Gr. 10 Zweites Blatt. Donnerstag den 13. Januar 1SSS ctn deutlicher sei ■cert ; Ue"*‘ 5 I br. j. '■Quartetts L GrützmMhet. • Schubert • L Beethoven. • R. Schumann. v ÜTt" ^2.50 Sperr. Lrait ( ballier (Rudolph Stork tu ermtaipa »■ Prew Toa i Mk. -.«* Hand -o' S -* Mzeigers e 7 i|iri>t»rfrlf4nft Rhein «- £ 5 i» 0 M * 10 10 ter Behieikaffe*. riaef ud Brenn- feite und Krona. h6ch*ten Wohl- PreUe. .-.PeekM i Gienen 10333 2*^ 1* frfifieint ISgklch mit Ailsnahme des MontagS. Die Giehener Aamitieuötätter werden dem Anzeiger wöchentlich vtermal beigelegt. Gießener Anzeiger zSczugsprets vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Psg. mit Bringerloha. ----------------- . i Bei Postbezng Marf 50 Pfg. ierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den salgendm Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. General-Anzeiger Ave Anzeigen-BerinittlungSstellen LeS In- und LuSlandeS nehmen Anzcigm für den Gießener Anzeiger -ntgegen. Amts- und Zlnzergeblcrtt füv den Tiveis Gieren. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstratze Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger chietze». Fernsprecher Nr. 61. Amtlicher Lheil. Bekanntmachung. Freitag de« 21. Januar 1898, Nachmittags ’/e® Uhr, wird auf Louhs Felseukeller zu Gießen nve General'Bersammluug des landwirthschaft- liche« BezirksvereinS des Kreises Gießen abge- fcltcn werden. Zu dieser Versammlung werden alle Mitglieder des Vereins und der landwtrthschaftlichen Localvereine, sowie alle Freunde der Bestrebungen auf Hebung der Landwirthschaft hierdurch freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister perben ergebenst ersucht, den in ihren -Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu (eben, um auf recht zahlreichm Besuch der Versammlung jiazuwirken. Tagesordnung: 1) Geschäftliche Mittheilungen. 2) Vortrag des Herrn Secretärs Leithiger zu Alsfeld über die Anwendung von künstlichem Dünger. 4) Vortrag des Herrn Landwirthschaftslehrers Dr. von Peter in Friedberg über die Gründung einer Molkereigenossenschaft in Gießen. Gießen, den 10. Januar 1898. Der Dtrector des landwtrthschaftlichen BezirksvereinS. C. Jost, ReqierungSrath t. P. Deutscher Reich. Berlin, 11. Januar. DaS Herrenhaus wählte Henle i» seiner ersten Sitzung dar bisherige Präfidium (Fürst zu Dted, Freiherr» von Manteuffcl und Oberbürgermeister Secker-Kölo) wieder. Morgen steht auf der Tagesordnung tl« Antrag des Herzog- von Ratibor, die Regierung um an* ttrzügliche Vorlegung des Gesetzentwurf- betr. die Verhütung ton Wafferschäoeu zu ersuchen. Berlin, 11. Januar. In der letzten Nacht fuhr der Ö-Bug Frankfurt a. M.—Berlin bei Brehna auf einen Sülerzug, wobei mehrere Personen leichte Verletzungen da* tmtrugen. Berlin, 11. Januar. Der „Nordd. Allg. Ztg.- zufolge be* ßht die Abficht, in Prag ein deutsche- Eonsulat zu errichten. Prag, 11. Januar. In der heutigen Sitzung de» Landtags brachten die deutsch-nationalen Abgeordneten tuen Antrag ein, der Statthalter sollte der Regierung an* lat Heu, den Landtag zu vertagen und in eine deutsch-böhmische Stadt zu verlegen, da die deutschen Abgeordneten von den Einwohnern trotz polizeilichen Schutzes auf offener Straße belästigt und bedroht würden. Die Regierung hat den Tschechevclub und den Großgruudbefitz ersucht, dem Landes- intereffe das Entgegenkommen zu zeigen und die deutschen Abgeordneten von dem Auszug zurückzuhalten. Der Tschechenclub erklärte fich mit der von dem Großgrundbesitz auS- gearbeiteten Sprachenverordnung einverstanden, nach welcher das Prvject der dreisprachigen Gliederung Böhmens durchgeführt werden soll. Belgrad, 11. Januar. Um die serbische Mahl- tndustrte zu erleichtern, wurde der Weizenzoll zeitweilig aufgehoben, ebenso der Zoll auf Mais. Wegen der Maul- und Klauenseuche wurde die Rindvieh-Ausfuhr verboten. London, 11. Januar. „Daily RewS" melden au» Odessa vom gestrigen Tage: Nachrichten auS augenscheinlich glaubwürdiger transkaukasischer Quelle besagen, daß die höchste Staatsgewalt in Persien offenbar rasch dahinschwinde. Die Lage in Teheran sei derartig, daß ein Staatsstreich jeden Augenblick erwartet werden könne. London, 10. Januar. Bor de« Centralcriminal* gerichtShof wurde heute das Verfahren gegen die beiden Russen Bartzew und Wtedzbtckt, die augeklagt find, zur Ermordung des Zaren ausgereizt zu haben, bis zum nächsten Gerichtstage vertagt. Die Freilassung gegen Bürgschaftsleistung wurde abgelehnt. Athen, 10. Januar. Der Direktor und ein Redacieur des Blattes „Kairi" erschienen heute vor dem Zuchtpolizei* gerichte unter der Anklage, den Kronprinzen in einem Artikel über se'n Privatleben beleidigt zu haben. Die Sn- geklagten hatten dem Kronprinzen vorgeworseu, daß er den Eharfrettag nicht tnnegehalteu habe, und hatten diesem Umstand den Mißerfolg der griechischen Waffen vor Larissa zugeschrteben. Der Gerichtshof erklärte sich für iucompeteot und sprach sich dahin aus, daß die Angelegenheit vor daS Schwurgericht gehöre. Aus dem städtischen Berwaltungsbericht. (Schluß.) WaS die Art der gewährten Unterstützungen betrifft, so wurden verausgabt: MtrthSuyterstützungen tu 207 Fällen 13180.39 Mk., Baargeldunterstützungen in 116 Fällen 7780.76 Mk, Brodunterstützungen (6824 Laibe Brod) in 117 Fällen 2312.21 Mk., Kohlenunterftützungen (1954«/, Str. Steinkohlen) in 148 Fällen 1881.98 Mk, Milchunterstützungeu (13204V, Liter Milch) in 98 Fällen 1863.83 Mk., Mittagessen (1466 Portionen) in 14 Fällen 475.40 Mk., Kleider und Schuhe (darunter 46 Paar Schuhe, 17 Schuh-Reparaturen und 15 Kletderbeschaffungen) in 78 Fällen 593.80 Mk., ärztliche Behandlung und Medicamente, sowie freie Klinik»- pflege aller als stadtarm bezeichneten Personen 10000 Mk., Brillen und künstliche Gliedmaßen in 10 Fällen 32.80 Mk., Geburtshilfe durch die Hebammen in 21 Fällen 191.60 Mk.„ Beerdigungskosten in 84 Fällen 538.34 Mk., Pfleggeld für erwachsene Personen 1116.06,Pfleggeld für Kinder,6778.1 IMk., im Ganzen 46 744.78 Mk. Auf diese Unterstützungen find ersetzt: auf Natural- rc. Unterstützungen: vom Laudarmeu- Berbavd Gießen in 11 Fällen 966.67 Mk., von auswärtigen OrtSarmenverbändeu tu 10 Fällen 921.26 Mk., von privat- rechtlich Verpflichteten in 10 Fällen 280.25 Mk., von den Unterstützten selbst in 22 Fällen 230.24 Mk., von der In- valtditäts- und Altersversicherung in einem Fall 119.40 Mk., von Krankenkassen in 3 Fällen 157.94 Mk.- auf Pfleggeld für erwachsene Personen: vom Landarmen-Berband Gießen in einem Fall 387.75 Mk.- auf Pfleggeld für Kinder: vom Landarmenverbaud Gießen in 15 Fällen 1844 Mk., von auswärtigen Landarmenverbändeu in einem Fall 150 Mk., von auswärtigen OrtSarmenverbänden in 10 Fällen 768.11 Mk., von der LandeSwaisenkafle in einem Fall 35 Mk., von privat- rechtlich verpflichteten in 2 Fällen 76.20 Mk., von den Eltern der Unterstützten rc. in 11 Fällen 719.10 Mk, zusammen in 97 Fällen 6655.92 Mk.- die Gesammt-AuSgabr beträgt 46 744.78 Mk., sodaß die Armenkasse der Stadt Gießen belasten 40088.86 Mk. Die neu eingerichtete Statistik ergibt sonach da» Folgende: Der tägliche Durchschnitt sämmtlicher Unterstützung»- und Pflegsälle (sämwtliche zu einem Hausstaude gehörige Personen bilden einen UoterftützungSfall; desgleichen mehrere Kinder desselben Hausstände» einen Pfiegfall) beträgt 228 und auf je 100 Einwohner bei Zugrundelegung einer Eivil- bevölkeruog von rund 21400 1.07. Die durchschnittliche Zahl der sämmtlicheu in der offenen Armenpflege unterstützten Personen (einschließlich der in Pflege gegebenen erwachsenen Personen und Kinder) berechnet sich auf 467 und mithin auf je 100 Einwohner auf 2.18. 2. Geschlossene Armenpflege. Im städtischen HoSpitale und Siechenhause waren im täglichen Durchschnitte 23 Vg Personen untergebracht. WaS die Kosten de» Hospitals und TiechenhauseS betrifft, so berechnet fich die Mundverpfl-gung eine» HoSpitoliten auf rund 47 Pfg., eines Stechen auf rund 69 Psg. pro Tag und die Grsammtverpfleguug, einschließlich aller Generalunkosten, eines HoSpitaliten auf rund 1.30 Mk., eines Siechm auf rund 1.70 Mk. pro Tag. Jo ErziehungS-, Bewahr-, Heil- und Siechen- an ft alt en befanden fich 11 Personen. Ferrilleton. Die Vestalin. Skizze von S. Hoechstetter. (Nachdruck verboten.) I. KO. Wir waren befreundet. Ich verkehrte etwa seit -hier Jahren im Hause ihrer Elteru, hatte Nina jedoch, da it> gereist war, längere Zeit nicht mehr gesehen. Nun trafen dir uns im LonversationSsaal de» JglerhofeS in JglS bei Ausdruck in einem Concert- Sie begrüßte mich wie immer: freundlich, liebenswürdig, •her mit einer kleinen Nuance zu großer Höflichkeit. Da» Orte mich jedoch nicht weiter, und wir waren bald in an* geregtem Gespräch. Erst als ein etwas erstaunter Blick ihres Vaters mich Lias, bemerkte ich plötzlich, daß ich Nina unverwandt an* g>heu hatte. Nun fiel mir auch auf, daß sie verändert *n: ein wenig schmaler und schlanker schien sie geworden. W kleidete sie gut — sie war dadurch fast schön- sie hatte ckethaupt in ihrer merkwürdigen Mischung von französischen wö deutschen Eigenthümlichkeiten immer einen besonderen Reiz «vs mich an-geübt. „®a» hören Sie dem von Ihrer ungarischen Freundin?" *fiagte ich sie. Wir hatten \o manche» Mal Über diese Dame geplaudert. Tie sah mich an — mit diesen wunderschönen blauen Augen, die da» schwarze Haar noch blauer erscheinen ließen. „ES ist die alte Geschichte," sagte sie und ihre Stimme Aag seltsam vertieft. „Man hat fich lieb gewonnen, man Hielt nach dem gleichen Ziel — man arbeitet. Dann Plötz- »ih kommt die Wende. Seit einem Jahre variiren ihre Briefe eine Melodie: die Liebe. Sie hat in diesem Zeiträume dreimal geliebt und wollte fich dreimal tödten, — bi» die Tragvdirneltern fich nun endlich auf ihren Lustspielberuf besonnen haben und die Einwilligung zu der dritten Liebe gaben. So ist das Ende aller Frauenarbeit, da» Ende aller Mädchenfrenndschaft." Ich lächelte unwillkürlich. „ES ist da» natürliche Ende," sagte ich ein wenig trivial. „ffia» würde daran», wenn die Damen nicht mehr hetratheu wollten?" Kein Zug veränderte sich in NinaS Gesicht. „Ich bin doch nicht eine alte Jungfer, die in ihrer Weise darüber urtheilt," sagte sie. „Aber die Ehe ist nicht da» Höchste. Da» Höchste im Leben ist die Kunst. Und beide» vereint fich so schlecht — e» ist Überhaupt ein Unding, hier vereinen zn wollen. Eine Frau, die etwa malt und kocht, oder schriftstellert und den Haushalt darüber hernnterkommen läßt, ist mir eine lächerliche Carricatur. Mau sage doch nicht, es ginge beide» zu vereinen. Wem die Kunst Ernst ist — nicht eine Erwerbsquelle oder ein Zeitvertreib — dem ist sie auch daS Erste, Einzige. Und ich finde e» so jämmerlich, daß niemals eine Frau die Kunst höher stellen kann, wie das traditionelle Glück." „Die Wolter wäre ein Gegenbeweis, daß fich Kunst und Ehe vereinigen lasten — nach Clara Schumann. Ich will allerdings gestehen, daß fie nur die berühmten Aus* nahmen von der Regel zu sein scheinen. Aber denken Vie doch, e» handelt fich nicht um „traditionelles" Glück. Da» Glück ist für Jeden etwas Individuelle» — Persönliche».- „Ich verstehe schon," erwiderte fie, „ich meine nur, e» ist so klein, daß der Frau ntemal» ihre Kunst höher stehen kann al» der Mann- daß ihr die Kunst niemals alles ist. Und dabei sprechen fie so stolz davon, fich selbst zn genügen, selbstherrlich zu sein — bis dann der erste Freier kommt, dem sie fich in die Arme werfen. Ich habe noch keine Frau kennen gelernt, der e» Ernst war mit ihrer Kunstbegeisternng, die alle» Glück darin fand." „Sie kennen Niemand — al» fich selbst!" Sie nickte nur. Ihre Augen blickten an mir vorüber — hinan» in den dämmernden Juliabend-- Da» Orchester spielte ein Nachtstück von Chopin. Ich lag an diesem Abend noch lange auf meinem Sopha. Ich dachte immerzu an diese merkwürdig energische Unter- Partie von Nina» Gesicht — und an ihren wunderschönen weichen Mund. Liebte ich fie denn? II. Den Teufel ja — ich liebte fie. Das wußte ich, al» am anderen vormittag mein Freund Julian, den ein Zufall auch hierher in Sommerfrische gebracht, zu mir kam und, nachdem er drei Cigarretten geraucht hatte, da» Bekenntniß wagte, daß er hoffte, Fräulein Nina Harten» Neigung erweckt zu haben. Ich war peinlich berührt — aber — na — ich für meine Person habe gar keine asketischen Ideale oder auch nur Fähigkeiten. „Mein guter Junge," sagte ich daher, „ich kann zwar ba»r-Don der Gegenneigung nicht behaupten, aber so viel will ich Dir doch gestehen, daß ich Fräulein Harten liebe — und zwar seit gestern Abend. Du bist entschieden im vortheil, weil Du schon Sicherheit haft. Darum schlage ich vor, daß wir unß nun Beide ganz ehrlich um die Künstlerin bemühen — und wer da» Glück hat et cetera, et cetera.® (Fortsetzung folgt.) -Mtil BttUjjtDb (Sauerkraut BehördlicheAnzeigen Hülsenfrüchte Telephon 46 Markt 21. ÄoAftoee bei «tbeilotb«: 1 Drechsler für eine Dampfdrechslerei, § verdungen werden. Die Bedingungen 1 Friseur, 1 Glaser (Rahmenmacher), 2 Weißbinder, von welchen einer Zugarbett sind im Geschäftszimmer des LazarethS verstehen muß, 1 tücht. Küfer, 1 Tapezier, 5 Maschinenschlosser Mr dauernde rinzusehen. 640 und lohnende Accordarbett, 1 Schmied, 1 Wagner, 4 Dienstmädchen für Küche und Grotzh. vaeniso« Lazareth, Hausarbeit, 1 tücht- Hausmädchen, welches bügeln, nähen und seroiren kann. bpecialitat in rohen und gebr. Kaffees- Versteigerungen Seit 25 Jahren RohntHnerke Neu! 546 Bad-Nauheim, 11. Januar 1898. Villa Britannia. R. Xöggeratli Empfehlungen. 20 M Al i* die 8 Vertreter Reuters in FriedrichSruh introduzieren zu wollen, beweist eine UrtheilSlofigkeit, die ein gewandter Vertreter eine- größeren Blattes nicht haben sollte. DaS Reuter sche Institut war stet- dem deutschen Reiche feindlich und der ,Hamb. Torr.- war seit acht Jahren Vorkämpfer für alle die Regierungsmaßnahmen, welche mit der Politik Kaiser Wilhelms I. und 'seines Kanzlers im Widerspruch standen. — Obschon nun sein Eindringen in die Häuslichkeit des kranken Fürsten nicht durch Theilnahme feiner Auftraggeber an dem Ergehen des Letzteren, sondern durch das gewerbliche Be- dürfniß der Beschaffung geldwerther Neuigkeiten veranlaßt war, wurde Herr BrunS doch im Hause FriedrichSruh zu» nächst empfangen, und kann sich demnach auch in diesem Falle über mangelnde Zuvorkommenheit nicht beklagen. Denn bevor er den Grafen Rantzau draußen ansprach, hatte er seine «arte inS HauS geschickt, war in Vertretung des Herrn Grafen vom Secretär des Fürsten empfangen und eS waren ihm über das Befinden des Fürsten die beruhigenden Mittheilungen gemacht worden, welche er dann alsbald zu Telegrammen verwerthet hat. Sein Wunsch war somit völlig erfüllt, und er hatte den Park wieder verlaffen, alS er den Grafen Rantzau auf seinem Spaziergange erblickte und, trotzdem der Pförtner eS ihm untersagte, auf den Grafen den von ihm selber beschriebenen Angriff mit Visitenkarte und Depesche machte. Die Antwort war dementsprechend, doch find die härtesten von Herrn BrunS angegebenen Ausdrücke nicht gefallen und er hat den Satz auSgelaffen, der nach Zeugenaussagen so gelautet hat: „Bedenken Sie doch, waS ich sagen soll, wenn ich hier jeden Tag auf meinem Spaziergange vor dem Thore angefallen werde!" — Würde man es billigen, wenn ein naher Verwandter des jetzigen Reichskanzlers Fürsten Hohen- lohe bei feinem Spaziergänge im Thiergarten von dem Vertreter eines sozialdemokratischen oder sonst als feindlich bekannten Blattes angrhalten nnd über das Befinden des Fürsten interprllirt würde? — Was die übrigen Nachwürfe anbetrifft, welche Herr BrunS dem Grafen widmet: Kritik feiner Stellung, mangelhafte Vertretung nach außen usw., so können wir dieselben auf fich beruhen lassen, da jeder Kenner der Verhältnisse weiß, mit welcher Hingebung der Graf einzig und allein um daS Wohlergehen des greisen Fürsten bemüht ist, zu dessen Unterstützung er nach dem Tode der Fürstin Bismarck feine Stellung tm Dienste deS Reichs aufgegeben hat. Die Freunde de» fürstlichen Hauses werden gerade dem „Vicewirth von FriedrichSruh", wie ihn der „Hamb. Corr." geschmackvoll benennt, Grund haben, dankbar zu sein für seine unermüdliche, selbstlose Sorge um de» Hause» und de» Haus- Herrn Wohl. — Anschließend an die tendenziöse Veröffentlichung de» „Hamb. Corr." finden wir in den Zeitungen noch die Folgerung, man werde sich, um Nachrichten über den Fürsten Bismarck zu erlangen, fernerhin an die Dienerschaft wenden müssen. Wir möchten dem gegenüber unsere Collegen bitten, diesem Rathe nicht zu folgen und die Leute nicht in Verlegenheit zu bringen, da ihnen Beziehungen zur Presse verboten find. Wer übrigen» die Diener de» Fürsten Bis- marck kennt, der weiß, daß eS eine» solchen Verbote» nicht erst bedarf, und weiß anderseits, daß Unbescheidenheiten wie die de» Herrn Brun» von den Dienern de» Hauses leicht noch unfreundlicher beantwortet werden könnten, al» durch den Grafen Rantzau geschehen ist. Donnerstag den 20. Jannar, Vormittag» 11 Uhr, soll im Garnison - Lazareth zu Gießen die Lieferung der Verpflegungsbedürfnisse für das Jahr 1898/99 und die Abnahme der gewonnenen • Eine RuhmeShalle in Paris. DaS t« Jnvalidenhaust zu Paris eingerichtete, gelegentlich der Feier deS National« festes eröffnete HeereSmnsenm hat in so hohem Grade daS Interesse der Bevölkerung auf fich gezogen, daß schoi eine Erweiterung in Aussicht ist. Der gegenwärtig zur Vev fügung stehende Raum kann weder die Menge der täM zuströmenden Besucher fassen, noch ist er im Stande, dir große Zahl von Ausstellungsgegenständen aufzunehmen, welch« der Anstaltsleitung von allen Seiten zugehen. ES soll künfth ein großer Raum lediglich der Zett vor dem Jahre 1811 gewidmet werden, der gegennüberliegende Saal Alles aufnehmnz wa» mit der Eroberung Algerien», den Feldzügen deS zweien Kaiserreiches, den colonialen Unternehmungen und dem Krieg, von 1870/71 in Verbindung steht. Brodreste, Küchenabfälle und Knochen verdungen werden. Die Bedingungen befreit hat. Th. Dreyer, Hannos Haltenhoffstraße 3. Trfahrunj unb April die nio die vorher! Kt - sür di, ;a vkrmibkll j tollt, entsprech srühzrilize Bc A-uigrsuche hii Weiler fi nachstehend ab alt der 6im mflttt. Unter SY irnar 1688 (8 der Vorschrift- führenden Tabi Loiersuchnogrn ftSnben bi! zu, Sir wolle Stelle (j. V. 1 vstiOdechsseo Die Älohhnzl ttttbta bitlbti 1895 (Anzrigi Nahrung«- u durch da« chn Hessen in dem 429] Tin Mädchen empfiehlt fi»-* MF «leidermache« 'M in und außer dem Hause. Nähere- Bleich kraße Laußsägehoh au<> 3 TheilsN verleimt. Verzieh» und Abbrechen einzelner Stücke Sägen vollständig ausgeschlossen. Platte bis zu 50 cm breit vorräthis Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt!!! Andr.Euler, Bteinllr.1l Prima Kernseifen Pfg. jede» Pfand 20 Pfg., verschiede«- Sorten 298 empfiehlt die Seifensiederei von A. L. Mohr fche ff. Margarine im Geschmack, Mhrwerth und Aroma kaum von feinster Molkerei-Butter zu unterscheiden, per Pfund 65 Pfg. 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Anfang am ersten Tag im District Herborn, am zweiten Tag im District Markfteinmühl. Hungen, den 10. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Hungen. Buttron. 543 Möbel-V erkauf. Wegen Verkaufes meiner Liegenschaft, Billa Britauuia hier, sind folgende Gegenstände aus freier Hand zu verkaufen: Betten, Sophas, Sessel, Polfterstühle, Teppiche, Vorhänge, Portiören, Wasch-Commoden mit Marmorplatte, Nachttischchen mit Marmorplatte, Schränke und Spiegelschränke, Tische und Schreibtische, englische Leinenschränke, Tragstuhl, Gartenlaternen mit und ohne eiserne Säulen, ein transportables Gartenhaus von Holz mit Zinkbedachung und Steinunterlage, Gartenspritze, Mähmaschine, zweirädrige Karren, Schubkarren, verschiedenes Gartengeräth, Waschmaschine rc. rc. Pumpernickel '“teX'we> «. & G. Walleafel», 392 Markt 21. — Telephon 46. Wirklicher Weinspril ist geruchlos. 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Das Werk wird die Bildnisse, s» wie kurze Lebensbeschreibungen der bedeutendsten Persönlichkeitei unseres zu Ende gehenden Jahrhunderts aus den Gebieten da Staatengeschichte, der Technik und der Wissenschaften, der Ltteratw und der Künste enthalten. Nur die besten zeitgenössischen Original« — seien eS Gemälde, Zeichnungen, Lithographien, Stiche oder phot» graphische Aufnahmen — sollen vervielfältigt werden. Bei den bt> deutendsten Männern soll versucht werden, durch eine Reihe doi Bildnissen ein lebenswahres Abbild ihrer Gestalt zu geben. „Di, Gestalt des Menschen," sagt Goethe, „ist der Text zu Allem wat sich über ihn empfinden und sagen läß'." In den Gtstchtsrüga seiner großen Männer spiegelt sich der Character des Jahrhunderts Was dieser Zeit innewohnte an Willenskraft, Arbeitslust um Thatendrang, an Unerschrockenheit und kühnen Entschlüssen, o strengem Forschergeist und Grüblersinn, an Träumereien und künstlerischer Phantastefreude: Alles das kommt in den Zügen unsera Geisteshelden zum Ausdruck. Grsße Männer — und Frauen - sind unsere wahren Erzieher; sie befreien unsere Peisönlichkeit atf den Fesseln der Gewohnheit und Trägheit, ihre Bildnisse sollen unt wie die unserer besten Freunde vertraut sein. Dies sind die leite» den Gedanken bei der Herausgabe deS Werke-. Zusammen mit da in größter Knappheit von hervorragenden Fachgelehrten und Historiker, verfaßten biographischen Würdigungen und einzelnen größeren Aus» sätzen, sollen diese Bildnisse zu einem monumentalen Werke vereinigt, einen werthoollen Beitrag zur Culturgeschichte deS new zehnten Jahrhunderts bilden. „Das neunzehnte Jahrhundert » Bildnissen" erscheint im Laufe dreier Jahre in 75 Lieferungen. 3* Lieferung enthält vier Seiten Text mit Illustrationen und acht Vol- bilder. Preis jeder Lieferung Mk. 1.50. Eine Erhöhung deS Preis« nach Vollendung des Werkes bleibt vorbehalten. Jede Buch- Kunsthandlung nimmt Bestellungen auf daS Werk entgegen. - Ei« ««entbehrliche» Rachschlagebuch für itb* Thierfreund ist das „Adreßbuch deutscher Thierzüchttt, -Liebhaber und -Händler", herausgegeben von Otto Droescher. Das Adreßbuch enthält nicht allein die genauen Adressen der Thier- züchter (etwa 10000), sondern eS ist fast überall die Specialzücht«, mit angegeben, auch sind die deutsche Geflügel-, Vogel-, Hundt», Kaninchen- und Brieftaubenzucht, sowie die Aquarien- und Terraria> Ltebhabervereine, ferner Lieferanten diverser Thierzucht-Bedarfsartüel angegeben. Das Adreßbuch deutscher Thierzüchter, -Liebhaber n) -Händler 1898 ist von der Geschäftsstelle der .Berliner Thierzeitung', Berlin SW. 48, Friedrichstraße 244, zum Preise von 5 Mk. |i beziehen. - Parte#*, £an$* tm* - Der Bremer LebeuSverficheruug» Bau» brachte da« Jahr 1897 an neu beantragter Versicherungssumme 14200900 Mk, wohingegen daS Vorjahr 12529250 Mk. lieferte. An dem Gesauutt ergebniß per 1897 ist der Monat December mit 1221500 M betheiligt. Die Geisteskranke» werden sämmtlich auf «osten der KreiSkasse verpflegt. WaSdie streitige Armenpflege betrifft, so wurden in beiden Kliniken verpflegt 263 Personen mit 8734 Tagen, in der Herberge zur Heimath 9 Personen mit 62 Tagen. Mit Schnhen und Kleidern wurden unterstützt 38 Personen gegen 25 in 1895/96 und 37 in 1894/95. Mit Medicawenten, Brillen re. wurden unterstützt 12 Personen gegen 6 in 1895/96 und 18 in 1894/95. Mit Hebammen- kosten wurden unterstützt 4 Personen gegen 2 in 1895/96 und keine in 1894/05. Beerdigungskosten erwuchsen für 9 Personen gegen 2 in 1895/96 und 2 in 1894/95. Die gesamwten streitigen UnterstütznngSfälle betragen in 1896/97 347. Die mit dem Ho-pitale verbundene Plockische Stiftung hatte im Ganzen 11 Pfründner mit zusammen 8720 Verpflegungstagen. TS find untergebracht: im Hospitale 3 männliche Personen mit 800, 4 weibliche Personen mit 1460 BerpflegungStagen gegen einen Pflrgsatz von 1.20 Mk. pro Tag und im Siechenhause 4 weibliche Personen mit 1460 BerpflegungStagen gegen einen solchen von 1.90 Mk. pro Tag. Die Einnahme de» sog. Dispositionsfonds wird au» Gaben und Geschenken, dem Erlöse au- gefundenen, herrenlos gebliebenen Gegenständen, sowie au» den Zinsen verschiedener kleinerer Stiftungen gebildet. Die Ausgabe besteht in der Berwilligung von Gaben und Badekurkosten, zu deren Leistung eine armenrechtliche Verpflichtung nicht vorliegt. Die Einnahme beträgt einschließlich de» vorhanden ge- wesenen Kassenbestandes 1278.78 Mk., die Ausgabe dagegen nur 917.56 Mk., sodaß ein baarer Vorrath von 361.31 Mk. vorhanden blieb. _____________________ Vermischte». ♦ Pari», 11. Januar. Die 38 Jahre alte Großnichte deS Marschalls Neh, Marie Louise Neh, wurde heute in ihrer Wohnung in der Rue Pradier durch Gasvergiftung erstickt aufgefunden. * London, 11. Januar. Wie die „Times" au» Panama melden, dauern die Arbeiten am Kanal stetig fort. Jetzt sind 3500 Arbeiter beschäftigt. Man betrachtet eine Voll- eadung de» Kanal» al» wahrscheinlich. ♦ Graf Rantzau mtd die Presse. (Vergl. den Arttkel in Nr. 8 b. Bl.) Die „Hamb. Nachr." schreiben: ,Jm „Hamb. Corr." vom 3. d. MtS. beklagt fich ein Reporter de» genannten Blatte» über die Aufnahme, welche er in Friedrich »ruh gefunden habe. Zunächst nimmt e» un» Wunder, daß ein Vertreter von zwei in FriedrichSruh als feindlich bekannten Preßstellen: de» »Hamb. Corr." und de« »Reuter- fchen Bureau»", glaubt, dort auf besondere» Entgegenkommen rechnen zu dürfen. Was den »Hamb. Corr." angeht, so haben wir an dieser Stelle, auch noch in den letzten Jahren, häufig an Beispielen erhärten können, daß da» genannte angeblich »Hamburgische" Blatt sehr oft nicht» weiter ist, al» ein Ableger de» übelsten Berliner Offiziösenthurn» und wir möchten seine Leser davor warnen, das alle» al» gutes Hamburger Courant anzunrhmen, wa» fich bei näherer Prüfung al» Berliner Import erweisen dürfte. — Sich ferner al» L5Ä 6in ich gerne bereit, ein Getränk (w«e Medicin noch Geheimmittel) «ue«tg