Nr. 189 Erstes Blatt Sonntag den 14. August 18<>S 1*,n' «MA _ 7708 m< 3&, Lor- n. ^dteDirectton 4| W nhaltm. I ^/i Uhr, qu| agmen. 8016 : Traber. w er (Brenner mit 8.-, O.7O. !t) kostü, wenn er n Fabrikats ge- nb bei uni in vw i höher zu haben. 7937 Waffelwerk lllitl ßliugeu ernpsP tmeifki, 3686 MM /Mm 7601 ;te. Mh-Mn. WHÜL ark ose für 10 Ma* ) baar ohne Abzug^ dt_____-— Sachen ^hl&ge. Bedarf » 898 berr«U tC8t< rWK’wl toi' D*L lt ... 8616 1U8$ 19.« 97.60 im *°° lOLg otf oo st- «9,71 jjj 8t *5* 5*1906 "'S rtb 'S fcrfdkbit tüfifid) mit Au-nadmr p,S Montag-. Die Girhrnrr Jiamtsiea b tä t ter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal brtgelegt. Gießener Anzeiger Dezag-preis vierteliährltch 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Lringerlohn. Bei PoNbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljLhrlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Heneral-MiMger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Au-landeA nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblcrtt füv den Uveis Gieszen. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Redaction, Expedition und Druckerei: Schukstrahe Ar. 7. Amtlicher Theil. Gefunden: 1 silberne Uhr, (3c(b, 1 Cigarrenspitze, 3 Schirme, 2 Handtücher, 1 Taschentuch, 1 Rafirmesser, 1 eiserner Haken, 3 Hundehalsbänder mit Marken, 1 Peitsche und 1 Stück eine» Pferdezaums. Zugeflogeu: 1 Kanarienvogel. Gießen, den 13. August 1898. GroßherzoglicheS Polizeiamt Gießen. Muhl. Die Friedenspräliminarien unterzeichnet. tt» hat wohl Niemand ernstlich daran gezweifelt, daß die Vollziehung der FriedenSprältminarien zwischen Spanten nab den Vereinigten Staaten nicht mehr lange auf sich warten lassen werde, und so ist denn nunmehr die Unterzeichnung tu Washington erfolgt. Ja Lonseqienz kessen hat bereit» Mac Kinley eine Proclamatiou erlass:», tu welcher die Einstellung der Feiodseltgketten angeordnet wird, und eine ähnliche Maß« nähme fetten» der spantscheu Regierung dürfte nicht auf fich warten lcsseu. Damit ist nun die Entscheidung gefallen, und mau darf hoffen, daß bald wieder normale Zustände zwischen beiden Staaten eintretev, deren Jmereffrn so sehr divergirteo, daß da» Schwert entscheiden mußte. Freilich toirb die Erregung noch lange audauern, insbesondere da so erhebliche Veränderungen im Befitzthum Spanten» e>ntreten werden, daß e» sich nur nach und nach in die bescheidene Rolle eine» Staate» zweiten Range» wird fügen können. Die Vermittelung zwischen den beiden kriegführenden Mächten hat brkaautltch der französische Botschafter in Washington geführt, und e» ist aozuerkennev, daß er fich seiner Aufgabe mit großem Geich ck entledigt hat. E» galt auf der einen Sette, dem Nationalstolz der Spanier Rechnung zu tragen, welche nur schwer den Verlust ihrer westindischen Colonien verschmerzen können, andererseits aber mußte man auch das Recht des Siegers in Betracht ziehen, der für seine außerordentlichen Aufwendungen entschädigt werden mußte, und der auch da» Ziel, welche- er fich bei der Aufnahme b.fl Kampfe- gesteckt hatte, erreicht wiffen wollte. Wie ge- sagt, die schwierige Aufgabe hat Tambon in glücklichster Wtise ge öst, und rS ist ganz begreiflich, baß tu Spanten mehr unb mehr das Gefühl der Dankbarkeit fich Bahn brtcht für den Htlfer In der Roth, als welcher fich Frankreich erwiesen hat. Ls ist nicht nnwahrschrinltch, daß dieser Spanien geleistete Dienst für Frankreich werthvolle politische und wtrthschaft» Uche vortheile tm Gefolge Haden wird. Vorläufig freilich hat Spanien genug zu thun, um fich wieder auf eigene Füße zu stellen und dem finanziellen Ruin, vor dem e» unmittelbar fteht, aus dem Wege zu gehen oder aber auch tnnerpoltttsche Wirren hiotanzuhaltru. Die Phtltppinenfrage wird voraussichtlich sowohl den Amerikanern wie den Spaniern manche Schwierigkeiten be* reiten. Die dortigen Insurgenten dürften kaum damit zufrieden sein, daß die Jaselu einfach bei Spanten verbleiben, and e» ist nicht ausgeschlossen, daß bet dem lebhaften Jutereffe, welches die Großmächte an der malaytschen Inselgruppe haben, eine Regelung der dortigen Verhältniffe auf inten nationalem Wege herbetgeführt werden muß. Hoffentlich geschieht daS Einschreiten rechtzeitiger alS z. B. bet Kreta, so daß wettere» Blutvergteßen vermieden werden kavu. (xx) Deutsches Reich. — Dte Wahl be» Herrn v. Wangenheim zum ersten Borfitzenden be» Bunde» der Laudwirthe begrüßt die roufervative „Powrn. RrichSpoft* wie folgt: Wir, und mit uo» zweifellos dte ganze coofervattve Partei Pommern», baden die Wahl de» Herrn v. Waugeuheim zu« Vorsitzenden de» Bunde» der Laudwirthe mit aufrichtiger Genugthuung begrüßt. Mit ihm tritt ein Manu in die erste Reihe der politischen Kampfgenoffen, zu dem wir volle» Vertrauen haben und von de« wir für die fernere Entwicklung unserer Partei- derhaltoiffe da» Beste erwarten dürfen. — Da» Steigen der Fleischpreise. Eine Der- sammlung der Metzger in Hamburg, Altona und Umgegend beschloß, au 6en Reichstag ein Bittgesuch um Aufhebung der vtehsperreu zu richten. — Ebenso haben in Hanau vom 10. b. M. ab bie Metzger infolge der höheren Viehpreise beträchtliche Preiserhöhungen eintreteu lassen. — Die Solinger „Genossen" verhalten fich wtder- spenstig gegen den soc'albemokrattschen Eentralvorstaud. Der ans der soctaldewokratischeu Partei anSgestoßeue frühere ReichStagSabgeordnete Schumacher hielt in Solingen einen Vortrag über den Grund feiner Ausschließung. Die Folge war, daß eine Erklärung zu Gunsten Schumachers angenommen wurde, die folgende Stelle enthält: „Ferner erklärt fich die Versammlung mit den von einer sogen. KreiSparteiversamm- lung in OhligS ausgeschloffenen sechs Genoffen einverstanden und beschließt, eine Liste in Eirculation zu setzen, um diese, mit möglichst zahlreichen Unterschriften versehen, an den im October stattfindeodeo Parteitag gelangen zu lassen, damit die Genoffen in ganz Deutschland in die Lage kommen, daS einseitige principtenwidrige Treiben deS Parteivorstande« bei der letzten ReichStagSwahl hier in Solingen nach Gebühr würdigen und beurtheilen zu können. Ausland. Budapest, 12. August. In Ischl soll heute ein Kron- raih statifiadeu, welchem auch die Grafen Thun unb GoluchowSki beiwohnen werben. Die AuSgleichSkrifiS gilt allgemein als auf dem Höhepunkt angelangt und da Baoffy entschloffen ist, an dem bisherigen Standpunkte festzuhalten, so befürchten liberale Kreise, daß eS nicht nur zu einer Partei-, sondern anch zu einer verfaffungSkriflS kommen werde, sowie zur Demiffion de» C^binetS. Paris, 12. August Die gelammte Presse beglückwünscht die Reg-erung zu dem diplomatischen Erfolg, den Frankreich errungen hat, indem, eS durch die Vermittelung Tambon» den Frieden zwischen den Bereinigten Staaten und Spanien zu Stande gebracht hat Pari», 12. August. Graf Christian Esterhazy befindet fich bei seiner Mutter in der Nähe von Bordeaux, von wo er eine Eingabe an die Staatsanwaltschaft gegen seinen Vater, den Major Esterhazy, machen wird. Havre, 12. August. Der König der Belgier ist gestern an Bord de« „St. Albert" hier eingetroffen. Er begab fich sofort an Land und machte in offenem Wagen eine Spazierfahrt. Im Laufe de» Tage» hatte der König eine längere Unterredung mit dem Präsidenten Faure. Der König wird vor dem 16. August nicht uach Brüssel zurück- kehren. London, 12. August. Ein Telegramm au» San Juan meldet, daß ein Kampf zwischen 800 Spaniern, welche einen Leuchtthurm besetzt hielten, und 200 amerikanischen Soldaten von dem Kriegsschiffe „Etncinattt* stattgefunden. Die Spanier wurden m't großen Verlusten zurückgeschlagen. Sie ließen zahlreiche Gewehre zurück. Madrid, 12. August. Im gestrigen Ministerrathe wurde mitgetheilt, daß daS Protocoll der FriedenSoerhand« lungen vollständig unverändert geblieben ist. Die spanische Regierung hat gestern Abend die Antwort auf die Vorschläge der Beriinigten Staaten uach Washington gesandt und Tambon bevollmächtigt, da» Protocoll im Namen Spanien» zu unterzeichnen. Sofia, 12. August. Die Streitigkeiten im Bilajet Adrianopel nehmen einen bedenklichen Tharacter an. D e türkischen Grenzwachen verhindern die.Einwohner der bulgarischen Ortschaften am Enbringen der Ernte und verlangen unberechtigter Weise einen Zehnten. Falls die diesbezüglichen Reclawatioueu in Konstantinopel fruchtlos sein sollten, werden die bulgarischen Grenzwachen Befehl erhalten, einzuschreiten. Peking, 12. August. Die Anleihe für den Bau der Bahn von Peking nach Hau kau ist durch kaiserliche» Edikt eudgiltig geregelt wordeu. — Eine schwere Niederlage England» im chiuefischen Eisenbahnkriege ist jetzt auch förmlich besiegelt. Wie man au» Pekmg meldet, übersandte der belgische Gesandte am Mittwoch dem Tsuug li Armen eine Mittheilnog de» Inhalte», daß der russische unb oer französische Gesanbte gemeinsam mit ihm daS Tsuog-li-Aamen briogenb ersuchen, den versuch be» britischen Gesandten, die Genehmigung deS Vertrage» betr. die Peking-Haukau-Bahn zu verhindern, un- beachtit zu laffeu. Inzwischen kommt au» Peking vom Freitag eine Meldung de» „Renter'scheu Bureau»*, durch kaiserliche» Tdict sei die belgische Anleihe für den Ban der Peking Hackan-Bahn, ungeachtet der Einsprüche be» britischen Gesandten, eudgiltig genehmigt worden. Weiter wird an» Shanghai bestätigt, daß Frankreich von der chinesischen Regierung die Verpachtung de» Futschau-District» versprochen worden ist. — Die Aufständischen auf den beiden größten amerikanischen „ZnkunftScolonien* sollen fich, nach Berichten, die über New Mark kommen, neuerding» auf einmal recht ge- Adrrsse für Depeschen: Anzeiger Hietze». Fernsprecher Nr. 51. fügig gegenüber ibren „Befreiern" zeigen. Ein Berichterstatter de» „New-Kork Journal" telegraphirte au» Hongkong, die philippinische Junta Hobe dem amerikanischen Tonsul Wildman öffentlich mitgetheilt, „ihr einziger Wunsch sei die Besitzergreifung der Philippinen durch Amerika". Tin Telegramm be« „New Aork Herald" ferner meldet au» Santiago, der AufstSndischenfithrer Garcia habe angedeutet, daß er den Wunsch habe, fich fein Vorhaben betreffend den Abbruch der Beziehungen zu der amerikanischen Armee noch einmal zu überlegen- er erbiete fich jetzt, Führer für den Zag auf Portorico zu stellen. — vielleicht folgen diesen rofigeu Meldungen indeffen noch hinkende Boten nach. — DaS Selbstgefühl der Amerikaner be- abfichtigt eine Flottenknnbgebnng in Europa. DaS Mariue- amt in Washington hat den Beschluß gesaßt, daß Admiral Sarnpson sofort nach dem Friedensschluß «ft einer Flotte nach Europa segeln soll, so mächtig, wie fie die vereinigten Staaten noch nicht aufgeboten hatten. Der Zweck wird offen eingestanden: Europa die neue Wehrkraft der vereinigten Staaten zur See zu zeigen. — Indeffen hat ja unser „altersschwache»" festländische» Europa auch eine Anzahl ganz hübscher Kähne aufzuweisen. Vielleicht fühlt man sich diesseits veranlaßt, den höflichen Besuch der Aankee» drüben zn erwidern. Cocalo und provinzielles. Sießeu, den 13. August 1898. • • Circus Corty Althoff. Der berühmte TircuSTorth- Althoff, einer der größten Zelt-Eircuffe de» TontinentS, gibt in nächster Woche eine Reihe Vorstellungen auf Oswald» Garten. Der CircuS trifft mit Exrrazug am Montag hier ein- am Dienstag Abend 8 Uhr findet die erste große Gala- Borfiellung statt. Wir verweisen vorläufig auf die daS Nähere angebenden Inserate, Plakate und Programme. • * Sin fremde« Frauenzimmer erschwindelte gestern in einem hiesigen Goldwaarengeschäft vier Ringe im Werthe von 50 Mk. Die Schwindlerin wurde, noch ehe sie die Stadt verlassen konnte, verhaftet. • • In einer hiesigen Fahrradhandlung erschien gestern eia fremder junger Minsch unb entlieh fich unter falschen Vorspiegelungen ein Fahrrad, um alsbald mit demselben daS Weite zu suchen. Bi» jetzt gelang eS nicht, denselben zu ermitteln. * ♦ Detaillisten * Verein contra Kölner Sonsum anstatt. Betreff nd die Notiz deS hiesigen Detaillisten-vereinS in Nr. 185 dS. Bl. verweisen wir die Leser auf die Erklärung im Juserateutheil der heutigen Nummer, deren notarielle Bestätigung un» Vorgelegen hat. • • Berichtigung. In dem Jahresbericht der Großh. Handelskammer tu gestriger Nummer muß eS auf der 14. Zeile anstatt „dem von Großh. Ministerium erstatteten Bericht" heißen: „dem dem Großh. Ministerium erstatteten Bericht". • • Wetterbericht. DaS barometrische Maximum umfaßt beute außer Teatral-Europa auch den ganzen Nörten und Nordof.en Europas. Auf unserem Gebiete besteht unter der Herrschaft de» hohen Drucke« allgemein heitere« Wetter und haben die Temperaturen w ebcr zugenommen. DaS gestern im Westen der britischen Inseln erschienene Minimum hat zwar ostwärts etwas an Raum gewonnen, scheint aber der Hauptsache nach eine nordöstliche Bahn zu verfolgen. — voraussichtlich e Witterung: Zunächst noch heiter und warm. Aus fctt Leit für Me Vor 57 Jahren, am 14. August 1841, starb als Professor in Göttingen der Philosoph Johann Friedrich Herbart, der wahrend seiner fruchtbaren akademischen Thätigkeit fich vorzugsweise bestrebte, die Welt der Begriffe und Vorstellungen aufzuhellen. Die philosophischen und pädagogischen Schriften seiner Doctrin tragen vorzugsweise den Charocter des Realismus. Herbart wurde am 4. Mai 1776 in Oldenburg geboren. Vor 127 Jahren, am 15. August 1771, wurde zu Edinburgh der berühmte englische Romanschriftsteller Walther Scott geboren. Seine Romane zeichnen sich durch historische Treue, vorzügliche Characterzeichnung und farbenprächtige Schilderung aus. Er ist der Begründer des historischen Romans und gilt noch heute als Muster eines Romanschreibers. Scott starb am 21. September 1832 in Abbotsford. Vermischte». • Berli«, 11. August. Die Beisetzung der Frau Rosalie Hertzog hat Donner-tag Abend um 6 Uhr auf dem Dorotheenstädtischen Kirchhof in der Liesenstraße unter großer Betheiligung stattgefunden. Der Sarg war zwischen sechs mächtigen Kandelabern in der reich geschmückten Kapelle aufgebahrt. Da- vollzählig erschienene „dankbare Personal" des hiesigen Hauses Rudolf Hertzog, das des Hause- in Plauen und die Diener der Firma widmeten wahre Kunstwerke der Blumeubinderei. Der Kranz der Diener war so groß, daß zwei kräftige Männer uöthig waren, ihn zu tragen. Auch zahlreiche Geschäftsfreunde der Firma erwiesen der Gattin des Begründers des WelthanseS die letzte Ehre. Ein Kranz trug die Widmung der „dankbaren französischen Colouie." Die Gesammtzahl der Blumeuspendea war so gewaltig, daß für den Transport mehrere Geschäftswagen der Hauses nöthig waren. Die trauernde Familie wurde durch den jugendlichen Enkel, die Schwiegertochter und die drei Töchter der Verblichenen mit ihren Gatten vertreten. DaS Heuveberg'sche Doppelquartett saug zu Beginn der Feier „Selig find die Tobten"- die Gedenkrede hielt Pastor Kind von der Neuen Kirche - die Beisetzung erfolgte im Erbbegräbuiß an der Sette de- Gatten. ♦ Der Tropeuauzug des Kaiser». Bet seinem Früh- fpazierrttt im Parke zu Wilhelm-Höhe trug der Kaiser am vergangenen Montag probeweise den Tropeuauzug, der auf der Reise in Palästina angelegt werden soll. Der Neber- rock, sowie die eng anliegenden Beinkleider find von gelblich- weißem Stoff, über die Brust zieht sich eine gelbe ver- schnürung. Die Reitstiefel find vou gelbbraun^ Färbung. Den Anzug vervollständigt der Tropenhelm mit gelber Spitze. » Georg Ebers. Mittwoch Nachmittag wurde Georg EberS auf dem neuen Schwabtnger Friedhof in München beerdigt. Die Familie des Entschlafenen, so berichtet die Augsburger Abendzeitung, die Wittwe, die beiden Brüder Martin und Ludwig, die Söhne und Töchter, waren erschienen, ihm das letzte Lebewohl uachzurufen. Am Grabe waren eine Unzahl herrlicher Kränze vou Freunden und Verehrern niedergrlegt- Krovprtnzesfin Viktoria vou Schweden hatte ein Gewinde herrlicher Rosen gesandt- Prinz Leopold hatte neben einem telegraphischen Beileid einen Lorbeer gespendet. Die Leichenfeierlichkeit wurde nach protestantischem Ritus durch Pfarrer Beith vorgeuommen, welcher eine ergreifende Grabrede hielt. Geheimrath Dr. v. Pettenkofer hielt eine Ansprache, tu der er Folgende» au-sührte: „Die Akademie der Wiffenschaften hat durch den Tod deS Aegypto« logen EberS einen schweren Verlust erlitten. Wir Alle haben ihn hochgehalten und verehrt, denn er hat wirklich geleistet, was noch Wenige geleistet haben. Er war nicht bloS Gelehrter, er war auch ein Dichter, obwohl er ein ganz gründlicher und exakter Forscher war- er hat nicht nur aus den Pyramiden Wahrheiten zu Tage gesördert, die dort Tausende von Jahren geruht haben, er hat sogar die alten Aegypter, man darf sagen, au» ihren Gräbern aufersteheu laffen durch seine dichterischen Leistungen, er läßt die alten Aegypter vor uoS sprechen und handeln. Sein Ruhm ist deshalb nicht bloS in allen gelehrten Kreisen verbreitet, sondern auch in den größten Kreisen des Publikums. Die Akademie der Wiffenschaften ehrt ihre Tobten nicht an ihrem Begräbntß, sondern in einer folgenden öffentlichen Festsitzung- ich lege aber im Namen unserer Akademie als Zeichen besonderer Hochachtung und Verehrung diesen Kranz auf dem Grabe nieder." Nachdem Ernst v. Wolzogen Namens der Münchener literarischen Gesellschaft dem Tobten den Lorbeer gewidmet, sprach noch Hofrath Proseffor Baier-Stuttgart Namen- der Rückertgemeinde. ♦ Ein Flüchtling. Der flüchtige Postgehülfe Hummel au» Wöllstein (Rheinhessen) hat nach den bisherigen Fest- stelluugeu der Oberpostdirecttou in-gesammt 10800 Mk. unterschlagen. Die auf seine Ergreifung au-gesetzte Belohnung ist auf 750 Mk. erhöht worden. Die gestohlenen Geld- brtefe enthielten 14 Noten der Reich»bank zu je 100 Mk., nämlich Nr. 0126731 a, 1779353b, 2257983 c, 0000862d, 0949351A, 0433014B 0039844 C, 0008637D, 0923460a, 2617070b, 04585993d, 07768300,0174183V, 0976078V Ferner: eine württembergische Banknote zu 100 Mk. Nr. 032 393, zwei bayerische Banknoten zu je 100 Mk. Nr. 995,385 und 930,558, eine vierprocentige ungarische Goldreme über 1000 Gulden Nr. 418,109, einen vier- procevtigeu Ziu-schetn de» Frankfurter Hypotheken-Errdit- Vereins, Serie 24, Lit M, Nr. 3507 zu 8 Mk., zwei ZiuS- scheine zu je 1.75 Mk. und drei Zinsscheine zu je 8.10 Mk. der vterprocentigen serbischen Reute- endlich mehrere ZinS- scheiue mit dem Nameu-zug Adam Ret» und dem Stempelabdruck: I. P. Pitthan Nachfolger. Als besondere Kenn- zetchen werden dem Steckbrief noch folgende Angaben beigefügt: Hummel hat eine Zahnlücke im linken Oberkiefer, die beim Lachen sichtbar wird, und eine handtellergroße nässende Flechte auf der linken Brustsette. Am 6. August ist Hummel in Straßburg i. E. gewesen. ES ist nicht au»- geschloffen, daß er zur Flucht ein Fahrrad benutzt und daß er unter dem Nam-n „Sommerlad" reist. * Das „Milit.-Wochenbl." veröffentlicht nachstehenden alten Berliner Parolebesehl, der ungefähr im Jahre 1787 ergangen ist und unter den Papieren von Rheinhold Wilhelm v. Essen, gestorben 1788 als Generallieutenant und Ober- commandant von Reval, gefunden wurde: „Jüngst machte der Gouverneur zu Berlin, der Vortreffliche Generalleitenant von Möllendorff bei der Parole folgenden Befehl bekannt: Seit zwei Jahren, als so lange ich das Guwernement in hiesigen Residenzien führe, ist eine meiner ersten bemühungen mttgewesen, zur Ehre der Menschheit die Geringschäzige Art der Officiere gegen den gemeinen Mann auszurotten, und muß ich zu meiner Beruhigung und Freude sagen, daß ich bei sechs in hiesiger Garnison stehenden Regimentern offenbar die Früchte davon gewahr werde. Rur bei) einem Regimente, daß ich bi» jetzt noch nicht nennen will, ist die alte auf Irrwegen beruhende einiger Officiere, den Gemeinen Mann durch Barbarei, Tirannische Prügelei, Stoßen und Schimpfworts zu seiner Schuldigkeit anzuhalten, so sich solcher VerfahrungL- art bisher zur Schuld kommen laßen, an, davon abzustehen, und künftig sich zu bestreben, den Gemeinen Mann mehr mit Ambition als mit Tirannei zur Ordnung und Kriegsgeschicklichkeit zu führen, die des Königs Majestät verlangen, ee. Majestät der König haben keine Schlingel, Kanallie, Hunde und Grobzeug u. f. w im Dienste sondern rechtschafne Soldaten, welche» wir auch sint, denen wir nur bloß dies und das ledige Glück höhere Karaktere gegeben, welchem unter dem Gemeinen Mann viele so gut wie wir, vorstehen würden. Ein jeder Officier sollte sich fereuen, ein Anführer Ehrlieben- der Soldaten zu seyn: Das ist aber justement nicht, wenn er diejenigen, deren Befehlshaber er ist, unter so einer geringen Race von Menschen sezt. von Möllendorff." ♦ Von Wien nach Preßburg. Au- Wien wird berichtet: Letzten Sonntag haben zwei Herren die 61 Kilometer betragende Strecke von Wien nach Preßburg auf der Donau schwimmend in sieben Stunden zurückgelegt. Diese bedeutende Leistung im Stromschwimmen vollführten die Herren Rittmeister Eugen Frhr. v. Forgach und HanS Angeli. Der Einstieg erfolgte um 11 Uhr 40 Min. Vormittag», die Landung um 6 Uhr 35 Min. Abend» - die Schwimmdauer betrug also 6 Stunden 55 Min. bei einer Temperatur des WafferS vou 16° und der Luft von 25—30° R. Die Tour wurde ohne jede Unterbrechung zurückgelegt, und da kein Boot mitfuhr, konnten die beiden Herren weder Speisen noch Trank zu sich nehmen. Zum Fortbringrn der Kleider wurde der von Herrn Angeli erfundene Schwimmsack benützt- derselbe wird mit Gurten auf dem Rücken de» Schwimmer- derart befestigt, daß er diesem in seinen Bewegungen keinerlei Hinderniß bietet. ♦ Deutsche Goldschmiedearbeiteu im Kreml- Der Ama- nuenfiS F. R. Martin aus Stockholm, der eine Reise in Rußland ausführt, um nach Urkunden und sonstigen Gegenständen von Karl XU. zu forschen, hat im Kreml eine Entdeckung gemacht, die nicht verfehlen wird, Aufsehen zu erregen. Der größte Theil der dort verwahrten Silberkleinodien, darunter die schönsten und kostbarsten, besteht nämlich aus Geschenken, die schwedische Regenten während der Großmacht- ftellung Schweden- den Herrschern Rußland- gemacht haben. Der größte Theil diese» Schatze- stellt Kriegsbeute au- der Zeit de- dreißigjährigen Krieges dar. Er umfaßt 130 verschiedene Stücke, die meisten von koloffaler Größe und wunderbar feiner Arbeit, herstammend aus den während der Re° naiffance so berühmten Goldschmiedewerkstätten in Nürnberg und Aug-burg. Von allen diesen Stücken hat der genannte Forschung-reisende in Folge de- Entgegenkommen- der Verwaltung des Kreml Photographieen nehmen können. In Moskau soll die Entdeckung große- Aufsehen erregt haben. Für Schweden hat sie, wie das Stockholmer SwenSka Dagbl. schreibt, großes culturhistorische- Jntereffe. Man habe sich oft darüber gewundert, wo die unerhörten Schätze, die während des dreißigjährigen Kriege» in der königlichen Schatzkammer angesammelt wurden, geblieben seien. Oft sei behauptet worden, die Königin Christine hätte sie au- dem Lande geführt, aber e- läge offen zutage, daß diese Erklärung nicht genügend sei. Die Nachricht auS Moskau gebe indeffeu einen neuen Anhalt. Die Nachfolger Gustav Adolf- scheinen die in der königlichen Schatzkammer angehäuften Kostbarkeiten al» geeignete Objecte betrachtet zu haben, wenn es galt, ausländischen Fürsten Geschenke zu machen. Daß der größere Theil nach Rußland gekommen sei, wäre, meint da» erwähnte Blatt, bei den häufigen diplomatischen Verwicklungen mit dem Zarenreich nicht zu verwundern. In Deutschland wird mau die Entdeckung deS Schweden Martin im Kreml zu Moskau jedenfalls mit nicht geringer« Jntereffe als in Schweden vernehmen, und ver- muthlich wird man sich in deutschen interesfirten Kreisen angelegen sein laffen, gleichfalls einige Photographieen von jenen Erzeugniffen Nürnberger und Augsburger Goldschmiedekunst zu bekommen. Die schlechtesten Stücke waren eS jedenfalls nicht, die die gottesfürchtige schwedische Soldateska von dazumal gestohlen hat. • Die Laune des Nabob. Unter diesem Titel schreibt das „N. Wiener Tgbl.": In einem österreichischen Alpen- curorte gab eS vor wenigen Wochen große- Aufsehen. Ein amerikanischer Milliardär mit Gemahlin und kleinem Gefolge hatte sich in dem romantischen Orte eingefunden und war auf der täglichen Promenade Gegenstand de- Anstauneu- Seiten- der zahlreichen Kurgäste. Er für seine Person nahm kaum Notiz von dem Publikum, starrte, seine Cigarette schmauchend, gerade vor sich hin, zeigte auch wenig Bewunderung für die Schönheiten der Gegend und offenbarte sich mit einem Worte alr der richtige Urtypu- eine- Blafirten. Die Hausdiener des Hotel-, in dem er logirte und deren Eifer er durch wiederholte Befehle stark in Anspruch nahm, zuckten, al- sie von Neugierigen über die Höhe der Trink« gelder, die ihnen täglich in den Schooß fielen, befragt wurden, ziemlich verächtlich mit den Achseln und meinten, in dieser Beziehung sei ihnen ein rumänischer Bojar oder ein „einfacher" Wiener Millionär lieber. Eines Tage- pasfirte dem zahnstochernden Yankee das Malheur, daß er ein Fleischstückchen aus seinem Gebiß nicht herauSbringen konnte. Er lenkte seine Schritte zu dem im Orte ansässigen Zahnarzt, ließ den Eindringling aus den Zähnen entfernen und überreichte dem ihm sprachlos Nachstarrenden als Honorar — zwei Hundert- Dollarnoten. Die Kunde von diesem fürstlichen Honorar durchflog wie ein Lauffeuer den Curort und Mr. X wurde bei der Abendmufik noch mehr augestaunt und angestarrt, als an den Tagen zuvor. Diese Laune des Nabob war aber die einzige, der er sich während keiner Aufenthaltes im Cur- orte hingab. Als er abreiste, sah man im Hotel viele lauge , Gesichter. • Die Trausfufiou des «lutes ist nicht, wie man ge- I wöhnlich anzunehmen geneigt ist, eine Errungenschaft der I Neuzeit, vielmehr scheint sie schon den alten EgYPtern bekannt gewesen zu sein. Stellen in Ovid laffen darauf schließe^ s daß sie ihm ebenfalls bekannt war. Pabst JnnoceuS VIII. mußte sie über sich ergehen laffen. Dann ging alle Kenntniß davon verloren und erst im 17. Jahrhundert, als Harvey den Kreislauf deS Blutes erkannt hatte, wurde die Entdeckung von Neuem gemacht und zwar, wie uns das Internationale Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, mittheilt, von einem lothringischen Mönch, Robert von Gäbet. Er war im St. Arnoldskloster zu Metz Lehrer der Philosophie und wurde später sogar Prior desselben. Hier war es, wo er zuerst die Transfusion voruahm, über die Peter Calenet in seiner Chronik berichtet. Ueber die Operation berichtet er an seinen Freund Clercelier nach Paris, der mit Cartesiu» befreundet war. Bald aber gerieth die Sache wieder in Bergeffenheit. Die Engländer Clarke, Robert Bayer und Henshaw wendeten später die subcutanen Jojrctioneu von Medicamenten an und erst Richard Loeser wurde durch diese wieder auf die Transfusion gebracht. • Ueber die Geschwindigkeit des Schalle» in den obere« Schichten der Atmosphäre find vor einigen Tagen bei Loudon großartige Versuche mittel» eine» RieseuluftballouS augestellt worden. ES handelte sich darum, festzustellen, ob der Schall ich in den höheren Gebieten des Luftmeeres mit der gleichen Geschwindigkeit fortpflanzt wie an der Erdoberfläche- oder vielmehr, da da» vou vornherein nicht wahrscheinlich ist, in welcher Weise die Fortpflanzung deS Schalles dort verändert ist. Besondere Aufmerksamkeit sollte dem etwaigen Einfluffe von Wolken auf die Fortpflanzung de» Schalle» gewidmet werden. Den Versuchen wohnten mehrere der größten englischen Physiker bei, Lord Kelvin, Lord Rayleigh, MaSkelhne, Lachlan usw., außerdem eine tauseudköpfige Menge von Zuschauern au» allen Kreisen. Der Luftballon, der ungefähr 1100 Kubikmeter Ga» enthielt, wurde von Percival Spencer und seinem Bruder geführt. Bei einem VersuchSaufstiege hatte man bereit- einige vorzügliche Photographien mit de« Kinematographen von der Gondel au- ausgenommen. Da» Wetter war günstig, der Aufstieg ging glatt von statten, und der Ballon entfernte sich langsam in nordwestlicher Richtung. AlSbald wurde mit den Versuchen begonnen. Zunächst wurde der Schall der menschlichen Stimme dem Ballon nachgesandt, dann die Töne vou fünf verschiedenen Musikinstrumenten. Darauf kamen einzelne Flintenschüffe und die Signale einer Dampfpfeife an die Reihe. Weiterhin folgten Flintensalven mit anschließendem Pelotonfener. Mit zunehmender Entfernung de- Ballon- kamen stärkere künstliche Geräusche zur Anwendung: Explosionen bestimmter Mengen von Schießbaumwolle, dann solche der doppelten Menge, schließlich einer Mischladung von Geschützpulver und Schießbaumwolle. Während unten genau die Zeit jede- Signal- ausgezeichnet wurde, merkten die Lufschkffer, die mit einem besonderen Empfang-- apparate die Schallwellenaufnahmen, ebenfall- genau die Zeit an, in denen der Schall des betreffenden Signal- sie erreichte- da zugleich die Höhe und die Entfernung de-Ballon- von der Signalstelle bestimmt wurden, so konnte die Geschwindigkeit des Schalle- von der Erde bi» zum Ballon für jeden Fall berechnet werden. Die Ergebniffe der Versuche, die sowohl für die Physik wie für die Meteorologie von Bedeutung find, werden demnächst veröffentlicht werden. * Schusterjunge: „Frrile uche, Sie hab'n wat verlogen --" Dame sieht sich um. — Schusterjunge: wenn Sie sich nich nach mir umkieken!" • Director: „Wie lauge dauert Ihr neues Stück?" — Schriftsteller: „Zweieinhalb Stunden — wenn e- zu Ende gespielt wird." Eingesandt. Siege«, 13. August 1898. Eine Gesellschaft junger Leute hat schon wiederholt in einer Wirthschaft in der verlängerten Bleichstraße die angrenzenden Bewohner durch Gesang und Clavterspiel bis in die frühen Morgenstunden hinein maltraitirt und deren Nachtruhe geraubt. Der Zweck dieser Zeilen besteht darin, die Polizei, der anscheinend derartige Belästigungen der Bewohner entgehen, auf diesen Unfug aufmerksam zu machen und zu bitten, im Wiederholungsfälle in entsprechender Weise einzuschreiten. Anszng aus den Standesamtrregistern der Stadt Gießen. Aufgebote. August: 6. Ludwig Kolmer, Fabrikarbeiter zu Watzenborn, mit Marie Christina Schneider daselbst. 6. Theodor Ludwig Martin Rautenstrauch. Graveur und Dreher dahier, mit Matbilde Stierte hierselbst. 10. Emil Anton Hertrtch, Schreiner zu Gießen, mit Marie Hanitsch hierselbst. 10. Karl Philipp Schädel, Werksührer zu Hanau, mit Antonie Ernstine Deeth zu Gießen. 11. Ludwig Koch, Schutzmann zu Worms, mit Wilhelmine Hos zu Geiß-Nidda. 13. Karl Jacob Ludwig Retter, Kaufmann zu Gießen, mit Eleonore Mathilde Stein hierselbst. Eheschließungen. August: 10. Dr. Konrad Netzling, Gymnasiallehrer dahier, mit Johanna Wilhelmine Justine Luise Petri hierselbst. 10. Gabriel Levi, Lehrer und Cantor zu Kolberg, mit Therese Levy hierselbst. Geborene. Juli: 27. Dem Schlosser Heinrich Lehrmund Zwillinge, eine Tochter, Selma, und ein Sohn, Heinrich. August: 3. Dem Sergeanten Karl Heinrich Schmitt ein Sohn, Karl Heinrich. 5. Dem Schlosser August Weber eine Tochter, Elisabeths Paula. 5. D«m Schneider Georg Schmidt ein Sohn. 8. Dem Taglöbner Friedrich Wilhelm Bechthold ein Sohn, Friedrich Wilhelm. 9. Dem Fellhändler Simon Nußbaum ein Sohn, Jakob. 9. Dem Sattlermeister Friedrich Groß ein Sohn. Gestorbene. Juli: 28. Heinrich Lehrmund, 12 Stunden alt, Sohn von Schlaffer Heinrich Lehrmund dahier. August: 5. Adolf Bernhard, 5 Monate alt, Sohn von Metzgermeister Adolf Bernhard dahier. 6. Karl Lenz, b8 Jahre alt, Stationsvorsteher i. P. dahier. 6. Johann Anton Waldfchmidt, 64% Jahre alt, Gastwirth von Wetzlar. 7. Heinrich Rühl, 3 Monate alt, Sohn von Maurer Heinrich Rühl dahier. 7. Margarethe Alwine Pfeiffer, 3 Jahre alt, Tochter von I Kaufmann Carl Pfeffer zu Kreuznach. 7. Luise Hinkel, 51 Jahre alt, ledig, Händlerin von Büdesheim, Kreis Friedberg. 8. Adam Berghäuser, 41 Jahre alt, Kesselheizer von Wetzlar. 12. Adeline Friederike Bechtoldt, 58 Jahre alt, ledig, Prioattn dahier. .tzr'Z L 7: " WM* w " «, «0 n dtt» r°lM g, 7° i,'i<|il It « 7" 5«»N ?'4- Hiebet u «ti ® Wtl«ne» tu N1‘ ‘«4 biefe hiH ix .t NMm ^®tD/ ob bn «Jl rtt bei gkitQ ^bobtiflije; okt NifoMt ist, i, ^llkS boxt btionlm :m "wlligen Miß 'I Scholle! gtiBibBß k»e der gr3§tcn er;. Rohleigh, SRalfelbm, pstge Mevze 6on ß» *, bei uiigefch bon Perctval Tpeam «m 8er|ud)lQüfftitjt hotoziaphiell mit bei I aafgtnonntn. Dal glatt voll statteo, uni lvrdll-eftWr Richtung innen. Zaaschst tonrte m Bolton natgefanlt itn MnflktnstiullienlkL und ble Signale eins t folgten Flilltellfolva litt zllnehllienber Lv Änstliche GerLllfche |c Mengen von Schilp Menge, fchltehlich ttett vchiehbamivolle il< aufgezeilhnumbe, befonbeien Mutf* benfoHl genas bteW enbtn SlgnaU fle «• uftrnung btißaM fo tonte btt ®t* , VIS gum Ballon für gtbn^t btt BnM, Mtttnologlt von Bl- ■ntüdjt totxbtn. Tie hab'n tcat » fl. - Stvstttjwii- it unttlthn!' Ihr neue« 6tM? - - wenn el zu Tni! f. w, 13. August 1898. schon wiederholt in e die angrenjtnb^ z in die ftühen MA ;s.ä’.ä“ ,amt»r-siU-" e«. u @el6=9Ht 8(6,niuiib «%lSÄ jein[t4' 5°®‘®ÄS Paula- MO .. @obnj? lugub' .- Setnb«r® ",X«AS ,'KS/K voll,?.^dah^' Auszug aus den Aivchenbüchesfn der Stadt (iirfecn» • •eeitHUt • tu ein bi. Getraute. Iodinnesgrmrtnbe. Den 10. August. Dr. Konrad Netzltng. Gymnasiallehrer zu Sietzen, and Johanna Wilhelmine Justine Luise Petri, Tochter deS verstorbenen Bauunternehmer» Anion Petri zu Gietzen. Getaufte. Matthäu-gemetnde. Den 7. August. Dem Soritrmeister Heinrich Stimmer eine Tochter, Elmtre Julie Minna, geboren ben 24. Juni. Denselben. Dem Kauimavn Karl Malkomksiu« ein Sohn, Karl Heinrich Lhrtfttan Konrad, geboren den 8. Juli. Martulgemeinde. Den 7. August. Dem Metzgerweister Konrad Beppler ein Sohn, Albert Wilhelm, geboren den 3. Juli. Denselben. Dem Schreiner Georg Leith eine Tochter, Therese, geboren den 14. Juni. LukaSgemetnde. Den 7. August. Dem Realgymnastallehrer Dr. Richard Trapp ein Sohn, Erotn Karl Paul, geboren den 3. Juli. Denselben. Dem Bahnwärter Heinrich Hetz eine Tochter, Frieda, geboren ben 5. Juli. Denselben. Dem Schmieb Johannes Liehe eine Tochter, Lilli Elisabeth Henny Luise, geboren ben 18. Juli. Denselben. Dem Kutscher Johann Georg Gebharbt eine Tochter, Ella, geboren ben 3. Juli. , Den 12. August. Dem Schuhmann Johanne« Schädel ein Sohn, Johann Friedrich, geboren den 2. Juli. JohanneSgemelnde. Den 7. August. Dem Schlosser Peter Bott ein Sohn, Ludwig Heinrich, geboren den 16. Juni. Denselben. Dem Schutzmann Hermann Schäfer ein Sohn, Hermann Konrad Heinrich, geboren den 24. Juni. Denselben. Dem Photograph Christian Martin Heinrich Zimmer eine Tochter, Johann« Auguste Emma, geboren den 6. Juli. Den 11. August Dem Gastwtrth Johanne« Marker eine Tochter, Anna Elise, geboren den 7. Juli. Beerdigte. LukaSgemetnde. Den 8. August. Karl Lenz, Stationsvorsteher i.P., 58 Jahre alt, starb ben 6. August. Verkehr, €aub* «rrd V-Uswirthschaft •tetra, 13. August. Marktbericht. Auf bem heutige» «ochenmarkt kosteten: Butler pr. Pfd. •* 0,95—1,06, Hühnereier pr. 6t 6-7 4, 2 St. 11-13 A. Enteneier 2 St 14—15 A, Gänse, eter pr. St 12—00 A, Käse 1 St. 6-7 A. Käsematte pr. St. 8 * Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 30 A, Tauben pr. Paar X 0,80 bi« 0,80, Hühner pr. Stück 0,86 bi« 1,20, Hahnen pr. Stück X 0,65-1,00, Enten pr. Stück X 1,60-1.80, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsensieifch pr. Pfd. 66-74 Ä. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 62—66 A. Schweinefleisch pr. Pfd. 68 bl« 76 A. Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 A. Kalbfleisch pr. Pfd. 60-64 A, Hammelfleisch pr. Pfd. 80—' 0 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00 bi» 8,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 A. Zwiebeln pr. ttentnn 8,00—9,00 X, Milch pr. Liter 16 A. Ktrfchen pr. Pfd. 16-20 A- Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgen« bi« 1 Uhr Nachmittag«. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemeflen am 13. August, zwischen 11 u. 12 Uhr Mittag«: Wasser 17°, Luft 22». Rübsam.en'sche Badeanstalt. Neueste Nachrichten. Depeschen de« Bureau .Herold". Berlin, 15. August. Nach einem römischen Telegramm de« „Lokal-Anzeiger" versicherte |btr Leibarzt de« Papste«, datz dieser wtederhergestellt sei. Er habe noch einige Magen- schmerzen, die jedoch für sein Gesammtbefindeu ohne Bedeutung seien. Berlin, 15, August. Geheimrath Professor Robert Koch hat gestern Abend tu Begleitung zweier Profefforen eine längere Studienreise zur Ergründung der Malaria- Krankheit nach den südeuropätschen Ländern avgetreteu. Berlin, 13. August. Der Privatdocent Dr. Aron theilt dem „Vorwärts" mit, datz er seine Vorlesungen an der hiesigen Universität wie stet«, so auch diesmal aogezetgt habe. Die gegentheilige Blättermelduug fei daher erfunden. Berlin, 13. August. De« „vorwärts- zufolge soll der Kaiser seine Mißbilligung über die Wahl de« Freiherrn von Wangenheim zum ersten Präflventen deS Bunde« der Landwirthe ausgesprochen haben. Köln, 13. August. Die „Köln, ßtg.* meldet über das Befinden des Papste« au« Madrid, der Zustand derselben laste sich nicht länger verheimlichen. Derselbe habe fip nach und nach sehr verschlimmert. Gegenwärtig handle e« sich nur noch um einen hinfälligen Gret«, der nur wenig und sehr leise spricht. Schreiben und arbeiten könne er nicht mehr, ebensowenig von bem Verlauf ber Geschäfte Kenntniß nehmen, ba« Denken ermüde ben Papst, lesen mache ihn zerstreut, sodaß er zehnmal baSselbe Gebet anfange, ohne e« zu merken. Der Papst vergehe langsam wie eine weiße Kerze im golbenen Leuchter. Carbinal Rampolla führt bie gesummten Geschäfte. Kiel, 13. August. Die von einem hiesigen Schiffsrheber eingerichtete birecteSchiffsverbindung Hamburg—Kiaotfchou ist eröffnet worben. Die Verbindung wird mit eisernen Segelschiffen betrieben, welche in monatlichen Zwischenräumen verkehren sollen. Brüssel, 13. August. Die „Jnbepenbance belge" veröffentlicht einen auS Chicagoer politischen Kreisen herrühren« den Brief deS wohlbekannten John AdamS, in welchem dieser erklärt, baß bie große Mehrheit beS amerikanischen Volkes bereit ist, die Regierung zu veranlaffeu, die Philippinen an Holland abzutreten. Pari«, 13. August. Die Anklagekammer hat sich gegen ? BertuluS entschieden und erklärt, baß bie Klage nicht | gerechtfertigt sei. ES liege nicht« vor, wa« eine Verweisung Esterhazy « vor bie Grschworenen rechtfertige. Jnsolgedeffeu wurden Esterhazy und Frau Pah« um 5 Uhr Nachmittag« au« bem Gefänguih entlasten. Esterhazy wurde von seinen Freunden empfangen und nach seiner Wohnung geführt. Er nannte BertuluS einen impertinenten cynischen Richter und erklärte, die Handlungsweise seine- Vetter« Christian habe ihn krank gemacht. Paris, 13. August. Die politischen Freunde Briston« werden aus der von den robicaltn Führern und dem Eadinet Briffon verfolgten Politik nicht klug und sind überzeugt, daß, wenn er seine bisherige antirepublikanische Politik weiter verfolgt, er beim ersten Zusammentritt der Kammer gestürzt werden wird. Briston hat bereit« da« vertrauen der Mehrheit der Rabicalen verloren und e« macht sich schon eine Trennung ber Rabicalen in zwei Lager bemerkbar. Briston wird ohne Zweifel in der Minderheit bleiben. London, 13. August. Da« Parlament ist gestern nach Verlesung einer Thronrede vertagt worben. London, 13. August. Nach weiteren Meldungen au« Washington erfolgte bie Unterzeichnung be« FriebeuS- protokoll« im Namen Spanien« durch Eambon gestern Nachmittag um 4 Uhr 25 Min. in Gegenwart Mac Kinley« und de« Eabinet«. Newyotk, 18. August. General MileS hat in (Santiago den Waffenstillstand von heute früh ab erklärt. General Merit wirb ben spanischen Osfizieren heute dieselbe Mittheilung machen. In beiden Lagern herrscht Über diese Nachricht allgemeiner Jubel. Bei Todesfällen übernimmt die Buchdruckerei des Giessener Anzeigers, Schulstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauerbriefen und Dankeagungskarten, welche auf Wunsch couvertlrt geliefert werden. Die Kinder essen es wirklich gern, aber auch für Erwachsene läht sich In ca. 10 Minuten ein liebliche« Gericht durch einfaches Kochen der Milch mit Brown und Polson's Mondamin Herstellen. Die« ergiebt eine nahrhafte und leicht verdauliche Speise, regt durch seinen eigenen Wohlgeschmack Kinder wie auch Kranke an, solche Milchspeise häufiger zu erbitten. Beliebige Zuthat von Vanille, Cltrone rc., Beigabe von Fruchtsauce, gekochtem Obst erhöhen den Geschmack und liefern zugleich für den Famlllen- ttsch ein nahrhafte« und köstliche« Dessert. Ausführliche« auf den Mondamln-PackT@eCrät?eb, ®ci gleichzeitiger Entnahme von mindestens 200 Centuerur sowie einige Ceutner vorjähriges Heu Stückcokes...............0.90 Mk. Nußcokes Nr. I ............I.- Mk. ^tihgesternerweg «*♦ । $»>.. 9 1Q5 «W. in geschmackvoller Ausstattung und su billigen Preisen bei schnellster Lieferung 73rUhl’sehe ^nW.-Mueh- u. SfteindrucAerei Noch (a ili Hrlusttt «litten hay c htr Traaerbot fliegen, ist, bn derstorbtku ««ll h°t dlff anb «»tat 8tlt Slam Gas-Cokes. Infolge Stadtverordneten Beschlusses vom 23. Juni 1898 tritt eine NlkisttinWgmig nuferer Gasrohrs ein und wurden die Preise derselben bis auf Weiteres festgesetzt, wie folgt: Für den Centner ab Verkaufsstelle: Hverheffifche 8068 Gkwerbk-Ansstelinng zu Mutzbach. Sonntag den 14. d. Mts.: General-Nkrfammluus des hksfischen Gewerbe Vereins. Sollcert der Capelle des 88. Inf.-Kegts. Wohne nunmehr Kirch cnplatz Nr. 5. 7088 Frau Dürr, zeicheofrau. Geschäfts - Eröffnung, Einem hiesigen und auswärtigen Publikum zur gefl. Nachricht, daß ich mit dem Heutigen Marktplatz 18 Wjtetu, Gold- und Silber- MMW Waaren-Geschäft verbunden mit Reparatur-Werkstätte ™ Indem ich bitte, mein Unternehmen gütigst untere stützen zu wollen, zeichne Achtungsvoll D. Kaminka, Uhrmacher. [8095 Gravelottefeier Donnerstag den 18. l. Mts., von Abends »/,9 Uhr an, im Vereinslocal. 8^ re: flontW jlit Serben Zur Aufklärung! Unter Bezugnahme auf die Erklärung der Kölner Consum Anstalt (C. F. Hackenberg), hier, halten wir die im Gießener Anzeiger von uns unter dem localen Theil veröffentlichten Thatsachen voll und ganz aufrecht. — Der Firma „Kölner Consum-Anftalt" wurde auf unfern Antrag durch das Großherzogl. Amtsgericht hier in einer vorläufigen Verfügung verboten, den Ausdruck ,,Detail-Verkauf zu Engros-Preifen" zu gebrauchen, und wegen Uebertretung dieses Verbote» ist dieselbe zu 500 Mark Geldstrafe und zur Tragung der Kosten verurtheilt worden. Wir erblickten ferner in dem Gebrauche der Firma „Kölner Confum-Austalt" einen Verstoß gegen § 4 des Gesetze» zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes, welches verbietet, den Anschein einer besonders günstigen Preisbemessung über die Art des Bezuges oder der Bezugsquellen von Waaren im Publikum hervorzurufen, insofern, als durch die Führung solcher $lrma der Glaube erweckt wird, daß sie die Zweigniederlassung einer größeren Consum Anstalt in Köln sei, was aber nicht der Fall ist, wie durch Vermittlung der hiesigen Handelskammer das König!. Amtsgericht in Köln bestätigt hat. Demzufolge stellten wir bei hiesigem Landgericht Klage, unter gleichzeitigem Anträge bei Großherzogl Amtsgericht auf vorläufige Verfügung, zur Unterlassung des Gebrauchs der Firma „Kölner Consum«Anstalt" welchem Anträge nicht entsprochen wurde, während das eigentliche Urtheil in dieser Sache demnächst das Landgericht zu sprechen hat. Wir haben hiermit die Pflicht, das Publikum aufzuklären, erfüllt, und werden uns auf weitere Zeitungspolemik mit genannter Firma nicht einlaffen. 8100 Gießen, den 13. August 1898. Der Umstand des Perms der Detaillisten zu Gießen. Nur kurze Zeit! Circus Corty-Althoff Oswaldsgalten in Gießen. 100 Merde 150 Personen Dienstag den 16. August, Abends 8 Uhr: GM-EröBngsOr-külllig Alles Aaßere die späteren Annoncen und Stacate. Billetvorverkauf täglich, ab Dienstag den 16. August, von Vorm. 10 Uhr bis Abends 6 Uhr im Cigarrengeschäft des Herrn Sonntag, Neuen Bäue, und täglich ab Vormittags IO Uhr an FlkWstMkil (Dr. Klein’s Patent) zum Bereiten von frischem Fleischsaft für Magenkranke u. Reconvalescenten empfehlen Brüder Schmidt. Ich nehme hiermit alle Beleidig- ungen, welche ich seither gegen Heinrich Gerhardt III. und seine Familie von Steinbach aus-' gesagt habe, als unbegründet zurück. Steinbach, den 10. August 1898. Christoph Balser Wlve. 8061} Garten in der Nähe der Actien- brauerer xu miethen oder zu kaufen gesucht. Offerten unter M. K. hauptpost- lagernd erbeten. Ä-! "-Air »i!"! zum Würzen der Suppen ist haltbar, auch wenn angebraucht. In Original-Fläschchen von 36 H an zu haben bei 7708 Ph. Herrmann, Lellersivea 33. In Wagenladungen von mindestens 36 Centnern: Stückcokes...............0.95 Mk. Nußcokes Nr. 1 1.05 Mk. ! Nußcokes Nr. 2............1.10 Mk. preis) bei 8070 ■ Adolf Rossbach Das Commando. F. G. F. 8089, Montaa Abend 8»/, Nbr: Uebung. am Bahnhof 15 in Bockenheim. Zu verkaufen Sonntag 14. AugustM98, Abends 8 Uhr r Predigt. Prediger Barnickel. ___Jedermann freundlichst willkommen. — Druck und «erlag der vrühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße». " ' Ein ganz neues, fast gar nicht gebrauchtes Fahrrad 98er Modell, ist aus Gesundheitsrücksichten zu verkaufen. 8102 ___________Schanzenstraße 8, Hl. Achtung!!! Günstig für Wirtste. 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