Rr 111 Erstes Blatt. Freitag den 13. Mai 1898 Erscheint täglich ent LuSnohmk des MonkagS. Die Gießener M«mlkte«vtLtter »erden dem Anzeiger »üchentlich viermal beigelegt. Kießmer Anzeiger HtywttU »ierteljährttch 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pftz. mit Bringer!oha. Bei Postbezug 2 Mark 50 W vierteljährlich. lauahmr von Anzeigen zu der Nachmittag- für den gvtgeuden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In« und L»»l«b>- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger Anrts- und Anzeigeblntt fiir den Ureis (Sieben* Redacttva, Expedition und Druckerei: Ach«tßr«»e Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Lyell. Bekanntmachung, bett.: Die Abhaltung von Körterminen zweck- Aufnahme von Zuchtthieren in das Provinzialherdbuch im zweiten Kör« bezirk (Simmrrtthaler). Die Körcommisfion oeS zweiten KörbezirkS (Bimmen« thaler Vieh) wird nachfolgende Körtermine abhaltrn: &1) Montag den 16. Mai, Bormittags 9 Uhr, auf dem Markrplotz in Langsdorf. Montag den 16. Mai, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Marktplatz in Hungen. Die Züchter von Btmmeurhaler Vieh, welche ihre Thiere in das Herdbuch eintragen lasten wollen und bez. Anmeldungen fchon bet mir gemacht haben, werden ersucht, ihre betr. Thiere an dem bezeichneten Markiplotz aufzustellen, damit die Arbeiten der Commtsfion ohne Aufschub erledigt werden können. Bolltrn noch weitere Viehzüchter ihre Thiere kören lasten wollen, so werden dieselben ersucht, dieselben gleichfalls an den betr. Körterminen vorzuführen, vorher aber dem Vor» fitzenden dieser Commisfion, Herrn Gurrpachter Pfannstie l in Angenrod, oder dem Geschäftsführer, Herrn Landw.rthschastS- lehrer Reichelt in Alsfeld, dtrecte Mittheilung hiervon zu machen. Laubach, den 11. Mat 1898. Der Präfident des laodwtrthfchaftl. Vereins voa Oberheffen. Friedrich Graf zu SolmS-Laubach. Bekanntmachung. Die Provinzial -Fohleuweide bei Merlau beginnt in diesem Jahr am 1. Juni. Die Fohlen müsten an diesem Tage zwischen 10 und 1 Uhr Mittags daselbst mit gezeichneter Halfter und Kette, sowie mit GesundheitS- schein von Großh. Bürgermeisterei oder BeterinSrarzt ab» geliefert und den 30. September d. I. um dieselbe Tageszeit abgeholt werden, wobei der Besitzer beim Einfangen be« htlflich sein muh. Die Fohlen erhalten, neben Behandlung und Weidefutter auf ca. 34 Hectareu, pro Tag jedes vor Austrieb Morgens 4 Pfd. Heu, Abends 3 Pfd. Hafer, sodann grün Futter von Hafer, Klee- qraS oder Wicken auf die Raufen aus der Vereivtkaste. Jeder Besitzer kann jedoch Haferzusatz in Natur oder durch Selbstzahlung geben lasten. Das Weidegeld für bezeichnete Zeit von vier Monat beträgt pro Fohlen 54 Mk. 90 Pfg. oder pro Tag 45 Pfg., und muß die Hälfte beim Eintrieb und die andere Hälfte vor dem 1. August l. I. an die Verwaltung refp. Baurath Dr. Dirffrubach in Grünberg bezahlt werden. Alleufallfige Karkosten der Fohlen muß der Eigentbümer bezahlen. Letzterer kann wegen begründeter Verhältuistr fein Fohlrn zu jeder Zeit zurücknehmen und bezahlt dann nur die benutzte Weidezeit. Kranke und bösartige Thiere, sowie über l’A Jahre alte Henglle, welche die anderen Thiere stören, können ausgeschlossen werden. Sonstige Auskunft ertheilt der genannte Baurath Ditffenbach. Laubach, den 11. Mai 1898. Der Präsident der landwirthfchaftl. Vereins von Oberheffen. Friedrich Graf zu SolmS-Laubach. Deutsches Reich. Berlin, 11.Mat. DaS Kaiserpaar wird am nächsten Sonntag, vou Urville kommend, in Straßburg eintreffen. Berlin, 11. Ma'. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Ju einem Thetle der Preffe ist die Nachricht verbreitet, eS fei ein Gesetzentwurf betreffend die Abänderung der verfossungS- mäßigen ReichStagSwahlrechtS in Vorbereitung be- griffen oder gar schon auSgearbeitet. Wir find zu der Er» klärung ermächtigt, daß innerhalb der Regierungen keinerlei Erwägungen stattgefundeu haben, welche auch nur im ent» ferntesteu einen Anhalt zu dieser Nachricht bieten könnten. Dieselbe beruht sonach in ihrem ganzen Umfange auf Er- finduua. Berlin, 11. Mai. Wie die „Poft" mittheilt, ist Erzherzog Karl Stefan vou Oesterreich am letzten BamStag in strengstem Inkognito hier eiogetroffev, um sich von Pro» feffor Sonvenborg operireu zu laffeu. Er hat im Dr. Oppen- heim'schen Sanatorium Wohnung genommen. Die Operation wurde am DteuStag früh von Proftffor Sonnenburg, unter Assistenz der Doetoren Zeller und Hermes vorgenommen und ist glücklich verlaufen. Berlin, 11. Mai. Die von einem englischen Blatte verbreitete Nachricht, daß S alag a iw Hiuterlaude von Togo von England au Deutschland abgetreten sei, entspricht, wie die Post mittheilt, nicht völlig den Thatsachen. Bis jetzt find die darüber eingeleiteteu Verhandlungen noch nicht zum Abschluß gelangt. Berlin, 11. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Durch die Rückkehr deS Cap Berdischen Geschwaders nach Cadiz könnte festgeftrllt sein, daß daffelbe die Kraft nicht in sich fühlte, einen Kampf mit der amerikanischen Flotte aufzunehmen. Möglicher, aber nicht wahrscheinlicher Weise liegt in Spanien die Abficht vor, die Cap Berdische Flotte mit den noch an den Küsten Spanien- befindlichen Schiffen zu vereinigen. Abrr auch in diesem Falle möchte e- zweifelhaft sein, ob eine al-daon vereinigte etwa- größere Flotte jetzt noch in den Stand gesetzt werde« könnte, mit nenuevswerther Kraft auf irgend einem Theil des Krieg-» schauplatzeS aufzutreten. Berlin, 12.Mai. Der Gesetzentwurf über die Privat- Berficheruug-'Anstalten ist im Reichsamt de- Innern einer erneuten Umarbeitung unterzogen worden und wird in allernächster Zeit einer Sachverstäudigen-Commission unter» breitet werden. Braunschweig, 11. Mai. Ju der heutigen Sitzung de- Landtage- beantragte die Justizcommiffion eine Refo» lutiou, in welcher unter Hinweis auf die welfifche Agitation betont wird, der RechtSzustand fei feit dem Jahre 1885 unverändert. Zum Schluffe wird gesagt, daß der Landtag zwar die Rechte de» Herzog- vou Cumberland als nächsten Agnaten de- Herzogs Wilhelm anerkenne, die reich-- und preußenfreundlichen Agitationen aber entschieden mißbillige und zu der gegenwärtigen Regierung da- Vertrauen hege, dieselbe werde auf Grund der staatlichen Selbstständigkeit de- Herzogthum- einen dauernden RechtSzustand bezüglich der höchsten Regierungsgewalt de« Landes zu geeigneter Zeit berbeizuführen bemüht sein. Die Berathung der Resolution fiadet in nächster Woche statt. Karlsruhe, 11. Mai. Wie die „Badische Preffe" au- bester Quelle erfährt, hat der Großherzog da- Em- laffungSgesuch de- GeneralmufikdirectorS Mottl, sowie deffen Frau nicht genehmigt. Mottl war für ein Gehalt von 30 000 Mark an der Münchener Hofoper engagirt. Anstand Wien, 11. Mai. Die Abendblätter coustatiren bei Besprechung der Thronrede, mit welcher Kaiser Franz Josef die Delegationen in Budapest eröffnete, daß Angesicht- deS den Frieden in der Monarchie stark betonenden Inhalt- der Thronrede der Hinweis auf die unsichere Lage eine Beunruhigung nicht zu erregen brauche, sondern in erster Linie dazu dienen soll, den Anforderungen der KriegSoer» waltunq einen wirksamen Nachdruck zu geben. Wien, 11. Mai. Der Bund der österreichischen Industriellen richtete an die Mitglieder der österreichischen Delegation in der Angelegenheit der Bewilligung de» Credit- für Mariae Zwecke ein Memorandum, in welchem die Nothwendigkeit einer Steigerung der Wehrsähigkeit der Kriegsflotte auseinaudergesetzt, sowie die Aufgaben der Kriegsmarine im Frieden im Zusammenhang mit den Jn- tereffen der einheimischen Industrie eingehend besprochen werden. Budapest, 11. Mai. Bei dem Empfange der Delegationen wurde der Kaiser bei seinem Eintritt und beim Derlaffeu de» ThronsaaleS stürmisch begrüßt. In der Ansprache de« Präsidenten v. JaworSki wurdru namrntlich die auf den Kaiser bezüglichen Stellen mit großem Beifall ausgenommen. Die Antwort deS Kaisers rief begeisterte Zu- stimmung hervor. Budapest, 11. Mai. Der „Pester Lloyd" demeutirt die Gerüchte vou dem Rücktritt deS Grafen GoluchowSky. Budapest, 11. Mai. Hiesige Blätter melden die Verhaftung des ehemaligen Adjutanten de- Prinzen Philipp vou Loburg, Grafen Mattatfch Kehlewich. Lewbrrg, 11. Mai. Wie die „Gazeta Lwowska" meldet, sammelten sich heute auf dem Strzelecki-Platze eine größere Anzahl Arbeiter und beschäftigungslose Menschen an. Ein Theil derselben stürzte sich auf die Brodbuden. Ein Sicherheit-Wachmann und zwei Infanteristen, die zu Hilfe kamen, trieben die AuSschreiteudeu auseinander und verhinderten eine Brodplünderuug. Die Rädelsführer wurden verhaftet- es gelang ihnen jedoch infolge eines Angriffes der Menge auf den eScortirrudeu Infanteristen zu entkommen. Ein Steinwurf, welcher dem Infanteristen galt, traf einen der Excedeuten. Bald darauf erschien eine AbtheUung Polizisten, die Urheber der Ausschreitungen waren jedoch verschwunden. Triest, 11. Mai. „Piccolo" meldet au» Mailand, daß die Aufständischen die königliche Sommerrefidenz Monza hätten erstürmen wollen, wären aber zurückgewiefen worden. Rom, 11. Mai. Da- militärische Amtsblatt veröffentlicht bte Einberufung derjenigen Reservisten aller neunzehn Jahresklaffen, die für den Bahn dienst vor- gebildet find, in-gesammt etwa 3000. Sie sollen den Bahu- dienst versehen. „Esercito" sagt: Diese Maßregeln begegnen etwaigen Stricks der Bahnbediensteten. Offiziere coutrolli, en den Dienst auf den Bahnhöfen. Die militärische DiSciplin, der das ganze Personal unterworfen sei, sichere überall nicht nur den Zugverkehr, sondern mache auch jede Aufreizung zum Ungehorsam unmöglich. Bern, 11. Mai. Der schweizerische BundeSrath wurde vou Spanien und Amerika davon verständigt, daß sie während der Dauer dr- Kriege- die Zusatzbestimmuugeu zur Genfer Convention vom Jahre 1868 in Anwendung bringen wollen. Der Bunde-rath wird den Signatarmächten hiervon Kenntniß geben. Antwerpen, 11. Mai. Die spanische Regierung hat den Dampfer „Ravenna" von der Oriental Companie an» gekauft. Pari», 11. Mai. Da- Ceutralcomitä der Eisenbahn- bediensteten plant einen internationalen Au-stand der Eisenbahnbedieosteten Europa». London, 11. Mai. „Daily Mail" meldet au- Rew- York, daß die Nachricht von der Rückkehr de- spanischen Geschwaders nach Cadiz au- dem Grunde mit Befriedigung aufgenommen worden sei, weil man nunmehr keine Besorgniß zu hegen brauche, daß der amerikanische Kreuzer „Oregon" von den Spaniern aufgefangen werde. London, 11. Mai. Eine Depesche de- Blatte-„Globe" meldet au- Gibraltar vom heutigen Tage, ein dort eingetroffener englischer Dampfer habe der Marinebehörde gemeldet, er habe in der vergangenen Nacht einen spanischen Torpedobootzerstörer, eines der zur Bewachung der Bucht vou Algeciras und der Meerenge bestimmten Schiffe, pasfirt. Gleich darauf habe man vom Bord deS englischen Schiffes au- gesehen, daß Plötzlich die Lichter an Bord deS Torpedobootzerstörers erloschen- eS folgte eine furchtbare Explosion und da» Schiff fei hierauf vollständig verschwunden. Wahrscheinlich habe eine Keffelexplostou stattgefuuden und alle an Bord Befindlichen seien umgekommen. Madrid, 11. Mai. Amtlicher Nachricht zufolge find die unterseeischen Vertheidigung-einrichtungen der Kriegshäfen Ferrol, Cadiz, Cartagena und Mahon fertig, gestellt worden. Es ist daher die Einfahrt in die genannten Hafen bei Nacht verboten. Madrid, 11. Mai. Silvela conferirte gestern längere Zeit wtt Marschall Martinez Campo» und dem Kamrner- präfidenten MonterotrioS. Dieser hatte eine längere Besprechung mit der Königin-Regentin. Die republikanische» Führer hielten gestern eine wichtige Berathung ab. Gibraltar, 11. Mai. Der englische Capitän Poyer, welcher gestern hier angenommen ist, berichtet, daß die spanische Behörde in Cadiz ihn mehrere Tage zurückgehalteu hätte, weil er fich nach ihrer Ansicht durch Aufgabe einet Telegramms der Spionage verdächtig gemacht habe. Der englische Consul habe zwar seine Freilaffung verlangt, aber die spanische Regierung hätte ihn deS Landes verwiesen. New York, 11. Mai. Aus Manila wird über Shanghai die Ermordung deS spanischen Admiral- Mon« tojo und seiner beiden Söhne gemeldet. Weiter wird berichtet, daß die Aufständischen in der Umgegend von Manlla viele Frauen und Kinder niedergemetzelt haben. Rew-dork, 11. Mai. „Evening-Telegramm" erklärt, eS sei ein Complott entdeckt, daS die Sprengung des Weißen Hauses und des Kriegsministeriums bezweckte. 250 Pfund Dynamit wurden gefunden, sowie ein großes Gefäß Nitroglycerin. Frkf. Ztg. Key West, 11. Mai. DaS französische Kriegsschiff „Bolton" hat Havanna verlassen, um fich mit spanischen Flüchtlingen an Bord nach Veracruz zu begeben. _ Mm ««d pvwtttiictteSo Gießen, 12. Mai 1898. ** Dieustnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigft geruht, am 11. Mai I. I. den Steuereommiffär de- Sreuercomrntffariat- Schotten, Carl Greiner, in gleicher Diensteigenschaft in da- Steuer- commiffariat Langen zu versetzen. * • Ernannt wurden der Hilf-gerichtSschreiber am Amtsgericht Wald-Michelbach Ludwig Haubach zum Hilfsgerichts- schreib» am Amtsgericht Mainz, die GerichtSschreiber-ASpi- ranten Johanne» Schäfer in Mainz zum HilfSgerichtS- fchreiber am Amtsgericht Oppenheim und Adam Seitz in Lorsch zum Hilfsgerichtsschreiber am Amtsgericht Wald- Michelbach. * * Schwurgericht. Für die am 6. Juni 1898 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgericht» der Provinz Oberheffeu wurden folgende Namen für die Spruchliste gezogen: 1. Bach, Louis, in EckartSborn. 2 Hanack, Heinrich, iu Kirch-GönS. 3. Jen sch, August, in, Nidda. 4. Fink, Heinrich, tu Vilbel. 5. Schmidt, Gustav II., in Gedern. 6. Keßler, Philipp, inLang-Gön». 7. Same», Gilbert, in Bettenhausen. 8. Schäfer, Andreas III., in Berns» hausen. 9. Söhnge, Albert, in Ortenberg. 10. Kratz, Hermann, in Laubach. 11. Keller, Andrea», in Gießen. 12. Faber, Johann X., in Leihgestern. 18. Nahrgang, Heinrich, in Ruppertenrod. 14. Marsteller, Adam, in Grüuingen. 16. Loo», Carl, in Gießen. 16. Fieser, Valentin, in Gießen. 17. Amend, Philipp HL, in Allen« boif a. d. L. 18. Carl, Heinrich Jacob, in Daueruhetm. 19. KrauSgrill, Philipp IX., in Nieder-Weisel. 20. Alt- hau», Wilhelm, in Großen-Bufeck. 21. Rätter, Johann Baptist, in AlSseld. 22. Emrich, Johann Heinrich, in «letchenbach. 23. Schultheis, Johann Carl, in Bisse«. 24. Bon« Eiff, Georg, in Grünberg. 25. Rüger, Ka»par I., in Eudorf. 26. Steurrnagel, Carl, in Unter-Sorg. 27. Schmidt, Otto II., inGießen. 28. Keil, Georg, in Grünberg. 29. Ortwein, Johanne», in AngerS- bach. 30. Hoo», Friedrich, in Lauterbach. • • Herr Gewerbebaukrechuer Wagner dahier feierte heute feinen 61. Geburt» tag und zugleich da» 25jährige Jubiläum al» Präfident des Gesangverein« „Liederkranz". Aus diesem Anlaß brachte ihm dieser Verein unter Leitung deS Herrn Bauer am gestrigen Abend ein Ständchen. Möge dem so allgemein beliebten Jubilar noch ein recht lange» Leben in ungetrübter Gesundheit beschicken sein. * * Fabrikaufficht. In der Ersten Kammer bean- tragten die Herren Michel und Buderu» in Sachen der Fabrikaufstcht die Regierung zu ersuchen a. da» Groß« herzogthum in vier Jnspectionsbezirke einzutheilen und zwar 1. Bezirk Starkenburg ohne den KceiS Offenbach mit dem Sitz in Darmstadt (ein Gewerbeinspector und ein Assistent). 2. Bezirk Kreis Offenbach mit dem Sitz in Offenbach (ein Gewerbeinspector und eine Assistentin). 3. Bezirk Rhein- heffen mit dem Sitz in Mainz (ein Gewerbeinspector, eine Assistentin). 4. Bezirk Oberheffen mit dem Sitz in Gießen (ein Gewerbeinspector). Die Assistentinnen der Bezirke 2 und 3 sollen zu den Jnspectionen in den Bezirken 1 und 4 herangezogen werden, b. Die Jnspectoren sollen zu unmittelbarem Vortrag über wichtige Fragen der Fabrikaufficht im Ministerium zugelaffen werden. Die Ausgaben hierfür sind auf 35 030 Mark veranschlagt. Die Zweite Kammer hatte zu demselben Zwecke 29 250 Mark bewilligt. * Da» Präsidium der „Hasfia" hat bei dem nächsten in Jugenheim a. d. B. statifindendrn Delegirtentag der »Hassia" folgenden Antrag gestellt: „Mit militärischen Vereinen des GroßherzogthumS, welche nicht der „Hasfia" angehören, ist sowohl den Vereinen, wie den Bezirken der Verkehr untersagt. Ausnahmen find nur gegenüber solchen Vereinen gestattet, welche noch nicht ein halbes Jahr bestehen." Zweck des Antrages ist, die wenigen, jetzt noch im Groß- herzogthum vorhandenen militärischen Vereine, welche nicht dem Landesverband angehören, zu isoliren. Den betreffenden noch außerhalb der Krtegervereiusorganisation stehende« Ver- einen mußte entweder al» ungehörige Concurreuzgründungeu die Aufnahme versagt bleiben, oder sie treten nicht bei, weil sie mit den Bestrebungen und Pcincipien der VerbandSkrieger- vereine nicht einverstanden find. • • Rach der Zusammenstellung der Landes-Brandver- tm Großherzogthum Hessen sanden im Jahre 1897 im Ganzen 516 Brände und Blitzschäden statt, ^"v°n '"fallen 159 auf die Provinz Oberheffen mit 246938.29 Mk., 199 auf Starkenburg mit 170457 Mk., 158 auf Rheinhessen mit 170758.60 Mk. Entschädigungen: hieran nahmen die fünf größeren Städte Mainz, Darmstadt, Offenbach, WormS und Gießen, zusammen mit 98880.21 Mk., letztere» mit 1794.21 Mk. theil, die übrigen Gemeinden deS Lande» mit 489 273.68 Mk. Die Umlage-Capitalien, welche au« den BerficherungS Capitalien einschließlich der Zuschlag- capitalien für Gebäude mit feuergefährlichen Anlagen be- stehen, berechneten fich Ende 1897 in Oberheffen zu 367261890 Mk., in Starkenburg zu 591395820 Mk. und in Rheinhessen zu 520 236 950 Mk., in den erwähnten fünf größeren Städten zusammen 502624 780 Mk. In Folge Verminderung der Brandschäden in den Provinzen Starken« bürg und Rheinhessen konnte der Ausschlag« Coöfficient auf l' Mk. Umlage-Capttal von 7 Pfg. tm vorigen Jahr aU b dfg- in diesem Jahr reducirt werden. Provinzial eiechenaasialt. Aus Oberhessen, 10. Mai, tolrb bem „Darmst. Tägl. Anz." geschrieben: In unserer Provinz wirb der Bau einer Provinztal-Stechen- 0C*lQnt' tote «irre solche bereit« in Rheinhessen zu Heide«heim errichtet wurde. Außer der Stadt Gießen hat sich auch Grünberg mit einem Gesuch an den Provinzial- au«fchuß gewandt, da« Siechenhau« in seiner Gemarkung zu errichten. Ohne Zweifel würde fich gerade Grüuberg wegen feiner gesunden Lage in an Naturschönheiten reicher Gegend und in der Nähe von herrlichen Buchenwaldungen zur Anlage einer derartigen Anstalt besonder« gut eignen. Dem Vernehmen nach hat fich auch die Stadt erboten, das »öthige Baugelände zu stellen, und man hofft, daß ihr Ge- such an maßgebender Stelle Berücksichtigung findet • • Amerikanische Würste. Der Vorstand de« Detaillisten- Verbände« für Hessen nnb Waldeck theilt Folgende« mit: In r den Filialen bezw. Zweiggeschäften der Firma A. L. Mohr werden Würste, amerikanischen Ursprung«, verkauft. Gegen die Würste hat fich alsbald nach deren Einführung hier und da ein Entrüstung-sturm erhoben, e« sprach fich herum, daß die Würste amerikanischen Ursprung« seien, daß dort die Uutersuchnng auf Trichinen nicht sorgfältig genug geführt bezw. gehandhabt werde, nnb deshalb Erkrankungen vorgekommen seien. Da« Tharsächliche über diese Bewegung ist in Nr. 189 be« „Gewerbeschutz^ enthalten, wie folgenbe Bekanntmachung zeigt: „Warnung. E« wirb hierburch öffentlich bekannt gemacht, baß auch hier in ben Würsten, welche in ben Geschäften ber Firma A. L. Mohr zu Bahren- feld-Altona (folgen Namen ber Specialgeschäfte) feilgehalten worden sind, auf dem Schlachthof bei der Untersuchung Trichinen gefunden find. Die gesammten Vorräthe find beschlagnahmt, e« find aber auch vorher einige Würste verkauft, vor deren Genuß gewarnt wird. Schwerin, den 18. December 1897. Stadt Polizei°Amt. gez. F. W. Lisch." Da auch tu Hessen Mohr'sche Verkauf«stätten bestehen, so ist anzunehmen, daß amerikanische trichtnenhaltige Würste feil- geboten worden find. *♦ Deutsche Nationalfeste. Dem Vorsitzenden de« Reich«. Ausschusses für die deutschen Nationalfeste, Abg. v. Scheucken- dorff, ging aus dem Civil-Cabinett de« Kaisers das fol- gende Schreiben zu: Berlin, 4. Mai 1898. Ew. Hochwohlgeboren theile ich auf die gefällige Zuschrift vom 22. v. M. ganz ergebenst mit, daß ich nicht unterlassen habe, die mir übersandten Schriften an Allerhöchster Stelle vorzulegen. Se. Maj. der Kaiser und König haben daran« mit besonderer Theiluahme ersehen, daß die Angelegenheit der deutschen Nationalfeste insofern in ein neue« und bedeutsames Stadium ihrer Entwickelung eingetreten ist, als RüdeSheim mit dem Niederwald als Festster gewählt worden ist. Seine Majestät haben mich beauftragt, Ew. Hochwohlgeboren ffit Ihre Mit« theilung freundlichst zu danken. Der Geheime CabinettSrath, Wirkliche Geheimerath LucanuS. " Eine Warnung. Der „AugSb. Postztg." wird aus München geschrieben: „Der internationale Verein der Freundinnen junger Mädchen in Bayern macht darauf aufmerksam, daß durch Zeitungsanzeigen 15 bi« 16 jährigen Mädchen gute Stellen in Frankfurt a. M. versprochen werden. Diese Stellenvermittlung erwies fich als sehr gefährlich, und es ist dringend geboten, vorher genaue Erkundigungen am Ort einzuziehen. •* An der Verleihung der Kaiser Wilhelm-Medaille wird fortan auf katserltaen Befehl eine Neuerung eintreten. Ja geeigneten Fällen soll ausnahmsweise und aus besonderen Antrag der Behörde auch solchen Veteranen die Medaille verliehen werden, die nach den bisher getroffenen Bestimm- ungen von der Verleihung der Medaille ausgeschloffen sind, d. h. den Veteranen, die mit dem Mtlitärstrafgesrtz in GonfTct gerathen waren. Die AagdauSsichteu für den Herbst sind, soweit fich dies schon jetzt beurtheilen läßt, Heuer ungewöhnlich günstige. DaS Wild hat ben gelinde« Winter vorzüglich überstanden, der mangelnde Schnee gewährte Hühnern und Hasen nicht nur hinreichende Aesung, sondern er verschaffte ihnen auch den besten Schutz gegen Raubzeug. Man sieht daher jetzt im Felde schon zahlreiche, mehr als halbwüchsige Junghasen, die im Laufe des Sommers bereits selbstständig für Vermehrung der Art sorgen werden. Dem Rehwild kam der schneefreie Winter selbstverständlich sehr zu statten, es ist feist und kräftig ins Frühjahr gekommen und die Böcke, denen vom 1. Mai ab wieder der Krieg erklärt ist, haben die Stangen schon sauber gefegt. •• Studenten «Herbergen. Der Akademische Touristen- Club Straßburg t. E. hat in den Vogesen, im Schwarzwald und in der pfälzischen Hardt sog. Studenten-Herbergen in guten, nur bestempfohlenen Gasthöfen errichtet und dem Verkehr übergeben. DaS ganze Jahr hindurch werden in ihnen Nachtlager und Verpflegung zu mäßigen bestimmt fest- gesetzten Preisen gewährt. Jeder Student ist zum Gebrauche dieser Vergünstigung berechtigt, sofern er fich mit einer zu diesem Zwecke ausgestellten Legitimation versehen hat, die unentgeltlich abgegeben wird bezw. von den akademischen Touristen, oder Alprnveretuen in den Universitätsstädten, wo solche Vereine bestehen, erhältlich find. Die Verzeichnisse der Herbergen mit den genauen Preisangaben find gegen Ein- sendung von 25 Pfg. nur von dem Akademischen Touristen- Club Straßburg i. E. (Zum Spaten) und den übrigen in den Legitimationen aufgeführten Vereinen erhältlich. ’• Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Margaretha Breuntg aus Gießen wegen Diebstahls, Jacob Spieß au» Kindenheim wegen Betrugs, beide von der Polizei- Verwaltung in Offenbach. Dienftknecht Adolf Ebers, angeb- lich aus Rücker» (Kreis Fulda), vom Amttavwalt in Friedberg wegen Diebstahls. Mechaniker Joh. Adam Fritz und Taglöhner LsuiS Götz, beide aus Darmstadt, zuletzt in Offenbach, vom Amtsgericht in Offenbach wegen Strafvollzug». Ein Unbekannter, der fich Peter Heß nannte und von Gewerbe Spengler und Installateur sein wtll, vom Polizeiamt zu Mainz, wegen eines in dieser Stadt verübten Diebstahls. Eisengießer Carl Leinberger au« Usenborn vom AmtSanwalt in Offenbach wegen Diebstahls. Dienstknecht Philipp Mar- quardt auS Jugenheim a. b. B. von der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen Diebstahls. Schlosser Peter Sommer au» Rüden wegen Körperverletzung, Dienftknecht Ludwig Liwig, auch Falkenheimer genannt, aus Heidelberg, wegen Betrugs und Schneider Adam Nikolas aus Mackenbach wegen Unterschlagung, alle drei vom AmtSanwalt in Alzey. Die ftmädchen Gertrude Tempel, auch Betzing genannt, von der Polizeiverwaltung Offenbach, wegen Verdacht» de» Diebstahls. Friedrich Christian Werner au» Hoym in Anhalt vom UatersuchungS- richter I in Mainz wegen Diebstahls. Kaufmann Alfred Franz Adolf Born au» Königsberg und Commis ThimotheuS Orschel au» Mühlhausen vom AmtSanwalt in WormS wegen Diebstahl». Dienftknecht Wilh. Burghardt aus Gehau, Kreis Ziegenhain, vom AmtSanwalt tu Alsfeld wegen Betrugs. i Der 14jährige Hch. Gotha au» Bürstadt vom KreiSaMt I Bensheim wegen Entweichung au» ber Zwangserziehung»- ' anstatt in Klein-Zimmern. Maschinenschlosser Hch. Jordan | °us Hausen, Krei» Ziegenhain, von der Staatsanwaltschaft Gießen wegen DrebstahlS. Kvecht Ferd. Mölltnger aus Bürgel von der Polizeiverwaltung Offenbach wegen Diebstahls. Dienftknecht Jrcob Müller aus Neustadt a. b. H., zuletzt tu Frankfurt a. M., vom Amtsgericht Ober-Jngelheim wegen Betrugs. Bäckergeselle Leonharb Pratz aus Kirchberg in Bayern, zuletzt in Lollar, vom AmtSanwalt in Gießen wegen Unterschlagung. Dienftknecht Joseph Schimberger au» Schellendorf bei Wien, zuletzt in Bad-Nauheim, vom AmtSanwalt in Friedberg wegen Diebstahls. Parlamentarische-. Die Erste Kammer der Stände wird Montag, 16. Mai, Vormittag« 9»/, Uhr zusammen- treten. Auf der Tagesordnung der 8. Sitzung stehen 1. Neue Eingaben, 2. Berichterstattungen, 3. Berathung und Abstimmung über: Vorlage Großh. Ministerium« der Finanzen, den Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben in den Jahren 1897/98, 1898/99 und 1899/1900 betreff.nd, insbesondere X. Ordentliche Ausgabe und zwar: Hauptabtheilung I. bi« XI. (Copitel 1 bis 130): zu Capitel 27: Eingabe der nicht angestellten KreiSamt-gehilfen, ihre Gehalts- und Anstellungsverhältnisse betreffend,- zu Capitel 28: Eingabe der Großh. Bürgermeisterei Mainz um Beitrag deS Staat« zu den Kosten der Polizei in den Städten,- zu Capitel 41: a. Vorlage der Großh. Ministerien de» Innern und der Finanzen, die Umwandlung der Realschule mit Proghmnafialklassen in Friedberg in ein Gymnasium mit Realschule betreffend - b. Antrag des Abg. Römer, die Um- Wandlung der Realschule mit Proghmnafium-abtheilung zu Alzey in ein Gymnasium mit Realschule betreffend,- c. An- trag de» Abg. Pennrich, die Umwandlung der Großh. Realschule mit Progymnafium zu Bingen in ein Gymnasium mit Realschule und daS Gesuch des ComitvS für die Errichtung eine« Gymnasiums zu Bingen betreffend,- sowie ferner über die Eingaben an beide Kammern: d. der Gemeinderäthe der Städte Friedberg und Bad-Nauheim,- e. von Bewohnern der Stadt Friedberg- f. des Gemeinderath» der Stadt Laubach - g. des Gemeinderath» der Stadt Büdingen vom 14. Januar und 22. Februar 1898, den Ausbau des Gymnasiums zu Friedberg betreffend- h. von 335 Einwohnern der Stadt Büdingen vom 26. Januar 1898, überreicht am 4. Februar 1898, in gleichem Betreff- zu Capitel 67: Antrag der Mit- glteder der Ersten Kamen, der Herren Geh. Commerzienräthe Michel und Buderus zu Capitel 67 „Fabrikaufstcht" be- treffend - zu Capitel 70: Eingabe des Dawpfkesselüberwach- ungSvereinS- zu Capitel 71: Vorstellung der beiden Gehilfen bei der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik Wahlig und Weimar um widerrufliche Anstellung- zu Capitel 119: Eingabe des Verkehr-veretnS zu Darmstadt wegen Bewillig, ung der Mittel zur Vergrößerung der RestauratlonSlocalitäten auf der Ludwigshöhe bei Darmstadt. Alsfeld, 11. Mai. Im Anschluß an die gestrige Haupt- Übung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurde, nachdem fich die Mitglieder dieses Corps tm „Deutschen Hause" ver- sammelt, an zehn derselben durch Herrn SreiSrath Dr. Melior unter ehrenden Worten der Anerkennung da» Ehrenzeichen für 25jährige in der Feuerwehr geleistete treue Dienste im Namen der Regierung überreicht. Die solchergestalt AuSge- zeichneten find die Herren: Louis Sondermann, Georg Kurtz jr., August Just. Kurtz, Werner Frethöffer, Karl Stock, Emil Martin, Heinrich Jakob Plauz, Georg Gundrum, Konrad Karl Pioch und Ludwig Raab. Der Commaudant der Freiwilligen Feuerwehr, Herr Georg Kurtz jr., dankte im Namen Aller für die Auszeichnung sowie ferner für die thatkräftige Unterstützung und das Wohlwollen, welches die Regierung den freiwilligen Feuerwehren ange- deihen laffe. Er schloß mit einem Hoch auf den hohen Protector der hessischen freiwilligen Feuerwehren Großhcrzog Ernst Ludwig. Herr KreiSrath Dr. Melior drückte den Der- sammelten gegenüber sein lebhaftes Interesse an ihrem für die öffentliche Wohlfahrt und Sicherheit so hochbedeutsamrn Institut auS und erklärte seine Bereitwilligkeit, die besonder« n Jnteressrn deS Corps jederzeit nach Kräften fördern helfen zu wollen. Er wünschte demselben ein freudige« Wachsen, Blühen und Gedeihen, um t« jederzeit feiner ehrenvollen Aufgabe gewachsen erscheinen zu lassen. Büdingen, 10. Mai. Heute Vormittag mit dem 10" Uhr- zug haben Ihre Königlichen Hoheiten der Groß Herzog und Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin sowie Ihre Hoheit die Prinzessin Aribert von Anhalt Büdingen wieder verlassen. Leider war daS Wetter gestern und heute regnerisch. Selbst unsere herrlichen Berge und Wälder konnten ihr köstliches Maikleid bei so trübem Himmel nicht präsentiren. — Gestern Abend fand im Schloß Hofball statt, «ei der Abreise begleiteten Se. Durchlaucht der Fürst, Ihre Durchlaucht die Fürstin, Se. Durchlaucht Erbprinz Wolfgang und Ihre Durchlaucht Prinzeß Tekla den hohen Besuch an die Bahn. Auch waren wie beim Empfang Herr Geheimer RegierungSrath Klietsch und Herr Bürgermeister Knaf an der Bahn anwesend. Kurz vor Abgang des Zuges brachte Herr Bürgermeister Knaf auf Großherzog und Großherzogin ein Hoch aus, in da« das anwesende Publikum kräftig ein« stimmte. Mainz, 11. Mat. Erzbischof Dr. Komp f. Der auf den erzbischöflichen Stuhl von Freiburg berufene seit- hrrige Bischof von Fulda, Herr Dr. Komp, wurde gestern Nachmittag gegen 4 Uhr von einem Schlaganfall betroffen, der ihm die rechte Seite lähmte. Mit den eiligst herbei- gerufenen Aerzten, den Herrn Dr. Metzger und Dr. Darapsky konnte fich der Hochw. Herr noch bis gegen 7 Uhr unterhalten, doch da verließ ihn daS Bewußsetn. vorher waren ihm noch die heil. Sterbesacramente gereicht worden. Ohne aber bann das Bewußtsein noch einmal wieder zu erlangen, starb der Herr Erzbischof um 1 Uhr heute Morgen. Die Leiche de« 70 Jahre alten Klrchenfürsten wird morgen nach Fulda zurückgebracht werden. In den Diözesen Fulda und Freiburg wird das Hinscheideu de- Erzbischofs schmerzliche Ueberraschung Hervorrufen. Die Leiche de» Erzbischof» vr. Komp wird morgen Bormittag 9 Uhr vom bischöflichen Palai» nach dem Dom überführt, woran fich der CleruS in Thorkletdung betheiligeo wird. Im Dom wird da» Todten- Officium gebetet, au welche» fich das Poutifical-Requiem an- schließt. Nach der Absolution wird die Leiche nach dem Bahnhof begleitet. Mainz. Anz. vMkmrschtes. BiSktrchen, 10. Mat. Gestern wollte der Gastwirth Müller au» Merenberg mit einem Wagen nach dem in der Nähe unsere» Orte» gelegenen GertrudiSbrunuen fahren. Während der Mann an der Lahn herfuhr, brauste der 1 Uhr- Schnellzug vorüber, da» Pferd wurde scheu und ging mit dem Wagen durch. Bei dem SelterSbrunneu gerteth das Fuhrwerk in die Lahn, wobei da» Pferd ertrank. Gastwirth Müller vermochte fich nur mit knapper Roth zu retten. Wetzl. Anz. * Sraukfurt a. M.. 9. Mai. Eine Zigeuverhorde, die fich am Sonntag im Mitteldick-Wald breit machte, hat stch al» eine sehr gefährliche Baude erwiesen. Am Hellen Tage zwar begnügte sie fich auf der sonntäglich belebten Strecke mit mehr oder minder dreistem Betteln. Abends aber scheute die braune Sippschaft auch vor Gewaltthätigkeiten nicht zurück. Zwischen Walldorf und dem Mitteldick ForsthauS wurden zwei Fahrburscheu der Sleru'schen Brauerei von den Zigeunern angegriffen. Sie setzten fich erfolgreich zur Wehr und fuhren in schnellster Gangart davon. Scharfe Schüsse, die ihnen nachgesendet wurden, verfehlten da» Ziel. * Welche Summen für Annoncen in London gezahlt -werden, zeigt so recht folgender Fall: Das „Strand Maga- -ine", eine der bedeutendsten und verbreitetsten monatlichen Zeitschriften mit Illustrationen, hat mit einem Weiohändler ein Abkommen getroffen, nach welchem diesem auf dem Titelblatt diese» Magazin» ein Raum von einem englischen Zoll eiugeräumt wird, der nur zwei Worte enthält. Der vereinbarte Pret» dafür beträgt 1000 Pfd. Bterl. für zwölf, malige» Erscheinen, was für jede einzelne Annonce den Be- rrag von 83 Pfd. Sterl. 8 Sh. ergtebt. Damit dürfte wohl Ler Record im Anuoneireu erreicht sein. * Haureiusturz in Berlin. In der Reichshauptftadt ist das Haus Jagowftraße 30, als letztes auf der westlichen Straßenseite nach der Judenwiese zu aufgeftihrt und gehört dem Zimmermeister und Architecten Czaika, ein gestürzt. In dem Hause befindet sich das dem Restaurateur Oscar Schenkel gehörige „Hansa-Restaurant", ein Local besseren Genres. Am 5. Mai Abends waren hier fast sämmtliche Hauseinwohner zur Einweihungsfeier des Restaurants er- schienen, darunter auch der 19 Jahre alte Chemiker Hahn mit seiner Mutter. Hahn, der in der zweiten Etage des Hauses wohnte, erklärte kurz vor Mitternacht, er müsse einmal hinaufgehen und sein Uhrwerk, angeblich eine Erfindung von ihm, aufziehen; es werde bald abgelaufen sein. Die Mutter blieb zurück. Der junge Mann konnte kaum seine Wohnung erreicht haben, als eine starke Explosion erfolgte. Nun befand sich der Ort der Katastrophe glücklicherweise auf der dem Felde zu gelegenen Seite, während das Schenkel'sche Local die vordere Seite des Parterres, nach der Straße Alt-Moabit zu, umfaßte- die Explosion konnte auf der freien Seite des Hauses einen völlig vernichtenden Umfang nicht gewinnen, hätte aber doch, wäre das Schenkel'sche Restaurant unter der Wohnung Hahns belegen gewesen, sämmtliche Gäste unter Trümmern begraben. Das Gebäude glich in seiner linken Hälfte einem Trümmerhaufen. Durch die Explosion war zunächst der ganze zweite Stock zerstört worden- der Luftdruck hatte ihn gewissermaßen aus dem Hause hinaus- gefegt. Der dritte und vierte Stock, zum größten Theil ihrer Stützen beraubt, waren zusammengebrochen und nachgesunken. Im dritten Stock befand sich in den Trümmern seiner Wohnung, soweit sie noch hängen geblieben waren, der Postbeamte Kreuzer mit Frau und Kind, die sämmtlich die Feuerwehr rettete. Der Maler Striemer, den die Katastrophe gleichfalls im Bett überrascht hatte, war mit wenigen Verletzungen davongekommen; er war mit dem Bett umgefallen, und einige Glassplitter hatten ihn am Kopse getroffen. Durch Glassplitter sind auch ein Sohn des Wachtmeisters Klein und noch mehrere Personen, auch von den Schenkel'schen Gästen, verletzt worden, aber sämmtlich nicht schwer. Gegen 8/*4 Uhr früh wurde der Leichnam Hahns aufgefunden, worauf die Wehr unter Hinterlassung einer Wache abzog. Hahn ist auf dem Corridor seiner Wohnung mit zerschmetter. ten Gliedern von der Feuerwehr aufgefunden worden. Das Fleisch vom linken Arm war heruntergerissen, die Knochen freigelegt und zerbrochen, die Haare und Kleider waren vom Körper heruntergebrannt, das Rückgrat zerschmettert. In dem dem Unglückshause gegenüber belegenen Grundstück Jagowftraße 16 war der Gastwirth Drendel eben im Begriff, seinen Laden zu schließen, um sich zu dem ihm befreundeten Schenkel zu begeben, als die Explosion erfolgte; die Laden- jalousie und das Schaufenster wurden zertrümmert, und Drendel selbst sechs Meter weit nach der gegenüberliegenden Wand geschleudert. In dem Nachbarhause Nr. 17 wurde in der Wohnung des Eigenthümers Dräger ein Kronleuchter von der Decke herabgerissen, der dicht neben dem Bette des dreijährigen Sohnes Drägers zur Erde fiel. * ki» netter Bruder. In Hamburg wurde kürzlich ein Privatier verhaftet, welcher seine jetzt 41jährige Schwester seit 17 Jahren etugesperrt gehalten hat, um fich ihres Erbtheilr zu bemächtigen. Die gänzlich verwahrloste Person wurde in da» dortige städtische Krankenhaus geschafft. Gottesdienst in der Synagoge Samstag den 14. Mai 1898. Vorabend 7^ Uhr, Morgens 8»o Uhr, Nachmittags 4 Uhr Schrifterklärung, Sabbathausgang 85’ Uhr. Schrffsirachriehteiri — Der Postdampser „Friesland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 9. Mai wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, €. 62—66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 64 btS 72 4, Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 62-64 * Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00 bi» 7,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 4. Zwiebeln vr. Sentaer 11,00—12.00 X, Milch pr. Liter 16 A, Kirschen pr. Pfd. 60 Dauer der Marktzeit boir 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Simfrtttf, 10. Mai. Frachtmarkt Rother Wetzen X 22,10, weißer Wetzen X 00.00, Korn X 15.09, Gerste X 10.00, Hafer X 8.75. Neueste Nachrichten. Depeschen de» Bureau „Herold". Berlin, 12. Mai. Al» Termin für die Reichstags- Stichwahlen ist der 24. Juni bestimmt worden. Lemberg, 12. Mai. Die Unruhen wegen der Brodtheueruug wiederholten fich gestern in größerem Maße. Die Nothleidendeu zogen drohend vor das Rath- hau», wo ihnen der Bürgermeister Beschäftigung bei den StraßmreiuiguagSarbeiten versprach. Die Ansammlungen vor den Bäckerläden wurden zerstreut. Rom, 12. Mai. Die Reserven aller Altersklassen wurden eioberufe», um einem möglichen Ausstande des EiseubahnpersoualS vorzubeugen. — Drei Redacteure des soctaltsttschen Blattes „Avanti" wurden verhaftet. Man glaubt, daß die Bewegung im Rückgänge begriffen ist. Rom, 12. Mai. Der Führer der socialtsttschen Partei PtemoutS richtete au die Arbeiter die dringende Aufforderung, fich an keinerlei Demonstration zu betheiligeu, da die Aufstände lediglich der Reaction zu gute kämen nud das socialisttsche Programm nur durch da» allgemeine Wahlrecht auf dem friedlichen Wege der Gesetzgebung erfüllt werden könnte. Turin. 12. Mat. Die Versuche der Aufständischen, die AuSstelluugSgebäude in Braud zu stecken, hat die Behörden veranlaßt, die Polizeiwachen durch militärische Posten zu verstärken. Most, 12. Mat. Viele Zte gelei-Ard eiter find ausständig. Sie verlangen eine Lohnerhöhung von 75 Centimes pro Tausend Ziegeln. Parts, 12. Mat. Der französischen Regierung ist die al» Entschädigung für die Ermordung eines Missionars verlangte Summe, sowie die Stiftung einer Capelle und der Bau mehrerer Eisenbahn-Linien von der chinesischen Regierung bewilligt worden. London, 12. Mat. „Daily Mail" meldet aus Key West, dort herrsche Mangel an Trinkwasser, hervor- gerufeu durch den starken Verbrauch der Truppen und der Flotte. Madrid, 12. Mai. Eine Feuersbrunst zerstörte eine Mehlfabrik und vernichtete 4000 Sack Mehl und 6000 Hectoliler Weizen. Da» ist bei der jetzigen Zett der Brodtheueruug ein schwere» wirthschaftliches Unglück. Madrid, 12. Mai. Eine Depesche aus New-Uork kündigt an, daß die JuvasiouSarmee am 15. Mat auf Cuba zu landen beabsichtige. Barcelona, 12. Mat. Die hiesige Börse beschloß, mehrere Schnelldampfer zu armtreu, resp. zu versuchen, Lebensmittel nach Cuba zu bringen und die Blocade Cubas zu furchten. Rio de Janeiro, 12. Mai. Ein Theil der Radicalen hat dem Congreß einen Antrag unterbreitet, wonach die Kammer ihre Sympathie für Amerika und die Unabhängigkeit Cuba» erklären soll. WB. Madrid, 12. Mat Eine amtliche Depesche aus Habana meldet, daß das amerikanische Geschwader verschwunden ist. Fünf Schiffe nahmen die Richtung nach Osten. WHjMWM Verdingung. Die Lieferungen und Arbeiten zur Herstellung des Fundamentmauerwerks zu einer Locomotivdrehscheibe auf Bahnhof Marburg soll in zwei Loosen vergeben werden und zwar: Loos 1. Lieferung von 13,23 cbm Werkstein aus Basaltlava, Lungstein, Wesersandstein rc. Loos 2. Erd- und Maurerarbeiten einschließlich Materiallieferung mit Ausnahme der Werksteine und des Cementes. Verdingungstermin wird auf Donnerstag den 26. Mai a. c., Vormittags 11 Uhr, angesetzt, bis zu welchem Tage die Angebote kostenfrei und versiegelt mit entsprechender Aufschrift versehen an die unterzeichnete Betriebsinspection einzu- reicken sind. Verdingungshefte nebst Werksteinzeichnung sind gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von je 1 Mk. in Baar von hier zu beziehen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Marburg den 9. Mai 1898. Königliche 4990 Eisenbahn - Betriebsinspection. Arbeitsvergebung. Die Erneuerung des Oelfarben- anstrichs an dem Vordergebäude der „Balser'scben Stiftung" Wilhelm- ffraße 10 dahfi.r soll im Wege schristl'.chen Angebots vergeben werden. Reflectanten wollen ihre Offerten verschlossen und portofrei an Herrn Architecten L. Seuling, Wallthor- straße dahier, bis zum 18. d. M. gelangen lassen, bei welchem in dessen Bureaustunden Bedingungen und Arbeitsbeschreibung offm liegen. Gießen, den 4. Mai 1898. 5012 Der Administrator. (finpfeliliiiifliii Stadt. SchtaWaus. Freibank. 4900 Heute und morgen: Ochsensteisch nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. Schweinefleisch frisch und gesalzen, nicht ladenrein, ver Pfd. 50 Pfg. Hkntr und lolßtudr Tage in Eispackung eintreffend 735 la. Schellfische in allen Kroßen, Kaöliau, Schoflen, Zander, Kechte etc., S- M-isischc. Prompter Versandt nach auswärts. J. M. Schulhof, Marktstrabe 4.Telepbon 119. Mn* nur allerbeste Fabrikate, wie Wanderer, Victoria, Sirius rc. rc., bezieht man vor- theilhaft bei 3701 V. G. Goldstein, Grüubergerstr. 3. Unterricht im Fahren gratis. Best eingerichtete Revaraturwerkstätte am hiesigen Platze. Aachener Badeofen ■ D. R.-P. Ueber 50 000 Oefen im Gebrauch. In 5 Minnten ein warmes Bad! Original Houben’s Gasöfen * J G. Honben Sohn Carl Aachen. * Meparaluren und Ueberziehen von Regenschirmen schnell und billig. 4997 H. Sack, Neuenweg 58. Ketten IV12 Mark (Oberbctt u. 2 Kissen) mit prima Barchent rorh, bunt oder rosa gestreift u. neuen, gereinigten Federn gefüllt. 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Mai "MWGx (nicht 14.) stattfindet.5009 5011] Freundl. möblirtes Zimmer, mit oder ohne Pension, zu vermiethen. ___________Ludwigstraße 57, part. 4000] Schön möbl. Zimmer zu ver- miethen._________________Bleichstr. 5. 4979] Ein kleiner Laden mit anschl. Zimmer ist zu vermiethen. Zu erfragen bei H. Rühl, Wettergaffe 5.__________ 4117] Stallung für zwei Pferde nebst kleiner Wohnung, Lager und Hofraum im Mittelpunkt der Stadt per sofort zu vermiethen. Näheres in der Expedition d. Bl. Tüchtige Tüchtige Rockarbeiter finden dauernde Beschäftigung gegen hohen Lohn. 4989 Carl Frensdorf, Bahnhofstraße, Ecke Neustadt. Unterzeichneter sucht eine Wohnung mitten in der Stadt. I Wagner, Rechtsanwalt. Offene Stellen 5002] Einen kräftigen Bäcker sucht sofort I. Lein. für Schlackenstein-Fabrikation finden lohnende und dauernde Beschäftigung auf der 5013 Sophienhütte bei Wetzlar. Kausöursche gesucht. 5008_____________Mäusburg 12. Mrbeiterirmen auch jugendliche, finden dauernde Beschäftigung in der Tabakfabrik von Georg Philipp Gail. Todes-Anzeige Jacobine Höhl. geb. Waldschmidt heute Morgen 5 Uhr im vollendeten 77. Lebensjahre nach kurzem Leiden sanft verschieden ist. 5005 Um stille Theilrahme bitten Die Beerdigung findet Samstag den 14. Mai, Nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Bahnhofstrasse 41 in Giessen, aus statt. Ein Dienstmädchen Mk. Gießen, 12. Mai 1898. 5014 76 gesucht. Grünbergerstr. 33. 4991 Der Vorstand 4831 35 36 22 40 33 24 10 32 48 50 46 48 2 3 2 5 3 2 1 4 8 10 5 12 Paar Fahr-Ochsen L 20 und 15 Mk. Paar Fahr-Ochsen ä 12 Mk. . . . Kühe ä 12 und 10 Mk...... Kühe L 8 Mk......... Paar Stiere L 15, 10 und 8 Mk. . . Kalbinnen ä 12 Mk....... Kalbin........... Kalbinnen L 8 Mk........ Kalbinnen L 6 Mk........ Kalbinnen ä 5 Mk........ Rinder L 12, 10, 9, 8 und 7 Mk. Rinder ä 4 Mk......... 5U10] Eine Lauffrau gesucht. Zu erfragen bei Frau A. Behren- Wwe., Wettergaffe.__ 4998] Ein jungesLaufmädcken gesucht. Sicherstentze 1, part. Statt jeder besonderen Anzeige Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mittheilung, dass unsere liebe Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Grossmutter und Urgrossmutter Lauterbach, den 4. Mai 1898. Großh. Bürgermeisterei Lauterbach. Stöpler. Verschiedene Thiere zur freien Verfügung der Preisrichter......... Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uni so schwer betroffenen Verluste, die zahlreichen Blumenspenden, die liebevolle Pflege der Schwester und die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Schlosser sagen tiefgefühltesten Dank Frau Renas Wwe., geb. Belloss, und Kinder. Tüchtige Schneiderinnen gesucht aus sofort. 4994 Frl. Barck, Babnhofstr. 66. Prämien-Markt zu Lauterbach. Derselbe ist wegen der am l 6. Juni stattfindenden Reichs- tagswahl auf Dienstag den 14. Juni 1898 verlegt. Es werden prämiirt: zusammen 500 Mk. Mit dieser Prämiirung ist unter der Leitung eines Comitees eine Verloosung von Vieh und Geräthen verbunden. Loose ä 60 Pfg. sind bei Herrn G. C. Bolt- mar dahier, Marktplatz 32, zu haben. Das sämmtlicbe zur Verloosung kommende Vieh, nämlich 3 Kalbinnen, 3 Ainder, 10 Kämmet und 10 Schweine, wird vorher auf dem Markte angetauft. Evangelischer Bund. Freitag de« 13. Mai, Abends S]/9 Uhr, in Steins Garten Vortrag des Herrn Predigers Lehmpfahl vom „Allgemeinen Evangelisch- Protestantischen Missionsverein" über: Kultur und Christentham in Ostasien. Unsere evangelischen Mitbürger bitten wir um zahlreiches Erscheinen. gesucht. 4999 Wv.-Angen-KlmiK. Die trauernden Hinterbliebenen Giessen und Wetzlar, den 12. Mai 1898. 5006] Ein tüchtiges Dienstmädchen, welches auch in der Küche mithelfen muß, für sofort gesucht von Frau Director S. Pascoe, _____________Frankfurterstraße 49. 4985] Gesucht für Anfang Juni ein ordentliches Dienstmädchen von Frau Landgerichtsrath Wehner, __Ludwigstraße 29, 11.________ 4986] Braves Laufmädchen gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Bl.______ 4984] Laufmädchen oder Lauffrau Dilettanten-Clnb Frohsinn. Samstag den 14. Mai 1898, Abends 8 Uhr, im Cas6 Leib: Ein junger Mann, 25 Jahre, mit allen Bureauarbeiten vertraut, sucht, gestützt auf vorzügliche Militär- und Civilzeugniffe, Lebensstellung. Eintritt kann am ersten Juni er. erfolgen. Offerten unter C. Nr. 4995 an die Exped. d. Bl. erbeten. ZN verkaufen Ilür Wehger. Ein junger, starker Zughund zu verkaufen. 4981 L. Frantzen, Mendorf a. d. Lda. Cäpitatien 20000 Mk. auf erste Hypothek per 1. August 1898 auszuleihen. Offerten unter A. 4980 an die Expedition d. Bl. 8- bis 12000 Mark auf gute Hypothek zu leihen gesucht. Offerten unter B. 5004 in der Expedition dieses Blattes niederzulegen. Willy Arend siegte am 8. Mai in Berlin über Lambrechts und Lehr. Arend benutzt Continental ben 1910 besten Radreifen. Abend-Unterhaltung* mit 4992 Theater, komischen Vorträgen und Tanz unter Mitwirkung des Gesangvereins „Eintracht". Es ladet ergebenst ein Der Vorstand. _________________________Karten an der Kaste 75 2?fg._______________________ All gkDißkil i'kiilhlW! Unter Bezugnahme auf das Eingesandt in Nr. 102 des Gießener Anzeigers richten auch wir an verehr!. Publikum die ergebene Bitte, bei seinen Einkäufen Maße und Gewichte stets nach dem Decimalsystem (*/i,), bei kleineren Quantitäten nach Gramm (auch bei Wolle, Baumwolle und dergl) zu verlangen, zumal nach der neueren Maß- und Gewichtsordnunq der Gebrauch von '/g, Vi und i/2 Pfd. sowohl, als auch von Vie und Ve Liter gesetzlich verboten ist. Auf diese Weise wird fragt. Uebelstand beseitigt und Käufer wie Verkäufer vor Schaden bewahrt. Gleichzeitig bitten wir unsere verehrlichen Mitglieder, ihre Kundschaft im beiderseitigen Jnteresie dahin zu verständigen. ß Der UorSand des DetaWeu-Vkreius Gießen. 5001] Ein Portemonnaie mit Inhalt gefunden. Abzuholen Mäusburg 16. Abfahrt 58 4972 Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäls-Buch. und Personenbillet Kaffenpreis . A Mk. 2.20 L Mk. 0.50 Section Giessen. D. Oe. A. V. Sonntag den 15. Mai Tour I Dietz — Daubachthal — Balduinstein —Goethe- punkt—Kl osterArnstein Karten im Vorverkauf sind bei Herrn Ernst Challier, Neuenweg, zu haben. _____________ 4915 Die Liste circulirt. Der Anfang der Concerte wird im „Gießener Anzeiger" bekannt gegeben. C. Krausse, Sroßh. Mißkdirkltir. ■ z - Uhr früh. Marschzeit 6,/i Stunden. Sonntagsbillet Balduinstein Sdiachclub ab heute Cafe Ebel. 4983 Der Vorstand. Abonncments-Conccrte. Die Capelle des Infanterie Regiments „Kaiser Wilhelm" (2. Großb. Heff.) Nr. 116 erlaubt sich zu einem Cyklus von Abonuements- Coucerteu einzuladen. Die Concerte finden in Steins Garten statt. Dieselben werden mit Militärmusik ausgeführt, wozu ein musik- und kunstliebende« Publikum eingeladen wird. Der Abounemeutspreis für 6 Concerte beträgt: Familienbillet bis zu 4 Personen L Mk^ 7.— Familienbillet bis zu 3 Personen ä Mk. 6.— festste öd seMoe Möhrirn? Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Stereotypie, fehanoplaslik. Boehbinderei BrüM’sche Üniversitäts-M- and Steindruekerei Verlag des Giessener Anzeigers 7 SchuhtraM« 7 empfiehlt eich cur Anfertigung aller Buchdruck-Arbeiten in elegant«» Schwer«- und Farbendruck. Vereine