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Alle Anzeigen.Bermittlungsftellen M In. und HuitanM nehmen Anzeigen für den Gießener Angeiger tntgegm. Orschetul Uflfit» mit Ausnahme des Montags. Zlnrts- und Zlnzeigeblntt für den Kreis Giefzen Die Gießener Jumikieus tätler Werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Rebactoon, Expedition und Druckerei: SchnkSratze Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger -letze», Fernsprecher Nr. 51. Deutsches Reich. Berlin, 12. August. Der Reifet arbeitete heute in WilhelrnShöhe von 10 Uhr Vormittag» bi» 1 Uhr Nach» mittag» zuerst mit dem Vertreter de» Auswärtigen Amte», Gesaodteu Grafen Wolff-Metternich und demnächst mit dem Ehes de» Militär-Labinet», General v. Hahuke. Darauf empfing er den Botschafter in Konstantinopel, Freiherrn von Marschall. — Orientreife de» Kaisers. Folgende Einzelheiten de» bis jetzt vorgesehenen Reifeprogramms werden noch mitgetheilt: Die Landung de» KaiserpaareS in Haifa erfolgt am 26. October, von hier währt die Reise nach Jaffa zwei Tage- am Nachmittag de» 29. October erfolgt der Einzug In Jerusalem. Nach der Einweihung der protestantischen Kirche geht der Kaiser am 31. October nach Jericho und am nächsten Tag an den Jordan und da» lobte Meer. Am 2. November geht e» zurück nach Jerusalem, wo der Kaiser zwei weitere Tage bleibt. Sodann erfolgt die Rückreise nach Jaffa und Haifa. Von Haifa wird in Nazareth der Berg Tabor und Liberia» am See Genezareth besucht. Am 9. November reift da» Kaiserpaar wieder zurück nach Haifa und begibt sich auf der Macht nach Beirut, Damaskus und Baalbeck. Am 10. November segelt da» Kaiserpaar von Beirut nach Egypten ob, wo die Landung in Port Said erfolgt, lieber Land geht e» dann weiter nach Kairo, oder da» Kaiserpaar segelt nach Alexandria und von da nach Kairo, wo die Ankunft am 18. November erfolgt. Al» Gäste de» Khedive nimmt das Kaiserpaar Wohnung im Abdin-Palast. Am 22. November erfolgt die Abfahrt auf Look» Nildampfer nach Affuan. Die Abfahrt von Egypten dürfte erst nach dem 7. Decemder stattfinden. Natürlich ist eine Abänderung dieses vorläufigen Reifeprogramms nicht auSgefchloffeu. Berlin, 12. August. DaS Staatsministerium trat heute Nachmittag 3 Uhr unter dem Borfitz deS Vicepräfi- deuten v. Miquel in feinem Dienstgebäude zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 12. August. Die »Köln. Bolksztg." hatte behauptet, daß der Kaiser dem früheren Kriegsminister Bronsart von Schellendorf es sehr Übel genommen habe, al« dieser bezweifelte, der Reichstag werde den geplanten weiteren HeereSvermehrungen nachgeben. Hochauf- grrichtet soll der Kaiser dem Minister zugerufen haben: Wenn ich e» ober befehlt I Demgegenüber find die »Berliner Reuest. Nachr." ermächtigt, zu erklären, daß diese Erzählung auf freier Eifindung beruhe. Der frühere KriegSminister habe nie bezweifelt, zu jeder nothwendigen Verstärkung unserer Wchrkraft die Zustimmung der Volksvertretung zu finden, fet e» der tagenden, oder, fall» diese versagt und aufgelöst wird, der neugewählten. Berlin, 12. August. Der 30jährige Dr. phil. Max Kramer au» Berlin Ist beim Abstieg vom Berge Guasta in Norwegen verunglückt und ollbalb seinen Verletzungen erlegen. Berlin, 11. August. Kampf gegen die Socialdemokratie. Da» Vorgehen der einzelnen Berwaltung»- zweige der Reich»- und Staatsregierungen gegen die Agitation der Socialdemokrateu ruft auch in den bürgerlichen Kreisen ähnliche Bestrebungen hervor. Die kürzlich gemeldeten BereiuSbildungeu bezw. Aufrufe find Anzeichen dafür, daß die staatserhaltenden Parteien au» den Wahlen von der Socialdemokrotie gelernt haben, fich nicht nur auf eine Agitation kurz vor den Wahlen zu beschränken, sondern planmäßig in ständiger Arbeit der Verhetzung de» Volkes durch diese Umsturzpartei entgegenzutreten. Da dieses Beispiel der Nachahmung würdig ist, so dürfte e» von Interesse sein, auf die Mittel und Wege hinzuweisen, welche als die zweckmäßigsten angesehen werden. In den bisher vorliegenden Vorschlägen wird von einer Seite betont, daß der Staat in seinem Vorgehen gegen die Socialdemokrotie von der Kirche und der Gesellschaft mit aller Kraft und Hingebung unterstützt werden muß, und einmüthig werden zu diesem Zweck Abhaltung von Versammlungen, Bertheilung von Schriften, besonder» von guten, billigen Zeitungen, vor Allem aber kräftiges Eintreten für die Wohlfahrtspflege in Stadt und Land empfohlen. Gewiß können Versammlungen, in denen unbarmherzig die versteckten Abfichten der Soclaldemokratie behandelt werden, einen gewissen erhaltenden Einfluß ausüben, weit mehr würde e» fich aber empfehlen, von dem Podium der falschen Selbstachtung herabzusteigen und In socialdemokratischen oder gemischten Versammlungen den gewerbsmäßigen Agitatoren mit Entschiedenheit entgegenzutreten. Mit Recht betont in dieser Hinficht der Aufruf de» conservativen Vereins in Ostpreußen: »Aber auch von der irrigen Auffassung, daß den Arbeitern gegenüber von unserer Seite Nichts geschehen dürfe, um fie auf die Gefahr der Socialdemoklatie aufmerksam zu machen, ist abzusehen. Wir müssen nu» angelegen fein lassen, mit ihnen über die da» Vaterland bedrohende Gefahr eingehend zu sprechen, nicht nur vor den Wahlen, sondern so oft fich eine Gelegenheit dazu bietet." Hab in dem Statutenentwurf de» Waldeck-Phrmonter öeAin» wird all Aufgabe bezeichnet: »Mit Nachdruck auf die letzten Ziele der socialdemokratischen Partei, welche dieselbe einer monarchisch und religiös gefronten Bevölkerung gegenüber absichtlich verschweigt, hinzu- weisen, insbesondere zu betonen, daß die Socialdemokratie auf politischem Gebiet die Republik, auf religiösem die Be- feiiigung deS GotteSglaubenS, auf wirtschaftlichem Gebiete die Aufhebung des PrivateigenthumS, auf sittlichem Gebiet die Auflösung der christlichen Ehe und Familie, also einenZuftand erstrebt, wo alle Bande frommer Scheu gelöst finb." Die Gelegen- Helt hierzu ist in focialdemokratischen Versammlungen am ersten gegeben, und wenn neben diesen Hinweisen da» Gebühren der Führer in daS richtige Licht gesetzt wird, wenn immer und immer wieder durch authentisches Material der Unterschied klargelegt wird, der fich In Theorie und Praxi» bei den Herren offenbart, dann erst kann der durch Jahrzehnte lange Agitation eingeimpften Verhetzung Abbruch gethan werden. Also würde der Erfolg auf diesem Wege nur ein sehr bedingter sein. Ander» steht e» mit einigen praktischen Vorschlägen auf socialem und wirthschastlichern Gebiet. In dem Statut be» oben genannten Verein» heißt e»: »Das Zusammenwirken ber BereinS- organe und Berelnsmitglieber unter einander hat endlich noch ba» Ziel, Frieben unb Versöhnung stiftend» zu wirken, nicht nur nach außen, fonbern auch nach innen. Zur Bekämpfung be» gemeinsamen Feindes können unb müssen ble verschiedenen politischen Parteien, soweit dieselben auf nationalem Boden stehen, fich die Hand reichen. Auch die socialen Gegensätze zwischen den einzelnen Berufsklassen im Lande werden sich ad- schleifen und mildern. Durch die Einsicht, daß jeder Stand nothwendig ist zum Wohl ber Gesammtheit, wirb ber Klaffenhaß allmählich schwlnben unb baS Gefühl ber Zusammengehörigkeit wachsen." Wirb hier in dankenSwerther öetft eine praktische Betätigung der Politik der Sammlung durch gegenseitige Achtung der verschiedenen BerusSfiäabe, be» Handel», der Landwirthschoft, deS Gewerbe», der Industrie, anzubahnen versucht, so ist noch weit höher der Rathschlag de» Verein» ber ostpreuß'schrn Conservativen anzuschlagen: »Aber auch ba» leibliche Wohl unserer Arbeiter möge unS stet» am Herzen liegen. Arbeiter, die wissen, bah ble Arbeitgeber fich um fie kümmern, ihnen in Krankheit unb Noth nach Kräften helfen, werben fich nicht leicht burch Agitatoren verführen lassen. Ohne tieft innere Arbeit können auch ble besten Gesetze ble Ausbreitung der socialdemokratischen Irrlehre nicht hindern." Diese Worte beweisen eine Selbst- erkenntniß, die mit größter Freude zu begrüßen ist. Bethäiigen die ostpreußischen Gutsbesitzer, denen die meisten der Unterzeichner de» Aufruf» angehören, diese Raihschläge und Absichten, so werden fie damit ohne Zweifel die besten Erfolge erzielen. Berlin, 12. August. Der erste Lord de» Schatze», Balfour, erklärte im englischen Unterlaufe, am 1. März habe der englische Gesandte in Peking, Macdonald, folgende Anweisung erhalten: Es stehe ber chinesischen Regierung selbstverständlich frei, festzustellen, ob Angebote für beo Eisenbahnbau von deutscher Seite unter besseren Bedingungen, al» fie englische Capltalisten stellten, zu erlangen seien. Aber ein Vorzugsrecht Deutschlands, weil eine geplante Bahn fich innerhalb ber Provinz Schantnng befinde, könne die britische Regierung nicht zulassen. Macdonald fei angewiesen, jeder Zulassung eine« solchen Ansprüche» entgegenzutreten. Provaud Feuilleton. Erste Ließe. Lkizze aus Berlioz' Lebe». Von C. Gerhard. (Schluß.) Hektor erfuhr bald von ihrem heimlichen verlöbntß- eine Flamme loderte in feinem Auge auf, als Estelle ihm von ihrem Liebsten sprach. Er gönnte fie nicht diesem Unbekannten, er begann ihn zu hassen- oft sagte er fich zähneknirschend: »Er soll fie nicht haben, fie soll mein werden, wenn ich erst erwachsen fein werde!" Und voll Zorn über feine Jugend warf er fich schluchzend über sein Bett. Der jungen Schönen blieb e» nicht lange verborgen, welche Empfindungen fie in dem leidenschofillchen Herzen be» Knaben erweckt, unb e» mochte ihr Vergnügen, bleie noch zu schüren. Wenu fie ihre Honb bei gemeinsamen Spaziergängen leicht in seinen Atm schob, erröthete unb erblaßte er, wenn fie ihm versicherte, baß seine Anwesenheit Ihr allein ben Aufenthalt In Mtylan erträglich mache, gerieth er in einen Rausch be» Entzücken». Leider erkannten auch ber Großvater, Estelle» Tante unb anbere Bekannte seine vorzeitige Neigung unb verspotteten biefelbe grausam. In ohnmächtigem Zorn wollte er oft nach Hause reifen, aber er gewann e» doch nicht Über fich, fich von der über alle» Geliebten zu trennen. Aber al» sie ihn nun auch zu necken begann, war feine Seele von Schmerz bl» zum Rande erfüllt - er verbarg fich in den enilegentften Theilen be» Garten» ober in ben MaiSfelbern, nach seinem eigenen Bekenntnisse »gleich einem verwundeten Bogel, leidend und stumm". Diese tiefe Trauer rührte wieder Esttlle- fie drängte den Spott zurück und begegnete ihrem jungen Anbeter mit so viel Freundlichkeit, daß die Wolken von seiner Stirn verschwanden. Sie jagte fich mit ihm im Garten umher, und war fie müde, so gestattete fie e», daß er fich zu ihren Füßen niederließ und ihr Florian» »Estelle" vorla». Ihr Entzücken über die Dichtung erweckte da» seine, und so gewann er durch da» geliebte Mädchen zuerst Berftändniß und Liebe für bte Poesie, wie Estelle ihn auch der Musik zusührte. Sie er» zählte ihm von den Künstlern, die fie In ihrer Helmaih gehört, fie fang mit ihrer süßen Stimme zu seiner Begleitung, unb al» er einst um ihr zu gefallen, eine ber Weisen, ble fie besonder» heble, In reizvollen Variationen erklingen ließ, rief sie lebhaft: »Sie haben ein große» Talent, Hektor, lassen Sie es auSbtlden, werden Sie ein Künstler." In ber ersten großen Ueberrofchung schüttelte er ben Kopf, aber er verlor das Won nicht au« der Erinnerung, und seltsam, an jenem Tage erblühten die ersten Melodien in seinem Innern unb fanden beredten Ausdruck. Diese Eompofittonen, Lieder auS der »Estelle", legte er seiner Ungebetenen mit einem duftenden Strauß auf da» Fensterbrett und war felg über ihren Dank und ihr Lob. Der Sommer nahte feinem Ende, Dr. Berlioz hatte bereit» geschrieben und feinen Sohn zur Rückkehr aufgefordert. Mit heißem Schmerz dachte Hektor an die bevorstehende Trennung von Estelle, aber vorher wollte er ihr sagen, wie innig er fie liebe, wollte fie bitten, auf ihn zu warten. Wa» that der Unterschied der Jahre. — Der Geliebten wegen würde er unablässig arbeiten und dann, wenn er ein Künstler geworden, würde er all seinen Ruhm ihr zu Füßeu legen. Den Kopf voll phantastischer P'äne, durcheilte er ben Garten, um bte letzten Rosen für Estelle zu schneiden- ba sah er sie durch ben schon halb entlaubten Buchengang schreiten, aber fie war nicht allein, fie hing an bem Arme eine» stattlichen Manne», ihre Augen wurzelten in ben seinen, ihre L.ppen flüsterten LiebeSworte. Wie ein Sturm durchbrauste ein vernichtender Schmerz ben leibenschaftlichen Knaben, ble Blüthe seiner süßen Hoffnungen war geknickt, Estelle Ihm für ewig verloren! Mühsam schleppte er fich in sein Zimmer unb burchkämpfte ben ersten großen Kummer feint» Leben». Der Großvater erzählte ihm noch am selben Adenb, bah Estelles Vater enblich in ihre Verlobung mit dem Rechtsanwälte gewilligt unb daß daS reizende Mädchen bald mit bem treu Geliebten vor ben Altar treten würbe. Hektor gewann e» nicht über fich, Estelle zu beglück- wünschen, ja, er wollte sie auch nicht mehr sehen, nicht mehr sprechen. Da» Herz von Trauer ersüllt, reifte er ab. Seine Eltern erschraken, al» fie ihn begrüßten. Er war blaß unb hohläugig unb schien nur ungern von seinem Aufenthalte bei ben Großvater zu sprechen. Mehr al» alle Reisebeschreibungen zogen ihn jetzt poettsche Werke an- al» er eine» Tage» in ber »Aenelbe" bte Schtlberung vom Opfer« tobe ber Dibo la», würbe sein erregte» Gemütb so stark erschüttert, baß er einen Nerdevznfall bekam. Mit großer Leibenschaft widmete er feine freie Zelt musikalischen Studien und bewog seinen Vater, ihm Unterricht im Gesang unb Flötenspiel geben zu lassen. Zwar stubirte er, bem Wunsche seiner Eltern folgend, eine Zeitlang Mediciu, ober fein Widerwillen gegen diese Wissenschaft steigerte fich immer, mehr, unb gewaltiger wuch» bte Sehnsucht, Musiker zu werben. Al» er in der Bibliothek be« Pariser Conservatoire bte Bekanntschaft ber Opern» fragt an, ob von Deutschland eine Antwort auf diesen Protest eiugegangeu sei. Balfour erwidert hierauf, der Protest sei an die chinesische Regierung gerichtet gewesen- eine Antwort darauf sei nicht ergangen. — Zum Eisend ahubau in S üdweft afrika sollen demnächst von der Colonial-Abtheiluug 150 Arbeiter, sowie 6 Unteroffiziere und 2 Lazarethgehtlfen zur Pflege nach Swakopumnd entsandt werden. Hierzu köllneu sich Mann« fchafteu melden, die im Herbst ds. IS. zur Entlaffung kommen. In erster Linie kommen Angehörige der Eisenbahnbrigade, der Pioniere und alSdann Fachkundige der anderen Muffen tu Betracht. Die Ausreise soll spätestens am 25. September von Hamburg nach Swakopmuod erfolgen. Die Unteroffiziere werden auf drei Jahre mit Allerhöchster Genehmigung nach Südwestafrika beurlaubt, ihre Stellen können besetzt werden, jedoch müffen die Unteroffiziere, wenn die Stellen bet ihrer Rückkehr nicht frei sind, bis zum Freiwerden durch die Colontalabtheiluug entschädigt werden. Die Mannschaften erhalten die Genehmigung zu einem dreijährigen Auslandsurlaub unter Befreiung der gewöhnlichen Dtenstobliegeuhetten und der Rückkehr bet einer Mobilmachung. Die Unteroffiziere erhalten 1200, die Mannschaften 1000 Mk. jährlich, freie Ausrüstung, Hin- und Rückreise, Verpflegung, Unterkunft und ärztliche Behandlung. Deojeuigeu, welche nach dreijähriger ArbeilSzeit dort zu bleiben wünschen, kann ein Stück Landes an Stelle der Rückreise überwiesen und soll in wohlwollendster Weise für ihr ferneres Fortkommen in den Colonien gesorgt werden. Ein besouderer Vertrag stellt die Rechte des Arbeitgebers und Arbeitnehmers, sowie die Pflichten Beider fest, und das Anerbieten kann im Allgemeinen al» ein recht günstige- bezeichnet werden. OelSuitz, 12. August. Bet der Renovirung der königlichen Strafanstalt in OclSnitz kam e- heute Nachmittag zu ernsten Streitigkeiten zwischen deutschen und tschechischen Arbeitern, weil die beiden Bauunteroehmer tschechische Arbeiter in großer Anzahl eingestellt hatten. Die deutschen Arbeiter stellten die Arbeit ein, die deutsch-böhmischen erklärten fich mit ihnen solidarisch. Die Aufregung unter deu Arbeitern ist sehr groß. Arr»Krir- Wien, 12. August. Die Gerüchte von dem bevorstehenden Rücktritt deS italienischen Botschafters Grafen Nigra werden in hiesigen unterrichteten Kreisen als unbegründet bezeichnet. Wien, 12. August. Baron Banffh, welcher heute früh hier eiugetroffen ist, hatte Vormittags eine längere Coufereuz mit Graf GoluchowSky und Baron Kall ah. Heute Abend begibt fich Bavffy aa da» kaiserliche Hoflager in Ischl. Dünkirchen, 12. August. Die Stadtbehörde ist unterrichtet worden, daß daS Nordgeschwader deu Hafen zwischen dem 17. und 22. August besuchen wird. Rom, 12. August. Das Befinden des Papstes ist andauernd ungünstig. Die Schwäche ist in starker Zunahme begriffen. Er kann fich kaum noch auf deu Füßen halten. Die Audienzen find infolge deffeu abgesagt worden. Loudon, 12. August. Wider Verhoffeu geht der Streik der Kohlellgrubru-Arbeiter in Südwales nun doch weiter, und das Ende ist einstweilen noch nicht abzusehen. Die Tredegar-Kohlen- und Etsengesellschaft, die übrigens zu dem Verbände der BergwerkSbefitzer gehört, hat zwar versucht, einen Sonderfrieden mit den trotzigen Arbeitern abzuschließen - der Mindestlohu sollte 10 v. H. über dem Normallohn fein. Die Arbeiter haben dies Angebot indeß nicht angenommen und die Verhandlungen find im Sande verlaufen. Dennoch breitet sich in der Stille unter den Arbeitern eine Bewegung aus, es bei der verschiebbaren Lohnabstufung bewenden zu laffen, aber einen Mtndestlohn zu fordern. New Jork, 12. August. Nach Washingtoner Meldungen unterzeichnete Cambon iw Empfangssaale deS Staats- fecretariat» das FriedeuSprotocoll. Gleichzeitig erließ Mac Kinley eine Proclamation betreffend die Einstellung der Feindseligkeiten. Partituren Glucks machte, entschloß er fich, den Spuren des großen Meister» zu folgen. Er erklärte fetveu Eitern, daß er sein Glück einzig in der Hingabe au die Kunst fände, und blieb seinem Vorsatze treu, obgleich seine leidenschaftliche und bigotte Mutter ihn verfluchte und sein Vater ihm jede Unterstützung entzog. Trotzdem er so nur auf fich selbst angewiesen war, ent- w ckelre fich sein Talent in glänzender Weise und er wurde einer der bedeutendsten Componlsten seine» Vaterlandes. Manche» schöne Mädchen begegnete ihm noch auf seinem Wege, für manch eine entbrannte sein Herz in feuriger Neigung — doch seine erste Liebe vergaß er nie. Die Erinnerung umgab fie mit leuchtenden Farben, er dachte nicht mehr de» damals empfundenen Schmerzes, nur de» Glücke», welche» ihm da» Zusammensein mit Estelle bereitete, die sein schlummerndes Talent geweckt. Nach vielen, vielen Jahren sah er fie al» beinahe fiebzig- jährige verheirathete Frau mit weißen Haaren wieder und die immer noch Aumuthige erregte ein neue» zärtliche» Empfinden im Herzen de» Einundsechzigjährigen. In seinen Memoiren schildert Hektor Berlioz diese» Wiedersehen mit Estelle, dem Stern, „beffen strahlende Schön- 6eit den Morgen seines Leben» erhellte", und schließt mit den Worten: „Welche der beiden Machte vermag den Menschen in lichtere Höhe zu tragen, die Liebe oder die Mufik? Da» ift ein große» Problem. Doch scheint mir, dürfte man sagen: Die Liebe vermag un» keine Vorstellung zu geben von der Mufik, aber die Musik kann uns die Liebe vergegenwärtigen. Warum jedoch die eine von der anderen trennen? Sie find die beiden Flügel der Seele." — Gleichzeitig treffen von zwei verschiedenen Seiten Mittheilungen vom oberen Nil ein. Au» Pari» wird angekündigt, nach den letzten Nachrichten müffe die franzöfische Expedition Marchand zu Anfang August im oberen Nil ein- getroffen sein. Verstärkungen und Lebensmittel für dieselbe würden am 10. September von Bordeaux abgehen. — Die andere Meldung, aus Brüffel, betrifft einen Unfall congo- staatlicher Offiziere. Ein am 25. Mai von Redjaf am Nil abgegangenes Boot wurde, als es am Ufer anlegen wollte, von einer ErkandungS-Abtheilung der Derwische mit Gewehr- feuer empfangen. DaS Boot hatte vier Europäer an Bord. Zwei derselben, die Lieutenants Walhousen und KoppejanS, sprangen in den Nil und ertranken. Von den beiden anderen wurde einer getödtet, der andere schwer verwundet. Der Congostaat ist in neuerer Zeit recht vielfach von Mißgeschick betroffen worden._____________________________________________ Jahresbericht der Grotzh. Handelskammer Gießen für 1897. (Fortsetzung.) 5) Butterhandel. Im Vuttergeschäft war ein wesentlicher Rückgang durch die in den letzten Jahren entstandenen Molkereien, sowie auch durch die Thätigkeit der Consumvereine zu constatiren. 6) Cigarrenfabrikation. Die beklagenswerthe Geschästsftille. unter welcher unsere Industrie in den letzten Monaten des Jahres 1896 zu leiden hatte, übertrug sich auch auf 1897 und hielt im Laufe des Frühjahrs an, um alsdann einer Wendung zum Befferen Platz zu machen. Die Nachfrage begann um diese Zeit eine regere zu werden, der Absatz erweiterte sich in Folge dessen nach und nach zu befriedigendem Umfang und vermochte sich auf demselben auch während des weiteren Theiles vom Jahre zu erhalten. So erfreulich diese Seite unseres Geschäftsverkehrs demnach war, so wenig günstig lagen die Verhältnisse in anderer Beziehung. Namentlich war es der Einkauf von Rohmaterial, der sehr erschwert wurde durch die ungenügende Auswahl guter überseeischer Tabake und die hohen Preise derselben. Dies trat besonders fühlbar bei Sumatra hervor, welche Tabakgattung in überwiegender Menge durch Gewächse vertreten war, die sowohl in Farbe, als auch in Brand und Geschmack nicht den bescheidensten Ansprüchen genügten, aber dennoch, unter dem Einfluß der amerikanischen Concurrenz, ungewöhnlich hoch bezahlt wurden. Auch andere Bedarfsgegenstände für die Fabrikation, wie z. B. Kistenfourniere, erzielten eine Preisaufbesserung; ebenso verfolgten die Löhne eine stetig steigende Tendenz. Diese verschiedenen Umstände bewirkten eine wesentliche Beeinträchtigung des Geschäftsgewinns, da ein Ausgleich durch Preissteigerung des Fabrikats, der übergroßen Concurrenz wegen, ausgeschlossen erschien. Die Production von Cigarren ist in den letzten Jahren ganz rapid gestiegen, in demselben Maße hat sich der Wettbewerb — häufig mit nicht ganz lauteren Mitteln — verschärft, und es bedarf deshalb seitens derjenigen Fabrikanten, welche ihren Geschäftsumfang erhalten wollen, der äußersten Anspannung ihrer Kräfte, sowie eines immer größeren Aufwands an Reisespesen rc. Dies gilt selbst für solche Zeiten der Conjunctur, wie wir sie im zweiten Abschnitt des Berichtsjahres hinsichtlich der Absatzverhältniffe zu verzeichnen haben. Von anderer Seite wird uns betr. dieser Branche berichtet: Der Geschäftsgang pro 1897 muß im Allgemeinen als sehr ungünstig bezeichnet werden. — In Folge des außerordentlich starken Angebots von Cigarren gestaltete sich der Absatz recht schwierig und war derselbe zum Theil nur durch Concessionen, wie Preisermäßigung oder Zielverlängerung, zu erreichen, was um so unangenehmer empfunden wurde, als gleichzeitig die Rohtabakpreise sehr hohe waren. Unter diesen Umständen war es trotz vermehrten Reisens und sonstiger großen Unkosten nicht möglich, den Betrieb in btr früheren Ausdehnung aufrecht zu erhalten und blieb das Geschäft unlohnend. 7) Corsetfabrikation. Wie schon früher berichtet, leidet diese Branche unter der preisdrückenden Wirkung der Ueberproduction, da außer England — welches zollfreien Eingang gestattet — fast sämmtliche übrigen in Betracht kommenden Vertragsstaaten Prohibitivzölle dem Import entgegcnstellen. Um erleichterte Ausfuhrbedingungen zu erzielen, wird Specialisirung dieser Industriezweiges bei künftigen Zoll-Verhandlungen als dringendes Erforderniß bezeichnet und ist ein demgemäßer Antrag dem Zollbeirath in Berlin unterbreitet worden. Von dem allgemeinen geschäftlichen Aufschwung blieb der Artikel insofern nicht unberührt, als der inländische Consum in Folge gesteigerter Kaufkraft ein größerer war. Anregend wirkte die Frauenbewegung für gesundheitsgemäße Reform der Kleidungsstücke, welche besonders construirte Mieder erheischt. Da unsere Berichterstatter schon mehrere Jahre vorher in dieser Richtung thätig waren und sich mit erprobten, ge- schützten Spccialitäten zuerst eingeführt, kam ihnen jener Impuls in befriedigender Weise zu statten. 8) Dampfziegelei und Thonwaarenfabrikation. Die im vorjährigen Bericht geschilderten Verhältnisse treffen auch für das letzte Geschäftsjahr zu; die Nachfrage blieb eine sehr rege. Hohe Kohlenpreise aber und der Mangel an Arbeitskräften mochten sich auch in diesem Jahre wieder sehr bemerkbar und wird auf die Dauer das Einftellen aus- wärtiger Ziegeleiarbeiter wohl kaum zu umgehen fein. 9) Buderus'sche Eisenwerke. Das Jahr 1897 war sowohl für den Bergbau wie für die Eisenindustrie günstig. Fast während des ganzen Jahres bestand eine lebhafte Nachfrage nach Erzen und Roheisen, die manchmal nicht im vollen Umfange befriedigt werden konnte. Die Preise der Rohstoffe, Erze und Coks haben eine weitere Steigerung erfahren, während die Grundpreise für Gießereiroheisen mit Rücksicht auf den ausländischen Wettbewerb nicht erhöht werden konnten. Für unser Unternehmen war das Berichtsjahr um deswillen von erhöhter Bedeutung, weil in ihm die geplanten Neu- und Umbauten auf unfern Hütten zum planmäßigen Abschluß gebracht wurden; auch die 5,2 Kilometer lange Seilbahn, die unsere Grube Amanda mit der Sophienhütte verbindet, konnte im Mai dem Betrieb übergeben werden. Das Urtheil sachverständiger Gutachter geht dahin, daß das Geschaffene auf der Höhe der Technik steht und die Hochofenanlage in jeder Beziehung leistungsfähig ist. Die wesentlich vermehrte Roheisenerzeugung unserer Georgshütte und Sophienhütte ist auch Der Grund, weshalb mit dem 1. März 1898 die bei Gießen gelegene Margarethenhütte vorläufig außer Betrieb gesetzt wurde; die Hütte arbeitet am theuersten, und die zeitige Nachfrage nach Roheisen kann durch die beiden vorhergenannten Hütten voll befriedigt werden. Sodann erwähnen wir noch, daß eine Bankgruppe unsere neue 4procentige Anleihe im Betrage von 6 500000 Mk. fest übernommen hat. Der Erlös hieraus diente dazu, die alte 5 procentige Anleihe zu tilgen, die noch vorhandenen Reftkaufschillinge obzustoßen und die Betriebsmittel zu verstärken. Vorläufig haben wir Schuldverschreibungen in Höhe von 500000 Mark von der Begebung ausgeschlossen, weil wir augenblicklich für das Geld noch keine Verwendung haben; unsere geldliche Lage ist in jeder Beziehung fichergestellt. Was nun die Aussichten für das laufende Jahr 1898 angeht, so dürfen wir auf Grund der bereits abgeschlossenen Erz- und Roheisenverkäufe ebenfalls auf ein befriedigende» Ergebniß rechnen, wenn auch nicht zu leugnen ist, daß die Marktlage eine gewisse Abschwächung erfahren hat. Wir glauben, daß die wirthschaftlichen Verbände der Bergwerksund Eisenindustrie einen jähen Niedergang der Conjunctur verhindern werden, zumal wenn sie sich, wie das die Absicht ist, zu dem Zwecke vereinigen, die Einfuhr in ihren Erzeugnissen nach Möglichkeit zu beschränken und die Ausfuhr zu heben. Des allgemeinen Interesses wegen ist noch zu bemerken, daß der Preußische Landeseisenbahnrath in seiner Sitznng vom 10 December v. I. die Einführung eines Allgemeinen ermäßigten Erztarifs beschlossen hat. Gleichzeitig beschloß der Landeseisenbahnrath, die Königliche Staatsregierung aufzufordern, eine Untersuchung darüber anzustellen, ob in den Productions- und Absatzoerhältnissen im Lahn-, Dill- und Siegbezirk eine solche Veränderung eingetreten ist, die eine weitere Ermäßigung der Sätze des Nothstandstarifs und der Fracht für Brennmaterial für gerechtfertigt erscheinen lassen; wir hoffen, daß diese Untersuchung zu dem Ergebniß führt, daß insbesondere für unseren Bezirk als Ausgleich ermäßigte Coksfrachten zur Einführung gelangen. _______________________(Fortsetzung folgt.) Locale» unt provinzielle». Grünberg, 9. August. Die heute stattgehabte Gemeinde- rath»-Ersatzwahl hatte zum Ergebniß, daß Herr August Stammler mit 157 Stimmen wieder-, die Herren Karl Dippel mit 147 und Loui» Moll mit 140 Stimmen neugewählt wurden. Bon 369 Stimmberechtigten hatten 228 von ihrem Wahlrechte Gebrauch gemacht. Laubach, 9. August. Bei der gestrigen GemeinderathS- wähl wurden die Herren Eckhardt, Göbel und Högel wiedergewählt, die beiden ersten mit 49, der letztere mit 26 Stimmen; die nächst höhere Zahl von Stimmen fielen auf Landwirth G. H. Wagner und Bäcker Hellwig. — Bon der Firma A. Röm Held (Friedrich-Hütte) wurde dem hiesigen Zweigverein de» Vogelsberger Höhevclnb» da» eiserne Gestell zu einer Bank — e» ist die» schon da» sechste Mal — gespendet. Die Bank wurde am sogenannten „rothen Stahl" aufgestellt- iu der Umgevung unserer Stadt befinden sich bereit» jetzt neun solcher Bänke. § AuS dem Vogelsberg, 12. August. Noch kurze Zeit und im Felde knallt wieder die Flinte des Jäger» hinter den aufschwirrenden Rebhühnerketten und feem tn der Flucht sein Heil suchenden Hasen. Die Getreideernte ist in diesem Jahre um fast 14 Tage später al» gewöhnlich. Dadurch erhält da» Niederwild längeren Schutz, der insbesondere den verspäteten Rebhühnerketten zu Gute kommt. Die Aussichten der Feldjagd find al» durchaus gut zu bezeichnen. Wohl war das nasse Frühjahr und der nasse Vorsommer der Entw ckelung deS jungen Wilde» nicht günstig, allein dasselbe hat doch wenig Schaden genommen. Recht zahlreich find die Reb- hühnerfamilien, die man jetzt zur Zeit der Ernte antrifft. Der überaus gelinde Winter hat dieses gesuchte Federwild weniger becimlrt, wie sonst, so daß fich zahlreiche Stämme im Frühjahr bilden konnten. Einzelne Ketten zeigen bereit» sehr starke, fast ausgewachsene Glieder- allerdings trifft man auch noch Nachzügler an, deren Jungen erst Wachtelgröße besitzen. Nach dem vielfältigen Wachtelschlag, den man in diesem Frühlinge au» dem Felde vernommen, läßt sich auf einen Wachteljahrgang schließen. Solche Jahrgänge, in denen die Wachtel ungewöhnlich stark vorkommt, find sehr selten. Bekanntlich gehört die Wachtel auch zum jagdbaren Federwild, und fie wird von Feinschmeckern keineswegs verachtet — und da» nicht ohne Grund. Der überaus milde Winter ließ die Hasea ihren ersten Satz nicht nur frühe werfen, sondern auch glücklich durchbringen. Gerade dieser erste Satz der Hasen ist aber von besonderer Wichtigkeit für den Hasen- bestand eines Jahres überhaupt, weil die von diesem Satz ducchgekommenen Hasen nochmal» Junge werfen. Nach Aussagen der Landwirthe, die ja um die Zeit der Heege mehr in das Feld kommen als der Jäger, werden die jungen Häslein im Felde recht häufig bemerkt. Allerdings muß betont werden, daß der Hase niemals im Vogelsberg so zahlreich vorkommt wie in der Wetterau, ober der Rhein- und Mainebene. Dafür übertrifft aber auch der GebirgShafe den der Ebene an Größe und Gewicht. Was den Stand des Hochwildes anbetrifft, der in unseren Wäldern vorzugsweise ober besser lediglich an» Rehen besteht, so muß derselbe al» ein guter bezeichnet werden. Die nun zu Gude gehende Blattzeit hat manchen feisten Bock das Lebens- und Liebens- licht für immer auSblafen helfen. Diese günstige Beutezeit läßt aber auch den Preis für das Rehwild herabgehen, bi» 1"$, SÄ ballt"{ fdlM«!*. * I*’’ -flflb blttCi W"btI auf morzen M if' hl« «** Stil« ««»' Hologis^ hier. Ander h» • Leb' Irttitzkeit ze bil TndeJ beantragt i im gleich» in berfelbi 3,325,850 stellte st» 164 M I find bil M die Vttfichen liegen zar b Ange härter, 2 Ta 'Dienslinädche 1 Nähfrau, Büchern oder Nachs 1 Krankenwä -6 Sckuhmach für eine Mül 1 braves Mä Lehrli 2 Glaser, 1 2 Schreiner, 2 ist eine sch sardenlogis, Näheres! 7760] Ki Leute zu de Renen» Wnimerwol cder später z» fö2] 4=3i M fofortju EU -oimmern sofoi M streu 6W, 8 bä < W sofort ;u v -JUlim J7 •’* M ftab d» bet Sm11 «”* , Uttw Ketten “ -n« £ W® iS« KW' M>, O’Jc'.Jn JtW‘ '«in» i1"41“ , !->!-«<, KM-- S°t d« IUI« *y“w Igtllt 8’5 SU Ml» je werft"' Zeit der $ jung# , «erdeo ' g be- ' ÄsttldioS' zghl- oder /"Lfe den '»d"^'s.-id * ’ w«««” 5 S88|hlffl6 W'”X , in «tf1* tu« l"®"nn» •Ä'rf zu 60 Pfg da« Pfund tm Ganzen. Dieser Preis geht aber mit der zur Ende gehenden Blattzeit wieder in die Höhe. △ Maio-, 12. August. Nach einer bei der Bürger« meisteret heute Morgen etngetroffenen offieiellen Mitthettuug wird der deutsche Kaiser nächsten SamStag, den 20. d. MlS., nach Abnahme der auf dem ^großen Sande" statt« DtvifionS.Parade in hiesiger Stadt -um ersten Male Einkehr halten und z-var wird Se. Majestät nicht Mainz nur paff ren, sondern tm Großh. Palai» abftetgeo und hier off cieller Sm« pfang mit darauf folgender Festtafel stattfinden. Der Kaiser wird schon früh am Morgen kur- vor 7 Uhr hier eiotreffen und direct von dem Bahnhof nach dem Exercierplatz reiten. Wegen der EmpfangSfeierlichkeitev hat dte Bürgermeisterei auf morgen eine Extrasitzung der Stadtverordneten anbe« ranmt. — Tine Erhöhung der Fleisch preise wird jetzt auch hier selten» der Metzgerionuog in Aussicht gestellt. Haupt* sächlich ist es daS Schweturfletsch, welches die Metzger bei den gegenwärtigen Biehpretsen nicht mehr zu dem bisherigen Preis verkaufen zu können erklären. — Boa dem anthropologischen Eongreß in Braunschweig kommend weilen gegenwärtig dte Profesioren Dr. Virchow, Sänke und Andere hier. Au» Anlaß der Anwesenheit dieser Herren veranstaltet der hiesige AlterrhumSveretll heute ein Festesten Oovniischtes. • LebeuSverficheruagl Gesellschaft ja Leipzig, auf Gegen« ieitigkeit gegr. 1880 (alte Leipziger). ES sind vom 1. Januar bi» Ende Juli 1898 3763 Versicherungen über 29,909,000 Mk. beantragt worden, 60 Anträge mit 222,800 Mk. mehr als im gleichem Zeitraum de» Vorjahre»- al» gestorben wurden in derselben Zeit angemelder 514 Mitglieder, die mit 3,325,860 Mk. versichert waren. Der verficherungSbestaud stellte sich Ende Juli 1898 auf 70,600 Personen mit 529 Millionen Mark Versicherungssumme, da» vermögen auf 164 Mill. Mk. Für fällig gewordene Versicherungssummen find bi» jetzt auSgrzahlt 112 M ll. Mk., al» Dividenden au die versicherten gewährt 66 Mill. Mk. - Dtvidendenreserven liegen zur weiteren Bertheilung an die versicherten bereit. Bet der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegen« seitigkeitSanftalt ist, fließen alle Ueberschüffe den versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für dte länger al» fünf Jahre bestehenden Versicherungen im laufen- deu Jahre, wie bereit» seit einem Jahrzehnt, 42 pEt. der ordeutltchrn Jahresprämie und bet abgekürzten Versicherungen außerdem IV, p6t. der Summe der gezahlten Zusatz- Prämien. • „Der Wissenschaft halber", vor welchen außergewöhn« litten Dingen ein energischer Frauengeist nicht zurückschreckt, dafür liefert dte reichbegabte englische Schriftstellerin Ada Sparrow ein glänzende» Beispiel. Die junge Dame beabsichtigt ein Buch heran»zugebeu, tu welche« sie dte Londoner Sitten bet Hoch und Gering einer eingehenden Schilde« ruug unterwerfen wollte. Um nun au» eigener Anschauung die Gebräuche bei deu untersten Volkskiasten keunen zu lernen, entschloß fie sich, eine Zeit lang — Straßenfeger zu werden. Noch armseliger gekleidet, als ihre zeitwetligru Arbeit»« genoffen, erfüllte fie die übernommenen Pflichten mit größtem Eifer. Keine Arbeit war dem jungen Mädchen zu mühselig oder zu widerwärtig, e» handelte fich ja darum, die uoth« wendigen Studien zu sammeln, um ihrem begonnenen uod auch während der Dauer ihres merkwürdigen Nebeuberufe» stetig fortschreitenden Werke den Stempel der Wahrheit auf. zudrückeo, und da war der ftrebsameu Schriftstellerin eben nicht» zu schwer oder zu lästig. Erst kürzlich hat dte seltene junge Dame von ihren rauhen und nicht sehr sauberen ArbeitSgefährteo, bei denen sie sich sehr beliebt gemacht hatte, Abschied genommen, um reich an iutereffauten Erfahrungen wieder in ihre Sphäre zurückzukehreu. Sie ist nun im Staude, dte Physiognomie der englischen Sitten aller Volk»« und Ge- sellschaftSklaffen ihren Lesern vollkommen wahrheitsgetreu wtederzugebeo. Ihr Werk, dem mau mit Spannung entgegen- sieht, wird nicht mehr allzu lange auf fich warten laffeu. ♦ Die Goldsucher von Kloudyke, von denen eine Anzahl in St. Francisco eintraf, entwerfen etudüstereSBtld von der dortigen Lage. Ein englischer Bergmann erklärt, daß dte Schürfungen sowohl tm Bonanza- wie tm Eldorado-Bache zu bitteren Enttäuschungru geführt habeo. Sie haben weder tff dieser, noch in der letzten Saison eine etaträgltche Bohrung»- stelle gehabt. An dem Bonanza-Bache hat von zehn nicht eine Stelle mehr al» dte Au»gaben zurückerftattet. Dte Ausbeute, welche vtele Goldsucher tm letzten Winter hatten, war so gering, daß fie e» aufgaben, weiter zu graben. Diese Nachrichten haben deu Strom der Wanderung oach klondyke erheblich verringert. Dennoch gtebt e» dort so vtele Goldsucher, daß e» schwierig seiu wird, fie mit Lebensmitteln zu versorgen, ehe der Winter herannaht. * Geschütze ael Aluminium sind die neueste Erfindung. Wie uns daS Juteroattonale Patentbureau Earl Fr. Reichest, Berlin NW. 6, schreibt, haben vor Kurzem in Gegenwart de» Artillerie Obersten Spencer versuche mit einem Geschütz stattgefuudeu, welches aus Aluminium gefertigt war, dem durch ein neue» Verfahren dte Härte und Festigkeit von Stahl ertheilt worden war. DaS Geschützrohr war etwa 0,75 m laug- sein Seelendurchmesser 76 mm. Die Wandstärke betrug nur 6 mm, und trotz dieser geringen Stärke hielt e» doch, ohne vachtheilige Folgen, den Druck einer Ladung von 450 gr. Pulver au». Da» Rohr wog nur 6,3 gr., während ein gleichlange», gleichkalibrtge» Rohr von derselben Widerstand»fähtgkeit ca. 80 kg. gewogen haben würde. Dte amerikanische Regierung interessirt fich lebhaft für die Erfindung und hat bereit» ein größere» Probegeschütz in Auftrag gegeben. — Wenn dte neuen Geschütze fich nach längeren versuchen in der gehofften Weise bewähren sollten, müßte eine vollständige Neueinrichtung namentlich der Feld« arttllerie die Folge fein. * Au de« Thurpfosteu feine» Wohnzimmer» in Fried- rtch»ruh hat Fürst BtSwarck Aufzeichnungen darüber gemacht, wie groß er ielbst und feine Familie war. Der Sylvesterabend 1880 ist dabet zu Grunde gelegt. Fürst Bismarck 1,88 Meter, Herbert 1,86 Meter, Bill (Graf Wilhelm) 1 85 Meter, Gras Rantzau 1,78 Meter, (die Fürstin) Johanna 1 Meter 714 Millimeter, wobei jedoch bemerkt ist .gereckt", (Gräfin Rantzau) Marie 1 Meter 716 Millimeter. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftraße 2. Angebot der Arbeitnehmer r 1 Buchbinder, 1 Spengler, 1 Stranfen« -Wärter, 2 Taglöhner, 1 Herrfchastskutscker, 1 Kistenmacher oder Lagerarbeiter, 1 jung. Dienstmädchen, 1 Laufftau, 1 Mädcken zum Waschen und Putzen, 1 Büglerin, 1 Nähfrau, 1 Bureau- oder Schreibgehülfe, 1 Comptorist zum Beischreiben von Büchern oder für Correspondenz. Nachfrage der Arbeitgeber r 1 Drechsler, 2 Spengler, 1 Installateur, 1 Krankenwärter, 2—3 jüng. Gerber, 1 tücht. Glaser, 2 Bauschlosser, 1 Wagner, « Schuhmacker, 1 Schneider, 2 Bauschreiner, 2 Fuhrknechte, i tücht. Fuhrkneckt für eine Mühle, 2 Hausbürschchen, 5 Taglöhner, 5 Dienstmädchen, 1 Lauffrau, 1 braves Mädchen zum Erlernen des Kochens für ein Hotelrestaurant. Lehrlinge: 3 Bäcker, 2 Barbiere, 2 Buchbinder, 1 Drechsler, 1 Drucker, 2 Glaser, 1 Kupferschmied, 3 Lackirer, 1 Sattler, 1 Sckmied, 2 Schneider, 2 Schreiner, 2 Schriftsetzer, 4 Schuhmacher, 1 Spengler, 1 Wagner. llmniethmuu'u. Marktstratze 17 ist eine schöne Wohnung, sowie Man- j sardenlogiS, sofort zu vermiethen- __ 'Näheres Marktstratze 29. 7272 - 7760] Kleine Wohnung an nur ruhige Leute zu vermiethen. Kirchenplatz 6. Neuenweg 9, 3. Stock, 2'Zimmerwohnung an ruhige Leute sofort oder später zu vermiethen. 7744 ________________ I. Weinert. 7962] 4-Zimmerwohnung wegen Weg« zug sofort zu vermiethen. Ludwigftr. 12. 7853] Ein'Mansardenlogis von drei Zimmern sofort zu vermiethen- _____Wiesenstratze 4. 6916] Freund!. Wohnung im zweiten Stock, 3 bts 4 Zimmer, versetzungshalber 7per sofort zu vermietben. I. Klingelhöffer, Asterweg 26. 7915] Eine Farnilienwobnung, drei Zimmer u. Zub., zu verm. Sckützenstr. 19. 7711] Die bisher von Herrn Professor Dr. Fuhr innegehabte Wohnung in der 3. Etage, Frankfurterstraße 4,7 Zimmer rc. ist vom 15. October ab, eventl. später, zu vermiethen. Näheres in der 1. 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Reinhardt innegehabte Wohnung, Asterweg 34, ist durch dessen Versetzung von Mitte September ab anderweitig zu vermiethen. _______Dr. Ploch, Asterweg 9. 7060] Wohnung, mittlerer Stock, drei Zimmer, zwei Kammern und Zubehör, zu vermiethen.______Wolkengaffe 24. 7507] Neustadt 1 find zwei schöne Mansardenwohnungen per 1. October zu vermiethen. Näheres Neustadt 78. 6946] Riegelpfad 39 ist der mittlere I Stock, bestehend aus 3 geräumigen Zimm. mit allen Bequemlichkeiten, sofort zu verm. 6915] Ein Mansardenlogis, 5 Zimmer nebst Zubehör, per 1. October zu verm. Hrch. Fatz, Grünbergerstraße 22. 7781] Wohnung von 6 Zimmern, Gartenantheil, mit allem Zubehör, per 15. October, eventuell früher, zu bep mielhen. Ludwigsplatz 3, Laden. 7786] Schillerstratze 13, Ecke Nordanlage, ist die Parterrewohnung, bestehend aus 4 oder 5 schönen Zimmern nebst allem Zubehör (Wassercloset, Bleichplatz rc.) per 1. November oder früher zu verm. __________________I. Rothschild. 7268] Zimmer und Küche zu vermiethen. Auskunft Neustadt 23. 7880] In meinem Neubau Bleich- straße 19 ist die Parterrewohnung, fünf Zimmer, Veranda und eine Mansarde, zum 1. October oder später zu vermiethen. _________A. Siegel, Löberstraße 26. 7877] Mansarde mit Wasserleitung zu vermiethen. Näheres Wallthorftrahe 16._______ 7427] Eine Parterrewohnung, be- stehend in 4 bis 5 Zimmern mit Gartenantheil, bis zum 1. Oct. zu vermiethen. Wo? sagt die Expedition d. Bl.______ 79411 Schöne 3-Zimmerwohnung mit allem Zubehör sofort zu vermiethen. ________Gcbr. Zutt, Steinstraße 38. 7974] Schön möbl. Zimmer, mit oder ohne Pension, per 15. August oder 1. Sep- tember zu verm. Bahnhofstr. 2. 7618] Em möblirtes Zimmer zu ver- miethen.____________Neustadt 48, I. 6442] Möbl. Zimmer zu vermiethen. _______________Neuen Büue 2. 7205] Schön möblirteS Parterre- zimmer zu verm. Westanlage 7, pt. 7994] Schönes Zimmer und Cabmet zu vermiethen. Grünbergerstr. 33. 7950] Einige icbön möblirte und einige unmöblirte Zimmer per sofort zu vermiethen._________Bahnhofftr. 34« 7876] Ein möbl. Zimmer u. ein möbl. Zimmer mit Cab, zu verm. Neuenweg 60. 6400] Zwei schön möblirte Zimmer in der Ludwigstraße (Wohn- und Schlafzimmer) sind zu vermiethen. Zu erfragen in der Expedition d. Bl. 564t] Zwei unmöblirte Zimmer an alleinstehenden Herrn oder Dame per sofort zu vermiethen. Nordanlage 29. 7205] Schön möblirteS Parterre- zimmer zu verm. Westanlage 7, prt. 7804] Fein möblirtes Wohn- und Schlafzimmer sofort zu vermiethen. ____________Ludwigstratze 30. 7802] Zwei ineinandergehende möbl. Zimmer per 1. September zu vermiethen. __Neuenweg 39, part 7803] Möbl. Zimmer, sowie kleines, möbl. Stübchen, zu verm. Babnhosstr. 56. 7250] Sckön möbl. Zimmer zu vermiethen._________Bahnhofstr. 28, l 5769] Ein gut möblirtes Zimmer im 1. Stock per sofort zu vermiethen. I. H. Fuhr, Sonnenstr. 25. 8000] Zwei schon möblirte Zimmer zu vermiethen. ______Bahnhofftr. 56, Hinterhaus. Laden mit Wohnung zu vermiethen. 6774 W. Ferber, Buchhändler. Großer Laden sofort zu vermiethen. 7484 Näheres Marktstratze 29.__________ 6831] Werkstatt mit schöner Wohnung zu vermiethen. _____________Grünbergerstratze 3. 4117] Stallung für zwei Pferde nebst kleiner Wohnung, Lager- und Hof« raum im Mittelpunkt der Stadt per sofort zu vermiethen. Näheres in der Expedition d. Bl. 7297] Pferdestall, Burschenstube rc. per 1. October zu vermiethen. __Carl Stohr I, LudwigSplatz 5 6117] In der früheren Lony'scken Besitzung in der Mühlgasse ist ein größerer Keller, z. Z. als Weinkeller dienend, per sofort anderweitig zu vermiethen. H. Schaffstaedt. Wietgelüche Gesucht eine Wohnung von 6 bis 8 Zimmern per Anfang October ober später. 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Cifend. 59.60 4 Eisend. Renten-, OIL 101.N 4 Buderus Obl. ICO 00 31/! Frankftr. Hyp. Bk. unk. b. 1906 99JO 31/» Frkf. Hyp. Cred.B. mck. b. 1906 99.20 4 bts. Vck.b.1905 102.00 8’/g DeutfcheGrdsch.B. smk.b. 1906 99.20 3*/i Hambrgr. Hyp. Bk. >mk. b. 1905 99.76 3i/, Preuff. Hyp.». Bk. unk. b. 1905 99.60 3Vi Pomm. Hyp. A. Bk. unk. d. 1906 100.00 4 Frkf. Ldw.EredLk. unk. d. 1900 101.75