* X» 5000. aar rnftabt sse e 8*“« „Bum • 7991 t ischoff • 111 »Uffe. “«•Hl ölatit. - Seylembn 1898 - Elchen tzeräihki bk16 L Bei Johm *k«3*e prämurt« °»8000 EW Loos» 1 Markte angttauhm » , 8801 oos 50 Pfg. "Philipp FSrst„ ’ocent Rabatt. larktComitö. *98: nerscst Mitglieder frei, Dir LortzaO. Itttlfl. benfl mit, datz \d) mit 7834 MM9 Itfll 8610 102» 19 * 19« 1887 M ICO OÖ ijl llhtn e Weine« ssto int billige^ - ofstr. 23. ie ingrvoll chmitz ihule. w**3 ht n, 1898- DerraU )Ä*U » -rüZZE ASS- irt*1 Ac Nr. 190 Erstes Blatt. Dienstag den 16 Augü'i 1893 tzrslükint täflfiifi mit AuSnahmc dtS Montags. Dir Girßrnrr Aamikieubtätlrr werdrn dem Anzeiger wSchenllich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger 3Squfl#prfi# vierteljährlich S Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Brnigerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Lorm. 10 Ubr. Kenerat-Anzeiger Aste Anzeigen-BermittlungSstellen deß In» und AuSlandeA nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblutt für den Tireis Giefzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: SchutHrahe Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Deutsche» Aeich. Darmstadt, 13. August, «eine Königliche Hoheit der 'Grvßheizog werden sich nächsten Freitag nach Mainz be» geben, um dort am SamStag, 20 August, Seine Majestät den Kaiser zu empfangen und mit Allerhöchstdemselben der Truppenübung ans dem Großen Sand beizuwohnen, nach deren Beendigung tm GroßherzogUchen Palais Tafel statt- findet. Kastel. 14. August. Der Kaiser hat gestern Nach, mittag bet einem Spazierritt einen Unfall erlitten, welcher glücklicherweise keine nachteiligen Folgen gehabt hat. In der Nähe bei Herkules drängten sich Damen an den Monarchen heran, um ihm Blumensträuße zu überreichen. Als der Kaiser dieselben nehmen wollte, bäumte sich plötzlich das Reitpferd hoch auf, so daß der Kaiser zu Fall kam. Er hat keinerlei Schaden erlitten. Urder den Unfall scherzend, be« stieg der Kaiser ein anderes Pferd und ritt nach dem Schlosse zurück. Berlin. 13. August. DerAusschuß der Studenten. Bereinigungen tritt heute hier zusammen, um über die Maßnahmen zu berathen, die anläßlich der Beisetzung des Fürsten Bismarck in dem neuen Mausoleum in Friedrtchsruh zu tri ff tu sein werden. Berlin, 13. August. Arbeiterversicherungs. Gesetz. Daß dem Rrichstage in seiner nächsten Tagung eine Novelle zum Jnvalibitäts» und Alrersverficherungsgesetz zugehen wird, ist vom Staatssekretär des RelchSamts des Jauern, Staatsmintster Graf von Posadowsky schon In der ReichStagsfitzung vom 16. December 1897 ganz bestimmt in Aussicht gestellt worden. Dagegen kann als ziemlich sicher angesehen werden, daß eine Unfallversicherung-Novelle dem Reichstage in der nächsten Tagung nicht vorgelegt werden wird. Abgesehen von anderen Gründen spricht dafür der, daß man in der vorletzten Reichstagstagung zu schlechte Er. fahrungen mit der Vorlegung zweier umfassender Novellen zu Lrbeiterversicherungsgesetzen gewacht hat, um den Versuch zu wiederholen. Berlin. 13. August. Die Rechtsverhältnisse im Kiautschougebiet. Nach einer beim RetchSmarineamt eingegangenen Meldung ist der Amtsrichter Dr. Gelpcke, der zum kaiserlichen Richter für da- Kiautschougebiet ervavnt wurde und gleichzeitig die Garnison-Auditeurgeschäfte beim dortigen Gouvernement auSznüben hat, am 11. Juli nach Beendigung der Ausreise an seinem Bestimmungsort eingetroffen und hat sein neues Amt als kaiserlicher Richter u. s. w. tm Schutzgebiet angetreten. Die Rechtsverhältnisse im Kiautschougebiet find gesttzzeberisch bereits durch eine 'kaiserliche Verordnung vom 27. April dieses Jahres geregelt,- letztere beruht auf dem Gesetze betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete vom Jahre 1888, sodaß tu Kiautschou alle Personen mit Ausnahme der Chinesen dem deutschen Rechte und Gerichte unterstehen. Inwieweit auch die Letzteren der Rechtsprechung durch da- kaiserliche Gericht unterliegen, bestimmt der Gouverneur- eS wird dies namenr- lich dann der Fall sein, wenn In Stcettsacheu zwischen Europäern und Chinesen zu entscheiden ist. Im Uebrigen laßt die Regierung deS Schutzgebiet- den namentlich für die chinesischer, Verhältnisse berechtigten Grundsatz gelten, daß man die Eingeborenen ihren altgewohnten Sitten und Rechts- formen überläßt. Die Chinesen verknüpfen besonders mit ihrem Familien, und Erbrechte uralte, ihnen heilige An- i schauungen religiöser Natur, die es unseren Juristen nahezu unmöglich machen würden, den Traditionen des Landes Rechnung zu tragen. DaS Gouvernement beabsichtigt deshalb, eine gesonderte chinesische Gerichtsorganisation im Schutzgebiet herbeizuführen, letzteres in mindestens drei GerichtSbezirke rinzutheilen und für diese Chinesen als Richter der Ein. geborenen zu bestellen, sobald e- gelungen sein wird, geeignete Persönlichkeiten hierfür ausfindig zu machen. Durch diese Maßnahmen wird ein weiterer, nicht zu unterschätzender Schritt zur friedlichen Entwickelung von Ktaulschou gethan. Berlin. 13. August. BiSmarckstiftung de- Alldeutschen Verbände-. Bon einem Mitglied? de- Verbandes, dessen Name zur Zeit noch nicht genannt werden kann, ging dem Vorsitzenden des Verbandes folgendes Schreiben zu: „Anläßlich deS Hinscheidens unseres National. Helden möchte ich die Anregung dazu geben, daß ein Fonds gesammelt werde, aus dessen Mitteln das Demschthum, die Stellung Deutschlands in der Welt, die wir BiSmarck verdanken, gefördert und gestärkt werden können. ES wäre schön, wenn der Alldeutsche Verband die Initiative zu einer solchen Sammlung ergriffe. Der gesammelte Betrog wüßte dann aber unter eine gesonderte Verwaltung gestellt werken und seine Verwendung statutarisch festgelegt werden. Ich selbst würde, wenn Sie meinen, daß der Verband mit aller Kraft in die Sache eintreten kann, bereit sein, mit 10,000 M. den Reigen zu eröffnen." Die Angelegenheit wird den ge« schästsführenden Ausschuß in seiner nächsten Sitzung beschäftigen und voraussichtlich besten Zustimmung finden. Schon heute bittet der Verband Freunde, die sich an dem Unternehmen betheiligen wollen, um ihre Erklärungen. Im Anschluß an diese erfreuliche Mittheilung können wir eine weitere ebensolche machen. Eines der opferwilligsten Mit. glteder des verbandel erklärte dem Vorfitzenden des Verbandes an demselben Tage, an dem der obige Brief eingtng, daß er beabsichtige, der Deutschen Volksbank für Böhmen in Leitmeritz einen größeren Betrag als Darlrhu, die Zinsen aber und später das Capital selbst dem Waisenhause in Neuzedlitz zur versügung zu stellen. Arr-la«- Budapest, 14. August. Aus Ischl wird hierher ge- meldet: Der Empfang Banffhs beim Kaiser sei äußerst mäßig gewesen. Wie verlautet, wird die eudgiltige Ent- schetdung über die schwebenden Fragen erst Ende dieses Monats erfolgen. Allseitig wird aber bestätigt, daß sich die politische Lage bedeutend gebessert habe. Eine baldige Lösung der KcifiS soll in Aussicht stehen. Rom, 14. August. Das Programm des Marine- Ministers verwirft den wetteren Ban großer Kriegsschiffe, wie „Duilio" und „Davbolo", und empfiehlt die Vermehrung der Panzerkreuzer vom Typus der Varese und Garibaldi, den Bau einer sehr schnellen Torpedojäger-Flottille und einer Anzahl sehr schneller Kreuzer von der Art des „Beuedetti" und „Brin". Einige Torpedojäger sollen bei Schtchau in Danzig in Auftrag gegeben werden, andere in Italien gebaut werden Brüste!, 14. August. Bei der gestrigen Gruben. Katastrophe in Mariemont find 14 Bergleute ver- unglückt. Ein 19jähriger Arbeiter wurde tobt heraufbefördert, ein anderer ist seinen Wunden erlegen. Die übrigen zwölf Bergleute befinden sich tm Hospital. Paris, 14. August. Der Marineminister Lockroy be- nbfichtigt, tm September an den Flottenmanövern des Mittel« meer>GeschwaoerS thrilzunehmen, welche zwischen Toulon, Corfica und Biserta stattfinten, und bei dieser Gelegenheit alle Berthe,digungSwerke der französischen Mittelmeerküste zu besichtigen. Paris, 14. August. Im Velodrom im Parque de France begann gestern Abend um 6 Uhr daS internationale 72 - Stundenrennen. Bet der Abfahrt zählte man 35 Teilnehmer. Die Sonnenhitze vertrieb heute Über die Hälfte der Theilnehmer. Um 6 Uhr Abends liefen nur noch 15 Den 500 Franc- Preis für die ersten 24 Stunden errang der Schweizer Frederique mit 696 Km. Zweiter war der Amerikaner Müller. Bisher waren leichte Unfälle durch Stürze zu verzeichnen. Der hier anwesende Botschafter Marquis be NoailleS weilte eine Zeitlang unter ben Zuschauern. Loudon, 13. August. Die gesamwte Presse organisier einen energischen Felbzug gegen das belgische Synbtkar in China wegen der Concession und des Baues der Eisenbahn Peking-Hankau. Alle Blätter fordern die Regierung ans, gegen das von Rußland und Frankreich umerstütz'e Syndikat energisch Front zu machen und die Con. cesfion rückgängig zu machen. Sofia, 13. August. Infolge einer Weisung aus Peters- bürg wird die Nachricht vom Abschluß einer Allianz zwischen Bulgarien und Montenegro in hiesigen amtlichen Kreisen entschieden bestritten. Die reelle Union, von welcher Fürst Nikita in seinem Toaste gesprochen, sei nni eine überschwengliche Redewendung, ans welche Fürst Ferdinand in seiner Antwort in keiner Weise reagirt habe. Konstantinopel, 13. August. Die Pforte richtete an Ihre Botschafter in Wien, Parts, London und Petersburg neuerdings eine Note betreffend Kreta. New-York, 13. August. Frieden-sttmmung in Nordamerika. Im Allgemeinen hat das amerikanische Publikum im Augenblick nicht viel danach gefragt, die Einzelheiten über die FriedenSuuterhaudlnngen zu erfahren. DaS ersehute Wort „Friede" genügte ihm. E- hätte eine große Enttäuschung gegeben, wenn sich die Hoffnungen der letzten Tage nicht erfüllt hätten. Die Gründe find mehr al- bloß empfindsamer Art. Geschäftliche Rücksichten treten dabei in ben Vordergrunb. Die Geschäftswelt war zu bei Anficht gekommen, baß ber Friede nahe sei, und jeder Kaufmann in den Vereinigten Staaten hat seine Pläne danach eingerichtet. Schnell steigende Wohlfahrt, ein gewaltiger Handelsverkehr im Herbste, ein allgemeines Wiederaufleben des Großgewerbes, darauf rechnet man in den Bereinigten Staaten und glaubt fich nicht zu irren. Der Gedanke des Volkes wendet sich schnell vom grimmen Kriege zu den Segnungen des Frieden-, die freilich zum nicht geringen Theil in eine fieberhaft übertriebene Gründerthätigkeit ausarten dürsten. — Seltsame Nachrichten kommen aus Amsterdam über Ereignisse, welche auf die im September bevorstehende Krönuug-feier der Königin Wilhelmine einen dunklen Schatten werfen. Es ist nämlich ein Au-stand unter den Arbeitern, insbesondere Ziwmergeselleu, au-gebrochen, welche bei den Vorbereitungen zu den Festlichkeiten beschäftigt find. Der Au-stand kommt nicht plötzlich, er scheint vielmehr sorgfältig vorbereitet. Sozialistische Einflüsse spielen dabei eine hervorragende Rolle, da der Schriftführer de- Strike- Ausschüsse- ein bekannter Sozialdemokrat ist und die Sozialisten im Lande allenthalben Versammlungen abhalten und eint lebhafte Wahlthätigkeit entwickeln. Handelt fich- nm eine Lohnfrage oder um eine Kundgebung gegen da- Herrscher- Hau- ? Beide- geht wohl in diesem Falle, wie es scheint, Hand in Hand- vornehmlich jedoch dürste eine Störung der Kröuung-feierlichkeiten bezweckt sein. Unter Umständen, kann allerdings der Au-stand zu einer Einschränkung derselben führen. Nach dem amtlichen Entwürfe wird Königin Wilhelmine, welche am 31. b. ihr 18. Lebensjahr vollendet, am 5. September in der Amsterdamer Uaionktrche den Eid ablegen und die Huldigungen entgegennehmen. Der Einzug der jugendlichen Königin sollte fich unter besonders feierlichen Veranstaltungen, für welche großartige Vorkehrungen getroffen wurden, vollziehen. Angesicht- des Ausstandes und der sozialistischen Einspruchs-Wühlerei gegen die Feierlichkeiten ist jedoch das Gerücht verbreitet, die Königin werde, falls der Streik bis 15. d. nicht beigelegt sein sollte, alSbald nach Ablegung deS Eides auf die Verfassung und Entgegennahme der Huldigungen die Hauptstadt wieder verlassen. Vorläufig stehen die weitaus meisten Arbeiten für die Straßen- ausschmückuug und den Tribüueubau still und ist der Versuch, auswärtige Arbeiter einzustellen, gescheitert, ba die Neuangekommenen, durch Vorstellungen und Drohungen eingeschüchtert, Amsterdam wieder verließen. ES stehen zwar schon ia einzelnen Stadtthe len verschiedene Zuschauertribünen, tritt aber kein Wandel ein, dann wird man fich statt der reichgeschmückten Straßen, für die schon seit Monaten große Summen gezeichnet worden sind, mit dem einfachen Flaggen- schmuck begnügen müssen. Die Frauen der Ausständiichen halten fest zu ihren Männern und haben in einer soeben erst abgehaltenen Versammlung beschlossen, autznharreu, „so lange noch ein Stück Leinen im Hause sei". Jahresbericht der Grotzh. Handelskammer Gießen für 1897. (Schluß.) 10) Getreidegeschäft. Das Getreidegeschäft am hiesigen Platze hat tm Jahre 1897 einen erwähnenswerthen Aufschwung genommen. Die Veranlassung hierzu war zunächst das gut geerntete Getreide, insbesondere Weizen, welcher schön und trocken in seiner Qualität sofort mit Beginn der Ernte lohnenden Absatz nach Baden, Württemberg und insbesondere Elsaß-Lothringen fand. Roggen, besten Qualität zwar auch eine gute war, blieb in seiner Quantität gegen frühere Jahre entschieden zurück, so daß der vorhandene Roggen den Brotbedarf nicht deckte, diese Fruchtart aus anderen Gegenden bezogen werden mußte und in noch weit größerem Maße von jetzt bis zur neuen Ernte herbeigeschafft werden muß. Gerste war sowohl hinsichtlich der Qualität, als auch der Quantität, insbesondere in der Wetterau zufriedenstellend ausgefallen. Dieselbe verkaufte sich auch deshalb leicht zu steigenden Preisen, sowohl an hiesige größere Brauereien, als auch zum Versandt nach Baden und ben Rhein abwärts. Hafer und sonstige Kraftfuttermittel find succefive im Preise gestiegen und fanden schlanken Absatz. Aus Allem geht somit hervor, daß, wie dies ja selbstverständlich ist, solche Eonjuncturen soliden Getreidegeschäften, welche nur zwischen Producenten und Consumenten den Verkauf vermitteln, (ohne eigentliche Sprculation) Nutzen bringend find. Im Großen und Ganzen war deshalb das Geschäfts- ergebniß durchaus zufriedenstellend. 11) Hutfabrikation. Das Berichtsjahr kann im Allgemeinen als für die Hut- brauche günstig bezeichnet werden. — Es herrschten durchweg tiute Witterungsverhältntsse, so baß auch in den sonst stillen Wintermonaten mehr Verkehr bemerkt wurde. 12) Kaffee en gros. Der im vorigen Jahresbericht erwähnte PreiS-Rückgang für Santos-Kaffee, hat sich durch die gute Ernte in Brasilien, welche an Quantum das Doppelte gegen die seitherigen Er- gebniffe brachte, nicht nur behauptet, sondern hat ein wesentlich weiteres Sinken der Notirungen zur Folge gehabt. Im Herbst des Jahres war der Preisstand für Santos um ein gutes Drittel niedriger, als zu Anfang desselben. Dieses billige Angebot hatte nun auch auf die dem Santos zunächst kommenden billigen Kaffees Einfluß und gerade an diesen Sachen wurden im Engros-Geschäft bis zu 20 Pfg. pro Pfund und mehr eingebüßt. Auf großbohnige Sorten hatte der Preisabschlag fast oder gar keinen Einfluß, dieselben waren wenig angeboten und konnten ihren Stand behaupten. Aber auch an diesen und den Mittel-Kaffees, die durch das Billigerwerden der geringen Sachen im Detailhandel nur wenig begehrt wurden, machte sich ein Verlust im Engros- und wohl auch im Detailgeschäft insbesondere bei solchen, welche größere Vorräthe in diesen Sachen hatten, fühlbar. Es darf sicher anzunehmen sein, daß der Consum in diesem Artikel durch die billigen Preislagen eine Zunahme erfahren hat, was wohl einen Minderabsatz für Surrogate rc. herbeigeführt haben dürfte. 13) Kleiderbranche. Eine wesentliche Veränderung ist nicht eingetreten. Die Kundschaft verlangt immer mehr billigere und daher nicht empfehlenswerthe Waare, gegen früher, wo nur nach guter und werthvollerer Waare Begehr war. Durch den schnellen Wechsel der Mode ist das Verlangen nach öfterer Aenderung und Anschaffung der Kleider und dergleichen mehr zu erklären. Der Berichterstatter erwähnt der ausnahmslose stricteren Zahlungsbedingungen, an welchen die Fabrikanten und Grossisten neuerdings festhalten, indem sie nur 30 Tage Ziel netto Cassa gewähren, nur vereinzelt 2pCt. bewilligend. Diese verschärfte Condition treffe den Detailhandel um so empfindlicher, als seine Kunden nach wie vor ein allzulanges Ziel in Anspruch nehmen. 14) Kohlenhandel. Trotzdem der Kohlenverbrauch in der Industrie gegen das Vorjahr nicht zurückgegangen ist, die Production in Kohlen und Coaks vielmehr zunahm, trat in dem Zwischenhandel eine Befferung nicht ein. Die am hiesigen Platze bestehenden Kohlenkaffen, Verbrauchsvereine und Steinkohlenbezugsgesellschaften nehmen immer größere Ausdehnung an, wobei am beklagenswerthesten ist, daß den betreffenden Vereinen eine Anzahl hiesiger Geschäftsleute beigetreten ist. Zu diesen Schädigungen kam noch der äußerst gelinde Winter, der zur Folge hatte, daß viele Händler einen Kohlenvorrath übrig behielten, welchen sie später zu und unter dem Selbstkostenpreis verkaufen mußten. 15) Colonialwaaren en gros. Der Geschäftsgang des abgelaufenen Jahres war, was den Umsatz anbelangt, im Allgemeinen befriedigend, wenngleich nicht verkannt werden darf, daß der vorjährige Umsatz nur durch Preisconcessionen und vermehrte Reisethätigkeit erhalten werden konnte. Der Grund hierfür ist in der äußerst mißlichen Lage, in welche die hiesigen und auswärtigen Detailgeschäfte durch die immer mehr überhand nehmenden Specialmaffengeschäfte gekommen sind, zu suchen. 16) Lederfabrikation. Das Geschäft ging in Folge der gegenüber dem Vorjahre erheblich gestiegenen Nachfrage seitens der Consumenten recht flott, wenn auch der Nutzen in Folge der gleichzeitigen Hausse in Rohhäuten bescheiden genannt werden mußte. 17) Manufacturwaaren undDamenconfection. Das Geschäft in Manufacturwaaren und Damenconfection blieb gegen das vorige Jahr nicht weit zurück. Die guten Aussichten wurden durch den gelinden Winter sowie durch den anhaltenden Regen im Frühjahr jedoch beeinträchtigt. Da« Verbot des Detailreisens ist in seiner Wirkung illusorisch geblieben, da der Besuch der Privatkundschaft in demselben Maße wie früher, wenn auch in anderer Form, erfolgt und nur an die Erfüllung einiger Formalitäten geknüpft ist. 18) Metallwaarenfabrik und Gießerei von H. Schaffftaedt. Das Geschäft ging im Berichtsjahre sehr flott, und wurden wiederum verschiedene Betriebserweiterungen sowie Neuanschaffung von Maschinen nothwendig. Der Verkauf nach dem Ausland, namentlich nach Rußland, hat sich wesentlich gesteigert, ebenso hat sich der Verkehr mit England gehoben. Auch die Specialität der Fabrik, die maschinelle Einrichtung von Schwimm- und Volksbädern, hat einen beträchtlichen Aufschwung genommen, und liegen z. Z. hierin verschiedene größere Aufträge vor. Weitere Verhandlungen sind im Gange, und sind die bezüglichen Abschlüsse in aller Kürze zu erwarten. Dringend zu wünschen ist die Herstellung ttner Fernsprech-Einrichtung mit Rheinland und Westfalen. Ebenso wäre es sehr angebracht, daß die Gebühren für den Fernsprechverkehr, namentlich mit Frankfurt a. M. und natürlich auch den nähergelegenen Städten, herabgesetzt werden, da die jetzigen Preise zu hoch sind und infolgedessen die Fernsprechanlage nur in den dringendsten Fällen benutzt wird. Sodann ist immer noch das Fehlen einer Schnellzuaverbinduna mit Köln sehr zu beklagen. 19) Rauchtabak- und Kautabakfabrikatton. Für die abgelaufene Geschäftsperiode sind keine belangreichen Aenderungen zu melden. Die Erhaltung des annähernd seitherigen Absatzes für Rauchtabakfabrikate erforderte fortgesetzt außerordentliche Kosten und Anstrengungen, namentlich weil die Abnahme des Pfeifentabak-Consums weiter langsam fortschreitet. Nach Kautabak war dagegen rege Nachfrage, sodaß für diesen Fabrikationszweig wieder eine kleine Zunahme zu constatiren ist. Es war aber nicht möglich, I die wesentlich höheren Rohtabakpreise für diesen Artikel auch auf das Fabrikat zu übertragen, sodaß mit Rücksicht auf den recht geringen und minderwerthigen Kentucky-Ausfall der letzten Ernte für das laufende Jahr mit Sicherheit auf ein verlustbringendes Ergebniß gerechnet werden muß. Die Erhaltung des nothwendigen Arbeiterstandes war trotz des schleppenden Geschäftsganges in der Rauchtabakfabrikation sehr schwierig, da die ländliche Bevölkerung die Cigarrenfabrikation bevorzugt und bei dieser leicht und lohnende Beschäftigung auch in ihren HeimathSorten findet, wo mehr und mehr, auch von entfernt wohnenden Cigarrenfabrikanten, Filialen errichtet werden. 20) Weiß-, Woll- und Kurzwaaren. Das Geschäftsresultat des Jahres befriedigte, da der Umsatz gegen 1896 nicht zurückblieb. Im Frühjahr hatte das Geschäft unter der Ungunst der Witterung sehr zu leiden, dagegen brachte das Herbst- und Weihnachtsgeschäft diesen Ausfall wieder ein. Local«» und provinziell«». Gieße», den 15. August 1898. * * Land- und forstwirthschaftliche BerusSgeuoffeuschaft. Au Stelle des zum KreiSrarh de» Kreiser Laurerbach ernannten RegierungSrathS Dr, Wallau ist der Großh. KreiSamtmauu Freiherr Schenck zu SchwetuSberg zu Gießen zum Vor- fltzendeu des Schiedsgerichts für die land- und fvrftwirth- schaftliche BerufSgenoffeuschaft der GroßherzogthumS Hesse«, Provinz Oberheffeu, und zum Stellvertreter des Vorsitzenden des Schiedsgerichts für die Sectiou VI der HessewNassauischeu Baugewerkr-BerufSgenossenschaft ernannt worden. * * Parade vor dem Kaiser. Am 20. dS. MtS. findet bei Mainz eine Parade der Garutsou Mainz statt. Hierzu find auf Allerhöchsten Befehl auch die Regimenter der Großherzoglich Hessischen (25.) Division befohlen. Da die Parade sehr früh beginnt, wird das Regiment „Kaiser Wilhelm" Gießen bereits Nachts verlassen, um mit der Etfeubahu auf den Paradeplatz zu fahren. Rückkehr erfolgt am 20. er. Abends. ”* Die Hauptversammlung der Mitglieder des Lander, gewerbvereins sand gestern Mittag 12 Uhr im Saale des „Hessischen HofeS" zu Butzbach statt. Nach Begrüßung der zahlreich Erschienenen durch den Vorsitzenden der Central- stelle, Herrn RegierungSrath Noack, sowie durch die Vertreter der Stadt und des OrtSgewerbevereinS Butzbach nahm Herr Mtntstertalrath Brauu-Darmstadt das Wort, um zunächst den Dank füx die herzliche Begrüßung abzustatten. Er habe sich, als man ihm zu seinem bisherigen Amte noch die Leitung des Gewerbewesens übertragen, die Frage vorgelegt, ob es je zu erreichen fei, den richtigen Mann auf den richtigen Platz zu bringen, und ob es gelingen werde, eine Vereinigung der Interessen von Industrie, Handel u. Laudwirthschaft zu erreichen. Er habe die Urberzeugung, daß nur durch Vereinigung aller dabei in Betracht kommenden Erwerbsgruppen dem BolkSiutereffe gedient werden könne. Eine Vereinigung von Laudwirthschaft und Industrie sei wohl schwierig, in gewisser Beziehung aber auch eine undankbare Ausgabe. Er werde aber bemüht sein, sein Bestes zum Gedeihen beider zu thun. Doch müsse er die Notwendigkeit persönlichen Zusammenwirkens betonen, er werde dehhalb gern die Wünsche der Interessenten entgegennehmen, einerlei ob sie ihm schrtst- ltch ober mündlich vorgetragen würden. Er hoffe auf die Mitarbeit der Gewerbetreibenden, denn nur ehrlichem Wollen werde gedeihliches Können befchteden sein. — Von der Erstattung der ThätigkeittberichtS der Centralstelle wurde mit Rücksicht darauf, daß derselbe bereits im Gewerbeblatt veröffentlicht worden, abgesehen. Der Herr Vorsitzende konnte sich auf die Mittheilung beschränken, daß der LaudeSgewerbe- verein einen erfreulichen Aufschwung genommen. — Herr Director Dr. Meisel hielt hieraus einen Vortrag Über die pcacttsche Arbeit an der Gewerbeschule. Redner mußte sich der vorgerückten Zeit wegen auf allgemeine Mittheilungen beschränken. Er gab unter besonderem Vorbehalt den mit einzelnen Gewerbeschulen verbundenen Lehrwerkstätten den Vorzug vor denjenigen Werkstätten, in denen die Lehrlinge vom Meister selbst unterrichtet werden. Redner betonte indeß ausdrücklich, daß dem Lehrgang in der Lehrwerkstätte ein solcher in der Werkstatt eines Meisters folgen müsse ober umgekehrt. Werkstätte und Gewerbeschule sollten sich ergänzen. Von hoher Bedeutung sür die Ausbildung des Lehrlings sei die Gewerbeschule auch deßhalb, weil sie in nicht geringem Maße auf Erhaltung der dem Handwerke noch innewohnenden Ideale htuwirke, die durch die zunehmende Fabrikarbeit ebenso wie infolge deS Eindringens der Maschine in da- Handwerk und die dadurch bedingte ArbeitStheilung gefährdet würden. Der Vortragende schilderte hieraus die bisher angestellten Versuche, die Schulen mit Lehrwerkstätteen zu verbinden, und berichtete über die mit den Lehrwerkstätten in Baden und in einzelnen größeren Jndustrircentren gemachten Erfahrungen. Er gab schließlich unter Anerkennung de« bisher Geleisteten der Hoffnung Ausdruck, daß auch die hessische StaatSregierung ihr Möglichste» zur Förderung des Handwerks tu der ange- deuteten Richtung thuu werde. — Dte tu dieser Beziehung von Herrn Ministerialrath Braun abgegebene Erkärung, daß die hessische Regierung der Angelegenheit näher treten werde, wurde mit Aeußerungen der Besriedigung seitens der Versammlung aufgenommen. Eine anregende DiScusfion, in welcher die Meinungsverschiedenheiten über die Thätigkeit und den Nutzen deS LandeSgewerbvereinS besonder« scharf hervor- traten, schloß sich an den Vortrag an. — Ucber die SatzungS- änberungen des LandeSgewerbvereinS machte der Vorsitzende einige Mittheilungen, woraus ersichtlich, daß die Verschmelzung beider bisher bestehenden Ausschüsse zu einem, ferner die Gliederung deS LandeSgewerbvereinS in Bezirk-Vereine geplant ist. — Zur Uebernahme der nächsten Generalversammlung, die satzuugSgemäß in der Provinz Starkenburg stattfiuden muß, hatten sich gemeldet: Offenbach, Groß- Umstadt, Groß-Gerau und Pfungstadt. Die Wahl fiel auf Groß-Umstadt, welches mit der Generalversammlung die Feier des 50jährigen Bestehens deS OrtSgewerbevereinS und der Handwerkerschule verbinden will. — Unter „verschiedenem" wurde ein Antrag deS OrtSgewerbveretnS Oppenheim befannt gegeben, welcher Regelung des SubmisfionSwesenS bezweckt. — Der Versammlung folgte ein Festmahl in der Ausstellung-- Festhalle. * * Schießübungen und Erntearbeiteu. Auf eine vom Präsidenten des Hessischen Landwirthschaft-rathS bei Großh. Ministerium des Jauern wegen Beeinträchtigung der Erntearbeiteu durch die Schießübungen der Truppen im Gelände gemachte Eingabe hat das Generalcommanbo dell. Armeecorp- sich sehr entgegenkommend geäußert, daß die qn. Schießen nach Möglichkeit auf da- Mindestmaß von Tagen zufammengebrängt unb nur am Vormittag ab- gehalten werben. * • Die Bertheilnng der Cenlenarmedaille an die Veteranen dürfte zur Zett im ganzen Reich nahezu beendet fein. Die hiesige Kriegerkameradschaft Oeronftaltete am 6. August eine würdige Feier zum Getächtniß deS Fürsten Bismarck. Bet bteser Gelegenhett wurde die Centevarmebaille an die zum Tragen derselben berechtigten ehemaligen Krieger au-- gegeben. Dte Mitglieder der übrigen Krtegerveretne erhalten die Medaille, wie wir hören, gelegentlich der Feier de- 18. August. • * Stenographie. Der zweite Stenographentag de- Verbande- „Gabelsberger- für Hessen und Nassau fand gestern in den Räumen de- Hotel de l'Europe zu Bad» Nauheim statt. Nachdem der Vorsitzende deS Verbände-, Herr Karl Barthel-Frankfurt a. M., die erschienenen Festtheilnehrner begrüßt und herzlich willkommen geheißen hatte, nahm die Vertreterversammlung ihren Anfang. Nach Beendigung derselben ertheilte Herr Barthel Herrn Hermann Auerbach-Köln, Vorsitzenden deS rheinisch-westfälischen Stenographenverbande-, das Wort zu bem von ihm übernommenen Festvortrag. Rebner verbreitete sich eingehend mit sachlicher Keuntniß über bie stenographische Bewegung unb stellte Betrachtungen über bie künftige Gestaltung ber Dinge an. Er schloß seine Rebe mit einem Hoch auf bie Kunst des großen Meister- Gabel-berger. Langanhaltenber enthufiasti- fcher Beifall folgte ben Worten beS Rebner-. Nunmehr begab man sich, nachdem eine photographische Ausnahme sämmtlicher Festtheilnehrner stattgesunbeu hatte, zu bem gemeinschaftlichen Mittagessen. Nach bemfelben fanb da- Wettschreiben in fünf Abteilungen statt. Weiter unternahm man einzelne Spaziergänge in bie nächste Umgebung Nauheim-. Gegen Abenb versammelten sich bie Theiluehmer wieder im Festlocal, woselbst bie PreiSvertheiluug ftattfaub. (Auch nach Gießen fielen wieber Preife.) Zur wesentlichen Verschönerung beS AbenbS trugen bie Vorführungen von stenographischen Zeichnungen burch nuferen GaS- unb WasserwerkS-Director, Herrn Otto Bergen, bet. Dte Abenbstunben verliefen ebenfalls zur größten Zufriebenheit der Festtheilnehrner. — Der nächste VerbanbStag wird in bem benachbarten Grünberg stattfiuden. ** Preisschreibeu. Unsere rührige Stenographen-Gesell- schäft „Babelsberger" errang gelegentlich beS VerbaudSpreiS- schreiben« durch Herrn Heinrich Balser den ersten Preis, gelegentlich des WettschreibenS durch Herrn Otto Mandler den zweiten Preis in der Abtheilung von 160 Silben. Herrn Heinrich Rau wurde in ber Abtheilung von 120 Silben lobende Anerkennung zu Theil. Mnscheuheim, 14. August. Bei ber am 5. bl. Mts. ftattgefunbenen Bürgermetsterwah l würbe unser seit- heriger Bürgermeister, Herr Conrad Roth, mit 70 gegen 42 Stimmen zum dritten Male wiebergewählt. -n Nieder Florstadt, 13. August. In bem nach Wickstadt zu gelegenen Pflastersteinbruch, der sehr werthvvll,- Material liefert, waren durch eindringende Waffermaffen Betriebsstörungen, die nur den Abbau ber oberen Basalt- stetnschichten gestatteten, eingetreten. Der Besitzer Lux hat nun einen, 16 Meter hohen Wiubmotor, ber ein Pumpwerk treibt, ausgestellt, ba bie LieferungSmöglichkeiten eß wünschens- werth erscheinen lassen, bie Steine bis in bie Tiefe zu brechen. Wenn erst einmal bie Eisenbahn Ranstabt-Friebberg gebaut sein wirb, werben berartige Anlagen nutzbringevber sein und darum einen ausgedehnteren Betrieb lohnen. Auch die mächtigen Thonlager in unserem Niddathal, die eben schon einigen Ziegeleien bet Ober- und Niedermockstadt vollauf Material liefern, werden bann rationeller au8gebeutet werben können. — Bon hier ist gegenwärtig ein junger unternehmungslustiger Kaufmann auf bem Wege nach Ktautschou, um ein beutsches JmporthauS bort zu grünben. Er ist mit leistungsfähigen deutschen Firmen u. A. auch solchen in Fried- berg unb Frankfurt in Verbinbung getreten und wird nur deutsche Fabrikate dort einführen. Er war seither Vertreter eines englischen RauhwaarengeschäftS und weilt tm Augenblick" noch in Shangai. — Jrn benachbarten Staden hätte dieser Tage ein junger Mann beinahe fein Leben auf tragische Weise eingebüßt. Derselbe mischte sich in einem Eisenbahnzug zwischen Friedberg und. Nidda mit einer ganz unschuldigen Bemerkung in einen ausgebrochenen Disput. DaS erzürnte einen behelligten Arbeiter so heftig, daß er ihm mit seinem genagelten Schuh wider den HalS trat. Der Verletzte mußte rasch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, da er kurze Zett nach ber Thai absolut nicht mehr sprechen konnte unb heftige Schmerzen im HalS fühlte. Mud) Aussage deS ArzteS hat ihn sein gestärkter Stehkragen gerettet, ba burch diesen bie Wucht beS Trittes mehr nach oben gelenkt worben fei. Im anbern Fall hätten bie rasch eintretenben bebeutenben Schwellungen ohne ärztliche Hilfe ben ErstickungStob zur Folge gehabt. Anzeige ist erfolgt. Der Verletzte befindet sich auf dem Wege ber Besserung. + Nidda, 14. August. Der hiesige Turnverein veranstaltete heute Nachmittag in dem schönen Garten des Herrn BrauereibefltzerS Kraft ein interessantes Schauturnen, welche» viele Zuschauer herbeilvckte. — Unsere Kleinkinder- MtzMtv'MK' Ul tt Un a Otto Mandln 160 »n. Hrm ing von 120 ®Hbtn LLtz» ;-L? HL “*** Itl ■ta?1,6 * ftS,5 Nr-c L'sr '".«"»Mi B i pnttai «to„ ’** h« 8ta io ^ographkotgg bn Nou foot lMt Mab. 'nbt des «erbanbel, Mit «Itltntntn !,Mo»“w WM Jnn Anfang. Nach W Herrn ^ermann lhti°i!ch'»chSIischtll dem von ihm über- "r sich eingehend mit siche Bewegung und iesialtung der Dinge °ch auf btt Ranft bil halttnber enthnfiasti. Rtbntil. Nunmehr iraphifche Sufnahme hatte, zu dem gemein- en fand dal Wett- . Ulttr unternahm man iagebullg Nauheiml. leilnehwer wieder la tatifand. (flu^Mj itltchen Berfchöaerinig von stenogrivhsichtn lafferwrrtt-VIreetor, »endstnodin vnliefen - btm btnadjbatttn ■r am 5. bl. [ wurde unser feit« oth, mit 70 gegen ewählt. a dem nach Wicksiadt u sehr tverthvoli'l leWaffermffenve- btt oberen ®afali' t Beflßer Lux If btt ein Pumpweit eiten eS toWDl* >te Tiefe-ubrr^. >t.Frttdbtrg gebaut «WMW»’ *«• luv bal, bk -d!° W« UoifU“ °°°°° junget untetn^ tSnbe». ® JL), * Kw«w,f b »|HI tiefe« #*??> effo 16 $n 8--' ipruch atv,,. konnte , N-» A/' °'dn>» '■>$< rSgf&S t( SerleS^ t»<«< schule beging heute Mittag in Gegenwart der Anstaltßleitung ihr Jahres fest, wobei die Kinder mit Bretzeln und Milch regalixt wurden. — Gensdarm Sachs dahier wurde auf Nach« suchen in den Ruhestand versetzt. A Mainz, 14. August. In der aus Anlaß der erstmaligen Hterheikuustdes deutschen Kaisers gestern Abend stattgehabten Sxtrafitzung der Stadtverordneten machte der Oberbürgermeister ledig die Mittheilung von der officiellen Anzeige des Kaiserbesuches und ließ sich von de« Vtadtverord« netencollegium ermächtigen, über die Art des Empfanges mit de« Hofmarschallamt in Unterhandlung zu treten. Einstweilen wurden Mk. 8000 für die Errichtung einer Ehrenpforte bt* willigt. Bis jetzt steht über den Katserbesuch nur das eine fest, daß die Herkunft am 20. August um 6M Morgen- er- folgt. Auf welchem Wege der Kaiser hterherkommt und wie lang er hier verweilen und ob officieller Empfang stattfinden wird, über Alles dieses ist hier noch nichts bekannt. Nach den militärischen Dispofitionen dürfte der Kaiser schon gegen Abend von hier wieder abreisen. — Der hessische Hauptverein des evangelischen Bunde» wird seine diesjährige Landrsversammlung am 18. September hier in Mainz abhalten. Wie mitgetheilt wird, hat der bekannte Exjesuit Graf Paul Hoeußbroech zugesagt, auf der LaodeSversammluug zu erscheinen. Aus btt Leit für bU Zeit. Jßot 28 Jahren, am 16. August 1870, erfochten bei Maria Tour die deutschen Heere unter dem Prinzen Friedrich Karl einen glänzenden Sieg über die Franzosen. Der Tag ist ein Ehrentag unvergänglichen Ruhme- für da- 3. Armee- eorp-, von dem der dritte Mann mit seinem Körper da- hart erstrittene Siege-feld deckte, und für da- 10., in welchem Hannoveraner, Braunschweiger und Oldenburger den Kern bildeten. Eingesandt. Gieße«, 15. August 1898. I. E- ist nicht wahr, daß eine Gesellschaft junger Leute in „einer" d. h. „der" Wtrthschaft in der verlängerten Bleichstraße die angrenzenden Bewohner wiederholt durch Gesang und Clavterspiel biü in die frühen Morgenstunden hinein malträtirt hat. ES ist vielmehr die Wtrthschaft stet- so zeitig geschlossen worden, daß die Polizei nie in die Lage versetzt war, Polizeistunde achteten zu müssen. 2. ES ist nicht wahr, daß durch Gesang und Clavterspiel, die höchstens einige Mal im Ganzen und nie über 11 Uhr hinaus in der fraglichen Wtrthschaft vernehmbar waren, ungebührlicher Weise ruhestörender Lärm verursacht worden ist, auf den doch die anonyme Denunciation, daß die angrenzmden Bewohner „malträtirt" und in den „frühen Morgenstunden" in ihrer „Nacht"ruhe gestört worden seien, htndeuten soll. 3. ES ist n t ch t wahr, daß durch Gesang und Clavterspiel, die weder falschklingend noch überlaut waren, normale Gefühlsnerven „malträtirt" worden find. 4. ES ist nicht wehr, daß die Polizei nervös empfundene „Belästigungen", auch „Unfug- genannt, abzustellm hat, die sich außerhalb der Grenzen der Straf' iL?eIten 5' Es ist nicht wahr, daß der Polizei wirkliche „Belästigungen der Bewohner" „mehrfach" entgangen sind. Sie ?eL denunciatorischen Unterstützung von namenloser Seite nicht. 6 E- ist nicht wahr, daß die Polizei dem „Zweck" ano- n2°\