»Mr*---- tten. “M ttongm. , Samstag von 8-9 5 grdtag, SamMag dmWvchevlagct 1887 tert 85.^ 101* 24.20 SSF 43.9« 101.6« ooo.o« 99.50 9930 Atli Stiel g^ßj- "■J169.7* 1 1898. ilberrenie ,-Aente a Irieche" v-" •nten6-£?6L " 9291 Co. Bahnhöfen W- dillige °°d hi n>lNa iec: Wag, W- in 10-1 Uhr, i von 4-7 Uhr. -1 Uhr, 9uVC . Vorstand. tlt. •Js:®*' Nr. 241 Erstes Blatt._________Freitag den 14 October_____________________1S9^ Erscheint täflüifi mit Lu-nahme bei Montags. Dir Girhrnrr Aamttiea v tätter wrrdrn drm Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger Aezng.ffrciS vierteljöhrlich 9 Mark 20 PI, monatlich 75 me- mu Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Plg. vierteliäbrlich. Uaaahmr von Anzeigen zu ber Nachmittags für bnt fvlgrnbrn Tag erlchrrnenben Nummer bis Sonn. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-Bermittlung-ftellen bei In- unb Auslandes nehmen Anzeigen füt den Gießener Anzeiger entgegen. Zlints- unb Jtnjciacblatt für beit Kreis (Siefjen. ».b-cti.^e^b.iwn unb.»n-dam I Graüsbtilagt: Gießener Familienblätter. SUuff'lur Die Z^aiserreise nach Jerusalem. am Dienstag Abrnd 11 Uhr hat das Satserpaar Potsdam verlagert und feine Reise nach dem Orient angetreten. Der kaiserliche Sonberzng macht einen Umweg über Kamenz, wo am Mittwoch die Beisetzung der Prinzessin Albrecht er- folgte. Da» umfangreiche Gepäck der Majestäten war in drei Wagenladungen vorausgesandt. Der Sonderzug bestand aus 40 Achsen und wurde von einem höheren Betriebs« beamten geführt. Das gesammte Gefolge des Kaiserpaares hatte fich in Potsdam eingefunden und ehe die Majestäten den Bahnhof betraten, ihre Plätze in dem langen Zug auf. gesucht und belegt. Das Befolge der Kaiserin bilden Oberhofmeisterin Gräfin von Brockborff, Palastdame Gräfin von Keller, Hofdame Fräulein von Gersdorff, Oberhofmeister Freiherr von Mir« dach, Vice«Ober«Leremortieomeifler von dem Knesebeck. Im Gefolge des Kaisers befinden fich Ober-Hof- und Hausmarschall Graf zu Eulenburg, Ober-Stallmeister Graf von Wedel, Hausmarschall Freiherr von Lyacker, Generalarzt Dr. Leut- hold, Oberstabsarzt Dr. Jlberg, Geueraladjutant Freiherr von Pltffen, General ä la suite Generalmajor von Kessel, General ä la auite Generalmajor von Scholl, Flügeladjutant Oberst Mackensen, Fiügeladjatant Oderstlteutenaut von Pritzel« »ttz, General der Infanterie von Hahnke, Lhef des Militär- cadinets, Wlrkl. Geh.«Rath Dr. von Lucanus, Lhef des Eivil- cabinet», Admiral ä la auite, Lontreadmiral Freiherr von Senden-Bibran, Lhef des MarinecabinetS, VtaatSsecretär des Auswärtigen Amts von Bülow, Wirkl. LegationSrath Klehmet- ferner General-Superintendent Dr. Drhander, Prof. Knack- fuß. In Konstamtnopel treten hinzu: Botschafter Freiherr Marschall von Bieberstein, Dragoman Graf Murinen, Haupt« manu Morgen. In Haifa tritt hinzu Prof. Dr. Moritz. Die zur Begleitung abcommandirten Leibgendarmen waren, wie schon gemeldet, bereits vor einigen Wochen vorausgeschickt. Der Reisezweck der Letbgendarwerte ist natürlich der, In erster Linie für die Sicherheit unseres Katserpaares zu sorgen. Daneben verfolgen die Gendarmen aber auch einen friedlichen Zweck. Die sollen nämlich — photographtren, wo nur etwas Schönes auf der Platte festzuhalten ist. Auf Befehl des Kaisers haben die Wachtmeister Sonueustuhl und Güffow im photographischen Atelier von Selle L Knutze in Potsdam das Knusthandwerk erlernt. Sie find mit einer photographischen Reiseausrüstung versehen, nachdem fich der Kaiser persönlich Überzeugt hatte, daß fie fich etwas Rechtes artgeeignet haben. Leibgendarmen und Sattelmeister haben eine eigene Tropenausrüstung mit Helm und Nackenleder erhalten, io der fie hoch romantisch in die Welt schauen. Am Tage des Einzugs in Jerusalem aber werden fie in weißer Gala p-radiren. Eine recht prächtige Uniform ist ihnen zu diesem Tage vom Kaiser verliehen. Beritten wird die Reisebegleitung in Konstantinopel ge« «acht. Der Oder-Stallmeister Graf Wedel hat lediglich die für das Kaiseipaar bestimmten Reitpferde, sechs Stück, dort« hin gebracht, um fie an den Lärm des Orients zu gewöhnen. Für da» Gefolge und die Reisebegleitung aber sorgt die Gastfreundschaft deS Sultan». Sr hat drei Dutzend Pferde, zumeist schwere Sarosfier», in Deutschland aufgekauft,' dieselben werden feit Wochen in der tütkischen Hauptstadt eingefahren. Ueberhanpt ist ein gut Stück Geld von Konstantinopel nach Deutschland, zumeist nach Berlin, geflossen- denn alle Um* formen für die Hofstaaten de» Sultan», sowie zahlreiche Waffen und Armaturen find bei un» eiugekauft worden. Unter den Koffern, welche da» Saiserpaar mit fich führt, be« finden fich Exemplare von außerordentlichen Dimenfiouen. ES find dies die Stücke, welche die Garderobe der Kaiserin ent- halten. Ihre Größe erklärt fich au» dem Zweck, daß die Kleider ohne jede Falte, wie im Schranke, darin ruhen wüffeu. Der beste und inhaltreichste Koffer befindet fich freilich im Sonderzug, uud zwar unter der Aufficht eine» hohen Hof« beamten. Er enthält die kostbaren Geschenke, welche der Kaiser nach dem Orient mitnimmt, wo man für dergleichen Aufmerk« sawkeitev empfänglicher ist, als sonst irgendwo auf der Welt. Dieser bedeutsame Schrein enthält aber auch b’e türkischen, mit werthvollsten Brillanten besetzten Orden de» Kaiserpaares. Die Berproviautirung für die Kaiserreise ist selbstredend io großem Maßstab erfolgt. Bis Venedig geschieht fie im Sonderzug, wo zwei Muodköche und eine kleine Armee HülfS« personal thätig ist. Diese Landratten von Köchen werden aber auf der .Hohenzollern" von seebefahreueu «ochkünstlern abgelöst. Das Kaiserschiff besitzt ausgezeichnete Gefrier- kammero, welche die Lonservirung des Fleisches bis auf sechs Wochen ermöglichen. Im heiligen Lande übernimmt nach der Landung die englische Reisefirma Look die Regie. Zu der Orieutfahrt wurde für die Kaiserin eine Anzahl neuer Toiletten hergestellt, die nicht allein den Ansprüchen der Eleganz, sondern auch des Praktischen entsprechen. Um den Anforderungen der Repräsentation genügen zu können, besonders In Soustautinopel, wo die höchste Entfaltung des Luxus zur Gewohnheit geworden ist, gehört eine Reihe von Staatstoilettev, ebenso waren Reisetoiletten herzustelleu, welche allen Anforderungen des Klimas und der Btquewlich« lichkeit entsprechen müffev. Schon seit Wochen, so berichtet der „Lonfectiouär", war die Kammerfrau der Kaiserin be- schäsligt, die ihr zu diesem Zwecke gewordenen Aufträge bet den Lieferanten der Kaiserin auSführen zu laffen. Für die Seereise scheinen die langen LapeS aus carrirteu Stoffen (steamer coata) bestimmt zu sein. Gegen Regevwetter sollen bie langen, zweireihigen Paletots (Coachmen), au» feinen Tuchen hergestellt, welche sehr kleidsam find, schützen. Für See- und Landreise sind besonder» geeignete Toiletten hergestellt worden, wie unsere Kaiserin überhaupt liebt, die sür jede Gelegenheit paffenden Toiletten zu tragen. So erschien dieselbe wahrend deS JagbauSflnge» nach Rowinten in einem äußerst kleidsamen, anschließenden, grünen Damen Jagdkostüm mit braunem Wehrgehänge, an dem ein zierljcher Hirsch- fanget hing. Hüte au» Panamastroh, die hinten aufgeschlagen werden, vorn mit breiter Krempe, welche mit großen Schleiern garnirt find, find besonder» für die Orientreise angefertigt worden, um Schutz gegen die Sonne zu gewähren. Jedeufall» hat die Kaiserreisc nach Palästina einer großen Anzahl von Geschäften recht erhebliche Auftrage gebracht. Utber ihre Vorbereitungen schreibt der „Lokal-Anzeiger": Die englische Firma Cook hält für den Zug deS Kaiser» von Jaffa nach Jerusalem über hundert Zelte bereit. Sie find ------ comfortabel eingerichtet mit Bettstellen, Teppichen, Möbeln usw. Der Kaiser nimmt für fich und die Kaiserin eigene Wohn« und Schlafzelte au» Berlin mit. Außerdem liefert der Sultan dem Kaiserpaar drei kostbare Zelte. Zu den Zelten gehören mehrere hundert Manlthiere, welche die Wagen mit den Zelten ziehen, uud dem Kaiser jeden Morgen vorau»ge- sandt werden, damit man die Zelte im Nachtquartier wieder aufschlagen kann. Zusammen liefert Look über 1500 Thiere, einschließlich der Reit« und TranSportpferde. Mit dem Kaifer werden 92 Pascha» und Beamte reisen, die der Sultan von Konstantinopel schickt. Auch für diese liefert Look Zelte und Bedienung. Letztere besteht meist au» Eingeborenen, zusammen mehrere hundert, welche die Zelte ausschlagen und abbrechev. Da» Saiserpaar nimmt eigene Dienerschaft zur persönlichen Aufwar« tung mit. Der Sultan schickt eine bedeutende Militärescorte. Der Kaiser reitet, die Kaiserin fährt. In Jerusalem ist ein besondere» Lager für den Kaiser uud sein Gefolge aufgeschlagen, welche» ebenfall» au» Hunderten von Zelten besteht. Die Reisezelte werden hierzu nicht benutzt. In Jerusalem steht da» Lager auf deutschem Boden. Da» Gefolge de» Kaiser» zählt Hunderte von Personen, einschließlich der Beamten und mehrerer türkischer Prinzen, die den Sultan vertreten. Eine Leibgarde deutscher Truppen umgiebt da» Kaiserpaar- Saleem Pascha, mit 92 Paschas und Beamten wird die Anordnungen der türkischen Regierung für den Empfang des «aiserpaare» tn Palästina und für die Reise daselbst überwachen. Ueber die Festtage in Lonstantinopel meldet der Draht: An der zu Ehren deS Kaiser» geplanten Truppenschau auf dem Execierplatz nächst Uildiz werden theilnehmea: Eine combintrte Jnfanterie-Divifion, bestehend au» zwölf Jnfan- terie-Batailloneo, zwei syrischen Zuavenbatailloneu, zwei alba« nefischev Zuavenbatailloneo uud zwei Jägerbataillonen- ferner vier Lavallerte-Regimenter und drei Feldbatterten. Das Lommando über diese Truppen wird der Lommandant der 2. Garbe-Division Marschall Szchesket Pascha führen. Die Einübung der Truppen findet schon seit einigen Wochen statt und wurde schon zweimal Parade vor dem Sultan abgehalten. Sämmtliche an der Parade theilnebmenden Truppen werden vollständig neu ausgestattet. Sine besondere Aufmerksamkeit für den deutschen Kaiser b'ldet die neue Uniform der albane» fischen Zuavev, die In den deutschen Farben, schwarz, weiß und roth, gehalten ifL__________________________________________ Tie Ereignisse in China. Der Einzug der Marinesoldaten der verschiedenen euro» päischen Großmächte In die chinesische Hauptstadt bildet das Gespräch de» Tage» in hervorragendem Maße, unb in der Thal ist diese» Ereigniß in mehrfacher Beziehung bemerkens- werth. Einmal zeigt e», daß die Mächte nicht gesonnen find, sich von der Ziehmutter de» depoffedirten Kaiser» nasführen zu laffen, und die Autorität der westlichen Cultnr aufrecht erhalten werden, andererseits aber ist da» gemeinsame Vorgehen der Staaten ein günstige» Zeichen dafür, daß bei den gegenwärtigen Wirren im Reiche der Mitte keine Macht daran benft, Sonderintereffen zu verfolgen. Wir haben in ber Türkei so oft da» Schauspiel erlebt, baß eine Einigkeit Feuilleton. Kumoristisch Wundschau. Von Karl Geißler. De Herbst is da! — mit wohlwollende Miene hott er aoch emal de letzte der diesjährige effendliche veranstaldunge, de« große Wettfahrn uff 'm Sporddlatz an de Hardt -uge- guckt- dann hott fich awer fei Aagtficht e biffiverännert nun hott fich in graue Newwel gehillt nun er holt e jedem Sonne- strahl verbodde, fich blicke ze Uffe, denn es war jetzt genug des grausamen Spiel» — er wollt sei Recht aach emal be« haubte! Dem Herbst zem Drotz hott daun grab am Schluß von de Badseffong deß „Gießener volk-bad^ sei wässerig Dasei begönne uuu hott fich -enechst gege e mäßig Tivdritts- gelb Dom Bublikurn aastauue lasse, waß zur Folge hott, daß deß BetriebSkabidal von dere Sctiegesellschaft um e Erkleck- liches gewachst is. Wenn die Frequenz von dem BolkSbad In Zukunft so bleibe dhut, wäi se in de paar erschte Woche zewese iS, so is ze hoffe, daß dann aach bene Wiusch ent» spräche werd, däi diejenige geäußert Howe, däi fich per Rad nach nun von dem Bad begewwe, nämlich e Hall noch ze erbaue, wo aerr die Fahrräder uunerbriuge kann. L efdere Gestattung der Befichdiguug gege e meeßig Aadree unv die uff die Ard gesammelte Gelder, zu bene bereits vor be Er- Öffnung eingegangene (Sitrtttßgelber gelegt — daß kennt de Baufong abgäwe fer die Fahrräberhall! E anner gemeinitzig Jnstidub hott aach sei Sorbe wibber geeffeub - ba» Stabtlheater! Bann em nor en annähernd so große Besuch zu dheil werb, wäi dem BolkSbad, bann wer be Verfasser von bem Eigesandt blamtrt, der unser Stadt e Beispiel splehberger- ttcher Gleichgildigkele gegeiwwer künstlettsche Bestrewunge nennt. Ganz so schlimm, wäi's de Eisender macht, iffes nn grab doch net, wann ja nach zuxegewe wem muß, daß bei verehrungswirbige Bubligum manchmal e bische «ehr Jn- bnffe an Dag lege berft, wäi fich baß ja aach fer e Pro- vinzialhaapd«, Uneverschibeets-, Garnisongs- nun Hannelsftadt wal Gieffe nor geziemt. E jeder Gießer ehrt die Profeebe in sei« vadderland nun bezeigt Jndreffe fer alle kmstlerische Bestrewunge — awer se aach bhadkräsdig ze unnnerstitze, daß — läßt sein Dorschd net zu! Daß Gieffe fich allmählich zur Großstadt entwickelt beweise net allaa die zahlreiche Neubaude unu ueuaagelegte Straß unu de wachsende Verkehr, sounern nach die zahlreiche Jwwersell, Rausereie nun Stechereie, däi fich im Verlauf von e paar Dag zugedrage hawe. Wcmn's so weider giht, dann werd merr bahl in de Blätter nor noch Klage iwwer die zunehmende Unficherheit in unsere werdende Großstadt Gieffe verukmme unn die Stadtverordnete wem geneedhigt sei, dem verlange des Bollezeiamts Rechnung ze drage unn noch verschiedene Schutzmänner aazestelle, wenn aach an Dheil von be Bollezei in städttsche Händ Uoergange i». Nach e längere Paus tritt bann nach Gieffe beß nächste Jahr wibber emal e Schitztfest! Schont etz werd mit de Borbereidunge aagesange unn merr kann iwwerzeugt sei, daß bei dem Fest Großardiges gebobbe werb, waß viel, viel Geld kost. T Maffe Berjer werru fich in be Dienst der gube Sach stelle um bem Fest zu e« richbige Glanz ze verhelfe, «aß ja recht loweuwerdh iS- awer warum hott fich Nie- «onb bezu gefunue, beß Jngeusest ze Stand ze bringe, deß doch immer ahn» von de glanzvollste unu scheeuste Feste war? Aul onnere Stabt finn friher bie Mensche ebbelgeftreeret unn hawwe fich an uuserm Juqeudfest beß Muster abgeguckt, um'S behaaw bei fich aach eizefihrn unn mir! — mir wolle'» eischloffe loffe? Pesstmiste Mensche behaapte, be ahle Geist wer au» be Gieffer gewiche, merr sLH's in alle Sticke — solle däi Rächt behahle? .... der Diplomatie nicht zu erzielen, daß der Sultan fast immer der tertius gaudens war. Und bei den Gegensätzen, die insbesondere zwischen Rußland und England in der ostasiatischen Frage bestehen, lag die Befürchtung nahe, daß auch hier der Hauptzweck aus den Augen gelassen und sich das aus der Türkei bekannte Spiel wiederholen würde. Sämmtliche europäische Staaten sind jetzt mehr oder minder an den Dingen in Ostasien interesfirt, keiner derselben wird die mit China geschlossenen Beziehungen ohne Roth preisgeben. Der wirthschaftliche Wettbewerb in Ostasien ist so werthvoll, daß die Vertheidigung desselben sogar einiger Opfer werth gehalten werden muß. Ob der Einfluß der europäischen Cultur auf den jungen Kaiser wirklich so mächtig gewesen ist, daß letzterer mit dem Zopf aufzuräumen gedachte, läßt sich nur schwer feststellen. Man muß immer berücksichtigen, daß der chinesische Kaiser nur eine Scheinmacht führt, daß ihm jede Einwirkung auf sein Reich fernliegen muß, daß er nicht die geringste Initiative ergreifen kann. Das Mandarinenthum bedeutet in China Alles und wird sich seine Stellung auch kaum gutwillig nehmen lassen. Dazu kommt noch, daß die Dynastie nicht auf sehr festen Füßen steht. Die vielen Aufstände beweisen, daß der Thron bedenklich wackelt. Die Pflegemutter des Kaisers, welche jetzt die Regierungsgewalt inne hat, ist bekanntlich allen Neuerungen abhold und dürfte es auch nur mit sehr scheelen Augen angesehen haben, als sich eine Macht nach der andern in China festsetzte. An den Thatsachen wird sie freilich nichts ändern können und sie wird gute Miene zum bösen Spiel machen müssen. Aber man darf wohl darauf gefaßt sein, daß sie intriguirt und den Fremden möglichste Hindernisse bereitet. Dem entgegenzutreten, werden die Mächte nicht lange säumen, das schnelle Handeln derselben erfüllt uns mit der Zuversicht, daß die Interessen der Europäer kräftig gewahrt werden und daß wir keinen Fuß breit von der mühsam errungenen Stellung in Ostasien aufzugeben brauchen. Die Diplomatie dürfte in nächster Zeit im fernen Osten wieder viel Arbeit zu vollbringen haben.______________________________ (xx) Deutscher Reich. Berlin, 12. October. Dem „Reich-anzeiger" zufolge wurde dem Reich-rath der Krone Bayern-, Commerzienrath v. Haßler zu Augsburg der Kronenordeu zweiter Klaffe verliehen. Berlin, 12. October. Wie eine hiesige Correspondevz berichtet, ist Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, durch den Tod seiner Gemahlin tief erschüttert, sodaß er ernstlich daran denkt, von der Regierung von Braunschweig zurückzutreten und fich gänzlich nach Camenz zurückzuziehen. Berlin, 12. October. Der Capttäu zur See R o s e n d h a l, Gouverneur von Kiautschou, ist von dieser Stellung enthoben worden und zur Martne-Station der Ostsee zurück« versetzt. Srin Nachfolger ist der Commandant zu See Jäschke, bisher beim Stabe de- Ober-CommandoS der Marine, geworden. Diese Veränderungen hat der Kaiser unter dem 10. October verfügt. Berlin, 12. October. Bon postalischer Seite wird berichtet: Seit einiger Zeit bringen verschiedene Zeitungen mehr oder minder ausführliche Einzelheiten über von der Reichs- Post« und Telegrapheu-Berwaliung geplante Umgestaltungen der Persoualverhaltntsse. Auf Grund zuverlässiger Information kann mitgetheilt werden, daß im Reichs-Postamt zwar seit letzter Zett Berathungeu über diesen Gegenstand gepflogen worden find, daß aber ein bestimmter Beschluß noch nicht gefaßt wurde. M.P.C. Die Reise des Oberpräsidenten der Provinz Westpreußen nach dem Westen der Monarchie wird tu den deutschen Kreisen der Provinzen Westpreußen und Posen dahin aufgefaßt, al» wenn eö in der Absicht der StaatSregterung liege, mit großen Jndustrtefilmeu im Rheinland und Westfalen in Verhandlung darüber zu treten, ob es fich nicht ermöglichen lasse, im Osten Zweigniederlaffungeu solcher Etablissement- anzulegrn, die an drn Westen nicht unbedingt gebunden find. Bevor fich nicht auch im Osten eine re che Judustriethätigkeit entfaltet, sind viele der Maß' regeln, die zur Hebung der wirthfchaftlicheu und eulturelleu Lage der östlichen Provinzen in Angriff genommen werden, ein Schlag ins Wasser. Elbing, 12. October. Der „Elbinger Zeitung" zufolge ist das Amtsgericht zu Saalfeld tu Ostpreußen tu der letzten Nacht mit fammtlichen Acten niedergebraunt. Arr-laud Budapest, 12. October. Graf Thun ist gestern Abend nach Wien abgeretst. Wie von informirter Seite versichert wird, hat eine Aenderuvg in der AuSgletchSfrage nicht statt« gefunden. Beide Regierungen stehen auf dem Standpunkt, daß vorerst die Ausgleich-Verhandlungen im Parlament beendet werden müssen. Rom, 12. October. Der Papst bereitet eine Tnchklica vor, in welcher er die Staaten auffordert, mit den fortgesetzten Rüstungen eivznhalten und dafür die Religion im Volke besser zu verbreiten. — Neuerdings bestärken sich die Hoffnungen auf Beilegung des Pariser Ausstandes. Zwar beschloffeu am Montag die Oseusetzer und Holzbildhauer dm Strtke, aber die Zimmerleute haben fich am Dien-tag entschieden, nicht in den Ausstand einzutreten. Auch mehrt fich die Zahl Derjenigen, welche die Arbeit wieder ausuehmeu, wenn auch nur langsam. Auf mehreren Baustellen konnte bereit- ohne militärischen Schutz gearbeitet werden. Die Mehrzahl der Blatter glaubt, der Strtke werde durch die Uebernahme der Arbeiten in städtische Rechnung baldigst beendet fein. — Ueber die Verhandlungen de- in Paris tagenden Frieden--Ausschusses wird ein so große» Stillschweigen bewahrt, daß nicht ein Wort tu die amerikanische Preffe . dringt. Die „New«Uork Tribüne", welche die Anfichten der j Bundesregierung erwiesenermaßen wiederspiegelt, meint, daß die Bereinigten Staaten schließlich im Friedensvertrage die t gesammteu Philippinen zugesprocheu erhalten werden- Deutschland werde keinen Widerstand bieten. — Nach einer amtlichen Depesche von den visayas.Inseln unterwarfen sich mittlerweile 38 Anführer der Aufstäudtscheu und 4000 Aufständische bedingungslos den Spaniern. Man schöpft aus dieser sehr gelegen kommenden Nachricht in Madrid die Hoffnung, daß wenigsten- ein Theil der Philippinen fich für Spanien werde retten laffen. — Ein Gericht-Vollzieher schickte fich am Dien-tag in Pari- an, im Auftrage der im Proceß Zola vernommenen Schretbsachverstäudtgeu mit dem verkauf beSMobiliarS Zola- zu beginnen. Frau Zola und Octave Mirbeau, welcher auf- Neue vergeblich da- Anerbieten machte, die Schuldsumme zu bezahlen, verlangten, daß die Frage dem zuständigen Richter unterbreitet werde. Dieser erklärte, der Verkauf könne nicht vertagt werden. Bei der Versteigerung wurde der erste au-gebotene Gegenstand, ein Tisch, von dem Verleger FraSqaelle für 32,000 Frauken erstanden, durch welche die Schuldsumme gedeckt ist. Der Versteigerung wohnten zahlreiche Neugierige bei. — Die spanische Regierung will bi- zum Frteden-schluß eine starke Truppenmacht in Cuba belassen. Die Corte» sollen gleich nach Unterzeichnung der Friedeu-akte einberufen und ihnen Vorlagen zur Umgestaltung der Staat-« Verwaltung gemacht werden. Man glaubt, daß die Erörterung stürmisch und lang sein wird. Trotz der bedrängten Finanzlage fordert der KriegSminister 30 Millionen. Bedenkliche Gerüchte laufen um über carltstische Umtriebe- halbamtlich verlautet jedoch, nichts fei vorläufig zu befürchten, die umfaffendsten vorfichtSmaßregeln feien getroffen. — Die Besetzung Cubas durch die Amerikaner begann am Dien-tag, indem Manzanillo besetzt, die amerikanische Flagge gehißt und die Ctoilverwaltung unter Protest der Spanier Amerikanern übertragen wurde. Die amerikanischen Räumung».Commtffare theilten den spanischen Behörden mit, daß fie die vollkommene Verwaltung Cuba- am 1. December und Portorico- am 18. October übernehmen werden. Kanea, 12. October. Der hier eiugetroffeue Befehl de- Sultans, alle Vorbereitungen für die in der nächsten Woche be-inuende Abreise der Truppen von der Insel zu treffen, ruft unter der muselmanischen Bevölkerung große Erregung hervor. Man befürchtet den Au-bruch neuer Massacres. Die Admirale treffen die uöthigen Vorsicht»- maßregeln. Locales unfc ^provinzielles. Gießen, 13. Ociober 1898. Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 12. October u. A. den Kreis- amtmann Dr. Reinhart, den Turninspector Schmuck, den Dr. Bartholomae, ordentl. Professor für Sanskrit und vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft aus Gießen. • • Aus dem Großh. Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht, am 12. October d. I». dem mit der cowmiffarifchen Berfehung der AmtSgeschäfle eines Vortragenden RathS in der Ab- theilung des Ministeriums der Finanzen für Banwesen betrauten ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule, Baurath Earl Hofmann, den Character al» „Geheimer Oberbaurath" zu verleihen- den ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule, Geheimen Hofrath Dr. EraSmuS Kittler, mit der commissartschen Versetzung der AmtS- geschäfte eine» Mitgliedes für elektrotechnische Angelegenheiten in der Abtheilung des Ministerium» der Finanzen für Bauwesen zu betrauen und demselben den Character als „Geheimerath" zu verleihen. • * AuS dem BerwaltuugLdieust. Durch Entschließung Grobherzoglichen Ministerium» de» Jauern ist der Regie« rung-affessor Hechler in Darmstadt bi» auf Weitere» mit AuShilfeletstuag bet Großh. KceiSamt Schotten beauftragt worden. • • Erneuuuug. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 8. October den Fachlehrer Jacob Schindel au» Dolgesheim zvm Hauptlehrer an der erweiterten Handwerkerschule zu Al-felv, mit Wirkung vom 1. October l. I., zu ernennen. ♦ * Militardieustuachrichten Krause, Pr. Lt. vom Infanterieregiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess) Nr. 116, zur Dienstleistung beim KrtegSministerium commaudirt. Stephan, Sec.-Lt. vom Infanterieregiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Pr.-Lt. befördert- Der characterts. Port..Fähnrich Frhr. v. d. Goltz vom Infanterieregiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Port.«Fähnrich befördert. * * Da» neue Armeecorps. Wie zuverlässig verlautet, ist Mainz al» Sitz de» Generalcommanoos aus bestimmten Gründen fallen gelassen und Frankfurt a. M. in sichere Aussicht genommen. * ♦ dt Stadttheater, Einen seltenen Genuß bot die gestrige Aufführung der „Braut von Messina" mit Frau E. Teller-Habelmann vom Kölner Stadttheater al» Gast. Stellt das Stück an fich hohe Anforderungen an die Kunst der Darsteller, so bewog das ergreifende, wahrhaft hinreißende Spiel des verehrten Gaste» die Mitwirkenden, ihr bestes Können einzusetzen, und mit aufrichtiger Freude dürfen wir bestätigen, daß sie ungeahnt erfolgreich Widerpart gehalten haben. Die bisherigen Ausführungen gaben dem unparteiischen, wohlwollenden Kritiker hie und da zu berechtigten Ausstellungen Anlaß- die gestrige darf als vollendet gekennzeichnet werden, und auch der uunachfichtlichsten Kritik dürfte es schwer fallen, einen Mangel zu erspähen, daran fie einsetzen könnte. Durchaus erhaben war das Spiel der Donna Isabella (Frau E. Teller Habelmann), die gleichsam ihre Kinder inspirirt zu haben schien- eine bezwingendere Verkörperung echter Mutterliebe vermögen wir uns kaum zu denken, und der bestrickende Lebreiz der Beatrice, Fräulem Bella Cronegg, ließ uns verstehen, daß fie die Herzen der beiden Brüder (Hubert Dietzsch und Fritz Werner) zu verzehrender Glut entfachte, und Don Cesar völlig von Sinnen brachte, sodaß er fich zum Brudermord hinreißen ließ. Wir können e» uns ersparen, die weiteren Rollen einzeln aufzuzählen, eS genügt, zu sagen, daß alle Darsteller auf der Höhe standen. — Freude und Frohsinn zu verkörpern ist am Ende keine allzuschwere Aufgabe, aber Trauer, Schmerz und Brr« zweifluug leben-wahr und überwältigend darzustellen, dünkt uns denn doch werthvoller, und darum vermögen wir nicht recht zu begreifen, daß der Besuch der Vorstellung so gar sehr zu wünschen übrig ließ. Der Direction und den Künstlern aber wünschen wir aufrichtig Glück zu diesem elementaren Erfolg und hoffen, daß die wohlverdienten Lor- bereu des gestrigen Abends Allen ein Sporn sein werden, unentwegt auf der dornenvollen Bahn vorzudringen. * * Stadttheater. Die für daS neue Blumenthal-Kadel- burg'sche Lustspiel „Im weißen Rößl" nothwendigen neuen Dekorationen entstammen dem Atelier unsere» Mitbürgers, de» Herrn Maler Wilh. Scheich. — Die „Berliner Zetuug" schrieb seiner Zeit: „Im weißen Rößl" von Blumenthal und Kadelburg. DaS waren gestern zwei muntere, lustige Gesellen voll Liebenswürdigkeit und guter Laune, die uns nicht mit crquälten Witzen und mühsam herangezerrter Situationskomik ermüden, sondern übermüthige Einfälle flott hervorsprudeln laffen, uns ein paar hübsche Lustspielfiguren vorführen und wirklichen Humor zeigen. ES war ein starker, unbestrittener Erfolg, und waS viel mehr besagen will, ein vollberechtigter. ES geht sehr rüstig zu im „Weißen Rößl", dessen schmucke Wtrthin schließlich ihren Oberkellner heirathet, wenn fie auch nicht mit ihren Gästen kokettirt, sondern iu den Einen, einen Schwerenöther, ernsthaft verliebt ist. Und wenn der Dampfer über den See kommt und die Reisegesellschaft landet, dann entwickelt fich farbige», muntere- Leben und dabei ist da- nur mit fich beschäftigte F'.itte'-wochen- Paar ebenso lustig charakterrfirt, wie der Berliner Glühstrumpf Fabrikant, der, da er eine Dampferfahrt gemacht, nun durchaus grüne Aale essen will. In der Gestalt bei alten Privatgelehrten, der mit seinem lispelnden Töchterlein nur alle vier Jahre eine Reise macht, haben die Autoren eine wirklich gute Gestalt geschaffen und die Gegenüberstellung eines im Reifezauber schwelgenden Armen im Gegensatz zu dem reichen, verärgerten Reiseprosaiker ist eine wirklich glückliche Idee. Der erste Akt entschied bereits den Erfolg des Stückes, deffen knappe Handlung ich nicht verrathen will. Mit den Darstellern mußten die Autoren wiederholt erscheinen. • * Lom Windhof. Gestern Abend fand aus Anlaß der gänzlichen Fertigstellung bei Etablissements Wind Hof daselbst ein Festwahl statt, an welchem 50 Personen theil- nahmen. Au- den bei der Tafel gehaltenen Reden ging da» Eine mit Sicherheit hervor, nämlich die allgemeine Anerkennung, daß Herr Chr. Duill, der Bauherr de- neuen Ausflugsortes, e» fertig gebracht, ein vornehme-, ze tgemäß eingerichtetes vergnügung-local zu schaffm, welche» auch al» Bauwerk eine Zierde unserer Gegend ist. Daß der Prächter des Windhofe», Herr Klage», aber auch vorzügliche» in der Lieferung von Speisen und Getränken zu leisten vermag, bewie» da- bereitete Festmahl und die Runde wackerer Zecher, welche erst weit nach Mitternacht die gastliche Stätte verließ. * • Den Soldatentod mittel» der Kugel erlitt gestern Nachmittag da- Reitpferd eme- Offiziers. Da» werth- volle Thier hatte fich auf der Reitbahn durch Sturz einm schweren Beinbruch zugezogen. Der Besitzer des Rosse» konnte fich nicht entschließen, dasselbe zum Schlachten zu geben und so machte ein Schuß dem Leiden de» Pferde» ein Ende. • * Befitzwechfel. Nicht die Firma Gebr. Röhrle kaufte da» Boeck'sche Han- in der Marburgerstraße, sondern Herr Gotthilf Röhrle. • * Die hessischen Gerichtsvollzieher haben am Sonntag im Saale der Rosenau zu Frankfurt eine Versammlung abgehalten. Dieselben hatten gelegentlich der Berathnng de» Beamtenbesoldungsgesetze» an die Regierung und die Ständekammer eine Eingabe bezüglich ihrer definitiven Anstellung, ihrer PenfionSverhältniffe und ihrer Stellvertretung in Er- krankungSfällen gemacht. Die Regierung glaubte vor Em- führung de» bürgerlichen Gesetzbuches nicht darauf eivgehm zu können, es fei jedoch feststehend, daß, da die Einführung de» bürgerlichen Gesetzbuches und der dadurch bedingten Abänderung der Civil- und Strafproceßordnung re. sämmtliche Zustellungen nicht mehr durch die Gerichtsvollzieher, sondern durch die Gerichtsschreibereien vermittelst der Post und der GerichtSdiener besorgt werden, die Gerichtsvollzieher in ihrem Diensteinkommen eine bedeutende Einbuße erleiden. Sie beschlossen, vor Einleitung weiterer Schritte durch eine Deputation bei der Regierung bezüglich ihre» Dienstverhältnisse» vorstellig zu werden. Sollte die Regierung die berechtigten Wünsche der Gerichtsvollzieher nicht in Betracht ziehen, bann soll die Ständerammer wiederholt um Regelung der Dienstverhältnisse angegangen werden. * ” Ueber das Leben-alter der Geschlechter in Hessen enthalten die „Mit,Heilungen der Großherzoglich hesfischen Ceutralftelle für LandeSstatistik" die nachfolgenden Z'ffern, die miss Neue die Thatsache bestätigen, daß do- weibliche Geschlecht im Durchschnitt ein höheres LebenSatter als da» männliche erreicht. Danach gab eS am 2. December 1895 8 Personen im Alter von 95 bis 100 Jahren, die alle dem weiblichen Geschlechte angehörten (7 verwittwet, 1 ledig)- 90 bi» 95 Jahre alt waren 136 Personen (57 männliche, 79 weibliche), 85 bi» 90 Jahre 945 Personen (429 männliche, 515 weibliche), vom 26. Jahre an find die Frauen in Bezug auf das Lebensalter den Männern gegenüber in Bortheil, dagegen ändert fich da» verhältniß 6,1 fij» die fys&i ein *' 2.®'“”^ A 100 5 dw ,w vekvv^ «0* 86 fg »“'L945 adert n« »öfes - daß ° ' ' Mr ft*« 'H fit M»k^aült1# Fck LJ;e Hkr»n> tn 'e’Qt BÖllie ? dn, ier, t:a*» >Äi"' iVs?u" vchetch. _ % t# 8®i Bti6ni Shltoottn ttfitni L'rbtMjKdtM unb Uten Witzto nnb )eD' loDbtm fibtiBfluj^t ' un? ,tD paar Mr Wn Wr itfgtn. et J/ vod wag viel etbt 8'ht srbr luftig zu im lu ^tirtzlich tijnn Dirn tt ihm Afit, fotttiid, °iither, ernfthafk Dtr/Irtt deo See fommt und btt ■ sich »uniml efchMgir ^.tütrmo^u» olt der Bediotr SH. Dawpserfahtt grvch, ll. Ja der Grflall bei im lispeludeu Töchttrieiu ±t, baden die Hütern ob die GegeogbeMllvg Innen In Gegeaiatz zi er Ifi eine wirklich glficf- bereits den 6i|olg hl ch nicht verrathen will, rtn wiederhrli eiHtintn. end fand aus Aelaß der fsereM Wind Hof da« i)im 50 Personen Heil« alttntn Ntbn /big das die allzeweine Hnm tx Wm hl ntntn i botttimtli VHtiii bM weiche» avch all i ist. Daß der Prichm i« auch Vorzüglichel ta äuktit zu leifien verwag» ib die Rande wackerer nacht die gastliche Stint der IV erlitt gefttn DlfiilKl. Dal «ertd- ibaha durch S-urz etwa Kt Lesther del Wofiti iclbe |i» » Jen, Leiden bei W* „ Sehr. M»-<- '* jich-i-, I”1'” Letai Stria"”™ Hi i«8tn>ti«g4J"* WM Ä dch«»°° in»! I1**; eta|*i '»,Ä* nßordnanSför6flB tltttlß •JE taifrr* eu“' ^Ä^eK i,aieraog,D. ö, lau® za Gunsten bei männlichen Geschlechts vom 1. bis 26. Lebensjahre. So gehören zum Beispiel von 104,216 Personen im Alter von 20 bis 25 Jahren 54,550 dem männlichen, aber bloß 49,666 dem weiblichen Geschlechte an. Bon Personen im Alter von 18 bis 20 Jahren find 22,522 männlich nnb 21,412 weiblich. •• Wetterbericht Niederer, äußerst unregelmäßig Der» theilter Luftdruck beherrscht fast ganz Europa. Kleine Maxemaldrucke liegen an der skandinavischen Westküste und an der Btscaha-See und an der unteren Donau. Depression»- Lentra find heate über Wcstsa'eo und über dem Golf von Genua vorhanden. Außerdem find über Erntral-Earopa noch verschiedene keine Thet.'minima e'ngelagert. Die Witterung ist allenthalben trübe und fallen namentlich in Süddeutschland und dem Alpengebiet N ederschläge. In den höheren Lazen des Gebirges ist stellenweise starker Schneefall eingetreten. Die Temperaturen find merklich gesunken. — voraussichtliche Witterung: Zwächst noch meist trübes kühles Wetter und zeitweise Niederichläge. X. Darmstadt, 12. Oktober. Das letzte Auftreten von Irl. Berl im Hoftheater heute, brachte der sehr ver- dienten Künstlerin, die neulich ihr 25jähriges Dienstjubiläum feierte, großartige Ovationen von dem zahlreichst erschienenen Publtkum. Die Künstlerin spielte die „Madame ®trnarb* in den „Fourchambault" von Aegier mit bekannter Vollendung. Das neu einstudirte spannende Stück, zu dessen Darstellung fich die besten Kräfte vereinigten, fand wärmste Aufnahme. Reiche Lorbeerspenden ehrten die genannte Künstlerin. Hervorragend waren auch Herr Wagner (Raftiboulo S) und Frl. Ethel (Frau Fourchamdoult). Ars» 6 er Seit für die Aett. Vor 92 Jahren, am 14. October 1806, erlitt das vom alten Herzog von Braunschweig befehligte H'er in der großen Toppeischlacht von Jena und Auerstädt eine verhängnisvolle Niederlage. Da keine Vorkehrungen zu einem Rückzüge getroffen waren, so wurden die Heere die Stute der vordringenden Franzosen. Die Schlackt entschied über das Schicksal der Länder zwischen Rhein und Elbe. • RüstuagßanSgaden. Alljährlich werden von den gk- lammten Staaten Europas für militärische Zwecke 212 500000 Pfd. Sterl. ausgegebcn. Rußland mit seinen 124 000000 Einwohnern hat auch die größten Ausgaben für Heer und Marine, nämlich 51 500000 Psd. Sterl., während England mit einer Bevölkerung von 39,5 Millionen Seelen fast 38500000 Pfd. Sterl. und das wesentlich stärker bevölkerte Deutschland nur 26500000 Psd. Sterl. ausgibt. Dagegen betragen die Ausgaben für Heer und Marine in Frankreich 37000000 Psd. Sterl. Die Friedensstärke der russischen Armee beträgt 868672 Köpfe, bie bet französischen 592 263, der deutschen 579946 unb der großbritannischen 220309 köpfe. Im Kkttgszustand zählt die rusfiscke Armee 2532496, dir französische 2 500000, die deutsche 2218763 und die britische 720000 Mann. Die jährlichen Einnahmen Rußlands belaufen fich auf 179000000, die Frankreichs auf 137 500000, die Englands auf 103000000 und die Deutsch« lavds auf 64 250000 Pfd. Sterl. Angesichts dieser Zahlen ist der Wunsch des russischen Kaisers, die Kriegsrüstungeu v cht weiter zu treiben, sehr erk.ärlich. • Auch unter den Chinesen scheint das Verhältniß des Fürsten Bismarck zu den „Getreuen von Jever" nicht unbekannt geblieben zu fein. Eine an die Getreuen gerichtete, am 26. August in Canton abgestempelte Postkarte, deren Absender es auf die Kiebitzeier abgesehen hat, lautet folgendermaßen: .Lieber Herr von Jever! Das gut) man Bismark ist gesturben un da man mich faßt das Sie nun keine man habe den sie die Kibitzeier schicken könne so bitt ich Sic sreindlichst nechste erste April mich die Eier zu schikken. ich bin ein gutes deutsches China- man un lange in Deutschland gewese spreke un sreibe gut) Deutsch un haben Fürst Bismark auch mal gestehen darum töne Sie doch mich die Eier schikken, ich effe Sie gerne, ich schicke Sie dann auch etwas schöens aus China mit deutschem Grus ihr Kwang Li Tsai. C Ich wohne in Canton, China." * Hoffnungsvoll. „Was macht denn Ihr Sohu den ganzen Tag?" — „Der ist Lyriker und bricht sich lang- • fom die Bahn!" • verdächtige Gefälligkeit. Arretirter Strolch: »Dürst' ich dem Herrn Gtndaiwe vielleicht dal Gewehr trag en?" Eingesandt. Sitte», ben 13. October 1898. W.nn man eine der hiesigen Zeitungen zur Hand nimmt, insbesondere aber die DienStag Nummer, so kann man mindestens drei- dis otetmal unter .LocalcS" lesen: .dieser ober jener Verein, Blauer Dunst, Graue Wolke unb wie sie eile heißen, hak einen gemächlichen Abend, eine Abendunterbaltuno abgebalten, bas 2., 3., 4., 7., 9. oder 13- Stiftungsfest gefeiert, die Lhctlnehmer trennten sich erst rn früher Diorgtnftunbe mit dem Bewußtsein, einen recht o.rgnügten Abend ocrlebt zu haben u. s. w." Es sind dies nicht selten Berichte von Vereinen von nur 15—20 Mitgliedern. Um so mehr ab?r war ich erstaunt, nachdem ich als Mitglied deS hiesigen Kaufmännischen Vereins, der j tzt 400 Mitglieder zählt, «m LamStag den 8. b. M., an der Feier dessen 25jährigen Stiftungsfestes im BereinShause tieilginommfn halte, daß ich keine Silbe über dasselbe in den drei letzten Nummern der hiesigen Blätter erwähnt fand. Unb wahrlich, wenn einem Verein bei einem derartigen Anlaß Erwähnung gezollt wird, so muß es doch in erster Sink bei dem Äaufmannihben Verein geschehen. Denn schon vom GründurgStag .23. September 1873) an war der Zweck desselben Fortbildung und Hebung allgemein, jedoch oorzugsweise kaufmännischen Wissens, Vertretung und Föiderung von Ber.ssS- und Handelsinleresten. Der verein hat seinen Zweck im weitgehendsten Sinne biS fitzt voll unb ganj erfüllt. Ich erinnere nur an die schon in den elften Jahren abgehaltenen Beiträge, Vesvrechungen x., insbesondere aber gerade an die in den letzten Jahren mtt großen Opfern anangirten allgemein wissenschaftlichen großen Vorträae, unb die jebem Mitglied zur Verfügung stehende groß: unb schöne Bibliothek Bezüglich der Fortbildung, an die kaufmännische Fachschule, in der seit ihrem 5jährigen Bestehen schon mehrere junge Leute für ihren Beruf weiter gebilbet worden sind, wodurch doch bei mindestens - Meyers Konversations - Lexikon (auch in Umtausch gegen ültert Werke) sowie alle andern Bücher liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an II. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VII. «•ul»'Pl ßs wir! die nach § 6 die Naturalle ermittelten ® MgSvonM fitr den Lieser Hafer M. Gießen Von \ Ja net au die in i Noihveudig! getreten nnl diese Serke ständen nach nsalzt. D btt Hniti-A Verwendung behelf nach Miolnttninb Wang auö Verdienst der ii der Anna! dt« Vorhand, Mnt sei, de VW», Iah! schisse Bit, , denn el war fltwotbent 5 hu nehmen, ihrem Eiazi Oüasten, wi größerem Ui Wt SBtllt M Dwfa öer dort vorh avch soeben vvrdernngen, >1*^ -tioiti'.d) bdgtl'fl1 n., «01 511 der 8o,i «°ch°l re, Werten 183 * 1-1«« S * ««! Sfr to->' ii XfcS* SÄ 5^4 * • 2?11 ?6N s, "JM