1S98 Friitag den 15. April Erstes Blatt. Nr. 87 Gießener Anzeiger Henerat-Mrzeiger und fiw den 'Kvets Sretzen. •iie^me von «»zeigen zu brr Nachmittags für brn fo (graben Lag erscheinenben Nummer bis Sonn. 10 Uhr. All« Anzeigen.LermittlungSstellen beS In. und Ausland-» nehmen Anzeigen für den G'eßener Anzeiger -nt gegen. Am P i es der g ist die Lage Georg-Marienhütte haben niedergelegt. Man erwartet Kctecttoa, Expedition und Druckerei: A4»tstrag« Nr. 1. Berlin, 13. April. Der 27. Congreß der deutschen Gesellschaft für Chirurgie wurde heute Vormittag im hiesigen Langenbeckhause eröffnet. Die Familie Langenbeck stiftete 50000 Mk. zur Sammlung krieg-chirurgischer Erfahrungen in Feldzügen, wobei Deutschland unbetheiligt bleibt. Der Congreß ist von 300 Theilnehmern besucht. Berlin, 13. April. Durch die Zeitungen ist in Der- biudung mit dem Grünenthal'schen Diebstahl die Nachricht gegangen, daß auS der der Oberleitung des RetchSpostamtS unterstehenden Reichsdruckerei ein Ueberdruckstempel ver- schwunden sei, der Ende der 60er Jahre zur Ueberstempeluug von sogenannten überklebten Briefumschlägen der ehemaligen norddeutschen Bundes-Postverwaltung gedient habe. Diese Nachricht ist, wie die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, in jeder Daß Kaiser Wilhelm bei jenem Telegramm an den Präsidenten Krüger nicht etwa von einer feindseligen Stimmung gegen die Engländer geleitet worden ist, war, außer den Engländern, wohl Jedermann klar, eS wird aber noch überzeugender dargelegt durch die Depesche, welche der Kaiser vor einigen Tagen an die englische Botschaft in Berlin sandte und worin er seine Glückwünsche aussprach zu dem von den Engländern bet Atbara über die Derwische erfoch- teuen Sieg. Wo eS sich um Erfolge der Cultur über die Barbarei handelt, dafür bekundet der Kaiser ein besondere- Berständniß, insbesondere wenn damit eine heroische Waffenthat verbunden ist. Und die Engländer wiffsn es zu würdigen, daß der deutsche Kaiser die Waffenthat ihrer Armee anerkennt und nicht gezögert hat, der letzteren für ihren Triumph seine Glückwünsche au-zusprechen. Die Stimmung in England scheint plötzlich umgeschlagen zu sein und die Blätter aller Parteien sprechen ob der kaiserlichen Kundgebung ihre Ge- uugthuung aus. Vielfach schießen freilich die Blätter weit über daS Ziel hinaus bei der Beurtheilung des kaiserlichen Telegramm-- die einen erblicken darin eine Handlung von internationaler Bedeutung, während andere in dem Telegramm den Ausdruck herzlicher Freundschaft gegenüber den britischen Waffen sehen. AuS welchen Impulsen dieses Telegramm entstanden sein wird, haben wir oben schon näher dargelegt, und alle weitergehenden Erwartungen, welche daran geknüpft werden, dürften sich nicht erfüllen. Jedenfalls aber ist es nicht ohne Werth, wenn die Beziehungen zwischen Deutschland und England sich wieder herzlicher „Halten- hat baß Telegramm dazu beige- tragen, so haben auch wir Ursache, demselben eine größere Bedeutung beizulegen und dasselbe freudig zu begrüßen. '.'-rffc für Depefcken: Anzeiger Hießt-. Fernsprecher Nr. 51. Kaiser Wilhelm und England. Unser Kaiserhos steht dem englischen KönigShause ver- waudtschaftlich sehr nahe, trotzdem find aber die Beziehungen nach dem, waS in die Oeffevtlichkeit dringt, nicht fortgesetzt allzu herzliche. Man hört ab und zu von einem gespannten B^rhaltniß zwischen dem Berliner Hofe und demjenigen von St. James und noch kürzlich machte die Meldung die Runde durch alle Blätter, daß Prinz Heinrich, als er auf der Fahrt nach Ostafien seiner Großmutter einen Besuch abstatteu wollte, von dieser nicht sehr herzlich empfangen worden sei. Diese Nachricht ist später demeutirt worden und sie mag auch that- sächlich unrichtig fein, aber es ist immerhin bezeichnend, daß sie überhaupt colportirt wurde und Glauben fand. Wenn wir den Gründen zu einer etwa vorhandenen Verstimmung zwischen den beiden Höfen oder wenigstens zu der Thatsache nachforscheu wollen, daß man derartigen Meldungen willig daS Ohr leiht, so müßten wir einige Jahrzehnte zurückgreifen und insbesondere des Jahres 1888 gedenken, aber eS ist ja leicht erklärlich, daß etwas Authentisches über diesen Gegenstand nicht mitgetheilt werden kann, daß man dabet mehr oder weniger aus daß Feld der Bermuthungeu angewiesen ist. Eine g.w'ffe Schärfe erhielt daS Berhältniß erst, al» im Jahre 1896 Kaiser Wilhelm dem Präsidenten Krüger daS bekannte Glückwunschtelegramm sandte anläßlich der Abwehr der Einfall» Dr. JamesonS in Transvaal. Da begannen die Wogen de» Zorns der Engländer haushoch zu gehen, und die gesammte dortige Presse begann jenen Krieg gegen Deutschland, der in den verschiedensten Demonstrationen feinen Ausdruck fand. An einzelnen Orten kam eS sogar zur Jnsultirung Deutscher und die englische Regierung klapperte mit dem Schwerte, schuf da» famose fliegende Geschwader und geberdere sich auch sonst sehr ungehalten darüber, daß unser Kaiser jenen schmachvollen Uebersall gemiß- btlligt hatte. Seit jener Zeit herrscht eine besonders kühle Temperatur zwischen Deutschland und England, und erst ganz langsam begann dieselbe sich wieder etwas zu erwärmen, aber das alte herzliche Einvernehmen, wie e» zwischen den beiden stammesverwandteu Nationen bestehen sollte, ist bi» auf den heutigen Tag noch nicht ganz wieder hergestellt. Freilich tragen dazu auch Interessen wirthschaftlicher Natur bei, die wohl niemals wieder ausgeglichen werden dürften, wenn nicht Deutschland feint gerechten Ansprüche an den Weltmarkt ausgeben will. ML eine weitere Ausdehnung de» Ausstandes. Köln, 13. April. Nach einem Telegramm der „Köln. BolkSztg." aus Osnabrück beträgt die Zahl der Feiernden in den Gruben des Georg-Marien-BergwerkS- und Hüttenvereins 1500 bis 2000 Personen. Köln, 13. April. Die „Köln. Ztg." meldet au» Konstantinopel: Die Türkei beharrt auf die Ernennung KaratheodoriS zum Gouverneur von Kreta. Sie ersuchte Hanotavx, keine Schwierigkeiten dagegen zu erheben, ein Erfolg sei indessen nicht zu erwarten. Deutsches Darmstadt, 13. April. Der „Darmstädter Zeitung" zufolge kehrt daS Großherzogspaar mit der Prinzessin Elisabeth heute Nachmittag auS Gotha hierher zurück. 1 «h Aezugspceis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf«, monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Außerdem wird ein Reihe Vertreter entsenden. Osnabrück, 13. April, unverändert. Aus der 500 Arbeiter die Arbeit Mittheilungen über die Anwendung der Röntgen-Strahlen au», daß die srüher unbegreiflichen Fußanschwellungen in 81 von 86 Fällen auf den Bruch deS Mittelfußknochenr zurück- zusührea seien. Proseffor Behring erregte mit seinen Mit- »Heilungen über da» hochgradige Tuberkulose-Heilserum Aufsehen. Er ist nach dem Urtheil von Fachmännern einen guten Schritt vorwärts gekommen, da e» ihm gelungen ist, da» zur Jmmunisirung von Thteren nothwendige Gtst in genügender Stärke und genügender Meoge herzustellen. Washington, 13. April. (Senat.) Davi» legte den Bericht vor, den die Mehrheit der Commission beschlossen hat. Drr Bericht erklärt: In Erwägung, daß die Lage auf Cuba, wie sie seit drei Jahren andauert und schließlich die Zerstörung der „Maine" zeitigte, nicht länger ertrage« werden kann, möge daS HauS Folgendes beschließen: Da» Volk CubaS ist von Rechtswegen frei und unabhängig und es ist Pflicht der Vereinigten Staaten, von Spanien za fordern, und die Regierung fordert demgemäß, daß Spanien sofort feine Hoheitsrechte über Cuba uiederlege und unver- züglich feine Streitkräfte von der Insel zurückziehe. Der Präsident wird ermächtigt und aufgefordert, die gesammte« amerikanischen Streitkräfte zu verwenden, so weit sie zur Durchführung der Resolution erforderlich find. Der Senat trifft heute noch keine Entscheidung. Dir konservativen Senatoren besürworten einen Aufschub. Loeales prwhttfeat** Wehe«, den 14. April. •• Schvldievstnachrichten. Am 7. Februar wurde de« SchulamtSasptranten Jakob Metz aus Gau-Odernheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Freimersheim, Krei» Alzrh, an demselben Tage wurde dem SchulamtSasptranten Adam Kadel auS Birkenau eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Lauterbach, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranteu Ludwig Stoll au» Llch die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lehrbach, Kreis Alsfeld, an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Wilhelm August Dollinger zu Ober-Gleen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, au demselben Tage wurde dem Schul- lehrer Friedrich Schlamp zu KaulstoS die Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Betzenrod, Kreis Schotten, am 8. Februar wurde dem Schullehrer Wilhelm Klock zu Rad- wühl eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Babenhausen, Kreis Dieburg, am 9. Februar wurde dem Schullehrer Konrad Wilhelm Karl Rauch zu Ober-Kainsbach die Lehrer- stelle an der Gemeiudeschule zu Radmühl, Kreis Lauterbach, am 10. Februar wurde dem unter Vorbehalt seiner Rechte als definitiv angestellten VolkSschullehrer zu Dudenhofen, als Schulverwalter zu Hühnlein verwendeten Schullehrer Hein- rtch Heberer eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hühnlein, am 11. Februar wurde dem SchulamtSaspirante« Georg Schuch au» Nteder-Erlenbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu EckartSborn, Kreis Büdingen — übertragen- am 16. Februar wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach auf die Lehrerstelle au der Gemeiudeschule zu Laudenau, Kreis Bensheim, präsentirte Schulamtsaspirant Georg Kolb ach er au- Ober-Kinzig für diese Stelle bestätigt. " Postpersoualnachrichten. Versetzt find: der Post- kassirer Forkel von Elberfeld nach Darmstadt, die Post- Verwalter Drißler von Groß-Karben nach Bibit-, Möser von BallerhSthal-Dreibrunueu nach Offenbach a. M., Letzterer unter Ernennung zum Ober-Postasfistenten, die Ober-Post- asfistenteu Seipel von Frankfurt a. M. nach BeuShetm und Mulch von Friedberg (Hessen) nach Groh-Karbes, Letzterer unter Ernennung zum Postverwalter. Uebertrag en ist zunächst probeweise dem Postsecretär Erdmann ou» Königsberg t. Pr. eine Ober-Postsecretärstelle in Gießen. Ernannt find zu Ober.Poftasststenten der Tele- graphenaffistent Fastg in Mainz, diePostasfistenteu Weiß, Kinzenbach und Bausch in Gießen, Scheuer, Belz und Daab in Mainz, Niebel und Breitwiefer in Offrnbach a. M., H ammanu in WormS, Weber und Beck in Darmstadt, Th. Schmidt in Al-feld, Fischer in Grünberg (Hessen), Hahn tn Groß-Gerau, Molter in Heppenheim a. d. Bergstr., Beck in Michelstadt, zu Ober- Telegraphenassistevten die Telegraphenasststeute« Glück in Fliedberg (Hessen) und Laun in Mainz. An- gestellt find alß Postassistenten die Postasfistente« Beike, Budde, Hotz, Schäfer und Fischer au» Frankfurt a. M., Cour. Diehl aus Offenbach a. M. und Keller au» Stockach in Mainz, Adam Diehl in Mainz, Bern, 13. April. Im Nationalrath stellte Dr. Joon den Antrag, den BundeSrath zu ersuchen, er möge die Frage veranlassen, ob nicht die Schweiz ihre Vermittelung zur Beilegung des fpauisch-amerikanischen Con- flictS anbieten soll. Pari», 13. April. Die in Washington beglaubigten Vertreter der Großmächte beabfichtigen einen neuen Collectivschritt. Derselbe soll erfolgen, sobald die Ueber- gäbe de» spanischen Memorandum- an Mac Kinlrh ersolgt ist. Der Inhalt dieses Memorandums soll vorher vertraulich den europäischen Großmächten mitgetheilt werden. Pari», 13. April. Wie eß heißt, wird der OrdenS- rath der Ehrenlegion die Entscheidung im Falle Zola erst nach der neuen Verhandlung vor dem Schwurgericht fällen. London, 13. April. AuS Honkong wird gemeldet, Prinz Heinrich von Preußen fei heute auf der „Gefion" nach Shanghai abgereist. „Deutschland" bleibe noch im Dock. Madrid, 13. April. Im gestrigen Ministerrath wurde die Botschaft Mac Kinleys einer eingehenden Besprechung unterzogen und der Beschluß gefaßt, die Sou- veränitätSrechte Spanien» zu betonen, welche mit der Einmischung einer fremden Macht unvereinbar seien. Die spanische Regierung sei fich ihre» Rechte- voll bewußt. Nicht» werde diese Ueberzeugung erschüttern. Nation und Regierung würden in den gegenwärtigen schweren Zeiten nicht einen Augenblick ihre Ruhe und Festigkeit verlieren. Sämwtliche Minister schlossen sich diesem Standpunkte an. Madrid, 13. April. (Ag. Fabra.) Officielle Kreise meinen, man könne Mac Kinleys Ansicht über das Recht der UnionSstaaten, in der Cubafrage zu interveniren, nicht protestlo» hinnehmen. Spanien ging bis an die äußerste Grenze der Concesfionen- eS müsse nun auf die Schritte der Unionsstaaten mit entsprechenden Schritten antworten. Angesichts der JnterventionSdrohung der UnionSstaaten müsse Spanien fortfahren, feine Vertheidiguog vorzubereiten. Ein Beschluß, zur Verstärkung der Flotte eine nationale Sub- scription zu eröffnen, wird unverzüglich der Regentin zur Vollziehung unterbreitet. Madrid, 13. April. In der heutigen Sitzung des 19. internationalen CongresseS für Hygiene führte Oberstabsarzt Stechow aus Berlin in intereffanteu ■SflÄ •dang bei en, Beziehung unrichtig. Berlin, 13. April. Zu den Jubiläumsfeiern in Dresden haben außer dem deutschen Kaiser und dem Kaiser von Oesterreich noch der Prtnzregent Luitpold von Bayern, der Großherzog von Hessen, der Herzog von Sachsen-Coburg- Gotha, der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, ferner die Fürsten von Schwarzburg Rudolstadt, Reuh j. L. und zu Schaumburg-Lippe ihr persönliches Erscheinen auqemeldet. " ' deutscher und fremder Herrscher Grscheiut tägNch mit Ausnahme brS Montags. Die Gießener A»mttie«Stätter »»erben bem Anzeiger Wöchentlich viermal deigelegt. tüogewittel, L1 für Lchmiue, Lllj Rinder *• 1934 Kröll. It£en 'a‘’,’pXeDdie ' h A ScWda) pietsch • 3651 um "er y-Ät Hüller. M kA- ■’ 3222 ..eldorL* e, deutsche räder ner Systeme und Damen W WWl. LMM. 'einer persönkehen hing. ZM n Damen wird auf einer Dame Unter- it ertheih. geile aus Berlin, Sattler aus Mülhausen im Els-, Thörle aus Freiburg i. BreiSg. in Offenbach a. M., Hahn und Traub in Offenbach a. M., Flohr aus Mülhausen i. Els., Mahr au» Freiburg i. Br. in Gießen, Joseph in Gießen, Höchst au» Hagen (Wests.), Röder ouS Chemnitz (Sachsen) in Norm», Lange au» Darmstadt, Laubach an» Iserlohn und Spatz auS Frankfurt a. M. in Bingen a. Rh., Neeb au» Offenbach a. M. in AlSseld, Scheid ou» Frankfurt a. M. in Darmstadt, Bögler au» Dortmund in Friedberg (Hessen)- die Postanwärter Langohr in Friedberg (Hessen), Geißner in Mainz und der Tele- graphenwärter Fr. Müller in Gießen. Angenommen find al» Postanwärter: Hauck und Reinheimerin Offenbach a. M., Dörr in Darmstadt, Grill in Bingen, Strauch in Friedberg (Hessen), Herth und Nagel in Gießen, Bausch, Eichelmann, Gräter, Lehr, Jac. Schmidt, Trautmann und Zimmer in Mainz und Hechler und Muth in WorwS - als Postagenten: der Bürgermeister K r a f t in Trebur, der Wagnermeister Diesen» dach in Kelsterbach, der Schmiedemeister Friedrich in Ober-Fiukenbach, der Station»verwalter Schnell in Klein- Auheim, der Schneidermeister Hinkel in Dittelsheim, der Bürgermeister Schneider in Ostheim bei Butzbach. AuS- geschieden find die Postagenten Mee» in Trebur und Wetzel in Kelsterbach, sowie der Postanwärter Schmitt in Worm». In den Ruhestand treten der Ober-Tele- graphenasfisteut Steffen» in Mainz und der Postverwalter Lu ein» in Jugenheim (Rheiuh.). •• Sisenbahunnfall. Am zweiten Feiertag ereignete sich auf der Strecke zwischen Lich und Garbenteich ein Unfall. Der um 2 Uhr 5 Min. Nachmittag» von Gießen abgehende Persouenzng war von Garbenteich nach Lich abgemeldet. Al» er jedoch in Lich nicht einfuhr und per Telephon in Garbenteich über das lange Ausbleiben de» Zuge» angefragt war, fuhr man mit einer Maschine de» von Hungen kommenden Zuge» im langsamen Tempo von Lich weg. E» stellte sich heran», daß der Zug von Garbenteich beim Wärter Koppel stille stand. Die vordere Achse der Maschine war au» dem Geleise auSgesprungen und noch ungefähr 200 Schritte außer dem Geleise weiter gefahren. Die Passagiere von Ltch-Garbenteich mußten an der betr. Stelle umsteigen, wodurch eine ea. anderthalbstündige Verspätung eintrat. Die Strecke war gesperrt, konnte des Abend» aber wieder befahren werden. Niemand verunglückte. *■* Die Traiairschnle wird am Sonntag den 17. auf der Rennbahn an der Haardt ein erstes öffentliche» Ve r- suchS-Rennen abhalten, an der sich zehn Fahrer betheiligen werden. Im Anschluß hieran unternimmt Herr Der- Heyen mit Fahrern wie Struth, W. Koch und Wtlh Läufer u. A. interessante Recordversuche. Ludwig Opel in Rüsselsheim wird im Sommersemester unsere Hochschule besuchen und fiedelt zu diesem Zwecke nach Gießen über. — Am 22. Mai findet da» erste Radfahrer-Rennen statt. •* Volttbühveuspiel. In unserer Nachbarstadt Marburg findet nächsten Sonntag die Aufführung de» Volksbühnen- spiel» „Conrad von Marburg" im Museumssaale statt. Da» Stück ist hochbedeutsam und iutereffaut durch seinen historischen Stoff aus Hessen» Geschichte und wird dargestellt von Einwohnern Marburg». Der Anfang ist auf 51/, Uhr festgesetzt, so daß allen auswärtigen Besuchern bequeme» Hin- und Rückreisen ermöglicht ist. (Siehe Inserat.) nn.** Gegen den Baufchwindel. Auf den von der Großh. Regierung den einzelnen Gewerkoereiuen zur Begutachtung zugesandten Entwurf eine» Reichsgesetze» »Sicherung der Vorrechte der Bauhandwerker" hat der OrtSgewerbeverein von Darmstadt folgende Resolution an die Centralstelle für die Gewerbe gelangen lassen: Der Entwurf ist eine geeignete Grundlage für die gesetzliche Regelung der Materie, er bedarf aber außer einzelnen redactionellen Verbesserungen hauptsächlich in folgenden Punkten eine Aenderung und Erweiterung: 1) ReichSgesrtzltch, nicht landesgesetzlich muß der Gegenstand geordnet werdender Landesgesetzgebung kann nur die Ausführung des Reichsgesetze» und der Landesverwaltung nur die Feststellung der Reubaubezirke unter Vorbehalt de» gesetzlichen Recurse» Vorbehalten werden. 2) Die Beschränkung deS Gesetze» auf Neubauten ist unzweckmäßig, verwirrend und geeignet, die Abficht deS Gesetzgeber» zum großen Theile zu vereiteln, da» Gesetz muß auch auf Umbauten ausgedehnt werden- e» gibt deutsche Städte, welche gegenwärtig in außerordentlicher Entwicklung und gewissermaßen iw Umbau begriffen find- in diesen Städten, wie beispielsweise Darmstadt, würde der Entwurf in seiner jetzigen Fassung kaum Anwendung finden können. 3) Unannehmbar und den Zweck de» Gesetze» gefährdend, auch unbillig und willkürlich ist die Beschränkung de» Entwurfs auf das in den letzten Kalenderjahren unbebaute oder nur mit Gebäuden ungeordneter Art besetzte Gelände. Nach dieser Erweiterung de» Entwurf» wird da» ReichSgesetz dem Bauschwindel einen starken Damm entgegensetzen und eine segensreiche Wirkung entfalten. *e Sicherheits-Kuppelungen sollen laut Erlaß de» Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 4. d. M. nunmehr an allen Eisenbahnwagen, die in Zügen für den öffentlichen Verkehr Anwendung finden und voraussichtlich bi» 1. April 1900 nicht zur Ausmusterung kommen, angebracht werden. Wagen, bei denen mit Rücksicht auf die Bauart de» Untergestell» derartige Kuppelungen sich nicht ausführen lassen, sollen auSgemustert bezw. nur in Arbeitszügen verwendet werden. •• Wetterbericht. Auch heute steht der größte Theil Europa» unter dem Einfluß niederen Drucke». Die gestern Aber der Nordsee lagernde Depression ist rasch südostwärts bi» nach dem ungarischen Tieflande gezogen, während über den britischen Inseln ein neue» Minimum erschienen ist. Der hohe Druck bleibt auf den äußersten Südwesten und Nordosten de» ErdtheilS beschränkt. Die Witterung ist auf unserem Gebiete andauernd unbeständig und fielen meiftenort» Niederschläge, in den höheren Lagen de» Gebirge» neuerdings meist Schnee. Die Temperaturen find beträchtlich gesunken. — Voraussichtliche Witterung: Andauernd kühl und unbeständig. Englische Gefängniffe. Au» London schreibt man: Eine neue Vorlage im Parlamente zur Verbesserung der englischen Gefängnisse hat von Neuem Licht auf die beklagenlwerthen Verhältnisse geworfen, in denen sich diese immer noch befinden. Die Strafgesetze in England find, sobald es sich nur um ein Vergehen gegen den Besitz handelt, äußerst hart, und die Behandlung der Gefangenen ist geradezu barbarisch. Unzählige Ansprüche von Seiten menschenfreundlicher Schriftsteller haben kaum einen Schritt vorwärts geführt. Noch im Anfang dieses Jahrhunderts wurde eine junge Frau, weil sie halbverhungert ein Milchbrod „gestohlen" hatte, zum Tode verurtheilt und thatsächlich gehängt! Und heute ist es belehrend und em* pörend zugleich, in Labouchöre's „Truth" Woche für Woche die Zusammenstellungen von Strafen zu verfolgen, die hier zu Lande wegen einfachen Diebstahls und wegen anderer Vergehen ertheilt werden. Wenn Labouchöre's Bemühen nur endlich zu einer Aenderung der Gesetze führen wollte! Da kann man lesen, daß ein Polizeirichter einen rohen Kerl, der seiner Frau in einem Wuthanfall ein Auge ausgeschlagen, zu fünf Schilling Strafe verurtheilt, während derselbe Gerichtshof über einen armen Teufel, der obdachlos im Freien übernachtet hat, drei Wochen Gefängniß verhängt, und dergleichen mehr. Und wie sieht gar solche Gefängniß. strafe aus? Oscar Wilde, der bekanntlich sein Verbrechen gegen die Gesetze der Sittlichkeit durch Kerkerstrafe büßen mußte, sühnt sein krankhaftes Vergehen jetzt durch Beschreibung der Zustände in den Gefängnissen, die die mächtige Hand des Dichters verrathen und an jede menschliche Brust appelliren. Hunger, Schlaflosigkeit und Krankheit, so behauptet er, seien die drei gewaltigen Uebel, welche die englischen Gefängniffe zu wahren Brutstätten des Unheils machen. „Die Nahrung, die den Gefangenen gereicht wird, ist durchaus ungenügend. Die meiste ist abstoßend in der Beschaffenheit; Alles ist unzureichend. Jeder Gefangene leidet Tag und Nacht an Hunger. Ein bestimmtes Maaß von Essen wird sorgfältig Unze um Unze jedem Gefangenen zugewogen; es ist gerade genug, nicht die Lebenskraft, sondern eben das Dasein zu erhalten." Die Folge dieser „Ernährung", die zumeist aus dünnem Haferschleim, schlecht gebackenem Brod, Fett und Wasser besteht, ist beständiger Durchfall. „Der Gefangene wird eine Beute dieser schwächenden, niederdrückenden Krank- heil; ist er dann zu schwach, seine Arbeit an der Tretmühle auszuführen, so wird er wegen Trägheit gemeldet und mit der größten Strenge und Rohheit bestraft." Stockprügel sind bekanntlich nichts Ungewohntes in England. Die Schlaflosigkeit wird nach Oskar Wilde durch das hölzerne Brett herbeigeführt, das dem Gefangenen als Bett angewiesen wird. Es darf ferner nicht übersehen werden, daß jedes englische Gefängniß gleichbedeutend mit Einzelhaft ist, der schwersten aller Kerkerstrafen, die das deutsche Gesetz ertheilt, und von der ein geistvoller Beobachter einst gesagt hat: „Das Schweigen des Zellengefängnisses ist die Sühne der vorlauten Thal." Diese unerbittlichste aller Strafen ereilt in England Jeden, der auch noch so geringfügig gegen die Gebote verstoßen hat. Eine Stunde täglich eintöniger Marsch im Gefängnißhofe, dreiundzwanzig Stunden fürchterliche Einsamkeit und Beschäftigung in der Tretmühle und mit Wollzupfen. Das sind die Sühnen von Handlungen, die den ganzen Kreis des Verbotenen umschreiben, vom Betteln aus schreiender Hungerspein bis zum Raubanfall oder Mord! Daß unter solchen Umständen die englischen Gefängnisse nicht dazu angethan sind, den Sünder zu bessern, sondern vielmehr alle Keime des Hasses und der Verachtung der übrigen menschlichen Gesellschaft aufquellen zu lassen, muß jedem Einsichtigen klar werden, und es ist in der That nicht eine Stunde zu früh, daß die Regierung mit einer Vorlage vor das Unterhaus tritt, um Wandel zu schaffen. Nur sind wir leider nicht hoffnungs. sicher genug, um von der neuen Maßregel eine durchgreifende Besserung zu erhoffen. Dmnifdptes* * Berlin, 7. April. Ein Aufsehen erregender Einbruch ist, so schreibt der „National-Zeitung", ein sonst als zuverlässig bekannter Berichterstatter, mit großer Verwegenheit in der Nacht zum Samstag in der Müllerstraße verübt worden. Bemerkenswerth ist er besonders dadurch, daß es den Dieben gelungen ist, einen neuen Geldschrank vollständig zu spalten und seines Inhalts zu berauben. Die Fabrik für Eisenbahn-, Schifffahrt-, Marine-, Landwirthschafts- und Industrie * Bedarfsartikel von C. Tobler in der Müllerstraße Nr. 146/47 ist im Laufe der letzten Jahre schon dreimal von Einbrechern heimgesucht worden. Schon einmal haben sie einen neuen Geldschrank angebohrt, damals jedoch ohne Erfolg. Der Wächter Ferdinand Trispel hatte daher die Weisung, im Comptoir die ganze Nacht hindurch Licht zu brennen und sich nach den Controllgängen über das zehn Morgen große, von der Straße abgelegene Gelände im Comptoirgebäude aufzuhalten. In der Nacht zum Samstag war der Wächter um I V, Uhr dabei, die nach der Torfstraße zu angebrachte Controlluhr zu stechen. Seinen großen, wachsamen Hund hatte er bei sich. Während er sich an der Uhr zu schaffen machte, kamen plötzlich vier Männer, wahrscheinlich aus einem benachbarten Schuppen heraus, auf ihn zuge- sprungen, warfen ihm einen Sack über den Kopf und schleppten ihn dann in die etwa 40 Meter entfernt liegende Meifter- stube. Hier nahmen sie ihm seinen großen geladenen Revolver ab, steckten ihn dann wieder in den Sack, der ihm bis zu den Füßen reichte und setzten ihn in eine Ecke. Den Hund \ hatten die Einbrecher durch Schläge verscheucht. Das Thier ’ kehrte erst am Samstag Morgen spät in seine Hütte zurück. ! Während einer der Spitzbuben den Wächter mit seinem - eigenen Revolver bewachte, begaben sich die drei anderen in das 60 Meter von der Meisterftube entfernt gelegene Comptoirgebäude und machten sich daran, v?n zwei Geldschränken den einen, einen neuen, der das Geld enthielt, zu erbrechen. Sie legten den Schrank vornüber und bearbeiteten ihn drei Stunden lang mit Flach- und Schrotmeißeln und einem Vorschlaghammer, alles Werkzeuge aus der Tobler'schen Fabrik selbst, an der linken oberen Kante, wo die Platten Zusammenstößen. Nach mühevoller Arbeit gelang e« ihnen endlich, den Schrank aufzuspalten und an den Tresor zu gelangen. Aus diesem entnahmen sie 5300 Mk.: 1 Tausend- markschein, 24 Hundertmarkscheine, 5 Zwanzigmarkscheine. 5 Fünfmarkscheine, die Coupons zu je 32 Mk. 50 Pfg, 3V,procentiger preußischer Staatsanleihe, mehrere kleinere Coupons und den Rest in Gold- und Silbermünzen. Emen Check über 700 Mk. aus Halberstadt, mehrere Staatspapiere und Actien, für 16 000 Mk. gezogene Wechsel und vier preußische Lotterieloose ließen sie liegen; die Bücher hatten sie auf den Hof geworfen. Nachdem die drei Einbrecher mit der Arbeit fertig waren und die Beute eingesteckt hatten, kehrten sie zu dem vierten und dem Wächter in die Meisterstube zurück. Hier banden sie dem Wächter, der noch immer in dem Sacke lag, auch noch eine Schürze um den Kopf und den Hals, fesselten ihm mit einer starken Schnur von einer Rollladenvorrichtung die Hände auf den Rücken und schleppten ihn dann in das Comptoir, setzten ihn hier wieder in eine Ecke und Überließen ihn seinem Schicksal. Um 5 Uhr Morgens kamen der Kutscher Hermann Joachim und der Pförtner Neumann auf das etwa 100 Meter von der Straße abgelegene Fabrikgelände und fanden den Wärter im Comptoir liegen. Sie schnitten die Schnur durch und befreiten den Mann dann auch von der Schürze und dem Sack und theilten dem Fabrikbesitzer den Vorfall mit. Von der Criminalpolizei, die nun sofort benachrichtigt wurde, erschien der Commissar v. Bäckmann, um an Ort und Stelle die erforderlichen Aufnahmen zu machen. Nach Lage der Sache können die Ein- brecher nur Leute sein, die die Verhältnisse genau kennen und auf der Oertlichkeit Bescheid wissen. Sie waren alle vier maskiert, einer von ihnen hat feine leichte Gazemaske auf dem Hofe verloren. Merkwürdig ist, daß die Einbrecher gerade die Nacht zum Samstag benutzt haben. Herr Tobler war nach achttägiger Krankheit erst am Freitag wieder in die Fabrik gekommen und hatte nach einer Abrechnung zu dem Bestand im Geldschrank gerade noch 3000 Mk. hinzugelegt. Er setzt auf die Ermittelung der Diebe und die Herbeischaffung der Beute eine Belohnung von 500 Mk. aus. — Eln ähn^ licher Einbruch ist vor etwa acht Tagen in dem Farben- geschäft von Warnecke & Böhm in der Pankstraße verübt worden. Hier haben die Diebe 800 Mk. erbeutet. * Konstanz Die „Konstanzer Ztg." meldet untetm 7. April: Heute feiert der letzte Karlsruher LhceumSdirector, Geheimerath Professor vr. CH. F. Gockel seinen hundertsten Geburtstag. Er wirkte 42 Jahre am Karlsruher Lycenm und war zugleich Professor an den Großherzoglichen Militär- BilduugSanstalteu (CadetteucorpS und Kriegsschule); als solcher konnte er bei seinem 40jährigen Dieustjubiläum sagen, daß alle damals lebenden badischen Osfiziere vom General bis zum Lieutenant seine Schüler gewesen seien. * AuS Asaß'Lothriugru, 12. April. Gestern Abend erschoß sich in Straßburg der Musketier GrajewSki von der 4. Compagnie des Jnf.-Regiment» Nr. 172. Die That ist auf eine dienstliche Veranlassung zurückzuführen. —Ja Dieuze erschoß fich ein Sergeant des Jnf.-RegimevtS Nr. 143. Er hatte beim Scheibenschießen den Hund des Hauptmanns oieder- geschoffen und machte seinem Leben au» Furcht vor Strafe ein Ende. * Alle» sammelt! Die „Franks. Ztg." erhält folgende Zuschrift: Herr Redacteur! Niemals vielleicht war die Sammelwuth auf so verschiedenen Gebieten thätig, wir heutzutage. Anfichtspostkarten, Liedigbilder, Reclamezeich- nungen, Ex-libris, WeinetikettS und tausend unmögliche Dinge mehr werden gesammelt, clasfificirt, erhalten ihren Marktwerth und bilden da» Object von Abhandlungen In „Fach- Zeitschriften", von Abhandlungen, die fich allzugern in ein Kleid mit wissenschaftlichem Aufputz hüllen. Daß dem Verkehr in derartigen Samm-lgegenständen unser System de» Waarenaultausche» gegen Baarmittel nicht mehr gefügt, ist eigentlich selbstverständlich. Denn wer könnte schließlich den Werth einer vollständigen Sammlung aller in Berlin etwa zur Ausgabe gelangenden — nota bene gebrauchten — Pferdebahndillets in Mark und Pfennig genau abschätzen? Und so ist man denn zu dem bei den Wilden und den Schulknaben mit Recht so beliebten Tauschshstem zurückgekehrt. E» ist ja auch klar, daß viel leichter zu berechnen ist, wie viel Maikäfer-eine „Serie" Liebigbilder werth ist, al» welche« Baarwerth fie hat. Und da unser Zeitung»wesen jedem berechtigten BtdÜrsniß entgegenkommt, so hat fich denn schon vor längerer Zeit ein unternehmender Mann gefunden, der eine rein und ausschließlich dem Tauschverkehr gewidmete Zeitung herauSgibt. Blickt man in da» Blatt, so wird man traurigen Muthe» gewahr, wie viele Leute fich aus schönem Idealismus zu krassem Materialismus bekehren. Oder ist es etwas Andere», wenn Jemand Liebigbilder gegen ein Fernrohr, ein Zweiter eine „SchönheitSgallerie" gegen „irgend etwa» Brauchbares", ein Dritter einige Bände eine» Coo- versationSlerikon» gegen Hühner, ein vierter (Lehrer) eine Harfe gegen einen — Kinderwagen au»zuiauschen sucht? Andrrerseit» fehlen auch Lichtblicke nicht. Da ist ein Herr in Oboroik (Posen), der eine Patent-Schnellbuttermaschine gegen Zeitschriften, Guitarre oder Flöte weggeben will, eine Berliner Dame, die für ihre guterhaltene Nähmaschine einen Kanarienvogel haben möchte, ein Herr, der seinen Biberpelz für ein Fahrrad anbleiet. Kein Bild ober von der Geistes- richtung ihrer Verfasser geben andere Annoncen, in denen rin Fahrrad gegen einen Hund, eine Palme gegen einen Teckel, ein Paar Schneeschuhe gegen Kaninchen, ein Harmonium gegen ein Fahrrad aulgeboten werden. Fahrt äoer bilden Überhaupt neben Postmatken, Liebigbildern, Ansichtskarten offenbar da- beliebteste Tauschobject. — Hoffentlich bildet fich , BtiW tzoltaer Ä,° 12 f"" nzchMdt» ßii ist Srsrmdeo i' Veibreiitt i So KtB Ihr Rif Mr So« 9?aa» Stühle» dc So ffltttf So wenig' Sicht brand Der Mzn Ztz." weidet vnlenr Ilarisnidn Lycemidkector, . So ekel sein» hmdechen ’t aw Sarlsnrher Lycerw i -nßherzoglicha MtSr- lö-negS chalk),'als solcher iieoSjobilaum sagen, baß ziere vo« General bis jam den. ptiL MtrototnbtxM letitt Grasewski von dn , Nr. M. Dir Thal ih MwMn.-Jl'Dirnjr s.-Nefmmts Nr. 143. Ei rob deS haoPtwamir oiedet- bo aus Facht vor S»°!r antf. W «hält folM Gewalt vielleicht vor de reuen Gebieten t^altg, W Liebisbildtt, SReclamejeldj- mb rasend mmöMe Mr H erhaben ihm a Äbhandlnngen in 1,1 M '£ iS-’*“ LK »I'1 -1- ° V* W jeiem 6" im, «taW, 111 ,oW wHt «‘”W1U itÄ-jr» ■“"“S’Ä* - eineo 3869] Ein schönes Mansardentogis per i. Juni zu verm. Wallthorftr. 15. 3879] Logis 2 Zimmer, Küche, 2Ba|fer= leitung, per sofort zu verm. Marktstr. 11. Wehversteigerung zu Gießen. ötota dl» 18. Iptil 1898, ilattim. 3 Uhr, auf dem Biehmarktplatze zu Gießen soll da» zur Chr. Nebe'fchen Coucursmasse allda gehörige Rindvieh: 20 Kühe (Holländer und Friesen) öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden. Versteigerung bestimmt. NB. Das Vieh kann eine Stunde vor Beginn der Versteigerung in den beim Viehmarktplatze gelegenen Rebe'schen Ställen besichtigt werden. Im Auftrage 3774 deK Concursverwalters Herrn Helfrich: Engel, Er. Gerichtsvchiehkr. Kamstag de« 16. April 1898, Nachmittags 2 Uhr, im Adler zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung: 1 Rollwagen, 1 Kassaschrank, eine Ladentheke, 6 Sophas, 2 Betten, 1 Plüsckgarnitur, 1 Buffet, einen Schreibtisch, 1 Spiegel, 1 Nähmaschine (neu), 1 Nähtisch und sonst, Mobilien, eine Anzahl Bilder und Spiegelgläser u. s. w. Versteigerung theilweise bestimmt, namentlich betr. der Spiegelgläser. 3918 Epgel, Gerichtsvollzieher. diese Art de» Verkehr» immer weiter an». Wir können dann die erbaulichsten Dinge erleben, und der Streit über die Vorzüglichkeit der verschiedeuen Währungsformen wird nutzlo». Der Cour»zettel gewinnt eine andere Gestalt, und wenn preußische ConsolS statt 103 etwa 10 Dutzend Serien Liebig- bilder notiren, kann un» auch eine Börsenkrifis nicht mehr schrecken. Nach der Zahl der in der erwähnten Zeitschrift enthaltenen Annoncen zu schließen, scheinen wir jenem er- strebenSwerthen Ziele mit mächtigen Schritten zuzueilen. WilhelmShöhe, 12. April. Ein Sammler. * Weilburg, 12. April. Auf ein PreiSau»schreiben der »Berliner Morgenzeitung", betreffend »Die schönste Er- ftndung", find der Redaction genannten Blatte» nicht weniger al» 864 Dichtungen zugegangen. Von den ausgesetzten 12 Preisen erhielt u. A. einen zweiten Preis, be- stehend in einem Exemplar des Werke» „Da» Reich der Erfindungen", Herr Gastwirth Wilhelm Hemming dahier auf nachstehende» Gedicht: Die Wurst. Wa» ist da» Herrlichste auf dieser Welt, Erfunden zum Genuffe für Millionen, Verbreitet und beliebt in allen Zonen, Wo Menschen leben unter« Himmelszelt? Ihr findet'» im Palast und in der Hütte, Auf feiner Tafel, auf dem schlichten Tisch, Vom Rauch durchdrungen, oder dampfend frisch, Werthlos da» Aeußere, köstlich in der Mitte. To werthvoll e» auch für die Menschheit ist, To wenig Anspruch macht» auf Etikette, Nicht braucht man Tafeltuch und Serviette, Der Kaiser eS Hau» freier Faust" genießt. Die feine Würze wirket auf den Durst, Drum laßt behaglich un» die Gläser leeren, Fürwahr, man sollte durch ein Denkmal ehren. Den Mann, der sie erfunden hat, — die Wurst! ♦ Wie Millionäre reisen. Die Yacht „Catania", die der durch seine Millionen so berühmt gewordene Amerikaner Vaud erb ilt sein eigen nennt, befindet sich zur Zeit im Hasen von Marseille. Der Millionär hatte diesmal eine äußerst stürmische Ueberfahrt und mehr als einmal glaubte der Capitän, daß daS letzte Stündchen geschlagen habe. Die Macht ist geradezu fürstlich auSgestattet, die auf drei Monate engagirte Mannschaft bezieht fabelhafte Summen. Der SchiffSarzt, ein Dr. Charcot, Sohn be» berühmten amerikanischen Arzte», erhält nicht weniger als gegen 500 Mk. pro Tag. Für diese Summe kann er seine Praxi» in Amerika schon für einige Zeit im Stich (offen. Rüstungen zu gewinnen. In längsten» 14 Tagen werde aber alle» in schlagfertigem Zustande sein. Eine Intervention von irgend welcher Sette soll kategorisch zurückgewiesen werden. London, 14. April. Lord Salisbury bot dem Lord Crower den Posten eines BicekönigS von Indien an. Paris, 14. April. Hier weilende amerikanische Offiziere erhielten Ordre, sofort nach der Heimath zurückzukehren. Unter denselben befindet sich der amerikanische W-ltauSstellungS-Commiffar Crtdle. Pari», 14. April. Nach einer Newyorker Privatmeldung ist die Ankunft einer zweiten spanischen Torpedo- Jäger-Flottille bei ben Cap Berbe-Jnseln signalifirt. Sbenbaselbst werden portugiesische Kriegsschiffe erwartet. Madrid, 14. April. Hier herrscht infolge be» Beschlüsse» beS amerikanischen CongreffrS große Begeisterung. Die ganze Nacht hindurch wurden die Meldungen au» Washington auf allen Straßen und Plätzen lebhaft besprochen. Ein Manifest von Don Carlo» ist bereit» erschienen, in welchem jeder Spanier als Landesverräther bezeichnet wird, welcher in diesem Augenblick nicht zur spanischen Regierung hält. Washington, 14. April. Die kriegerische Stimmung wächst andauernd im ganzen Lande unter dem Eindruck der Berichte des ans Havanna zurückgekehrten Generalconful» Lee über die spanische Mißregierung auf Cuba. Daher be* steht kaum noch ein Zweifel, daß der bekannte (Sommifffon»«- antrag im Congreß angenommen werde, wodurch der Präsident zur Intervention aufgefordert wird. Alle Parteiführer be» Cougresse» betrachten bie Situation als höchst ernst unb erwarten ben AuSbrnch be» Kriege». WB. Berlin, 14. April. Ein Extrablatt melbet au» Washington: Da» Repräsentantenhau» billigte nach stürmischer Debatte mit 324 gegen 20 Stimmen ben von der Majorität ber Commission beschlofsenen Bericht, worin bie Unabhängigkeit Cubas erklärt und verlangt wirb, Spanien solle sich sofort von ber Insel zurückziehen, und worin dem Präfibenten bie amerikanischen Streitkräfte zur Verfügung gestellt werben. Der Minoritätsbericht, ber auch bie Anerkennung ber gegenwärtigen cubanischen Republik forbert, wurde mit 191 gegen 150 Stimmen abgelehnr. Der Senat traf heute noch keine Entscheidung. 3912] Ein junger, sauberer Bursche zum Milckfahren sofort gesucht. ^Näheres Dampfmolkerei._________ 3858] Ein braves Bürschchen gesucht Neustadt 49. vermiethen. Frankfurterstr. 12. Prompter versandt «ach answärt». 3881] Kräftige pikirte Kopfsalatpflanzen empfiehlt Bal. Mofer Wwe., Wieseckerweg. Pumpernickel «. & G. Wallenfel», 392 Markt 21. — Telev'wn 46. Tüchtige Zlockaröeiter finden dauernde Beschäftigung bei 3676 A. Handrich. 3894] Ein Lackirergehülfe und ein Lehrling gesucht. Vogel, Dammstrabe 8. KM Lehrling für das Comptoir einer hiesigen Cigar-ren- fabrik gesucht. 3868 Zu erfragen in der Erped. d. Bl. 3895] Uhrmachcrlehrliug, Sohn achtbarer Ellern, kann unter günstigen Bedingungen in die Lehre treten. Georg Koch, Uhrmacher. 3910] Mittlere Etage, Biömarck- straße 11, Ecke der Ludwigstraße, per 15. Juni, event. schon vom 1. Mai ab zu vermiethen. 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Aus der laudwirthsli Die beiden gongene Denkfi nchmg lonhwii besagt Bei der Dul sestgehalten woit tretenden Rorr.tjä )U enichten find geeigneter Ballp an Privatbahnen schäften den zun Geldnn, die ihr worden sind, l au'lassen muffen. der Anlage und schaslcn auf einer ttiolgt in ber ’ Auffch brr zuf Regel würbe ein Mietverträgen Miethszins hab, Höhe de- Betri in entrichten. 3 ^rnhau-genossci iung eines sogen. Höhe von 1 pCt ^^anlage aufge da- Mrlhiverhc Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem nnfl so schwer und hart bettoffenen Verluste unserer unvergeßlich«, innigstgeliebten 390s mit Its-tHcfcremen. Fr. Offerten sub. K. K. 1929 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. für Theorie der Musik, Elementar- und höheres Klavierspiel von Dauer de» Stück» 2 Stund«. Per geschäftsführende Ausschuß: Oscar Ehrhardt. Bei der Anmeldung der Kinder ist der Impfschein vorzulegen bei auswärts Geborenen der Geburtsschein mitzubringen. Gießen, den 14. April 1898. Für den Schulvorstand: Dr. jur. Alexander Bopp Rechtsanwalt. Ich habe mich in Darmstadt als Rechtsanwalt Minna Körner, Giessen. Anfang des Sommer Semesters 1898: Montag den 18. April. Festsetzung des Stundenplanes Vormittags 11 Uhr. Herren- und Knaben-Garderoben. 8. Elsoffer, Marktstratze 27 Damen ConfceltonS'Dchule Grünbergerstr. 16, Mittelbau. Lehr-Anstalt für theor. nnd pract. Unterricht in Costümen, Mänteln nnd Kinderkleidern. — Zuschneide Curse von 3 Wochen an — für Damen, welche nähen können. MMM" Beginn am Montag den 25. April. TME 3S73 Lina Petri, gcpr. Lehrerin. Section Giessen D. Oe. A. V. Sonntag d. 17. April Tour IV: anstatt hinter» land-Tour Laubach— .^oherodsropf— Schotten. Abfahrt 815 Uhr früh Marschzeit 6 Stunden. Ruudreisebillcl V 3. .Nl. 2,50 Mk. g Spiel-, Glas-, Pofitllan-, Portefellilte- und g • Lurusniaaren, sowie Küchengeräthe ete. g 2 und zwar in nur guten Qualitäten. Die Preise habe ich so billig 9 gestellt, daß sich eine solche günstige Gelegenheit so bald nicht g 9 wieder bieten dürfte. , . D Der Verkauf beginnt am 14. ds. Mts. ohne jebe Störung W M der Abtheilungen für ___ 9 3915] Ein gut erhaltenes Klavier, sowie eine Geige zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition d. Bl. ____ 3861] Junge Ziege mit zwei Mutterlämmern zu verkaufen. Steinstratze 53. 3889] Kornstroh verkauft Karl Euler, Hammstr. S. 3890] Krührofakartoffeln verkauft Karl Euler, Hammstr. 5. sucht einen bei den besseren cD Schulutenfilien besten Qualitäten zu billigsten Preisen empfiehlt für Küche und Haus gegen guten Lohn gesucht. Frau Fabrikant Georgi, W-serNr. 2. 38i4] Em tüchtiges Dienstmädchen gesucht. Fraukfurtcrstr. 59. 3865] Ein Bäcker, welcher selbsfftändig backen kann und durchaus lückttg und erfahren ist, sucht Stellung in einer Bäckerei, welche er eventuell zu miethen bereit wäre. Näheres in der Expedition d. Bl Gigarrmbranche. Angehender Kommis, 20 Jahre alt, mit der Buchhaltung, Korrespondenz, Kassawesen, rote überhaupt sämmtlichen Eomploir- und Lagerarbeiten auf das Beste vertraut, suckt per 1. Mai Stellung, eventl. andere Branche. Derselbe befiRt die Berechtigung für den einjährig-freiwilligen Dienst und stenographiert flott. Offerten sub. M. 3920 an die Ex- pedition dieses Blattes. I «■** Kootag-- tit 'W’V Mlt5L Angebot der Arbeitnehmer: 1 Bäcker, 1 Spengler, 2 Hausburschen, i l Taglöbner. 1 Fabrikarbeiterin, 1 Laufmädchen. __Nachfrage der Arbeitgeber: 1 tücht. Drechsler, 1 tückt. Spengler, 1 tückt., 3883] Zuverlässiges, nicht zu junges! Friseur, 3 tücht. Glaser, 1 Maler 1 Anstreicher, 1 Lackwev, 3 tucht Kufer, 4 1-ia ' sckmensckloffer, 1 tücbt. Sauicfaloffer, 4 Stbubmacher, tu*t-^arb«ler- ?, l“®1-1 Bauschreiner, 8 Handlanger, 1 jüngerer Taglohner, 7 Dunftmabien für Kucke und Hausarbeit, 1 älteres erfahrenes Mädcken oder Frau zu Kmdern, 1 Z'wmermadcken, 1 Dienstmädcken, welches einfach bürgerlich kochen und bügeln kann, 2 Waschfrauen, Grosihcr;ogtiihcs Gymnasium su Gießen. Anmeldung neuer Schüler: Montag, 18. April, 9—11 Uhr, im Conferenzzimmer. Aiachprüsuugen: Montag, 18. April, von 8 Uhr ab, in den Klassenzimmern. Beginn des Unterrichts: Dienstag, 19. April, 8 Uhr. 3871 Are __________________________ X niedergelassen. Meine GeschäftSstube befindet sich, mit derjenigen Die WMt der WOMen Kinder, ifb"6" X* Darmstadt, den 30. März 1898. Sämmtliche in hiesigen Lehranstalten eingeführten Schulbücher