1898 Mittwoch den 13. Juli Gießener Anzeiger n. General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ttreis Gieren Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Theil hme bei dem cbüebenen: > t Feuilleton. 6912 er- 1881 ort' Allr Anzeigeii«BermnllungSstcllen deS In- und ÄuglanM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Lorm. 10 Uhr. die trostreichen 'abe, und den V. sagen wir r-t-> v. Orscheint tägttch mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener AamikieuvlLtter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. t 1(5 1! I V 101* iifr1 Redaeüon, Expedition und Druckerei: Schntftraße Ar. 7. Vergangenes, das man zurücksehnen dürfte, es giebt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen des Vergangenen gestaltet, und die erste Sehnsucht muß stets productiv sein, ein neueres Besseres erschaffen. (Am 4. November 1823.) Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze». Fernsprecher Nr. 51. n. sammlung ds S Uhr, i. iege nach Harnbild i ßorflanbei. itywM W) p x Vorstand. reichen, hatte Andree schon seit Jahren erörtert. Bereit» lm Sommer 1896 hatte er die Durchführung versucht. Auf der Dünen-Josel, am Virgohasen, hatte er eine Ballonhülle errichtet, doch kam e- nicht zum Aufstieg, da sich Südwinde eicht einstellen wollten, bet Nordwind aber der Aufstieg zwecklos erschien. Zudem war die Jahreszeit schon so weit fortgeschritten, daß Andree an die Umkehr denken mußte: Lude August machte er ftch auf die Heimreise. Vorher aber hatte er noch eine große, herzliche Freude: am 14. August kam die „Fram" Nansen- in Sicht, und man kann fich wohl vorstellen, wie überrascht die beiden Forscher bet ihrer Be- gegnung waren, denn Nansen harte keine Ahnung von der Andröe'schen Expedition. Da mag e» wohl ein gewaltiges Frageu auf beiden Seiten gegeben haben. Wa- Andröe 1896 nicht auszuführen vermochte, dawagte er das folgende Jahr mit seinen Gefährten Strindberg und Fränkel, — drei todesmuthige Pioniere der Wissenschaft. Denn daß sie ihr Leben in die Schanze schlugen, war ihnen klar- nur den Himmel über sich und Et- und Waffrr unter fich, wollten sie den Nordpol erforschen. Die Erregung in btt ganzen eivilifirten Welt über den idealen Heldenmuth btt Forscher war somit begreiflich, die der Stockholmer noch begreiflicher: war es doch ihr Landsmann, der sein Leben tiasetzte, um der Wiffenschaft einen Dienst zu leisten. Da» „Sveoska Panoptiken" in Stockholm, in welchem die Andlö:« Gruppe nrbst ihrer BallonauSrüstung ausgestellt war, hat siebenen: W-iz. Wadelphia, 7024 M., Nach, eget dies mb seine chenTöne nicht mit rechendem n Fama \i gestellt' Die beste rden kann, genießen alle jene ,licht Ent "ach kurzem, unser lieber Nezugsprei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloha. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf», vierteljährlich. schon aogrtreten haben. Dieselben verfolgen zwar in erster Linie wiffenschaftliche Zwecke, dann aber werden die Theil- nehmer auch Alles aufbteten, um Spuren von Andräe und seinen Gefährten zu finden. Eine deutsche Expedition unter Führung des CapitänS Rüdiger befindet fich auf der „Helgo- land" bereits in den Etsregionen. Ob daS Schiff freilich den Anforderungen, die an seine Seetüchtigkeit gestellt werden, fich gewachsen zeigen wild, muß die Zukunft lehren. Die ersten Tage der Reise waren nach dieser Hinficht nicht ge- rade viel versprechend. ... Die Jädertn'iche Expedition, welche von Schweden und Rußland gemeinsam ausgerüstet worden ist, scheint ihrer Aufgabe schon eher gewachsen zu sein. Schweden stiftete sür sie allein 150,000 Kronen und stellte ihr außerdem noch das Mtnenboot „Ran" zur Verfügung. Der Erforschung des Franz-Joseph Lande- gilt die Notharst'sche Expedition, welche von Schottlands Nordküste aus abgesegelt ist. Die größten und wahrscheinlich auch berechtigtsten Hoffnungen werden auf die Expedition Sverdrup gesetzt, welche die Reise von Chrtsttania aus angetreten hat. Die „Fram", das Schiff Nansens, hat die Mitglieder auf» genommen, wie denn die ganze Anlage der Route als eine Fortsetzung der Nansen'schen Polarsahrt gedacht ist. Die „Fram" ist gründlich revidirt und mit baulichen Verbefferungen versehen worden, und da da- Schiff fich schon einmal so glänzend bewährt hat, ist wohl zu hoffen, daß es jetzt erst recht seetüchtig sein wird. Capitän Sverdrup, Polarschiff „Fram" — das fiud zwei Namen, die große bedeutsame Erfolge versprechen. Gelingt es dieser Expedition nicht, Spuren von Andröt zu finden, dann muß das Barometer unserer Hoffnung auf den Nullpunkt finken. Dann ist wohl anzunehmen, daß die drei Forscher ihren kühnen Wagemuth mit dem Leben bezahlt haben und das rothe Extrablatt des „Aftondladet" vom 16 Juli 1897 ihren letzten Gruß enthielt. aufzugeben vermögen. In dieser Ahnung liegt das Geheimnis des ewigen Fortstrebens nach einem unbekannten Ziele." Also die „Veredlung des Sinnlichen" und das „Geheimniß des ewigen Fortstrebens" sind ihm die Grundlagen des Glaubens an das Unsichtbare und Ewige. In der „Veredlung des Sinnlichen" war für Goethe höchstes Vorbild sein Schiller; denn „hinter ihm in wesenlosem Scheine lag, was uns Alle bändigt, das Gemeine." So erinnern auch folgende Worte aus den Unterhaltungen unmittelbar an die obigen: „Es hat nie in einer Menschenbrust ein großartigeres Gemüth gewohnt, eine reinere Gesinnung als bei Schiller; er wußte jeden Gegenstand gleich zu veredeln und den Zuhörer in lichtere Regionen zu erheben." (Am 22. September 1822.) Und das Geheimniß des ewigen Fortstrebens war für Goethe Kern und Stern seines Lebens. „Ei, bin ich darum 80 Jahre alt geworden, daß ich immer Dasselbe denken soll? Ich strebe vielmehr, täglich etwas Anderes, Neues zu denken. Man muß sich immerfort verändern, verjüngen, um nicht zu verstocken." (Am 24. April 1830.) Dies „fortwährende Werdende", wie er es an einer anderen Stelle der Unterhaltungen nennt, beschränkt sich ihm nicht auf das Zeitliche; aus dem Bewußtsein unbegrenzter Fortentwickelung entsprang ihm die Ueberzeugung unserer Fort- dauer. Daher heißt es in einem anderen Gespräch: „So war ich stets und werde es bleiben, so lange ich lebe, und darüber hinaus hoffe ich noch auf die Sterne; ich habe mir so einige ausersehen," fügte er scherzend hinzu, „auf denen ich meine Späffe nock fortzutreiben gedenke." (Am 8. Juni 1821.) In demselben Sinne bewegt sich ein Wort Goethe's in einem Gespräch am 26. Januar 1825. Es lautet: „Ich muß gestehen, ich wüßte nichts mit der ewigen Seligkeit anzufangen, wenn sie nicht neue Aufgaben und Schwierigkeiten zu besiegen böte. Aber dafür ist wohl gesorgt; wir dürfen nur die Planeten und Sonnen anblicken: Da wird es auch Mffe genug zu knacken geben!" Beginnt man in solcher Weise die herrlichsten Stellen aus diesen Unterhaltungen auszuziehen, so ist es schwer ein Ende zu finden. Folgen möge hier noch Goethe's Aeußrrung über die „Erinnerung": „Was uns irgend Großes, Schönes, Bedeutendes begegnet, muß nicht erst von außen her wieder „er nnert", gleichsam „erjagt" werden, es muß sich vielmehr gleich von Anfang her in unser Inneres verweben, mit ihm eins werden, ein neueres besseres Ich in uns erzeugen und so ewig bildend in uns fortleben und schaffen. Es giebt kein ■’it. 161 Zweites Blatt Deutsches Reich. Berlin, 11. Jali. Der Kaiser ist an Bord der „Hohenzolleru" gestern iu Gudwaugen augekommen und heute wieder in See gegangen. Berlin, 11.Juli. Die Entlassung des Freiherr» v. Hammerstein aus dem Moabiter Zuchthause soll, wie eine Correspondenz meldet, nahe bevorstehen. Die bevorstehende Entlassung deS Fretherrn v. Hammerstein gründet fich auf § 23 des Strafgesetzes, nach welchem zu Zuchthaus oder Gefängviß Derurtheilte aus der Haft vorläufig entlaffen werden können, wenn sie drei Viertel der Strafzeit verbüßt und fich während dieser Zeit gut geführt haben. Berlin, 11. Juli. Die „Nordd. Allgem. Ztg." theilt mit, daß nach einer hier vorliegenden Drahtmeldung aus Cienfuegos die Deutschen tu Santiago geborgen find. Da- deutsche Schiff „Geter" bringt die deutschen Paffagiere nach Vera Cruz. Berlin, 10. Juli. Die freisinnige „Voffische Ztg." spricht fich wiederholt in sehr energischer Weise für den Kampf gegen die Soctaldemokratie aus. Zu der Meldung des „Vorwärts" von Maffenmahregelungen, welche in Oberschlesfien von den Unternehmern vorgenommen sein sollen, schreibt nun die „D. Ztg.": „Die Soctaldemokratie hat gefürchtet, daß e- so kommen werde, und trotzdem hat sie fich nicht gescheut, das Elend uud den Jammer in die oberschlefstsche Arbeiterschaft zu tragen. Denn das ist so: wer von den oberschlefischen Werken entlassen worden ist, dem wird nirgendwo aufgethan, wo immer er in dem Beuthener Industrie Bezirke auch anklopfen mag. Der Bergwerks- und Hüttenbefitzer will Herr tn seinem eigenen Hause sein, und mit der polnischen Propaganda hat er so unangenehme Ec- fahrungen gemacht, daß er wahrlich nicht gewillt ist, den Betrieb feiner Arbeitsstätten durch focialbemokratische Agitationen stören zu lassen. Der oberschl'.fische Arbeiter aber wird nun erkennen, daß er von der Soctaldemokratie nicht- anderes als eine „Verelendung'^ feiner wirthschaftlichtn Lage zu erwarten hat. — Die „Hamb. Nachr." schreiben: Viele der bürger- lichen Elemente sind durch Aufhebung des Gesetzes, welches Goethe über Unsterblichkeit. In der zweiten Auflage des von Burkhard heraus- gegebenen Werkes „Goethe's Unterhaltungen mit dem Kanzler Friedrich von Müller" (Stuttgart, Cotta) finden sich einige Aussprüche Goethe's über Unsterblichkeit und Fortleben, die allgemein interessiren dürften: „Goethe sprach sich bestimmt aus: es sei einem denkenden Wesen durchaus unmöglich, sich ein Nichtsein, ein Aufhören des Denkens und Lebens zu denken; insofern trage Jeder den Beweis der Unsterblichkeit in sich selbst, und zwar ganz unwillkürlich." (Am 17. October 1823.) Neu mitgetheilt ist in der vorliegenden Auflage folgender Ausspruch: „Den Beweis der Unstrblichkeit muß Jeder in sich selbst tragen, von Außen kann er nicht gegeben werden. Wohl ist Alles in der Natur Wechsel, aber hinter dem Wechselnden ruht ein Ewiges." (Am 15. Mai 1822). In einem anderen, an einem Frühlingstage 1818 in Dornburg geführten Gespräche heißt es: „Das Vermögen, jedes Sinnliche zu veredeln und auch den todt-ften Stoff durch Vermählung mit der Idee zu beleben, ist die schönste Bürgschaft unseres übersinnlichen Ursprungs. Der Mensch, wie sehr ihn auch die Erde an, zieht mit ihren tausend und abertausend Erscheinungen, hebt doch den Blick forschend und sehnend zum Himmel auf, der fich in unermessenen Räumen über ihm wölbt, weil er tief und klar in sich fühlt, daß er ein Bürger jenes geistigen Reiches sei, woran wir den Glauben nicht abzulehnen, noch Bekanntmachung, bett.: die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Auf Grund des § 105, b Absatz 2 der Gewerbe-Ord imng und de- § 2 der Verordnung Großh. Ministeriums vom 2. October 1895 wird anläßlich der dahier stattfinden- den VerbandSauSstellung der Heerdbuchgesellschaften für die Zucht deS Vogelsberger Viehs am Torrutag, den 17. Juli l. Js. die Verkaufszeit für daS Handelsgewerbe auf die Stunden von 11 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Nachmittags ausgedehnt. Gießen, den 4. Juli 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. tafelten einen solchen Menschenaodrang gesehen, wie in den Julitageu des vorigen Jahres, tn jeder Buchhandlung, in jeder Zeitung, tn jedem Photographie - Album: 8nbi6t, Strindberg, Fränkel. ES herrschte eine Begeisterung, wie sie die wortkargen NordlandSrecken nur selten ergreift. AIS ich einen Monat später Christiania besuchte, hielt dieselbe noch an. Man feierte das 300jährtge Jubiläum des Bestehens der Stadt Trondjhew, der König wodnte den Fest- lichketien bei. Im Theater gab es Festvorstellung, Prolog, . . . . der Redner feierte den König, er pries Trondjhem, — eisiges Schweigen, er gedachte des Aufstiege» von Andree — ein Beifallssturm ohne Gleichen durchbrauste das Hau-! .... Ein Jahr ist seit jenen denkwürdigen Julttagen verflossen. Lebt Andree noch? Niemand vermag dtefe Frage zu bejahen. Sie kann aber auch mit Sicherheit nicht verneint werden, wennschon die Hoffnung auf einen glücklichen AuSgang tief, sehr tief gesunken ist. Man hat Brieftauben gefangen, — eine schien thatsächlich von Avdr6t ausgelassen -u sein — man hat im Weihen Meere einen „sremdartigen Gegenstand" auf dem Wasser treiben sehen, — angeblich ein Fetzen von AndrveS Ballon; man hat von einer Insel oben im Eismeer Schreie, Hilferufe vernommen, — eine dorthin entsandte Expedition fand jedoch keinerlei Spuren, die Menschen zurückgelassen haben könnten. Nachrichten, nach denen bald da, bald dort ein Ballon hoch oben in den Lüsten aufgetaucht sein sollte, find zu ungezählten Malen in die Welt geschickt worden, und die letzte Meldung, wonach ein amerikanischer Postkutscher Andrüe im Goldlande Klvndhke entdeckt haben wollte, ist wohl noch in Aller Ge- dachtnih. ES steht somit nur da» eine fest: seit dem Tage der Ballonauffahrt ist die Antne-.'sche Expedition verschollen, Niemand weiß, von welchem Schicksal die Aermste» betroffen worden find. Für diesen Sommer find eine Reihe von Polar- Expeditionen ausgerüstet worden, die zum Theil ihre Reise . 1898- Aa 5»^"" Andree har stigit upp! Ein Srinuerungsblatt an den 11. Juli 1897. Von Otto Fritze. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Den Plan, den Nordpol vermittel- Luftballons zu arntflb-DlL Xjtäiä» ■ d den Socialt»muß als strafbar und llaatSgefährlich kennzeich- nete, zu der Ansicht verleitet worden, daß die Socialdemo, kratie „Ansichtssache" sei, also eine Frage, deren Anhänger durch Gründe überzeugt und bekehrt werden könnten, kurz, eine Partei, mit der sich durch Vernunft und friedliche» Wort auf der Grundlage herrschender gesellschaftlicher Anschauungen verhandeln laffe. Jetzt sieht man allmählich ein, daß dies nicht der Fall ist, sondern daß der Kampf mit der Social- demokratie einzig und allein eine Machtfrage darstellt .... Deshalb muß die Regierung thalkräftig vorangeheo, rück- fichtSlo» und mit kräftiger Faust da eingreifen, wo da» Wohl des Staates es erheischt. Nicht mit geheimen Erlassen, sondern offen und bestimmt, damit Jeder weiß, woran er ist. — Die „Verl. N. N." schreiben zu den Vorgängen in Ham- borg: Die Solidarität der Hamburger Arbeitgeber gegen immer neue Herausforderungen und stärkeren Zusammenschluß der unter soctaldemokratischer Leitung stehenden Arbeiter ist kräftig zu begrüßen und findet hoffentlich weitere Nachahmung. ES gilt den Kampf, ob die Unternehmer die Herren im Hause bleiben sollen, oder der Willkür nicht nur der Arbeiter, sondern politischer Hetzer und Umstürzler verfallen, es gilt schließlich der Existenz des deutschen Gewerbes und Sürgerthum». Jedenfalls thuo die Hamburger Arbeitgeber sehr recht, wenn fie sich nach jeder Richtung rüsten. Weißenfels, 11. Juli. Der Delegirtentag de» deutschen Kriegerbunde» wählte zum nächsten Der- sammluugSort Osnabrück. Die Tagungen werden künftig alle zwei Jahre stattfillden. An den Kaiser wurde ein HuldiguogStelegramm geschickt. Den Verhandlungen wohnte der Oberpräfident v. Bötticher bei. Spezia, 11. Juli. Drei italienische Kriegsschiffe haben Befehl erhalten, nach Spanien abzugeben. Pari», 11. Juli. Der amerikanische Dampfer „Delaware" gerieth vor dem Hafen vor Philadelphia in Braud. Der Capitän Ingram bildete eine doppelte Kette der Matrosen, ließ die Boote herab und sämmtliche Pafla- giere, Frauen und Kinder zuerst, wurden gerettet. Der Capitän mir dem Revolver in der Hand hielt die DiSciplin so gut aufrecht, daß Niemand auch nur naß wurde. Zwanzig Miauten darauf flog daS Schiff, welches Munition für die ÄußeufortS an Bord hatte, in die Luft. Pari», 11. Juli. JauröS erklärte in einer Unter- redung, er bedauere, daß die Socialdemokraten in der Kammer nicht den Muth hätten, anzugeben, daß ein Thril der öffentlichen Meinung für Dreyfu» eintrete. Die Erklärung de» KriegSmintsterS fei ein indtrecte» Plaidohrr für die Proceß- reform. Madrid, 11. Juli. Die Regierung giebt allmählich die verzweifelte Lage Santiagos zu. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß sie jetzt trotz aller Ableugnungen mit allen Kräften auf den Frieden hinarbeitet. UebrtgeuS wird fie hierin von Silvela. dem Führer der Neu-Coufervativen energisch unterstützt. Nur fragt es sich, ob fie auch geschickt genug sein wird, diese Lösung und die zweifellos damit verbundenen Opfer dem Lande annehmbar zu machen. Cocafcs und provinzieller. Schotten, 11. Juli. Am gestrigen Sonntag hatte unsere Stadt sowohl als der Hoherodskopf und da» Lehrerheim zahlreichen Besuch au» der Wetterau. Der Gesangverein „Ltederkranz"-Friedberg machte einen Ausflug mit Damen nach dem Lehrerheim,- die „Cafinogesellschaft" von Reichelsheim suchte den Hoherodskopf auf und kehrte ebenfalls auf dem Rückwege im Lehrerheim ein. Die Gesommt- heit mag über 200 betragen haben. Leider war da» Wetter Vormittag» trübe, Nachmittag» regnerisch. Laubach, 5. Juli. Die am gestrigen Tage hier ein- getroffene Frankfurter Feriencolonte war diesmal zum ersten Male in der Lage, zur Verkürzung ihrer Reise die Eiienbahnstrecke Friedberg-Hungen benutzen zu köanen. Da hierdurch eine wesentliche Verbilligung der Reise eingetreten, so steht zu hoffen, daß künftighin, wie tu früheren Jahren, eine Doppelcolonie hierher verlegt wird. — Auf dem fünf Minuten entfernten Ramsberg, an den sich die schönsten Waldungen anschließen, find die städtischen Anlagen wesentlich erweitert worden,- da» hier stehende Au»ficht»hauS sowie auf umliegenden AuSficht»puukten stehende Ruhebänke haben durch den hiesigen Zwetgveretn de» „V. H. C." eine Wiederherstellung erfahren. t Wallernhaufe« bet Nidda, 11. Juli. Gestern beging der hrefige Krtegerveretn da» Fahnenwethfrst und hielt gleichzeitig der Bezirk-verein Nidda feinen diesjährigen Be- ztrkStag dahier ab, womit unsere Gemeinde noch da» Kirchweihfest verband. Die äußerst geschmackvolle Fahne unsere» Kriegerveretus ist in dem Geschäft de» Herrn Schultze zu Gießen hergestellt worden. t Rabertshausen, 11. Juli. Auf entsetzliche Weise kam unser Mitbürger Konrad Heinrich Koch gestern um» Leben. Derselbe war in seiner Scheuer mit Heruuterbesördern von Viehfutter auf dem Gerüst beschäftigt, wobei er jedenfalls infolge eines Fehltrittes auf den Teunenbodeu stürzte, denn daselbst fanden ihn seine Angehörigen bewußtlos mit tödt- licher Verletzung vor, der da» Familienhaupt auch bald erlag. • Berlin, 10. Juli. In einer Villa in der Brückenallee wohnt bet dem Kaufmann S. deffen fett Kurzem erblindeter Schwiegervater, ein Rentner B. Letzterer, ein besonderer Gönner der Drehorgelspieler, erhielt von S. regelmäßig Rollen mit Zehnpfeuutgstücken, um diese den „Hosmufikanten" zuwerfen zu können. Mittwoch Nachmittag nun kam ein Drehorgelspieler zu Herrn S. tn die Wohnung mit der Erklärung, daß mau ihm wohl trrthümlich ein Zehnmarkstück zugeworfen habe. E» stellte sich darauf heran», daß Herr B. statt der Rolle mit Nickelmünzen eine solche mit Zehnmark. stücken erhalten und von diesen bereits drei Exemplare Armen geopfert hatte. Herr S. erkundigte sich nach den Verhält- ntffen de» Drehorgelspieler» und erfuhr, daß dieser, ein ehemaliger Kaufmann, infolge einer Lähmung seiner rechten Hand seine Stellung verloren hatte. Der ehrliche Drehorgelspieler durfte zur Belohnung das Zehnmarkstück behalten und erhielt eine Anstellung im Geschäft de» Herrn S. » Rüderheim, 7. Juli. Die gestrige öffentliche Versammlung in Angelegenheit der Nationalfestspiele, die Abends 71/, Uhr begann, war sehr zahlreich besucht. Der Vorsitzende des Reichsautzschuffes, v. Schenckendorff, hielt seinen U/4 stündigen Vortrag über den „Zweck und die Ziele der Nationalsefte", der sehr beifällig ausgenommen wurde. Redner wußte den zahlreichen, zum Theil wohl noch nicht mit dem nationalen Unternehmen sympathisirenden Rhein« gauern die idealen Vortheile klar zu machen, welche die Nalionalfeftspiele für das deutsche Volk bringen sollen. Auch verstand er es, die wirthschaftlichen Vortheile des Unternehmens für die in Betracht kommenden rheinischen Städte darzulegen, so daß wohl Manchen, der allein für die Ideale sich an der „Spekulation" nicht betheiligen roiH, die pecuniären Erfolge locken mögen. Der Beifall am Schluffe feiner Rede bekundete, daß es dem Vortragenden gelang, neue Freunde für die Sache zu werben. Der Vorsitzende des rheinischen Aus- schuffes, Herr v. Beckerath, dankte Herrn v. Schenckendorff für die ausführliche Schilderung. Es wurde hierauf ein Ortsausschuß gebildet, dem verschiedene Herren beitraten, welche eine stete Förderung des Unternehmens versprachen. Der Vertreter Wiesbadens, Herr Bürgermeister Heß, ver- sprach seinerseits, im Wiesbadener Ortsausschuß eine eifrige Thätigkeit zu entfalten. Heute Vormittag begann hier eine Berathung der Vertreter des Reichs- und Rheinischen Aus- schuffes mit dem Magistrat der Stadt Rüdesheim zwecks Ankaufs des Geländes, dem noch einige Schwierigkeiten im Wege standen, die im Laufe des heutigen Tages behoben werden sollen. (Rh. K.) * Von de« Röntgenstrahle». In der jüngsten Nummer der Münchener „Medicinischen Wochenschrift" bringt Herr Privatdocent Dr. Rieder weitere Mitteilungen über die Wirkung der Röntgenstrahlen auf Bakterien und auf die mensch- liche Haut. Diese Mittheilungen sind infolge der practischen Resultate, die sich an die rein wissenschaftlichen Versuche an- schließen, von größtem, allgemeinen Jntereffe. Wir haben s. Z. ichon an dieser Stelle über die ersten Versuche berichtet, die Dr. Rieder in der Gesellschaft für Morphologie und Phyfio« logie im Januar dS. JahrrS mitgetheilt hat, und möchten heute nur kurz die weiteren Erfolge besprechen, die er mit Hilfe der neuen besonders geeigneten Voltohm-Röntgen- Apparate erzielte, welche die Voltohm ElectricitätS-Gesell- schäft A. G. München fertigt. Die Versuche wurden theils im Hygienischen Institut, theilS in der Medicinischen Klinik, wo solche Apparate im Gebrauch find, auSgesührt. ES er- qab fich u. A., daß die Tödtuug der Bakterien durch Röntgen- strahlen auch erfolgt, wenn die gleichzeitig mit den Röntgenstrahlen auftretendcn elektrischen Strahlungen beseitigt bezw. unwirksam gemacht wurden, so daß also die bacterientödtende Wirkung ausschließlich auf die Röntgenstrahlen zurückzuführen ist. Von besonderem Jntereffe ist die Anwendung dieser Eigenschaft der Röntgenstrahlen in der Praxi«, indem bei verschiedenen, besonder» Parafitären Hautkrankheiten, die in der Münchener Medicinischen Klinik nach dieser Richtung behandelt wurden, eine Reihe bemerkens- werther Heilungen erzielt worden find, wie z. B. bei Favus, PsoriafiS, Lupus, Leichentuberkeln und chronischem Ekzem. Dr. Rieder schließt seine intereffavten Ausführungen mit folgenden Worten: „Schien e» Anfang», als ob auf dem großen Gebiete der Medicin die Entdeckung Röntgens nur der chirurgischen Diagnostik Gewinn bringen sollte, so steht es jetzt bereits fest, daß auch andere DiSciplinen, d. h. normale und pathologische Anatomie, Embryologie, ferner die der Pathologie sowie die Diagnostik und vielleicht auch die Therapie der inneren Krankheiten, daran» Nutzen ziehen können. DaS Gebiet für die Verwendung der Röntgenstrahlen in der Medicin hat fich somit seit ihrer Entdeckung stetig vergrößert und so ist zu hoffen, daß die Erkenntmß ihrer Wichtigkeit speciell für Diagnose und Therapie immer weitere Verbreitung in ärztlichen Kreisen finden wird. • Rofenfreuude machen wir auf die neueste Nummer des practischen Rathgeber» im Obst- und Gartenbau (Frankfurt an der Oder) aufmerksam, die ganz den Rosen gewidmet ist und besonders zahlreiche Abbildungen neuerer Rosensorten enthält. Die Nummer wird auf Wunsch gern vom Geschäft»« amt genannter Wochenschrift umsonst zugeschickt. » Der Sport, dem heute alle Welt nach dieser oder jener Richtung huldigt, treibt wohl auch in der rauhen Jahreszeit seine BlÜthen, aber seine besten Tage har er doch im Frühling und Sommer. Demgemäß gelangt er jetzt in verschiedenen seiner Arten auch in „Ueber Land und Meer", der trefflichen Familienzeitschrift (Stuttgart, Deutsche Verlag»- Anstalt) zur Darstellung. Die neuesten Nummern und Hefte de» Blattes führen in Wiedergabe thatsächlicher Ereigniffe Scenen vom Turf und von der Rennbahn der Radfahrer vor Augen, und ebenso wird da» neueste Modefpiel, daö in England eifrig gepflegte, neuerdings auch in deutschen Groß- städten viel geübte „Golf", in Bild und Wort eingehend geschildert. ♦ Wieviel Geld lassen die Amerikaner in Europa? Nicht weniger als 25000 DankeeS begeben sich jährlich auf die Reife nach dem alten Continent, um besonders England, Frankreich und Deutschland zu besuchen. Die meisten halten sich ungefähr ein Vierteljahr in Europa auf; die Kosten der Reife sind für den Einzelnen natürlich je nach der Größe de» Geldbeutels sehr verschieden, aber im Durchschnitt kann man rechnen, daß jeder Amerikaner für Schiffs- und Eifenbahnfahrten, Hotelrechnungen und Einkäufe gegen 4000 Mark auSgiebt. Für alle diese Besucher Europas er- giebt das die Totalfumme von 100 Millionen Mark. England und Frankreich erhalten den Löwenanthell von dieser Summe; je 40 Millionen Mark bleiben in diesen beiden Ländern. In Frankreich sind es besonders die fashionablen Badeorte und vor allem Paris, die den Hauptantheil an oem Gewinn haben. Die amerikanischen Damen pflegen das meiste Geld in den großen Pariser Modemagazinen zu laffen, die Herren dagegen geben viel Geld bei den Herrenschneidern, den „TailorS" in London aus. In Deutschland sind es neben Berlin besonders Hannover, Dresden und W imar, die von Besuchern aus der neuen Welt aufgesucht werden. » Unsere Pilze. Der ursprüngliche, von der Natur fest- gesetzte Dienst de» Pilze», als SanttätSpolizei, ist nicht der einzige, welchen der Pilz dem Menschen erweist, er bildet für ihn auch eine vorzügliche und nährstoffreiche Speise. Als Fleisch im Walde könnte man ihn seinem Eiweißgehalte nach bezeichnen. Leider steht seiner allgemeinen Verwendbarkeit die Furcht einer Vergiftung durch ihn hemmend im Wege. Die Giftigkeit eines Pilze» ist nicht ander» festzustelleu, als den giftigen und den Speisepilz selbst kennen zu lernen. Ein-, solche eingehende Kenntniß ermöglicht uns da» neueste Heft der allbekannten illustrirten Familienzeitschrift „Zur Guten Stunde" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. 57. Preis des VierzehntagShefteS 40 Pfg.). Dem Aufsatze, der den obigen Titel trägt, ist ein vrächtigeS Farbenkunstblatt beigegeben, auf welchem unsere Pilze nach der Aehnlichkeit so gruppirt find, daß man die giftigen von den eßbaren sofort unterscheiden lernt. Auch die übrigen Darbietungen de» HefteS stehen wieder ganz auf der besonderen Höhe dieser ausgezeichneten Zeitschrift. • Die mittlere Lebensdauer in den Staaten Europas. Nach der Statistik von zehn Jahren gestaltet fich die mittlere Lebensdauer in den einzelnen europäischen Staaten folgender« maßen: In England 45 Jahre 3 Monate, in Belgien 44 Jahre 11 Monate, Schweiz 44 Jahre 4 Monate, Frankreich 43 Jahre 6 Monate, Oesterreich 39 Jahre 8 Monate, Preußen und Italien 39 Jahre. Da» höchste Alter wird durchschnittlich in Schweden-Norwegen erreicht, nämlich 50 Jahre- die niedrigste Ziffer weist Spanien auf: 32 Jahre 4 Monate. ♦ Ein förmlicher Sklavenhandel besteht noch in Kali« fornien bei den dort eingewanderten Chinesen. Der Menschenhandel wird von zwei Gesellschaften betrieben, die einen förmlichen Markt mit einer Masse von Kunden organL firt haben. In San Francisco gibt es augenblicklich etwa 8000 Personen, die mittelbar oder unmittelbar von Kauf oder Unterbringung weiblicher Sklaven leben. Man berechnet in San Francisco ungefähr 20000 Chinesen, von denen 5000 in Fabriken beschäftigt find, 5000 sollen Kaufleute sein, 4000 dienen als Befinde, und 3000 leben, wie gesagt, vom Sclavenhandel. Die Zahl der verheiratheten Chinefinnen schätzt man auf etwa 1000, wahrend die übrigen 1500 Sklavinnen im wahrsten Sinne de» Wortes find. Sie wurden in China durch List oder Betrügerei gestohlen und unter irgend einem falschen Vorwand nach Amerika geführt. Dort wurden fie wie Thiere an den Meistbietenden verkauft. Dor einigen Monaten wurde eine solche unglückltche Sklavin Oer bandelt, und da fie glaubte, ihr Berkaus stände mit de« Landesgesetzen im Einklang, ließ fie olle» Über fich ergehen. Als ihr Besitzer ihr sechsjährige» Kind wegnehmen und unter dem Vorwand, daß e» die Mutter beim Arbeiten hindere, verkaufen wollte, entlief fie und suchte Zuflucht in einem Miffion»hause. Erst dort erfuhr fie, daß amerikanische Ge« fetze nichts von Sklaven wüßten und daß fie völlig frei wäre. Aber der chinesische Consnl erschien bei den Miffionaren und verlangte die Auslieferung der Flüchtigen, „zur Ehre Chinas und der Chinesen", wie er sich au»drückte. Natürlich wies man ihm die Thür, der Vertreter de» himmlischen Reiches gab indeffen seinem Freund, dem Sclavenhändler, den Raih, da« Gericht in Anspruch zu nehmen, und das unglückliche Wesen mußte auch hier erscheinen. Der Proceß, der fich einige Zeit hinzog, endigte zwar endlich mit Ab Weisung de« Sclavenhändlers, doch ist es bezeichnend, daß die Chinesen die ©dotieret als eine Einrichtung auffaffrn, wegen der fie den Schutz der Gerichte anrufen können. In San Franzisco gilt eine kleine Chinesin von 9 bi» 10 Jahren 750 bi« 2500 Francs, und ein Mädchen von 12 di« 16 Jahren kann, wenn sie hübsch ist, einen Preis von 2500 bi» 7000 Francs bedingen. Für Frauen über die» Alter geht der Preis sehr in die Höhe, bis zu 20000 Franc», und da» Kapital, da» in dieser Weise placirt wird, gibt trotzdem eine Verzinsung von 20 bis 30 pCt. * Der Nutze» der Geistesgegenwart. In einem Artikel des Budapester TagblattS Über Baden und Schwimmen heißt es u. A.: „Besonders gefährlich für den Badenden und Schwimmer ist der Krampf. Wird man von einem krampfartigen Gefühl befallen, so ist eS am rathsamsten und besten, dem davon ergriffenen Gliebe einige plötzliche, starke und heftige Bewegungen, womöglich außerhalb deS Waffrrs, zu geben; sollte dies nicht» nützen, so muß fich der Schwimmer auf den Rücken legen und diese Bewegungen fortsetzen. Ei» Schutzmittel gegen den Krampf ist, wenn man die Glieder vor dem Baden mit einem rauhen Handtuch reibt. Zu welcher Bortreffllchkeit eß auch die Menschen im Schwimmen gebracht haben mögen, so ist eß doch bemerkenswerth, baß viele Schwimmer, die tnß Wasser fielen, hätten ertrinken müffev, wenn fie nicht durch fremde Hilfe gerettet worden wären. Die Ursache davon ist vielfach der Schreck. Eß ist bekannt, daß der menschliche Körper nach phyfikalischeu Grundsätzen schwimmen muß, wenn er nicht durch unsere Anstrengungen da.au verhüt'ert wird, daß etu Mensch in Salzwaffer, wenn er ganz ruhig mit außgestreckten Armen daliegt, schwimmen und frei athmen wird, und daß er daßselbe auch in gewöhn- l chem Waffer thuu kann, wenn er eine leichte Bewegung seiner Hände eintreten läßt. Sollte daher Jemand, der sich im Waffer befindet und nicht schwimmen kann, versuchen, gelaffen und ruhig zu bleiben, anstatt im Schreck alle mög' lichen Anstrengungen zu machen, die ihn nur erschöpfen nni zum Sinken bringen, so würde er vor dem Ertrinken fick leichter schützen. Die Plötzlichkeit deS Fall» wird ihn erst zum Sinken bringen, unmittelbar darauf aber hebt ihn das "WH aut M WS MS Itni VtsU^ Berlin: 315 »009 Anselme ° •*%!?£ - L182 (16 Züb"b.) MoiopMn tfW 157 fcolpl'«'11* LeipM 319 3174; d-lUM «- 59 iWM.Wn Nukdauni (.Wniaschjne y.mit Mrn 9lafs, Porzell 2 SBeinbojvlen, Hirschgeweihen, Z'tzeugschran Werkholz, 1 er u. M. IN ' Geihltt r\ i11' . Mb t'l FlNsch "bt,i QNil, «tfc 14 < W°nSSi £btIr an tn boa w ja w*eibÄ ftÖ** ä*1** S16 «** W tr bilbet fc. Mt £ .^»ribsrhaltr na* °'° «--».MM ™»«b Im «1|, 1,1 t'Meifa, ii “ra>’1««in. ®ii tritt o"'"* b->' ®a"> ®" t. 0« üMbeuluuftbiQt nölJ der «rWW 00 denktzbam svsoi, ; Darbietungen d,< Mtren höhe btyn 16 Maaten Snupri haltet fiih dle «iulm la ®taattn jolgtnbtir - KBGrn44Jch! / FMrrich43^ch! 'anatc, Puuhen uni wird burd)|d)nittlld ich 50 Jahre; bli !2 Jahre 4 Monall sttht noch in Ralt i Lhiorfr«. De, W& betrieben, bli t von Stauben oigotu t$ augenblid(id) et»: inulttelbat von Rai leben. Man berechn! Mesen, von btnn' 000 sollen Kauslevi >00 leben, wie gesa^ heirathrten Chinefinvi! »d bie übrigen 15W ittel find. Sie vnebo gestohlen und unhi merika geführt. Der »roten verkauft. 8t: lülklichr Sclaütn vei auf stäube mtt U» et tott xx# unb M um Arbeiten hindni jjtt Znftcht «n tloo dah amerikanische @i lb bah sie völlig st, ihn bei den MOv-" Flüchtigen, ,zur Th'' ch antbrückle. Nack ttreter bet hivwistch,- bim in «ihm«, ""b ** A*» m« «blti °>" ® ttSTÄt , Cbn bl.' «I ‘ ;s.s* . g, ,1« •* u«b ©ÄWI»"“" *5 I- ' °°i^ E 6! Mch rt .L-fa fltbi«* - «'"%I» •** 8*' *0^*5 «I» 11 ®1( t, (*S 1*'"? ui I» b-f*Ä »'•* •5*5» C«* ' Wasser wieder auf der Oberfläche empor; eine unglückselige Neigung aber, die Arme emporzustrecken, all ob er nach etwas fassen wollte, bringt ihn um die ganze Schwimmfähig kett und gewöhnlich auch um sein Leben." Wissenschaft, Literatur und Rrrnst. — Zur Reichstagsstatistik. Die Wablschlacht ist geschlagen und wieder sendet das deutsche Volk seine 397 Reichstagsabgeordneten in das Reichs Parlament. Die Zusammensetzung derselben, die i wachsende Wahlbelhetltgung seit 1871, die Verthetlung der Parteien nach Wahlbezirken, die Stimmenvelhältnisse rc rc. zeigt in übersichtlichster Weise die mit gewohnter Pünktlichkeit erschieneneG.FreytagS Reichstagswahlkarte des Deutschen Reiches, bie gegen Einsendung von 95 Pfg. in Postmarken durch jede Buchhandlung, wie auch vom Verlage G. Freytag & Berndt, Leipzig und Wien VII/1, zu beziehen ist und deren Anschaffung wir jedem ZettungSleser nach- | drückltchst empfehlen. i Universität- - Nachrichten. Besuch der reichsdeutschen Universitäten im Sommer-Semester 1898. Berlin: 315 cd. Theologen, 1468 Juristen, 1090 Mediciner, 2009 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 4882; darunter 650 Ausländer, 260 Hospitanten, 166 Hospitantinnen. 185 Professoren, 172 Prtvatdocenten, 3 Lectoren. München: 155 kath. Theologen, 1082 (206 Staatsw.) Juristen, 1182 (16 Zahnb.) Mediciner, 1169 (218 Pharm.) Angehörige der philolophtschen Facultät, zusammen 4028; darunter 226 Ausländer, 157 Hospitanten. 97 Professoren, 75 Prtvatdocenten, 2 Lectoren. Leipzig: 319 ev. Theologen, 991 Juristen, 586 (44 Zahnh.) Mediciner, 1234 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 3174; darunter 331 Ausländer, 368 Hospitanten. 153 Professoren, 52 Piioatdocenten. Bonn: 76 ev. Theologen. 291 kath. Theologen, 501 Juristen, 337 Mediciner, 770 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 1975; darunter 49 Ausländer, 90 Hospitanten, 80 Hospitantinnen. 96 Professoren, 44 Prioatdocenten, 2 Lectoren (1 der zugleich Extraordtn.). Halle: 433 ev. Theologen, 372 Juristen, 245 Mediciner, 554 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 1604; da- : runter 136 Ausländer, 90 Hospitanten, 6 Hospitantinnen. 93 Pro- । fessoren, 56 Prtvatdocenten, 5 Lectoren. Breslau: 82 ev. Theologen. 302 kath. Theologen, 417 Juristen, i 364 Mediciner, 422 Angehörige der philosophischen Facultät, zu- ! sammen 1587; darunter 26 Ausländer, 55 Hospitanten, 21 Hospitan- ! turnen. 106 Professoren, 45 Pcivatdocenten, 4 Lectoren. > Freiburg i. B.: 210 kath. Theologen, 531 Juristen, 457 Mediciner, 65 Pharmaceulen, 282 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 1545; darunter 92 Ausländer, 96 Hospitanten. 83 Professoren, 19 Prtvatdocenten, 2 Lectoren. Heidelberg: 58 ev. Theologen, 513 Juristen, 272 Mediciner, 195 Angehörige der philosophischen Facultät, 346 Naturw., zusammen 1384- darunter 194 Ausländer, 95 Hospitanten, 24 Hospitantinnen. 112 Professoren, 25 Prioatdocenten. Tübingen: 309 ev. Theologen, 170 kath. Theologen, 328 Juristen, 278 Mediciner, 46 Angehörige der philosophischen Facultät, 141 StaatSw., 105 Naturw., zusammen 1377; darunter 40 Ausländer, 29 Hospitanten 75 Professoren, 13 Prioatdocenten. Würzburg: 135 kath. Theologen, 239 Juristen, 627 Mediciner, 22 Zahntechniker, 258 Angehörige der philosophischen Facultät, 31 Pharmaceuten, zusammen 1312; darunter 46 Ausländer, 29 Hospitanten. 54 Professoren, 27 Prioatdocenten. Göttingen: 143 ev. Theologen, 348 Juristen, 225 Mediciner, 500 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 1216; darunter 101 Ausländer, 31 Hospitanten. 86 Professoren, 27 Prioatdocenten, 2 Lectoren. Marburg: 130 ev. Theologen, 322 Juristen, 274 Mediciner, 379 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 1115; darunter 63 Ausländer, 34 Hospitanten, 23 Hospitantinnen. 67 Professoren, 26 Prtvatdocenten. Erlangen: 235 ev. Theologen, 219 Juristen, 316 Mediciner, 16 Zahnhetlkunde, 212 Angehörige der philosophischen Facultät, 72 Pharmaceuten, zusammen 1070; darunter 43 Ausländer, 19 Hospitanten. 53 Professoren, 7 Prioatdocenten. Straßburg: 71 ev. Theologen, 305 Juristen, 324 Mediciner, 149 Angehörige der philosophischen Facultät, 191 Mathematiker, zusammen 1040; darunter 90 Ausländer, 37 Hospitanten. 79 Professoren, 28 Prtvatdocenten. Greisswald: 249 ev. Theologen, 185 Juristen, 323 Mediciner, 107 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 864; darunter 15 Ausländer, 15 Hospitanten. 63 Professoren, 22 Privat» docenten. Kiel: 60 ev Thologen, 198 Juristen, 428 Mediciner, 152 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 638; darunter 23 Ausländer, 27 Hospitanten, 13 Hospitantinnen. 64 Professoren, 34 Prioatdocenten, 2 Lectoren. Jena: 47 ev. Theologen, 208 Juristen, 223 Mediciner, 277 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 755; darunter 65 Ausländer, 38 Hospitanten. 74 Profefforen, 17 Prtvatdocenten, 1 Lector. Gießen: 59 ev. Theologen, 207 Juristen, 159 Mediciner, 63 Thterärzte, 7 Zahnh., 238 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 733; darunter 18 Ausländer, 31 Hospitanten. 56 Professoren, 8 Prioatdocenten. Königsberg: 69 ev. Theologen, 206 Juristen, 249 Mediciner, 209 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 733; darunter 48 Ausländer, 40 Hospitanten, 17 Hospitantinnen. 76 Professoren, 34 Prtvatdocenten, 6 Lectoren. Rostock: 27 ev. Theologen, 116 Juristen, 99 Mediciner, 220 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 462; darunter 9 Ausländer, 20 Hospitanten. 42 Professoren, 5 Prioatdocenten. Münster: 308 kath. Theologen, 229 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen 537; darunter 4 Ausländer, 7 Hospitanten. 35 Professoren, 3 Prtvatdocenten, 3 Lectoren. Darnach hören tn diesem Semester auf deutschen Universitäten 2682 ev. Theologen, 1571 kath. Theologen, 8972 Jurtstm, 8291 Mediciner, 10715 Angehörige der philosophischen Facultät, zusammen also 32231 Studenten; darunter 2269 Ausländer, 1554 Hospitanten und 309 Damen. Es lehren 1749 Professoren, 739 Prioatdocenten und 32 Lectoren, zusammen 2520 akademische Lehrer. — Aus Jena schreibt man der „Frkf. Ztg.": Der amerikanische Botschafter White hat sich in seiner in Leipzig gehaltenen Rede auch über die Bedeutung der deutschen Universitäten geäußert. ES dürfte deshalb die Mttthetlung tnterefstren, daß der Botschafter selbst tn näherer Beziehung zu einer deutschen Universität, der tn Jena steht. Die philosophische Facultät derselben hat ihn im Jahre 1889 bei der Feier deS vor 100 Jahren erfolgten Eintritts Schillers in ihren Lehrkörper zum Ehrendoctor ernannt. — Der Prtvatdocent Dr. med. Otto Schwarz tn Leipzig ist zum außerordentlichen Professor in der medtctntschen Facultät ernannt worden. — Aus Breslau wird berichtet: Der hiesige außerordentliche Profeffor Ernst Beling wurde zum außerordentlichen Prosessor deS Strafrechts an hiesiger Universität an Stelle deS verstorbenen Professors Hans Bennecke ernannt. — Aus Wien wird berichtet: Professor Joseph Schiff wurde zum Lector für Methodik der Gabelsberger'ichen Stenographie an der Wiener Universität ernannt. Keinen Pfennig theurer! Durch Zusatz von wirkungsvollen Ingredienzien, wie sie unS von ersten medicintschen Autoritäten neuerdings an die Hand gegeben worden sind, ist die Doerings Seife mit der Eule, bekannt unter der Devise: „Die beste der Welt“, abermals verbessert und durch diese Verbesserung in ihrem Einflüsse auf die Erhaltung der Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, so daß sich keine Seife zur Toilette mehr eignen dürfte als die in ihrer Art unübertreffliche Doerings Seife mit der Eule. Wir ersuchen alle Damen, Mütter, wie Jedermann, dem die Pflege der Haut ernst ist, um erneute Versuche. Der Preis ist nicht erhöht worden,. für 40 Pfg. überall erhältlich. 2532 Sctontnimtjini^n Arbeitsvergebung. Freitag den 15. l. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf Großh. Bürgermeisterei Alten Buseck nachstehende Arbeiten öffent ich in den Accord vergeben werden: veranschlagt zu: Zimmerarbeiten 217,— JC. Schlofferarbeiten 24,— Plcmirarbeiten 47,75 „ W asterarbeiten 371,— „ Gießen, den 9. Juli 1898. Der Kreisstraßenmerster. Senßfelder. 6919 Nerü-kigkrmulen, Mittwoch ötn 13. Juli 1898, Nachmittags 2 Ubr, werden im Bie^er'icken Saale versteigert: mehrere Jovhas, 1 Sopha mit 2 Sesseln und 6 Stühlen, 1 Buffet in Nußbaum mit Marmorplatte, 1 Nähmaschine, 1 Wasch- und Nachttisch mit Marmorplatten, eine Partie Glas-, Porzellan- und Nippsachen, 2 Weinbowlen, Oerfd). Sacken aus Hirschgeweihen, l Kleidersckrank, ein Weißzeugschrank, zwei Hobelbänke, Werkholz, 1 großer Cassasckrank u. 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