6633 loffe -rr. 162 Erstes Blatt. Donnerstag den 14. Zuli L8N8 erscheint tägNch mit AuSnahnie bcS MonlagS. Dir Gicßenrr Kamtkitnö tätler »rrben btm Anzkiger »Schentlich viermal beigclegt. Keßener Anzeiger »n»wxtte tzierteljährttch 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfg. mit vrin-erlah«. bei Posttzozu, 2 Mark 50 virrteljttzrttch. Kvnahmr von Anzeigen zu ber Nachmittags für ben sagenden Ta- rrfcheinenben Nummer bis Lorm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen M In- und UnMatiX nehmen Anzeigen für ben Gießener Anzeiger ctttgqp* Anrts- und Anzeigeblatt für den Kw« Gieren. Rcbodton, Expedition und Druckerei: Kchnkstraße Kr. 7. Gratisbeilage: Gießener Fanlilienblätter. ! III,, I« I!! II II l»gBgggg| Abccffe für Depeschen: fielt«. Fernsprecher Nr. 51. Anrtlicher übciL »erkauft, um 0 stofie, Druck inte, Betttuch Wucher, Ite, Cattone, M n. Sabetam, • D • D ■ ires Natfon res >’atron ' are Thonerde Analyrpwicbfstheilen; In 1000 Gew f • ' ’ 2,986792 ü,OOO760 0,0000« 0,0006>' O’OOliOW (iooisN 0,01313* 0,000# 2,3879* e. ...... rr• ,Ste»ii(==l' Itfrrfö' V klick' 4541j « u' anaenbe ■ff ft’* „ rlozeig"' he-er prei|0D .......' Bekamltmachims, -etr.: Borttäge Über Obstbau und Gratt-verloosung von Obstbäumeu tn Londorf. Herr Obstbautechviker Metz auS Friedberg beabsichtigt, die untenstehenden Orte des KreiieS Gießen an den bezeichneten Tagen zu besuchen zur Abhaltung von Vorträgen über Obstbau und practtschen Unterweisungen an Obstbäumen. Sonntag den 17. Juli, Nachmittags 3 Uhr, Bortrag in Londorf. Nach dem Bortrag findet eine GratiSverloosung von Obstbäumeu, welche im Herbst geliefert werden, statt, an wrlcher sich die Mitglieder folgender Orte sowie neu hiuzu- treteube betheiligeu können: Londorf, Alleudorf a. d. Lda., Allertshausen, Climbach, TreiS a. d. Lda., Odenhauseu, Reffei* bach, WeiterShatn, RüddingShausen, Geilshausen. Gegen Vorzeigung der Mitgliedkarten wird eine LooSnummer auS- gehändigt. Montag den 18. Juli, Abds. 8 Uhr, Vortrag in Allertshausen. DieuStag „ 19. „ „ 8 „ „ „ Climbach. Mittwoch „ 20. „ „ 8 „ „ „AlleudorfaLda. Donnerstag „ 21. „ „ 8 „ „ „ Tret-a.d. Lda. Freitag „ 22. „ „ 8 , „ „ Lollar. SamStag „ 23. „ „ 8 „ „ „ Grünberg. Sonntag „ 24. „ Nach«. 3 „ „ „ Saasen. Die practischen Unterweisungen an Obstbäumen finden ftktS an den darauf folgenden Tagen von Vormittags 8 Uhr ab statt, tn Grünberg am SamSrag Nachmittag 3 Uhr. Den Herren Bürgermeistern gehen noch besondere Mit» thcilungeu zu. Zahlreiche Betheiltgung erwünscht. Gießen, den 13. Juli 1898. Der Vorsitzende des VeretnSbezirkS Gießen: Dr. Wallau, Regierungsrath. Die Krifis in Spanien. Wohl kaum hat ein spanischer Ministerpräsident unter -so schwierigen Umständen sein Amt übernommen, wie eS bei Sagasta der Fall war, als er das letzte Mal die Regierung oatrat. Er hatte nicht die Sympathien der Königin-Regentin, eher trotzdem berief diese Sagasta, weil das ganze Land vertrauensvoll auf ihn blickte, der nach allgemeiner Ansicht allein im Stande war, der Schwierigkeiten Herr zu werden und d°s spanische StaatSschiff durch alle Gefahren hindurch zu steuern, ■Oit sich demselben entgegenftellren. ES bedurfte wahrlich eines kundigen Steuermanns, da der Klippen zahllose waren — sichtbare und unsichtbare. Sagasta dürfte bet Uebernahme btt Regierung insofern vertrauensvoller tn dte Zukunft blicken, il6 sich alle Parteien zur Verfügung stellten und ihre Unterstützung zuficherten. Conservative und Liberale erkannten, ich die Spanier sich vereinigen mußten, auch die Republikaner Haarten sich um Sagasta, und selbst dte Carltsten vermochten ftr einige Zett ihre Sonderbestrebungeu zu unterdrücken. Spanien gab damals ein schöner Bild der Eintracht, wie eS lot dem kaum dagewesen war. Aber leider hielt die Eintracht nicht lange an und ging in Trümmer, als die Nachrichten von den ersten Mißerfolgen vom Kriegsschauplatz ein* trafen. Mit Bedauern mußte mau wahrnehmen, wie in der Summer heftige Debatten darüber geführt wurden, wem dte Schuld betzumessen sei dafür, daß die VertheidigungSmittel oicht im Stande waren, daß die Vorkehrungen für den Krieg höchst lässig betrieben waren. Alle verkannten, daß nicht dte Meilig am Ruder befindlichen Regierungen die Schuld daran tragen, daß eS vielmehr das seit fast einem Jahrhundert betriebene System ist, welche- dte Ntedrrlagen herbeiführen muffte. ES hat Sagasta große Mühe gemacht, die aller Orten An Spanten ausflackerade Revolution zu unterdrücken, über -tiren Umfang wohl kaum authentische Nachrichten in- Aus» land gedrungen find, da dte Regierung strenge Censur übte. 8r konnte energisch durchgreifen, so lange innerhalb de- CabinetS Einigkeit herrschte. Mit dieser ist eS jedoch vorbei, seitdem toeiteie Kreise etnsehen gelernt haben, daß Spanien einen üllspchtSlosen Krieg führt, daß gar nicht daran zu denken fei, tl «erde jemals einen Erfolg erzielen. Zwar sind dte spanischen Landtruppeu noch unbesiegt, auch ist e- nicht aus- -Mloffen, daß diese noch länger Widerstand zu leisten ver- -mbgtö, daß sie um jeden Zoll Lande- auf Cuba tapfer kämpfen tourten. Aber die Hilfsmittel Spanten- find aufgebraucht, rntb seitdem feine Flotte vernichtet ist, gibt eS keine Möglichkeit, den Truppen auf Cuba in genügenbemHMaßeHProvtaut und Kriegsmaterial zuzuführen, Innerhalb de- Ministeriums ist infolge dessen eine Spaltung eingetreten, die über Kurz oder Lang zu einer CabinetSkrise führen mußte. Diese soll nun, wenn die Londoner „Time-" gut unterrichtet sind, bereit- au-gebrochen sein, indem Sagasta die Demission de- CabinetS der Königin- Regentin überreichte. Wenn auch diese Nachricht tu dem Augenblick, wo wir diese- schreiben, noch nicht von anderer Seite bestätigt worden ist, so spricht doch Aller sür ihre Wahrscheinlichkeit. Bei Gelegenheit der Bildung des neuen CabinetS dürfte eS sich entscheiden, ob Spanien den Krieg fortsetzen wird oder nicht, und unter diesem Gesichtspunkte dürfte überhaupt dte Berufung einer Persönlichkeit zur Uebernahme der Regierung erfolgen. In den letzten Tagen ist bereits mehrfach der Name de- Marschalls Martinez Campo- als künftigen Ministerpräsidenten genannt worden und eS ist nicht unwahrscheinlich, daß der alte Marschall noch einmal tn dte Bresche tritt, um seinem Baterlande seine Dienste zu widmen. Ob freilich tn solchem Falle die FriedenSbeftrebungen gefördert werden würden, ericheint sehr fraglich.- (xx) Deutsches Reich. Berlin, 12. Jnlt. Als Präsident des neuen Reichstages ist. wie die „Nationalzeitung" au» Centrum»» blättern entnimmt, Freiherr v. Hertling tu Aussicht genommen als Candidat der Herren Lieber und Bachem gegen den Grafen Ballestrem. Berlin, 12. Juli. Die soeben erschienene amtliche Bearbeitung der landwirthschastltchen Betriebszählung von 1895 zeigt nicht nur, welche Bedeutung der Laudwirthschaft im deutschen WirthschaftSleben zukommt,- sie ist auch sozialpolitisch tm Allgemeinen außerordentlich lehrreich. Man braucht, so sührt dte „Nattouall. Corr." auS, nur den Spuren der sozialdemokratischen Kritik zu folgen, die sich soeben daran macht, auS dieser Statistik zu erweisen, wie wenig die Mehrzahl landwirthschaftlicher BerriebSinhaber Anlaß habe, sich mit der Landwirthschaft im Allgemeinen solidarisch zu fühlen. Die Gesammtzahl der landwirthschaft- ltchen Betriebe — als Betriebe auch da- kleinste, landwirth- schastlich au-genützte Stück Land gerechnet — beziffert sich auf 5,556,900. Davon wären allerdings 3,235,169 Betriebe oder 45,49 Procent aller Betriebe unter zwei Hectaren oder acht Morgen, von denen der weitaus größte Thetl sicherlich den Inhaber nur soweit selbstständig zu ernähren vermag, als der Boden zu intensivem Gartenbetrieb, zu Obst', Wein', Tabak« und Gemüsebau sich eignet. Freilich ist der allergrößte Theil dieser BetriebSinhaber auf dte Industrie, auf Handel und Verkehr und sonstige Lohnarbeit hingewiesen, davon aber hat die Sozialdemokratie noch nichts. Mag sie über da- Bohnen« und Sonnenblumenbeet de» Bahnwärters und den Kartoffelbau des Vorortmaurers oder de- Grubenarbeiter- spotten, tn diesem kleinen landwirth. schaftltchen Besitz ist eines gewurzelt, was in unversöhnlichem Widerspruch zu der sozialdewokratischen Doctrin steht: die Liebe zum eigenen Besitz, die Freude am eigenen selbstständigen unabhängigen Schaffen. Der Vorortmaurer und der Grubenarbeiter, der mit Weib und Kind auf sein Stückchen Land hinau-zieht, e- beackert und bepflanzt, hat keine Neigung, diesen Genüssen die rauchgeschwärzte Kneipe vorzuziehen, wo der zielbewußte Genosse gegen die „Befitz- bestie" und was sonst noch donnert. In seinem Kleinbetrieb steckt der Trieb zur Wahrnehmung de- PrivatintereffeS, Sparsamkeit und Nüchternheit, kurz, alle jene Eigenschaften, welche die Sozialdemokratie al- „Stegmüllerei" ächtet, nach dem Namen jene- Manne-, der mit Schimpf und Schande au- der Sozialdemokratie hiuau-gestoßen wurde, weil er gewagt, sich auf einem Parteitag dessen zu rühmen, daß er mit diesen Eigenschasten sich zu einem seine- Besitze- sich freuenden Menschen hiuaufgearbeitet habe. Darum ist eS mit Dank zu begrüßen, daß die amtliche Statistik eingehender untersucht, welche Theile der Bevölkerung hinter diesen land- wirthschaftlichen Kleinbetrieben stecken. Und da finden wir mit Genugthuung, daß nicht weniger al- 753,517 industrielle Arbeiter als landwirthschaftliche Betrieb-inhaber gezählt find, von denen 214,224 einen bi» zwei, 181,134 zwei bis vier, 132,393 vier bi- acht, 87,321 acht bis zwölf Morgen, 44,773 mehr als zwölf Morgen und mehr als 90,000 weniger al- einen Morgen im Betrieb haben. Mit Be» friedigung verzeichnen wir, daß von den Industriearbeitern, die nebenher Landwirthschaft treiben, auf Maurer, Zimmerer und sonstige Bauarbeiter 167,000, auf Berg- und Hüttenarbeiter 144,000, Steinhauer und Z egler 46,000, Eisenarbeiter 39,000 und Textilarbeiter 37,000 entfallen, und daß e» von den in Handel, Verkehr Gast- und Schenkwirth- schäft und wechselnder Lohnarbeit Thätigeu mehr al- zwei Millionen gibt, die Herren eines landwirthfchafllichen Betriebes find. Nicht allein darum, weil dte großen ®rtrieb»» arten in diesem Theil der Bevölkerung zu der großen Interessengemeinschaft der nationalen Arbeit sich zusammenschließen gegen den sozialdemokratischen Internationalismus, sondern weil auch gerade für diesen Theil der Bevölkerung gilt, daß er in einem unversöhnlichen Gegensatz zu der Cardinalforderung de» sozialdemokratischen Programm« steht, der „Vergesellschaftung des capitalistischen Privateigenthum» an ProductionSmitteln", wozu in erster Linie die Expropriation von Grund und Boden gehört. — Der präsumtive württembergische Thronfolger, Herzog Albrecht von Württemberg, zur Zeit Commaudeur der Olga-Grenadiere in Stuttgart, soll, wie der „Schwäb. Merkur" erfährt, nach Beendigung der Herbstmanöoer unter Beförderung zum Generalmajor als Commaudeur einer preußischen Cavallerte-Brigade nach Berlin oder Potsdam versetzt werden. — Bom Colonialrath. Die Mitgliederzahl de» Colonialrath- wird aller Wahrscheinlichkeit nach vermehrt werden. Es find, wie die „Boss. Zig." erfährt, an coloniale Gesellschaften deßhalb Anfragen ergangen. Nach delc Verfügung deS Reichskanzlers vom 10. October 1890 sollen nämlich die mit kaiserlichen Schutzbrtef auSgestatteten oder in den Schutzgebieten durch die Anlage wirthlchastlicher Unternehmung von Bedeutung in Thatigkcit befindlichen Colonial- Gesellschaften aufgesordert werden, auS ihrer Mitte Mitglieder zum Colovialrath tn Vorschlag zu bringen. In den letzten Jahren find aber mehrere bedeutende wirthschaftliche Gesellschaften tn den Schutzgebieten gebildet worden, die noch nicht im Colonialrathe vertreten find. Da der Colonialrarh schon jetzt 28 Mitglieder hat, so wird ihre Zahl wohl bald 30 übersteigen. — Der Verkauf der russischen Besitzungen des Reichskanzlers, der Herrschaften Weiki und Nali» boki, scheint auf Schwierigkeiten zu stoßen. ES hieß vor einiger Zeit, der Käufer sei ein Bankier in Odessa, Trabortt. DaS bestätigt sich jetzt insoweit, als Trabotti den Kaufpreis vorgeschoffen hat und somit der wirkliche Besitzer wird, während der Kauf allerdings auf den Namen feines Schwiegersohnes, des Grafen Kapnist, abgeschlossen worden ist. Würde Graf Kapnist von der russischen Regierung als wirklicher Käufer anerkannt, so würden sich weiter keine Schwierigkeiten ergeben. Man scheint jedoch, wenn die „Volkszeitung" recht berichtet ist, auf russischer Seile anderer Ansicht zu sein und wegen der Persönlichkeit deS Schwiegervaters des Grafen Kapnist Einspruch erheben zu wollen. Trabotti ist seiner Herkunft nach italienischer Jude. Köln, 12. Juli. Auf dem ChlodwigSplatze hierselbft kam eS zu einem scharfen Rencontre zwischen einer tausendköpfigeo Menschenmenge und einem zahlreichen Polizeiaufgebot, so daß die Beamten, als fie von der Menge thät- lich angegriffen wurden, von ihrer Waffe Gebrauch machen wußten. Dte Ursache zu diesem Meoschenauflauf war ein Streit zwischen einem Metzgerdurscheu und einem Metzger- meister, in dessen Verlaus letzterer dem «urschen eine tiefe Kopfwunde beibrachte, so daß dieser blutüberströmt in da» HoSpttal geschafft werden mußte. Durch diesen Vorgang sammelten sich Leute vor dem Hause de» Metzger» an. Da gerade nach Schluß der Fabriken viele Arbeiter die Stelle pasfirten, entstand eine große Menschenansammlung. Man verlangte in drohender Haltung dte Herausgabe de» Metzger» meisterS und drohte die Thür eiazuschlageu. Der Verkehr war lange Zett hindurch vollständig gehemmt. Den Ans- forderungen der Schutzleute, die Straßen zu verlassen, mürbe keine Folge gegeben. Man verhöhnte die Beamten und drängte fie zurück. DaS Polizeiausgebot requirirte die Feuerwehr und ließ den Platz absperren. Zugleich wurden, der „Franks. Ztg." zusolge, Hydranten angeschraubt, um erforder- ltchen Falle» die Menge durch Wafferstrahlen auSeinander- zutreiben. Nach etwa vier Stunden verlies sich dann die Menge. Bei dem Angriff aus die Schutzleute wurden 16 der Excedenten festgenommen. Arr-lav-. toten, 12. Juli. Die Blätter melden die Flucht de» spanischen BotschastS-Secretär», de» Herzog» v. Fria wegen Schulden. Paris, 12. Juli. Ja der Kammer verlas um 4*/zUhr der Präsident die Interpellation FouruiSre». Minister- Präsident Brisson erbittet die Vertagung um einen Monat. Krtegsminister Lavaiguac fügt sehr erregt hinzu, nachdem sich die Kammer erst eiumüthig ausgesprochen habe, lehne er jetzt entschieden eine neue Aeußeruug ab. Nach kurzem Widerspruch Fouruiöres wird die Interpellation auf einen Monat vertagt. Locales unb prooinsicIUs* Gießen, 13. Juli 1898. * • Hoher Besuch. Wie uns mitgetheilt wird, werden Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin diesen SamStag um >/,4 Uhr eintreffen und bis 6 Uhr hier verweilen, um dann nach Schloß Wolfs- garten zurückzukehren. * * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allergnädigst geruht, dem Fretherrttch Riedesel'scheu Kawmerkasfier Johannes Sandmann in Lauterbach das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, dem Gemeindeetnuehmer Philipp Geil in Eimsheim das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. * * Bon der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 6. Juli dem ersten Assistenzarzt der psychiatrischen Klinik zu Gießen Dr. Adolf Dannemaun den Titel als „Oberarzt der psychiatrischen Klinik" zu verleihen. * * Der Allgemeine Deutsche Sprachverein hatte im vergangenen Jahre durch Vermittelung der Zweigvereine au zahlreiche Gasthöfe im deutschen Sprachgebiete ein Schreiben gerichtet, in dem unter Hinweis auf die nationale Bedeutung der Sprachreinheit und auf das Beispiel mehrerer deutscher Fürstenhöfe die Besitzer um eine Erklärung darüber ersucht wurden, ob sie deutsch abgefaßte Rechnungen und Speisekarten bereits führen oder künftig zu führen gewillt seien. Darauf gingen zustimmende Erklärungen in sehr großer Zahl ein, darunter auch solche aus Gießen, In der „Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins" ist mit der Veröffentlichung der Namen der Zustimmenden begonnen worden. Zugleich werden dabet die Mitglieder des Verein- gebeten, den genannten Gasthöfen und Wirthschaften unter sonst gleichen Bedingungen bet ihren Reisen den Vorzug zu geben. Der Zweigveretu Kaffel hat mit dem dortigen Wirtheverein eine deutsche Speisekarte entworfen und au die Wirthe in Kaffel vertheileu lassen. Der „Gastwirthe - Verband für Mitteldeutschland" hat einen Antrag auf Einführung einer deutschen Speisekarte gestellt, der demnächst zur Berathung kommt. Die Mitgliederzahl des Allgemeinen Deutschen Sprachverein-, der solche Bestrebungen nach allen Seiten fördert, hat schon 15,000 überschritten. Er besitzt tu allen bedeutenderen Städten — auch in Gießen — Zwetgveretue und wächst von Jahr zu Jahr. Das find erfreuliche Zeichen dafür, wie lebhaft das Empfinden für unsere Muttersprache jetzt tu allen Kreisen geworden ist. ♦ * Oberhesfischer Geschichtsvereiv. Wir machen die Leser nochmals auf den Samstag den 16. d. Mts. fiattfindendeu Ausflug des Oberhesfifcheu GeschichtSvereins aufmerksam. Die Befichtiguug der hervorragenden Denkmäler und Bauten Friedbergs und die Vorträge, die da- Programm (s. Ins.) in Aussicht stellt, versprechen den Mitgliedern und Freunden des Verein- genuß- und lehrreiche Stunden. • • Stenographie. Gestern Abend fand im Kaiserhof die roustitnireude Versammlung des „C o r r e s p o n d e n z-V e r e t n s Babelsberger für Hessen und Nassau" statt. Derselbe zählt bereits 24 Mitglieder und steht eine recht starke Bethetliguug Seitens alleinstehender Stenographen, welche einem Ortsverein nicht beitreten können, zu erwarten. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender: Hetr stud. med. Stade, Frankfurterftraße 10; Schriftführer : Herr Kaufmann Otto Maudler, Vorsitzender der Stenographengesellschaft Babelsberger, Gießen, Schützeustraße 18; Kassier: Herr stud. math. Kammer. — Wir begrüßen dieses stenographisch sörderliche Unternehmen mit Freuden und empfehlen einem jeden Gabelsberger Stenographen, gleichviel, ob schon einem verein augehörend oder nicht, sich dieser Bereinigung anzuschließen, zumal der Jahresbeitrag sich für erste auf 2.50 Mk., für letztere auf 5 Mk. beläuft. Nächsten Mittwoch, den 20. d. MtS., findet im Kaiserhof die erste offictelle Versammlung statt, die beste Gelegenheit zum Beitritt bietet. * • Vortrag. Im Saale des Casö Leib wird der aus dem Elsaß gebürtige ehemalige Fremdenlegiovär Herr Aloys Weiß am Donnerstag Abend 8Uhr seine Erlebnisse in der französischen Fremdenlegion schildern. * • Oberhesfische GewerbeauSstelluug in Butzbach. Das AuSstellungscomtts richtet die Bitte au alle Aussteller, soweit rS noch uicht geschehen, deu Werth ihrer Ausstellungsgüter dem Eomitv umgehend mittheilen zu wollen, da der Feuerversicherungsvertrag abgeschlossen werden soll. ES wird weiter au die durch besonderes Rundschreiben bekannt gegebenen Vorschriften wegen der Güterbeförderung als „Aus- stelluugsgut" erinnert, und schließlich bittet daS Comitö die Aussteller in ihrem eigensten Interesse, rechtzeitig für die uöthigeu Stellagen Vorsorge treffen zu wollen, da bei der Ueberlastuog der Butzbacher Handwerker kaum auf deren genügende Mithilfe gerechnet werden kann. Turnerische». Das seit einer Reihe von Jahren statt- findende Vorturuer-Turneu des Mittelrheinischru TurnkretseS, welches Sonntag deu 10. Juli, im Hause des TuruvereinS Frankfurt a. M. abgehalten wurde, stand diesmal unter dem Zeichen des Hamburger Deutschen Turnfestes. ES waren 90 Turner aus Bockenhelm, Bornheim, Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Hanau, Homburg v. d. Höhe, Mainz, Offenbach, Sachsenhausen und Wiesbaden zusammengekommeu, außerdem die Mitglieder des KreiS-TuruauSschuffeS und Kreis- Vertreter Rothermel-Darmstadt anwesend. Unter Leitung des I Turuwartes Krach-Frankfurt begann Vormittags halb zehn Uhr das Turnen mit Aufmarsch und deu Hamburger Fest- Stabübungen, die deu „N. heff. VolkSbl." zufolge noch recht fehlerhaft gemacht wurden und weiterer fleißiger Uebuug bedürfen. Sodann wurden die für Hamburg angemeldeten Mufterriegen vorgeführt, von welchen sich die Keuleuriege des Turnvereins Frankfurt und die Barrenriege der Turn- gemeinde Darmstadt ganz besonders auSzetchueten. ES folgte ein Durchturnen der Pflichtübungen zum Einzel-Wettturnen in Hamburg, bei welchem wiederum die tüchtigen Leistungen einzelner Darmstädter allgemeine Anerkennung fanden. Den Beschluß machte das Turnen der volkSthümlicheu UebuvgS- arten, Dreisprung, Hiudernißlauf und Dreisprung, und war daS gesammte Turnen Nachmittag- halb 2 Uhr beendet. Nach der Mittagspause begann die Besprechung unter dem Vorsitz de- KreiSturnwarteS Heidecker-Wie-baden, die von 3 bis 5 Uhr dauerte und eine Kritik des Turnens am Vormittag, Anordnungen für die Gesammtübung de- Kreise- in Hannover (bei der Fahrt nach Hamburg) und andere da- turuerische Auftreten in Hamburg betreffende Angelegenheiten zum Gegenstand hatte. Für da- Deutsche Turnfest find aus dem Mtttelrhein-Krei- angemeldet: 329 Turnende inSge- sammt, davon 140 Einzel-Wettturuer, 110 Turner für besondere Vorführungen und 26 Mufterriegen — Zahlen, wie sie bei früheren Deutschen Turnfesten Seiten- de- Kreise- noch niemals erreicht wurden. — Für den Fest-Mittwoch Abend, nach Schluß der Turnarbeit, findet in dem Standquartier der Mittelrheiner (Restaurant Neu-Rainville, Chauffee- straße, in Altona) ein Commers der Kreis Angehörigen statt, und hofft die Kreisleitung, hierbei recht viele Sieger begrüßen zu können. ♦* Einen ganz bedeutenden Umfang hat in den letzten Jahren die Versendung der Ansichtspostkarten genommen. ES läßt fich die- au- dem stets wachsenden Verbrauch der 5-Psg.-Freimarken entnehmen; derselbe betrug im Jahre 1896, bis dahin reicht die bis jetzt veröffentlichte Statistik, über 352 Millionen Stück, was einem Betrag von nahe 18 Millionen Mark gleichkommt. Der Zuwachs gegen das Vorjahr betrug 38 Mill. Stück. 100 Millionen Ansichtspostkarten, die der Postverwaltung, die nicht einmal das Papier dabei zu stellen hat, die nette Summe von 5 Mill. Mark einbringen, kommen alljährlich zum Versandt; die gewöhnliche RetchSpostkarten haben dabei in ihrer Verschickung keine Verminderung sondern ebenfalls eine Steigerung von 12 Millionen erfahren. Erwägt man, daß in dem letzten Jahre fast jeder Ort seine Ansichtspostkarte erhalten, die Sammelwuth fich aber noch gesteigert hat, so dürfte eine gleichmäßig procentuale Zunahme auch für 1897 zu verzeichnen fein. 8. Trais-Horloss, 11. Juli. Hier herrscht zur Zeit eine außergewöhnliche Bauthätigkeit. Abgesehen von Privatbauten, läßt besonder- auf der „Grube Friedrich" dahier der Hess. Rhein. Bergbauveretn mehrere Bauten ausführen; man spricht z. B. von zwölf Arbeiterhäusern, wovon ein Theil bereits in Angriff genommen ist. Auch befinden fich ein neue- Kesselhaus, ein zweiter, großer Fabrikschornstein, sowie ein größere- Gebäude, welche- zur Theerfabrikation dienen soll, im Bau. Durch den Bau von Arbeiterwohnungen sucht man dem hier herrschenden Wohnung-- und Arbettermangel abzuhelfen; es find bereits mehrere Arbeiterfamilien hier angekommen. 8. Hungen, 12. Juli. Da- nächstjährige Bezirk-- fest de- Kriegervereinsbezirks Hungen wurde für unsere Stadt vorbestimmt, und soll damit da- 25. Stiftungsfest des hiesigen Krtegerverein- verbunden werden. Scholten, 11. Juli. Hier ist eine Agitation im Gange, um da- am Marktplatz stehende Rath hau-, einen stilvollen Holzbau, welcher einer äußern Herstellung bedarf, von der Tünche zu befreien und wieder tn ursprünglicher Form herzustellen. K. Liudheim, 12. Juli. Vielleicht find deu Lesern Ihrer Zeitung einige kurze Nachrichten au- unserer Gegend, dem unteren Niddergrunde, nicht ganz unerwünscht, denn seit vielen Monaten haben wir nichts mehr von un- hören lassen. Trotz de- schlechten Winters ohne Frost bauten sich die Felder gut, und eS wuchs Alle- befriedigend in die Höhe. Mit der Heuernte hatten wir Mißgeschick; die Nidder trat über ihre Ufer, wochenlang stand unser herrlicher Wtesengrund unter Wasser, und nur mit großer Mühe wurde ein Theil des Heue- geborgen, der andere Theil ist bi- heute noch nicht abgeerntet. Alle Frühjahrs- und Sommerarbeiteu konnten nur nothdürftig und mit großen Kosten und Mühen bewältigt werden. DaS Obst hat bedeutend gelitten, die sonst so ausgezeichneten Kirschen in Rodenbach und Himbach schmecken wässerig, auch das Beereuobst: Johanni--, Stachel-, Erd- und Himbeeren. Dagegen wuchert das Unkraut gewaltig. Unsere Halmfrüchte haben fich vielfach gelagert, wodurch die Körnerbildung starke Einbuße erleidet, ganz abgesehen davon, daß daS Ausreisen der Körner unmöglich wird. Die Kartoffeln und Dickwurzeln standen prachtvoll, fangen jedoch an zu kränkeln. Die Viehpreise hielten fich seither recht gut. Unsere Spar- und DarlehnSkasse, die im vorigen Jahre 8 Proc. Dividende an die Mitglieder zahlte, konnte dieses Jahr sogar deren 9 Proc. geben. Bad Salzhausen, 10. Juli. Die Großh. Badedirection hat dieser Tage eine Einrichtung früherer Zelt, die damals unser Bad zum Mittelpunkt der geselligen Vergnügungen der ganzen Umgebung machte und ihm viele Gäste zuführte, wieder aufleben lassen, die sogen. „Reunion»", wozu nur etngeladene Personen Zutritt haben. Die erste dieser Veranstaltungen fand gestern statt und war zahlreich auS der Nähe und Ferne besucht. Bingen, 12, Juli. DaS anhaltende Regenwetter mit dem orkanartigen Sturm von gestern hat in den Weinbergen großen Schaden verursacht und find infolge- dessen die Herbstaussichten sowohl in qualitativer, al- auch in quantitativer Beziehung sehr ungünstig. Hauptsächlich richtet der Heuwurm vielen Schaden an. Alzey, 11. Juli. Vor einiger Zeit hatte die hiesige Stadtverwaltung dem Ministerium in Darmstadt einen Antrag um Errichtung eine- Gymnasium- in Alzey unter- breitet. DaS Ministerium hat nunmehr mitgetheilt, daß die Regierung geneigt sei, wegen dieser Frage mit dier Bürger« metsterei in Uuterbandlung zu treten. Aas bet Zeit für bie Kett» Vor 109 Jahren, am 14. Juli 1789, erfolgte in Paris die Erstürmung der Bastille. Die Zerstörung dieses berüchtigten Staatsgefängnisses sollte vor Allem das Ende der Zwingherrschaft und den Sieg der neuen Zeit über die mittelalterlichen Feudalzustände bezeichnen. Der Befehlshaber und sieben Mann fielen als Opfer der Volkswuth, und der Pöbel, gab durch Ermordung mehrerer Aristokraten zu erkennen, daß die Gewalt bereits in seinen Händen sei. Vermischtes. * Ueber die Wahl von Rüdesheim—Niederwald al- Ort für die deutschen Nattonalfeste schreibt die Zeitschrift „Da- humanistische Gymnasium" (Organ de- Gymnasial- verein-): „Auch wir halten diese Wahl für die glücklichste auS mehr als einem Grunde. Man kann zwar nicht sagen, daß der Niederwald der räumliche Mittelpunkt Deutschlands ist; aber ein geistiger Mittelpunkt ist er geworden durch das- unvergleichliche Denkmal und die Erinnerungen, die sich daran knüpfen. Ja, lange bevor dieses dort stand und bevor die „Wacht am Rhein", bevor da- „Sie sollen ihn nicht haben" erklang, hat der sagen- und liederumwobene Rhetnstrom einen. Platz, wie kaum eine andere deutsche Gegend, in den Herzen, aller Deutschen gehabt, und gern werden zu diesem Olympia der Deutschen auch vom weiten Osten und vom Norden und vom Ausland die StammeSgenossen wallfahren. Auch daß die Feststätte nicht in oder unmittelbar neben eine größere Stadt gelegt ist, sagt un- zu. Der Character der Feste- wie er uns vorschwebt, von Festen, die nicht, wie die landläufigen, augenblickliche Unterhaltung, eine möglichst große Summe von Vergnügungen bezwecken, sondern die körperliche Kraft und Gewandheit der jungen deutschen Männer und zum Theil auch das künstlerische Können des deutschen Volkes, insbesondere eine kunstvolle Pflege de- Volksgesanges zeigen sollen, — der Eharacter solcher Feste wird besser entwickelt und gewahrt werden in der freien Natur, zumal in einer so reizvollen, wie sie die gewählte Stätte schmückt, al- innerhalb oder bei einer größeren Stadt. Und noch ein-! Der im vorigen Herbst erschienene, musterhaft objective Bericht des Arbeitsausschusses für die Deutschen Nationalfeste über die Besichtigung der in Mainz, auf dem Niederwald, bet- Cassel, am Kyffhäuser, in Leipzig und bet GoSlar geplanten, Feststätten hat wiederholt auch auf die confesfionelle Zusammensetzung der Bevölkerung an den einzelnen Orten Bezug genommen und dies mit Recht als einen nicht unwichtigen Gesichtspunkt angesehen. Ein Fest, da- zugleich ein engere- Zusammenschlteßen der verschiedenen Elemente des deutschen Volke- al» Ziel verfolgt, muß in einer Gegend gefeiert werden, die von einer confessionell gemischten Bevölkerung bewohnt wird. Dies trifft bet dem Niederwald und seiner Umgebung ungleich mehr zu, als bei den zwei andern in die engere Wahl gekommenen Orten. Und so haben wir die feste Ueberzeugung, die Wahl ist die richtige." • Ans dem Vatican. In der Sala Regia de- Vatikan-- wird jetzt die Restauration des Deckengewölbe-in Angriff genommen. Dasselbe ist reich an Stuccaturen, Ge» mälden und Vergoldungen, die von Pterin del Vaga und Daniel da Volterra auSgeführt wurden. Die RestaurationS- arbeiten leitet der vaticanilche Architekt Besptgnant, dem verschiedene Fachleute, u. A. Profrffor Seitz, zur Seite stehen- Die Sala Regia, einer der schönsten Säle de- Vatikan-- wurde unter Paul III. nach den Zeichnungen von Sangallo angelegt und diente früher für die feierlichen Empfänge von Gesandtschaften. Die Wände de» Saales sind mit herrlichen FreScogemälden geschmückt, die wichtige Eretgntffe in der Geschichte der Päpste verewigen. Eurige derselben stud von Vasari und stellen dar: Friedrich I. Barbarossa und Alexander III auf dem Marcusplatze zu Venedig; die Schlacht bet Lepanto tm Jahre 1571; ©eenen aus der Bartholomäusnacht; Rückkehr Gregors XI. von Avignon nach Rom. Andere wurden von den Brüdern Zuccart gemalt, nämlich: Gregor VII. spricht Heinrich IV. in Gegenwart der Prinzessin Mathilde von Canossa vom Kirchenbanne Io»; die Eroberung vou Tunis- tm Jahre 1558. Ferner befinden fich in dem Saale noch, Malereien von Salviati, Soma-chini, Sabbatlnt da Bologna. Sicciolanti, Marco da Siena und Agresti. * Sin Italiener über Deutschland. Der bekannte italienische Publizist ScipioSighele veröffentlicht in der „Tribuna" Reisebriese, in welchen sich die folgenden beachtenswerthen Bemerkungen über Deutschland finden: „In Deutschland ist das öffentliche Leben nicht — wie bei uns — sichtbar und- geräuschvoll. Die Blätter werden nicht auf den Straßen ausgerufen; in den großen Kaffeehäusern werden sie viel gelesen, aber ruhig und ohne überflüssige Kommentare. Die sensuale Kälte dieses Volkes hat ihr Pendant in der politischen Kälte. „Alles mit Ruhe und Ordnung!" das ist — sozusagen — das Banner, das Loosungswort der Deutschen, die große Dinge vollbracht haben. Die Kraft und die Macht Deutschlands bestehen nicht in der Genialität einiger Männer, nicht in plötzlichen und impulsiven Kundgebungen der Menge wie in den lateinischen Ländern, sondern in der obskuren und täglichen Hebung der bürgerlichen Tugenden, die wie Pedanterie erscheinen und, nach ihren Wirkungen beurtheilt, im Kriege zu den Siegen von 1870 und im Frieden zu dew kommerziellen Siegen gegen die französische Industrie führen. Von uns haben die Deutschen ungefähr denselben Begriff- den man im nördlichen Italien von den Süd-Jtalienern hat. Sie schätzen uns als ein Volk, das von Natur und Kunst («rffl gie 1« p,;; y Ks matt W 1 «*• *£ WM «l« °°11 * em vW arbeiten W* Kaiser von N 306 M!*1 an ben rusfiW Zeichnungen der der Krieges auf o Album vereinig , Regierung und de. Übeneicht werden, geführte ßinbanddi Schatz entworfen WWW' verlassenen, von de nimmt Gliedern" garifhWtinische ♦ Der Hand Wochenblatt erzah Geschichte/ von btt verständlich tief erg französischen Stiegt 6on Rchland bei narchrn mit große Am entgrgrnM nab beobachtete I tl schwer toi Gr licht Haltung Ri Da erhob stch bi Stuhl gelegen, Souverän würd Der Hund blieb wedelte zuthunli Grasen. In di Saal die Stimm seines Hundes o «Da iehen Sie, tauf." Bismarct den Worten: MWchrr Mo, * Ae „Ma Dem Bericht ttoi Fröre nnb Tu Ehampi Mrl großartiges parties“ veraas Gaste geladen > »rbehaten Gört waren fast voll Diplomatie. D tartnfaal niede Ml besprachen beiten, hatte M, “'M- ht "** leSorl ‘Wtaf tatytu W«he»!, $ «Sh! Waft Nü k t* Satte bl 8-r bl! »un. y r« i?* NniJ ' 8tit btüj« u ter. t die ~ r»Ä rx-.rs; Qr. p ‘•i** “ÄS ».TM'! 8||”*: W für Hf jUiint, “'»«» z»»r °>O I.,,, D'uWm " rr gewordro durch ^«uugkll, die fich dam staub uud brdor Mt te !°llen ihn nicht haben' Mobrur Rhrtustrom thut l{ ^kgeud, in btn hrrzr» '»den zu dieiem Olyuipu len und vom Norden uni i wallfahren. Auch bfli Ibar neben eine grötzen )er Lharacter der Feste, dir nicht, wie dir lanb ig, eine möglichst gtch en, sondern die körperlich, -rutschen Manner und zui itn des deutschen Volke», der BolksgesangeS zrigri sestr wird besser eutwicked :n Natur, zumal in eivei Tratte schmückt, als inner ibt. Unb noch eint! Der uusterhast odjrctivr veriih )eutschrn Naüoualseste flbn auf dem Niederwald, in unb bti Goölar geplauier auf bie konfessionelle Zc- an btn echeloeu Om echt als einen trift mv W, ta» N:i< ,» »ttWtntu »tau« i»l8t, md tack!'AM ■o»ft|(lontl gemixten $i ttlift btt dm Mdiwck (bt », «le bei in |Wl ftommenen Orck. J«b . MeMl IP Hi'*1’, et Sala Regia Hl WW Deiengenälbe« tato ttü) m ®i«W ,01 hierin Hl N" U11 „rttn r>taRch°«°'K°" , stit, J« 811,1' ,Ä-Ä äs -'S- qiWUsi611 ®£ t dtt i °°» J’UJ-’* 'Kl-KS enden'. Mbar iie bei u.nh n gtta&M fl.u' licht d fern m% tag* iint inb“ 5 -• bei lL*J die V“? ÄS»? ) ie*i,ea A *• besonders bevorzugt und begünstigt wird, aber im Innern des Herzens halten sie uns für wenig befähigt, den furchtbaren Handelskrieg der modernen Welt mit Erfolg durchzukämpfen. Sie lasten jedoch durchblicken, daß sie glücklich wären, in Rom, Neapel oder Palermo geboren worden zu sein, und daß sie gern ihre wirthschaftliche Superiorität hergeben würden, wenn sie dafür jenen künstlerischen Sinn einlauschen könnten, der inmitten politischer Irrungen und Wirrungen noch heute das Piedigrottalied schafft. Wenn man mit gebildeten Deutschen spricht, wiederholen sie — abgesehen von den italienischen Literaten und Gelehrten, die sie aus ihrer Studienzeit kennen — immer nur einen Namen: Crispi - man fragt, warum er nicht mehr an der Regierung ist. Andere Namen kennen sie nicht oder wollen sie nicht kennen; man könnte sagen, daß sie den Anschein erwecken wollen, als ob sie von der Mittelmäßigkeit nichts wüßten." * Stu «efchenk für den Zarev. Die Künstler Sofias arbeiten gegenwärtig an einer Huldigungsgabe für den Kaiser von Rußland. Es sollen die Abbildungen der 306 Denkmäler, welche weit und breit im bulgarischen Lande an den russisch-türkischen Krieg erinnern, zusammen mit den Zeichnungen der drei Häuser, welche Alexander II. während des Krieges auf bulgarischem Boden bewohnt hat, zu einem Album vereinigt, und dieses im Namen der bulgarischen Regierung und des bulgarischen Volkes, dem Zar im Herbste überreicht werden. Der in Gold, Silber und Bronce aus- geführte Einbanddeckel, von dem Sofianer Bildhauer Boris Schatz entworfen und verfertigt, zeigt im Mittelfelde eine Basrelief«Gruppe, einen russischen Soldaten, der sich eines verlastenen, von der Straße aufgelesenen Bulgarenkindes annimmt. Gliederung und Ornamentik der Platte find bulgarisch-byzantinischer Styl. * Der Hand in der hohen Politik. Im Deutschen Wochenblatt erzählt Herr Geheimrath Aegidt folgende Geschichte, von der er, seiner eigenen Aussage zufolge, „selbst- verständlich tief ergriffen" wurde: „Bor Ausbruch de» deutsch- franzöfischen Kriege» 1870 befand sich Kaiser Alexander II. von Rußland bei unserem König in Em». Die beiden Monarchen mit großem Gefolge waren eine» Abend» beisammen. Am entgegengesetzten Ende des Saale» stand Graf Bismarck and beobachtete den Zaren in sorgenvoller Erwägung, wie e» schwer in» Gewicht falle, welche mehr oder minder freundliche Haltung Rußland gegenüber unserer Politik einnehme. Da erhob sich der große Hund de» Kaiser», der unter seinem Stuhl gelegen, und durchwanderte den Saal- von einem Souverän würde man gesagt habrn: „er machte Tercle". Der Hund blieb vor Bi»marck stehen, schaute zu ihm empor, wedelte zuthunlich uud leckte die vorgestreckte Hand des Grafen. In diesem Augenblick ertönte durch deu ganzen Vaal die Stimme de» russischen Kaiser», der den Bewegungen seine» Hunde» offenbar gefolgt war, zu Bismarck herüber: „Da sehen Vie, daß der Hund die Freunde seine» Herrn kennt." BiSmarck schloß feine denkwürdige Mittheilung mit den Worten: „Ich fühlte mich erleichtert. Da» war ein geschichtlicher Moment für unsere Politik." * Eine „Matinee dansante“ beim Präsidenten Faure. Dem Bericht eine» Pariser BiarteS zufolge haben Monsieur Faure und Gemahsia tu ihrem eleganten Palai» in den Lhamp» Elyfäe» am vergangenen vamßtag ein wahrhaft großartige» Fest tu der Art der englischen „garden parties“ veranstaltet, zu dem nicht weniger als viertausend Gäste geladen waren, die sich in den Sälen und den ausgedehnten Gärten vereinigten. Die abgegaugeneu Minister waren fast vollzähltch erschienen, ebenso die Vertreter der Diplomatie. Die Parlament-Mitglieder ließen fich im Feld- Herrensaal nieder, wo sie eingehend die Einzelheiten der Krist» besprachen. Wie schon öfter bet ähnlichen Gelegenheiten, hatte Madame Faure auch zu dieser Gardeu-Party die Zöglinge der Schulen der Ehrenlegion etugeladeu. Der Präsident selbst war beim Empfange der Gäste nicht zugegen: er wurde tu Sorbonne zurückgehalten, wohin er fich zur Ber- theilung der Preise au die Heizer, Locomotiv« uud Zugführer begeben hatte. Madame Faure in malvenfarbiger Seide und kleinem Capotehütcheu mit weißer Aigrette machte in Gemeinschaft mit ihrer in rosa Setdenmouffeliue erschienenen Tochter Lncte die Honneurs. Beide Dameu waren häufig der Gegenstand ehrerbietigster Kundgebungen. Das eigen- artig iotereffaute Fest, das man mit dem Namen „Matinee dansante“ bezeichnete, nahm schon tu den Bormittagstunden seinen Anfang und verlief ohne jegliche Störung. Iw großen Festfaal spielte ein TorpS von 60 Musikern unter Leitung de» Capellmetster» DeSgrangeS heitere Tanzwetfen, nach denen ohne Unterbrechung getanzt wurde. Leider verhinderte häufiger Platzregen die Gäste daran, fich in Ruhe in den herrlichen Gärten und Parkanlagen zu ergehen, wo die Capellen des 103. und 131. Linteuregiment» ihre schönsten Stücke zum Besten gaben. Präsident Faure erschien erst gegen 3 Uhr, machte eine Tour durch die Säle und Gäuen und unterhielt fich in liebenswürdigster Weise mit den Geladenen. Doch schon vor Beendigung de» Feste» mußte er üch wieder zurückziehen, um den neuen Mtuisterpräfidenteu M. Briffon zu empfangen. * Ein Hochzeitßzug per Pferdebahn. Folgende» Turiosum wird au» FriedrtchShageu bet Berlin gemeldet: In der Friedrichstraße stand dieser Tage zu beiden Seiten des KtrchenetogaogS und auch gegenüber demselben Kopf an Kopf die Bevölkerung. Auf dem Geleise der Pferdebahn halten zwei Sommerwageo der Pferdebahn. Iw ersten Wagen stad die vier vorderen Bänke mit der Capelle der Friedrichshagener Stadtmufik unter Leitung de» Herrn Stadtmufikdtrector» besetzt. Die Thüren der Kirche öffnen fich, heraus treten da» junge Ehepaar, die Eltern, die Trauzeugen uud nehmen hinter der Mufik im Pferdebahnwagen Platz. Der Wagen fährt ein paar Schritte vor, um dem zweiten Platz zu machen- in diesen verfügen sich die übrigen HochzeitSgäfte. Nun spielt die Mufik einen flotten Marsch, die Pferdebahnglocke ertönt unb fort geht's per Pferdebahn znm Local in der Seestraße, woselbst die Hochzeit gefeiert wird. Ein Genrebild^der modernen Zeit! Billig und originell! * Die Hauptsache. Clavierfabrikant: „WaS soll es für ein Instrument fein, da» Sie für Ihre Tochter kaufen wollen?" — Herr: „Davon verstehe ich nicht-- aber eS muß gut verschließbar sein." titcraiur uub ICunft. — Das wirthschaftliche und sittlich-religiöse Ver- hältnitz zwischen den Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Vortrag von Ä. Niethammer, Geh. Cornrnerctenrath in Krtebstetn. (Preis 50 Pfg., in Parthten von 50 Exemplaren an billiger. Verlag von Bernhard Richters Buchhandlung, Leipzig, Nürnbergerstr. 11.) Auf Grund jahrzehntelanger persönlicher Erfahrung im eigenen Geschäft schildert Referent zunächst die Pflichten der Arbeitgeber gegen die Arbeitnehmer und stellt den Einfluß dar, den die Socialdemokratie auf das Verhältniß beider hat, spricht über die Bethetligung der Kirche an der Lösung der socialpoltttschen Frage, erörtert die Pflicht der Arbeitnehmer (in Fabriken, auf dem Lande, sowie im Hause) den Arbeitgebern gegenüber, berührt dann die Lohnfrage und streift die Gesetze betr. die Altersversorgung der Arbeiter, deS unlauteren Wettbewerbs rc. Die Schrift ist von hohem acturllen Werth, möchte sic weiteste Verbreitung bet Hoch und Niedrig finden. Universitäts-Nachrichten. Jena. Auf Anregung deS Allgemeinen LehrerveretnS in Gera werden hier in diesem Herbste zum ersten Male FortbtldungS- curse für Dolksfchullehrer veranstaltet werden. Mehrere Professoren der hiesigen Universität haben sich bereit erklärt, die gewünschten Vorlesungen zu halten. Man erwartet zunächst wenigstens 100 Thetlnehmer aus den thüringischen Staaten und angrenzenden preußischen Gebieten. Die Vorlesungen sollen jeden SamStag um 5 Uhr Nachmittags beginnen, um allen Thetlnehmern die Fahrt nach Jena zu ermöglichen. — In Turin starb am 5. d. Mts. der Professor der Anatomie an der dortigen Universität, Karlo Gtacomini, im Alter von 58 Jahren. Seine bedeutendsten wissenschaftlichen Arbeiten beziehen sich auf die Anatomie des Schädels und Gehirns. — An den drei Universitäten der deutschen Schweiz studtren in diesem Halbjahr im Ganzen 335 Frauen. In Zürich allein studtren 194 Frauen bei einer Grsammtzahl der Stubirenden von 804. In Zürich studtren 6 Damen Staatswissenschaften. Die Universität zählt 124 Medictnerinnen; ihrer Nationalität nach sind 6 Züricherinnen, 7 aus anderen Kantonen der Schweiz, 25 Reichsdeutsche (unter ihnen wieder vier Berlinerinnen), und 6 Oesterreicherinnen. — Auf vielseitigen Wunsch soll in diesem Jahre am 16. Juli, Nachmittags 1 Uhr, eine Wiederholung der geselligen Zusammenkunft alter Corpsstudenten auf der Rudelsburg stattfinden. Jena, 11. Juli. Zum Prorector der Universität Jena für das Winter-Semester 1898/99 ist Herr Geh. Hofrath Prof. Eucken gewählt worden. Decane werden: in der theologischen Facultät Herr Ktrchenrath Prof. Wendt, in der juristischen Herr Geh. Justizrath Prof. Loening, in der medicinischen Herr Hofrath Prof. Stintzing, in der philosophischen Herr Geh. Hofrath Prof. Liebmann. Göttingen. Das Vorlesungsverzeichniß für das Wintersemester 1898 99 ist erschienen und vom Secretariat kostenlos zu beziehen. — Das hundertjährige Jubiläum seines Bestehens feiert am 18. Juli daS älteste deutsche Studentencorps „Onoldia" (Ansbacher) in Erlangen. ES ist daS einzige Studentencorps, welches itn vorigen Jahrhundert gegründet wurde und ohne Unterbrechung bis heute forlbestanden hat. Nach dem Vorbilde desselben hat sich zuerst eine Anzahl von Corps auf süddeutschen Universitäten, namentlich in Erlangen, München, Würzburg, Tübingen und Heidelberg, im Anfänge dieses Jahrhunderts gebildet, seit den 20er Jahren auch in Norddeutschland, besonders in Halle, Göttingen und Bonn, schließlich auf allen deutschen Universitäten, so daß jetzt im Ganzen auf den 20 deutschen Universitäten 80 Studentencorpö mit ca. 2000 Mitgliedern bestehen. Dieselben haben seit ca. 60 Jahren eine Verbindung unter sich, deren Vorstand alljährlich auf Der RudelSburg bei Kösen tagt. Auch die alten Herren dieser Corps, ca. 30 000 an der Zahl, haben eine Verbindung unter sich, beten Präsidium gegenwärtig in Berlin fünf Jahre hindurch domictlirt. Erster Vorsitzender ist der bekannte Schriftsteller Dr. H. v. Hopfen. Die Festlichkeiten werden vier Tage hindurch dauern und von der Mehrzahl der alten Herren besucht werden. Der bekannte Schriftsteller Dr. Adolf Zehlicke in Berlin, gleichfalls ein alter Herr des Cotps — dem er vor 40 Jahren angehörte — hat zur Erinnerung an das Fest eine Sammlung eigener Lieder, theils patriotischen, theilS heiteren Inhaltes, mit Bezug auf daS Fest unter dem Titel: „Deutsche Lieder" herausgegeben und dem Corps gewidmet. Das Buch ist sehr hübsch ausgestattet und mit dem farbigen Wappen deS CorpS geziert; es wird den Festtheilnehmem am Feste überreicht, dürfte aber auch in weiten Kreisen bei allen Freunden deS Studentenlebens wegen seines Inhaltes Anklang und Veibrettung finden. Wöchentliche Uederftcht der Todesfälle in Sieten. 28. Woche. Vom 3. Juli bis 9. Juli 1898. Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (ind. 1600 Mann Militär). SterblichkettSziffer: 21.58, nach Abzug der OrtSftemden 15,10°/«. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachs««: im vor» 1.Lebensjahr: 2.—Ib.Iahr: Zuckerruhr 2 2 — — StrebS 1 1 — Gehirnhautentzünd. 2 (1) 1 (1) — 1 Gehirnschlagfluß 1 (1) 1 (1) — — Herzleiden 3 (1) 3 (1) — — Nierenleiden 1 1 — — Summa: 10 (3) 9 (3) — 1 «nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern gebe» an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krarckheit auf von auSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke komme». Für die durch Wolkenbruch Geschädigten des südöstlichen Qdenwaldes (bei Erbach) find noch eingegangen : Ungenannt 2 Mk., Th. ©. 5 ^IL, iufammen 7 Mk.; insgesammt 24 Mk., welche dem Hilsscornits in Erbach durch Postetnzahlung übersandt wurden. Expedition deS Gießener Anzeigers. Verfebr, Can». un6 Z>eU»tvirt^fcbafL Gießen, 12. Juli. Der gestrige Kuhmarkt war, obschon er mit dem Markt in Kirchhain zusammenfiel, überaus lebhaft, ebenso war der Auftrieb ein wider Erwarten bedeutender. Es waren etwa 1300 Stück aufgetrieben. Vorzüglich an Qualität und Anzahl war am Markt Simmenthaler Rasse vertreten, obschon auch der Marburger und Wetzlarer Kreis mit Vogelsberger Dieb stark am Auf. trieb betheiligl war. Wie stets waren schwere MUchkuhe für die Bäder stark begehrt und ging der nur schwache Dorrath dieser Gattung zu hohen Preisen schnell ab. Der Markt war gegen111 Uhr ' bereits auSverkauft. Gehandelt wurden Kühe, tragend und frischmelkend, schwerste Maare, mit 540 bis 560 Mk., 1. Qual. 420 bis 500 füll, 2 Qual. 325 btS 400 Mk., 3. Qual. 250 biS 300 M. Junae Rinder aus dem Westfälischen, die am Markt waren, wurden für die Umgegend getaift und mit 70 btS 100 Mk. bezahlt. Die Preise für Kälber schlugen gegen dm letzten Markt etwa» ab. Beste Waare wurde mit 60 615 62 Mk., Mlitelwaare mit 55 bi» 57 Mk. und leichte Kälber mit 50 618 52 Mk. pro 100 Pfund Schlachtgewicht verkauft. Belm Vormarkt, welcher dieses Mal schon am Freitag an fing, wurden ca. 80 Stück schwarzdunte Kühe zu guten Preisen umgesetzt. — Ein Händler brachte für die locale Flelschver- sorgung einen Transport fetter Ochsen auS der Provinz Sachsm nach Gießen. Er wurde die Maare mit 71 Mk. pro 100 Pfund Schlachtgewicht an hiesige Metzger bequem lol. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 13. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag»: Wasser 13°, Luft 13°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Neueste iladwiditcn. Depeschen de» Bureau »Herold*. Witn, 13. Juli. Wie die „N. Fr. Pr." meldet, hat auf dem Postdampfer „Gisela" auf der Fahrt von Wien nach Linz eine Explosion stattgesunden. Drei Heizer wurden getödtet unb einer verletzt. Budapest, 13. Juli. Unter den Feldarbeitern in Alfeld herrscht große Noth, da da» andauernde Regenwerter die Erutearbeiten unmöglich macht. Graz, 13. Juli. Der Bäckerstrike ist beendet. Belgrad, 13.Juli. 20 serbische Offiziere werden mit Lrlaubniß de» deutschen Kaiser- studienhalber in die deutsche Armee eintreten. Pari», 13. Juli. Der Untersuchungsrichter ist bereits mit der Untersuchung gegen den Obersten Picquart betraut worden. Bei dem Obersten fand gestern eine Haussuchung statt. Da Picquart nicht anwsend war, wartete der Lommiffar bis zu befftn Rückkehr. Um 8 Uhr war bie Haussuchung noch nicht beendet. ES verlautet, Picquart werde noch vor Mitternacht verhaftet werden. Die Nationalisten beabsichtigen, morgen bei der Revue eine Ovation für Laoaignac barzu- bringen. Picquart wird vor das Zuchtpolizeigericht gestellt werden. Der Justizminister Sarrien hatte gestern mit dem Generalprocurator und dem Procurator der Republik eine längere Unterredung. Paris, 13. Juli. Infolge einer Haussuchung bei Madame PahS wurde diese sowie Esterhazy in ber vergangenen Nacht verhaftet. London, 13. Juli. „Daily Mail" mtlbet au» Wafhinton, daß General Sh afterS Truppen die Stadt ganz umzingelt haben. Die Truppen begegneten fich rechts und link» am Ufer. London, 18. Juli. „Morning Post" meldet aus Washington, daß da» Kriegs-Departement von General Shafter benachrichtigt worden ist, daß der spanische General Narto fich mit 6000 Mann Verstärkung-Struppen von Hotguin nach Santiago begeben habe. Mac Kinley ist sehr ungehalten über General Shafter weil dieser den Spaniern einen weiteren Waffenstillstand bewilligt hat. Mac Kinley will von einem weiteren Waffenstillstand nicht» wiffen, sondern verlangt von den Spaniern sofortige Räumung Santiago». Gr hat General Shafter diesbezügliche Befehle zugehen laffen. Loudon, 13. Juli. Die Unruhen in Süd-China nehmen nach hierher gelangten Meldungen immer größeren Umfang an. Die ganze Sache stellt fich al» eine Empörung gegen die Mandarinen-Berwaltung heran». Die Anführer haben bereit» 9 Städte erobert unb bie kaiserlichen Truppen westlich von Watschau geschlagen. London, 13. Juli. Die letzten Depeschen au» Santiago laffen es als wahrscheinlich erkennen, daß bie Stabt bereit» capitulirt hat. Am Montag nahmen bie Amerikaner bie Beschießung ber Stadt von der See und Landseite auf. Die Schiffe sowohl, al» auch bie Artillerie des General» Shafter eröffneten ein scharfe» Bombardement auf die Stadt. Gegen Mittag wurde bie weiße Parlamentärflagge gehißt. Ein Offizier wurde von General Shafter abgesanbt tn da» spanische Lager behuf» Uebergabe der Stadt. Bei Abgang dieser Depesche war noch keine Antwort eingetroffrn. Da» Bombardement wurde vorläufig eingestellt. Bon den Amerikanern wurde Niemand getödtet. Madrid, 13. Juli. Nachdem Martinez CampoS trotz seiner großen Popularität al» nicht geeignet gehalten wird, die jetzigen Wirren zu lösen, so verlautet, daß General Polavieja von der Königin-Regentin mit der Cabinet»- bildung betraut werden soll. Derselbe wird bie Misfion erhalten, bie Ordnung im Innern aufrecht zu erhalten unb mit Amerika einen ehrenvollen Frieden abzuschließen. Hier ist von einer Capitulation von Santiago nichts bekannt. Washington, 13. Juli. Da» Kriegsdeportement hat angeordnet, daß bie in den amerikanischen Häfen gelegten unterseeischenMinen wieder entfernt werden sollen, da eine Gefahr feiten» ber Spanier nicht mehr bestehe. New York, 18. Juli. Gestern Vormittag 10 Uhr fand hierselbst eine große Feierlichkeit für die Verunglückten ber „La Bourgogne" statt. Bei Todesfällen übernimmt die Buchdruckerei des Giessener Anzeigers, Schalstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauerbriefen und Danksagungftkarten, welche auf Wunsch couvertirt geliefert werden. Seidenstoffe verlange Mutzer mü Angabe d. «ewunschten. von Elten & Keussen, Crefeld. Steins Garten 7050 fabrik von Emil Horst meister zu vergeben. 7040 Der Vorstand. GchMlck Entricht, Gießt« AreizungeIorterriers zu verkaufen. 691 Telephon 119. 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[6942]Der Vorstand. .„.von Anzei 110116 scheinen KamenKlkider zu färben v. „ 2.— 7043] Suche per 1. August ein braves, zuverlässiges Mädchen, das etwas Hausarbeit versteht. Frau Adolf Fischer, Alicestr. 19, part. Sonntag den 17, Juli 1898: Feier des 25jährigen Stiftungsfestes $ -er Dr Dai Hi «licht Meinung 8 Ur gefainmien gebi hbtn wir bereits ft Bi«". * droceß nah« aber h Lnfpruch, all die w iuultch durchblilken vrlche Dreyfnt wi M Italien wntbt »Mich M lieber, za Tchva bawali, tl 11«, bad die < würden) ba^u w« allen Dingen zu g damals dtt Oeffen^ «ürde sich noch I kümmern, der Pro So aber ist der Dreyfns immer i Man glaube nur SyndicatS gering dies gar zu rifrl Dreysus biilägt öl dielen einflußreichen und da hinzu tritt i W*olt, in WM Mr. Äa Dnsachw gleich nach stiau aber alle tm bm ab, die Sache c welcher die Sff» lüsten. Daß es welche felsenfest ßub, hat der Pu sich/ welche @ifli dnrath zu tegeh, Vermögen, mar ic besten Chancen, Ci Regierungen bieter vpiel zu setzen? 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Näherer Steinftr. 19, hier. Die Dampfstraßenwalze arbeitet am Donnerstag den 14. und Freitag den 15. d. Mts. auf der Straße Krofdorf—Wißmar. Krofdorf, den 13. Juli 1898. 7059 Das Bürgermeister-Amt. kann eintreten. 7052 Licherstratze 5. \Bingena.Bh. „ 0.501 Hiermit den Bewohnern von Gießen und Umgebung die ergebene „ 0.601 Anzeige, daß wir das Eiu Zrrrtll-Anmtz zu waschen Mb. 2.50 Gardinen zu waschen ä Klatt „ 0.60 Anzeige, daß wir das Alle anderen Kleidungsstücke werden schnellstens geliefert und billigst I Hotel deutsches Haus 6er±± “ Zunahme surG'-s?-» b°. ^393I ° „on H„rn C. W-b-r, früher in Gießen, kaufich Markus Bauer, Seltersweg 9.1 erworben haben. , J ** I Wir bitten ganz ergebenst, das demselben bewiesene Wohlwollen auch NB.: Aufträge werden auf Wunsch abgeholt und zurückgebracht.- | un6 ^mvenden, indem wir versprechen, uns dasselbe durch aufmerksamste Bedienung nach jeder Richtung hin zu verdienen. 7041 Hochachtungsvoll und ergebenst Donnerstag den 14. Juli: 5, Abonnements-Concert. Wvbitnnssnkrandklnng. Anfang präcis 7'/3 Uhr. Eintrittspreis 50 Pfg. Wohne von heute ab 6807 7049____________________ Krausse, Grvßh. Muslkdirtttor. bei Herrn Weißbindermeister Oberhessischer Geschichtsverein. --- Albert Hetz, Gsknskbkr^ _ am Tamstag den 16. Juli nach fried' Tüchtige Zlifpectoreu Ausnug bcrfl j. W., awt 2«, Ankunft 3" csr- für die Lcbensversichcrungs-Abihei- srischungen im Bahnrrstaurant) lung und 4 Uhr: Besichtigung der Stadtkircke mit erläuterndem Vortrag von fittM Irnttififritrp Herrn Baumeister Kratz aus Friedberg, im Anschluß hieran Sitzung llllljl. ^ttzUi^lll utr I (tn Gemeinschaft mit dem Friedberger Geschichtsverein) in den Raumen für die Arbeiter- und Kinder-Ver- des Pfälzer Hofs (Paetor): Vortrag von Herrn Professor Dr. Sauer stcheruugo-Abtheilung der „Friedrich au§ Gießen über die Baugeschichte von Friedberg; Besuch der Burg Wilhelm-", Prcutzifche Lebens- und unt> des Burggartens, bezw. des Judenbades und des Gymnasiums, Garantie-Versicherungs-Actien-Ge- too Herr Director Professor Dr. Goldmann die Friedberger Mithras- fellschaft in Berlin, unter günstigen funde erläutern wird. _ , Bedingungen gesucht. 7*/4 Uhr: Nachtessen im Hotel Trapp (zu Mk. 1,50); Rückfahrt nach Offerten nut curriculum vitäc und Belieben. hPtPnmf'Deöln ^de^ General-^Aaentur I Die Betheiliguug der Bereiusdamen ift erwünscht, Frankfurt a. M.,.Hermann D?etrich, Gäfte find willkommen. — Anmeldungen zum Nachtessen wolle man Bleichstraße 4._____________________6883 zeitig, spätestens bis zum 14. d. Mts, an den Schriftführers des Vereins, .Herrn Privatdocenten Dr. Dieterich, Gießen, Ludwigstraße 12, 6 gelangen lassen. 6844 Gießen, 5. Juli 1898. 7060] Wohnung, mittlerer Stock, drei Zimmer, zwei Kammern und Zubehör, zu vermiethen.______Wolkeugaffe 24. 6586] Schöne 3-Zimmerwohnung mit abgeschloffenern Corridor nebst Bodenkammer, Waschküche, Bleickplatz und Wasserleitung zu vermiethen. __Wetzfteinftratze 44. 7058] Möbl. Zimmer zu vermiethen. ______________Ludwigstraße 26. 7042] Schön rnöblirtes Zimmer zu 7048] Hinterhaus, enthaltend kleine Wohnung, großen Speicher und ein zur Werkstatt oder Lagerraum geeignetes Parterrezimmer. ___________M. Scheel, Marktplatz 5. 6677] Eine schön gelegene 3-Zimmer- wohnung mit großer Mansarde, Bleickplatz, Gartenantheil, mit allem Zubehör, vom 1. October an beziehbar, zu ver- L. 7044