Saalbau). H270 61 dem Ableben ik aus. 11290 vember: mcert 11314 ||r. 116, UttDIPi M Herrn 6. flraii&K Eintritt 30 Pf-. B'/e W: W«W «riet M der JiiW cht gen, Mibet 1898. ßilberrenle iolb^entt e|en oV®tted)tn von l*1 , Aenienb. übt 318 übt W* 0 1(0 86Jt 101.60 81« -7.80 44« 101.* 000* »«KL 4ß*?**JS Zanknoien dto. «0 ,A» jAl**;. «L.'et sreth-d-I^ M»d 1 ____ 'S- > I Nr. 267 Zweites Blatt Sonntag den 13. November, 1SOS fd4rtxl H|(14 «ü lulnabmf Kl Henio;«. Tnt 6ir»rrii SeeintelCiti« »erKo Km Ingngrr »AchevUia» bi tim al bcifdtgi. Gießener Anzeiger Jlrieeiyrri» Birrttljäbriia S «ar! -0 ?♦> meeathd) 76 «G ■it Bnngcrte#». Bei ^oßW|M< 9 «art 60 wtCTttljlNrti* 1eee|e« Beu Uazrigr, zu Kr NachmMogl für bat felgtwHe Lug «Ichnuendt» Wummer btl Berm. 10 U*t- General-Anzeiger Ult Uuzeigen.BtrmlNlunglßrl« BH In- unb UuOteaM urbmrn Lnzeigen für bcn Githener Ungriger cmfafm. Anrts- unb 2lnzergebl«tt für den Ureis Gieren. WebMWwa, OhVtbttieu und Druckerei: >4nflrait »r. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Ibrtflt fix Depeschen: Zuzetger Ststzs«. Fernsprecher Nr. 6L Deutsche» Reich. — Schutz der Angestellten de» Handels« Gewerbes. Zu der Meldung, der tm Retchsamt des Jauern vorbereitete Gesetzentwurf, betreffend den Schutz der Angestellten des Handelsgewerbe», werde eine Regelung dieser Materie ohne Bestimmungen über den Ladenschluß nab ohne Festsetzung eines Mox'malardettstage» austrebeu, wird den ^Münchener Neuesten Nachrichten" geschrieben: Die uahzu einstimmige Annahme, welche eine Resolution zu Sausten eines solchen Gesetzentwurf» am 7. April v. I. tm Reichstag gesunden, bewies, daß allseitig die Uederzengung besteht, den aus diesem Gebiet unleugbar vorhandenen Mißständen eia Ende zu machen. Mit Ausnahme der Social« demokratea, welche einfach einen möglichst kurzen Maximal« «rbeitstag verlangten, war man weiter darüber einig, daß ein schablonenhaftes Vorgehen sich vou selbst verbiete. Deu gleichen Eindruck hat die Opposition hinterlassen, die sich s. Z. gegen den Vorschlag der Eommtsstou sür Arbriterstatistik ttchtete, den Ladenschluß vou 8 Uhr Abend» bi» 5 Uhr Morgen» obligatorisch zu machen. Bkkanatlich hat fich auch da» preaß'sche Adgeordartenhau» in deu Verhandlungen de» 7. Mai 1896 dieser Opposition nachdrücklich angeschlossen. So wurde auch vom (Sentrum betont, daß eine bloße Ueder« tragung der einschlägigen Bestimmungen der Gewerbeordnung auf da» Handrlsgewerbe unmöglich sei- sür verschiedene dieser Bestimmungen seien die kleinen Betriebe direkt auszuscheideo. Auch dars nicht Übersehen werden, daß bereit» der $. 62 de» neuen Handel» - Gesetz - Buche», der süesorgende B- stiwmungeu über die Geschäftsräume, die sür deu Ge- fchästsbetrtrb bestiwmtru Vorrichtungen und Geräthschaften, so vie die Arbeitszeit enthält, eiuru erheblicheu Fortschritt zu« Schutz der Hrudrlsangestellteu bedeutet, und daß die Haudluugslehrlivgr auf Grund des Paragraphen 82 des neuen Handelsgesetzbuches noch besonder» gegen eine die ,®e» suudheit, Sittlichkeit oder Ausbildung gefährdende^ Behandlung geschützt stob. Freilich statuirt der § 62 des Handel»- geietzboches nur die Schadenersatzpflicht des Priueipals, sodaß immer noch Rau« sür eine ordnungswidrige Ausdeutung der Angestellten bleibt. Daß diese io vielen Fällen sehr weit geht, haben die Erhebungen der Eommisston sür Arbeiter« statistik und das Gutachten de» Reichsgesundheitsamtes vom 13. October 1894 dargethan. Hier wird demnach namentlich sine sachgemäße Anwendung de» § 120b der Gewerbe Ordnung, welcher die Anordnung von Einrichtungen zu« Schutze der Gesundheit dtr Arbeiter betrifft, und eine Ausdehnung de» 8 120e der Gewerbe-Ordnung, bezw. der Besugnih de» Buubesraihs, dir Arbeitspausen zu regeln, auf das Handels« gewerbe Platz zu greisen haben. Fügt «an dann noch die AaSdehnnng der Schutzbestimmungen der Gewerbe-Ordnung zu Gunsten der jugendlichen und weiblichen Arbeiter auf das Handrlsgewerbe hinzu, so dürste der Rahmen sktzzirt sein, tu welche« ffch die io Aussicht gestellten Gesetzesvorfchläge bewegen werden. — Einem Prtvatbriefe, den rin gründlicher Senner der Pariser Brrhältniffe über seinen jüngsten Aufenthalt tu Part» tu der ^Straßburger Post" veröffentlicht hat, entnimmt die ,KSln. Ztg." die nachstehende Mtttheiluug über eine Unter« Haltung mit dem Direktor eine» der ersten Pariser Gasthöfe, in welchem besonder» englische und amerikanische Gäste zu verkehren pflegen. Der Director beklagte den diesjährigen schlechten Fremdenbesuch und suhr fort: ,®ng- länder find gar keine hier, und vou deu Amerikanern fehlen die Familien. Sie gehen jetzt mit Vorliebe nach Berlin, da» immer mehr amerikanische Wintrrcolonie wird. Die ^Affaire" (so wird der Fall Drehsu» jetzt allgemein bezeichnet) lastet sehr schwer aus der ganzen Geschäftswelt. Der Fremdenverkehr leidet außerordentlich, und zahlreiche vornehme Geschäfte hier find ausdrücklich auf die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr angewiesen, sonst köanen fie nicht bestehen. Die großen und kleinen Gasthöfe, die Restaurants ersten Ranges, die Juweliere in der Rue de la Paix und im Palat» Royal, die großen Schneider und Schnrtdertoneu, die kunstgewerblichen Ateliers, die Maler und Bildhauer, die zahllosen Antiquare und Kunsthändler, die Läden mit deu eleganten Kinkerlitzchen, die Photographien und sonstigen KrimS- kram» unter deu Bogen der Rue Rivoli, der Rue de» Pyramide» und so weiter — ja, glauben Sie, daß die vou deu Parisern leben können? Nein, die find alle auf die Fremden angewiesen, unb zwar meisten» auf die reichen Ausländer, die hier flott leben und nicht feilschen. Mit der Provinz ist nicht viel zu machen; die Leute au» den Departement» wollen eher in Part» alles billiger haben, al» 6u Hause. Sie haben keine Ahnung davon, wa» die Affaire mit allem, was drum und dran hängt, uns geschadet hat! Sie kostet dem Nationalwohlstande Milliarden'/ Diese »eußerungeo stimmen vollständig üderetu mit den Wahrnehmungen, die der ,K.Z." in der letzten Zett mehrfach au» Berlin, Dre»den, München, Hamburg und anderen größeren deutschen Städten berichtet worden find. Danach trifft r» allerding» zu, daß ein nicht unerheblicher Thetl wohlhabender Fremder, insbesondere auch von Engländern und Amerikanern, zur Zeit den großen und mächtig emporblüheudeu deutschen Städten eine weit größere Beachtung schenkt, al» dies vor Jahren der Fall war, und eine große Befriedigung wir dem Aufenthalte tu diesen Städten offen ausspricht, vor Allem verfehlt nicht die Reichshavptstadt eine immer stärkere Anziehungskrast auf den Frtmdeustrom auszuüben. Die außrrgtwöhvlichee Rein- lichkett der Straßen, die große Biqaemlichkeit der Verkehrsmittel, namentlich der Straßenbahnen, dal mächtige Gedeihen von Handel und Gewerbe, die für die Mehrzahl der Fremden fast ungeahnten Schätze io deu Museru uod wiffeuschafilicheu Aufialtro, die große Zahl guter Theater nvd Eoueene frffrlu die Fremden tu immer steigendem Maße. Dazu komme, daß I tu Berltu, wie überhaupt tu unseru deutschen Großstädten, das GasthosSgewerbe tu deu lrtztru Jahrzehnten tu jeder Hinfichr große Fortschritte gemacht hat. Die weitesten «u- forderuugeu au deu modernen Lomsort und an die hygienische» Bedürfntffe werden j'tzt befriedigt, und durchweg hört man rühmen, daß selbst in deu teuersten deutschen Gasthöfen die Preise durchweg fich noch in maßvollen verhältniffeo bewegen und an die Wucher preise der ersten Gasthöfe in Paris und London bei weitem nicht heranragen, vom deutschen Stand- puukte au» können wir e» nur mit Freude begrüßen, daß der Fremdeustrom fich immer wehr deu deutschen Städten zuwendet, denn die Thatsache wird wesentlich dazu beitragen, daß die politischen Kreise de» Auslände» unsere Anschauungen und unsere Politik bester verstehen und würdigen, als die» vielfach bisher der Fall gewesen ist. Zu wünschen bliebe nur, daß jene zweifelhafte Gesellschaft, die zwar über reichen Mammon verfügt, aber ausschließlich tm Tretben der Halb« weit Genuß uod Lebensfreude sucht, deu deutschen Bodeu meiden möchte. Sie werden hier bet uo» utemals einen Ersatz finden für die liebenswürdige Aufnahme, die ihnen da» leichtlebige Pari» jeder Zett evtgegerzvbrtogeu geneigt ist. AusUn»- Belgrad. 11. November. Die ehemaligen Regenten Ristie und Belimarkowitsch erbaten vom Könige eine Audienz, um ihn zu verfichern, daß fie unb th, Anhang In der liberalen Partei fich bet gegenwärtigen Opposition nicht anschliehen. P»mi|4t»»« • Ein neuer Verein, der „Verein der Rechtsgeher", hat fich tu München gebildet. Ec bezwtcke die Reform de» Fußgängerverkehr», indem er procttsche Propaganda für da» Recht»zeben auf der Straße wacht. Die Mitglieder verpflichten fich, nach den «M. N N/, nur recht» zu gehen und nach recht» au»zuwetchen unb alle Entgegenkommenden, die gegen diese Grundregeln eine» geordneten großstädtischen Straßenverkehr» verstoßen, „mit nachdrücklicher Energie" hierauf aufmerksam zu machen. Gegenüber solchen Personen, die über rtve vielversprechende Haodschuhnumwer verfügen, darf an Stelle der nachdrücklichen Energie die sanfte Gewalt der Utberredung treten. • Helft den neuen Schnelldampfer „Deutschland" der Hamburg Amerika Linie, der auf der Werft de» ,8ulcan* tu Bredow erbaut wird, schreibt man dem ,4>omb. Torr/ au» Stettin: Ein schwimmender Palast tm wahren Sinne de» Wortes wird die ,Deutschlaad" fein, die als größtes und schnellste» Schiff der Welt auf der vulcau Werst für die Hamburg Amerika Lmie auf S'apel liegt. Wa» fich an (Somfon unb Sicherheit für die Passagiere einrichten läßt, wirb der Dampfer .Deutschland" in fich vereinigen. Da» Feuilleton. Zm Musch. Novellette von Gerhard Walter. (Nachdruck verboten.) Die Sonne schien hell vom blauen, wolkenlosen Herbsthimmel hernieder und schien durch das vom Morgenwind leicht bewegte Blattwerk der großen Rüster in da» Schlaf- zimmer de» jungen Herrn Günther, der gerade sehr erstaunt die Augen austhat und in da» blendende Licht hineinblinzelte. 6c pflegte sonst vor Sonnenaufgang munter zu fein, wie fich da» für einen Oekonomie-Inspektor gehört. Wie kam da» denn eigentlich, daß er heute noch im Bett lag? War er krank? 6» war ihm allerdings gar nicht so recht wohl, und Im Kops war» ihm eigenthümlich verworren. Nein doch — krank war er nicht — lächerlich! Aber gestern war ja Hochzeit bei Oberamtmanns gewesen. Ja, nun fiel» ihm wieder ein. Es war sehr lustig da hergegangen; er hatte viel ge« trunken; ja, da» hatten sie alle gethan. Und er hatte riefig getanzt, besonders mit der reizenden kleinen Inge Bargun — mb dann hatte er fie nach Hause gefahren — unb — er fuhr fich mit beiden Händen nach dem Kopfe — und da, da hatte er fich ja wohl mit ihr verlobt-- Ec fuhr mit einem Ruck in die Höhe: Himmeldonnerwetter noch einmal! Er saß auf dem Rande der Bettstelle uub hatte da» Gesicht aufgestützt mb dachte nach. Ja! Kein Zweifel! Nun dämmerte ihm Alle» auf. Da unten im Erlenbruch, da hatte er fie umfaßt, und fie hatte in seinem Arm gelegen — wie hatte fie doch gesagt? Ach ja: „Begehen Sie doch keine Thorheit!" ober so ähnlich; und dann hatte er fie an fich gerissen und geküßt im Rausch stürmender Leidenschaft — er hatte fie ja so lange geliebt — fie war ja so unendlich lieblich — aber wie war sie eigentlich auf seinen Wagen gekommen? Nun fiel e» ihm ein: Sie war verschwunden vom Fest. Der Onkel hatte chr den Wagen nicht wieder geschickt. Da hatte sie fich heimlich fort- gestohlen und war zu Fuß der stürmenden Feier entschlüpft. Der Diener hatte e» ihm verrathen, als er nach chr suchte — und er hatte seinen Einspänner angespannt und war ihr nachgefahren; und da unten beim Hellerbach in den Tannen, da hatte er ihr weiße» Kleid schimmern sehen- und fie stand am Wege und hielt mit der einen Hand das Kleid zusammen- gerafft, und die andere hatte sie aufs Herz gedrückt. So stand sie im ersten Morgengrauen da, eine holdselige Erscheinung, und hatte flehend zu chm aufgeblickt: ,9itte, bitte, lassen Sie mich doch!" Und was kam nun? Er war ja wohl vom Wagen gesprungen und hatte fie hinaucheben wollen, ja, und da war sie zurückgewichen und zu Fall gekommen, und in seinen Armen hatte er fie aufgefangen. Sie hatte die kleinen Hände gegen seine Brust gestemmt und die weißen Zähne zusammen- gebissen: „Inge, Inge! Ich schlag mich um Dich mit der Welt? Sag, daß Du mein fein willst!* — Da war fie ihm matt an« Herz gesunken und hatte das Wort von der Thorheit gesagt — und er hatte fie auf den Wagen gehoben, und fie hatte zwar vor fich hingeblickt mb hatte müde an seiner Schulter gelehnt und es geduldet, daß er fie küßte. Und das Blut hämmerte chm in den Schläfen. Am Raiu hatte er fie herabgehoben und in feinen Armen fast erstickt und ihr hundert Eide geschworen. „Hast Du mich denn gar nicht lieb!" hatte er in ihr Ohr geraunt, und da hatte fie die Hand um seinen Nacken gelegt und leise gesagt: ,3a, Oscar, schon lange. Aber es geht ja doch nimmermehr —" und war in den grauen Morgen hinausgeflohen — und er hatte auf da» Pferd gepeitscht und war nach Hause gejagt; mb nun —. „Was nun?" fragte er laut. Inge Bargun war ein reizenbe» Mädchen unb ein Schmuck für jebes Haus. Aber fie war eine blutarme Pfarrerstochter, bie der Onkel aus Mitleib in fein Haus aufgenommen hatte. Und Günther» Vater war Amtsrach — unb reich. Unb al» Zehrpfennig hatte er ihm feiner Zett bas Wort mit auf den Weg gegeben: „Mein Junge, verplempere Dich nicht!" Unb nun hatte er sich gründlich ver- plempert. Ihm war miserabel zu Muth. Seufzend stand er auf und zog fich an und steckte den heißen Kopf tief in« kalte Brunnenwasser. Der Wirchschafter klopfte an. „Ich hab nach Ihre» Anordnungen mit acht Gespannen pflügen lassen, und vier Gespanne find zur Stadt mtt Roggen. Unb hier biefet Brief wurde eben für Sie abgegeben." Günther griff hastig darnach. Es war eine kraftvoll und doch elegante Damenhandschrift. Er kannte fie. Der Brief war von Inge. Das Blut stieg ihm heiß zu Kopf. Er wußte, was darin stand. Und jetzt lohte die Liebe erst in ihm auf, wie er den Brief auftiß. Niesenschiff, dessen Fertigstellung bereit- so weit vorgeschritten ist, daß e< vorausfichtltch in etwa 6 Monaten zu Wasser gelassen werden kann, hat eine Länge von 202 Mtr. — 622 Fuß englisch, eine Brette von 20,4 Mtr. — 67 Fuß englisch und eine Tiefe von 18,41 Mtr. — 44 Fuß englisch. Um diese Dimensionen richtig zu würdigen, sei an die „Pennsylvania- der Hamburg-Amerika Linie erinnert, die, als fie erbaut wurde, dar größte Schiff der Welt war, bei einer Länge von 560 Fuß. Die „Deutschland" überragt die „Pennsylvania" also noch um 62 Fuß. Die „Deutschland" wird bei vollen Bunkern, gefüllten Ballasttanks u. s. w., also im normalen beladenen Zustande während ihrer Fahrten einen Tiefgang von 29 Fuß haben. Ihre Kohlenbunker find zur Aufnahme von 5000 Tonnen Kohlen bestimmt. Dar Schiff erhält zwei sechrcyltndrige vierfache Expansionsmaschinen, die zusammen 33,000 indictrte Pserdekräfte entwickeln. Die „Deutschland" erhält also doppelt so starke Maschinen alr der „Fürst Btrmarck" und sechsmal so starke als „Pennshlvania„ oder „Pretoria". Zur Erzeugung der Dampfer für die mächtigen Maschinen dienen 12 Doppelteste! mit je acht Feuerungen und 4 einfache Kestel mit je vier Feuerungen, daS find zusammen 112 Feuer in den Hetzräumeu der Schiffer. Die Keffel sollen mit 15 Atrno-phären Druck arbeiten. Die Schnelligkeit der „Deutschland" soll coutract- mäßig 23 Seemeilen in der Stunde im Durchschnitt betragen, doch rechnet man darauf, daß dar Schiff bir 25 Seemeilen erreichen wird. Selbstverständlich wird die „Deutschland" in ihren technischen Einrichtungen mit Allem versehen sein, war die Neuzeit au Erfiudungeu gezeitigt hat. Für die elektrische Beleuchtungsanlage der Schiffes find 5 Dynamomaschinen vorgesehen. An Rettungsbooten wird dar Schiff 18 aur Stahl, 2 aus Holz und 6 sogenannte Klappboote führen. Wenn auch, wie erwähnt, der Staprllauf der „Deutschland" vorausfichtltch bereits in 6 Monaten erfolgen wird, so ist doch, um ein solches Schiff für den Betrieb vollständig fertig zu wachen, noch eine längere Zeit erforderlich, so daß dir Ablieferung an die Hamburg-Amerika Linie erst im Jahre 1900 erfolgen wird. * Heirathlfchwindel en gros. Die englische Gauner- schäft, welche HeirathSlustige durch fiagtrte Inserate in den großen TageSblätteru in schmachvollster Weise rupfte, läßt wieder Etwa- vou fich hören. In der „Köln. Ztg." ist folgende- Inserat zu lesen: „Verhältnisse halber suchen die Anverwandten einer Halbwaise mit über einer Million Mark vermögen Paffende Berhetrathung. Ntchtanonhme Offerten erbeten an Frau Frege, 4 Dukestreet, Adelphi- Londou." ES ist dies die gleiche Adreffe wie am Kopf des „Privat-Eorrespoudeuzblatte--, welches die Gesellschaft an fich meldende Reflkctanten späterhin versendet und deffeu im Voraus zu entrichtender AbonnemevtpreiS 25 Shilling beträgt. Richt ohne Abficht worden utchtanonyme Offerten gefordert, da Mancher, um wieder in deu Besitz eines solchermaßen ab- gesandten Offert-Briefes zu gelangen, eher bereit sein wird, Opfer zu bringen oder mit der Gesellschaft in weitere Beziehung zu treten. In allen Fällen erhält der Refleetant zunächst auf seine Meldung ein durch Umdruck hergestellteS Schreiben, in welchem ihm mitgethetlt wird, daß für die betr. Auftraggeber außer seinem Briefe noch eine größere Zahl vou Au- erbtetungeu eingegangen seien, von denen naturgemäß nur eine Berücksichtigung habe finden können, daß ihm aber etwa- AehnlicheS geboten werden könne, und schließlich folgt dann die Aufforderung, einen Geldbetrag eiuzusenden, worauf seiner Sache alle Mühe zugewendet würde. Der Verlauf der Sache ist dann stet- der gleiche: da- Abonnement auf da- eben erwähnte Zeituug-blatt und fortdauernde Honorarforderungen für Auskünfte und Bemühungen, bi- der Betreffende einfieht, baß er der Geprellte ist, und die Sache aufgtbt. * Welche gewaltige Steigerung der Verbrauch des Aluminiums erfahren hat, kann man au dem Ausweis des einzigen Aluminium-Werke- in den Vereinigten Staaten, welches der PlttSburg Reduktion Company gehört, ersehen. Während im Jahre 1891 die gesammte Production 84 Tonnen betrug, belief fie fich im Jahre 1897 auf 2000 Tonnen. Nun hat die Gesellschaft, wie daS Berliner Patent-Bureau Gerson & Sachse schreibt, neuerdings au deu Niagara-Fällen zwei neue Anlagen errichtet, von denen die eine mit 2000, die andere mit 4500 Pferdekräften arbeitet. Man hofft, deu „Ich halte Sie für einen Cavalier, der das Vertrauen einer Dame nicht täuscht. Darum bitte ich Sie: vergessen Sie Alles, wie ich Alle» aus meinem Gedächlniß gelöscht habe. Sie haben im Rausch gehandelt und darin gethan, was bei klarem Ueberlegen eine Unmöglichkeit für Sie sein muß. Wir find uns fremd, wie wir es bisher waren. Inge Bargun." Er setzte sich nieder und schrieb mit eilender Hand: „Wenns ein Rausch war, dann war er göttlich schön. Und ich will nie aus ihm aufwachen. Außerdem hält ein Eavalier sein Wort. Und ich halte meines. Das helfe mir Gott." Da trabte der Hofjunge hin mit dem Brief. Am anderen Tage stand Oscar Günther vor seinem Vater. Der alte Amtsrath sah au» finsteren Augen auf ihn. „Da! Also damit wollt Ihr mich zwingen? Aus dem Komödienspiel wird nichts! Ich habe Alice Kalkow für Dich bestimmt. Und zum Frühling kommst Du herüber und über- »immst die Domäne!" Oscar Günther stand wie eine Eiche da. „Wie?" fragte er ruhig. Der Vater trat ihm gegenüber und sah ihm in die Augen. „Du kennst mich!" sprach er leise. „Und Du mich! Wähle! Inge und mich — oder keinen von beiden!" „Geh!" sagte der AmtSrath und wies nach der Thür. Festen Schrittes ging Oscar hinaus. Der Alte sank schwer stöhnend in» Sopha. Rach einer Welle setzte er fich an Preis des leichten Metalls nunmehr auf wenig über eine Mark da- Kilo herunterzubringeo, so daß auch der Export nach Europa noch einen Nutzen läßt. • Bom neuen Berliner Dom werden jetzt zahlreiche interessante Einzelheiten bekannt. Da- Gerüst, nächst dem de- Reich-tag- da- umfangreichste, da- in Berlin je errichtet worden ist, bedeutet für Berlin insofern eine Neuerung, als eß nach amerikanischem System construirt wurde, nach dem Muster der Holzfachwerkbrücken, die besonder- für Eisenbahnen zur Ueberbrückang vou tief eingeschuitteueu Thäleru und Schluchten dienen. Zur Rüstung mußten 180000 laufende Meter oder 8000 Cubikmeter Kantholz verwendet werden, die einen Kostenaufwand von 350000 Mark erforderten, wobei dos Holz wieder, wie üblich, in da- Eigeuthum de- Unternehmer- zurückgeht. Die Gesawmthöhe wird vom Fußboden der Predigtkirche bi- zur Spitze des Kreuze- rund 110 Meter betragen. Für den Sockel ist Oberstreiter Granit, für die Fronten schlesischer Sandstein (rund 15000 Kubikmeter) verwendet werden. Die schwersten Saudsteiuwerkstücke stammen au- den FriederSdorfer Brüchen bei Cudowa. Ferner wurden 22 Millionen Backsteine vermauert, in der lebhaftesten Arbeit-periode bi- zu 85000 Stück täglich. Die Kuppel, die Dächer, die Laterne und ihre oruameutaleu Einzelheiten find in getriebenem Kupfer au-geführt, dem mau feine natürliche Farbe gelassen hat. Auch von einer starken Vergoldung der Kuppel, wie zum Beispiel beim Reich-tag-hause, hat man abgesehen, weil die Vergoldung den Umriß der Kuppel in seiner Wirkung beeinträchtigen würde. Die Bekrönung der Laterne über der Kuppel wird durch eine Kugel vou 1,80 Meter Durchmesser, eine Windfahne und da- abschließende Kreuz gebildet. Die Windfahne hat die Gestalt eine- schwebenden, die Posaune blasenden EogelS erhalten, der in Kupfer getrieben worden ist. Die Windfahne besitzt eine neuartige Drehvorrichtung. Die Vollendung des inneren Au-baue- ist bi- zum Ende de- Jahre- 1902 hiuau-gefchoben worden. Die nördlich au die Predigikirche angrenzende „Denkmal-- kirche" — so wird dieser Raum jetzt officiell genannt, nicht Gedächtnis oder Gruftkirche — wird durch fünf Capellen abgeschlossen. Sie bieten genügenden Raum für 14 bi- 15 Grabdenkmäler und Sarkophage, sodaß keine sachlichen Schwierigkeiten im Wege stehen, wenn in einer dieser Capellen auch ein Grabdenkmal des Fürsten BiSmatck in Gestalt einer Wandnische mit Sarkophag davor errichtet werden soll. Die Grüfte, die vom Fußboden der DeukmalSkirche au- zugänglich sind, ziehen fich unter der ganzen Kirche hin bi- zur TrauuugS- kirche, unter der fich keine Grüfte befinden. * 68 gibt feine Kinder mehr in Amerika! Knaben, die al- Schuhputzer oder Zettung-verkänfer ihre Laufbahn al- Milltoneubefitzer beginnen- Zeitungen von und für Kinder, Schuljungen, die einen Milliouenfoud- im ganzen Lande fammelu, um damit ein Panzerschiff zu erbauen, — da- ist Alle- schon dagewesen. Neu ist dagegen — so schreibt man dem „B. T." au- New-Uork — zum Beispiel, wenn ein 13jähriger Junge Namens Georg Steuler in Maine da- Localdampfboot zwischen Gardiner und Plensant Pond al- Maschinist bedient oder wenn ein 8- — acht- — jähriger Junge Namen- Harry Dugan au- demselben Staate im Interesse de- väterlichen Ledergeschäft- „in Leder" reist und dabei gleich von seiner ersten Tour durch die Neu-Luglaud- Staaten, nach durchfahrenen 900 Meilen, mit dem Trgebuiß eine- Verkauf- von 300 Dollar- nach Hause zurückkehrt. Ebensowenig dürfte e- bisher dagewesen sein, daß zwölfjährige Jungen al- politische Redner in den Wahlkampf eingreifen. Der „New Kork Herald" weiß von solchen zu erzählen, die in der Hauptstadt der neuen Welt auf diese Weise für Tammavh und dessen Caudidateu arbeiten! Der Erfolgreichste unter diesen hoffnungsvollen Lümmeln ist ein gewisser Frank Watsock, der auf bet unteren Oftseite von New York fich als Straßenredner etabltrt hat. Er wird dabei von einer Horde seiner Freunde unterstützt, die ihm seine fliegende Rednertribüne — eine alte Schnitt- waarenklste — vou Ort zu Ort nachtragen helfen. So widerwärtig fich feine aus allerlei Zeitungsphrasen uud Brocken aus officiellen Wahlreden zusammengestoppelte „Rede" auch auSnahm, so fand fich doch stellenweise ein Auditorium von tausend oder mehr Personen, daS bei den „Kraftstellen" frenetisch applaudirte. Da nicht nur die „gelbe" Presse den feinen Schreibtisch und schrieb lange. Und der Brief an Inge ging am Abend ab. Nach zwei Tagen kam die Antwort. Aus dem Umschlag fiel ihm zunächst sein eigener Brief entgegen. Sie selbst schrieb: „Ich verstehe nicht, wie ein mir fremder Herr dazu kommt, in dieser mir ganz fremden Angelegenheit an mich zu schreiben. Ich darf Sie bitten, diesen Brief den ersten und letzten sein zu lassen, der zwischen uns gewechselt wird. Hochachtungsvoll Inge Barguu." „Donnerwetter! Da steckt Rasse drin!" sagte der Amtsrath. — Nach drei Tagen stand er selbst vor Inge. Sie stand vor ihm im Hauskleid, ohne jeden anderen Schmuck als den ihrer Lieblichkeit, förmlich mit Anmuth übergossen. Es war im Arbeitszimmer des Onkels. Kalt und ernst sah fie den fremden Mann an: „Sie wünschen?" Seine Augen lagen forschend auf ihrem Gesichte; fast streng sah er fie an: „Ich wünsche Frieden in meinem Hause!" — Sie hob da» junge Haupt, das üppiges Blondhaar schwer umgab. „Ich habe ihn nicht gestört!" — fie sah blaß au» — „und weshalb sagen Sie mir das?" „Weil ich Die von Angesicht sehen wollte, die mir meinen Sohn genommen hat. Ein schmerzliches Vergnügen, aber in diesem Fall wirklich ein Vergnügen." „Sie befehlen sonst noch?" fragte fie mit matter Stimme, „ich habe Ihnen nicht» genommen und will nicht« von Ihnen haben! Bitte, verlassen Sie mich!" Ec trat dicht an sie heran. Nunderleistuvgen derartiger „fott-ieftitlttener" Knaben ihre Huldigung abstattet, so bars man wohl annehmen, baß bet „Ametikau Boy" btefer Gattung „Schule macht", und der Manu beS 20. Jahrhunderts nicht allein mit be*«•317- 6. öuribattL — Druck uud *tr vrützl'sche« mb Skindrnd-rei 'Pietsch $rben) w Ateßra. g 5 Geldgewinne ohne Abzug. 100,000, 50,006 PioNne«, Bratsche«, «eOb, Nässe, Bogen, KaarSezüge Kolopyo«, Stege, Ji»tterate, Kasse«, Automaten, Trommeln, Atöten, Hccarinas, Kotz- und Blech- to SD Et Stets auf Lager. B B i-l o o 3 CD ff 63 ZJ (MU Stuck U> 2'/« Jahre« verkalkt. Q ®. k?' CT) - ® B cv Sh q a «2 *5 o Ü N 0 *5 o 02 Q Musik-Instrumente, Musikalien Piano». — Kauf, Miethe. — Reparaturen. — Stimmungen. 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ZÄ W Wahilreis Uneinigkeit d belegen kann an den Reick wachsens die sie im erster Parteien abl Stimmen w 1877 in 19i 1887 In 25', 383 nm gange 1871: *'■ 9, 188 »brnstiä »»» 1878 an »85 50n 24. 1893 von 83- Demokrat «en der $ nnb nur nock ?d.nn ultra seinen ^nd ,^nahme einii Ar & Die viel«, h H in JJ xmt. S A’1 ss* •'«hl /" 'S