1 Preis, Pter 10758 »er eil 31. der lfld Kinder Qod -Jacken oud -Jacken rkra^en, Boas, Df Koltern i. Reisedecken, :e ’enstangen. Emttittsgeld 1 Mk. : werben von bent SJertini* ! Laufe biefet Voche erhoben. Beikalte beiM; «euere nae können gegen Sntr'W n Diener gefordert Me». er Marten ki W * mH Xiemaub Mi» Hitrngn gilt ui Der Vorstao- ink» 836* ' aarß»1, [ul 18, $» *‘9S ■u Än«nabmr tx« Moniags. Di, •irbmrr ,«w1ftcel filtrr Mtkn dem >nz«g,r «Schentlich D11 r m • ( kiylegL Gießener A nzeiger K-»>ß»pret- eiertrljibrli^ 2 Mark 20 ff|. monatlich 76 'Ptt- edt ^ringrdob*- vei PoNdezUtz 2 Mark 50 ffg. virNrljährlich. • von lazeigen zu der Nachmittag« für den Myeiai Log erscheinendt der au»drückltcheo Brr- ficheruog, eine Aenderung in dieser Stellnogoahme ist nicht eiogelreteu. Mil dieser Erklärung tritt der Herzog nach dreijährige« Schweigen wieder zu« ersten Male vor die Oeffeotlichkeit. Äebectien, Expedition und l>r**rn: -chukßratze Mr. 7. Amtlicher Theil. Gießen, ben 10. November 1898. Betr.: Die Verwaltung und RechnungLführung der Ge- • meindekrank-nversicherung. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die (Srosth. Bürgermeistereien und (vemciude- krankeuversichernngS-Rechner des Kreises. Dien achstehendeu durch Ministerial-Amt»blatt Nr. 2 vom 18. Januar 1893 angeordneten Aenderungen der Anweisung , über die Verwaltung und Rechnung»führung der Gemeinde- ; krankenversicherung vom 26. März 1891 sehen wir un» ver- [ anlaßt, nochmals zur genauesten Nachachtung zu Ihrer । Kenntniß zu bringen, unter dem Anfügen, daß hiernach in»- : besondere gemäß Ziffer II ein besondere» Tagebuch nnd ein b -sondere» Handbuch geführt werden muß, welche» letztere in der Weise einzurichten und mit Rubriken zu versehen ist, wie e» den für die Aufstellung der Rechnung dezw. de» Voranschlag» gegebenen Vorschriften entspricht. ' Eine Verbindung von Tage- und Handbuch in einem Formular ist demgemäß nicht mehr zulässig. Fall» die seither geführten Tage- und Handbücher der Gemeindekrankenvei ficherungen diesen Bestimmungen nicht ent- sprechen sollten, so find längsten» vom 1. Januar 1899 , an solche vorschrist»gemäß anzulegen und zu führen. Im Anschluß an die von dem Bundesrath getroffenen i neuen Vorschriften über die Statistik und Rechnungsführung der Krankenkassen (vergl. die diesseitige Bekanntmachung vom 28. December 1892, Reg.-Blatt Nr. 34) wird di- Anweisung, betr. die Verwaltung und Rechnungsführung der Gemeindekrankenversicherung vom 26. März 1891 (Ministerial-Amts- blatt Nr. 4 vom gleichen Tage), wie folgt abgeändert und bezv. ergänzt: Zu II. Krankenbuch. I. In Ziffer 5 poe. a find die Worte „(Vergleiche Ziffer 3, 6, 7 unter b Ausgaben, de« in unserer Verfügung vom 24 Oktober 1887 Amtsblatt Nr. 8 mitgetheilten Formular II)' zu ersetzen durch die Worte „(Vergl. Ziffer 3, 6, 8 unter b Ausgaben de» Formular» II Ziffer I der Anlage A. der diesseitigen Bekanntmachung vom 23. De- cember 1892 Reg.-Blatt Nr. 34.)* Zu III. Kaffen, und Rechnungswesen. Von dem Rechner. II. Die Ziffer 9 erhält folgende abgeänderte Fassung: „Der Rechner hat ein besonderes Tagebuch und ! tin Handbuch zu führen. Da» Handbuch ist in Einnahme ' nnd Au»gabe mit einer Einrichtung zu versehen, welche den \ für die Aufstellung der Rechnung bezw. de« Voranschlag« Vorgeschriebenen Rubriken (Vergl. anliegendes Muster III, welches an die Stelle de« der Anweisung vom 26. Mürz 1891 beigefügten entsprechenden Formulars tritt) entspricht. In da« Handbuch find alle Einnahmen und Ausgaben in der Weise einzutragen, daß der Betrag derselben je nach der Art der Einnahme oder Au«gabe unter der entsprechenden Rubrik au«geworfen wird. Einnahmen und Ausgaben, welche aus Vorjahren her- rühren, find nicht al» Rest«Einnahmen ober .Ausgaben zu buchen, sondern in derjenigen Rubrik auszuwerfen, in welche fie ihrer Art nach gehören. Das Handbuch beginnt mit dem Monat Januar jede» Rechnungsjahre« (f. Zffer 14 der Anweisung) und wird am Ende de« Monat« Januar de» folgenden Jahres für da« vorhergehende Kalenderjahr unter Beachtung der folgenden Bestimmungen abgeschloffen. Die Einnahmen und j Ausgaben im Monat Januar de» folgenden Jahre« (erst, malig des Jahres 1893) find, soweit fie au« dem ab- gelaufenen Rechnungsjahr herrühren, noch in da« Buch für da» letztere aufzunehmcn. Dagegen find die in diesem Monat eingehenden Einnahmen, welche au« dem begonnenen neuen Rechnungsjahr herrühren, sowie die da» neue Rechnungsjahr betreffenden Ausgaben m da» für diese» zu führende Buch einzutragen. HI. Hinter Ziffer 9 wird eingereiht: 9a. Diejenigen Gemeinde - Krankenversicherungen, welche einem gemäß §§ 46, 46 b de» Krankenverficherung»gesetze« errichteten Kaffenoerbande angehörcn, haben über etwaige Vorschüsse (Vorlagen), welche sie auf Grund de» § 46 Absatz 4 a. a. O. zur Verbandskaffe leisten, im Handbuch ein besonderes Vorschußkonto (Vorlagerubrik) zu führen. Die bei der Umlegung der Verbandsausgaben den Kaffen angerechneten Beträge der Vorschüsse find al« endgültig ver- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 ausgabt in diejenigen Rubriken de» Handbuchs aufzunchmen, b. Ausgabe. 1. Für ärztliche Behandlung 2. Für Ärinei und sonstig- Heilmittel .... 3. Krankengelder: a) an Mitglieder b) an Angehörige der Mitglieder') .... 4. Kur- und Derpsiegunghrosten an Krankenanstalten 5. Ersatzleiftungen an Dritte für gewährt- Kranken- Unterstützung') • • • • 6. ZurückgrzabUe Vor?Löste der Semetvdekaffe 7. Zurückgezahlt« Beiträge . ■ • • - - 8. FürKapi,alantagen(AnkausoonDerthpapterenrc.) Anlagen bei Sparkasten und Banken .... 9. Zurückgezahlt« Darlehen») andere durchlaufende Vosten .............. ia SonMge Ausgaben«) Summe der Ausgaben «omerkung. 1) nach 8 7 Ab?. 2 de« KrankenverficherungSgesetze». 2) nach Krankenv-rficheruugSgesetz 8 57 Ab?. 2 57» Ab? 1—3, 7B< Wien. 13. November. Der Kai?er verlieh de« l5ni|L sächsischen Hofrath und Kammermusik Linctor Trust Schuch den AdrlSstand mit dem P'ädtkat Edler. Wiener.Reußadt 13. November. Die große Bau«w,ll- sptunerei Halnisch in NadelSbnrg ist total niedergebrRiutt. Der Schaden beträgt mehrere Hunderttausend Gulden. Turin, 13. November. Ein vorn 4. Bersaglieri.Regiment deseriirter Soldat theilte brieflich der Mllitärbehörde mit, daß er Anarchist sei und nunmehr gegen itn Prinzen von Neapel ein Attentat verüben »erbe. Mailand, 13. November. Der ,CeeoIo' meldet, daß die bekannte Tänzerin Ostern au» Monaco «»»gewiesen worden sei, weil die Fürstin auf sie eifersüchtig sei. P«ri», 18. November. Privatnachrichten au» Laherme bestätigen, entgegen den amtlichen Meldungen über den Anstand Dr eyfuß', daß dieser de« Wahnsinn nahe sei. — Eavaiauae» large» verhör brachte n'cht die geringsten Be- weise für die Schuld DrehfuS', sondern nur persönliche Au- fichten, auf die der CaffationShof kein Gewicht legen kann. Die Aufhebung de» DrrysuS Urtheil» ist zweifellos. — Von der deutschen Botschaft wird verfichert, daß die Eatschuldtgung DelcassöS wegen der Htueivziehung der Tochter des deutschen Botschafters in die DreyfuS-Affaire spontan erfolgte. Beirut. 13. November. Die tu den Ruinen von Baal- beck enthüllte Gedenktafel wurde nur provisorisch auf- gestellt. Sie erhält ihren eigentlichen Platz, den Kaiser Wilhelm selbst angegeben hat, im Jauern deS Jupiter-Tempels in Baolbeck. Dort that der Kaiser den ersten Spatenstich zum Unterbau, der aus Befehl deS Sultans sofort ausgeführt werden soll. Auch besuchte der Kaiser unter Führung des Profeffors Moritz den BeuuStempel tu Baalbeck. Der Pro* ftffor erhielt ein Bild deS Kaisers mit deffeu eigenhändiger Unterschrift. Die hohen türkischen Würdenträger wurden auf die Hohenzollern zur Tafel eiugeladen. Hierbei schenkte der Kaiser Camphövener Pascha sein Bild im Reiseeostüm mit eigenhändiger Unterschrift. Ein zweites Bild übergab er dem Pascha für den Sultan, nachdem der Kaiser eine Widmung und die Worte „Jerusalem, Damaskus, Baalbeck" darunter geschrieben hatte. Kauea, 13. November. Die hiesige Stadtverwaltung hat für den festlichen Empfang deS Prinzen Georg von Griechenland 4000 Frs. ausgeworfeu. Bon den christlichen Einwohnern werden große Festlichkeiten vorbereitet. Cocoles «nd provinzielles. Vietze«, 14. November 1898. Aus dem Verwaltuugsdieust. Durch Entschließung Großberzoglickkn Ministerium» de» Innern wurde der Regie* ruugsaffrffor Dr. Kehretn mit Lukhtlfeleistung bei Großh. KreiSamt Oppenheim beauftragt. • • Ferufprech-Berbiudung. Sämmtliche Universität»' Institute find nunmehr an das Telrphonuetz angeschloffen und zwar haben Caozlei, Chemisches Laboratorium, Aula, Bibliothek, Anatomisches, Botanisches und Zoologisches In* stitut directen Anschluß, während Rentamt, Administration, Quäftur und Rectorat durch Vermittelung der Cauzlei ver* bunden werden. • • Zur btadtverordueteuvahl. Der heutigen Nummer liegt die Wählerliste für die Stadtverordnetenwahleu bei. * ♦ Stadtverordneten»^!. ES möge Niemand versäumen, die Wählerlisten vackzusehen und den Eintrag in dieselben zu verlangen, wenn er 25 Jahre alt ist, mindesten» 4 Jahre tti Gießen wohnt und seit 2 Jahren Steuer bezahlt. Die frühere Bestimmung, daß mau im Jahre vorher auf der Bürgermeisterei die Erklärung abgebeu mußte, von seinem Wahlrecht Gebrauch machen zu wollen, ist weggefallen. • • Lehrervereiu. Wie wir hören, hat der vor Kurzem hier gegründete „Gießener Lehrerverein", der bereit» über 50 Mitglieder zählt, in seiner letzten Versammlung u. A. auch Stellung zur Stadtverorduetenwahl genommen und ist ein einmüthige» Vorgehen in dieser Angelegenheit beschlossen worden. • • StadttheaterGGesternNachmittag ging „Im weißen Rößl" zum sechsten Male Über die Bretter unsere» Stadt- theater» und zwar wieder bei gut besetztem Hause. Biele auswärtige Besucher waren erschienen. Auch die Fürstliche Familie von Ltch wohnte der Vorstellung bei. P. Stadttheater. Neulich war die selige Btrch«Pfe>ffer mit einem Volk»* und Dialeetstück, dem „Goldbauer", auf unserer Bühne eingekehrr, gestern folgte ihr ihre Tochter, Wilhelmine von Hillern, mit einem ähnlichen Schauspiel, „die Geier«Wally" betitelt, getreulich nach. Die Dichtung der Tochter verdient den Vorzug, denn fie ist nicht ganz so unnatürlich und dramatisch wirksamer. Sie wird auch jetzt noch auf größeren Bühnen nicht selten gegeben, hauptsächlich deshalb, weil die Titelrolle für Heldinnen Gelegenheit bietet, Triumphe zu feiern. Fräulein Würdig bewies zum zweiten Male, daß fie für diese» besondere Fach entschiedene Begabung besitzt. Sie löste ihre umfangreiche und anstrengende Aufgabe tu allen Theileu auf» Beste. Auch Herr Dietzsch gab seinen Barevjoseph so, daß er natürlich und glaubhaft erschien. Herr Liebscher fand sich mtt der Rolle de» Vincenz Gellner gleichfalls gut ab. Die Afra spielte Fräulein Rux, nicht Fräulein Pauli, wie auf dem Zettel angrküudtgt war. Sie hätte etwa» zarter und lieblicher sein dürfen, um die Eifersucht der Höchsthosbäueriu mehr zu rechtfertigen. Herr Werner genügte als Benedict Klotz. Da» Vorspiel im Rosener Hof verlor dadurch, daß Herr Helm für dir Rolle de» alten Stromiuger nicht die geeignete Persönlichkeit ist. Desgleichen könnte sich die Gemeinde von Hriligkreuz nach einem andern, weniger steifen Psarrherru umsehen. Die anderen kleineren Rollen waren zufriedenstellend besetzt, die seentscheu Schwierigkeiten der Gebirgsgegend wurden im Ganzen glücklich überwunden. * * Stadttheater. Dienstag den 15. dr. wird Schiller» »Jungfrau von Orleans" im hiesigen Stadttheater wiederholt. Die Titelrolle spielt diesmal Fräulein Würdig. — Al» viertevolksvorstelluug geht am kommenden Donnerstag (Mittwoch tst Theatervereius-Vorstelluug) Hermann Sudermann» vi'ractigrö Schauspiel „Heimath" in Scene. — Herr Hofschauipteler Heinrich Hacker von Darmstadt wird, wie man uns wittheilt, im Laufe der folgenden Woche al» „Bolingb-ok" tu Seribe's „Das Gla» Wasser" gestiren. • * Coucert desSaalbau-Bereius am Donnerstag den 17. November. Eine Reihe höchst ehrenwerther Berichte über die Leistungen des Herrn Hans Buff-Gießen, der am Donnerstag als Liedersäoger Mitwirken wird, liegen uns vor. So lesen wir iw Wiesbadener Generalanzeiger: Liederabend von Hans Buff-Gießen. Wiesbaden, 27. Januar. Der beliebte Künstler, der eben zwei Gast ptele im König!. Theater als „Graf Almaviva" und „George Brown" ab- solvirt hat, in welchen er durch seine trefflichen Kunstleistungeu im colortrteu Gesäuge wieder schmerzlich seinen Abgang von der hiesigen Bühne bedauern ließ, mochte seine jetzige Anwesenheit nicht vorübergeheu lassen, ohne seinen zahlreichen Verehrern den alljährlich gebotenen Genuß eines Lteder- Abeud» zu gewähren. Wie dankbar sich das Publikum für dieses Entgegenkommen bewiesen, bezeugte der bi» zum letzten Platz gefüllte große Cafino-Saal. So groß und achtunggebietend auch die Vorzüge des Herrn Buff-Gießen auf der Bühne find, so möchten wir ihm al» ausgezeichneten Lieder- sänger fast den höheren Preis zuerkeonen. — Deiches Urtheil fällen unsere Weimarer Collegen, die wie folgt sich äußern: Weimar, 18. April. (Liederabend von Hau» Buff Gießeu.) Mit welch' dankbarer Erinnerung da» Weiwarische Publikum an feinem ehemaligen lyrischen Tenor hängt und welche begeisterten Herzen demselben noch jetzt rntgegeuschlagev, da» bewies da» am letzten Mittwoch im großen ErholuugS- Saal von dem Großh. Säckf. Kammersänger und Königl. Preuß. Opernsänger H. Buff Gießen au» Wiesbaden veranstaltete Covcert in vollstem Maße. Daß der treffliche Säuger der Stadt seiner langjährigen Wirksamkeit jede» Jahr wieder Gelegenheit giebt, seine prächtige Stimme bewundern zu dürfen, muß al» ein Zeichen der Auhäuglichkcit gelten und ihm dafür besondere» Lob zuerkanot werden. Alle Vorzüge von GießrnS Gesang find noch vollständig vorhanden und stehen noch in herrlichster Blüthe- seine Höhe hat denselben Glanz, sein Ton besitzt noch dieselbe enorme Kraft und fein Vortrag gewinnt ungemein durch Feinheit und Noblesse. — Aus Wien schrieb un» ein Freund unsere» Blatte»: In der Aufführung der Oper „Tell" erregte neben Reichmann, welcher in der Titelrolle die gewohnte enthusiastische Aufnahme fand, besondere» Interesse der junge Tenor Herr Gießen, der al» erste Rolle tu seinem hiesigen Engagement den „Arnold" zu allgemeiner Zufriedenheit des gut besuchten HauseS sang und spielte. Die Stimme ist ein echter lyrischer Tenor, namentlich in der Höhe von hellstem Timbre, wohllautend, in der Cantilene von einschmeichelndstem Schmelz, ausgiebig im Affekt, und der Säuger hat fie vollständig in der Gewalt. Das Material erwies sich in allen Registern ausgeglichen, und Herr Gießen, der in Dresden als Schüler des unvergessenen Ge- sauglehrerS Scharfe f. Z. feine ernsten Bühnenversuche machte und inzwischen in Weimar und Wiesbaden große Fortschritte gemacht hat, dürfte bald als hervorragender Vertreter bei immer seltener werdenden bei oanto viel genannt werden. Dieser Seite seine» Talent» galt auch gestern der wiederholte lebhafte Beifall des Publikum», in dessen Reihen man viele bekannte Dresdner, wie z. B. Fräulein von Orgeny u. A., bemerkte. — Mögen diese Notizen genügen, um den trefflichen Sänger auch hier zu feinen alteu Freunden einen Kret» neuer ?u fichern. Innere Mission. An da» morgen und übermorgen dahier statrsiudende Jahresfest des Oberheffischev Verein» für innere Mission möge auch hier nochmal» erinnert werden. Insbesondere sei auf die am DienStag Abend 81/, Uhr ia Stein» Garten veranstaltete Ab end - versammluug aufmerksam gemacht, zu der gegen ein kleine» Eintrittsgeld (10 Pfg. dir Person, 20 Pfg. für Familien) alle Freunde der inneren Mission Zutritt haben. Diese Versammlungen, bei denen neben Gesäugen des Evang. Kirchengksaugveretn», Ansprachen über allerlei wichtige und interessante Themata geboten werden, erfreuen sich ja schon lange einer großen Beliebtheit. Diese» Mal wird Herr Prof. D. Stamm einen Rückblick au» dem Jubiläumsjahr der inneren Mission geben, und Herr Pfarrer Albert» au» Frankfurt o. M. wird über die sozialen Nöthe dc» Kelluerstande» und die Verpflichtungen, die uns darau» erwachsen, reden. Weitere Mittheilungen über da» Fest finden fich in der heutigen Anzeige. Nur darauf möge noch hin- gewiesen werden, wie erwünscht c» ist, um der Festgäste und der Gemeinschaft mit den auswärtigen M tgliedern willen, daß die hiesigen Freunde de» Verein» fich auch au dem gemeinsamen Mittagessen betheiligen. * • Die Wanderer, Gießener Radfahr Gesellschaft. Die ordentliche Generalversammlung, welche vor einigen Tagen stattfand, war stark besucht, und der erstattete Jahresbericht wurde mit regem Interesse entgegengenommen. Die von der Statuteu-Cvmmission vorgelegten neuen Satzungen fanden nach eingehender Prüfung mit einigen unwesentlichen Abänderungen einstimmige Annahme. Dieselben werden allen Mitgliedern raschtstwöglich zugestellt und sollen, da man fich von ihnen die besten Erfolge verspricht, auf da» Genaueste stet» Anwendung finden, von den in vollster Ueberein- stimmung der Ansichten zur Erledigung gebrachten weiteren Verhandlungen sei an dieser Stelle nur der Antrag des ersten Vorsitzenden besonder- erwähnt, nach welchem Herr Brauereibesitzer Georg Btchler in Gießen in dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste um die Förderung der radsportlichen Interessen int Allgemeinen und die tharkräftige Mitwirkung bei allen größeren Veranstaltungen der Gesell- schäft im Besonderen unter allseitiger Befürwortung einstimmig zum Ehrenmitgliede der „Wanderer, G. R G." ernannt worden ist. Die Vorstandswahl pro 1898/99 ergab folgende» Resultat: 1. Vorsitzender Wilh. Hornberger- 2. Vorsitzender Heinr. Hettler- 1. Schriftführer Wilh. K nzenbach- 2. Schriftführer Gustav Müller- 1. Fahrwart Wilh. Hamel- 2. Fahrwart August Dutll- Zahlmeister Heinr. Krieb- Zmg- wart Carl Textor- Beisitzer Eugen Groß. — Soeben geht die erfreuliche Nachricht ein, daß — in Uebereinstimmuug mit unserer Eingabe an die Königliche Eisenbahndirection in Frankfurt a. M. — mit Wirkung vom 15. d. M. on die sämmtlichen Schnellzüge auf der Strecke Gießen- Frankfurt und zurück für die Beförderung von Fahrrädern ebenso wieder fretgegeben find, wie die» bisher nur für die Personenzüge der Fall war. * • Sport. Am 18. d. M. feierte der „Radfahrer- Club zu Butzbach" seine Bannerweihe, verbunden mit Concurrerz-PreiSretgenfahren und Abend» anschließendem Ball. Da» Fest war sehr gut besucht und nahm einen überaus schönen Verlauf, ein ehrendes Zengniß de» auf der Höhe der Zeit und in gutem Ansehen stehenden genannten Vereins. Am Preis Reigensahren betheiligte fich auch, wie schon de» Oest ren bet derartigen Concurrenzen, der hiesige „Gießener Radfahrer-Verein 1885" mit seiner Sechser-Saalsahrer- Mannschaft und errang hierbei den ersten Preis mt 13% Punkten. Letzterer ist im Ladevschaufenster de» Herr» C. Herber, SelterSweg 71, auf einige Tage ausgestellt. • • Abgefaßt. In letzter Zeit wurden in hiesiger Stadt in verschiedenen Straßen, besonder» aber in der Wrstanlage, zur Nachtzeit wiederholt Fensterscheiben mit Steine« ein geworfen. In der Nacht von Sam»tag aus Sonntag gelang e» einem Schutzrnarme, den Thäter in der Westanlage in der Person de» Studenten Zöckler von hier bei der That abzusafftn. □ Bom Laude, 13. November wird nn» geschrieben: Sobalv bte zunehmenden Nachte die Hellen Tagesstunde« kürzen, schart sich die ländliche Jugend, gewöhnlich nach Jahrgängen getrennt, aber nach Geschlechtern vereint, um de» L cht» gesellige Flamme. In früheren Jahren, al» die maschinelle Thätigkeit die menschlichen Arbeitskräfte noch nicht wie in der heutigen Zeit verschob, beschäftigten fich die Mädchen fast durchgängig mit Spinnen von Flachs zu dem vorzüglichen HauSmacherletuen. Nach dieser Thätigkeit bekam die gesellige Bereinigung den Namen Spinnstnbe. Die Bezeichnung Spinnstnbe ist heute noch gebräuchlich, obwohl io den meisten kein Faden mehr gesponnen, sondern genäht, gestrickt ober gehakelt wird. Die Einrichtung der „Spinnstube" ist schon so alt und im Volksleben so tief und fest gewurzelt, daß ihr noch eine lange Lebensdauer beschieden sein wird. El wäre darum vergeblich, dagegen anznkäwpsen. Solange der ländlichen Jugend keine besseren Unterhaltungen, Zusammenkünfte und edlere Genüsse geboten werden können, kam ja der Spinnstnbe eine gew ffe Berechtigung nicht abgesprochrn werden. Die Spinnstuben in der Gegenwart aufheben, hieße weiter nichts, als die Jugend auf die Straße oder in das Wirths- Haus fetzen, und damit käme man aus dem „Regen in die Traufe". Aber auf eine Schattenseite, leider nicht die einzige, soll hingewiesev werden, damit höheren Ort» ÄtfttQuna. oe» Uebkl» angeordnet werden kann. Mit Vorliebe sammelt fich die halbwüchsige Jugend in Häusern, in denen ein männliches Oberhaupt nicht anwesend ist- denn in solchen Familien kann fie fich der größten Freiheit erfreuen. Wie e» da hergeht, daS zu erzählen, sträubt fich die Feder, und da» treibt einem die Schamröthe in» Geficht. Ja vielen Orten besteht die Einrichtung, daß die Jugend zu ihrer Spinnstnbe immer ab- wechselnd bei den einzelnen weiblichen Kameraden zusammeu- kommt. Von dieser Regel wird jedoch öfter» die Ausnahme zur Regel gestempelt, indem die längsten und häufigsten Za- sammcnkünfte gerade in solchen Familien, in denen wenig oder keine Aussicht grübt nnd da» Laster mehr als die Tugend g-pflegt wird, am beliebtesten find. Wer eS darum mit der Jugend und der Sittlichkeit ernst meint, der sorge dafür, daß die Spiunstubeu nur In acht- und ehrbaren Familien, in welchen man auf strenge Zucht und Ordnung sieht, geduldet werden. ES wird daun später mancher Ehegatte nicht mit Scham fich seiner Jugend zu erinnern brauchen. A Mainz. 13. November. Der unter dem Verdachte Mädchenhandel getrieben zu haben, vor einigen Tagen auf Requifitton der Staatsanwaltschaft in Colmar hier verhaftete Deutsch-Arnerikaner L epp ert ist gestern auf Antrag der Behörde in Colmar wieder auf freien Fuß gesetzt worden. — Wegen einer unbedeutenden Diebstahls wurde vor Kurzem ein seit einiger Zeit hier ansässiger Schneidergeselle verhaftet, in dem man bet der Ermittelung nach feinem Vorleben nach der Mittheiluag eine» hiefigen Blattes, einen zweifachr» Mörder entdeckt haben soll. Dieser gefährliche Schneider soll Gehring heißen, au» der Schweiz stammen und seine beiden Stteskiuder ermordet haben, wosür er vom Schwurgericht deS Kanton» Luzern zum Tode verurtheilt. Die Strafe wurde ia lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt- Gehftng kam wegen Geistesstörung in das Jrrenhan», von wo er entfloh, fich in das Ausland flüchtigte und jetzt nach allerhand Irrfahrten den Behörden hier wieder in die Hände fiel. Gehring soll nach der Schweiz auSgeliefert werden. △ Mainz, 13. November. In später Abendstunde iß gestern nach zweitägiger Verhandlung vor der Strafkammrr de» hiefigen Landgerichts der Ptvceß wegen der an dem städtischen Gaswerke hier vorgekommenen Unterschleift zu Ende gegangen. Der Antrag der StaalSanwaltichaft lautet: gegen Director Hrffemrr auf eine Gefängnthstroje von 6 Monaten, gegen Kassendiener Reimann auf eine ®e* fängnißstrase von 3'/, Jahrm und gegen Kasfirer Beilstei« auf eine Gesängnißstrase von 2% Jahren. Bezüglich bewettern Angeklagten, Buchhalter Feldmann stellte bte Staatsanwaltschaft die Strafe bem Ermessen deS Gerichtshofes anheim. Die Publication beS Urtheil» erfolgt den 19. Novrmber. An» her Verhandlung ist noch zu erwähnen, daß die Staatsanwaltschaft bet Begründung ihrer Anträge betonte, daß de» Director Hessemer eigennützige Motive nicht unterlegt werden könnten, er aber um deßwtllen bestraft werden müsse, wdl er die Unterschlagungen der andern Angeschnldtgten gewußt und monatelang unter falscher Buchung Remunerationen ohne jede Ermächtigung an seinen Sohn und sonstige Hilss- arbeiter angewiesen, welche Handlungsweise al» Untreue ob» zusehen sei. Kassendiener Reimann und Kasfirer Beilstetn al» überführte Betrüger und Fälscher bezeichnend, characteri- firte die Staatsanwaltschaft den Buchhalter Feldmann dl willenlose» Werkzeug der übrigen Angeschuldigten, dessen vergehen darin bestanden, daß er durch die Einträge der Fälsch- ungeu Anderer diese begünstigt und unterstützt habe. Seitens j der Bertheibigung wurde besonders von den Vertretern del Director HessemerS und Buchhalter Feldmann, den Herrs« Dr. Retnach und Meyer die Anklage von juristischen Gesichtspunkten al» unhaltbar bekämpft und unter Hinweis auf bk uneigennützigen Motive Hessemer» und Feldmann» borget^, “"t ««in ,U m bei L?" “mm M«bt« fit °», ° !° «n-°b w«« btö ttft. ««I ital.it"” d" h„q Mi 4Ä"“«'ft'BL »dni ft« i»"?'iw Statt ton StittiC ?tdnM '— — ”b-> ehb m, ...... iitt hlf ii.n •e'W,Min: iagtlftunlti Ä* ■Öfa'Ä t> Ä" M “* *°"W« $1 dmvinllM» ^Jtlgteh brka« dir gt t^.i Tdudili^ vbwihl io den mtihti °°d"°Si°Shi, geürldt odn gr- I bet „tgplnnftDbi* ist ^0D l( if unb fest srllMjklt, datz,ß »schiun [rin »hb. s» »äu tkäwpfeo. Solange der lli* oterhaltuogev, ßaiommenfünftc tonben können, facn ja du :guu8 nicht abgesprochen lotibti. ntoaxt au^tbro, hiehe iveitrr i Tiratzr ober in bai Mriht- ®an anS brm »Stgtn In bk attwseite, leider nicht die d» damit höheren Ort» LdstMo^. kann. Mit SBoditbt \wn<4 i haisnn, in brnrn ein »bat* ab ist; benn in ivichen FMlti iheÜ ersrrnen. Wie ei da her- ch bie Feber, nnb bol treibt eine» Ja vielen Orten besteht dir zu ihrer Spianstnde immer ab» leiblichen Kameraden znlammer. irb jedoch oster» die «ninahir die längsten und HSufizstrn fr hen Familien, in denen *>»l| da» Laster mehr all die ragend ffab. Wer (I darum alt der rnst meint, der sorge tasiir, *t- nnb ehrbaren fysM* ; ünb OMtfc W> ttt mancher WM nicht mü rrinnern bronchen- der. Der unter dem BiftM haben, vor einigen IWC ischast In Colmar hier wW t ist gestern ans »Mag KgÄ '& £ 1- «*i“ «,|5erliS^ im*lL 8tb;infW «* ’St»’ * BFS S* sä 2'/,3' 'Uw®'“* WZ ‘•JJw’SS^S 8«* ’ h «-Ist«' ‘•ft »rf* ** «al 3,lbl* daß deren Lhmr unb Uaterlasserr wohl discipliaarisch, aber «icht strafrechtlich zu ahabeu sei. Wörrstadt. 11. November. Tinern Mainzer Fuhrmann yasfirte gestern Nachmittag die Unannehmlichkeit, daß ihm auf der Variier Straße rin Faß Wein au »lies, dl geschah dadurch, baß bie Deichsel tinel nachfolgenden wein» fuhrwerk» in den Boden de« Faste« stieß. «u» Rhrinheflen, 11. November. Bin einem schweren Unglücksfalle wurde die Familie de« Laodwirth« Rad Fink von Gundheim heimgesucht. Der im kräftigsten Mannes- alter stehende Ernährer der Familie stürzte am letzten Freitag cfltfling« von seinem Wagen und schlug so unglücklich mit dem Hiuterkepsr auf da« Pflaster, daß Bewußtlosigkeit ein- trat. Der kräftige Mann erholte sich jedoch sofort wieder und ging noch fünf Tage seinem Verufggeschäfte nach. Sm Dienstag Nveod stellte sich leichte« Unwohlsein ein nnb traten bann Delirien auf. Der herbeigeholte Arzt stellte Gehirn- hauteutzünduog, verursacht durch den schweren Fall, fest. Der verunglückte starb gestern in Folge von Gehirnlähmung. — Unter der Bevölkerung auf dem Laude ist mau noch häufig der Meinung, do« Hochzeitsschleßen sei erlaubt. Da« Vegentheil mußten 10 junge Burschen aus Hrßloch erfahren, die wegen genannten Delikte« zu erheblichen Geldstrafen ver» urtheilt wurden. „Darrnst. Ztg." A Aus dem vroßherzogthn« tzeffeu, 13. November. Die RreiSämter de« Lande« find Gelten« des Großherzog» lichen Ministerium« beauftragt worden, mit Rücksicht auf da« vielseitige verlangen der Aufhebung de« Bieheiufuhrver» bote« Erhebungen über die Fleischpreise anzuordnen. ES soll eine die Zeit vom 1. Januar 1896 bi« jetzt umfassende Ueberficht Aber bie an den Haupimorkttagen im Kleinhandel für je ein Kilo Ochseufleisch, Rindfleisch, Schweinefleisch unb Speck im monatlichen Durschschnitt gezahlten Preise, so über die Marktpreise für lebende« Vieh ausgestellt worden. Xms ter »eit für Ne Lett. Vor 160 Jahren, am 15. November 1738, wurde zu Hannover der größte Astronom aller Zeiten Friedrich Wilhelm Herschel geboren. Al« astronomisch-optischer Dilettant baute er jene Riesenteleskope, mit denen er neue Wunder am Himmel erschloß und den Uranus entdeckte. Herschel starb am 25. August 1822 zu Slough bei Windsor. Eingesandt. Gießer», brn 14. November 1898. Zur Ltadtverordnetenwatzl! Geehrter Herr Redacleur! Die Numm«r 46 der sozialdemokratischen „Mitteldeutschen Sonntag«Zeitung" brachte bereu« vergangene Woche einen Artikel, Me Zusammensetzung ber Sradtoerorbneten Beriammluna betreffenb, besten Inhalt sich tm Widerspruch mit ben Thatsachen befinbet; wenn Einsender auch eine Erwiderung dezw. Richttgsielluna für angebracht erhalten hätte unterließ er dieselbe, da bekanntlich dieser Partei jede« Mittel recht ist. um ihren Zweck zu errrichen, einerlei ob dasselbe den Lhalsachen entspricht oder nicht. Nachdem nun aber die „Hessische I Leudeszettung" ben betteffenben Artikel wörtlich abgedruckt und hierdurch in weiteren streiten oerbreitet hat, bitte ich Nachstehende« |ur Auf klär ung gefl. in Ihr geschätzte« Blatt «ufnebmen iu wollen. In bem bezüglichen Artikel heißt es u. A.: „Wer aber bilbet die Mehrheit tm Stadt Vorstand, der au« 30 Mitgliedern besteht? Fabrikanten, Lommerztenräth e, Rentiers, Professoren, Rechtsanwälte! —• In bet o ergangen en Periode setzte sich ber Stadtvorstanb aul folgenden Berufsklassen zusammen: 1 Goldarbeiler, 1 Arzt, 3 Rentiers, 1 6penglermdfter, 4 Fabrikanten. 2gLeconomen. 2 Profestoren, 1 Nähmaschinen Händler, 2 Rechtsanwälten, 1 Wrißbindermeister, 1 Bankier, 3 Detaillisten, 1 Restaurateur, 1 Kaufmann, 2 Crtfl= gericht«männer, 1 Bäckermeister, 1 Schreinerm eistet, 1 Landgerichts- rath, 1 Ingenieur. Also sage und schreibe 12 von 30 Stadtverordneten gehörten den an.iefübtten Ständen an, und das nennt und bezeichnet man — die Mehrheit! — 12 von 30 Stimmm. Nachdem sich ber Verfasser bet Artikels noch einige Schlagworte wie: Frischt« Blut mutz in da« Stadtparlament! Selbst ist ber Wann! Wähl« Männer de« Volke«', u. f. f. geleistet hat. ereifert er stch weiter wie folgt: Qt:*.9 „Unb so lange wir In Gießen Mitbürger haben, bie im Volke leben, bie mit dem kleinen Geschäftsmann denken und fühlen, so lange braucht bie Stadt Gießen nicht ihre Jnieresten ausschließlich Gelehrten, Hof- und Eommetzienräthen anzuoertrauen, deren Verkehr stch auf ben Club beschränkt." Zwei Mitglieder de« Stadlvorstanbe« gehören dem Gelehrtenstand an und zwei Mitglieder führen den Titel Eommerzienrath; diesen vier Herren tollen also „ausschließlich" bie Jnieresten der Stadt anoertraut fein. Wer lacht da? Also vier von dreißig Stadtverordneten unb von blefen dreißig gehören höchsten« zehn dem Club an! Uebrigen« ist Einsender ber Ueberzeugung, baß, wenn man auch bie Hobe Würde al« Mitglied des Club» errungen hat, man dennoch ein gewöhnlicher Sterblicher, vielleicht sogar auch noch ein „Mann des Volke«" verbleibt, der sogar berufen unb befähigt ist, das vielumworbene Ami eine« Stadt- ratbeft zu bekleiden. Cina._______ Tttrchliehe Anzeigen der Stadt Ziehen. tzivangelische Scmttntt. Montan ben 14. November, Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Confirmandensaas der Johanneskirche. Text: Apostelgeschichte 2,14 ff. Pfarrer Euler. Die Vereinigung der Neuconfirmirten der LucaSgemeinde fallt DienStag den 15. November — wegen des JahreSfesteS deS Vereins für innere Mission — auS. Üerfebr, Can^ anC VaUSwirthschaft- •rtnkt|, 12 Nov. Fruchtpreife ffieijen JL 17,60—17,25, torn X 14,00-14,80, Gerste ^lt 14.00-16,00. Hafers 13,00-14,00, Erbsen X 17,00-00,00, Linsen X 00,00—00,00, Wicken X 00,00, ßdn X 00.00, Kartoffeln X 6,00—0,00, Samen X 00,00—00,00. Schiffrnach^ichten^ Der Postdampf« „Nederland" ber „Reb Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 10. November wohlbehalten in Ph'lrdelvista angekommen._________________________________________ Neueste Nachrichten. Depesche» des Bureau ^Herold^. Berlin, 14. November. Au« München meldet die ,®elt am Montag": Bon vier Briefen, welche die Frau de« Verleger« de« .Simplicifsimu«^, Albert Langen, an ihre» Mana in Zürich im Laufe der letzten Woche gerichtet hat, ist nicht einer angekommen. Die Briefe enthielten nur Häusl,che Angelegenheiten. verlüe. 14. November. Ueber einen Aufsehen erregende» Sebstmordversnch wird dem ,8nün« Tageblatt" au« Pari« berichtet: Dort hat sich der junge Herzog Serge d» Morny infolge von Liebesgram au« Ätzern Fenster gestürzt. Setu Zustand soll sehr ernst sein. Die Nachricht ruft allerlei Reminisceozen wach. Der Bater de« junge» Herzogs, der seinem Leden freiwillig ein Ziel setzen wollte, war (tu Halbbruder Napoleon« III. unb dessen hauptsächlichstes Werkzeug beim Staatsstreich. Wien, 14. Novkmber. Der Polen-Club berieth in gl- Helmer Sitzung Über die Ausweisung österreichischer Polen au« Preußen, wobei der Abgeordnete M>lew«A auf den Mangel der religiösen Stütze für die polnischen Arbeiter, die in deutschen Gegenden ihren Lebensunterhalt suchen, hiuwles, wodurch die Ardeiter in das socialistische Lager getrieben würden. Prag. 14. November. Die tschechischen Blätter kündigen an, daß die tschechischen Abgeordneten sich in da« Unvermeidliche fügen und dem Au «gleich keine Schwierigkeiten machen werden, weil sonst ein Mrnisterium der Linken auf lange Zeit die Situation beherrschen und die tschechische Etappen Politik auf Jahrzehnte hinan« in« Stocken gerathen würde. Prag, 14. November. Infolge ber umfasiendsten polizeilichen Maßregeln verlief der gestrige Tag vollkomme» ruhig. Der übliche Studentenbummel konnte ohne jede Störung vor sich gehen. Paris, 14. November. Aus Drängen Freycinet« wird die Untersuchung gegen Picquart sicher morgen abgeschloffen werden. Ein Verhör Freycinet« vor dem Caffations- hofe ist unwahrscheinlich, da er an der Affatre unbelheiligt ist. Pari», 14. November. Nach hier eingetroffenen zuverlässigen Meldungen hat die russisch-englische Differenz bezüglich der chinesischen BertragShafeu-Frage eine neue bedenkliche Verschärfung erfahren. Pari», 14. November. Gestern Abend circulirte hier da« Gerücht vom Tode Drehfns. Die „Agence HavaS" veröffentlicht ein Telegramm, demzufolge eine Familie Dreyfn« im Elsaß Nachricht über den Tod Dreyfns erhalte» habe. Fran Dreyfn« in Pari« bementirt jedoch biefe Meldung entschieden unb sagt, sie fei nur verbreitet worden, um die öffentliche Meinung in Pari« aufzuwiegeln. Auch bal Colonial- Ministerium hat keinerlei Bistätigung der Tobe«nachricht erhalten. Pari», 14. November. Die Revifionöpreffe greift Dupuy wegen seiner Weigerung an, Dr eysu« Nachricht Über btt Eluleitucg der Revision Übermitteln zu laffen. Diese Mittheilung sei nicht ungesetzlich. Im Gegentheil sei da« auf Dreyfns angewenbete Ausnahme-Regime ungesetzlich. Aachener Badeofen (krstklass. Leb.-Vers.-Ges. sucht 10686 einen Houben’s Gasöfen 8 11350 gebe zu jedem annehmbaren Preise ab. 11320 M. Kann, grgmübrr der Ftadikirche Sektion lernessei zu vermielben. Löwcngaffe 34. Zlnterzeugen Anfang 8 Uhr. Ende nach IG*/« Uhr. Vereine Uermiethungen Oft en e Stellen (ihiipfchlmmen Kltlltil-Gesnchk verloren 11345] Ein Dachdeckerhammer von der Gartenstraße bi« Schiffen berg ert Hal verloren wordei. Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben Maigaffe 11 abzugeb. Gesetzte» Mädchen, welches in Haus, Küche und Colonlaiwaarenbandel erf. ist, sucht Stellung als Stütze der HauSfrau ober Vorstand des Hausballs. Adr. eab C. 11337 an die Sypeb. d. Bl.______ 15 pCt. Provision. Agenten sucht ( Halldlollgsgehilscii. Verband Hamburg, flegr. 1802, Mi'gliederzahl über 10500, darunterüber 000 tftief», bietet gegen 3 Mt. '/»jährlichen Beitrag: freie Stellenvermittelung, 25 bis 30 Mk. monatl. Unterstützung bei Stellenlosigkeit, bie halbmonatlich erscheinende Deutsche Handelbwacht, über 20 Seiten stark, Gewährung von Hilfsgeldern an nothleidende Berutsgenoffen, Rechtsschutz in allen Berufsangelegenheiten. Außerdem tritt vom 1. Januar 1899 ab die Krankenkasse in Thätrgkeit. Anmeldungen beliebe man an den Lorttand der Ortsgruppe Gießen, Restaurant zum Löwen, zu ruhten. Daselbst jeden Mittwoch von 9 Uhr ab Vereinsabend, zu dem Juteresienten willkommen sind. 11839 Mittwoch bett 16. d. Mts., D. R.-P. Ueber 50 000 Oefen im Gebrauch. In 5 Minuten ein wnrmpxBad! pry- Original Zur Wteberherftellung von ausgetreteoeu Treppentritten empfiehlt sich 11335 tzrnst Kaubach, Weftavlage 27. Garantie 20 Jahre. itionolsürrfammlung. XI. Sectionsansflng. -------------- Gießen—Bieber Gladenbach. Section Oberhessen P. m. Oe. Afpenoerctns. Mittwoch den 16. November, 9 Uhr Abends: 11. HanichMonatslitzuug mit Vortrag: Dom Inn zur latsch und lkisack; Vereinsangelegenbeiten. । Sonntag den 20. November 1898: j Die Wanderer, Kithener Radsahr-Kesellsch. Dienstag den 15. November 1898, Abends 9 Uhr: Restaurant Wusch (Zum Raifergarten). 11348 Sflnb-lObtr^nfpfdot zur Bearbeitung deS Bezirks Gießen gegen hohe Bezüge. Reflectirt wird nut am erste ftraft, der an dauernder Stellung gelegen und die tüchtige Agenten anzustellen und neue Verf. abzuschließen versteht. Off. unter ^Qber-Inspeetor^ an Haafen- stein & Bögler A.»G., Frankfurt a. M. Dienstag, den 15. November Zum 2. Male! Pie Jungfrau in verschiedenen bewährten englischen unb deutschen Systemen lug. Muutuuus NM., Zllh. L. M. Zahkuser, Markt 9 und 10. Unterzetchneler empfiehlt sich in allen in fein Fach einschlagenden Schulimacherarbeiteu bei billtger und doch guter Bedienung. Herren-Sohlen mit Klecken Mk. 2.80 Damen» , , , , z.— Alle anderen Reparaturen prompt. 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Babnbofstr..^9 11344] Etn Heine« Familienlogi^ ist Danksagung Todes-Anzeige Heute Morgen um 7 Uhr entschlief sanft meine liebe Frau Auguste, geb. Grünewald Giessen, den 12 November 1898. Familie Platz. 11846 Otto Manns, Apotheker Grossen-B useck, den 13. November 1898. 11326 Herzlichen Dank für die uns erwiesene aufrichtige Theilnahme an dem uns betroffenen schweren, schmerzlichen Verlust Die Beerdigung findet statt: Dienstag den 15. November, Nachmittags 2 Uhr. nach langem, schweren Leiden im Alter von 43 Jahren. Um stilles Beileid bittet Bäckerverein Frühanf. Mittwoch de« 16. November 1898, Nachmittags 5 Uhr: Keneraf - Versammlung in der Stadt Kassel. Kksprechmg fibtr die bevorstehende« Ktadtverordneteumhie». Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 11388 Der Vorstand. Mitbürger! In wenigen Tagen werden die Wahlen znr Stadtverordaeten-Bersammlung stattfinden. Getreu dem Grundsätze, der die Gemeindevertretung ebenso wie jede parlamentarische Körperschaft beherrschen muß, vast stets das Einzelinteresse vor den Interessen der Gesammtheit zurückzutreten hat, und gestärkt durch die Erinnerung an den vor drei Jahren durch das Zusammengehen aller liberalen Bürger Gießens errungenen Erfolg haben sich die unterzeichneten Vereine wiederum zu gemeinsamem Vorgehen geeinigt und schlagen hierdurch folgende Herren zur Wahl als Stadtverordnete vor: Euler, Philipp IV., SägewerkLesther. Dr. med. Fuhr, Ferdinand, Professor. Helm, Friedrich, Weinhändler. HeyligenstLdt, Ludwig, Stadtverordneter. Leib, Heinrich, Schneidermeister. Löber Wilhelm, Stadtverordneter. Lotz, Louis, Kerkermeister. Dr. Schäfer, Wilhelm, Stadtverordneter. Schaffftädt, Heinrich, Fabrikant. Scheel, Richard, Stadtverordneter. Schiele, Friedrich, Stadtverordneter. Dr. Wimmenauer, Karl, Professor. Bei der Aufstellung dieser Candidaten haben wir uns bemüht, einerseits der Stadt- verordneten-Versammlung die bewährte Arbeitskraft seitheriger Mitglieder zu erhalten, andererseits derselben neue, tüchtige Kräfte aus den verschiedenen Ständen und Berussklassen zuzuführen. Industrie und Handwerk, Groß- und Kleinhandel finden unter den Genannten ihre Vertretung, und dem Interesse der städtischen Verwaltung wird die Wahl eines Arztes, eines bewährten Juristen und eines Sachverständigen vom Forstfache zweifellos dienlich sein. Wenn es uns auch nicht gelungen sein wird, alle Wünsche der einzelnen Bürgerkreise zu befriedigen, so bitten wir doch, solche vielleicht wohlberechtigten Einzelwünsche zurücktreten zu lassen und mit aller Entschiedenheit für die Wahl der genannten Herren einzutreten, damit eine Stimmen - Zersplitterung vermieden weroe, die nur den socialdemokratischen Candidaten zu Gute kommen könnte. Gießen, den 14. November 1898. 11340 Der ilottoii Der öorft«nii des fmßmgkn Demi». des mtivmllidemlen Derem. Im grossen Saal des Saalbaues in Frankfurt a. M. Donnerstag den 17. und Freitag den 18. November, Abends 7 Uhr Zwei Concerte des vollständigen K ATM-ORCHESTERS aus München unter Leitung seines ersten Dirigenten Herrn Hofcapellmeister FELIX WEINGARTNER. PROGRAMM Donnerstag den 17. November: 1. C. M. von Weber: Ouvertüre zur Oper „Oberon“. 2. Hermann Götz: Symphonie (F-dur). a) Allegro moderato, b) Intermezzo (Allegretto). c) Adagio ma non troppo. d) Finale (Allegrft). 3. Franz Liszt: „Tasso“, Lamento e trionfo; symph. Diohtg. 4. Ludwig van Beethoven: Fünfte Symphonie (C-moll). a) Allegro con brio. b) Andante, c) Allegro und Finale. 11327 Freitag den 18. November: 1. Wolfg. Amad. Mozart: Symphonie (Es-dor) Nr. 39 der Breitkopf & Härtel- schen Ausgabe, a) Adagio-Allegro. b) Andante con moto, c) Menuette, d) Finale. 2. Hector Berlioz: Drei Orchesterstücke aus der dramatischen Symphonie „Romeo und Julie“, a) Borneo allein — Traurigkeit — Concert und Ball — Grosses Fest bei Capulet. b) Heitere Nacht — Der stille und verlassene Garten Capulete — Liebesscene. c) Die Königin Mab oder die Fee der Tränme. 4. Richard Wagner: Vorspiel und Jsolden’s Liebestod aus „Tristan nnd Isolde“. 5. Richard Wagner: Ouvertüre zur Oper „Tannhäuser“. Eintritts-Karten (Preise für jeden Abend): Logenplätze Mk. 6.—, Saal Mk. 3—, Balcon — Gallerie-Loge — Seiten-Gallerien Mk. 2.50, Obere Gallerie Mk. 1.— bei B. Firnberg, Musikalienhandlung, Frankfurt a. M., Schillerstrasse 20. Deutsche Bekleidungs-Akademie Director M. G. Martene. Frankfurt a. M. O □ 0 0 0 0 Asterweg 47 Gegründet 1868 Ederstrasse 8 Gegründet 1868 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in polirteu und lackirten Möbeln, Polfterwaareu, kompletten Betten, Zaschneide-Lehranstalt — Schnittmuster-Versandt für Herren-, Damen- und Kinder-Garderobe und -Wäsche. 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