eilen-Gesuche. duhbrauche. P« Ski M»iUi> gläubisch und nicht selten kehrt er von einer Jagdparthie heim, ohne seine Büchse abgefeuert zu haben, wenn ihm etwas wider den Strich geht, das heißt wegen einer unver- mutheten Begegnung oder sonstiger Anzeichen, wonach der Jagdzug ungünstig ausfallen könnte. Am 15. October machte er sich einer Beleidigung und Bedrohung der 60 Jahre alten Privatierswiltwe Euphrosine D. schuldig, wurde deswegen angezeigt und stand hierfür Verhandlung an. Herr X. betrat den Gerichtssaal nach Aufruf, kehrte aber unter der Thürschwelle wieder um, schloß die Thür und kam dann wieder herein. Der Richter fragte, was dies bedeuten sollte, und Herr ■£. erwiderte ziemlich unwirsch: Net auspaßt hab i! mit'n linken Fuß bin i ein* getreten. Da funnt i hübsch einafall'n! dös bedeut' alleweil nix Gutes. Außerdem is heut Freitag und da geht a so alles krumm, die Freitäg hab i 's Glück vom Goaspeterl! Richter: Aber Herr X.! ein Mann wird doch nicht an solche Kindereien glauben. Uebrigens scheint mir die Affaire als eine Folge Ihres Aberglaubens entstanden zu sein. Angeklagter: Sie glauben einfach nix'n, aber i woaß g'wiß! Warten's nur, wie die G'schicht auswächst, dann sagen's selber: der Fritzl hat Recht! Richter: Sie haben also am 15. October die Frau Y. sehr roh beschimpft und zwar ohne einen ersichtlichen Anlaß, und als diese Frau mit allem Anstand an Sie eine Frage stellte, nahmen Sie sogar ein Jagdgewehr von der Schulter und bedrohten sie mit Erschießen, wenn sie nicht sofort aus dem Wege gehe? Wie kam nun dies? Ich nehme an, Präsidenten Freiherr v. Heeremann (Ctr.) und Dr. Krause (natl.) wiedergewählt. Hierauf nimmt zur Ueberreichnng des Etats und deS Staatshaushalt-Berichtes Fiuauzmtoister Miquel das Wort. Derselbe führt au», der Staatshaushalt bilancire mit 2187 527 000 Mk., davon entfallen anf da» Ordivarium 2045891000 Mk., d. t. ein Mehr gegen das Borjahr von 141 Millionen. Berlin, 13. Januar. Ueber die Entschädigung, welche Lhina für die Ermordung der katholischen Missionare zu zahlen hat, ist noch keine eudgiltige Abmachung getroffen worden. Doch nehmen, wie den „Berliner N. Nachrichten" berichtet wird, die Verhandlungen darüber dem Vernehmen nach einen guten, ruhigen Verlauf und dürsten bald zum Abschluß kommen. Berlin, 13. Januar. Die ReichStagscommisfiou für den Entwurf betr. die Entschädigung der im Wiederauf* nahwkvrrfahrcu fretgesprochenen Personen, hat heute nach eingehender Generaldebatte die erste Lesung begonnen. In der Debatte lieh die Erklärung der Regierung keinen Zweifel darüber, daß eine Ausdehnung der Entschädigung auf Untersuchungshaft das Scheitern der Vorlage bedeute. Arr-laird. Budapest, 12. Januar. Behufs Vereinbarung eines nationalen Manifestes als Protest gegen die von der Re- gierung geübte Nationalitäten-Politik fand hier eine zahlreich besuchte geheime rumänisch - serbisch - sloventsche Versamm lung statt. Pari-, 12. Januar. Wie mehrere Blätter melden, stehen heute infolge der im Prozeß Esterhazy gemachten Enthüllungen weitere Verhaftungen bevor. — Esterhazy beabsichtigt, gegen Mathieu DreyfuS einen BerleuwdungSprozeß anzustrengen. Petersburg, 12. Januar. Wegen einer Predigt, welche der Propst Czeczot anläßlich der Trauerandacht für den polnischen Bischof UjrjSki in der hiesigen katholischen Kirche gehalten hat, wurde derselbe nach Charkow verschickt. totale» «nd provinziell«,. h. Wieseck, 13. Januar. Auszug aus dem Standesamts-Register der Gemeinde Wtescck vom Jahre 1897. Im vergangenen Jahre wurden geboren 82 Kinder, wovon 43 männlich, 39 weiblich. Gestorben find 54 Personen, wovon 32 männliche und 22 weibliche. In den Ehestand traten 28 Paare. Unter den Geborenen und Gestorbenen befindet sich je ein Israelit, die übrigen sind evangelischer Confesfiou. K- Lollar, 12. Januar. Gestern Abend fand hier die diesjährige ordentliche Generalversammlung des B e t e r a n e n - und Kriegervereins im „Schönhof" statt. Dieselbe war zahlreich besucht und zeugte von gutem kamerads^aft- lichem Geiste der anwesenden Mitglieder. Nach dem Bericht des Vorstände- hat der Verein gegenwärtig 93 active, 15 passive und 7 Ehren Mitglieder. Die JahreSrechuung ergab einen Kaffenbestand von über 100 Mk. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt, für ein Mitglied desselben (erster Schriftführer), welches verzogen ist, wurde eine erprobte Kraft gewählt. Die Feier von Kaisers Geburtstag, an welcher auch Nichtmitglieder gegen mäßiges Eintrittsgeld Zutritt haben, soll SamStag den 29. d. M. stattfinden unter Concert, Theatervorstellungen und Gesangsvorträgen. Hoffend ltch ist der Verein bei dieser patriotischen Feier vollzählig vertreten. A A«S de« nördlichen Oberheffeu, 12. Januar. Wenn in anoeren Jahrgängen die Preise für die fetten Schweine besonders hoch waren, hauptsächlich zur Zeit der daß Sie betrunken waren, oder sonst stark aufgeregt gewesen find! Angeklagter: Betrunken sag i. Von aner Taß Kaffee in der Fruah da kriegn's weiter koan Rausch. Im Gegen- theil, vogelnüchtern war i und a altes Sprüchwort sagt: A nüchterner Mensch hat koa Glück. Das Wetter war rar und da denk i mir: Kunnft $ut a mal auf d' Jagd geh'n. Leider bin i furt, obwohl a ganze Menge untrüglicher Zeichen dagegen g'sprocha Ham. Z'erft steig i schon mit’n linken Fueß auö'n Bett, dös bedeutet Aerger. Nachher juckt mein rechtes Äug', dös bedeutet, daß wer etwas Unangenehmes sehen wird. Eh' i a Pris Tabak nimm, beißt mi’ d' Nasen, da erfahrt wer was Neues. Unter'm Waschen sinkt rnei linkes Ohr, da schimpft jemand über mich. Macht nix'n, i geh doch. Wie i aus ’n Haus bin, lauft a kohlschwarze Katz vor meiner über'n Weg, dös bedeutet a Unglück, deswegen hab i sofort die Zündhüetl vom G'wehr ’runter. Gleich darauf begegnet mir a Viehtreiber mit drei Schwein’, dös wird a schmutziger Ausgang meiner Unternehmung. Vorm Bahnhof beißt mich die linke Hand — jetzt kostet'« a Geld! Richter: Sie sind ja das reinste Traumbuch! Hoffentlich sind nun alle schlimmen Anzeichen Ihres Unglückstages er- schöpft? Angeklagter: Beileib net, Herr Staatsanwalt. I komm' also in mei Jagdgebiet und kehre im Wirthshaus ein im nächsten Dorf, da sitzt a Katz auf der Ofenbank und putzt mit der linken Pfote 'S G'sicht. Das bedeutet einen unangenehmen Besuch. Wie i darüber nachdenk', wer mich b'such'n funnt, der mir recht z'wider sein kennt, der Steuerbot oder gar a G'richtsvollzieher — da niest d' Wirthin, i sag': Helf Gott, daß 'S wahr iS: Jetzt feit si' nix mehren. Oaner von die Zwoa kommt, d' Wirthin hat s benoffen. Richter: Nun endlich kommen wir auf die Hauptsache. Also weiter! Angeklagter: Na, Herr Staatsanwalt, noch etwa» fimmt. Wie i aus'n Dorf war und denk', a Haserl funnt i bald derrat'n, da fliegen zwoa Krähen auf und krächzen ganz schauderbar, dö» bedeutet, daß i heut koa Schwanzerl und HauSschlachtuugeu vor Weihnachten, so trat regelmäßig ein Rückgang in diesen Preisen nach dieser Zeit ein. Diesmal ist aber ein Sinken der sehr hohen Schweiuepreise nicht ein» getreten, dieselben haben sich erhalten, ja, find hie und da noch weiter angezogen. Jnfolgedeffen find die HauSschlach- tungen, welche bei billigeren Verhältnissen von Stadtbewohnern bei Verwandten auf dem Lande vorgevommen wurden, saft gänzlich unterbliebtn. Unter solchen Umständen steckt eben auch bei den Hausschlachtungen nicht viel drein, d. h. für Leute, welche die Schweine kaufen müffen. Bezahlen doch zur Zeit Metzger und Händler für das Pfund Schlachtgewicht 60 bis 62 Pfg. und für das Pfund Lebendgewicht bis zu 48 Pfg. Diese hohen Preise sagen dem Landwirth sehr deutlich, wa» in der Schweinezucht und Schweinemast steckt. So ist uns ein Landwirth bekannt, der hrute einen fetten Eber verkaufte und dafür eine ganz erkleckliche Summe löste. Der Eder hatte allerdings das stattliche Gewicht von 604 Pfund. Für das Pfund Lebendgewicht wurden bezahlt 40 Pfg., macht nach Abzug von 5 pCt. Gutgewicht einen Betrag von ca. 230 Mk. Allerdings ist die Schweinemast in Hinsicht der gleichfalls hohen Fruchtpreise nicht mehr so billig, wir sie es seither war bei d:m tiefen Stand der Ge» treidepreise, bleibt aber deffenungeachtet der rentabelste Factor der Viehzucht. X. Darmstadt, 12. Januar. Im Naturwissenschaftlichen Verein gab gestern vor ca. 50 bis 60 Zuhörern Herr Geheime Hofrath Professor Dr. LepsiuS eine Fort- setzuug seines neulichen wissenschaftlichen Reiseberichtes über seine vorjährige geologische Ruhland-Reise. Bonden verschiedenen nach dem internationalen geologischen Cougreß in Petersburg abgegaugenen Excurstonen batte fich Redner einer 60köpfigeu angeschlossen, die zunächst ein Steinkohlen- Vorkommen in Südrußland besichtigte, ferner ein unweit gelegenes reiches Queckstlberbergwerk, auch ein sehr ergiebige» Salzbergwerk in der Formation des Rothliegendeu (der Salz* Cousum ist in Rußland pro Kopf beinahe doppelt so groß, al» im übrigen Europa). Eine Reihe von Mineralbädern im Norden de» Kaukasus wurde besucht, bann die geologische Expedition von Wladikawkas au» auf der erst angelegten Grusinischen Heerstraße angetreten. Die dortigen Haupt- spitzen find richtige Vulkane, von denen Lavamassen und Moränen weit in die Thäler sich bewegt haben. Da» Volk macht einen ärmlichen Eindruck. Von Tifli» unternahm ein Theil der Gelehrten eine Excurfion nach Mingrelien mit seinen Jura- und Kreide-Schichten, Kohlenflözen usw. Weiter wurde in Baku am Kaspischen Meer, dieser Hauptstätte der Petroleum-Gewinnung mit mehr als 1000 Bohrthürmen, da» dortige ungeheuer reiche Petroleum-Vorkommen studirt, auch im Meere vorkommende, anzündbare und dann lebhaft brennende Gasquellen beobachtet ufw., und endlich ging e» nach der Krim, au» welchem Theile der sehr interessanten Reiseschilderung namentlich die großartigen griechischen Funde aus den Kuppelgräbern von Kertsch (jetzt in der Eremitage in Petersburg) nähere Erörterung fanden, nicht minder auch die südwestliche Krim mit ihren mittelländischen Gewächsen und berühmten Bädern. Redner hatte auf der dreimonatigen Reise inSgesamwt 16 000 Kilometer mit Eisenbahn und Dampfich ff zurückgelegt. — Die gestrige Versammlung, al» die erste im Jahre, war zugleich Generalversammlung, wobei zum BereinSvorfitzenden Herr LandeSgeologe Professor Dr CH eliu» gewählt wurde. Dem seitherigen Vorsitzenden, Herrn Professor Dr. Weis, der eine Wiederwahl durchaus nicht wünschte, wurde verdiente Anerkennung ausgesprochen. Der bestens prosperirende Verein zählt jetzt 207 Mitglieder au» verschiedenen BerusSkreisen und hat in seinem 16jäbr'gen Bestehen 150 Satzungen abgehalten. Offenbach, 10. Januar. In verflossener Woche fam einem Schlosser sein vor einer Wirthschaft in der Waldstraße koa Federl sehen werd'. Eigensinni wia mer wird, wenn manchmal alles über oan fimmt, geh' i trotzdem weiter und fimm auf die Kreuzstraß'n. I druck d' Aug'n zua, bamit mich der Zuafall aus'n richtigen Weg bringt und geh' weiter. Mein Feldmann lauft aber die rechte Straß'n voraus und i bin auf der linken. Wia i vor meiner hinschaug, da fimmt a Weib des Wegs. Na denk i mir, wenn's a Junge is, hat's nix'n z'sag'n, und iS a Alte, nacher schau i auf d' Seiten und geh' vorüber. Wir femma z'samma — richtig roar’5 a Alte. I will vorbei, da stellt sich die Alte in mein Weg und sagt: Grüeß Gott, wünsch' i, Herr Jager! Bin i da wohl aus'n richtigen Weg nach Trudering? Hast vielleicht g'moant, nach Sankt Leonhardspfunzen geht's da, Malefizhex? schrei i nun. Wo kimmst denn eigentlich her, weilst grad mich anfrahlst? I? i fimm von der Leich meiner Firmgötl, Sie frecher Mensch! Spricht der Kerl per Du mit mir! I bin selber von der Stadt Münka, so guet wia so a Staudenjager. Sie roerb’n was Nettes schieß'n mit Eahnern Kops, vielleicht a Nachteulen. Was sag i! Machst, baß 'D momentan weiter fimmst, Du alte Trub, ober i schieß Dir oans ’nauf, nacher hab i glei a Nachteulen. I mach Spaß unb thua 's G'wehr aufziahg'n — 's waren net a mal Kapseln draus — da schreit die Alte wia am Spie». I hab'» no a wengl g'schimpft und bin weiter. Nix'n hab i g'schoss'n d-n ganzen Tag und wia i abends in dös Dorf- wirthshaus z'rückfimm, sagt der Bürgermeister: Fritzi, dSS kann sich bös auswachsen mit der Frau 2)., Du bist angezeigt bei der Gendarmerie. Herr X. wurde zu zwei Geldstrafen von je 25 Mark verurtheilt. Restgnirt bemerkte er: I hab mirs glei denkt, daß die Dummheit recht schön ausgeht. Heut' Nacht hat mein Feldmann fortwährend g'hcult, um Mitternacht is d' Wanduhr steh'n blieb’n, der Erdschmiedl (Heinrichen) hat die ganze Zeit g'hammert und meiner Frau hat's von Eier und Aepfel träumt. Meinetwegen! Was kemma mueß, dö» fimmt, und wie's an Menschen aufg'setzt iS, so wird'S. — Unter den Kichern der amüfirten Zuhörer entfernte sich de: Berurtheilte. fich'»” n* *R$ jC 81* »** oiei“”®’“' W«®1! Untir W tii I« E fdH*.,. st--””'” ®h w *«'”! gpporot eine । M °°° W wahrend diese' sie von des, Trirphouleiill' rimnrt. rittet, die 3 feste Sruvdk kiozlltheilell. la'stg all; electrM die sie ungee mechanischer 6 nonlrt, und t soirlansende E -iS 10000 UH »jeder voll vo isi. Die Aad rattn ist ohne wirten. Ist i soll die feste 60 M her Nutzung deS! aber nicht ft phonisch stngi getheill wert Wohnungen, i an Orten frt n. s. lv. Msa Kategorie 1, f tragen. Die1 all private iff berechtigt fein, Benutzenden e tätlich steht (i Kunden und l Die Fra, nientSprchS, oalifit Gebühi auch in vielen New'Vsr!, da M der Abc bisher Berlin 4500, welche schrieben, daß dafür die üit absolut, eS st eine ober and der Miniwah tvelchru «an führen, Imme überhaupt ist, Ntm zu z hä8‘. Brrl «tschieden a riesigen 6nt| Methode, in: ü«tern bei fi !“ M «< il« 300 M, @lHiit btt (I Hiftr f! ’ ” n|4‘ "" r-Kch 58i«bfi * «fi s**# «, , 0 Uch uTi «i *1 sich d 52” Die Frage, ob eS richtig ist, statt eineß festen Abonne« arenlßpreiseß, für die Benutzung deß Telephonß eine jedeß- malige Gebühr zu verlangen, wird nicht nur bet unß, sondern auch in vielen anderen Ländern sehr lebhaft ventilirt. In Rew-Uor?, daß jetzt mit Stolz darauf hinwetst, die größte Zahl der Abonnenten zu haben, nämlich 21OOO, während dißher Berlin au der Spitze stand, wird der Zuwachs von 4500, welche daß letzte Jahr brachte, dem Umstande zugeschrieben, daß der festzuzahlende Preis sehr herabgesetzt und Lafür die Etnzelgebühr eingesührt wurde. Allerdings nicht absolut, eß steht im Belieben deß Abonnenten, sich für daß eine oder andere System zu entscheiden. Uebrigeos ist selbst der Minimalpreiß, der dort entrichtet werden muß und für welchen man daß Recht hat, 600 Gespräche im Jahr zu Mhren, immer noch ein weit höherer, alß er in Deutschland überhaupt ist, nämlich 300 Mk., während der nach dem anderen System zu zahlende nicht weniger alß 960 Mk. jährlich beiträgt. Berlin ist, soweit große Metropolen in Frage kommen, entschieden am billigsten. In London stellt sich, infolge der riesigen Entfernungen und einer zuerst beobachteten falschen Methode, durch die immer eine ganze Menge von Telephon' amtern bei fast jedem Gespräch in Bewegung gesetzt werden, Ger Preis recht hoch, und auch in Parts beläuft er sich auf Lber 300 Mk. im Jahr. Daß einzige Land, tu dem daß System der Etnzelgebühren vollständig durchgesührt, ist biß jitzt die Schweiz, und daß System bewährt sich außgrzetchuet, renn dieser kleine Staat ist in Bezug auf die Entwicklung Ser Telephonverbindungev in erster Reihe. Daß ganze, aller- 3tngß ja nicht große Entfernungen aufwetsende Land, ist mit «rtnem Telephonnetz überspannt, und daß Telephon wird dort ton Stadt zu Stadt viel mehr benutzt, alß der Telegraph. Telephongebühren. Unter den auf postalischem Gebiete geplanten Reformen, die in einiger Zeit zur Ausführung gebracht werden sollen, wenn der Reichßtag fttne Genehmigung dazu erth-ilt, nimmt die Ermäßigung der Telephongebühren einen hervorragenden Platz ein. Eß wird sich dabet um eine vollstän- k-ige Umgestaltung deß ganzen Gebühreushstems handeln, dte Gen Benutzern deß Telephons voraußfichtlich sehr willkommen ß:in dürfte. Die „Berl. Börs.-Ztg." bringt darüber Mit- «-eilungen, die augenscheinlich auß dem Retchrpostamt her- stammen und die Reform in folgender Weise sktzztren: „Sß Liegt eine gewisse Unbilligkeit darin, daß für einen Telephon- Äpparat eine Jahresmiethe von 150 Mark bezahlt werden rnuß, von dem ebenso, der Monate lang auf Reisen ist und während dieser Zeit den Apparat gar nicht benutzen kann, wie von dem, der Tag auß Tag ein fast ununterbrochen die Lelephouleitungen und die Telephoubeamtrn in Anspruch nimmt. Schon längst war deshalb daß Bestreben darauf gedichtet, dte Bezahlung der Telephon-Apparatmtethe in eine feste Gruudtaxe und in eine Gebühr für die einzelne Benutzung cinzutheilen. Es fehlte nur der Gesprächszähler, der zuver- * Lrsfig genug functionirte. Zahlreiche Versuche mißlangen, alle eleetrtschen Apparate zeigten nach kurzer Zeit Mängel, hie sie ungeeignet erscheinen ließen. Jetzt ist ein solcher mechanischer Gesprächszähler conftruirt, der automatisch sunc- tionirt, und bet jedesmaliger Benutzung des Telephons die fortlaufende Gesprächßzahl anzeigt. Dir Nummertrung geht i>iß 10000 und fängt, wie bei den Gasmessern, automatisch wieder von vorn an, sobald dte Ziffer 10000 überschritten ist. Dte Anbringung beß Zählerß au den Telephon-Appa- raten ist ohne erhebliche Kosten und Schwierigkeiten zu beteilten. Ist der Zähler vollends erprobt und eio geführt, so soll die feste Jahresmiethe für den Telephonanschluß auf 50 Mark herabgesetzt und daneben für die jedesmalige Be- »atzuug des Telephons eine Gebühr entrichtet werden, die aber nicht für alle Theilnehmer die gleiche ist. Die telephonisch Angeschloffenen sollen vielmehr in drei Kategorien gethellt werden. Die erste soll die Anschlüsse in Privatwohnungen, dte zweite die in Geschäftsräumen, dte dritte dte «tt Orten freien Verkehrs, wie Hotels, Restaurationen, Clubs n. s. w. umfassen. Die Gesprächsgebühr soll für dte erste Kategorie 1, für die zweite 2, für die dritte 3 Pfennig betragen. Dte Mitglieder der dritten Kategorie, dte gleichsam all private öffentliche Fernsprechstelle betrachtet werden, sollen berechtigt sein, für die Benutzung ihrer Apparate von den Benutzenden eine Gebühr bis zu 5 Pfennig zu erheben. Natürlich steht eß auch in ihrem Belieben, dte Benutzung ihren Kunden und Besuchern unentgeltlich zu gestatten." vermischtes. * Berlin, 8. Januar. Bet dem Brande der Borfig- tzchen Mühle tn Moabit am 31. December find annähernd <000 Lentner Mehl und 5000 Lentner Kleie verbrannt. Begünstigt von dem herrschenden starken Westwinde, fing um 20 Uhr auch der eigentliche Speicher Feuer. Die Mühle liegt hart an der Spree. Eß war ein großeß quadrattscheß Gebäude mit fünf Stockwerken und 13 beziehungsweise 34 Fenstern Front. Nur auf etwa zehn Meter Entfernung Sonnte fich dte Feuerwehr, dte in drei Compagnien mit 35 Löschzügen erschienen war, der colossalen Hitze wegen dem Ircnnenben Gebäube nähern. Ja bem Speicher lagerten annähernd 52 000 Centn» Getreide. Alle Anstrengung war ««sonst, nichts war zu retten, alß etwa 18000 Lentner «leie, dte in einem kleinen Wellblechschuppen westlich der Mühle lagerte». sichendes Fahrrad abhanden. Am anderen Morgen i stellte ec sich au der betreffenden Wirthschast auf die Lauer, um die von Heusenstamm ankommenden Radfahrer „adzu- fassen". Nachdem er mehrere Unschuldige angehalten, kam ein Mann mit seinem Rad angefahren. Dieser erhielt nun oon dem Schlosser arge Prügel und daß Rad wurde ihm abgenommen. Der Verletzte ist ein Maurerparlier aus Heusenstamm, der mit dem ihm bekannten Schlosser einen ^schlechten Scherz" gemacht haben will, den er jetzt schwer büßen muß, denn die erhaltenen Verletzungen find derart, daß er krank darniederlteat._____________________________ || . ft: ’S H •’*' »'n ” t|t büen. tw 8o:' ifl l unttinaba en «Roa ut Mnzrelieo nc w. titlejlijtn asw. 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Der Fall „Rantzau". , Jnspector BrunS veröffentlicht solgeude Berichtigung I der von unß übernommenen Mtttheilungen der „Hamb. )?achr.": „Eß ist unwahr, daß ich tn die Häuslichkeit beß kranken Fürsten etngebrungen bin, baß ich im Hause Frled- richßruh vor bem Gespräch mit bem Grafen Rantzau empfangen wurde, und daß daß gewerbliche Bedürfniß der Beschaffung geldwerther Neuigkeiten mich zu der Reise nach FriedrichSruh veranlaßt hat. Ich habe nur in der Pförtnerbude am äußern Gitter gewartet, bis der Pförtner meine ihm übergebene Karte dem Grafen Rantzau ober bem Dr. Lhrhsanber gebracht hatte. Nach etwa 10 Minuten kam Herr Dr. Chrhsanber in bte Piörtnerbube und sagte zunächst, er bürfe keinerlei Aukkunst geben, bemerkte dann aber, alß ich ihm die Londoner Depesche zeigte, der Fürst befinde fich nicht schlechter, ich dürfe jedoch unter keinen Umständen mittheilen, daß diese Auskunft von ihm komme. — ES ist unwahr, daß der Pförtner mir untersagte, den Grafen Rantzau anzureden. Im Gegenthetl sagte er mir, als Dr. Chrysander wieder inS Schloß zurückgekehrt war j und ich fortgehen wollte: „Da kommt Graf Rantzau selbst", \ und zeigte mir, wie er jenseits der Bahn den Hohlweg herunterschritt. Lediglich um bem Herrn Grafen die Depesche auß London zu zeigen und von ihm selbst die Form zu erbitten, in der ein Dementi der Familie erwünscht sei, redete ich den Herrn Grafen an. 4. Daß bte Ausdrücke beß Herrn Grafen, so tote ich fie sofort nach dem Zusammentreffen niedergeschrteben habe, wirklich gefallen find, bin ich bereit, jederzeit eidlich zu erhärten." Man wird nunmehr die Ver« Handlung des von BrunS angestrengten Beleldigungsprozeffeß abtoarten müssen. * In Berlin starb am 10. Januar infolge eineß Schlag- anfallrß (nicht, wie vielfach gemeldet wurde, infolge Selbstmords) der alleinige Inhaber deß Welthauses Rudolph Hertzog, Her Rudolph Hertzog, im Alter von kaum 46 Jahren in seiner Wohnung, Breitestraße 16. Nach dem Tode seineß Vaterß war er tn die Firma al« Teilhaber etvgetreten und führte fie feit April 1896 völlig selbstständig auf eigene Rechnung. Vor etwa vierzehn Tagen erkrankte er sehr schwer, das Leiden steigerte sich beständig, bis ein Gehirnschlag eintrat und dem Leben deS rastlos thätigen Manneß ein frühes Ziel fetzte. Herr Hertzog hinterlaßt von erbberech- tigen Angehörigen nur einen 17 jährigen Sohn auß erster Ehe. Die Fortführung deß coloffalen Geschäftsbetriebes, der unter der Leitung beß jetzt Verstorbenen fich nahezu ver- boppelt hatte, ist in ber bisherigen bewährten Art für Rechnung beß Erben unb mit betreiben großen Mitteln wie bißher gesichert. • Sin ganz Schlauer. Um feinen Bebarf an Roheiß billig zu becken, trug ein Bterverleger in Prenzlau feinen Keller voll — Wasser, in ber frohen Erwartung, daß recht halb Frostwetter eintreten unb fein Eiskeller bann fertig fein werde. Aber, was er erhoffte, trat leider nicht ein, baß Waffer bleibt Waffer. ES suchte fich weitere Bahn, brang in bte Nachbarkeller ein, wo die Kartoffeln, leere Faftagen unb was sonst schwimmfähtg war, fich lustig auf den Wellen zu schaukeln begann. Schluß: Großer Scanbal im Hause, Zuhilfenahme beß Gerichts wegen Regreßansprüche. Zum Patent bürste Herr L. seinen Eiskeller, obwohl tiefer neu unb eigentümlich ist, kaum anmelben. * Den Berliner Droschkenkutschern wirb mit Recht große Höflichkeit nachgerühmt; Weitgereiste behaupten sogar, baß fie in keiner anderen Großstadt gleich zuvorkommende Ross:- lenker angetroffen hätten. ES ist somit von Interesse, nach- zuipüren, aus welchen Elementen die Berliner Droschkenkutscher, namentlich diejenigen „erster Güte", hervorgegangen find, und da findet man die überraschende Thatsache, daß wohl gut d'e Hälfte ihren Beruf verfehlt unb nur durch allerlei widrige Umstände zu Peitsche unb Zügel gegriffen hat. Ehemalige Cavalleristen schlagen ganz natürlich mit Vorliebe eine Lausbahn ein, bie mit Pferdepflege verbunden ist- auch Handwerker aller Art fiod vertreten, denen hierbei ihr eigentliches Fach sehr zu statten kommt, unb ebenso Kaufleute jeber Branche, welche lange StellungSlofigkeit auf blefen nicht mehr ungewöhnlichen Weg gedrängt hat. Doch das ist Alles noch nichts gegen die „studirten Schwarz- unb Weiß- lacklrten". Unter den Berliner Droschkenkutschern befinden fich thatsächlich akademisch gebildete, heruntergekommene Leute, die mit Spitznamen wie „Doctor", „Professor", „Consistorial- rath" und ähnlichen in Kutscherkreisen allgemein bekann Hmnbrgr.Hpp. Bt. mtt.b. lÜOö 997$' 8 Die 0! minbeftenl Die 8 'Siinbe und! tovie unb s thirrischen ! 4. Obstbau 6. 9. Zeichnen. Wologisch Honorc H. Avtznorben a. Kursus Beginn c Reben ®, eine ffiod Älter voi Uutmld) yractischi chllch. 61 Tchülrr Bauniw Bezirks! Honorar b. Reprt Werte mb Z Obstbav Thrilue! 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