Ug. I rwie8ei16 aufrichtig, I '^•chmerz-l 1898. ®e Flatt | Wms? Nachmittag- 5 Ukr Wlung fiel. WittMImchi. . 11898 Der Borstavb. > in Frankfurt a. M. OeFember, Abends 7 Uhr ständigen USTERS lerrn Holcapellmeüter 1TMER. lovember: r ,Oberon*. 2. Hermann Oöti termezzo (Allepe tto). o) Adi?n Jszt: „Taste1, Lamento e triotfo. e Symphonie (C-molh. a) All epi llttl vember: ir) Nr. 39 der Breitkopf 4 Hirtel ton moto, c) Menuette, d) Finale, dramatischen Symphonie .Romeo - Concert and Bull — Uroitee und verlassene Garten Capulet» Fee der Träume. 4 Bichard Pristan und Isolde*. 5. Richard Kbondy. LogenpW Mk. J.-, atienen!Ak.2.bO, Obere OaUe.« Frankfurt a.)L,dcbiUenbM« - a,cheI* itbedarf * lZelt9Z Ln£ die y '^brik erb°u „ 1, Möbelfabrik N derstrasse 8 fgrüttvet 1868, ,eS Lauer in n Möbelo, tteaVetie«, prelsen. _____ 0000000°°^ j-Aiademie o »■ «■ ”*T o -ÄÄJ rt.c» »*«»■-■ *5.1S Nr. 268 Zweites Blatt Dienstag den 15. November 3 NMd-i i*tn4 WC luinebur d « Wantofi. Die •w>mrr NTtei ha Inniger »*4nl RMlaaM ■ebem Inzcigev *4r brn ®tr|mn Bagrign «■*«■* Anrts- und Anzeigeblutt für* den Kreis Giefzen. •*w*m, •prbttiM «ab Barfmi: >4»rire|< Jh. 1. Gratisbeilage: Gießener Familienbliitter. Ibrrfle fir Depeschk» : Eisßs». KrrnsPrrchrr Nr. 61. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, »ctreffenb: @ef45ft»gang bet Grotzh. 1H nniermm bei Javern. Da» nachstehende Ausschreiben Großherzogltchen Miotste- Tine» bei Javern bringen wir zur allgemeinen Keuototß. Gießen, ben 11. November 1898. Großherzogltches KreiSamt Gießen, v. Bechtold. An Nr. M. b. I 26358 Darmstabt, am 31. Oktober 1898. Betreffenb: Wie oben. Das Grotzh. Ministerium des Jnnem an sammtliche unterstehenden Behörden. Wir setzen Sie za Ihrem Bemeffeo davon in Krnvtuiß, baß, nm einen geregelten Geichästsgang bei dem M vistertnm zu ermöglichen, dringende Fälle ausgenommen, künftighin nur Mittwoch nab Samstag vormittags mit ben Mitgliedern bei Ministerium» de» Innern in ben Geschäftsräumen be» Ministerium» Rückprache genommen werden kann Zn anderen Zeiten kann nicht sicher darauf gerechnet werden, die Mitglieder be» Ministerin«» zu sprechen. Die Großherzoglichen Kretsäm'er wollen Vorstehende» wiederholt in ben Rrdlblättern veröffentlichen. Rothe. Dr. Neidbart. Bekanntmachung, betriffeud: Ausnahme vom Verbot bet Sovntag»arbeit in Kürfchnergewerbe. Nach einer im Retchsgefrtzblatt Nr. 51 vom 3. November b». I». verkündigten Btkanntmochana be» Reichskanzler» hat der Vund<»rath auf Grund des § 105d ber Gewerbeordnung beschlossen: 1. Ja der Tabelle, welche der Bekanntmachung vom 5. Februar 1895 (Reichsgesetzblatt Nr. 12), bett. Ausnahmen von dem Verbote der Sonntagsarbeit im Gewerbebetriebe, beigefügt ist, uad in dem Abschnitt II die Nummer 6 — Kürschner — in Spalte 2 dahin abgeäodert, daß der Betrieb an 6 (statt 4) Sonn» oder Festtagen im Jahre bis 12 Uhr Mittaz» gestattet ist. 2. Die vorstehende Bestimmung tritt mit dem Tage der verkün isung In K ast. Es wird die» hierdurch unter Bezugnahme auf die Bekaaotmachung ber unterzeichneten Behörde vom 1. März 1895 (Gießener Anzeiger vom 8. März 1895, Rt. 57) zur öffentlichen Kcuntnih gebracht. Gießen, den 12. November 1898. Großherzogliche» KreiSamt Gießen, v. Bechtold. Deutscher Reich. Berlin, 12. November. Die „Nordd. Allgew. Ztg." schreibt an der Spitze ihrer heutigen Nummer anläßlich der In Beirut heute erfolgten Einschiffung de» deutschen Kaiferpaares unter ber Ueberschrift „Zur Heimkehr": Die Wallfahrt unsere» Hertscherpaares nach dem heiligen Lande, die ohne jeden Mihkiang verlaufen ist, gehört der Geschichte an. Ja ihr aber wird sie fortleben mit dem Glanze der reichsten, ungetrübten Erinnerung, ein leuchtender Punkt zu Ehren des Ehristenthum» und der deutschen Nation. Al» treuer Bekenner seine» Glaubens, al» mächtiger und großwächttger Schirmherr deutscher protestantischer wie katholischer Jnterrffen, hoch gefeiert von dem Beherrscher be» o»mantschen Reiche» und seiner türkischen Untertanen, hat in ben letzten Wochen unser Kaiser auf stemdem Boden von Neue» für die Ehre be» deutschen Namen» erfolgreich geworben, zur Freude aller Patrioten und unter unverhohlener Achtung des Auslandes. Mit innigster Dankbarkeit und Verehrung wünschen wir unserem Kaiserpaar Glück und Wohl zur Heimfahrt. Berlin, 12. November. In letzter Z:it ist viel von der Wahl be» Major» von Wißmann zum Führer der geplanten Tschadsee-Expedtfon die Rede gewesen. Wie der „National-Zettuvg" berichtet wird, besteht allerdings der Plan, den Major von Wißmann mit diese« Auftrage zu betrauen, obwohl sich derselbe zur Zeit am Ngamt-See befinden dürste und seine Ankunft in Ostafrika daher nicht vor Mute des nächsten Jahre» zu erwarten ist. Ob er fich bereit finden läßt, die Führung dieser Expedition zu übernehmen, hängt von mehreren Umständen ab. Berlin, 13. November. Zur Statistik der Reichs- tag sw ah len von 1898. Die amtliche Reichstagswahl- Statistik, bereu Erscheinen wir bereit» unter gleichzeitiger Bekanntgabe ber Hauptziffern an kündigten, bietet für den Statistiker eine Fülle von interessantem Material. Heute sei nur Folgende» hervorgehoben: Wenn man diejenigen Abgeordneten, die nicht nur die abiolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen — die ist ja zur Erlangung de» Mandat» unerläßlich —, sondern auch die absolute Mehrheit der vorhandenen Wähler, der Wahlberechtigten überhaupt, auf ihren Namen vereinigt haben, zusammenzählt, so ergiebt fich die wenig beträcht- liche Summe von 38. Bei ben Wahlen von 1893 hatten noch Fe«illeton. Mombasa in Englisch Hst-Astika. Don Dr. L. Schreiber. (Nachdruck verboten.) Die Eingeborenen de» Lande» haben nach den neuesten Nachrichten zu ben Waffen gegriffen und bedrohen die Eng- länder in ihre» eigenen Lager, so baß ihre Lage eine bedenkliche ist. Mombafa tst eine Stadt von 20 000 Einwohnern an der Ostküste Afrika» mit dem besten Hafen der Zanzibar- tüste. Sie besitzt nur wenige steinerne, solide Häuser,- der größte Theil besteht au» runden Regerhütten, dir in einem herrlichen Koko»hatn sich bergen. Diese Hütten sind zwar von versch ebener Größe, aber alle überein stimmend in der einfachen Bauart. Die Wände bestehen au» Leh«, die Dächer au» Gras. Diese» Gra» der Steppe ist hart und rauh und erreicht oft Menschenhöhe, so daß die Steppe zu gew-fftn Zeiten kau» zu betreten ist. Zn diesen Zeiten ber Retfe zünden dir Reger oft und gerne da» harte, graue Gra» an, n» dem irischen Nachwuchs Rau» zu schaffen. Mombasa ist seit 1888 Sitz ber englisch-ostafr konischen Lolonial Gesell- fchast. Da» bedrohte Lager der Sagländer befindet fich »ehr nordöstlich von Mombasa bei Sis«ojn, einem unbedeutenden Ort. Die aufständischen Schwarzen rekrutireu fich au» den verschiedensten Stämmen, so au» den Kost-, Masai-, Saka- und Wakamba-Negern. Selbst Koffern und Hottentoten fehlen nicht. Die Kasia Neger gelten als besonder» kriegerisch. Alle diese Stämme huldigen de« Fetischismus, also der heidnischen Religion, welche de» ersten besten Gegenstand, sei e» ein Bau«, ein Stein, ein Thier oder ein hölzerne» Bild göttliche, durch ßnubermlttel (Fatiffo-Zaubermittel) verliehene Ktäfte zuschreibt. Erfüllt nun ober so ein .Fetisch" nicht seine Pflicht, schützt er seinen Besitzer oder Anbeter nicht vor Unheil, so wird er getödtet oder vernichtet und ein anderer Gegenstand kommt au seine Stelle. Auf gleicher Höhe steht bei diesen Negern die Recht- sprechnng,- sie hat manchmal etwa» Kindische». Soll bei- spielsweise bei den Saka-R gern die Schuld oder Unschuld Jemande» an eine« Diebstahl ober sonst eine« kleineren verbrechen nachgewiesen werden, so bringt ber Bestohlene ben verdächtigen zum Fetischpriester und übergibt diese« ein Huhn. Der Priester schneidet dem Thier den Hal» durch, wirft e» bann tobt in bie Höhe und spricht dabei: „Fällt da» Huhn auf ben Rücken, fo ist ber Beschuldigte schuldlos, fällt es auf ben Leib, fo ist er schuldig." I« letzteren Falle muß ber Beklagte da» Geraubte oder, wenn er e» nicht hat, einen ähnlichen Werth herausgeben. viel fchlimmer ist das Gottesgericht bei diefen Stämmen, denn e» handelt fich dabei um Leben und Tod. Ist Jemand ermordet worden, so nehmen die Träger ben Tobten und bringen ihn ins Freie. Der Tobte führt bann nach Ansicht der Neger die Träger vor die Wohnung bt» Schuldigen. Dieser muß nun ohne Weiteres ba» Gottesgericht, Disou genannt, über fich ergehen lasten. Er muß Gift trinken, ba» aus ber Rinde eine» gewifleu Baumes gewonnen und mit Baffer angerührt wirb. Bricht ber Beschuldigte das Gift aus, so ist er unschuldig, anderen Falle» stirbt er. Wohin solche Rrchtsbegrtffe führen könoeu, ist leicht zu denken. Solche Sitten herrschen selbst bet sanften, gutmülhigen SrSwmen. I« Allgemeinen treiben diese Stämme Ackerbau. ES gibt sogar große Farmen bei ben Wakamba», auch kennt «an Sdenen. 51 Abgeordnete die Mihrheit der Wahlberechtigten dinter sich, von jenen 38 Mandaten fallen nicht weniger als 19 aus ba» Eentruw und 10 auf die Polen, (die überhaupt im Ganzen nur 14 Mandate besitzen). Das bedeutet also einen recht erheblichen eisernen Bestand dieser beiden Parteien, von ben übrigen 9 Mandaten fallen 2 auf die Reichspartei (Dr. Arendt in Eisleben, gewählt mit 54 v. H. der Wahlberechtigten und Frhr. v. Stumm, der allerdings erst in der Stichwahl 50,2 v. H. ber Wahlberechtigten auf fich vereinigte bet ber ungewöhnlich hohen, nur in ganz seltenen Ausnahmefällen vor- kommendeu Wahlbetheiligung von 90,3 v. H ), je 1 Mandat fällt auf die Eonfervativeu (v. Staudh, Rastenburg Lötzev), den Prinzen Larolath (Guben In der Stichwahl), die freisinnige volkspartei (Schmieder, Bunzlau, gleichfalls tn der Stichwahl), ben Dänen Johannsen und den Nationalliberalen Krämer (Wetzlar-Altenkirchen). Zwei Wahlkreise endlich — nicht «ehr! — brachten ben Socialbemokraten absolute Mehrheiten der Wahlberechtigten. ES find dies Altona und Leipzig Land. In ihren sämmtlichen andern 54 Wahlkreisen hat bie Socialdemokratie trotz ihrer zu« Theil riesenhaften Stimmenzahlen nicht bie Mehrheit der Wahlberechtigten hinter fich. — Nehmen wir nun das Gegenstück und untersuchen wir, welche Abgeordnete die geringste Zahl der Wahlberechtigten auf fich vereinigt haben, so finden wir 16 Abgeordnete, für die weniger als 30 v. H. der Wahlberechtigten gestimmt haben und die trotzdem als Sieger au» der Urne hervorgegangen find, von diesen 16 Mandaten find 4 antisemitischer Besitzstand (Rinteln, Marburg, Her»seld und Slsfelb), 3 find in ben Händen de» Eentrum» (Pleß, Paffau und Neunburg in Bayern), 2 gehören ben Nationaüiberaleu (Taubern und Aurtch), je eine» der freisinnigen Vereinigung (Ucckermünde), der freisinnigen volkspartei (Lippe), den Polen (Posen), den Elsässern (Metz) und den — Socialbemokraten (München II, v. vollmar erhielt hier nur 26,1 v. H. St. der Wahlberechtigten). Ferner gehören hierher 2 Bauern- büabler, von denen ber eine, Pfarrer Dr. Ratzinger in Deggendorf bei einer Wahlbeteiligung von 82,5 v. H. von ganzen — 16,6 v. H. der Wahlberechtigten al» gewählter Abgeordneter in den Reichstag entsandt worden tst. von diesen 16 Kreisen kann man allerdings mit vollem Recht sagen, daß Diejenigen die zu Haus bleiben, das Schicksal des Mandats ia der Hand haben. Berlin, 13. November. Reichsmilitäretat. Der dem Buudesrath zur Vorlage gebrachte Etat für ba» preußische ReichsmiltlSrcontiugent auf bas Rechnungsjahr 1899 sieht die Organisation»!)«Laderungen innerhalb ber Armee, welche vor Allem mit Durchführung der Neuorganisation der Artillerie und mit Sch ffung einzelner höherer Lommaubo- behörden re. für da» nächste Q itnqaenntum beabsichtigt sein sollen, noch nicht vor. Es darf sonach aus diesem Anlaß Die Dünner, bie Familienväter thun cm liebsten nicht», sie stehen o)er liegen vor ihren Hütten, trinken Palwenwein und rauchen Tabak. Frauen unb Mädchen lieben Läto- wirnngen. Auch schminken sie fich die Augenlider mit eine» schwärzlichen Pulver, das sie vom Har, ff-Händler kaufen. Sie beiorgen dieses Schminken so geschickt, daß manche unserer Künstlerianea von ihnen lernen könnten. Einreiben der ganzen Haut mit Palmöl ist bet allen Negern Ostafrikas beliebt, es macht ben Körper geschmeidig und glänzend. Abend» wird gespielt, getanzt und gesungen, Lag für Tag, natürlich im Freren. Ihre Hütten find so einfach wie möglich eingerichtet. BananeoblLtter auf be« voben bienen zu» Lager, Tische unb Stühle kennt »an nicht, wohl aber fab* rtetren sie selbst Krüge au» gelbe« Lehm- auch kennen einzelne Siäwme Meffer und Löffel. Die Beleuchtung ber Hütten geschieht durch Palwöl tn Schalen. Manche Stämme betreiben nur Ackerbau. Die Jamswurzel spielt habet eine Hauptrolle, sie wird gebraten ober gekocht von allen E'ngeborenen atme gegeffen. Dann wird der Maniok ober Kaffaoestrauch (Manihot) sehr viel gepflanzt, deffen Wurzel, nachdem sie durch Auspreffea von einem giftigen Milchsaft befreit ist, das «affavedrod liefert. Hirse unb Reis werden überall gezogen Aach wirb ein Httsenbier hergestellt. Andere S'äwme leben nur van ber Jagd, man kennt sie unter dem Namen „Elefantenjäzer". Sie jagen für fich ober avch gegen Lohn für Fremde ben Elefanten, das Nashorn unb das Flußpferd. Letzteres tödten fie vorn Ufer ans mit ihren guten, englischen Flinten. Dem A-fanten und Nashorn nähern fie fich bis auf 10 Schritte unb tdbten sie burch Schöffe in's Auge ober in» Ohr. Diese mächtigen Dickhäuter leben nur auf ber Hochebene ober i« Urwald. auf die Einbringung eines Nachtragsetats gerechnet werden. Die Summe der Mehraufätze bet den fortdauernden Ausgaben für 1899 gegenüber dem Etat für das Rechnungsjahr 1898 beläuft sich auf 1504339 Mk. — SamStag früh 6 Uhr ist die kaiserliche Yacht „Hoheu- zollern", mit dem Kaiser und der Kaiserin an Bord, und die „Heia" unter der Salutschüssen der Hafenbatterien und der im Hafen liegenden Schiffe nach Brunsbüttel (der Westmündung des Kaiser WIhelm-KanalS) in See gegangen. Die „Loreley", mit dem Botschafter Freiherr» v. Marschall an Bord, ist nach Konstantinopel zurückgekehrt. Die „Hertha" geht nach Genua. Ein Thetl des Gefolges kehrt über Konstantinopel nach Deutschland zurück. Für die „Hoheuzolleru" ist die erste Station Rhodos, wo Depeschen ausgenommen werden. Demnächst soll die „Hohenzollern" bei Malta Kohles etouehmen. Die Rückreise der Majestäten wird sich im strengsten Jocognito vollziehen. — Gegen den „fliegenden Gerichtsstand der Presse" beginnen auch die Berliner Gerichte, sich mit Entschiedenheit aufzulehveu. In einer Beleidigungsklage der deutschen ZeitungSgesellschast Hachfeld, Schmitz & Co. gegen den „Breslauer Generalanzeiger" hatte der Vertreter der klägerischeu Gesellschaft daS Berliner Gericht als zuständig augerufen, weil der „Breslauer Generalanzeiger" Abonnenten in Berlin habe, auch in zahlreichen Caf4ß, Restaurants usw. gehalten werde. DaS Berliner Gericht hat aber die Privat- klage zurückgewtefen, indem es die Zuständigkeit der Berliner Gerichte verneinte. Der eingehend begründete Beschluß legt dar, daß der Zustand, wie er sich durch die Praxis des Reich-gerichtS herausgebildet habe, der Auffassung des Gesetzgebers nicht entspreche und zu höchst bedenklichen Lonscquenzen führen müsse. Durch die Judikatur deS Reichsgerichts entstehe die Folge, daß eugbevölkerte Gerichtsspreugel und volkreiche Städte in ungleich zahlreicheren Fällen für die Fixirung de- Gerichtsstands in Betracht kämen, als Gerichts- bezirke mit vorwiegend ländlicher Bevölkerung, wo die Presse weniger Verbreitung habe. So könnte z. B. der Bezirk des Amtsgerichts I zu Berlin wohl für die überwiegende Mehrzahl aller in Zeitschriften verübten Preßdelicte zuständig gewacht werden, da anzunehmen »st, daß alle Zeitschriften in Berlin in mehr oder weniger Exemplaren ihre Leser finden werden. Wenn man fich nun vergegenwärtige, daß die königliche Bibliothek zu Berlin einen rechtlichen Anspruch auf die Einsendung von Pflichtexemplaren aller in Preußen erscheinenden Druck chrifien besitze, so könnte schon hieraus von vornherein in allen Fällen deS BorltegevS von Preßdelicten der Gerichtsstand des Amtsgerichts I zu Berlin als gegeben erachtet werden. Derartige Zustände könnte aber der Gesetzgeber unmöglich beabsichtigt haben. — Abreise der Prinzeß Heinrich. Prinzessin Heinrich hat, wie man auS Kiel schreibt, vom Kammerherrn Grasen Hahn und von der Hofdame Fräulein v. Planckner begleitet, ihre Reise nach Ostafien augetreten, um daS Weih- | nacht-fest mit ihrem Gemahl daselbst zu verleben. BorauS- fichtlich wird die Prinzessin die zweite Division des Kreuzergeschwaders, welche in dieser Zeit auf einer Fahrt nach dem Süden begriffen ist, zunächst in Hongkong treffen, auch den weiteren Aasenthalt in den ostafiatischeu Küstenplätzen den jeweiligen dienstlichen Bestimmungen für Kreuzer „Deutschland" anpaffen. Daß die Prinzessin vor der im April in Aussicht genommenen Rückreise Gelegenheit haben wird, auch unsere deutsche Niederlassung im Kiamschou Gebiet zu besuchen, gilt alS wahrscheinlich. — Wucherprozeß in Hannover. UeberdenAuS- gang der Prozesses meldet der Drahtbericht: Der Gerichtshof erkannte wegen fünf Beleidigungen, zweier Erpressung»- versuche sowie wegen gewerbsmäßigen und gewohnheitsmäßigen Wuchers gegen den Angeklagten Loewenstetn auf zwei Jahre acht Monate Gefäugniß und 3000 Mk. Geldstrafe oder noch 800 Tage Gefängniß sowie auf fünf Jahre Ehrverlust. — Der Angeklagte schrie und tobte während der UrtheilSverkündiguog unaufhörlich, sank auf die Knie und betete laut ein jüdisches Gebet und daß Vaterunser. ES kostete die Gesängnißbeawteu und die Gerichtsdienern alle Mühe, ibn abzusühren. — Nachzutragen ist noch, daß Staatsanwalt Dr Kölle den Zeugen Maschiuendirector a. D. George- wegen Verdacht» bei wissentlichen Meineids und des gewetds- und gewohnheitsmäßigen Wuchers hat verhaften lassen. In die Steppe kommen fie nicht, auch der Elefant nicht mehr. Die Walder bergen Affen in jeder Größe. Die großen Paviane greifen Menschen au, am liebsten Frauen und Märchen. Auch Leoparden und Hyänen trifft man hier und dort an. Selbst unser Eichhörnchen und Stachelschwein find vertreten. In der Steppe haust vor allen Dingen der Bogel Strauß,- ferner kommen vor: Antilopen der verschiedensten Art, der schwarze und rothe Büffel, dann Reiher, Störche, Nashornvögel und viele kleine Arten von Vögeln, selbst unsere Schwalbe. Die Jagd auf den Strauß und den rotheu und schwarzen Büffel ist höchst beliebt bei Fremden und Eingeborenen, doch ist sie nicht immer au-zuführen, denn sobald das Gras der Steppe reift, wird es so hoch, hart und scharf, daß eS ein dichtes Gebüsch bildet, welches meist für den Menschen nicht zu durchdringen ist. Die beste Jagdzeit ist die Regenzeit, dann ist da» GraS zart und grün, daun wimmelt die Steppe von allerlei Wild. Der Haupthaudel von englisch Ostasrtka beruht daher naturgemäß auf Straußenfedern, Elefanten- zähnen, Büffclsellen und noch ganz besonder» auf Kautschuk. Letzterer Artikel wird tu neuester Zeit mit ganz besonderer Vorliebe von den Negern au» dem Kautschukbaum, auch Feder- harzbaum genannt, gewonnen. Dieser Baum erreicht in Ost- Afrika die Höhe von 15 bi» 20 Meter. Der scharfe Milchsaft, welchen dieser Baum in allen seinen Theilen enthält, liefert den Kautschuk, heute, in der Zeit de» Fahrrad», ein höchst begehrter Artikel. So übt dieser moderne Sport selbst bi» in die Urwälder Ostasrika» seine Wechselwirkung an». Friedrich Srnh, 12. November. Fürst Herbert BiSmarck traf gestern Nachmittag hier ein und besichtigte mit den beiden Architecten den MansoleumSbau. Später reiste er nach Schönhausen zurück. ES ist neuerdings zweifel- haft geworden, ob der für die provisorische Fertigstellung der Grnft in Aussicht genommene Termin, nämlich der 27. November wird inne gehalten werden können. Au-Ur»-. toten, 12. November. Anläßlich deS heutigen Bummels kam e» in der Universität zu Zusammenstößen zwischen deutsch nationalen Studenten und Angehörigen der Verbindung Libauouia. Die Letzteren wurden schließlich auS der Universität hivauSgeworfeu. DaS Rektorat wird infolge dieses Vorganges den Bummel wahrscheinlich fistireu. Bozen, 12. November. DaS hiesige KreiSgericht ber* urtheilte den Socialdemokraten Scatarani wegen GutheißevS der Ermordung der Kaiserin von Oesterreich zu 15 Monaten und die deffelben vergehen» augeklagte Marie Recla zu 6 Monaten schwerem Kerker. Prag, 12. November. Gestern kam e» hier wiederum zu Excessen, sodaß die Polizei energisch einzuschreiten gezwungen war. Deutsche Studenten wurden vom Pöbel angegriffen. Sie konnten nur mit Mühe von der Polizei geschützt und nach ihren Wohnungen geleitet werden. Die Ruhe wurde in später Stunde durch die Polizei wieder- hergestellt. Ein großer Theil der hiefigen Garnison ist configntrt. Budapest, 12. November. Auf der Nograder Bahn, wo bei bet Eröffnung vorige Woche der erste Zug entgleiste, ereignete fich heute wieder ein Unglück infolge eine» Eisenbahn-Zusammenstöße», bei der Station BicSke. Fünf Personen wurden getödtet, fünf schwer verletzt. Rom, 12. November. Die Verleihung de» GroßkreuzeS der Ehrenlegion an den Minister de» Aeußern, Canevaro, hat in hiefigen politischen Kreisen Aufsehen und große Be- sriedigung hervorgerufen. Rom, 13. November. Zur Getreide-Theuerung in Italien wird der „T. R" au» Mailand geschriebrn: „DaS Ministerium hatte bereit» den Entschluß gefaßt, den Getreide-Einfuhrzoll durch königliche» Deeret herabzusetzen; indessen wurde au» dem Entschluß doch kein endgiltiger Beschluß, da man eß im letzten Momente au» politisch-parlamentarischen Gründen doch für angemessen hielt, dem Parlamente nicht vorzugreifen,- man will e» diesem überlassen, durch ein zu schaffende» Gesetz in dieser Angelegenheit zu entscheiden. Selbstverständlich hat dieser Entschluß auch nur den Eharacter de» vorläufigen, denn wenn die Verhältnisse etwa ein bedrohliches Aussehen aunehmen sollten, wird die Regierung nicht umhin können, im gegebenen Augenblicke kräftig einzugreifen, ohne erst da» Zustandekommen eiues GesetzrS abzuwarten. Inzwischen beabsichtigen die Minister deS Innern und de» Kriege» auf Grund eine» zu erlassenden königlichen Dekretes durch die Polizeibehörden gegen die Ge° treidespeculanten streng vorzugehen." Paris, 13. Nov'mber. Ein neuer Skandal im französischen Heere. Während die DreyfuSfrage allmählich einer Lösung entgegengeht, steht dem französischen Heere schon wieder ein neuer großer Skandal bevor, indem der frühere Oberst der Marine-Artillerie Humbert, der vor zwei Jahren infolge von Streitigkeiten mit dem General- Inspektor Borgniß-DeSbordeS verabschiedet worden war, nunmehr an diesen General einen in den Zeitungen veröffentlichten Brief richtet, der an Grobheit und Deutlichkeit alle» bis j-tzt Dagewesene Übertrifft. Schon vor zwei Jahren hatte der Oberst, der fich in den Kämpfen in Tongking ausgezeichnet hatte und der Überdies Erfinder eines Schuellfeuer- geschÜtzeS ist, in einer größere» Schrift den General aufs Heftigste angegriffen und ihm Lügen und vollständige Unfähigkeit vorgrworfen. Auf diese Schrift ist damals nicht- erfolgt, und sogar der Marineminister hat e- ruhig hingenommen, daß das hochaugesehene Fachblatt Avenir militaire bei Besprechung der Angelegenheit von dem Marineminister sagte, er habe fich in der Sache wie ein Troßkuecht benommen. Als nun vor Kurzem der General Desbordes zur Besichtigung der Truppen nach Tongking gesandt wurde, schrieb ihm Oberst Humbert, wie er es bei seiner Vergangenheit wagen könne, dieses Eomwando anzunehmen. Er nennt ihn Schurke, Lügner und Feigling und sagt, daß der General seit Jahren die Marine- und Eolonialminister in anonymen Schriften verleumdet habe, und daß mau ihn aus Furcht und um ihn los zu werden, nach Tongking sende. Alle ehrlichen Soldaten verachteten den General, schimpflich und unwürdig aber sei es sür die Tupfern in Tongking, wenn man von ihnen Gehorsam verlange gegenüber einem Osficier, der ein Schandfleck sei sür da» Heer und eine schimpfliche Ausnahme von den 28 000 ehrenhaften Offizieren. Der Oberst fordert den General auf, fich enbi?d) vor einen Ehrenrath zu stellen und öffentlich auf seine Anklagen zu antworten- dann werde der Oberst, wenn sieben Generäle feinen Gegner für unwürdig erklärten, ihm dennoch das Almosen gewähren, daß er fich ihm mit Degen ober Pistole stillen dürfe. Der Oberst fragt schließlich, ob fich bet General nicht bavor fürchte, baß ber tapfere Eroberer von Tongking, Admiral Courbet, au» dem Grabe steige, um ihn zu ohrfeigen. Auf diesen Brief hin wird nun wohl ber General unb ba» Marineministerium antworten müssen- auf die kameradschaftlichen und dienstlichen Beziehungen deS stau* zöfischeu Officiercorp» aber wirft der Brief denn doch wieder ein sehr bezeichnende» L cht Pari», 12. November, toi» gemeldet wird, hat in der vergangenen Woche FrauDrehfnSim Lolouial-Ministerium wiederholt, ihrem Manne in Anbetracht seiner bevorstehenden Rückkehr nach Frankreich warme Kleibung»stückr senden zu dürfen. Diese Bitte wurde jedoch abschlägig beschiedeu. Bei ihrem letzten Besuch im Colonialministerium wurde Frau DrrysuS ein Brief ihre» Manne» vorgelesen, in welchem dieser schreibt, daß er seit süuf Jahren vom General BoiS* deffre die Revifiou seine» ProcessrS verlange. Da er aber keine Antwort erhalte, sei er entschlossen, an Niemand mehr zu schreiben, selbst au seine Familie nicht. Er sei am Ende seiner Kräfte, ein Sterbender. De« Edelmuth Frankreich» vermache er die Sorge für die Rehabilitirung seine» An- devkenS. Fran Drehfu» bat hierauf, ihrem Manne den Beschluß de» CassattonShofeS telegraphiren zu dürfen, indeß wurde auch diese Bitte abschlägig beschiedeu. Nunmehr wird Frau Drehfu» mit ihrem Advokaten beim EaffattonShofe vorstellig werden, damit ihr erlaubt wird, den Beschluß bei Eassation»hofeS ihrem Manne mlttheilen zu dürfen. London, 12. November. „Daily Ehronicle" steht mit großer.Befrtedigung die Anwesenheit der vereinigten Staaten im äußersten Osten. Diese Macht habe ebenso wie England die Absicht, China vor seiner Anftheilung zu bewahren. Sali-bury habe in seiner Rede die Frieden»- gedanken England- au-gedrückt und erklärt, daß die Politik der Nadelstiche einen Krieg zur Folge haben, könnte, daß aber bei einem solchen Kriege England nur gewinnen könne. Petersburg, 12. November. Obwohl da» Urtheil der Russen über Frankreich in letzter Zeit nicht gerade besser geworden ist, ist der französischen Republik doch von jener Seite versichert worden, daß Rußland, trotz aller Frieden»- eonferenzen, schlimmen Fall» ein Wort gegenüber England mitreden werde. Der bekannte diplomatische Schriftsteller „Whist" berichtet nämlich im „Figaro", Rußland habe Frankreich in der Faschoda Frage zwar Mäßigung angerathen, doch habe Graf Murawiew sich bet seiner jüngsten Anwesenheit tat Namen de» Kaiser» Nikolaus in sehr bestimmten Worten über die zwischen Frankreich und Rußland bestehenden Verpflichtungen ausgesprochen sowie über die Erfüllung dieser Verpfl chtuvgen in den Gefahren einer Krise, deren Lösung England einen Augenblick lang, wie Delcassö nachweisen konnte, beschleunige« wollte. Petersburg, 13. November. Urber das Programm der AbrÜstuugS-Conferenz weiß Graf A. Komarowskij, einer der eifrigsten Anhänger des Frieden-gedavkev- in Rußland, in der Moskauer Monatsschrift „Russkaja Myssl“ (Russischer Gedanke) folgende Einzelheiten mitzuthetlen: „Die Conferenz wird nur einen vorbereitenden Eharacter tragen. Sie wird Niemanden verpflichten, sondern den Boden reinigen und den Stoff für eine künftige Vereinbarung zwischen den Mächten vorbereiten. Da- Programm der Conferenz wird von der rusfischen Regierung ausgestellt werden- die Hauptpunkte gehen dahin^ daß von einer Schwächung der KeiegS- fähigkeit der einzelnen Staaten keine Rede sein würde- eß wird fich nur um die Kräftigung des gegenseitigen Wohlwollen- und Vertrauens wie auch darum haudeln, die vereinigten Kräfte Europas von dem ewigen Bruderkriege ab- zulenkeu und außereuropäischen Aufgaben und damit der Weltpolitik zuzuweudeu. Das ist die wahre Triebfeder dieser Reform. Zunächst wird eß Aufgabe der Delegieren sein, den Eharacter und den Umfang der Streitkräfte festzustellen, die für jeden einzelnen europäischen Staat nothwendig find. Diese Normen werden auf Grund von Daten über die Lage de» einzelnen (5:aateß, ihre Größe und Bevölkerung, ihren Wohlstand n. s. w. festgestellt werden." Danach würde fich die Conferenz zu gleicher Zeit auf die Land- und Seetruppea der einzelnen Staaten, auf ihre Colonial-Armeen, Festungen, auf die Ortßoertheilung der Truppen, die Manöver und Krieg-Werkzeuge au-dehneu. Ungelöste Streitfragen würden in der Conferenz nicht zur Sprache kommen. Lveales -rir- provinjiefl«. Friedberg, 29. October. Der Wetterauer Geflügelzucht* verein beadfichttgt, mit ber vom 17. bis 20. März 1899 stattfindeuben Geflügelausstellung eine Berloof ung von lebenbem Geflügel unb Gegenstanben ber Geflügelzucht za verbtnben. Das Grohh. Ministerium des Jonern hat die nachgesuchte Erlaubuiß zur Veranstaltung dieser Berloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr alS 6000 Loose, zu 40 Pfg. da» Stück, auSgegeben werden dürfen unb mindestens 60 pCt. deS Brntto-ErlöseS ans bem verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständeu zu verwenden sind. Zugleich ist ber Vertrieb ber Loose in der Provinz Oberhessen gestatlet worben. Zwingenberg a. b. V., 11. November. Morgen unb übermorgen findet im „Löwen" dahier eine reichhaltige CrysanthemumAuSstellung statt. — Letzter Tage wurde beim KarloffelauSmachen auf dem Acker eines hiefigen Einwohners in ber Nähe eineß Nvßdaume» ein Mäuieloch entdeckt, in bem fich laut „B. B." nicht weniger als 330 Nüffe vorfanben. Daß ist gewiß ein gaoz respektabler Wintervorrath sür ein Mäusepaar unb zugleich ein BewetS von bem großen Schaben, welchen biete Nager verursachen. Wimpfen i. Th., 10. November. Jetzt hat die seit einiger Zeit im Gange befindliche ReichS-LtmeS-Untersuch ung unter Leitung von Professor Schumacher mit aller Sicherheit ergeben, boß einst bet Wimpfen t. Th. ein größere-, wohlgrorbneteS römische- Gemeinwesen blühte. Da- von einet 2 Meter bicken Ringmauer umschlossene Stadtgebiet hat eine unregelmäßig rechteckige Gestalt von ca. 800 Meter Länge bei 200 bis 300 Meter Breite unb beginnt hinter ber Cornelienktrche beim Bahnbnrchgang unb endet etwa- unterhalb von Wimpfen i. Th. bei der Saline. Die Nordmaner zieht unmittelbar am Neckarufer entlang, die Südmaner nach dem Fuße de- Altenberg-. Zahlreiche Thürme und Thore verstärkten und unterbrachen den Mauerzng, der oft mehrere Meter tief unter Boden liegt. Im Innern ber Stadt lassen fich bereit- mehrere Straßenzüge erkennen, an welchen meist massive, hier und da aber auch in Fachwerk erstellte Häuser in regelmäßiger Anordnung liegen. Außerhalb de- Mauerring», den Neckar aufwärt», lland eine Art Vorort mit zerstreut liegenden Villen unb kleineren Häu»chen, bte oft von Hürben umgeben waren. Weiterhin reihten sich läng» ber Lanbstraße, ber alten Heerstraße von Speiet bez«. Böcktngen, bte Gräbetstätten. Auf ber Höhe bei Wimpfen a. B. er- .feWtfrJ fr* « Mrt" hn 7S7^.r - >»««. L^">° ?LL«- *%?»■ a*vts J »' *"» al« Mtity, ?, 7°" «'!'«» «nglanb h, bYomQ‘l’tt eirihHa fei ”*Mi6i8te> lMaßtMj WM,h, ie4 e n« 1 Im bchlimtll Vortn v« ‘"^'^«MWniai rfüfluni dltsttvnpfichtmgti l,,ta 23|nno Saglanb ttntn ^»eifen tonnte, be^lmtz» U-brr bai Srograee I lvetß @raf Ä. Roearoeltit ifrltbenifltbtwftGi to Rot- ischllft „Russkaja Myasl“ zrlhritm witzuthtlleo: „Vit mittnbtn ^axatitt tragen. fonbttn bin ®obtn |t ^mtobaiung btn lvglawm btt Mtttnt »tii inl^tHt wttbtn; blt hrvp. llutt tzlhlvächllllg der Riitgi- n leine Rede lein IM; i Wz dkS jegenleitlgen M- aui barna bandeln, die em btm einigen Srabeitrlege al- 1 Aufgaben nnb bannt bn ist die * Triebfeder Kieler habt brr Drlegirlro sein, bei gtrtliMftc WiDto, blt m Staat notbstnbig fi-b. ,b von Daten über blt W ßfo unb MtW, tytn ixtxbw." Dnnaü> '»tobt M xu| bUßanb- unb Btttruppen t üolottial'tW, W* Xwpptn, «e ®””" Uageli»! Still*!“«1" ixache kon-men.____ provimiellt». ww®? ;£ S'mwjj Iß-'«»*" ‘"jSiMwi 60»° fe ! alA vty . nn6 tgtben »ttd *tv« ** «# TM«iW 1606 f*alL., itad il^I" ei 9|y^anwt* 3 •fifasS sSrft» *£**■!?**;! panb JLjiltoJLl W ielttlh'° Apeler " jjfjs*. hoben sich ein Merkur« nnb ein Diaaatewpel, während im weiteren Umfrei» zalhreiche vereinzelte OeconomiegehSfte die fruchtbare Ebene und die vorhügel bedeckten. Äeti|, 11. November. Die Stadt Mainz wurde be» kanntlich vor längerer Zeit von dem hier verstorbenen Privatmann Brann zur Universal er bin eingesetzt- bei dieser Erbschaft befand sich auch eine Forderung an eine in New« Dort wohnende verwandte de» verstorbenen Brau». Längere Jahre hat die Schuldnerin bei Brann demselben für dal Darlehen die Zinsen bezahlt, all aber Braun verstorben war, wollte die Frau vou einem Darlehen gar nicht» wissen, besonder! all fie erfuhr, daß die Stadt Mainz all Universal« crbia bei verwögen! eingesetzt worden war. Nun hat die Stadt eine Klage gegen dieselbe bei dem New Dotier Gericht eingeleitet. Lus Antrag der Beklagten wurde der Stadt Mainz ausgegeben, bei dem Gerichte zu New D"t eine gleich große Summe, al! die Forderung der Staat beträgt, zu btponirrn; die! ist nunmehr geschehen. Giwblhetm, 10. November. Große! Aufsehen erregt hier der Selbstmord der 21 Jahre alten Tochter bei Autlbefitzerl Philipp Reinharb. Wie verlautet, wollte sich dieselbe nächsten Sonntag verloben, mal ihre Eltern jedoch nicht zugaben. Die! nah« sie sich so zu Herzen, baß sie sich gestern Nachmittag auf dem Speicher bei elterlichen Hause! erhängte. Derart * Gegen den Vogelschmuck auf Dameuhüten. Die Sängerin Lillt Lehmann in Wien ist belanutlich eine eifrige Verfechterin bei Thierschutzei unb in ber jüngsten Zeit hat fie sich in ben Dienst ber actiocn Propaganda gestellt. Sie versendet an Frauen und Mädchen aller Gesellschaft!« kreise ein illustrirte! Flugblatt, um gegen da! Tragen von anlgestopften Vögeln auf Damenhüten za agitireu. Da» Flugblatt spricht höchst beweglich im Namen der Singvögel, man möge sie nicht al» Leiche auf ben Hüten tragen, nicht 30 Millionen gefiederter Säuger, die in Garten und Feld so nützlich find, einer thörichteu Mode opfern. El ist hübsch, daß sich ein Singvogel der anderen so warm annimmt. Da! Flugblatt trägt schon zahlreiche Unterschriften von Frauen und Mädchen. e Eine Ecaudalgeschichte, die mit dem Fall Kotze Aehn« lichkeit hat, erregt tu Pot!da« Aufsehen. Seit geraumer 3'1 find bei Beamten, Militärpersoueu und augeseheneu Bürgern in Pot»bam Postkarten mit beleidigendem, theilweise sogar uuflächigem Inhalte eingelaufen, die manche Empfänger in große Verlegenheit brachten. Die Polizei bemühte sich lauge Zeit vergeblich, diese« Treiben auf die Spur zu tommeu, und auch eine öffentlich aulgeichriebeae Belohnung vou 600 Ml. hatte leinen Erfolg. Endlich gelang el, nach« de« eine ganze Reihe vou Per'oneo in falschen verdacht ge» rathen waren, ben Thürer zu fassen, lieber dessen Person wird vorläuf noch Stillschweigen beobachtet. Wie groß der U«fang der Briesschreiberei war, ergibt sich daran», daß eia Beamter allein sünfzig Stick derartiger anonymer Br efe erhielt. Der Scavdalgeschichte soll bald ein gerichtliche» Nach« spiel folgen. Wissenschaft, Literatur und Annft. Reue Laloumusik. Daß non dem viel gesungen», von Wllh. Maase so originell componirten Liede Zuversicht (Verlag von A. Vock, Dreiben) bi! sitzt noch keine Gleoierbearbettung existirte, wirb schon vielfach empfunden worden sein. Diese Lücke in der Eleoierlitteratur wurde nun wohl zu aller Zufriedenheit aus- gefüllt. Die unfl heute vorliegende soeben erschienene nicht schwere aber äußerst brillante Ctavie,fantaste (Preis Mk. l,€0) wird bald ein LieblingSstück aller Damen werden, umsomehr, al! der unter- gedruckte vollständige Text bei Jul. Siinde fchen Gedicht! sehr zum Singen einlebet. Die TiteleuSstattung ist eine der effektvollsten Leistungen auf diesem Gebiete. Universität» * Nachrichten. — Berlin. Wie die Allgemeine Zeitung mittheUt, heben sich in diesem Wmter Semester bi! jetzt an der hiesigen Universität 160 Freuen einschreiben lassen. Der Nationalität nach gehört die große Mehrheit dem preußischen Staate en. Es ftubiren nicht weniger el! 102 Preußinnen; au« dem übrigen Deutschland widmen sich nur eine Sächsin und eine Mecklenburgerin dem Studium an ber Berliner Universität. Au! Rußland kommen 26 studirende Freuen, eu! Amerike 21, England sandte 3, Oesterreich 2, Schweden, Dänemark, Rumänien, Bulgarien sind je durch eine Dame vertreten. Bon 160 stnbirenden Frauen sind 101 protestantisch, 7 katholisch, 47 jüdisch, fünf gaben ihre Religion nicht an. Zwölf von den 160 Studentinnen sind vetheiralhet. Aus der Uederstcht über da! gewählte Studium kann man wohl schließen, daß eine große Anzahl Lehrerinnen sich der Vervollkommnung ihrer Studien in den Schul« fächern widmen. Es fällt aus, daß sieben studirende Frauen sich al! Theologinnen haben einschreiben lassen; es sind ohne Ausnahme evangelische Preußinnen, die wahrscheinlich ihr Oderlehrerinnen- Examen auch in Religion ablegm wollen. Nur drei Medicinerinnen zählt die Berliner Universität, wa! sich au! den Schwierigkeiten er» klärt, die man wegen des anatomischen Studiums macht. Drei Damen studiren die Rechtswisienschaften, sechs StaatSwissenschasten; die übrigen Damen geboren der philosophischen Facultät an, und »war ftnbtrt hier die größte Anzahl Philologie, Literatur, Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte. Äie besondere» Fach hat nur eine Tarne Archäologie gewählt, eine andere studiri AllerthumSwi'senschast, eine Dame widmet sich ausschließlich der Nationalöconvmie. Der Mathematik und den Naturwisimschaften haben sich 18 Damen zugewavdt, eine studirt Astronomie und Mathematik, eine andere Botanik, eine dritte endlich Geographie. — Leipzig. Von der hiefiaen Hochschule wird gemeldet, daß Prof. o. Frey dem an ihn von Zürich ergangenen Ruf entsprechen wird. — Münster I. SB. Pros. Dr. SB. Finke an der hiesige» Akademie hat den an ihn ergangenen Rus nach Freiburg i. B. für das Lehrfach der G-schichte angenommen. — Zürich. In der mebicinischen Facultät der hiesigen Hochschule hat sich Dr. Theodor Hitzig al« Pnvaidocent für innere Siebteln babilitlrt. — Prag. Hier ist bet ordentliche Professor brr Dogmatik an der deutschen Universität, Dr. Joseph Sprinzl, im 59. LebenSiahre gestorben — ResU^'o Reciamekarten sind stet« willkommen, weil der Sammler weiß, daß NesttL'» kktndermehl Fabriken ausschließlich nur gediegene, künstlerische Sachen anbieten. Eine wirklich mächtig« Serie von 15 Stück ist die soeben erschimene: .SlestlL'l kleine Runbcn*. Die geschmackvoll vornehmen Heliogravüren stellen drastische Scenen au« betn Ätnberleben bar, und werden sich zweifellos einen Ehrenplatz im Bllder-Album jeder Familie erobern. Kasan (Rußland), 24. September 1898. Herrn I. G. Houben Sohn, Karl Aachen. Die un» hn vorigen Jahre gesandten 22 GaShelzösen haben nun einen strengen Winter geheizt und functioniren vorzüglich. Im Januar hatten wir einige Mal bis 30 Grab Reaumur Frost, dabei würben unsere Gebäude nur durch Ihre Defen geheizt, und hatten wir doch bei dieser schweren Kälte eine constante Temperatur von 15 biS 17 Grad Reaumur. Direktor der Gasanstalt Kasan 9*1.: Max Pickering. Bei Todesfällen übernimmt die Buchdrackerel des Giessener Anzeigers, Schulstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauerbriefen und Dankangangskarten, welche auf Wunsch couvertlrt geliefert worden. Konkursverfahren. In dem Concursoerfahren über da» Vermögen de« Schuhmachers Ludwig Klinke! VI. in Lollar ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalter», zur Erhebung von Einwendungen gegen da! Schluß« verzeichniß der bei der Vrrtheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfaffung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Ver« mögensstücke der Schlußtermin auf Dienstag den 6. December 189S, Vormittag 10 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht hier- selbst bestimmt. Gießen, den 11. November 1898. Orth, 11319 Gerichtsschreiber d