfalls ab. Im Haufe wird der der äußersten Linken angehörendc 84 Jahre alte Madarasz, welcher schon im Jabre 1848 Reichstag»- Milglied war, als Alters Präsident Präsidien und das Hau» auffordern, über die Präsidentenwahl Bestimmungen zu treffen, falls die Opposition die Wahl überhaupt zuläßt. Den Tisza'schen Gesetzentwurf unterschrieben 244 Abgeordnete. Nachträglich werden ibn auch die Kroaten unterschreiben. Die Regierung» Mchrheit beträgt jetzt ohne Kroaten 67 Mann. Ao«, 15. December. DU italienische Polizei wird auf Vorstellung der spanischen Regierung Don Larlos auf- fordern, Italien zu verlassen, weil er von Venedig uns eine umfangreiche agitatorische Thätthkeit entfaltet. Paris, 15. December. Die „Libre Parole" verfichert, die Nachricht von der Rückkehr Dreyfns werde in einigen Tagen bekannt gegeben werden. Pari», 15. December. Die Kammer wird sich demnächst mit einigen Interpellationen zu beschäftigen haben und zwar wie schon gemeldet, betreff» des Ankaufs bei Buches: Die Nation unb die Armee durch den Pariser Gemeinderath und mit der Drumont'schen Interpellation betreffs der Maßregelung des Bürgermeister» von Algier. Diesen beiden Interpellationen dürfte fich noch eine dritte zugesellen, welche sich auf da» Manifest der neu gegründeten Liga zur Ver- theidigung de» Lande» bezieht. Pari», 15. December. Picquart soll fich noch immer nicht entschlossen haben, das Gesuch um seine provisorische Freilassung zu unterstützen. Jndeß hossm seine Freunde, daß er doch noch uachgrbeu wird. Frehcinet will in der That nichts in der Angelegenheit thuu. Wegen seiner Weigerung wird er in der Kammer von bea Socialisteu iuterpellirr werden. Pari», 15. December. „Radical" meldet, daß gestern Abend Picquart beschlossen habe, den Antrag auf Haftentlassung zu unterzeichnen Der Kriegsminister hat versprochen, innerhalb 24 Stunden da» Gesuch zu beantworten. Pari», 15. December. „GauloiS" bespricht die Meldung der „Daily MaU", wonach der Herzog von Orleans seine Mission in Abessinien auf geben mußte, weil Menelik ihm den Durchgang durch Abessinien verweigerte. Da» Blatt vrröffentlicht ein Interview mit dem Herzog, worin dieser erklärt, er sehe aus dem Artikel der „Daily Mall" nichts andere», als ein englische» Manöver, dessen Endziel er nicht erkmnen könne. Paris, 15. December. Gestern Abend fand unter dem Vorsitz de» Letter» der „Aurore" eine Versammlung statt, in welcher die Aufhebung der Haft Picquart gefordert wurde. Mehrere Redner forderten insbesondere auf, fich auf der Straße vollkommen ruhig zu verhaltm. Pressens« sprach energisch gegen den AntisemttiSmu». Die Versammlung löste sich dann ruhig auf. Pari», 15. December. Die zweit? Subskriptionsliste, welche „Lrbr-Parole" veröffentlicht, um die Wtttwe Heury zu unttrstützen, hat 1117 0 Franc» ergeben. Madrid, 15 December. Der „Jmparcial" bestättgt die deutsch - spanischen Verhandlungen wegen des Verkaufs der Carolinen. Bekanntmachung. 136 Mark Zinsen aus der Stiftung der dahier verstorbenen Elisabethe Schmidt find zu gleichen Theilen an vier bedürftige, unbescholtene, ledige, in Gießen lebende Dienstmädchen im Alter über 50 Jahre unb vier arme Wittwen au» Gießen nach der Auswahl bet Stadtvorstandes zu vergeben. Anmeldungen zum Bezug derselben haben bis zum 1. Januar 1899 unter Beibringung des erforderlichen Nachweises bei der unterzeichneten Stelle zu geschehen. Gießen, den 13. December 1898. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 12373 (limpfrliliuuicii ML MchthMS. Freibank. 12356 Heute und morgen: Gchseafieisih 54 M ffablian nnb Schellßschr frisch im Rebstock.S7100 Chriftbäumc empfehle in größter Auswahl bei billigsten Preisen. Lienstmann Paul Zink, 19658 im Rebstock (Westanlage). ßeutr nnb folgende Tage in Eispackung eintreffend 755 la. Schellfische in allen Kröhen, ff. Holländer Schellfische, Eabliau, Schollen, Zander, Kechte etc., Lebende Karpfen, Schleie und Karauschen. Prompter verlondt «ach aoiw&rt*. J. M. Schulhof, Marktüroße 4 Zdeobon 119 Bürgerlichen Mittagstisch empfiehlt 9425 Jo*. Brühl, Rhein. Hof. Hoffendes Weihnachtsgeschenk für 12360 Zager u. Houristen A. Schuster & Co. s SS: Ausverkauf wegen Ausgabe des Heschästs. Nur noch kurze Zeit. Degen- u. 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ES wäre mir jedoch nicht möglich gewesen, eine so große Anzahl von Kindern zu bedenken, wenn ich nicht auch dabei die Zinsen aus meinet Stiftung unb aus der der verstorbenen Elifabethe Schmidt, zusammen 132 Mk betragend, hätte verwenden können. Dah^r spreche ich auch den edlen Bürgern, die meine Stiftung bewirkt haben, und bec hochverehrlichen Stadtverordneten-Versammlung, bie die Güte hatte, mir die Schmidt' che Stiftung zur Anschaffung von Schuhen zu überweisen, abermals meinen wärmsten Dank nu6. Ich bank« auch noch der verehr- lichen Rebattion dieses geschätzten Blattes, die, wie alljährlich, so auch diesmal dieser Einladung unentgelttiche Aufnahme gewahrte. Zur Bescheerung, mit der auch zugleich eine Christseier verbunden ist. und die in der Turnhalle der Ttadtmädchrufchule (Westanlage) am kommenden Touutag, den IS. December, Nachmittags präeis 4 Uhr, stattfinden wird, lade ich hiermit frmndlichft ein. Die @aben für die Kinder können jedoch schon von Vormittags 10 Uhr an in Augenschein genommen werden, und ich bin mit Vergnügen bereit, über deren Verthellung nähere Auskunft zu geben. Gießen, den 14. December 1898. H. Curschmanu, Lehrer i. P. 11144 Compl. Tafelglasgarnituren einzelne Wein-, Bier- und Wassergläser Dessert- und Compotservices in geschliffenem und gepresstem Crystall. Reichhaltiges Lager in compl. decorirten Tafelservinen Weisse Porzellangeschirre Waschgarnituren, Wasserkannen Toilette-Eimer. ab»' * Ki NM**1 *2« °"rm Leu Ttoo oft intime «aoäher m-sli» fei, mid Kiabera ist ßt W M Ka-laod- Oai W freilich leicht t -chrhllngro |»i|d hgfirt. Fast «ost tia SrieMer t Klaokttich losfchla Wer noch vk btt Etiot |tnt F etMt stt lbi|ti Heute aber wehr etntteteo, daß G- Lhatsachm «choi gar nicht im Jai ficht hat freilich »ehr und mehr Au-stcht Vorhand Gefahr, eine fchl dsfentltchm Med DeuWand vom Man muß i Xegittun-eo der fyt Haltung gtgt nur an -te Logo- Wen tonnte, w Wt. tzn btibt Icblflt worden, m gefahren. Die Jnteref üt ioterurtiooale «chfach hat fich »özlich Ist. i'p°°ischrn Krieg, zmückzofüh Flankretch und $ •nit ihren Men lub in einzelnen wonnngtn brrtret itiirn Ländern bil ^ivnehmen, -atz Sn* toll linfo ule t Mtl In Alle *» Nm* % S!*** Stil LT? .6la|t# toeli Mare enew Kreie vagen -er »1 tol dir Ue6en,^a® N Stecht a|ÖB8 AS -> 4e7ri*' 1,1 NhS* l» •‘Kill« ‘"n8«ta ivrrdrn, ^"dei Sjft-RS yhe llnl,i1e bi, ■“»»ä y •****: e. G«rgtz«rtzt — Druck ttnfc ferhq Ntr vr»Glich«» IhihnrfWhS «mch wrt ®ttn*r*