Nr. 1.3 Erstes Blatt Samstag den 15. Januar AAOA k Hrscüeint lägslöt mit Ausnahme des Montag-. Die Gießener giamitienv tatter iecrbcn dem Anzeiger Wöchentlich viermal betgelegt. Weßener Anzeiger ISezugspreti lierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Keneral-Anzeiger Alle Anzeigen-Bermittlungsstcllen deS In« und AuSlandeA nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblutt für den Kreis Giefzen. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener FamilienbMer. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlich«» Theil. Gießen, den 12. Januar 1898. Setreffend: Die Ausführung des Gesetzes vom 10. September 1871 über den Schutz der in fremde Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 15. December v. I. (Gießener Anzeiger Nr. 297) noch nicht vcrchgekommen find, werden an deren Erledigung erinnert mit Frist von drei Tagen. v. Gagern. Lehrgang für Obstbau an der Grotzherzoglichen Obstbauschule und Landwirthschastlichen Winterschule zu Friedberg 1898. ill. Ordentlicher Lehrgang. Dauer vom 20. März bis 1. October. Im Juni find Ferien. Die aufzunehmendeu Schüler müffen ein Alter von mindesten» 16 Jahren haben. Die Lehrfächer find: 1. Agrtcultur Chemie, Bodenkunde und Düngerlehre. 2. Botanik (Morphologie, Anatomie und Phhfiologie deS Obstbaumes). 3. Zoologie (die thierifcheo Schädlinge und Nlltzlmge de» Obstbaumes). 4. Obstbau und Obstverwerthung 5. WirthschaftSlehre. 6. Buchführung. 7. Deutsche Sprache. 8. Rechnen. 9. Zeichnen. 10. Urbungen im chemischen und botanisch- phhfiologischeu Laboratorium. 11. Hebungen im Obstbau. Honorar für Heflen 30 Mk., für Ntchthessen 60 Mk. IL Außerordentlicher Lehrgang. a. Cursu» für Baum- und Straßenwärter. Beginn am 14. März. Dauer 10 Woche» und zwar fieben Wochen im Frühjahr, zwei Wochen im Sommer, eine Woche im Herbst. Die Theilnehmer müffen ein Alter von mindestens 16 Jahren haben. Theoretischer Unterricht von 10 bi» 12; Hebungen im Obstbau und yraetischen Arbeiten von 7 bi» 10 und 2 bis 6 Hhr täglich. Honorar 20 Mk. für Private und Nichtheffeu - Schüler au» Heffen, welche sich zu berufsmäßigen Baumwärtern autbilden und von Landwirthschastlichen it U ü 9 rl Bezirk-Vereinen, Gemeinden rc. geschickt werden, find honorarfrei. b. RepetittonScursu» für Baum- und Straßenwärter. Dauer vom 18. bi» 23. April. Für Baum- uud Straßenwärter, welche schon einen Cursu- im Obstbau besucht oder längere Praxi- haben. Zehn Thetluehmer au- Oberheffen erhalten vom Oberhesfischen Obstbauveretn eine Retsevergütung von 10 Mk. und können nach bestandener Schlußprüfuug den Titel ^vereiu-daumwart de- Oberhessischen Obstbauveretn-" erhalten. Für beruf-mäßige Baum- und Straßenwärter ist der Cursu- honorarfrei. Für Private und Nicht- heffen beträgt da- Honorar 10 Mk. 45. Obstbaucursu- für Geistliche, Lehrer und sonstige Freunde de- Obstbaues. Dauer 14 Tage. Erster Theil vom 25. bi- 80. April. Zweiter Theil im Sommer nach Hebereinkunft mit den Theiluehmeru. Honorar für Heffen 10 Mk., für Nicht- heffen 15 Mk. d. Curfu- für die Candidaten de- Prediger- Seminars und Freunde de- Obstbaues aus Friedberg und Hmgebung. Dauer vom 13. Mai bi- Ende August. Borträge Freitag von 5 bis 7 Hhr Abend-- Hebungen im Obstbau Sam-tag Vormittag und Montag Nachmittag. Honorar für Heffen 10 Mk., für Ntchtheffen 15 Mk. e. Obstverwerthung-curfu- für Frauen. Vom 12. bi- 15. September. Honorar 10 Mk. für Theil- uehmeriuven au- Heffen, sonst 15 Mk. f, Obstv erwerth ng-cursus für Männer. Vom 19. bis 22. September. Honorar für Hessen 10 Mk., für Ntchthessen 15 Mk. Der Hnterricht-plau und die näheren Bestimmungen Seb durch die Direktion der Anstalt zu erhalten. Großherzogliche Direction der Obftbauschule und Laudwirthschaftltcheu Winterschule: Dr. v. Peter. Der preußische Etat. Die Finanzen de» größten deutschen Bundesstaate» wirken in so hervorragender Weise auf den Reich-etat ein, daß eine Besprechung derselben auch außerhalb Preußen» von Interesse sein muß. Auf den günstigen Stand der finanziellen Verhältnisse in Preußen haben wir schon gelegentlich der Erörterung der Thronrede hingewtesen, und da» Expose, welche» Herr v. Miquel am Mittwoch im preußischen Abgeordnetenhause gab, war nur eine Wiederholung der bezüglichen Darlegungen der Thronrede. Der preußische Fioaozminister ist ein weitaus schauender, vorfichtiger Herr. ES kann ihm nicht verdacht werden, daß er mit einem gewissen Stolze auf die jetzige finanzielle Situation blickt, denn zu einem größeren Thetle ist die Schaffung der uenen bestehenden festen Grundlage unserer Finanzen sein Werk. Nur wenige Jahre find ve,floffen seit dem Zeitpunkte, wo der preußische Etat an einem chronischen Deficit litt, und e- bedurfte aller Finaozkunst Miquel-, um diesem Zustande ein Ende zu machen. Aber e» steht durchaus nicht fest, daß nach den fetten Jahren wieder einmal recht magere kommen, und au- diesen Gründen hat Herr v. Miquel noch niemals die Lage rofig geschildert, ohne gleichzeitig eine Warnung hinzu- zusügeu vor allzugroßem Optimi-muS. ES mag die- auch au- anderen Erwägungen geschehen, da ein Finanzmtuister bekanntlich auf der einen Sette geben, auf der anderen Seite versagen muß- um eine Regierungsforderung zu unterstützen, muß er die günstige Finanzlage des Staate- hervorheben, um Forderungen aus der Volksvertretung abweiseu zu können, muß er auf die den Finanzen drohende Gefahr Hinweisen. Aber bei aller Freude über unsere vollen Staatskassen find auch wir dafür, daß niemals der Ausblick in die Zukunft versäumt, daß ein Umschlag der Verhältnisse mit in Erwägung gezogen wird. Herr v. Miquel glaubte besonder» betonen zu müssen, daß die gewaltige Steigerung des Etats dem Anwachsen der Betriebsüberschüsse der Staatsverwaltungen zuzuschretbeu sei. Wie weit er Recht hat, dies als einen günstigen Hmstand hiuzustellen, wollen wir nicht weiter untersuchen, aber wir möchten doch darauf verweisen, daß die Ergebnisse der Be- tricbsverwaltungen großen Schwankungen unterworfen find, und daß es immerhin mit einiger Gefahr verbunden ist, da- rauf die StaatSfinanzen aufzubauen und fie von jenen schwankenden Ergebnissen allzusehr abhängig zu machen. Die vorsichtig erwägende Natur MtquelS ist auch erkennbar in dem von ihm zur Durchführung gebrachten System der Staat-- schuldentilgung. Wenn auch die Schulden Preußen» und des Reich» noch keinen gefahrdrohenden Hmfang angenommen hatten, so ist doch leicht verständlich, daß der Credtt und da» Ansehen eines Staates wächst, welcher planmäßig die Tilgung seiner Verbindlichkeiten betreibt. Darin liegt auch eine gewisse Gewähr für die künftige Leistungsfähigkeit de» Staate», wenn Reserven geschaffen werden für Zetten, die ,an8 nicht gefallen." Nicht ganz ohne Hnrccht hat man der preußischen Regierung den Borwurf gemacht, daß fie für Culturzwecke zu geringe Mittel au-werfe. Da» scheint sich Herr v. Miquel jetzt ad notam genommen zu haben, denn der neue Etat zeigt gegenüber dem vorjährigen erfreuliche Steigerungen auf den verschiedenen Gebieten, und e» läßt sich eine wachsende Fürsorge des Staat» für Kunst, Wissenschaft und dem öffentlichen Hnterricht nicht verkennen. Daß die Gehälter der Geistlichen beider Confesfion geregelt und erhöht werden sollen, haben wir bereit» erwähnt. Wenn wir vorhin sagten, die Betriebsverwaltungen arbeiteten mit einem immer steigenden Heberschuffe, so müffen wir die Domänenverwaltung ausnehmen. Ob freilich dieser Hmstand ausschließlich auf den Rückgang der Landwtrthschaft zurückzuführen ist, möchten wir denn doch bezweifeln- der Minister gab übrigens selbst ganz glaubwürdige Gründe für die verminderten Einnahmen der Domänenverwaltung an, die wir unS zu eigen machen wollen, so lange nicht da- Gegen- theil erwiesen ist. DaS können wir jedenfalls mit Genug- thuung constatiren, daß unser Handel und Wandel einen erfreulichen Aufschwung zeigt, der auch in den so außerordentlich günstigen Ziffern de» preußischen Etats zum Ausdruck kommt- die Zunahme de» Wohlstandes ist unverkennbar. Das ging insbesondere aus dem Rückblick hervor, den Minister v. Miquel auf die Berhältuiffe in früheren Jahren warf und au» den Vergleichen, die er bet dieser Gelegenheit anftellte. Hoffentlich rechtfertigt sich in jeder Weise die Befriedigung, welche au» der Rede de» Finanz- Minister» durchklaug und hoffentlich bleibt Preußen und da» Reich noch lange vor dem Zeitpunkt bewahrt, in welche« beide auf die angesamwelten Reserven znrückgreifen müsse». (xx) Deutscher Reichstag. Sitzung vom Donnerstag, den 13. Januar 1898. DaS Hau» ist schwach besetzt. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung de» Anträge» Arenberg und Genossen betreffend Aendernng deS Strafgesetzbuche» (sog. lex Heintze). Abg. Spahn (Ctr.) begründet den Antrag und weist auf die Vermehrung der Ehescheidungen, die Zahl der unehelichen Kinder, sowie der Sittlichkeitsverbrechen hin. Redner bespricht alsdann die einzelnen Theile der Vorlage, verweist tnSgesondere auf die verschärfenden Bestimmungen gegen die Schmutzliteratur und schließt mit den Worten: „Biel werth- voller al» gesunde Finanzen ist die sittliche Gesundheit deS Volkes." Abg. Schall (cons.) führt au», die Conservativen feien mit dem Inhalt und der Faffung de» Gesetzentwürfe» einverstanden und wendet sich alsdann gegen die Ansichten Bebel» über die Prostitution, die dieser in seinem Buche „®te Frau" und an anderen Stellen geäußert hat. Redner kommt auf die Einschleppung der Hnfittlichkeit au» den großen Städten auf da» Land zu sprechen und schiebt der Soctaldemokratie durch die Untergrabung der Religiosität die Schuld für da» Anwachsen der Hnfittlichkeit zu. Abg. Pieschel (nat.-lib.) ersucht den Antragsteller, den Gesetzentwurf so einzurtchten, daß über die einzelnen Materien desselben gesondert abgestimmt werden könnte, da e- bedauerlich wäre, wenn der Gesetzentwurf dadurch, daß eine Mehrheit über einzelne Bestimmungen nicht zu erzielen sei, scheiterte. Einzelne Bestimmungen des Gesetzentwurfes seien empsehlenswerth, andere wieder gäben zu Bedenken Anlaß. Redner beantragt schließlich Commifftonsberathung. Abg. Bebel (Soc.) erklärt, seine Partei stimme einer Anzahl Bestimmungen de» Entwürfe» zu. Derselbe gehe aber theilweise zu weit, theilweise nicht weit genug. Nicht der Mangel an Religiofität sei Schuld an der Zunahme der Unzucht. Die Zunahme der Ehescheidungen entspringe weniger moralische«, al» öconomtscheu Ursachen. Redner ist dafür, den Arbeiterinnen den Normalarbeit-tag und größeren Schutz zu gewähren, bann würden weniger der Prostitution in die Arme getrieben werden. Bebel tritt besonder» für die Strafbarkeit des Mißbrauches de» Dienstverhältuifles feiten- des Arbeitgebers ein und erklärt fich schließlich mit der Com- miffionSberathung einverstanden. Abg. Fürst Radziwill (Pole) bemerkt, in den Ausführungen Bebels fei viel Richtiges gewesen. Seine Partei sei für den Entwurf, event. mit einigen Zusätzen und Ber- befferungen. Darauf vertagt fich daS HauS auf Freitag 1 Uhr. — Tagesordnung: Juftiznovelle und Anträge v. Salisch, Rintelen, Lenzmann betr. den Strasproceß. Schluß gegen 6 Uhr. _____ Deutsches Reich. Berlin,! 13. Januar. Den Stadtverordneten ist nachfolgendes Dankschreiben Sr. Majestät deS Kaiser» zu- gegangen: „Ich spreche den Stadtverordneten für die Glückwünsche, welche Sie mir im Namen der Bürgerschaft meiner Haupt- und Residenzstadt Berlin beim Jahreswechsel zum Ausdruck gebracht haben, meinen Dank an». Mit Befriedigung bin ich in der Adreffe der pietätvollen Erinnerung an meinen in Gott ruhenden Herrn Vater und meinen hoch- seligen Herrn Großvater begegnet und habe dabei gern der erhebenden Begeisterung gedacht, mit welcher im vorigen Jahre der 100. Geburt-tag de- großen Kaiser- in Berlin begangen worden ist. Wie sein Standbild, so — hoffe ich — wird auch bald dasjenige seine» edlen Sohnes und Nachfolgers an der Krone die Hauptstadt schmücken. Und wenn, wie die Stadtverordneten versichern, die Berliner Bürger» schäft eifrig bemüht ist, an ihrem Theile die nationale Wohlfahrt zu fördern, so wird ihr die» um so erfolgreicher gelingen, je ernster die Bürgerschaft und ihre Vertretung dir dankbare Erinnerung an jene beiden Helden und die große Zeit, welche Gott der Herr durch fie unserem Volke geschenkt hat, in könig»treuer Gesinnung bewahrt und betätigt." Berlin, 13. Januar. In der Budget-Commisfion de» Reichstage» wurde heute nach längerer Berathung die Forderung von 100,000 Mk. zur weiteren Ausschmückung de» Reich-tagSgebäudeS einstimmig angenommen. Der Etat Les Retchßamt« des Innern ist damit erledigt. Die nächste Sitzung der Bubget-Commisfiou ist auf Montag auberaumt, wo der Postetat zur Berhaudluug kommt. Berliu, 13. Januar. Wie die „Berl. Corresp." mit« therlt, ist gegen bs« Urtheil der Dißciplioarbehörbe wider den Criminalcommiffar Tausch vou der Staatsanwaltschaft die Berufung au bas StaatSministerium eingelegt worden. Berit«, 13. Januar. Bei einer Explosion in der Schöneberger eugltschrn Gasanstalt fanden drei Personen heute früh ihren Tod- drei andere wurden schwer verletzt. Hambnrg, 13. Januar. Die Beleidigungsklage des Inspektors Bruns gegen den Grafen Rautzau ist heute dem Beklagten iu Frtedri^Sruh zugestellt worden. Die Klage ist bet dem Amtsgericht Schwarzeabeck anhängig. Berlin, 13. Januar. Heute Nachmittag hat im Hotel „Kaiserhof- die vom Centralverband deutscher Industrieller einberufene große Versammlung von Handel- uud Gewerbetreibenden behufs einer Kundgebung für die Flottenvorlage stattgefunden. Die Versammlung war von über tausend Personen aus allen Theilen des Reichs besucht. Vertreter großer Handelshäuser und Banken waren erschienen, auch die offictelleu Vertreter vieler Handelskammern sowie die Oberbürgermeister zahlreicher Städte. CommisfionSrath Haßler-Augsburg eröffnete kurz nach 2 Uhr die Versamm- lung mit einer begrüßenden Ansprache, tu welcher er u. A. betonte, daß diese Kundgebung nicht den Zweck habe, dem Reichstag vorzugreifeu, man erkenne die Autorität des Reichstags voll an, die Demoustrattou gehe nur gegen Diejenigen, welche unbegreiflicher Weise sich ablehnend gegen die Vorlage der Regierung verhalten, die wohldurchdacht und wohlbegründet sei. Redner brachte hierauf ein Hoch auf den Kaiser aus. Senator Woermann-Hamburg führte aus, daß die Nettesten der Berliner Kaufmannschaft die Betheiligung au der Versammlung abgelehut hätten, weil eS sich um eine politische und nicht um eine wirthschaftltche Frage handle. Dieselben hätten sich damit auf den Standpunkt der Abgeordneten Schönlaok und Richter gestellt. (Großer Beifall.) Gegen diesen Einspruch der ersten Vertretung der deutschen Kaufmannschaft müsse protestirt werden. (Lebhafter Beifall.) Die deutsche Flotte sei zum Schutze des EtgenthumS der Angehörigen des Deutschen Reiches in überseeischen Ländern geradezu unentbehrlich, ebenso wie zum Schutze der Colonien. Die Ausgaben für die Flotte seien gewissermaßen als Versicherungsprämie für überseeische Unternehmen aufzufasseu. Generalsecretär Bueck erörterte ausführlich die finanzielle Seite, wobei er zu dem Schluß kam, daß das Deutsche Reich wohl iu der Lage sei, die Mittel zur Flotteuverstärkung auf. zubringen und vielleicht noch mehr, wenn eS noththue. (Beifall.) DaS Deutsche Reich brauche eine machtvolle Flotte, das deutsche Volke werde sie ihm geben. (Anhaltender stürmischer Beifall.) Capttan Vogelsang-Hamburg erklärt, er könne fich keine bessere Captralanlage denken als für Kriegsschiffe. (Heiterkeit und Beifall.) Er fordert sodann die Ver« sammluug auf, die vollste Ueberzeugung auSzusprechen, daß sie auf dem Boden der Regierungsvorlage stehe. (Beifall.) Aabrikant Schöuerer-Nürnberg überreicht der Versammlung tm Auftrage einer Anzahl Industrieller ein Schreiben, welches zum Ausdruck bringt, daß iu der alten Handelsstadt Nürnberg noch ein anderer Geist herrsche, als nach dem Beschluß der dortigen Handelskammer angenommen werde. (Beifall.) Redner theilt noch mit, daß eine große Anzahl Derjenigen, welche die Adresse mitunterschriebeu, der deutsch-freisinnigen Partei augehörtev. (Beifall.) Nunmehr wird folgende Re- solntiou einstimmig angenommen: Die aus allen Theilen Deutschlands heute in Berlin versammelten Vertreter von Handel uud Industrie, von Groß« und Kleingewerbe, sprechen die Ueberzeugung aus, daß das Reich einer Verstärkung seiner Seemacht dringend bedürfe, welche der Machtstellung des Deutschen Reichs, seiner wachsenden politischen, vor Allem aber seiner gesteigerten wirthschastlichen Interessen entspricht, uud daß das gesammte deutsche Volk mit seiner nationalen Ehre und seiner politischen Entwicklung an dem Schutz der deutschen Rüftc uud an dem Schutz der deutschen StaatS- augehörigeu, sowie an der Wahrung der politischen Interessen betheiligt ist. Die Versammlung erklärte eS hiernach als ein Bedürfniß, daß die geplante Ausgestaltung der deutschen Seemacht zur Annahme und gesicherten Durchführung gelange. Mit dem Liede ^Deutschland, Deutschland über Alles" wurde die Versammlung geschloffen. Vrannfchveig, 13. Januar. Die „LaudeSzeitung" meldet: Heute wurde der Tischler Wilhelm Waldmann verhaftet uud der Militärbehörde zugesührt. Er ist beschuldigt, im September 1897 auS den MunitiouSräumen des Feldarttllerie- Regiments Nr. 31 in Btschwetler mittels Einbruchs Zünd- thetle besonderer Construction rc. entwendet zu haben. Waldmann desertirte 1890 au« dem genannten Regiment, diente 5 Jahre in der französischen Fremdenlegion und verbüßte nach seiner Rückkehr eine einjährige FestuvgSstrafe. Attsland. Prag, 13. Januar. Die Vertreter sämmtlicher deutscher Parteien beschlossen, in der heutigen Landtagssitzung die Erklärung abzugeben, daß sie sich gegen die Einsetzung einer Commission zur Berathung des Antrags Buquay mit der Motivirung aussprächen, die Regelung der Sprachen- frage gehöre nicht in den Landtag, sondern in den Reichs- -rath. Als weiterer Einwandsgrund ist die Haltung des feudalen Großgrundbesitzes während der Ausgleichsverhandlungen vom Jahre 1890 angeführt. Die deutschen Abgeordneten werden daher keinesfalls in eine Commission eintreten. Budapest, 13. Januar. Das Sxecutiv-ComttL de- Nationalträren - Congreffe« veröffentlicht etnen Protest gegen die Magyariftrung der Ortsnamen uud richtet an die Krone die Bitte, diesem Gesetze die Sanctiou zu verweigern. Bozen, 13. Januar. Bet Btrgleberg erfolgte ein furchtbarer Bergrutsch. DaS Bahugeleise wurde vou einer kolossalen Menge Steingeröll überschüttet. Die Stelle hatte wenige Minuten vorher der Trienter Eilzug pasfirr. Ferrara, 13. Januar. Die Behörden von Mtgliarim und mehreren anderen Ortschaften haben von der Regierung Truppenabtheilungen verlangt, da die Arbeitslosen Straßen- Unruhen Hervorrufen. Cadix, 13. Januar. In Lazar uud Barrameda find ebenfalls Arbeiteruuruheu auSgebrocheu. Paris, 13. Januar. Der „Jour" meldet: Die Verhaftung PiquartS erfolgte wegen FälfchungSverdacht. ES handle sich angeblich um den nicht zur Post beförderten Rohrpostbrtef, der die Adresse Esterhazys trug, aus dem die Beziehungen Esterhazys zu einem fremden Militärattache heroorgehen sollten. Piquart habe, um dem Briefe ein Echt- heitSmerkmal zu verleihen, vorgefchlagrn, einen falschen Poststempel draufzusetzen. — Die Esterhazy freundliche Presse verlangt wegen de« heutigen Briefes die Verhaftung ZolaS oder dessen Unterbringung in eine Irrenanstalt. Parts, 13. Januar. In dem heutigen Ministerrath e theilte der Ministerpräsident Meline das Jnter- pellationsbegehren des Deputaten de Pontbriand über die Maßregeln mit, welche die Regierung zu ergreifen gedenke, um der Campagne zu Gunsten des Hauptmanns Dreyfus ein Ende zu machen. Die Minister vertagten ihre Entscheidung über diese Angelegenheit und über andere ähnliche angekündigte Anfragen bis zu dem am nächsten Samstag unter dem Vorsitze des Präsidenten Faure stattfindenden Ministerrathe. New-York, 13. Januar. Mau nimmt an, daß bei dem gestrigen Wirbelsturm in Fort Smith 50 Personen umgekommen find. Bisher find 41 Leichen geborgen. Stockholm, 13. Januar. Professor Nordenskiöld theilte in der Akademie der Wissenschaften mit, dem Ministerium des Aeußeren sei eine Nachricht zugegangen, nach welcher zwischen dem 4. und 7. August 1897 in Britisch-Columbien unter 53 Grad 20 Minuten nördlicher Breite und in 121 Grad 30 Minuten westlicher Länge, 7 Meilen nördlich vom Quesnelle- See von mehreren glaubwürdigen Personen ein Ballon beobachtet worden sei. Nordenskiöld hält diese Nachricht für eine derartige, daß eine nähere Untersuchung derselben empfehlenswerth sein dürste. Cocales und ^provinzielles. Gießen, den 14. Januar 1898. ** Ja de» SouutagS'Postschalterfiuudev wird voraussichtlich eine Aenderung eintreten, so daß die Postschalter Sonntags nicht mehr Nachmittags zwischen 5 uud 6 Uhr, sondern um die Mittagszeit (etwa zwischen 11 und 1 Uhr, bestimmte Zeitangaben liegen noch nicht vor) geöffnet sein werden. Wahrscheinlich wird den localen Verhältnissen im Rahmen der angegebenen Zeit möglichst Rechnung getragen und namentlich berücksichtigt werden, daß die Schalterstunden mit denen zusammtnfallen, an denen auch die kaufmännischen Bureau« geöffnet sein dürfen. Nebenbei ist mit der Neuerung wohl auch bezweckt, daß auch die Postbeamten an der Wohl- that der Sonntagsruhe theiluehmen können. •• Kuustverei«. In der Gemäldeausstellung im Thurmhau« am Brand hat wieder ein Wechsel der Gemälde stattgefunden. Gleichzeitig wollen wir e« nicht unterlassen, unsere Kunstfreunde aufmerksam zu machen, daß ein Theil der Gemälde höchstens acht Tage, einschließlich zweier Sonntage, in der Ausstellung verbleiben, um an deren Stelle einen Theil neuer Bilder zur Ausstellung bringen zu können. ** gteruug z. B. erließ am 12. September 1766 eine Verordnung, in welcher fie dea „Mißbrauch" beß Kaffeetrinkeu« verpönt und aus „laubeSväterlicher Vorsorge vor da« Wohl und Beste unserer getreuen Untertanen" alle Kaffeeschänken auf dem Laube verbietet, ben Gebrauch beß Kaffee« auf dew Dörfern bei 10 Reichsthalern eveut. 14tägiger Ge- fängnißstrafe verbietet, sogar ben Bauern befiehlt, ihr sämmtliche« Kaffeegeschirr zu verkaufen, da die Obrigkeit nach Verlauf von sechs Wochen auf solches bet den Bauern Haussuchung halten werde. In Städten dagegen war daS Kaffeetrinken mit Maß gestattet. Diese« landesherrliche Verbot half so gut wie nichts- im Jahre 1775 wurden in Gieße» allein über 40 000 Gulden für Kaffee und Zucker au«- gegeben. Wetterbericht. Ein ausgedehnte« iutenfive« barometrische« Maximum bedeckt heute den südlichen Theil Europa«. Der Kern de« 780 Millimeter hohen Luftdruckes liegt über Deutschland. Auf unserem Gebiete ist das Wetter größtentheil« nebelig. An den Hochstationen aber wolkenlos, und ist dort auch heute Temperatur-Umkehr eingetreten. — Voraussichtliche Witterung: Im Allgemeine» eine wesentliche Aenderung. Srünberg, 13. Januar. Der seit einem Jahr hier bestehende Schützender ein, der bi« jetzt etwa 20 Mitglieder zählt, beabsichtigt, mit Beginn beß Frühjahr« bie zur Abhaltung der Hebungen nöthigen Schießstände mit Wirthschaft«- Halle aufführen zu laffen. Die Anlage soll in unmittelbarer Nähe der Neumühle errichtet werden- dem Verein ist vov dem Besitzer der Neumühle da« nöthige Gelände zur Verfügung gestellt worden. 4* Nidda, 13. Januar. Wegen eineß Ueberwaud- lungßrecht« spielen schon seit Jahren zwischen zwei hiesige« Nachbarfamilien vielbesprochene theuere Rechtßstreite, die biß- her immer zu Gunsten de« klagenden Theilß entschieden wurden. Ihre namentlich für die Landbevölkerung intereffante Geschichte ist folgende: Die Beklagten begannen vor etwa vier Jahren daß über ihren Hof in der Richtung nach der Straße den Klägern zustehende Gang- und Fahrtrecht durch hohe Dungschichten und Anbringen eine« Pflasters zu erschweren und eine besonder« zur Regenzeit unangenehm empfundene Stauung der Abwasser herbeizuführen, so daß gerichtliche Hilfe angerufen werden mußte. Obwohl n»n schon der erste Hauptproceß auch in höherer Instanz damit endigte, daß die Verklagten schuldig erkannt wurden, alle Störungen de« gegnerischen Servitut zu unterlassen, die Hindernisse zu beseitigen, sowie den hierdurch verursachte« bezw. den Klägern noch erwachsenden Schaden zu ersetze» und sämmtliche Kosten zu tragen, haben die Verklagten die Wegbahn ihrer Nachbarn doch nicht urthetlßmäßig hergestellt, so daß gegen fie ein zweiter Rechtsstreit anhängig gemacht wurde, um die fragliche Herstellung zu erzwingen resp. auf Kosten der Dernrtheilten durch Dritte vornehmen lassen z» können- auch hierfür erwirkten die Kläger einen obfiegeudeo Bescheid in erster und kürzlich in zweiter Instanz, so baß man jetzt gespannt ist, wie die Ausführung der gerichtlich« Anordnung geschehen wird, da bei der Halsstarrigkeit de« einen Theil« auch fernere Renitenz nicht ausgeschlossen erscheint. — Daß die seither entstandenen Gerichts-, Anwalt«- und Pateikosten, namentlich im Hinblick auf die mehrfache» umfangreichen Beweisaufnahmen, schon über 1500 Mk. betragen, ist sehr begreiflich. W11' blL tu«» . z.» v' g ■Stiut J J'" «»'» WL 8,i* ton- ,*» ® ta. tium) rtsiäü “mi ^HmwuLchhMz ‘ fceJ ll' Me^nbtrti ' oll Men. L Jb97 »«tev In Leipzig <«i »oib btx Rofftt nß B!" 9° Btutnbtrg Markt -ec RtHtr geithtt, toeti 4re »ffittn. ®ai rch " Erring 1696 ttöffvu •-fj1», Änglbnrg j. 8. th Cbngteit bei < Wtt’ttoiftibttWt die r^irttr 1766 eint 8noib ibrozt* bti Ran«tria!tnl n Bedetgt cot baß Vsd! tiento' alle Rafierltaoka host bd Raffeeß auf bei tret. Uiägigtr 9t> r hn Bantrc btflttft, ihr 2*0, bi btt ObnM ooch ttl M btü Batti J«b ts bogtga wm bti Raß«- röl IntatynUty Bttbot 1775 warben in Sitiei r Raffte nnb Zocker nt Iftbttatrf mtenfibel knt tn iübliien lir ^:®ttn hohen Luftbrücke! mw Miele ch M Lear ':tttMtönen ober »olhnlel, L^-llnkrhr eingetitttn. - :g 3e aflgenemei ei« er leu einen Jahr hiel t» bti ”V etir3 ^0 ®ieg(itbc !d Srüüair« »g» .»uiUtit »ii ®ri»W l»l i- ,n!o. I« eam Ibeill eotj-hie» “**S.cti 11. Bl s-»«"* bl. r- I W !- ,ri* 1 ‘•{l, w 8"'S1 ■!.<"" •**•■#* :»l •" ,'^cten " t« fffi « - "i 7itMtaHbt im Confirmandensaal der Johanneskirche. Psalm 8. Pfarrer Dingeldey. I« btt AriedhofSeapelle. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Im ikonfitmandettsaal, Rtuftadt 61. Vormittags 11 Uhr: Kinderktrche für die MatthäuSgemeinde. Pfarrer Schlosser. . .. . Die Vorbereitung dazu findet SamStag, den 15. Januar, Nachmittags 3 Uhr, statt. Donnerstag den 20. Januar, Abends 8 Uhr. ®ibtlj stunde. 1. Cor. 9. Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. Samstag den 15. Januar. Nachmittags um 4 Uhr und Abend» um 8 Uhr Gelegenheit zur hl Beichte. Sonntag den 16. Januar. 2. Sonntag nach Epiphanie. Ramen-Jesu-rdest. Vormittags von 6'/, Uhr an Gelegenheit zur bl. Beichte: um 7 Uhr erste hl. Messe; vor und in derselben AuS- thetlung der heil Communion; um 8 Wjr: zweite heil. Messe; Militärgottesdienst mit Predigt; „ um 9'/r Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5'/» Uhr: Christenlehre, darauf sakramenialtsche Bruderschaftsandacht.__ Aeueste Nachrichten. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 14. Januar. Die Ueberstedlung deS Hoflagers vom neuen Palais nach Berlin ist auf den 24. Januar festgesetzt. Berlin, 14. Januar. Gegen daS Urthetl ber Disziplinarbehörde gegen Criwinal-Eommiffar v. Tausch hat bie Staatsanwaltschaft Berufung bei dem Staat-- Ministerium eingelegt. Berlin. 14. Januar. Die „Berl. Reuest. Rachr." erklären die in London verbreitete Version, Deutschland habe für Englands Zustimmung zu der Besetzung der Kiao-Tschau- Bucht der englischen Politik in Südafrika freie Hand gelassen, für unbegründet. töten, 14. Januar. Der Austritt der Deutschen aus dem böhmischen Landtage dürfte bald erfolgen. Die Eonferenz Gautschs mit den mährischen Abgeordneten soll morgen stattfinden. Rom, 14. Januar. In Sau Remo soll ein Denkmal ür Kaiser Friedrich errichtet werden. Brüssel, 14. Januar. D!e belgische Regierung hat be- chlosirn, eine Internationale Eonferenz zur Abschaffung »er Zuckerprämten nach Brüffel einzuberufen. Paris, 14. Januar. Gestern ist dem Major Esterhazy mitgetheilt worden, daß er auS ber Armeeliste gestrichen ei. Die Fälle Esterhazy und Zola beschäftigten gestern die lammet eingehend. Ministerpräsident Mvline erklärte, daß >ie Regierung die gerichtliche Verfolgung Zolas beschlossen labe. Kriegsminister Billot wiederholte seine schon öfter gemachten Acußerungen über den Proceß DrehfuS. Die Kammer nahm schließlich mit 313 gegen 141 Stimmen eine TageS- ordnung an, in welcher ihr ein Vertrauensvotum ertheilt wird. — Im Senat ist Scheuerer Kestner nicht wieder zum Vlcepräfidenten gewählt worden. Er erhielt von 239 nur 80 Stimmen. Der Generalprocurator wurde braustragt, die Verfolgung Zolas wegen Verläumdung voa Beamten in Ausübung ihres Amtes anzuordnen. Die Angelegenheit dürfte vor die Februar-Asfisen gelangen. Im Studenten« viertel kam es zwischen Studenten und der Polizei zu Zusammenstößen. Die Studenten veranstalteten Umzüge und beabsichtigten vor ZolaS HauS zu ziehen uod ihn aulzu» pfeifen. In Fanbourg Montmartre wurde ZolaS Brief an den Präsidenten Faure verbrannt. Paris, 14. Januar. Die ministeriellen Organe bestätigen, daß Piquart^ deshalb nach Tunis verschickt wurde, weil er durch eine Rohrpostkarte, deren Schrift Pic- quart als die des deutschen Attachö Schwartzkoppen auSgab und einen künstlich en Beweis gegen Esterhazy con- strniren wollte. Die Rohrpostkarte gelangte in den Besitz bei Generalstabes in einer jener regelmäßig abgelieferten Couverts, welche Papierschnitzel enthielten, die angeblich den Botschaften entstammen. Die Karte zeigte keinen Poststempel. Picquart soll einen Kameraden ersucht hoben, die Stempelung der Karte zu besorgen Der betreffende Offizier sagte die- in der geheimen Sitzung auS. Paris, 14. Januar. Picquart wurde von einem Obersten in seiner Wohnung adgeholt. Bor der Thüre wartete ein Wagen- bevor er einstieg, wollte Picquart dem Hausverwalter einige Worte deS Vertrauens sagen, was nicht gestattet wurde. Picquart sagte dann laut: „Sie sehen, waS mir widerfährt, doch ich bin ein rechtschaffener Mensch. DaS Kriegsgericht gegen Picquart dürfte zu Montag einberufen werden. Paris, 14. Januar. „Gaulois" sagt, daß die Entrüstung in. Parts große Dimenfionen angenommen hat und ein allgemeiner Ausbruch deS Unwillens zu befürchten fei, wenn dem Shndicat DrehfuS nicht rasch ein Ende gemacht werde. Brüffel, 14. Januar. Nach einem Drahtbericht au- Boma an den Kongoftaat wird gemeldet, daß eine Bande von Aufständischen eine Abteilung Soldaten des Longo- staateS im Norden vom Tanganjika-See am 18. November angegriffen und verschlagen habe. Der Führer der Ab- theilung ist getödtet worden. Baron DhaniS meldet, daß sein Hauptquartier in den letzten Monaten in Locandu auf» aeschlagen worden sei und daß er persönlich die Leitung der Operationen gegen die Aufständischen übernommen habe. London, 14. Januar. AuS Haiti wird gemeldet, der Präfident der Republik wird fich nach Washington begeben, um über die Annexion der Insel durch die Vereinigten Staaten zu verhandeln. Belgrad, 14. Januar. Die Ernennung deS ehemaligen Minister- im radicalen Cabinet, Gjaja, zum SectionSchef im Ministerium deS Aeuheren ruft die größte Sensation hervor. Mon bringt diese Ernennung mit ddm wachsenden Einfluß MilanS in Zusammenhang und glaubt, daß Gjaja auf diesen Vertrauensposten berufen worden sei, um der Königin Natalie die Rückkehr nach Serbien unmöglich zu machen. Bukarest, 14. Januar. Der Justizminister Djuvara erklärte, seine aufl persönlichen Gründen gegebene Demission ausreckt erhalten zu müffen. Die von der Preffe an diese Demission geknüpften Krtsengerüchte find gegenstandslos. Koustauiiaopel, 14. Januar. Ja Pfortekreisen ver- lautet, daß Rußland, unterstützt von England, auf der Candidatur des Prinzen Georg von Griechenland zum Gouverneur von Kreta bestehe. ---- Schluss der Winter-Saison. —-- Reet-Ausverkauf der Winter- und Frühjahr-Stoffe zu äusserst reducirten Preisen. Frühjahrs- und Sommerstoffe 6 Meter Sommer-Nouveaute zum Kleid für Mk. 2.40 6 , Loden . • » » 360 versenden in einzelnen Metern franoo Ins Haus Sämmtliche Neuheiten für die kommende Saison sind bereits eingetrott'en. 179 Muster auf Verlangen franco. Modebilder gratis. Vorsandthaus: Oettinger & Co.. Frankfurt e» M. Separat-Abteilung für Herrenstoffe: Stoß zum ganzen Anzug für Mk. 3.75, Cheviot zum ganzen Anzug Mk. Iberhessen Section Bekanntmachung Die Schuldverschreibungen der Stadt Hungen, Nr. 9 Vereinsnachrichten. 608 Buttron. Giessener Concertverein ermischte Anzeigen. am Sonntag Fr. Grützmacher. junge Mädchen Godesberg a. Rh Villa Flora. 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