ri- 2 q. L e r to r cb r - j , r WW'^ 1 'tWt'Jt Kit. ***«, 4. »en eitern t und Frau geb. Lipp ! 11. sfestes: ifienbs 8 W, Ball. Der Vorstand. Iroi. Wh mittags 3 W' nlmg ler. Ter Vorstand, er find, find wilHonnnrr. MNg^ äftslocal von Selters- »®l6bw 101« flicke r. rin, fliessen * R hoch- i i(mbta t* *| *1(^0 nm bei Wummer bti Bern. 10 Uhr. Bei Postbezug 2 Mark 50 PH. eurtfljäbrlt* ftf4dxl Ugn« MN ettlnabmr bei Äentag«. Die •iefener yemiflteiritter Werben bem Anzeiger mchcheotlich viermal heigelegt. 2lints- und 2lnzeigeblntt für den Ttreis Giefzen. E------ ■ ■—"i Wfb«miwi, Expebition nnb Druckerei: A4 ßr he Ar. 7. ^Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Abreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze«. Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher Theil. Verordnung, hie Handhabung der Lokalpolizei in der Provinzial- Hauptstadt Gießen betreffend. Trust Ludwig von Volles ©naben Großherzog von Hessen und bei Rhein re. re. Wir haben UnS bewogen gefnnben, wegen Hanbhabung der Lokaipolizei in Unserer Pcovinzialhauptstabt Gießen zu verordnen und verordnen hiermit, wie folgt: § 1. De« Bürgermeister Unserer Provinzialhauptftadt Gießen wird all Lokalpoliz'.tbeamlen die nach Maßgabe der beß- follfigen gesetzlichen und instrnklionellen Vorschriften zu be- wirkende Handhabung der Baupolizei, der Feuer- und Feuerlösch Polizei, der Schlachthaus und Wasenpolizei, der Friedhofs- und BeerbigungS Polizei, der Armenpolizei und der Schulpolizei übertragen. S 2. Unser Polizeiamt Gießen wird gleichzeitig von der ihm übertragenen Handhabung der gedachten Zweige der Lokal- Polizei enthoben. 8 3. Diese Verordnung tritt am 10. October 1898 in «rast. § 4. Unser Ministerium bei Innern ist mit der Aulführuug dieser verordnnug beauftragt. Urkundlich Unserer eigenhändigen Uitterschrift nnb bei- gebrüeften Großherzoglichen Siegel!. Darmstadt, den 5. October 1898. (L. 8.) Ernst Lndwig. Rothe. Deutscher Ucicb. Berlin, 11. October. Der «aiser hörte hente Morgen 9 Uhr den Vortrag del Ehef! bei Militär-Eabinetl, General v. Hahnke, nnb nahm darauf einen Bericht über einen Kanöoertag bei 7. Armeecorps bnrch den Obersten v. Einem entgegen. Um 10 Uhr 19 Minuten verabschiedete fich der Kaiser auf dem Bahnhofe zu Potsdam von dem Großfürsten Madimir von Rußland nebst Gemahlin nnb Tochter, welche Ich nach Neu-Strelitz begaben. Um 12 Uhr begaben fich in Kronprinz und die Prinzen Eitel Fritz und Adalbert nach Plön. Hente Abend verläßt der Großherzog von Baden Potldom. M P.C. Berlin, 11. October. ES dürfte als sicher zu betrachten sein, daß das Bauwesen von dem überlasteten Eisenbahnministeriu« abgetrennt nnb dem Ministerium für Land Wirths chast werde zugerheilt werden. Die Btldnng eine! besonderen Ministeriums empfiehlt fich aul zwei Gründen nicht. Einmal ist das preußische Staat!« Ministerium schon jetzt so groß, daß durch jede weitere Vergrößerung die Möglichkeit, eine Einigkeit unter den Herren herznstellen, erschwert wird. Außerdem wird dann and) dal landwirthschaftliche Meliorationswesen dem neuen Saaten» Minister zugetheilt werden und dem Refiort del Landwirth» schaftSministerl nur noch dal Gestüt!» sowie da! Domänen» und Forstwesen verbleiben. Berlin, 10. Oktober. All einer der Grnndzüge für die in der nächsten Tagung de! Reichstag! zu erwartende Reform delJuvaliditStl» und AlterSversicherungl- gesetze! wird die vereinsachnng de! Verfahren! bei Feststellung der Rente bezeichnet nnb angedeutet, daß die ^Entscheidung" über den Rentenanspruch in die Lokalinstanz gelegt werden soll. Da! Bedürfaiß nach einer solchen Vereinfachung ist wohl von allen Seiten anerkannt. Rühren doch die meisten «lagen, welche aul den Kreisen der Berficherten über die Handhabung bei Gesetze! laut werben, au! der Verzögerung her, welche die jetzigen Bestimmungen über Rentenfestsetzung, schiedlgerichtliche! Verfahren un£ Recur! für die beftaitioe Entscheidung über den Rentenbezug tm Gefolge haben. Trotzdem dürfte el auf einer irrthümlichen Auffassung der Dinge beruhen, wenn davon gesprochen wird, daß die .Entscheidung" Über den Rentenauspruch vollständig in die Hände der Lokal- instanz gelegt werden soll. Die Durchsührung de! Invalidität!- nnb Slterlverficherunglgesetzel und seine segenlreiche Wirkung hängen in hohem Maß von der Gleichmäßigkeit seiner Anwendung ab. Schon bei der gegenwärtigen Organisation hat fich aber gezeigt, daß die einzelnen verficherunglanstalten krinelweg! sämmtlich nach den gleichen Grundsätzen nnb Anschauungen verfahren, unb die Verschiedenheit der finanziellen Lage, die bei den Anstalten festgestellt ist, wird, wenn auch in beschränktem Maß, auf die Ungleichmäßigkeit zurückgeführt, welche fich bei der Feststellung der Rentenansprüche unb bet Rentenhöhe ergeben hat. Um wie viel mehr müßte fich diese Ungleichmäßigkeit geltend machen, wenn die Lokal'nstanzen in dieser Angelegenheit da! entscheidende Wort gewännen! Der .Nationallib. Corresp." zufolge gehen daher auch an maß» gebender Stelle die Abfichten nur dahin, der Localtnstanz einen etwa! aulgedehnteren E nfluß auf die Entscheidung der Frage, ob ein Rentenbewerber einen berechtigten Anspruch auf eine Rente hat, einzurSumen. Die untere Verwaltung!- Fsrrillatsir. Gin Hag auf Schloß Braunfels. (Nachdruck verboten.) Wer am echten deutschen Burgstil Freude hat, muß kirn Anblick von Schloß Braunfell in Helle! Entzücken mratben. Der reinste, unverfälschteste romanische Rund» iogenstil mit seinen reichen Ornamenten, seinen mannigsachen Ltpttälbildungen, den Fensterpaarungen nebst den kleinen b die Mitte der Oeffaungen gestellten Säulchen — da! feiet »an auf deutsche« Boden so aulgeprägt nur noch an dr Wartburg wieder. Freilich, dort hat «on stet! dal tzlwußtsein, bei« Durchwandern der verschiedenen Säle und sknächer den tobten, leblosen Zeugen der Geschichte Auge b Sage gegenüber zu stehen, während auf Braunsel! der irische Sinn «ehr in der Gegenwart all in der Ber- pngenheit lebt, von dem stolzen Bau selbst gehört nur wcj ein kleiner Theil dem dunklen, durch den Zauber der kizenpoefie verklärten Mittelalter an. Im Jahre 946 Sarde Bramtfel! erbaut. Ein Braud legte e! 1614 in 8!te. All der damalige Herr von einem Jagdaulflug Heien» Eksrte, sah er seinen Befitz in Hellen Flammen stehen. Die Etdäude, die wir heute erblicken, stammen au! verschiedenen Ziten. Zuerst wurde da! Schloß flach renovirt, dann kehrte wieder zur ursprünglichen Anlage zurück. Einen iutenffanten Rückblick in die Geschichte de! Schloß- bcoe» gewährt da! sogenannte Brannfel!» Zimmer, Stisen Wände mit Schloß an sicht en au! den verschiedenen !Ahrhunderten geschmückt find. Ein Inlsrieur, den präch» l"N(H rWittexfaal* darstellend, ist vom Fürste« Ferdinand selbst gemalt, dem nämlichen, welcher im Jahre 1861 die schöne, breite Straße erbauen ließ, auf welcher man von der Station aul, die kleine schmalspurige .Ernst-Bahn" stet! zur Seite, so bequem dem hochgelegenen Städtchen zuwandert. Der erste Raum bei Schlöffe!, in ben man geführt wirb, ist der Rittersaal, besten grünlich-blauer Wandton mit dem Metallglanz der reichen Waffensammlnng eine aparte, gedämpfte Wirkung hervorbringt. Die Rüstungen unb Reiter» standarten stammen weist an! dem 30jöhrigen Kriege unb den unmittelbar anschließenden Perioden. Welche! Feldherrn« Herz unter dieser mächtigen Panzerwölbung geklopft, läßt fich nicht mehr ermitteln. Nur auSnahmlweise ist noch an manchem Waffenstück der Name seine! Träger! haften geblieben, fo an einem in der Nische aufgehängten Helm, der August dem Starken von Sachsen gehört haben soll. Nächst dem Rittersaal ist der intereffanteste Raum, so» wohl nach architectouischer Anlage wie innerer Anlstattuug, da! Rauchzimmer mit seinen echten Pariser Gobelin! und seinem von oben eiufallenden Licht, da! allen Gegenständen so einen festlich ruhigen Glanz verleiht, «aiser Friedrich UL, an welchen fich in Braunfell eine Menge von Erinnerungen vorfinden, unter welchen da! am Schloßpark aufgestellte schlichte Denkmal: .Seinem edlen unvergeß» Heben Kaiser Friedrich HL da! Solmser Land 1889", einen ersten Platz behauptet, hat mit Vorliebe in diesem Gemach gewellt, dem er die Bezeichnung .Treppenzimmer" gab und welche! auch ein Lieblinglaufenthalt der jetzigen Herrschaften ist. Die Glalmalereien der Fenster, die gedämpfte Helle, die fein abgetönten Farben von Wänden und Mobiliar, bie reichen Holzschnitzereien, unter welchen eine aul dem 16. Jahr» huubert herrühreude Gruppe, den Judaskuß darstellend, ein behörde soll nicht mehr on bie obligatorische Zuziehung der für den Wohnort bei Antragssteller! zuständigen vertrauen!» männer unb be! Vorstande! der Krankenkaffe usw., welcher der Antragsteller angehört, bei Beurtheiiung de! Renten» atttpruch! gebunden sein. Diese Zuziehung soll nur noch fakultativ sein. Auf diese Weise wird zweisello! eine wesent- liche Beschleunigung de! Verfahren! herbeigeführt werden. Hand in Hand mit dieser Vereinfachung werden weitere Maßnahmen gehen, welche den gleichen Zweck verfolgen. Aende- rnngen in den Bestimmungen über die Anstalt, welche die Rente festzusetzen hat, sowie über da! eventuell anzurufende Schiedsgericht werden zur Abkürzung bei Verfahren! bei Festsetzung ber Reute bienen. In Zukunft soll namentlich in allen Fällen bal Schiedsgericht zuständig fein, welche! für be« Wohnort de! Rentenbewerber! errichtet ist, auch wenn eine andere Rentenanstalt ben Bescheib erlassen hat. — Zur Hanbwerker-Organisatio. Bi! zum betfloffenen 1. Oktober hatten die sogen, privilegirten Innungen fich zu entscheiden, ob fi: Zwangliunungen werden oder freie Innungen bleiben wollen. Diejenigen Innungen, die Letztere! vorziehen, haben nunmehr bi! zum 1. April 1899 ihre Satzungen den Bestimmungen der Novelle vom 26. Juli 1897 über bie freien Innungen anzupaffen. In dieser Beziehung bilden die höheren Verwaltungsbehörden die Ausfichtsinstanz und haben die Besngn'ß, nöthigenfall! die Aenderungen der Satzungen mit rechtsverbindlicher Kraft zu verfügen oder die bezügliche Innung zu schließen. Man darf darnach annehmen, daß da! JnnungSwesen bi! zum Frühjahr bei nächsten Jahre! vollständig den neuen Bestimmungen gemäß geregelt sein wird. Die nächste wichtige Frage in der Handwerker Organisation ist außer der Anpaffung der Innungen an die Bestimmungen ber Novelle vom 26. Juli 1897 bie Errichtung ber Hand- werkerkammern, für bie bie Vorbereitungen bereit! in vollem Gange finb. Die größte Schwierigkeit werben bie Wahlen zu den Handwerkerkammern bilden. Eine Einheitlichkeit hierbei durch da! ganze deutsche Reich muß schon wegen der Verschiedenheit de! für diese Wahlen in Betracht kommenden Unterbaue! in den einzelnen Gegenden all ausgeschlossen betrachtet werden. Muflanb. Budapest, 11. Oktober. Der verband der Klein- Industriellen beschloß, fich an Eossuth zu wenden, damit dieser in ganz Ungarn ein PlebiScit in der Angelegenheit des Ausgleichs veranstalte, um zu prüfen, wer für oder gegen den Ausgleich ist. London, 11. Oktober. Die Lorrespondenz über bie Faschoda-Angelegenh eit steht hier i« vordergrmtbe kleine! Meisterwerk genannt zu werben verbleut, geben ihm bei aller fürstlichen Pracht ben Eharacter be! Behaglichen. Pietät!- unb Alterthumlwerth besitzen bie Malereien ber Fenster, bereu eine! bie „heilige Elisabeth von Thüringen" zeigt, unb ein aul bem 13. Jahrhnnbert stammende! Kreuz, da! der Tochter der Heiligen gehört hat, der Aebtissin de! Kloster! zu Altenberg, welche von ihrer Mutter bereit! tm 3. Lebensjahre von Marburg nach Altenberg gebracht unb bort der Obhut der Nonnen übergeben worben ist. Wollen wir bie Macht der bildenden Künste auf nnl wirken taffen, so müffen wir un! in die Bildergallerie begeben, die für eine Privatsammlung eine wirklich außerordentlich gute, von künstlerischem BerstSndniß geleitete Zusammenstellung bietet. Die niederländischen Maler wiegen vor und zeigen ihre Eigenart in trefflichen Eopieen. Neben Rubens, Snhderl, Dftab e, van Dyck, Brueghel n. f. w. finden fich auch die Italiener Tizian und Eorreggio. Die kleine, in besonderem Ntschenraum ausgestellte und tu Pompeji an! Licht geförderte Palla!- Sthene-Büste erregt auch die Aufmerksamkeit bei Alter- thumSforscherl. Porträt tl von unverkennbarem Kunstwerth weisen noch die Ahnen gallerie auf, der kleine Jagdgang, an dessen Ende jene! populäre Königin Luise-Bild steht, da! hier von geradezu plastischer Wirkung ist, von deffen Original in Köln aber der alte Kaiser Wilhelm geäußert haben soll: .Sehr, sehr schön, nur nicht meine Mutter!", unb bal im gothischen Stil gehaltene Empfanglzimmer, in welchem einige Famtltenbtlber all echte van Dhckl bezeichnet werden. Aber auch ber Deikerl - G allerie, bie ungefüllt ist res Interesses. Sämmtliche Zeitungen erklären die Lage für ernst, drücken aber einfttmmtg ihre Befriedigung über Salisburys Standpur kt aus und versichern, daß er im Ernstfälle das ganze Volk hinter sich haben werde. — Auf Kreta treffen die Admirale der vier Machte bereits Vorkehrungen zur angeblichen Ausführung von 3«ang«* * maßregeln. Nach einem in Kanea umlaufenden Gerüchte ist, falls die türkischen Truppen die Räumung Kretas nicht binnen vier Wochen bewerkstelligen sollten, von den vier Mächten eine „eventuelle" Beschießung einzelner Städte mcetaS tu Aussicht genommen. Deshalb reisen auf Wunsch der Admirale die Familien der Consuln ab und verlaffeu andere fremde Unterthaueu auS diesem Grunde die Insel. Andererseits ist den Mohammedanern avgekündigt worden, daß nach dem Ab- zuge der türkischen Truppen die Admirale für den Schutz der gesammten Bevölkerung ohne Ausnahme Gewähr leisten und die Mohammedaner im Berhältniß zu ihrer Kopfzahl bei der Besetzung öffentlicher Aemter berücksichtigt werden würden. Aber mit echt östlicher Zähigkeit sucht die Pforte noch einen Aufschub zu erlangen. Wie nämlich der Minister des Seußern den vier Botschaftern mitgetheilt hat, wolle der Sultan die Zurückziehung der türkischen Truppen auS Kreta genehmigen, beanspruche dagegen, gestützt auf die Versicherung der vier Machte, seine Souveränität nicht zu verletzen, als Kennzeichen seiner Souveränität in einem Ort auf Kreta eine kleine Garnison. Die Botschafter versprachen in der That denn auch, ihren Regierungen zu berichten, doch ist die Antwort hierauf noch nicht eiugetroffen. TürktscherseitS hat man iudeß hierdurch eine Hinausschiebung erreicht und hofft auf diese Weise und durch eine weitere Verhandlung eine günstige Lösung zu erlangen. Inzwischen freilich verstärken die vier Mächte ihre Truppen auf der Insel sortgesetzt zu einer in ihrer Gesammtheit gar nicht so geringen Streitkraft. Locale- and provinzielles. Gießen, 12. Octobber 1898. Hinsichtlich der Bewerbung von Militarauwärter« um Anstellung im ReichS'Postdieuft har das Reichs-Postamt jetzt folgende neue Bestimmung erlaffeu: Die Ober-Post- direktioneu haben bet Meldungen solcher Militärauwärter auS entfernt gelegenen Bezirken, die bereits bet anderen Ober- Postdirektionen vorgemerkt find, dte Vermögeusverhältviffe besonder» eingehend zu prüfen und diejenigen Bewerber von der Aufnahme in die Aawärterliste auSzuschließeu, htufichtlich deren in Anbetracht ihrer gesammten wirthschaftlichrn Lage, der Größe ihrer Familie, der TheuerungSverhältuiffe des Bezirk» rc. die begründete Befürchtung aufkommen muß, daß sie bei einer Einberufung in Noth gerathen würden. Dte Bewerber au» entlegenen Bezirken, deren Vormerkung unbedenklich ist, find darauf aufmerksam zu machen, daß fie nach erfolgter Anstellung auf Versetzung in andere Bezirke um so weniger zu rechnen hätten, als dadurch die für nur einen Bezirk vorgemerktev Anwärter geschädigt werden könnten. Butzbach, 8. Oktober. Schon seit mehreren Wochen wird au der Burg Münzenberg eifrig gearbeitet, um dem immer drohender werdenden Zerfall der Burg Einhalt zu thun. Dte prachtvolle achuheiltge Fenstergalerte an der Südsette des romautschen Baur» war so verwittert, daß fie gewiß noch in diesem Sommer zusammengestürzt wäre- bet einem solchen Sturz aber wären sicherlich die gänzlich morschen Theile bis zur völligen Unkenntlichkeit zertrümmert worden. Aehnlich waren die Berhältniffe an den zwei schönen Fenstern des oberen Stockwerkes der Nordseite. Unter der umsichtigen Leitung des Herrn Baurath Groß in Friedberg sind deshalb, nachdem vorher noch sehr genaue photographische Aufnahmen gemacht worden waren, alle Säulen sorgfältig herunter- genommen und, soweit fie sich als nicht mehr aufftellbar erwiesen, theilweise in Gip» abgegoffen worden. So ist die denkbar größte Garantie dafür geboten, daß dte danach an- gefertigten Ersatzstücke den ursprünglichen in der Form gleich find. Nachdem zunächst dte Fensterbänke ausgebeffert worden waren, ist man gegenwärtig damit beschäftigt, die Südgalerie wieder aufzustellen. Außerdem find noch andre Arbeiten auS- mit Jagdscenerieu, welche da» Herz jede» Watdmanue» höher schlagen laffeu, schenkt man mehr als eine nur flüchtige Aufmerksamkeit. Mit welch liebevoller Aufmerksamkett find hier vom Maler die verschiedenen Specte» von Jagdthteren in fesselnden Exemplaren und Situationen festgehalten worden! Neben den gemalten Erinnerungen finden sich auch dte realen Jägertrophäen, unter ihnen eine höchst eigenartige Kariofität: M Geweihe zweier verkämpfter Hirsche, dte sich auch tm verenden noch nicht voneinander lo-zulösen vermochten. Dem länger lebenden hat daun Fürst Ferdinand den Gnadenschuß gegeben. Wenn man zur Herbstzeit, wo da» rothe Wetnlaub sich am grauen Mauergestein emporrankt, durch den tu hundert Farbeuschattirungen schillernden Schloßpark schreitet, der Blick dir feinen, von keinen Dünsten verschleierten seinen Silhouetten der den Horizont eiuschließeuden Hügelketten abläuft, da» Ohr auf da» gebieterische Röhren der Hirsche im nahen Wildpark lauscht, kommt über un» eine eigene weltversonneue, träumerische Stimmung. Trotzdem nur einige zwanzig Schritt von nu» ein Schieneustrang läuft und jeden Augenblick da» Bahn- hosSsignal da» Idyll durchschnriden kann — au» den weiten massiven Bogenthorev, die wir durchschritten, vom seierltcheu Pomp der Ritterhallen, in welchen die Erinnerung von Pfeiler zu Pfeiler unser Begleiter war, au» den lauschigen Nischen der Fürstensäle, in denen Bergangrvheit»zauber nistet — find Geisterstimmen mit un» hinauSgrzogen in die Welt de» Alltagsgeräusche» und wirken noch lange, lange nach, indem fie un» eine Landschaft so sehen laffeu, wie Walter Scott fie sah: uwfloffen vom Zauberlicht einer fernen, für immer entschwundenen Romantik. Dr. M. geführt worden- die westliche Hälfte des „PalaS" ist aus- geräumt worden, so daß man erst jetzt recht fieht, welch schöner Raum da noch vorhanden ist- die Einfügungspunkte der Deckbalken find alle bestimmt und zweckmäßig herger'.chtet- sogar in die Mauern eingesetzt gewesene Balkeustücke, von denen man nur noch geringe Ueberreste vorfand, find erneuert- Tbürschwellen und Treppeuausätze hat man freigelegt, unter Anderen auch dte breite, hübsch profilirte Stufe, von der aus die geharnischten Ritter fich aus» Pferd schwangen- kurz, man empfängt den Eindruck, daß hier mit großem bau- künstlerischem Geschick und zugleich mit der Pietät verfahren wird, wie eS einem solchen wundervollen Denkmal romanischer Bauweise gegenüber gewünscht werden muß. — Auch die übrigen Theile der Burg bedürfen frhr der nachbeffernden Hand des Architekten, so vor Allem der edle gotische Nordbau, der mit seinen graziösen, dreithetligen Spitzbogenseustern in da» Städtchen hereinschaut. Und ebenso wird leider auch der obere Theil des westlichen Thurme» immer durchsichtiger, von größtem Werthe für dte Erhaltung aller dieser Theile würde e» sein, wenn sie mit — natürlich stilgerechten, möglichst auS echtem, altem Material hergestellten — Dächern versehen würden, denn Regen und Schnee find die schlimmsten Feinde des freistehenden Mauerwerke» und beginnen auch au den kaum erst reparirtea Theilen sofort wieder ihre unheim- licke Zerstörungsarbeit. • Liegnitz, 8. October. Hier hatten fich ein Fleischer und ein Gastwtrth, ehemals gute Freunde, entzweit, und um seinem Gegner etwa» am Zeuge zu flicken, ließ fich der Fleischer bei dem Gastwtrth einen Koruschnap» einschänken. Da dieser nur halbe Coucesfiou hat, d. h. Branntwein nicht auSschänken darf, so ging der Fleischer zu einem Schutzmann und denuucirte seinen gewesenen Freund. Die Folge war, daß Beide gerichtliche Strafbefehle über je 45 Mark erhielten. Beide erhoben Einspruch, worauf dieser Tage da» Schöffengericht denjenigen de» Gastwtrth» verwarf und die Strafe des Denuucianten auf 50 Mark erhöhte. Die Bestrafung de» Letzteren war erfolgt, weil er den Gastwirth zu der strafbaren Handlung verleitet hatte. Der vorfitzeude hob bei der Urtheilsverkündung hervor, daß dte Anzeige und die Art der Rache Zeichen einer gemeinen Grfiuuung seien und eine empfindliche Strafe de»halb geboten sei. * In der Gewalt des Dalai-Lama. Der amtliche Bericht über die Abenteuer des englischen Forschungsreisenden Savage Landor in Tibet, ist jetzt in London erschienen. Es heißt darin u. A.: „Plötzlich stürzten sich die Thibetaner auf Mr. Landor und seine beiden Diener Chanden Sing und Mansing, nahmen sie gefangen und feffelten sie. Alsbald begann ein Verhör der Opfer. Der Träger Chanden Sing kam zuerst an die Reihe. Man machte kurzen Proceß mit ihm und gab ihm 200 Peitschenhiebe. Für die Nacht wurden die Gefangenen getrennt. Am nächsten Tage wurden Landor und Mansing gefeffelt auf Pferde gesetzt, und im Galopp nach Gatschio gebracht. Unterwegs wurde an den Handschellen, die man Landor angelegt hatte, eine lange Leine befestigt, deren Ende einer der begleitenden Reiter in die Hand nahm und mittelst deren er, während der Ritt fortgesetzt wurde, versuchte, Landor aus dem Sattel zu ziehen, damit er unter den Hufen der nachfolgenden Pferde seinen Tod fände — ein für die feige Grausamkeit der Tibetaner bezeichnender Zug; vor einer offenen Tödtung des Europäers schrecken fie zurück. Als Landor völlig erschöpft bei der Ankunft in Gelschio um einige Minuten Ruhe bat, antwortete man ihm höhnisch, diese sei überflüssig, er werde sogleich enthauptet werden. Er wurde darauf von mehreren Lamas gepackt, feine Beine so weit als möglich auseinandergezerrt und er mit nacktem Rücken so fest, daß das Blut hervorbrach, auf scharfkantige Pfähle gebunden. Alsbald ergriff ein Mann, den alle „Nerba" nannten, Landor bei den Haaren und ein anderer brachte ein rothglühendes Eisen seinen Augen so nahe, daß er erblinden zu müffen glaubte. Darauf kam einer mit einem scharfgeschliffenen Schwert, berührte mit der Schärfe । Landors Hals, wie um die richtige Stelle zur Enthauptung ! herauszufinden, und führte dann einen sausenden Hieb dicht über den Kopf des Gefangenen hinweg. Diese Prozedur, bei der Landor unwillkürlich seine Todesstunde für gekommen halten mußte, wurde ein halbes Dutzend mal wiederholt.". . : Wie aus früheren Berichten erinnerlich, blieb Landor das Schlimmste erspart, er gelangte auf englisches Gebiet zurück, hat aber eine dauernde Schädigung seiner Gesundheit von den schrecklichen Strapazen davongetragen. * Untergegaugrn ist vermuthlich mit allen an Bord befindlichen Personen der am 29. September von Swansea nach Rotterdam abgegangene Dampfer „City of Bristol". An die Küste von Cornwall sind zwei Leichen und ein Boot angetrieben. * Fund eine» Wikingerbootes. An der Südkante des Lebasees stießen einige Wiesenarbeiter beim Grabenauswerfen vor kürzerer Zeit auf ein altes Fahrzeug, welches der Grundbesitzer, Regierungsrath v. Somnitz, nunmehr im Beisein des Professors Lemcke aus Stettin hat freilegen lasten. Der sehr sorgfältig gearbeitete Schiffskörper war in seinen unteren Theilen in einer Länge von IS1/,. Meter vollständig vorhanden und so gut in dem Sande, der ihn überdeckt hatte, erhalten, daß ein Transport dieses tausendjährigen Schiffe» ins Museum nach Stettin, dem Herr v. Somnitz es zu überweisen beabsichtigt, ausführbar erscheint. Alle Bestand- theile des Fahrzeuges, das auf Kiel gearbeitet ist und besten Planken nach Art der Wikingerschiffe geklinkert find, bestehen nach der „Danz. Ztg." aus Eichen- und aus Eibenholz. Die Nägel und Spunde sind besonders sauber geschnitzt. Die Abdichtung der Planken ist durch einen langfaserigen Wurzelstoff geschehen. Einige Theile sind vermittelst Bindewerks befestigt. Im Hinteren Theil des Schiffes fand sich ein wendisches Gefäß, welchem das gleiche Alter zuzuschreiben ist, wie dem ganzen Schiff, das übrigens ebensowohl zum Rudern wie zum Segeln eingerichtet war. Wie die noch vorhandenen Befestigungsanlagen zeigen, stand der Mastbaum auf der mittelsten von 11 Rippen. • Die Wiener Feuerwehr zu Rad. Der Wiener Stadtrath hat in seiner jüngsten Sitzung 3000 Gulden ausgeworfen, um die städtische Feuerwehr mit Fahrrädern zu versehen. Außer Zweirädern sollen auch Vierräder zur Verwendung kommen, welch letztere zur Beförderung von Feuer- lösch-Geräthschaften dienen. Es soll damit bezweckt werden, daß bei kleineren Bränden das Ausrücken der großen Wagen vermieden wird. * Das Wildem im Sachftnwalde nimmt in letzter Zeit wieder sehr überhand. Vor einigen Wochen wurden mehrere feingekleidete Herren von Forstbeamten ertappt, als sie ein erlegtes Reh in einem Reisekoffer zum Bahnhof zu schaffen bemüht waren. Neuerdings wurden wieder verdächtige Schüste im Walde gehört, worauf sich die fürstlichen Forstbeamten nach dem Orte begaben, wo man die Schützen vermuthete. Sie fanden und verhafteten dort einen Menschen, der sich an einer Stelle aufhielt, wo ersichtlich ein Stück Wild soeben ausgeweidet worden war. Er gab an, daß ein Anderer eben einen Rehbock geschossen und davon getragen habe. Die Beamten eilten zur Bahn und erfuhren, daß ein Mann soeben mit einem verdächtigen Packen nach Hamburg gefahren sei. Auf telegraphische Anfrage wurde dann auch auf dem Berliner Bahnhof in Hamburg der Betreffende mit dem erlegten Reh- bock abgefaßt und verhaftet. * Vom weißen Rössel. Die letzte Nummer der „Deutschen Bühnengenoffenschaft».Zeitung" enthält folgende Mittheiluvg: „Der Wirth vom Weißen Rößl' ist gestorben". Da» ist die Hiob-post, dte an» der Stadt Laufen kommt. Dort haben die Verfasser de» zugkräftigen Lustspiele» „Im weißen Rößl' die Anregung zu Stoff gesunden. Der Rößlwirth hieß Mathia» Aigatr. ♦ Christoph Columbus' Gebeine werden nun nach langen Irrfahrten wieder in ihre Heimath zurückbefördert werden. Genera! Blauco, der letzte spanische Statthalter von Cuba, hat dieser Tage einen Befehl'erlassen, wonach der Sarkophag mit den Ueberresten de» großen Entdecker» von seinem Postament entfernt werden soll, damit eine feierliche Uatersnchung der Gebeine stattfinden kann, ehe ;fie zur Verschiffung nach Spanien verladen werden. Bekanntlich besteht ein Zweifel, ob da» Hauptheiligthum de» Dome» an der Plaza de Arma» in Havannah wirklich die Gebeine Christoph Columbus' und nicht die eines feiner Verwandten birgt, von denen einige, wie fein Sohn Diego, fein Bruder Bartolomeo und mehrere Enkel gleich ihm in der Cathedrale von Santo Domingo auf Haiti betgesetzt waren. Columbus hatte vor feinem Tode angeordnet, mau solle seine Leiche nach Westtudien bringen und in der ersten großen Kirche der neuen Welt, eben jenem Dome von Santo Domingo, bestatten. Indessen brachte mau den Leichnam erst zu den Frauzirkanern nach Valladolid, sieben Jahre später in» Kloster der Santa Maria de la» Cueva» nach Sevilla, und dann erst erinnerte man fich seine» Wunsches und überführte den Sarkophag, 31 Jahre nach dem Tode, nach Haiti. Al» dann der Baseler Friede 1795 zwischen Spanien und Frankreich die Abtretung Haiti» an die franzöfische Republik verfügte, nahmen die spanischen Behörden ihren Columbu» mit nach Cuba, wo er im Dome zu Havannah mit großen Feierlichkeiten beigesetzt wurde. Achtzig Jahre darauf, d. h. vor etwa zwanzig Jahren, wurde in Sarno Domingo ein bi» dahin unbeachteter Sarkophag au» einer vergessenen Gradkammer anfgestöbert, den man in Haiti für den echten Columbus erklärte. Wie dem auch fei, die Spanier halten au der jetzt im Dome zu Havannah befindlichen Reliquie als ihrem größten Schatz in ganz West- Indien fest, und die Untersuchung der Gebeine wird eine der letzten Haupt- und StaatSactioneu unter der gelbrothen Flagge sein. Der Generalstatthalter selbst, der Erzbischof, der Justtzmtntster, der Dompfarrer, ein Ausschuß aller Militärbehörden und der Civilverwaltung werden der feierliche« Oeffnung deS Sarges durch den Colonialbaumeister und der Prüfung seines Inhaltes durch den PhysicuS beiwohnen» Die frommen Spanier, dte ihren Columbu» wie einen Heiligen verehren, wird der Besitz seiner sterblichen Ueberreste leicht über den Verlust der Perle der Antillen trösten, denn die Perle dieser Perle war eben Cristobal Colon» Scelett. * Hebet da» Alter der Landenge von Panama hat der amerikanische Geologe Hill eine neue Arbeit veröffentlicht, welche die Frage in ihren wesentlichen Punkten zur Entscheidung bringt. Früher gingen die Meinungen darüber auseinander, ob da» nördliche und da» südliche Amerika bi» in dte ältesten Zetten der Erdgeschichte in Zusammenhang gestanden hat, vielleicht sogar durch eine brettere Landver- htndung al» heute, oder ob die Landenge von Panama erst in neuer Zett fich au» dem Meere, da» früher die beiden Erdihetle trennte, emporgehoben hat. Die geologischen Untersuchungen haben e» schon vor einiger Zett genäß gemacht, daß die letztere Anficht die richtige ist, aber über dte Zeit, tn der die Landverbtnduug hergestellt wurde, war man noch nicht ganz im Klaren. Nach den Schlüffen von Maack soll dte Landenge ganz neuer Entstehung fetn, wetl angeblich ans ihrer höchsten Erhebung Meerrsmuscheln zu finden find, dte dem letzten Abschnttte der Erdgeschichte angehören. Daß eine Verbindung zwischen dem Mexicanischen Golf und dem Stille» Oceau an dieser Stelle noch vor nicht allzu langer Zett bestanden haben muß, wurde auch durch eine gewiffe Aehnlich- keil in der Thierwelt beider MeereStheile nahegelegt. Die neuesten Forschungen haben nun gezeigt, daß diese Aehnlich- ketten tn der Thierwelt de» Caratbtschen und deS Pacifischev Meere» doch nicht so groß find, wie man bisher angenommen hat- die Gattungen der MeereSthiere find allerdings z» beiden Seiten der Landenge tm Allgemeinen dieselben, dü Arten aber find verschieden. Hill hat durch feine sehr genauen Untersuchungen an Ort und Stelle das größere Alt« der Landenge von Panama bestätigt gefunden. Er ist z» dem Ergebntß gekommen, daß das nördliche und das südlich« Amerika wenigstens seit der Periode des Oltgocän miteinander verbunden gewesen find und daß schon seit der Jura-Zt^ 1 Ulf bn >6 Sy* te**’,* d°mit b^ckt" ^ASi t» Ite 5W, 52?Baib««Ä ’“l,n «rtoppt, Xi, £,NnH JÄJ .Ä® F-r-dmÄ Ä™ *"»S in Ä'krt « ■ "' ba[("’ Mtrn (in » 8'ttijn HM, j. n'ba6 kin Rom joiin «a*9 getarnt h ltt M auf dm Berlmer 16 tott dem «letzten RH Emmndn.DmW alt solzendr Mtuhrilllr-: ist gestorben". $ai iß lausen kommt, tir 1 Lustssttkle» ,3m veißa ru. LerWmKth h^ Verben nun nach langer । MÜibeftlbm titibit. i DtntthÄter von dito, i, toonad) brr Torkoph«, deckrr» von ieinemW: mt feierliche Uaterfn^ani .sie zur LerWoog aac utlich besteht ein tz«tis, $ an der Plaza be flirt! Christoph Loinmbu» nt1 birgt, von benen riniz! Vartolomev unb wehren von Santo Domingo ii ! hatte vor seinem Ich ! nach Westinbirv bringe ir neuen Weit, eben jtao hatten. Jubesien W Manern nach LMoli: brr Santa Mria be Int ninnntt man sich feinet Maa, 81 W" n.ii bk Äbttrtuv- W 0 , B«eu bk \V* i> Cuba, tto n im ®« ttchketun betgesetzt ttaiU tu mb!°»«>» Sn!!»,-! ■ Mfiipibirt, 1« lläiil. »*-»««•» 01 W i» 8’WU SM ®H i«R®,r )(t 6tW »i»1 d” "w iß der Srzb^';. *Urt *,S w„btn dn ftlttM» b« HM ‘'X Wb«iwii ei*RJ SvBeu 'rösten/ Ai ---«'X h«. w oge von daaav ^ •tiS s 1 W cn>n*t flinerib t' SisJ»* x-rSs S?,sL- SüS ,n»” s - ?SS Ä’w* “so »i“1”1" ui i4’" nur eine schwache MeereSvrrbmduvg zwischen den beider- dtifltn Dcfantn vorhanden gewesen sein kann. Da» Aus- 'andien der Landenge mag zwischen de« TocSn und de« O'.igocan sftaeegksunden haben, damals war sie zweifellos erst »ehr schmal. Nach dem Olißvcäa hat es sicher keinen 6 an al «ehr zwischen den atlantischen und den paeifischen Wasiern gegeben. Dieses Ergebniß ist von Wichtigkeit auch in Bezug auf die Frage von der Entstehung der Eiszeit im nördlichen Europa, die von verschiedenen Forschern durch eine Ablenkung des Golfstroms zu jener Zeit erklärt wird- indem angenommen wurde, daß der Golfstrom durch die damals noch bestehende Oeffaung nach de« Stillen Dee an abgelenkr worden ist. Diese Erklärung wird nun durch die Untersuchungen von Hill zu Falle gebracht, denn die Eiszeit trat in einer Periode ein, die jedenfalls um Millionen von Jahren auf die Zeit des Dltgecän folgte, sodaß damals die Land- Verbindung zwischen den beiden Amerika sicher bereits bestand. * Enthüllung eines Biömarckdenkwals. Sonntag Mittag wurde tu Wiesbaden da» von dem Proseffor Herter- Berltn geschaffene Denkmal de» Fürsten Bismarck enthüllt. Die Feier begann «it Militärmufik und Beiträgen der Männergesangvereine- die Festrede hielt Stadtrath Bartling, worauf Oberbürgermeister Dr. v. Jbell Namens der Stadt Wiesbaden das Denkmal übernahm. ES zeigt die Recken- nestalt des großen Kanzler« im Waffrnrock der Halberstädter Kürassiere mit Helm und ohne Mantel. Da» Auge wendet sich nach links. Die rechte Hand hält eine Urkunde, die linke umfaßt kraftvoll den Griff de» Palasche». Am Postament sitzt vorn ein Mädchen aus dem Volke, eine Palme auf dem ^chooße und in der erhobenen Rechten einen Lorbeerzweig. Au der linken Ecke auf der Rückseite schirmt ein Adler die Insignien der Kaiierwürde. Auf der rechten Seite des Postaments liest ein Jüngling in den Ruhmesblättern Bismarcks- vier sieht «an den «ernspruch des Kanzlers: „Wir Deutschen fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt". Die Inschrift in Goldbuchstaben lautet einfach: Biim^ck. Das Postament ist rother Granit, die bildnerischen Theile find in Bronce gefloßen. . Rächst jener Insel der „Seligen", zu der leider noch immer nicht der Weg entdeckt ist, dürste wohl ein seltsames Eiland im Atlantischen ücean da» unerreichbare Ziel der Sehnsucht mancher Staubgeborenen bilden. Diese» Inselchen, von dem jetzt Sunde in die Welt dringt, liegt etwa zwei Meilen von den Küstenstädten Brunswic (Braunschweig) im Staate Georgia in Nordamerika entfernt und trägt den wenig poetischen Namen „Jekhl-Island*. Es ist das Eigenthu« von ungefähr hundert Millionären, die es vor einigen Jahren für eine halbe Million Mark avkauften und bereits viele Tausende darauf verwandt haben, um die vom Meere um- lpülte 14,000 Morgen große Fläche Landes io ein wahres kleines Paradies zu verwandeln. Die Besitzer find sämmtlich Mitglieder des amerikanischen ^Millionärclubs", und so war eines der ersten Gebäude, die man auf Jekhl Island errichtete, ein prächiiges, unbeschreiblich elegant eingerichtetes Elub- hau», da», ganz den modernen Ansprüchen angeweffen, mit Dampfheizung und elecirtfcher Beleuchtung versehen ist. Die stets für Gäste bereit gehaltenen Schlafzimmer in de« Elub- Hotel find von Doppelwänden nmschloffev, zwischen denen sich eine Polsterung von Holzwolle oder Roßhaar befindet, damit in diese mit jeglichem Eowsort ausgestatteten Räume kein Laut von Außen dringt, der den Schlummernden stören könnte. Unter den S erblichen, von denen fast jeder dorr sein eigenes palastartiges Haus' besitzt, das er für kürzere oder längere Zeit im Sommer bewohnt, um seine Zeit mit Jagen, Fischen u. s. w. todtznschlagen, findet «an selbstverständlich die bekanntesten Millionäre, wie die Rock-fellers, Banderbilts, Goclets, AstorS, Goulds, CuihingS und Andere, viele Uankee-Nabobs, die nicht zu dem Elub und somit auch nicht zu den Etgenrhümern der Insel gehören, können mit Leichtigkeit Einladungen von irgend einem der zeitweiligen Bewoh ier des kleinen Eden erhalten. Die Herrschaften find außrrordenttch gastfreundlich und sehen gern lustige Gesellschaft um sich. Auch solchen, die für sich dort einige Wochen oder Monate leben wollen, bietet fich Gelegenheit. Sie haben nur nöthig, einem gerade nicht auf Jekyl-Jslavd fich aushaltenden Giö:u» die Offerte zu machen, ihm seine Insel- Villa auf eine bestimmte ßeit abzumiethen. Der Mann geht mir seltenen Ausnahmen schon au» Gefälligkeit darauf ein und erhält gewöhnlich für den Tag einen MtethSprets von 30 bis 50 Dollar» für den ganzen Palast. Für Fremde ist es unmöglich, auf der Insel zu landen, da überall Wächter in ihren reizenden Eotlaqes die Küsten vor Eindringlingen beschützen. Die Millionäre find also auf ihre« fein vom Getriebe der Großstadt liegenden Eiland sicherer vor Eindringlingen als in ihren Injariöfen Palästen in den großen Städten. * Sin vornehmer junger Engländer war. versehen mit wirksamen Empfehlungen, in die Hauptstadt eines der sächsische« Herzoglhümer gekommen. Ein Hofherr führte chn in der Stadt umher. Man gelangte an das Gartenhaus, das Goethe bewohnt hatte. „§ier hat", sagte der Führer, „Goethe im Sommer gewohnt*. — „Soa?" antwortete der Sohn Englands. „Und uo uohnt er jetzt?* Kirchennoth in Deufsch-W-AfriKa. Schon lange ist für die Svangelischm in Dar-eS-Salaam, der Hauptstadt unserer Eolonte. der Bau einer evangelischen Kirche «15 dringendes Bedürsntß anerkannt. Die katholische Gemeinde, bet Weitem kleiner, besitzt drei Gotteshäuser. Der evangelische Gottesdienst wird in einem kleinem Raume, welcher stüher al» Krankenbaracke diente, abgehalten. Alle Bemühungen, die Baugelder au« öffentlichen Mitteln zu erlangen, stnd sehlgeschlagen. Die seiner Zeit von den zuständigen Behörden entworfenen und von Sr. Majestät genehmigten Baupläne erfordern einen Kostenaufwand von rund 150 000 Mk. Zur Deckung ist zunächst eine allgemeine Ktrchm* collecte in Aussicht gestellt. Das Ergebniß derselben aber wird bei Weitem nicht zur Bestreitung der Kosten reichen. Wir stnd deshalb auf private Sammlungen angewiesen. Zu diesem Zwecke hat sich hier ein Kirchenbau Verein gebildet. Vorläufige Sammlungen In der Colonie haben bereits rund 10000 Mk. ergeben. Zur Aufbringung de« Restes wenden wir un8 vertrauensvoll an di« Opfer- Willigkeit unserer Landsleute in der Heimath mit der Bitte, auch an ihrem Thetle durch Beiträge ein der eoangelischm Gcmeinda würdiges Gotteshaus bauen zu helfen. Beiträge, über deren Empfang öffentlich quttttrt wird, nimmt die Expedition de» .Gießener Anzeiger", sowie auch der z. Zt. auf Urlaub btsindliche Secretär bei dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch Ost-Afrika, Herr Georg Bickel zu Gießen, entgegen. Dar-es-Salaam, den 5. August 1898. Der geschäftsführende Ausschuß. gez. Ebermater, c. Oberrichter, grz. v. Beringe. Prem. Lieutenant, gez. Häberle, Vorst, der Ealculatur. gez. Roloff, Pfarrer. gez. Schultz, Bierbrauereibesttzer. Bekanntmachung. Nachdem nunmehr die Liebigstraße zwischen der Frankfurterstraße und der Ludwigstraße unbeschränkt dem öffentlichen Verkehr übergeben ist, bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der oberhalb der- fdben gelegene Theil des ehemaligen Riegelpfades vom 15. d. Mts. ab für dm öffentlichen Verkehr geschloffen wird. Gießen, den 8. October 1898. 10107 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnanth.__ MMp it GiltcmrstchmiW.! Freitag den 14. l. Mts., Nachmittags 3 Uhr, sollen in, dem hiesigen alten Rathhanse die auf den Namen der Ehr. Nebe'schen Eheleute stehenden Grundstücke, Hofraithe und Feldscheuer, wie solche im Gießener Anzeiger näher bezeichnet waren, einer dritten und letzten Versteigerung ausgesetzt werden. Karte und Pläne über die Grundstücke liegen im Versteigerungslocale von 2 Uhr ab auf. 10054 ___________Die Concnrsverwaltnng. Täglich frische Sendung hochfeiner Fjiftahm-Tafklblltter, ä Pfund 1,24 Mk., empfiehlt 9885 G. 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Hessische Obl. 100.85 3 Portugiesen 24.20 4 Stadt Darmstadt v. 1891 100.20 6 Mexicaner 98L0 4 Stadt Worms unk. b. 1901 100.00 4 Monopol-Griechen von 1887 43.90 3 Oesterr. Staatsbahn v. 1885 90.30 4 Eisenb. Rentenb. Obl. 101.60 3 Jtal. staatsgar. Eisenb. 58.10 4 Buderus Obl. 000.00 87, Frankftr. Hyp. Bk unk. b. 1906 99.30 37, Hambrgr.Hyp Bk.unk.b.1908 99.50 37, Frkf.Hyp.Cred.V unk.b.1906 98.80 3'/, Preuß.Hyp A-Bkunk.b. 1905 99.20 4 dro. unk.b.1907 102.50 37, Pomm.Hyp.A.Bk.unk.b.l906 100.00 37, DeutsckeGrdsch.B.unk.b. 1906 99.00 4 Frkf.Ldw.Cred.Bk.unk.b.1900 100.75 2o Franken-St. Enpl. Sovereigns Dollars in Gold Darmst. Bk.-Actien Gelds orten: Geld 16.15 20.34 4.17 Brief 16.19 20.38 4.20 Franz. Banknoten Oesterr. dto. Arneric. Brief Geld —.—I 80.65 —.— 169.75 -.-I4.191/, 298.0k Abendconrser 151.70 s Oesterr. Credit-Actien t. Burkhardt. — Druck und «erlag der Brühl'schen UrlwerfitätS-Birch. Heb Steindrnckerei (Pietsch Erben) tu Gieß«. brizelegt. 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