großes Lager in SM Bahnhof eingerichteter Hotel mit »* •y* LyÄä"«' $otlm* u« mk8fcte ei"Me W tikj in btnSM derPsndißndzmitzmdiirhM Kessel, KW. [•**£? "* »r- **•■"*• ^ Ss-« *5-5:- II d) meines Hause« OWni tl(. ine Preise bedeutend ermSßizl. m aller Art zu Aurverkausspreisen bttM irZi »mA 1« ginn, ftiüwt unb Kl« inner, ßlasöuGaSe». S»W-' s«§T?E Läi-be benern Sn-MM Verlegung. Wie dem hiesigen unb auiwark: daß ich meine Bäckerei - 58 nebenan nach _ Strasse 62 "BK Caft errietet habe. 3^ WM feiten« »°E biÜX »4 in meinem neuen Unteen* §oty#in8wo1 , ilh. Am«1»»* [erkeH01, 128 ZoiiM- ekhattMK 'n, Deccmöer. „i'i»ab: •, In »in Deutsche» Ueich. Berlin, 11. December. Dem Reichstage wird schon in rühster Zeit auch ein Gesetzentwurf über die Schulden. :gung de« Reiche« im Jahre 1899 zugehen. 8e» ii'.ntltch wird die SchuldentUgung im Reiche tm Gegensatz Ü derjenigen in Preußen, wo ein organisatorische« Gesetz -inen bestimmten Tilgungisatz für die Zukunft vorgesehen hat, iM Jahr zu Jahr geregelt. In den letzten beiden Jahren sich der betreffende gesetzaebcrische Vorgang so abgespielt, t,; vom Reichstage in den Gesetzentwürfen der Verbündeten Reiterungen immer die Summe eingestellt wurde, die für tat vorhergehende Jahr zur Schuldentilgung verwendet 08rbcn sollte. Für das Jahr 1896/97 wurde diese Summe 50 Millionen und für 1897/98 auf 37»/, Millionen st neffen. Daß nicht die Verbündeten Regierungen, sondern tri Reichstag die Bemeffung der Tllgungssumme zuerst vor- limmt liegt daran, daß er in der Lage ist, die betreffende Scrlaae zu einer Zett zu berathen, tn der das finanzielle ^-lebniß des jedesmal laufenden Etatsjahres mit ziemlicher Lsmuiakeit festzuftellen ist, während die Verbündeten Re- tiemnaen dies bei Einbringung des Entwurfes tm Anfänge >■ SdetltagifefRon nicht fiberfejen lönnen. — ßor Finanzlage des Reichs. Rach der Ueber. iüt der ReichSauSgabeu und -Einnahmen für 1897/98 Itlen der «trkltche Reinertrag der Zölle und Reichsstenern, Iw Urberschuß der Betriebsverwaltungen und die Ver» tn^ungSauSgaben zusammen rund 891 Millionen Mark be- r«eu. Die Jsteinvahme au» diesen Reichs ein nahmen über» iklrt den Etatsansatz mithin um über 93 Millionen Mark, zwar haben alle Einvahmezwetge einen den EtatSansatz ibmsteiaeudrv Ertrag geliefert mit Ausnahme der Reichs» iimvelabgabeu, deren Aofkommeo um 2,8 Millionen hinter !« EtatSavfatz -nrückblieb. Die Jsteinuahmen für das ver» irkene Rechnungsjahr übertreffen aber nichtnni den »tat« Lr,ä für dieses Jahr, sondern auch den für das lausende Jh houugSjahr, denn in den letzten RrichShauShaltSplan find die Dienstag den 13. December »r. 292 Erstes Blatt. Orschetmt Utfi4 ■ü lulneb». ki Die Oirge^er HewUUniritler ertien Sem Anzeiger Wöchentlich wUrmel kifdcfL Gießener Anzeiger v>crlei,ahr1>ch 2 «art 20 Pfg. msnnNich 76 Pfg. eu Brtngerlotz». ve, Pogvqu, 8 Wart 50 Psg. »ierleltttzrlich. Hi Injctgeo zu der Nachmittag« für den ^|rnT~ Lag cd*tecnbin$i«a«». Vieh«. 12. December 1898. - Bon bet UeherfHet. Da» Personalvetzeichniß der Stoßherzoglich Hessischen LndwigS-UniverfitSt zu Gießen für da» Winterhalbjahr 1898/99 ist erschienen. Die Hochschule wird besucht von im Ganzen 717 Btubtrenben. Davon stammen an» Hessen 472, Preußen 164, Bayern 87, Sachsen 2, Württemberg 8, Baden 4, Sachsen-Weimar 1, Sachsen Gotha 3, Sachsen-Meiuingen 1, Elsaß »Lothringen 4, Schaum bürg» L ppr 1, Rußland 7, Fivland 1, Oesterreich» Ungarn 9, Frankreich 1, Norwegen 1, Schweiz 1, Bulgarien 1, Nordamerika 8, Rieberländisch-Jndien 1. Nach ben Facnltäkeu geordnet, ist die Zahl der Hörer: Theologen 59, Juristen 195, Medieiuer 215, Philosophen 248. - An dem jattstischen FaeultrtSeramen be» lausenden Wintersemester» haben fich 44 Rrchticandidateu betheUigt. Hiervon haben 24 bestanden, und zwar 8 mit der Eensnr „sehr int* (2), 5 mir „gut* (8), der Rest mit „genügend* (4). von denjenigen Hanbibaten, welche die Prüfung nicht bestanden haben, find 12 im Verlaufe oder nach Beendigung des schriftlichen Examens zurückgrirettn, 7 haben die münd« ltche Prüfung nicht bestanden. Die Prüfung eines Laudidateu steht noch auS. • • Bisrnarckjaale. Mit begeisterten Worten wendet fich die deutsche Studentenschaft tu einem Ausrufe au das deutsche Volk mit der Aufforderung, auf jeder Höhe im Vaterlande, die in einem gewissen Bezirk eine Rundschau bietet, eine BiSmarcksSule zu errichten, bereu ®He ein Feuerfaual tragen soll, damit „alljährlich au Bismarcks Geburtstag uud wenn sonst uns ein vaterländische- Fest bescheert ist, nach Sonnenuntergang es fich von Berg zu Berg erhelle mit Flammenschetu, dem großen Kanzler zu Ehren, der fortlebt tu deu Herzen seines Volkes. Mögen treue Leser allerorten in unserer deutschen Hetmath fich regen, tu jeder Stadt, tu jeder Gemeinde ein Ausschuß fich bilden, die» Werk deutscher Dankbarkeit zu fördern". Die Studenten« fchast selbst will sür fich an einem hervorragenden Ort zwei Säulen, außerdem aber in jeder Univerfitätsstadt eine Säule errichten und fordert alle alten Akademiker und Alle, die deu idealen Bestrebungen der deutschen akademischen Jugend ihr Wohlwollen entgegeubriugeu, zu Beiträgen auf. Die Bismarck« säulen sollen möglichst einheitlich ausgesührt werden. Kosten« freie Zusendung des Entwurfes und der Kostenanschläge für die Säule verlange man von stud. med, G. Ellermauv, Bonn, Schänzcheu. Auch Anfragen find au diese Adreffe zu richten. • * Oberhesfifcher SefchichtSverein. Auf deu am 15. ds-, Abends 8 Uhr, tm Cas6 Ebel stottfiadtndeu Bortrag des H'.rru Geh. Hosraths Professor Dr. Siebrck: „Ueber literarische Händel in Gießen vor hundert Jahren" sei auch au dieser Stelle nochmals gebührend aufmerksam gemacht. • • Loucertveretu. Das dritte Coneert dieser Saison mochte gewiß von allen Kuvstfreuaden unserer Stadt mit großer Freude uud regem Jntereffe erwartet sein- brachte es uns doch Mendelssohns schönes uud ergreifende- Oratorium Elias, wohl das bedeutendste Chorwerk dieses genialen Tondichters, drffeu Aufführung überall von der sachmännischeu Kritik als musikalische Grohrhat anerkannt wird, wenigstens da, wo wirklich qualitativ uud quantitativ die geeigneten Kräfte fich zur Wiedergabe vereinigen. So glücklich nun jede Stadt zu preisen ist, die fich derartige Geuüffe leisten kann, um so wehr muß man bedauern, daß in einer Stadt wie Gießen, wo fich sonst alle Factoren für ein gutes Gelingen vereinigen, der einzig würdige Platz süe die Aufführung, die hiefige Stadtkirche, vom Kircheuvorstand verweigert worden ist. Ueberall in deutschen Landen, wo derartige Concerte stattfiaden, pflegt man die Kirche als deu geeignetsten Auf« sühruugspllltz vorzuzieheu, selbst da, wo genügend große Coucertsäle existireu, und noch nie haben wir vernommen, daß ein Kirchenvorstand ohne triftige Gründe das Gotteshaus zur Abhaltung eine- solchen Concerte- verweigert habe. Wa» über die im vorliegenden Falle geltend gemachten Gründe bisher au die Orffentlichkeit gedrungen ist, kann als triftig uud stichhaltig nicht bezeichnet werden. Hoffentlich bringen die demnächst hierüber stattfiudenden Verhandlungen Klarheit in die Sache und laffeu dieselbe so endigen, daß Gießen in Zukunft vor der beschämenden Thatsache, sür geistliche Eon- c rte keine geeignete Stätte zu haben, bewahrt bleibt. Was die gestrige Elia--Aufführung anbetrifft, so erfüllte fie tu der Hauptsache die Erwartungen, die wir von ihr hegten. Daß Steiu'S Saal, in dem das Coucert abgehalten werden mußte, den Anforderungen, die man an ein modernes Coueertlocal stellt, in keiner Weise wehr genügt, haben wir bereits mehr« fach erörtert, uud sprciell auf das Conto der schlechten acustischen Verhältuiffe mag heute das geschoben werden, was uns au der Aufführnug nicht völlig zu befriedigen vermochte. Da» Hauptverdieust um da- Ganze hat unstreitig Herr Uni* verfitätsmufikdireetor Trautmaun fich erworben, der die gestrige Aufführung mit ganz besonders großen Opfern an Zeit und Mühe ermöglicht hat und dem wir gern die Siegespalme zuerkeuueu. Das Orchester, die verstärkte Kapelle de» hiesigen Regiment», und der academische Gesangverein thaten ihr Beste-, um durch williges Eingehen auf die Intentionen des Dirigenten die Aufführung zu einer würdigen zu gestalten. Bon den Solisten erwähnen wir in erster Linie die Vertreterin der Altpartie, Fräulein Brügel aus Heilbronn, deren klang« volle- Organ die acustischen Schwierigkeiten de» Coucertsaals am leichtesten überwand. Fräulein Hubert aus Cöln fang die Sopranparthie mit feinem Berständniß und schöner Tongebung, doch schien un- ihre Stimme in der Höge diesmal spröder al» bei ihren früheren Gastrollen in Gießen. Für die au dramatischen Effecten reiche Eliasparthie erscheint uns das kraftvolle Organ des Herrn Sisterman- etwas schwer- wenigsten- schien uu- der geschätzte Künstler in der Wiedergabe der verschiedenen Recitative mehrfach sichtlich Mühe zu haben. Ja der Wiedergabe der Arien leistete er Vorzügliches uud glauben wir somit nicht irre zu gehen, wenn wir die Hauptstärke de- Herrn Sisterman» im Lieder- und Arieufach suchen. Die wenig dankbare Tenorparthie hatte Herr Kammersänger Pichler übernommen, von dem wir überzeugt find, daß er unter befferen acustischen Berhältutffen fich weit größere Shmpathieen in Gießen ersuugen hätte, al» e- gestern der Fall war. Am Schluß unserer Besprechung betonen wir nochmals, daß namentlich die Leistungen de- Chors mustergültige waren und daß die ganze Aufführung in der Haupt* fache nur den Wunsch nach einer würdigeren Stätte offen ließ. Pr. • • -dt. Stadttheater. Die am Samstag Abend als BolUvorstelluug gegebene Aufführung de» „Talisman" war ziemlich gut besucht. Die Darstellung kann leider nicht in allen Theilen als mustrrgiltig bezeichnet werden, was man doch bet einer Volk-Vorstellung erst recht erwarten darf. Herr Merker al- Owar, Herr Wilhelmi als Habakuk, desgleichen Herr Walter als Diomed, Herr Liebscher als Berengar und Fräulein Pauli als Rita standen auf der Höhe, Herr Dietzsch als Astolf und Fräulein Würdig als Maddaleua befriedigten weniger. Herr Werner war als Haushofmeister völlig in seinem Element- die übrigen (Darsteller gaben fich redlich Mühe, ihren Rollen gerecht zu werden. * • Stadttheater. (Sin paar recht vergnügte Stunden wurden gestern Abend gelegentlich der Aufführung der Operettenpoffe „Unfete Marine" von Mannstädt mit Steffen'scher Mufik den Theaterbesuchern geboten. Der Inhalt de» Stückes au und sür fich ist wie die meisten derartigen Machwerke ziemlich flach. Aber eine flotte Sprache, ge« schickt angebrachte Coupletts und nicht zuletzt die sür hiefige Verhältuiffe großartige Ausstattuug verhalfen der Poffe zu einem vollen Erfolg. — Bon deu Darstellern gefiel uns am besten der Vertreter der Hauptrolle, Herr Wilhelmi, als Friseur Kanuapel, der auch technisch seinem Handwerk alle Ehre machte. — Bon den Damen ist in erster Linie Fräulein Helene Schuhmann al- Flora zu neunen, die fich sowohl durch angenehme Stimme als auch durch packende- Spiel und glänzende Erscheinung au-zeichnete. Ihr reihten fich ebenbürtig an die Damen Fräulein Sitar di al- Selina und Frättetn Pauli al- Naschka. — Ganz besondere Erwähnung verdienen noch die Herren Merker al- Hau- Heller und Liebscher al- Föppel. Weniger in seinem Element schien Herr Dietzsch zu sein. — Der Chor „Unsere Marine" gelangte unter Mitwirkung einiger Mitglieder des „Bauer'scheu Gesangverein-" gut zu Gehör. — Der Besuch war in Anbetracht der verschiedenen Veranstaltungen, die gestern stattfanden, ein sehr guter. —e — M Stadttheater. Felix Philippi'- neue- sensationelles Schauspiel „Das Erbe" wird Dienstag den 13. d. M. nochmal» ausgesührt. Der durchschlagende Erfolg der ersten Aufführung wird ohne Zweifel auch der zweiten einen regen Besuch sichern. — Mittwoch geht als Bolksvorstelluug Lesfings „Minna von Barnhelm" in Scene. * * Coucerlverein. Die Mitglieder de- Concertverein- seien ans die morgen, Dien-tag, um 8 Uhr, im oberen Saale de- Casö Eb'l stattfiudeude außerordentliche Generalversammlung ausdrücklich aufmerksam gemacht. Die Aufführung des „Elia-" am Sonntag in Stein- Saal hat denn doch schlagend bewiesen, daß diese Räume für weihevolle Darbietungen absolut ungeeignet find. Wollen die Mitglieder nicht dauernd auf ernste musikalische Genüsse verzichten, so wögen fie zahlreich die Versammlung besuchen und dadurch bekunden, daß ein allgemeines Interesse vorliegt, zur Kirchenmusik auch die Kirche benutzen zu Nhfen. r* Der hiefige technische Verein befaßte fich in einer zu diesem Zwrcke einderufenen Versammlung eingehend mit dem in Nr. 275 d. Bl. „Zur Verbesserung der Gießener Eisen« bahuvrrhältuiffe" überschriebenen Aufsatz und kam zu folgendem Ergebuih: Es wurde dankbar begrüßt, daß der genannte Aufsatz eine wiederholte Anregung gegeben hat, Schlitte zur Beseitigung der in unseren Eisenbahn* und Bahnhofs- verhältniffen in hohem Maße vorhandenen Mißstände in Erwägung zu ziehen. ES wurde nicht verkannt, daß ein Theil der Vorschläge wünscheuSwerth erscheint, daß aber auch ein Theil deffelbeu auS technischen und wirthschaftlichen Gründen auf ganz bedeutende Schwierigkeiten stoßen wird. Die Einmündung der oberhesfischen Linien in die Linie Frankfurt— Caffel im Süden bezw. Norden der Stadt ist schon vielfach tu Erwägung g'^gen worden, da die dermaltge Führung dieser Linien zur Zeit thatsächlich eine schwere Schädigung einer unserer schönsten und verkehrsreichsten Stadttheile bildet, doch dürften auch nach wie vor diesem Projecte schwere Bedenken entgegenstehen. Nachdem nach Fertigstellung der im Bau begriffenen umfangreich ru Geleiseerweiterungen innerhalb des Bahnhofs das Rangiren nicht mehr auf den die Frankfurter- und Liebigstraße schneidenden Geleisen stattfinden wird, dürfte die Hauptverkehrsstörung beseitigt sein. ES dürfte daher weder die Stadt noch die Eisrnbahnverwaltuug veraulaffung haben, wegen der wohl zur Zeit noch bestehenden, in absehbarer Zeit aber beseitigten BerkehrSsthruugeu ganz außerordentlich hohe Opfer zu bringen. Ebenso besteht nicht das geringste Bedürfniß in der Nähe de» Bahnhofs neues, jedenfalls enorm theures Bauterrain aufzuschließen, da durch den neuen Stadtbebauungsplan für viele Menschenalter günstigeres uud preiswürdtgereS Bauterraiu geschaffen wird. Die Verlegung de» CentralbahuhofS an die Stelle der jetzigen Anatomie ist, selbst wenn durch Abtragung der Gebäude des jetzigen Hauptsteueramts Anlagen geschsffen würden, nicht angängig, da diese Stelle keine genügende Ausdehnung in der Tiese gestatten wird resp. die in gerader Linie weitersührende Bahnhos-straße nicht den Verkehr vor dem Bahnhos aufnehmeu kann. Daß die jetzigen Bahnhoss- verhältniffe sehr mißliche find und alsbald Abhilfe geschaffen werden muß, ist der Eisenbahnverwaltung sicher bekannt und wird dieselbe auch hoffentlich die Verlegung des Bahnhofsgebäudes in- Auge gefaßt haben. • • Oberhesfifcher Verein für Natur« und Heilkunde. In der Sitzung am 8. Decernber sprach Herr Privatdoeeut Dr. Köppe über die künstliche Ernährung des Säuglings und gewiffe Nachtheile dieser Ernährung. Entgegen der oft geäußerten Anschauung, daß heutzutage die künstliche Ernährung der Säuglinge ebenso leicht und sicher fei, als die natürliche, führte der Redner auS, daß eß nicht an dem sei, vielmehr immer noch die natürliche Ernährung an der Mutterbrust das beste ist, und eine künstliche Ernährung die natürliche als die normale, zum Vorbild zu nehmen hätte. Neue Methoden, nach denen sowohl die natürliche, wie die künstliche Ernährungsweise untersucht werden, geben Ausschluß darüber, daß zwischen beiden Ernährungsformen noch keine Uebereinsttmmuug besteht und auch, wie Nachtheile der künstlichen Ernährung vermieden werden können. Die Untersuchungen deS Vortragenden beziehen fich auf den Salzgehalt der Frauen- und Kuhmilch uud erfolgten durch Ermittelung der Gesrierpunktseruiedrigung und der elektrischen Leitfähigkeit beider Milcharten. Der Bortheil dieser Unter« suchungsmethoden liegt unter Anderem noch darin, daß nur wenig Untersuchungsmaterial nothwevdig ist, also von der ' Frauenmilch mehrere Proben eines Tages gesondert untersucht f werden konnten, während z. B. die chemische Analyse viel Material braucht, und daher die Milch des ganzen oder mehrerer Tage gemischt zur Untersuchung kommt. Die praktischen Ergebniffe der Untersuchungen laffeu fich, kurz zu- sammengefaßt, in folgendem wiedergeben: Bei der natürlichen Ernährung an der Mutterbrust erhält der Säugling 1. zu den verschiedenen Mahlzeiten ganz verschiedene Mengen Milch, 2. ist die Milch der einzelnen Mahlzeiten verschieden in Bezug auf den Gehalt au Molekülen insgesammt, verschieden in Bezug aus den Salzgehalt, 3. bestehen größere Unterschiede in der Milch verschiedener Tage in diesen Punkten und 4. noch in Bezug ans den Gehalt an Eiweiß, Fett und Milchzucker. Im Gegensatz zu dieser reichhaltigen Abwechselung zwischen den einzelnen Säuglingsmahlzeiten bei der nmüt- lichen Ernährung ist die ans Kuhmilch im Soxhlet Apparat nach Vorschrift bereitete künstliche Säuglingsnahrung eine höchst einförmige und einseitige, da die Marktmilch, weil die Milch vieler Kühe gemischt wurde, eine außerordentlich gleich- mäßige, fich gleichbleibende ist. Da nun eine eintönige, einseitige Ernährung, auch wenn fie reichlich ist, bei Erwachsenen KrankheitSerschwerungan hervorrnst, wie z. B. da» Auftreten von Scorbut auf Schiffen, in Gefängnissen u. s. w. beweist, so liegt es nahe, sür die Gesundheitsstörungen der Säuglinge, welche mit Dauermilch genäbrt werden, für das Auftreten von Dyspepsien, Anämie, Obstipation und vor Allem der Barlow'schen Krankheit, de» Scorbut» der Säuglinge, diese falsche Ecnährung verantwortlich zu machen. Bei einer Umfrage unter 300 Arrzten konnte Prof. v. Starck (Kiel) ebtn» falls nur diese Ursache beß Entstehen- der Barlow'schcn Krankheit ermitteln. Für die Richtigkeit dieser Annahme spracht auch die Heilung der Krankheit bei einer Aenderung der Ernährungsweise. Während dieser Nachtheil der künstlichen ■ Ernährung wie er bekannt ist, fich leicht vermeiden läßt, haben die Untersuchungen außerdem noch dargrthan, daß l merkliche andere Verschiedenheiten drr Frauen- und Kuhmilch 5 bestehm, deren Beseitigung zur Zeit noch nicht möglich ift. Solange aber die künstliche Ernährung der natürlichrn nicht absolut gleich ist, solange kann ohne gewichtige Gründe eine Mutter von ihrer Pflicht, ihr Kind selbst zu nähren, nicht entbunden werden. • • Hessischer Laudwirlhschaftsrath. In den Tagen vom 4. bi- 7. Januar 1899 findet in Gießen aus Veranstaltung de» Hesfischen Landwirihschast-rath- ein Bortragseurs für praktische Landwirthe statt. ES werden hierbei von ersten Autoritäten und Sachverständigen Vorträge über die derzeit wichtigsten Fragen des laudwirthschaftlichen Betriebe» gehalten. Die Vorträge find jeweils Vormittag- von 10 bi« »/41 Uhr, hieran anschließend Di-cnsfionSstunde zur gegen- fettigen Aussprache der CurStheilnehwer unter fich und mit dem Referenten finden Nachmittags von 3—5 Uhr statt. Die TheilnahrnegebÜhr für sämwtliche Vorträge beträgt 5 Mk. Programm und Theilnehmerkarten find zu erhalten von der Geschäftsstelle de» Hesfischen Laudwirthschaft-rath- in Offen« bach a. M., Löwenfiraße 4. nn. Darmstadt. 11. Decernber. Heute Morgen um 10 Uhr traten die Delegirten der Gewerbe.Vereine von Arheilgen, Darmstadt, Eberstadt, Griesheim, Nisder- amstadt, Roßdorf, Pfungstadt und Traisa im weißen Saal der „Stadt Pfungstadt" unter dem Vorsitz des Spenglermeisters Rockel zusammen, um den Bezirks-Verband Darmstadt der hessischen Gewerbeoereine zu gründen. Rach erfolgter Berathung der Satzungen und Bildung des Bezirks Ausschusses wurde Weißbindermeister Hillgärtner-Darmstadt zum Bezirks- Vorsitzenden und Weißbindermeister Grund-Pfungstadt zum Vertreter des Verbandes im Landesausschuß gewählt. Zum Stellvertreter desselben wurde Schloffermeister Ewald-Roßdorf ernannt. — Die Binger Baugewerbeschule in der Zahl von 100 Schülern und 9 Lehrern traf heute Morgen zur Be« sichtigung der Techn. Mustersammlung des Museums der techn. Hochschule sowie des städt. Electricitätswerkes hier ein. Die Mitglieder des Gewerbevereins hatten die Führung der jugendlichen Gäste übernommen. A Mainz, 11. Decernber. Ein M.ßgriff der hiefigen Cnmmalpolizti, der einen Selbstmordversuch zur Folge hatte, bildet feit einigen Tagen hier das Tagesgespräch. Auf Grund der Denunciation eines jungen Mädchen» wurde am verflossenen Donnerstag ein hier fett Kurzem in Dienst befindlicher Schutzmann Namens Müller wegen eines angeb. lichen Sittlichkeit-Vergehen- durch die Criwinalpolizei gefänglich eingezogen, aber den anderen Tag auf Beranlaffnng der Staatsanwaltschaft sofort wieder in Freiheit gesetzt, da er feine Schuldlosigkeit vollständig Nachweisen konnte. Der verdächtigte Schutzmann Müller unterhielt mit der Familie des Mädchens, welches ihn benuncirt hatte, ein freundschaftlichrs verhältniß, und war die Denunciantin dem Beamten auch ziemlich zugethan, bis fie vor einigen Tagen ersuhr, daß er eine Braut habe, woraus die Denunciation gegen Müller wegen Nothzuchl erfolgte. Gestern that nun da» Mädchen, von dem die Denunciation ausgegangen war, einen verzweifelten Schritt, e» vergiftete fich mit Phosphor, und liegt nach Ansicht der Aerzte hoffnungslos darnieder. Ob das Mädchen sich ans verschmähter Liebe oder aus Furcht vor der zu erwartenden Strafe zu ihrem Handeln hat bewegen laffeu, ist vorerst noch unaufgeklärt, doch hat die Selbstmörderin ein verschloffenes Schreiben mit der Aufschrift: „Nach meinem Tode zu öffnen" hinterlaffeu, welches vielleicht zur Lösung des schwebenden Räthsels beitragen wird. Das Schreiben wurde der Behörde behändigt. A Mainz, 11. Decernber. Bezüglich des jüagst erwähnten, von anderer Seite jedoch bestrittenen Verkauf» des Casteler Festungsgeländes wird uns von unserem Ge« währsmann mitgetheilt, daß ihm in Folge direkter Anfrage bet der Quelle, ans welcher die ersten Andeutungen kamen, die Mttthetluug geworden, daß die Firma v. d. Hehd, Kersten & Cie. in Elberfeld durch Mittelspersonen wohl mit de« MilttärfiScuß wegen Erwerbung de» Casteler FestungSgeländes t unterhandelt habe, diese Verhandlungen aber noch zu keinem & Aft > * KK: -LK.^ a n11 >° ÄV!L^ T-Hck i, ■JS® »ahn m 'MumZu.'“’Mti«, 681 RiiefM j_ ,611 lrt nib lünHHt 5.™8'?iltt.8p|,Q,c •“l'-ÄS*'« :rv«*ÄÄ‘ -ervorrvst wie.'« SSSt:.«S xTL^' b‘ 6tati (RitOtb» dkS Evtftrhttl« dn Batloe’jia l« Wfihit dieser Slillshm^jE Meli bei itewyj wb dieser Nachthtil der fönfrlita nnt ist, fiih leicht vemeideo li^ D verdenk noch iorgt^an, ty ^kttra der Franro- uod SahMf I zur ßtlt noch nicht möglich i^ t Wgrung der oatürlichea nl hnn ojtie gtö^ttgt S.ü-de tim Hr selbst zu Mreu, uichi Mchttch. )u beu Lazu r-i M iu Glrstru anf Bnonfci- / lasttratht ein 8ortraglcnii;;t the statt, Et tverdro hierbei:'.! Sachverstülldigea vomäze Hin in a bei laodtvirthschistlicheo Wti filld |!»{{[< 8 HffllUQgi voll 10 W ietzeud Dtttllsfivllistlutbe zor ffp Lurttheilllehwer unter flch aut iü achwittag« Don 3-5 Hjr flatt. Die Mwtltchr vortlSze beträzt 5 W merkarteu find p «W ^,la itoL-odtvirthschasttlB urb e*Ernto^w" W< »■ hrern tta 0 Mseuini der &$*“* Minen. t\s der hiestt" «der. M ition ttoti W> ’ l0 cm t«t >ta & t «i«tto* "T, LS'sS; Knmiel« »'«' bie »««"".,5 lrt“t6A«««lwÄ4i|e ), ®0< h.| jftö^ u «..üglich b,,,2taöf<: lS°"' ,« , b«6 *I’juxK Abschluß geführt, sondern nur da« Resultat bi« jetzt gehabt SStten, von der Militärbehörde drft,»mte Angaben übet die Höhe de« Preise«, welche für da« frtteetbenbe Gelände ver- Ringt wird, zu erlangen. D rfer Prri« bttf? sich wir der ^ngst al« Kaufsumme angegebenen Z ffer von 3 250000 SIL Kus Grundlage dieser Summe «erden j.tzt weitere verhand» Zungen fsiührt. △ «al Rheinhesten. 11. Dec «der. »d dem dem- 2Lchsti^en Lötederzn'ammentrttt werden die Regierung unb die Sogforbnettn mir iinem ganzen Strauß Bahnprojeete 'iic Rheinhessen beglück!, zu welchen toeitedfe ichon die Bor- beiten vollendet find. Da« hauptsächlichste dieser Pros cte 'st eine Linie Rom and—Oppruheim—Rlerftein, die auf der röten Rheinfette direkt nach Darmstadt fortgeführt werden ol. Nach der anderen Seite zu soll.die Bahn über Unben« 4c m, Armsheim bi« Kreuznach gehen. ' '/ «al RheiaheßeN. S. Deceniber. Auch in diesem Jahre nicht fich bet« Herannahen de« Jahre«wechselS ein empfind- er Mangel au landwirthschaftlichta Dienstboten be* m ekbar. Trotz der höchsten Löhne ist es den L-ndwirtheu sicht möglich, Dienstboten zu bekommen. Jungen Leuten an« Gebirgsgegenden ist dtßhalb Gelegenheit gegeben, bei gutem verbimst bauernbe Stellung zu erhalten. — Ja Worms Dtrb za« Aabeukeu an bie Veteranen de« Srlegsjthre« 1870/71 ein große« Denkmal errichtet. Dasselbe soll gegen- ibet dem Denkmal für weiland Sroßherzog Ludwig IV. zu Lehen kommen. — Ja den meisten Landorteu herrscht noch »er Gebrauch, die Tobten mittelst Bahre hinauszutragea. L is Anregung der Kreilgesundheitsämter einzelner «reise Vaden nun viele Gemeinden die Anschaffung von Todtenwageu Geschloffen. Xms bei leU Rf bie Astt. Vor 82 Jahren, am 13. December 1816, wurde ta Benthe bei Hannover der Ingenieur unb Physiker Ernst Werner Siemens geboren. Er erfand dynamo-electrische Maschinen, Typendrucklelegraphen, electrifche Eisenbahnen und ist der Erbauer der ersten unterirdischen Telegraphenleitung von Berlin nach Frankfurt a. M. Siemen« starb am -6. December 1892 in Berlin. Xtorari • Berichtigung. In der unter der Spitzmarke „Das Licht der Zukunft" erschienene Notiz in Nr. 290 diese« Blatte« soll e« heißen statt 6 bi« 30 Flammen, 6 bi« 2000 Flammen, was wir auf Wunsch der Firma Acetylen- Apparate-Fabrik Gießen hiermit richtigstellen. • -r. Krouhauseu. 6. December. Heute Abend gegen 10 Uhr trabte ganz gemüthlich und fröhlich wiehernd ein führerlose« Pferd durch die Straßen unsere« Orte«. Der «knecht eine« Gießener Pferdemetzger« zog mit eingekauften Pferden durch unser Dorf. Unterwegs war ihm unbewußt ein solche« au« der Leine gekommen, da« nun feinen Weg hierher nahm. Durch sein laute« Wiehern zog e« Zuschauer hinter fich her, die e« denn auch unweit de« Dorfe« beim »bracker Brunnen- einfingen und in die Wirtschaft „Zur Krone* zur Verfügung stellten. Erst in dem s/i Stunde von hier entfernten Odenhausen wurde - der Knecht auf da« iehlende Pferd aufmerksam. Unverzüglich machte er sich auf )en Weg nach Fronhausen, wo er sein Pferd wieder erhielt. • Bein, 8. D.cember. Heute wurde eine Probebelastung der neinn Rheinbrücke vorgenommtv. Richt v-niger al« 180 Wagen, die mit ihren Lasten je 70 bl« 100 Srntatr wogen, hatte man in drei Reihen aus der vtttte öffaung der »rüde ausgestellt. Der Rückgang, den bie Durchbiegung durch diese ungeheure Schwere e fuhr, betrug, wie die von Professor »oll von der laodwirthschaftlichen flcQbemie zu Poppelsdorf vorgenommene Ntvellirung ergab, Iß Millimeter, beträchtlich weniger, al« nach der Bor- rerechnuog erwartet worden war. Es ist da« ein glänzenbe« Z ugniß für bie Tragfähigkeit der »rücke und wird auf überängstliche Gemllther eine beruhigende Wirkung nicht :>rrfebleu. • Ein bemerkenswertes TrncherkAvststück vollbrachte Lyarles D. Myer« von Cleoeland, dem es in der Tunder- bay gelang, bis 68’/» Meter tief hinabzusteigen. Nach Siebe btträgt die größte Tiefe, die ein Taucher durchschnittlich n reicht, 63 Meter, was einem Drucke von etwa 40 Krlo ruf den Quadratzoll entspricht. Ein Taucher Namen» Hooper ;,ng siebenmal bis auf 42 Meter hinab, wobei er das Schiff .Lope Horn* anffand, da« an der Küste Südamerika« versunken war. Einmal blieb er dabei volle 42 Minuten unter d m Wasser. — Em anderer Taucher, Namen« Lambert, der he Wertsachen de« spanischen Postdampser» Alsonzo XII. zu bergen hatte, mußte 54s/i Meter hinunter gehen. 24 Meter taucht »cder geübte Taucher. SpitlplM itr »rrtmigftn frankfurter Stahttfirater. CpcrtUau» Diev»l«g dm 13. December: Stumme von Portici. Mittwoch dm 14. December: Dritte« Abonnement-Concert unter Mitwirkung von Pablo de läetafele. Donnerstag dm 15. December: Zu BeethoomS Geburtstag. Fidelio. Freitag dm 16. December: Zu Webers Geburtstag. Der Freischütz. Samstag dm 17. December: Der Opernball. Sonntag dm 18. December : Tannhäuser. tjgmtfHrtbintfi Dienstag den 13. December: Zaza. Mittwoch bat 14. December : König Lear. Donnerstag dm 15. December: Im weißen Rößl. Freitag dm 16 December: Zaza. Samstag dm 17. December: Der Hültenbesitzer. Sonntag den 18 December, Nachmittag» 3', Ubr: EircuSleute. AbmdS 7 Uhr: DaS Erde. Montag dm 19 December: Die Räuber. Derfdyr, Cattb* unb VMfswirtbfd?aff< •rftOtt», 10 Decbr. Fruchtpreise 9Brt|atX 16,40—16,70, Jtorn X 00,00—00,00, Gertz« X 15,32-15.50, Hafers 13,20-13,60, Erbsen X 18,00-10,00, Ltnsm X 00,00—00,00, Wicken X 13,00, Lain X 00,00, JUrtoffdn X 7,00—0,00, Samen X 00,00—OO/X). Wiffenfcbaft, CUeratox unb ««"ft. 3m Anlage von H. May Nachiolger in Lauterbach (Hefim) ftnb folflenb« zwei Werke rrtchimm und soebm zum Per- sandt gekommen. 1. Die Hexa von vingenhei«. Oderhesfischer BolkSroman aus bat Zetten der Hexmvro»effe. Mit Benutzung der vorbandmm Originalacten <1652 di« 1660) b eibriitt von Schäser. 1. Der wilden Krauen «estützl. (Der welle Fr« GestäulS ) Oderhesfischer BolkSroman au» dm Zeitm der deuischm Bcfreiung«- kriege (1807 MB 13’4) von Gg. Schäfer. Die erste der beiden hier angezeizten Er,ählungm wird manchem Leser detz .Siehener Anzeiger», noch in guter Erinnerung sein. Sie erscheint jetzt zum ersten Male in Buchtorm, ein Unternehmm, da» wir nur begrüßen können Der Dersaffer schildert unfl «ul Gruvd der Originalactm die greulichm Erscheinungm, die der Hexmwadn de« 17. Jahrhundert» leider auch in unserem engeren Baiellande gezeitigt hat. Seine Darstellung ist hi-rin historisch getreu, ober I umso ergreifender, da er e» verstanden hat, seinen Gestalten warm pulstrmde» fieben einzubauch'n und Re un» hierdurch mmschlich nahe zu bringen. Mit groß-m Mttgefühle foigm wir den Schicksalm der ^Hexe^ unb freuen un» über ben mdlichen öteg, zu dem treue Liede unb selbstlose Freunbschast ihr verhelfen. DaS zwttte der obengenannim Bücher mochten wir lieber ein Ledmtzbild al« einen Roman nennen, umsomehr, al« sich der Eharacter de» Helden ntchi erst im Laufe der Handlung entwickelt, sondern von vornherein feststeht. Auch geräth der Heid nicht in Lonfllct mit sich selber: klar, fest unb ruhig ein ganzer 2)tann, schreitet er durch das Lcbm und fast selbstverständlich ist c», daß ihm Neid unb Verleumdung aus die Dauer nich!« anhaben können. Auch in diesem Buch weiß der Berfaffer an das Menschenher, zu rührm unb ihm eine ernste Mahnung an da» Vergänguche, aber auch ein hoffnungsvolle» Trostwort zuzurufen. lief ergrelfenb wirkt die Schilderung vom Tode der Gattin d«S Helbm, dem ersten vernichtenden Blitzstrahl, der in eine bi» dahin selten glückliche Familie einschligt, unb dem bald weitere Schläge folgen sollen. Versöhnend mit diesem herben Schicksal wird gerade sein Hereinbruch der Grund zum Emporsteig-.n unb künftigen Glück be6 Helden und seiner Fa« milie. 98at diesen Erzählungen für unS ganz besondere» Jnterrffe verleibt, ist brr Umstand, daß Re beide aus heimischem Boden sptelcn, die erste E.-zähluna ganz, die zweit« in ihrem et Ren unb iheilweise auch im zweiten Theil. WetterauischeS Leben und Wetterauer Art wirb hier treff-nb geschilbert. Wcnn wir auch bie Milberung mancher AuSbrücke gewünscht hätten, so müssen wir boch unbedingt zugeben, baß das geschilderte Volk so denkt und spricht. Dabei liegt ein warmer von Herzen kommender Humor über der ganzen Dar- stellung, der alle Derbheiten in sanfterem Lichle erscheinen laßt. Vorzüglich gelingem dem Verfasser z. B. auch die Schilderungen be» jüdischen Leben», dessen Eigenihümlichkeiten, gute wie schlechte, der Verfasser neben vollkommener Beherrschung de« hebräisch deutschen DialectS genau kennt. Einen großm Vorzug beider Bücher bilbet aber ber wahre unb aufrichtige Patriotismus, bet durch ihre Zeilen geht, mag btt Verfasset von der Treue be« Hcssenoolke» reben, mag er in kräftigen Zügen bie ruhmvolle Erhebung Deutschland» am Beginne unsere» Jabrhunbert» schllbetn. Gerade hierdurch werden beide Bücher zu Volksbüchern, denen wir bei ihrem billtgen Prei» unb ihrer guten Ausstattung von Hetzen weite Verbreitung wünschen. — In kurzer Zeil Bauchredner! Praktische Anleitung zum erfolgreichkn Selbstunterricht in der Bauchredekunst. Nebst einem Anhänge: Da» Nachahmen von Thierstimmen, MuRkinstrumenten u. A. P. attische Regeln, UrbmigSoorträge, Täuschungsstücke rc- Von Adolf «gmann. Elegant geheftet. Preis Mk. 1,20. Schwabacher'jche Verl.gSduchhandlung in Stuttgart. In dieser Schrift wird zum ersten Mal dne vollständige und syst'inaiisch ausgebaute Lehre der Bauchrtdekunst geboten, indem der Vorgang de» B uchredenS in seine Elemente »erlegt unb Jeder, der normal sprechen kann, in Stand gesetzt wird, in sechs überaus leichten Lectionen bie Bauchrebckunst schnell unb oollstänbtg zu erlernen.___ Kirchliche Anzeigen der Stadt Giefzen. E v a u g e l i f ch e Gemeinde. Montag den 12. December, AbendS 8 Uhr: Bibetstunde im 6onRrmanbcn)aaI der Johanneskirche. Apostelgeschichte 3, 11 ff. Pfarrer Euler. . Am Sonntag, den 18. December, 4. Advent, Nachmittag» 4 Uhr, kirchliche ChtistbescheetungSfeier der Kleinku^et-Bewahranstalt in der JobanneSkircke, zugleich GemeindegoiteSdiMst. MtitfenacbrldrtciL «ordbattscher Llotzd, tn Gietzm vertreten durch die «ge»t« C-'l Loo» und Z. M. Schulhof. _ Bremen, 10 Decbr. scher transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Weimar, Eapitän F. Mentz, vom NorddeutsLen Utw in Bremen, ist gestern 11 Uhr Vormittag» wohlde-alten in Rew rJon angekommen. Neueste Nncstrichten. £ ax'dx» he» Buren .Herold*. verlln. 12. December. Der Kaiser empfing gestent Mütag 12>/, Uhr das Präsidium de« Reichstage«. Beim Willkommen reichte der Kaiser den drei Herren bie Hand. Er sprach sich zunächst erfreut über ben Verlauf und über den Schluß der Sitzung au«, in welcher da« Präsidium de» Reichstage« constüuirt wurde. Dann ging der Kaiser auf die internationale Situation ein. Er betonte, obwohl Deutschland mit allen in Betracht kommenden Mächten auf ftiedl chem und freundschaftlichem Fuße stehe, sei doch große Aufmerksamkeit erforderlich wa« ja auch jeder Laie einsehe, und fei e» deshalb nothwendig, die vor- geschlagenen Vervollkommnungen und Ergänzungen der Armee herbeizuführen. Was vorgeschlagen fei, wäre freilich wenig, aber er hätte zur Schonung der Steuerkraft des Landes nicht mehr vorschlagen lassen. Dann ' prack der Kaiser mit Be- ftledigung von seiner Palüftinareise, worauf Graf Ballestrem dem Monarchen die Glückwünsche zu dem Verlaus der Reise Namens des Reichstags aussprach. Am Schluß der Audienz, welche drei Viertelstunden dauerte, reichte der Äaifer den Herren wiederum die Hand. Dann wurde das Präsidium von der Kaiserin empfangen, welche gleichfalls von bet Palästinareise sprach und sich bei Herrn von Frege nach ber sächsischen Königsfamilie erkundigte. Berlin, 12. December. Aus Part« meldet da« .«leine Journal": Der Befehl zur Haftentlassung Piequarts Ist gestern unterzeichnet worden. Dieselbe steht uomtttelba» bevor. Heilbronn, 12. December. Sin anscheinend trrfiuvigeU Arbeiter verletzte zwei Kameraden lebensgefährlich, weil er glaubte, dieselben feien an seiner Krankheit schuld, ttr erschoß fich daun selber. Wien, 12. December. Die christlich - sociale Partei beschloß, fich au der Obstructlou der Linken im Adgeordaetenhause nicht zu bethetligeo, sondern eine ab- warteude Haltung eiozunehmeu. Dagegen beschlossen die Soclalisteu, gegen jede weitere Obstruction energisch Front za machen. Bubapest, 12. Decrmber. Ja der gestrigen L ovf e.r enz 'ämmtlicher Oppofittonsparteieu wurde der Beschluß gesaßt, im ganzen Lande ein Protest-Manifest gegen da« Vor- gegeu der Regierung zu verbreiten und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln den Kamps gegen die Regierung fortzu- sctzen. Der Kaiser soll im Laufe dieser Woche hier eiutreffen. Budapest, 12. December. Baron »auffy ist gestern wieder hier eiugetroffen. Bon informirter Seite wird ver- fichert, daß »aoffy vorn Kaiser sehr gnädig empfangen worben sei. »aaffb habe vorn Kaiser die Zustimmung für seine weiteren Pläae betreffs der parlamentarischen Durchspreckuog der dem Adgeordneteuhause vorzulegenden Gesetzentwürfe erwirkt. Prag, 12. December. Trotz aller Dementi bestätigt il sich, daß von Seiten der maßgebend'n tschechischen Parteiführer eine Annäherung an die Deutschen unternommen wurde und daß die bezüglichen BerhonUungeu nach sortdaue,« Oedevbnrg, 12. December. Nachdem die Schüler bei hiesigen evangelischen L ceum« fich geweigert hatten, dem Festgottesdienst anläßlich de« Regierung«-Jubiläum» de« Kaiser« beizuwohnea, wurden denselben alle bi«her gewährten Vergünstigungen entzogen und die Rädelsführer von der Anstalt entfernt. Paris, 12. December. Gestern Abend clrcnltrten hier die sauber barsten Gerüchte. Es hieß, die Polizei- Commiffare aller Pariser Stadtviertel seien zum Pläsecteu geladen worden, um außerordentliche Instructionen für die heutigen Morgenstunden entgegen zv nehmen. Man sagte, Dteysu» solle nach Pari« überführt werden, nachdem er angeblich gestern in ber Nahe von Bordeaux eingetroffen und bereit« eine Abthellung Dragoner dorthin abgegangen sei. Vie Bahnhöfe auf der Strecke Bordeaux—Paris feien militärisch streng überwacht. Schließlich versicherte man, daß die Antisemiten und Nationalisten größere Kundgebungen beabsichtigten. Es stellte fich jeboch halb heraus, baß alle Gerüchte auf Erfinbuug beruhten und keinerlei Maßregeln getroffen waren. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Beuern für das Jahr 1899/1900 l egt vom 15. December b. I. an nochmals acht tew lang zur Einsicht ber BetheUigten auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Beuern, den 12. December 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Beuern. Otto. 12287 -NrrstkigmniM (linpffhluiuien Versteigerung. Mittwoch den 14. December, Bor- mittaflb 11 Ubr, versteigere td> im tSükerscduvpcn ber früheren Oderhesin'cken Sifexbabn für Rechnung .den e» angeht: 100 Zack VchkllMkhl auf Grund be» § 348 H -G.B. gegen ALarzahlung- . 1S«91 Born, Gerichtsvollzieher. Feinste Gotharr (Ttroclatninrfl, la. Frankfurter Würstel, la. neue Hellerliusen frisch eingetroffen bei 260 A. & G. Wallenfels, Markt 21. — Telephon 46. Wotarbs g Stearinkerzen in Kronen- unb Tafellichtform, Kenaissance- Daumkerzen empfiehlt in ftirftcr Quafität Willi. Oring-, Marktplatz 7. empfiebtt in schöner Auswahl 12290 Wilhem Orbig, Marktplatz 7. Christbaumschmuck und Christbaumlichte empfiehlt m grober, schöner Auswahl zu äußerst billigen Preisen Emil Bender, Speciatgeschäft in Seifen, Lichtern nnd 'Varfnmerien 12167 5 LchulNrafie 5. 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Eintrittskarten sind in der Feffber’schen, Frees’schen und Ricker’sehen Buchhandlung, Studentenkarten beim Universitäts- Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens beehren sich anzuzeigen Amtsrichter Wiener und Fran Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung unserer lieben Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Tante, Großmutter und Urgroßmutter fran Katharina Kling geb. Kaiser insbesondere Herrn Pfarrer Schlosser für die trostreichen Worte am Grabe, sowie den Schwestern für die liebevolle Pflege und für die zahlreichen Blumenspenden sagt innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Der stets zunehmende Absatz, die hervorragenden Auszeichnungen auf allen Ausstellungen, das über 4Ojährige Bestehen ... Fabrik und der Weltruf, den sich unsere Maschinen erworben haben, bieten die sicherste und vollständigste Garantie für deren Güte. Todes-Anzeige. Sonntag Früh um G1/^ ühr entschlief sanft Herr Julius Komemann im Alter von 63 Jahren. Wer-,Fuchs-,Marder-, Ittis- Gcis-, Reh-, Haseuselle , . «» s. W. 12284 kaufe zu höchsten Tagespreisen. G. Schultheis, Kürschner, Marktstraße 3. gegründet 1861. Haupt-V er Sammlung Donnerstag den 15. December 1898, im Cafö Ebel Abends ‘/29 Uhr. 12292 Bericht. Vorstandswahl. Stiftungsfest. Verschiedenes. ▼ Bei unserem Wegzuge ♦ ♦ von hier nach Hannover ♦ + sagen wir allen Freunden ▲ ▲ und Bekannten ein Herz« ▲ liches Lebewohl! Hahn, 12274 ▲ ▲ Locoaio'ivftthrer, ▲ ♦ und Familie. T Giessener Stadttheater. Dienstag den 13. Decemberr Erhöht e Preise. Zum zweiten und letzten Maler Das Erbe. 12268 G. Der heutigen Nummer unserer Zeitung liegt ein Prospect über das sy. bekannte Kochbuch von Henriette Davidis bei, auf den wir besonders unsere geehrten Leserinnen hiermit aufmerksam macken. Davidis Kochbuck kann als billiges und practisches Weihnachtsgeschenk für Frauen und junge Mädchen nicht warm genug empfohlen werden, und dürfte nebenbei mancher Hausfrau auch vor dem Feste schon gute Dienste leisten, indem es für jede Art von Kuchenbäckerei eine Fülle der besten Recepte und Anweisungen gibt. 12269 yR**^aC** Auf den von der Buch und Kunsthandlung August Frees, Gießen, beigelegten Prospect „Was schei ke ick zu Weihnachten" loetfen wir hiermit besonders hin. 12300 Warnung! Im Anschluß an die Notiz in Nr. 290 des „Gießener Anzeiger" ist noch zu bemerken, daß der weitere Theil der NodHeimerstraße bis zur Grenze sich in ganz ähnlichem Zustande befindet. Der Fußweg ist durch auf denselben abgelagerte, fast einen Meter M & Parfümerien und Toilettemittel tieil®111 de-**114 Lxt kn »' »fe BMW Aus 9° Bit, Mthtrfnntn zur «Sei rivh ivr mit voo p an mit •ff® brai obei unb betnffrnd di ULen Ar Auf @i merbeordnov Brstim bthttt Dir nach! kaozlers wird bem Änfflgtn, watnng ßleld $r. 8 vom IE Ifb. 3tl. ihre Siehrn, .. 3» Ziegel ^e Zeit von s H bri drr tz W nnb sich,, Mill . . «ei te, e,(,aöflfn bßi {,rabe Dasj« Wh11*'8,01 •Wfc daß °°fdrbgt. s'J » f mb »Ufa l?'!1