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Die Gießener Aamilierrbtätter Verden dem Anzeiger- wöchentlich viermal beigelegt. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar. 7. Deutscher Reichstag. Sitzung vom Dienstag den 11. Januar 1898. Da» Hau» ist bet Beginn der Sitzung sehr schwach besetzt. Am BundeSrathStische: StaatSsecrrtär Nie b erd tu g. Tagesordnung: Erste Lesung der Novellen zum Ge- rtchtSverfassungsgesetz, der Strafprozeßord. «ung und der Civtlprozeßorduuug. Staatssekretär Nieder ding betont die Bedeutung dieser Borlagen. Bei Abfassung derselben set für dte der« tündeten Regterungeu vor Allem maßgebend gewesen, die betreffenden bestehenden Gesetze mit dem Bürgerlichen Gesetzbuche in Einklang zu bringen. Die Berhandluugeu über «tue ganz ausgiebige Reform der Cwtlprozehordnung hätten zu einem Abschluß noch nicht gebracht werden können. Gleichwohl würden jetzt auch einige Änderungen vorgelegt, welche nicht absolut durch da» Bürgerliche Gesetzbuch geboten, aber doch als unausschiebbar erkannt seien. Bei den Vorlagen handelt eS fich im Ganzen um keine Reform im großen Stile, sondern hauptsächlich nur um den Gesichtspunkt, dem Bürgerlichen Gesetzbuche bei seinem Inkrafttreten die Wege völlig zu ebnen. Abg. Rt utelen (Centr.) wünscht, daß die uothwendtgen Lenderungen eine Fassung erhalten, die eS dem Centrum ermöglichen, sie anzunehmen. Redner geht nunmehr auf die einzelnen Aenderungen ausführlicher rin und kommt zu dem Schluffe, daß unser altrs Verfahren in Zielen Punkten doch bester war. Er beantragt sodann Ueberweisuug an eine Commission. Abg. Gamp (Rp.) erklärt, er müsse dem Vorredner in Vielem beipflichten. Ec bemerkt des Weiteren, daß auf dem Gebiete des Strafrecht» unsere Rechtsprechung sich leider sehr von dem Rechtsbewußtsein im Volke entferne, so z. B. die Rechtsprechung in Angelegenheiten de» Arbeiterschutzes. Redner warnt davor, die Revtstouösumme herunterzusetzen, wenn man sehe, daß etwa ein volles Drittel aller Oder- landeSgerichtSerkenntniste vom Reichsgericht vernichtet werde. In Frankreich und anderwärts kenne man eine solche Grenze für den RevifionSanspruch überhaupt nicht, und in der preußischen Berwaltungsjuftiz auch nicht. Nothwendig sei eine Bestimmung, wonach der LandeSgesctzgebung dte Etn- fetzuog von Schiedsgerichten für Ctvilstrettsachen fretgegeben werde. Er erkläre schließlich, daß es wohl richtig set, wenn alle Parreten im Hause gegenüber diesen Vorlagen auf -veitergehende Wünsche verzichteten. Abg. v. Cuny (nl.) unterscheidet ebenfalls zwischen den uothwendtgen und den nützlichen Aenderungen. Den Vor- nermtn könne er billigen, namentlich im Interesse schleuniger Regelung der Bersäumntßsachen. Auch dte Aenderungen des Entmündigungsverfahrens müsse er gut heißen, umsomehr, alS ja das Bürgerliche Gesetzbuch dte EntmündtgungSgründe «och erweitere. Zu einer organischen Reform der Civil- Prozeßordnung sei seiner Ansicht nach jetzt nicht dte richtige Zett. Er wünsche gleich dem Abg. Rintelen Berathung tn einer 16 gliederigen Commission. Abg. Träger (frs. Bp.) empfiehlt ganz sorgfältige Prüfung der nicht unbedingt uothwendtgen Aenderungen und erklärt sodann, eins gereiche ihm zur Geuugthuung: daß nämlich bisher alle Redner aus dem Hause sich entschieden gegen die Erhöhung der RevifionSsumme ausgesprochen hatten. Dieser Regierung-Vorschlag set umsomehr unannehmbar, alS er, abgesehen von seinen Nachthetlen für dte über kleinere -Objecte prozessirendeu Minderbemittelten, namentlich auch dte RechtSetnhett gefährde. Mit einer so erhöhten RevifionS- summe schaffe man ein Reichsgericht lediglich für dte Reichen. Abg. v. DziembowSki-Pomtan (Pole) erklärt fich mit der Erhöhung der summa revisibilis einverstanden, aber nur unter der Bedingung, daß die Entscheidungen de» Reichsgerichts alsdann kostenlos erfolgen. Gehe die Regier- ang auf diese Bedingung nicht ein, dann sei auch er Gegner der Erhöhung der RevifionSsumme. Nunmehr vertagt fich das HauS. Präsident Frhr. v. Buol erklärt, angesichts der vielen LommissionSarbeiten m"ffe er dte Sitzungen tn nächster Zett erst um 2 Uhr beginnen lassen. Nächste Sitzung morgen 2 Uhr. Tagesordnung: Schleunige Anträge Rarborff und Auer auf einstweilige Einstellung schwebender Strafverfahren gegen die Abgg. Meyer-Danzig und Stadthagen. Sodann Fortsetzung der heutigen Debatte. Schluß nach 6V2 Uhr. Deutsches Reich Berlin, 11. Januar. Der Kaiser hat, wie die „Post" meldet, ein Exemplar der bekannten von ihm enlworseneu Zeichnung mit der Unterschrift „Niemand zu Liebe — Niemand zu Leide!" der Rebling'schen Liedertafel zu Barbh für ihre vorzüglichen Gesangsleistungen anläßlich seine» letzten Ausent- halte» tn Barby zum Geschenk gemacht- DaS Bild ist von einem kostbaren Goldrahmen mit der Kaiserkrone umschlossen und trägt deS Kaiser» eigenhändige Unterschrtst. Berlin, 11. Januar. Die Abendblätter besprechen die Thronrede in längeren Artikeln und geben dabei meist der Meinung Ausdruck, daß die Thronrede im Wesentlichen nur daS enthalte, was bereits früher vereinzelt durch die Tagespresse bekannt geworden fei. Aufgaben von besonders hervorragendem Allgemeinintereffe seien dem Landtage diesmal nicht gestellt. Berlin, 11. Januar. Die „Berl. Reuest. Nachr." melden unter Vorbehalt aus Danzig, dort verlaute, daß drr Danziger '.EiseubahndirectionS-Präfident Thomä aus- ersehen set, tu Kürze an dte Stelle deS Ministers Thielen zu treten. Berlin, 11. Januar. Nach der im RetchSeisenbahnamt ausgestellten Nachweisung der auf deutschen Eisenbahnen, ausschließlich Bayerns, im November v. I. vorgekommenen Betriebsunfälle betrugen dieselben im Ganzen 262. Bei diesen Unfällen wurden 89 Personen getödtet ",nd 180 verletzt. Berlin, 11. Januar. Der Generalconsul in China, Dr. Stübel, hält fich, der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, in Ktao-Tschau auf, um den Diceconsul von DiederichS bei dem Verkehr mit den chinefischen Behörden zu unterstützen. — Ueber den Gesetzentwurf zn« Schutz der Bauhandwerker, welcher bekanntlich vor Kurzem im „Reichsanzeiger" veröffentlicht worden ist, hat die JnnungS- versammlung deS Bundes der Maurer- und Zimmermeistrr zu Berlin nach einem Vortrag deS Baumeister» Feltfch ein durchaus abfälliges Urtheil abgegeben. In der lebhaften DtScuffion wurde die Befürchtung laut, daß daS beabfichttgte Gesetz geeignet sei, den reellen Bauunternehmer zu stark zu bevormunden und daneben dem Großkapital beim Banen ein zu große» Uebergewicht zu verschaffen. Beantragt wurde, an zuständiger Stelle dahin zu wirken, daß jeder Bauende verpflichtet sei, ordentlich Buch zu führen, damit er bet vorkommenden Schwindeleien vom Staatsanwalt gefaßt werden könne. Außerdem soll dem Bauenden der Gewerbeschein entzogen werden, sobald er mit Zahlung von Steuern und Beiträgen an die Kranken- und JnvaliditätSkaffe, sowie an die Berussgevossenschast int Rückstände bleibt. — Kundgebungen für die Flotte. Zu der am 13. Januar in Berlin im „Kaiserhofe" zu Gunsten der Marinevorlage statifindenden Versammlung von Vertretern de» Handels, der Industrie, de» Groß- und Kleingewerbes sind aus allen Theilen des Reiches zahletche Anmeldungen eingelaufen. Vertreter der verschiedensten politischen Partei- stellung, von den Conservattven bis zur Freisinnigen Ber- einigung, die nach ihrer Stellung im deutschen WtrthschaftS- leben berufen sind, ein gewichtiges Urtheil über die Bedeutung einer staatlichen Maßregel für die wirthschaftltchen Interessen des deutschen Volkes abzugeben, werden fich hier zusammenfinden. Der Aufruf zu dieser Versammlung ist von den Vorsitzenden der bedeutendsten industriellen und wirthschaft- licheu Vereinigungen und von 78 Präfidenten von HandelS- uud Gewerbekammern, HandelSbörsen und Aeltestencollegien der Kaufmannschaften unterzeichnet- unter den Letzteren fehlt zwar daS Aeltestencollegium der Kaufmannschaft der Reichs- Hauptstadt Berlin. Dadurch aber wird die Bedeutung der am 13. d. M. stattfindenden Kundgebung, auf die hier noch- malS ausdrücklich aufmerksam gemacht werden soll, kaum geschmälert werden. Denn eS haben fich neben sehr hervor- ragenden Vertretern der Berliner Handelskreise an dem Aufruf zu dieser Kundgebung dte Vertretungskörperschaften fast aller derjenigen deutschen Städte und Gebiete betheiligt, dte für dte Ausgestaltung deS deutschen Handels und der deutschen überseeischen Interessen von Bedeutung find. Spandau, 9. Januar. Ein merkwürdiger Straf - proceß wegen Vergehen gegen das BersammlungSrecht wurde am SarnStag vor dem htefigen Schöffengericht verhandelt. Unter der Anklage, eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel ohne Erlaubntß veranstaltet zu haben, standen der Lehrer Splitt und dte Bauerngutsbesitzer Kunow und Franke aus Rohrbeck tm Kreise Ofthavelland. Die Beweisaufnahme ergab, daß am 5. September v. I. die Schule eine Sedanfeicr abgehalten hat, die auf dem Felde de» Bauern Kunow stattfand; betheiligt an der Veranstaltung waren Splitt und Franke. Das Fest bestand darin, daß eine patriotische Ansprache gehalten, Jugendspiele veranstaltet und gesungen, auch ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht wurde. Dte Kinder erhielten Kaffee und Kuchen. Der als Zeuge zum Termin vorgeladene zuständige Amtsvorsteher Hornernann au8 Wustermark erklärte, daß er die Versammlung für eine öffentliche, der behördlichen Genehmigung bedürftige gehalten habe- außerdem fet ihm aber vom Pfarrer und Localschulinspector gesagt worden, daß der LreiSschul- inspector dem Lehrer Splitt die Veranstaltung einer Sedanfeier mit der Schule verboten hatte, weil der Lehrer gegen ihn, den Localschulinspector, unbotmäßig gewesen wäre. Nach dieser Bekundung beantragte der Staatsanwaltschaftsvertreter Freisprechung der Angeklagten, und der Gerichtshof erkannte demgemäß. Brehua, 11. Januar. Ueber da» gestern Abend erfolgte Eisenbahnunglück wird von Augenzeugen berichtet: Die Katastrophe ist, wie eS scheint, dadurch hervorgerufen worden.daß der Frankfurt Berliner v-Zug Nr. 5 zu früh von der Station Brehua angenommen wurde- denn der EtlgÜterzug stand im Wege und sollte gerade auf ein anderes Geleise umgesetzt werden. I In diesem Momente brauste der D Zug einher und fuhr dem Güterzug in die Flanke, so daß zehn Wagen deS Güter- zuge» vollständig demoiirt wurden und die Trümmer stockwerkhoch aufeinanderthürmteu. Die Maschine de» v-ZugeS hatte fich vollständig auf die Seite gelegt und dem folgenden Postwagen wie dem Küchenwagen wurden die Stirnwände eingedrückt. DaS Personal de» GüterzugeS rettete fich, alS e» den O-Zug kommen sah und die Katastrophe für unvermeidlich hielt, durch Abspringen. Drei Reisende wurden leicht verletzt. Bon dem Personal wurden verletzt Frau Schäfer aus Frankfurt, die da» Reinigen der 0 Wagen besorgt, der Koch Schulz an» Berlin und der HilsSbremser Heinrich auS Bockenheim. Die DurchgangSzüge werden seit heute Früh über Halle-Delitzsch-Bitterfeld geleitet Ausland. Wien, 11. Januar. In den Landtagen zu JnuSbrvck und Salzburg sind heute die Anträge auf sofortige Aufhebung der Sprachenverordnung eingebracht. Wien, 11. Januar. Die „Politische Correspondenz" meldet au» London: England werde, wie es heißt, China eine Anleihe im Betrage von 16 Millionen Pfund Sterling zu 28/* oder höchstens zu 3pCt. gewahren, ohne dafür territoriale oder sonstige ausschließliche Concesfiouen zu verlangen. ES werde nur fordern, daß China allen Nationen ohne Unterschied zum Betriebe von Handel und Industrie eröffnet werde. Prag, 11. Januar. Die deutsch-nationalen Abgeordneten haben heute im Landtage einen Antrag eingebracht, der Statthalter solle der Regierung den Rath ertheilen, den Landtag zu vertagen und tn eine deutsch- böhmische Stadt zu verlegen, da die deutschen Abgeordneten von der Einwohnerschaft trotz polizeilichen Schutze» auf offener Straße belästigt und bedroht würden. Die Regierung richtete an den Czechenclub und an den Großgrundbesitz da» dringende Ersuchen, im Landesinteresse fich entgegenkommend zu zeigen, um die deutschen Abgeordneten von dem Auszug zurückzuhalten. Der Czechenclub erklärte fich mit der von dem Großgrundbefitz ausgearbeiteten Sprachenverordnung, nach welcher da» Prtncip der dreisprachigen Gliederung Böhmen» durchgeführt werden foll, einverstanden. Prag, 11. Januar. Eine Polizeiverordnung hebt die Sperrvorschriften für die Gast- und Kaffeehäuser in Prag auf, die HauSthüren müssen jedoch noch um 9 Uhr Abends geschlossen werden. Im Landtage brachte BrzeznovSky einen Antrag ein, den durch die Sperrvorschriften geschädigten Befitzern von Gasthäusern oder Kaffeehäusern Steuer-Rach- läffe zu gewähren. ES werden Unterschriften für einen Antrag Wolff gesammelt, nach welchem solche „Ausmerksamkeiten", wie Wolff auf dem Wege zum Landtage erwiesen wurden, abgestellt werden sollen. Len», 11. Januar. In den Kohlenbergwerken von Drocourt ist ein Ausstand der Bergarbeiter aus- gebrochen, der an Ausdehnung zunimmt. Heute früh legten 300 Bergleute die Arbeit nieder. Paris, 11. Januar. Proceß Esterhazy. Die Verhandlungen wurden am Mittag unterbrochen und sollen nm 2 Uhr Nachmittags wieder ausgenommen werden. — Wie verlautet, setzte Oberst Picquart in der heutigen Vormittags- |i sitzung seine Aussagen fort; er soll dem General Gonse gegenübergestellt worden sein und diese Gegenüberstellung soll sehr bewegt verlaufen fein. Oberst Plcqaart habe feusationelle Enthüllungen gemacht, die von außerordentlicher Wichtigkeit seien. Diese Gerüchte wüsten mit ganz besonderer Reserve aufgenommen werden. Zahlreiche Neugierige hatten fich vor dem GerichtSgebaude angesammelt, um die Zeugen und die Mitglieder des Kriegsgericht- zu erwarten, wurden aber von den Polizeibeamteu zerstreut. Pari-, 11.Januar. Prozeß Esterhazy. Nachmittags 2 Uhr wurde die Verhandlung wieder aufgenommen bei strengstem Ausschluß der Oeffeutlichkeit. ES sollen nur noch zwei Zeugen zu verhören sein, alle übrigen find bereit- Vormittags vernommen. ES werden sodann noch die Schriftsachverständigen gehört werden. Der Ausschluß der Oeffent- lichkeit wird so rigoros durchgeführt, daß der Zutritt zum GerichtSsaal sogar den GerichtS-Iourualisten untersagt ist. Dem Vernehmen nach wurden am Vormittage auch die Obersten Picquart und Henri gegevübergestellt. Picquart und der Advocat LebloiS sollen bekanntlich von Henri überrascht worden sein, al- fie in Actenstücke Einficht nahmen, welche im Kriegsministerium in Verschluß gehalten werden. Paris. 11. Januar. Infolge de- Vorgehen- de» Präfi- deuten der Vereinigung der Gerichtsberichterstatter und gemäß dem von General Sauffier erlastenen Befehl ist den GerichtS- berichterstattern ein Saal im GerichtSgebäude durch den General Luxer zur Verfügung gestellt worden. Trotz dieses halb und halb gewährten Zutritt- ist denselben bisher noch nicht- von dem zu Ohren gekommen, waS im Sitzungssaal vorgeht. Die Zeugenvernehmung war um 5 Uhr beendet. Da- Plaidoher des Staatsanwalts war sehr kurz, die Schlußfolgerungen deffelbeu find noch nicht bekannt. Tözena- hielt die BertheidigungSrede für Esterhazy. Locales nnb ^provinzielles. Sieben, den 12. Januar 1898. • • Kirchliches. Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des GroßherzogthumS Hessen enthält u. A. eine Bekanntmachung , daß an Stelle des in den Ruhestand getretenen Oberlande-gericht-rathS Maurer LandgerichtSrath Kolb zu Darmstadt und au Stelle de- zum Vorstande des Erbschaftssteueramts ernannten Oberamt-richterS Muhl Ober- amt-rtchter vr. Lahr zu Darmstadt zu stellvertretenden Mitgliedern des kirchlichen DiScipliuarhofeS von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog ernannt worden find. — Ernannt wurde Pfarrasfisteut Schultheis zu Drei- eichenhain, Decanat Offenbach, zum Pfarrverwalter daselbst. * * Dir diesjährige Generalversammlung des Evangelischen Bundes wird vom 3. bis 6. Oktober in Magdeburg abgehalten werden. * * Preußen «ad Hessen. In der hessischen (25.) Division und der Mainzer Garnison befinden fich laut Mitteilung des „M. Anz." im Ganzen 33 Militärärzte, worunter nur vier hessische Uuterthanen. • • Stadttheater. Kommenden Freitag wird ein hier noch nicht aufgeführtes Werk in Scene gehen, nämlich das Bolkrfchaufptel „Deborahs von Salomon Herrn. Mofen- thal. Die Vorstellung gewinnt aber noch besonders an Interesse, da fie zum Benefiz für Fräulein Maria Marloff stattfindet. Die beliebte und geschätzte Künstlerin creirt in dem Stück die Titelrolle, „Deborah", und bedarf eS wohl nur dieses kurzen Hinweises, um alle Theaterbesucher auf den bevorstehenden Kunstgenuß aufmerksam zu machen. Die Beuefiziautia, welche so Schätzbares bis jetzt leistete und der wir so manchen, durch sie künstlerisch verschönten Abend ver- danken, wird mit ihrer Benefizrolle ihr Bestes bieten und voraussichtlich zu den zahlreichen Verehrern ihres Talente» noch deren viele gewinnen. * • Vortrag. Am Montag den 17. Januar findet in Stein» Garten, Abends 8i/,Uhr, ein Vortrag eines Deutsch- Oesterreichers, de» Herrn Dr. Wastian, über die nationalen Verhältnisse, insbesondere die Lage des DeutschthumS in Oesterreich, statt. (Siehe Inserat.) Der Redner hat bereits in mehreren deutschen Städten, zuletzt in* *Darmstadt, dieses interessante Thema nach seiner persönlichen Erfahrung behandelt. Der Einwohnerschaft Gießens bietet fich hier eine günstige Gelegenheit, fich über diesen, von den verschiedensten Seiten vorurtheilsvoll dargestellteu Gegenstand ein klares Urtheil zu verschaff«». ♦ ♦ Pareelleuvermeffuugeu. Unter den 268 Ortschaften der Provinz Oberhessen find noch 230, deren Grundbüchern vollständige Parcellenvermrssungen mangeln. • • Post-Fahrräder. Die Reichspostverwaltung hat die Oberpostdireetionen ermächtigt, künftig nach eigenem Ermessen Fahrräder Überall zu verwenden, wo ihre Anwendung zu Dienstzwecken Vortheilhaft erscheine. * • Der Bereia selbstständiger Zahntechniker der Provinz Hessen-Nassau und des GroßherzogthumS Hessen hält nächsten Sonntag den 16. d. M. iu Offenbach im Hotel Schwan feine dritte Generalversammlung ab. Der Versammlung voran» geht eine Vorstandifitzung des Verein». Außer Abrechnung und Vorstandswahl sowie Erledigung einer reichen Tagesordnung werden fünf Fachvorträge gehalten. Den Verhandlungen schließt sich ein Festessen und Abendunterhaltung und Ball an. • • Die Vorträge de» Phyfiker» Gustav Amberg Berlin, welche derselbe auch für diese Saison auf Veranlassung de» kaufmännischen Verein» und de» OrtSgewerbevereiu» Gießen zu halten zugefagt hatte, waren eine Zeit lang in Frage gesellt. Nunmehr hat Herr Amberg zugesagt, am Donners- rag den 20. Januar einen Experimental-Vortrag au» dem Gebiete dc» Schalle» und der musikalischen Töne und Freitag den 21. Januar einen solchen über Licht und Farbe (Spectral-Analyse) zu halten. Beide Vorträge beginnen um 9^2 Uhr Abends und finden in Steins Saalbau statt. * • Verhaftet. Zwei Burschen, welche gestern Abend zudringlich und in angetrunkenem Zustand bettelten, wurden in Haft genommen. Während einer derselben die Leute beschimpfte, die nicht oder nicht genügend gaben, drohte der andere sogar mit Todtfchießeu und Todtstechen. • • Diebstahl. In den Pferdestall eine» hiesigen Oeconovten hatte fich gestern Abend ein fremder, stellenloser Dienst- kue ch t eiugeschlichen und daraus zwei Röcke und eine Peitsche gestohlen. Er wurde beim Verlassen dc» Hofe» von dem Bestohlenen ertappt und nach Verabfolgung einer Tracht Prügel der Polizei überliefert. Fernsprechverbindung mit de« Kohlenrevier. An eine Anzahl Industrieller ist seitens der ReichSpoftverwaltung die Anfrage gestellt worden, wie man fich zur Aufbringung einer Garantie von ca. 1000 Mk. Pro Jahr für eine event. zu errichtende Telephonverbindung zwischen Wetzlar-Siegen und dem Kohlenrevier verhält, an welche sämmtliche an der Strecke liegenden Orte Anschluß erhalten sollen. Vorläufig würde allerdings erst der Ausbau der Linie zwischen Wetzlar und Haiger in Frage kommen, doch kann man wohl annehmen, daß eine Weiterführung auf der einen Seite nach Siegen und dem Kohlenrevier, auf der anderen Seite nach Gießen-Frankfurt nicht lange auf fich warten lassen wird, ohne welche die ganze Sache wenig oder künen Werth haben dürfte. Bei dem großen Vortheil, den eine derartig ausgedehnte Telephonaulage sowohl für die Industrie, al» auch für sonstige Geschäfte hat, kann die Aufbringung der erforderlichen Garantie wohl nicht schwer fallen. Wie das „Herb. Tagbl." erfährt, würde, falls die Anlage gemacht wird, ein 3 Minuten dauerndes Gespräch 25 Psg. kosten, eine Anlage im HauS würde fich auf 150 Mk. jährlich stellen, wofür dann Gespräche innerhalb 50 Kilometer frei fein würden. ♦♦ Vereinfachte Gepäckabfertigung. Nach einer Meldung der „Köln. Volksztg." hat die Eisenbahndirection Köln angeordnet, daß vom 15. Januar ab im Verkehr mit den Stationen Köln (Hauptbahnhof) und verschiedenen anderen Stationen des eigenen Bezirke» und derjenigen der Directions- bezirke Elberfeld, Essen, Hannover, Mainz, St. Johann- Saarbrücken, Frankfurt und Kassel das Gepäckabfertigungs- Verfahren vereinfacht und nach amerikanischem Muster eingerichtet werden soll. Da» Verfahren erstreckt sich nur auf das Gepäck, bei welchem Uebergewicht nicht in Frage kommt, also keine Gepäcküberfracht zu zahlen (ft, und ist ein sehr einfache». Der Reisende erhält einen Gepäckschein, der nur die Nummer und die Namen der Abgang»- und Bestimmungsstation de» Gepäckstückes enthält. * * Unterricht im Lefen der Fahrpläne. Kürzlich ging eine Notiz durch viele Blätter, daß die Bezirksichulverwaltnug in Ludwigshafen ungeordnet habe, daß in den Fortbildungsschulen da» Lesen der Fahrpläne zu üben fei. Auch im Tübinger Bezirk fei in einer Lehrprobe gezeigt worden, wie die Schüler in da» Verständniß der Fahrpläne eiozu- weisen seien. Bei un» in Hessen üben, wie die „Darwst. Ztg." bestimmt versichert, viele hessische Lehrer in den oberen Klassen der Volksschulen da» Lesen der Fahrpläne. Den Lehrern, die die» bi» jetzt aber unterließen, dürfte diese Notiz von Interesse, namentlich aber auch den Schulbehörden zu empfehlen fein, der Sache einmal näherzutreten. E» herrscht gerade in Hinsicht auf das Lefen der Fahrpläne, die mit Ausbreitung des Bahnnetzcs zudem immer weitschweifiger werden, viel Unkenntniß. * * Prinzipal vnd Handlungsgehilfe. Mit dem 1. Januar sind die neuen gesetzlichen Bestimmungen des ReichS- handelSgesetzbucheS, welche das Berhältniß zwischen Prinzipal und Handlungsgehilfen regeln, in Kraft getreten. Die wichtigsten Bestimmungen desselben find: 1) DieKünbigungS- frist muß für beide Theile gleich fein, sie darf urcht weniger als einen Monat betragen und kann nur für den Schluß eine» Monats zugelassen werden. 2) Probe-Engagements find verboten. 3) Die Gehaltszahlung muß spätestens am Schluß eines jeden Monats erfolgen. 4) Die Pflicht des Prinzipals zur Fortzahlung des Gehalts bei unverschuldetem Unglück de» Gehilfen für die Dauer von sechs Wochen kann nicht mehr durch entgegenstehende Vereinbarungen aufgehoben werden. 5) Die SchadevSersatzpflicht de» Prinzipal» dem Gehilfen gegenüber wird schon jetzt nach den §§ 842 bl» 846 de» Bürgerlichen Gesetzbuches geordnet. 6) Dem Gehilfen muß auf Verlangen ein Dienstzeugniß ausgestellt werden. 7) Sowohl da» Concurrenzverbot wahrend der Dauer de» Dienstverhältnisses, als auch in den Engagementsverträgen vielfach enthaltene Covcurrenzclauseln nach Beendigung des Dienstverhältnisses find erheblich zu Gunsten der Gehilfen abgeändert worden. Der kaufmännische Lehrvertrag ist vollständig neu geregelt. Die einzeln vorstehend angesührten Punkte haben rückwirkende Kraft auf die schon bestehenden AnstellungSverhältnisse. * * Größere Sicherheit im Eifenbahndienst. Dem Bundes- rathe liegen nach Anhörung der Eisenbahn-Directionen zur Zeit verschiedene Anträge des Eisenbahn-Minister» vor, welche eine bedeutende Vermehrung der Sicherheit im Eisenbahn-Betriebe bezweckten und somit jedenfalls die Za stimmung de» BundeSrath» finden werden. Unter Anderem sollen die Schnellzüge nur noch 40, Personenzüge nur noch 80, Güterzüge nur noch 120 Achsen stark fein (ein Wagen hat zwei bi» vier Achsen), währenddem seither die Schnellzüge bis zu 60, Personenzüge bis zu 100 und Güterzüge bi» zu 150 Achsen stark waren, brzw. sein durften. Durch die neue Einrichtung werden die Züge an Beweglichkeit sehr gewinnen und dadurch Verspätungen mehr und mehr vermieden werden. Allerdings werden durch diese „Verkürzungen" der Züge mehr Züge erforderlich werden. Auch hinsichtlich der farbigen Signale sind vielfache Versuche an- gestellt worden. Das seitherige grüne Licht in den Vorsignalen sollte durch ein weiterleuchtendes orangefarbenes Licht ersetzt werden, damit der Führer eine» Zuge» beim Erscheinen diese» Lichte», noch sehr weit von der Station entfernt, die Geschwindigkeit mäßigen und so ein Ueberfahren des Abschlußfignal» verhüten kann. Die Versuche, welche» Licht am weitesten leuchtet, werden fortgesetzt. * * Für Loosebefitzer. Nach den soeben erschienenen Listen aller gezogenen und nicht erhobenen Treffer von inländischen und ausländischen Staatsloosen aller Art befinden fich eine ganz enorme Anzahl großer und größter Gewinne, die noch nicht eingelöst find, zum Theil sogar demnächst verfallen. E» empfiehlt fich daher, daß jeder Loosebefitzer seine Loofe am besten durch den nächsten Bankier nachsehen läßt. * * Wetterbericht. Ueber Central- und Südeuropa ist der Luftdruck noch mehr gestiegen, doch ist die Verthetlung desselben keine gleichmäßige. Bom Norden her verläuft die gestern über Frankreich vorhandene Furche relativ geringeren Druckes heute über Süddeutschland und über die Alpen bi» in das Mitte'meergeb'et, wobei auch auf der Rückseite derselben das Barometer stärker gestiegen ist. Die Witterung hat dahe^ vielfach einen trüben Sgaracter angenommen und eS find in Süddeurschland im Laufe des Tages auch leichte Niederschläge eingetreten. Die Temperaturen find noch etwa» gestiegen. — Boran» sichtliche Witterung: Zunächst noch Fortdauer de» milden Witterungscharacter». An» Offenbach a. M. kommt die Trauerkunde vom Hin- scheiden des Fabrikanten Emil Pirazzi, de» in weiten Kreisen bekannten Dichters und VatrrlandSfreunde». Er hat allezeit feine Muse in den Dienst der vaterländischen Sache gestellt, er war ein begeisterter Lobsänger der deutschen Ein- Helt, eine reich begabte, für alle idealen Bestrebungen feine Kraft einfetzende Natur. Die nationalllberale Partei verliert an ihm einen treuen Mitarbeiter; außer anderen Corporationen werden ihn auch schmerzlich der Kunstverein und der Alice» verein vermissen, dessen Sache er treu ergeben war. Bekannt find PirazziS Schriften „Bilder und Geschichten au» Offenbachs Vergangenheit", „Die Gründung der deutsch- katholischen Vergangenheit", „Stimmen des Mittelalters über die Päpste und ihr weltliche» Reich", „Eiu Wort an England vom Schleswig-Holsteinischen Recht", „L’Angleterre et FAllemagne ä propos de Schleswig-Holstein“. Auch der dramatischen Muse war Pirazzi ergeben. 1855 schrieb er eine Vorspieldichtung zu Schillers 50 jähriger Todesfeier, dann folgten die Dramen „Rienzi, der letzte der Tribunen", „Moderne Größen", „Die Erbin von Mäurach", „Gräfin Chateaubriant", „Gräfin Sonnenburg" und daS Operntextbuch „Der Sturm". Ein arbeitsvolle- und erfolgreiche» Leben ist mit Emil Pirazzi abgeschloffrn. - j- Nidda, 12. Januar. In. hiesiger Gegend wurden sowohl schön ausgebildete Wald-Maiblumen, al» auch an verschiedenen Rainen viele Veilchen gefunden. — Verflossene» Jahr find in der evangelischen Pfarrei Nidda 68 Kinder getauft, 38 Personen kirchlich beerdigt und 26 Paar kirchlich getraut worden. — Unter dem Namen „Weihnachtskasse" hat fich kürzlich dahier ein Verein junger Leute gebildet, mit dem Zwecke, durch wöchentliche Beiträge den Sparfinn zu fördern und die JahreSsumme der Mitglieder-Einlagen je auf Verlangen zn Weihnachten mit Zinsen auszubezahlen. Der Verein zählt schon über vierzig Mitglieder. Lanbach, 9. Januar. Ein RevistonSzug der Kgl. Eisen- bahndireciion Frankfurt, aus zwei Personenwagen bestehend, befuhr gestern die Strecke Hungen—Laubach, sowie die Abzweigung Billingen—FriedrichshÜtte. Begleitet wurde derselbe von sechs höheren Beamten aus Gießen und Frankfurt; unter Letzteren befand fich Herr Eifenbahnpräfident Becher, sowie OberregierungSrath Stindecke, dem die Nen- bauten unterstellt find. ES soll fich dabei auch um die Fortsetzung nach Mücke gehandelt haben, wobei man der Meinung gewesen sein soll, daß eine Fortsetzung in der jetzigen Richtung nicht möglich und eine Verlegung deS Bahnhof» an die Wetterfelder Straße zu planen fei. Neu Isenburg, 9. Januar. Am DonnerStag-Abend wurde da» Dienstmädchen de» Gastwirth» Schlefinger in große Lebensgefahr versetzt. DaS Mädchen war damit beschäftigt, da» jüngste Kind zur Ruhe zu bringen und hatte es zum Entkleiden auf dem Schoß liegen. Das älteste Kind spielte am L.cht und warf unvorfichtiger Weise die Stehlampe um, welche auf das Mädchen fiel. Das auslaufende Petroleum fing sofort Feuer und setzte das Mädchen in Helle Flammen. Das Dienstmädchen befaß noch die Geistesgegenwart, da» kleine Kind auf ein Sopha zu werfen. Durch da» Geschrei wurden die Hausbewohner auf da» Unglück aufmerksam, und es gelang dem herbeigeeilten Barer de» Kindes, die Flammen durch eine Bettdecke zu ersticken. Da» Dienfimädchen erlitt schwere Brandwunden und wurde heute in da» Landkrankenhau» verbracht. • Westerland-Lylt, 10 Januar. Die Vollendung de» neuen Kurhauses geht ihrem Abschlüsse entgegen. Die Inneren Räume machen durch schöne Wandtäfelungen und prächtige Parketfußböden einen vornehmen und dabei gemüth- lich anheimelnden Eindruck. Zwei große Möbelhäuser ia Hamburg find mit der Einrichtung drS Hauses betraut und ist Herr Paul Gerlach in Berlin al» Pächter verpflichtet worden. Mit der Eröffnung deS Bade», am 15. Mai, werden fich auch die gastlichen Thore deS Kurhause» den Gäste» öffnen. * Dann und wann, schreiben die „Ba»l. Nachr.", gleicht Bafel einer Garnisonpadt: an den Festtagen, wenn die jungen Krieger au» den benachbarten Staaten Urlaub erhalten und nun ihre Freunde und Verwandten ta der schöne» Rheinstadt aufsuchen. Dieser Tage durchschritten ein deutscher Matrose, ein deutscher Dragoner, in ihrer Mitte ein französischer Infanterist, die belebte Freiestraße. Da» friedliche, köstliche Bildchen hemmte unwillkürlich die Schritte der Borübereilenden, und Mancher knüpfte wohl den Wunsch daran: I So wäg'» auch im neuen Jahre bleiben! * Männerkleiduug tragen zu dürfen, ist nach Pariser Blättern in Frankreich jetzt zehn Frauen von der »''“"Ltin'»1 ieM 1 Id-- rf ,10*“ S* 4Ä w# a“42 U fiiW ll°i SS? gioiajgg Son der KW»' Ä « von L. 14- gzniMchitl m «Mn: w am ü»D und finf ^ler-Dr, Otta Vaterstadt. -r. BehördlicheAnzeigen Mieth-Gesuche. Telephon 119. Marktstraße 4. ZU haben in der 556 »rtoi - Uiln Ira Rama r teijhj dchn ein 8«n ■ Kvnke, fnrt »Schwtli- n nl ttr ^rtilnam tn riefen zn rt tin M ^on ibn uierjf| Polizei gestattet worden. Zu diesen etwa« stark Emauci- Wirten gehört eine hervorragende Pariser Künstlerin, ein weib- licher Schildermaler und Decorateur, dir männlich aursehende Leiterin einer grasten Druckerei und verschiedene andere Damen, denen eS gelungen ist, den Polizeipräfecten davon zu über- zeugen, dah sie wirklich au» verschiedenen triftigen Gründen ihre weibliche Kleidung gegen die deS stärkeren Geschlecht» «iotauscheu müßten. — Madame Dieulasoy, eine bedeutende Archäologin und eine der populärsten Damen der Pariser Gesellschaft, besitzt schon seit langer Zeil da» Privilegium, in männlichem Eostüm in der Oi°>°r -ntt Mldbicr « H fNibitn »ar W * ■ tot |fl dringet, unb W |d ließen. ähtttt u -rUn Snfe r;# utilaufenbe M WM w p Za. «werf» D-nh" WSchmMch- ueberstcht der TodetgSlle t« Gieße». 2. Woche. Vorn 2. bis 8. Januar 1898. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (tncl. 1600 Mann MilttKr). Sterbltchkeitsziffer: 6,58°/oo. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vo« 1.Lebensjahr: 2.-15.Jah: 36] Freundliches, sonniges LogiS im Hinterhaus zum Alleinbewohnen, 4 bis 5 Zimmer, Küche, Wasserleitung per April zu vermiethen. Lout» Sony, Bahnhofstr. 27. 330] Wegen Versetzung deS Herrn LandgerichlSrath Kullmann ist der 2. Stock von 5 bis 6 Zimmern vom 1. April ab zu vermiethen. F. Georg Wwe-, Eder- straße 2, Ecke der Nordanlage. Heute frische! Villa ® ' ' ' I zum Alleinbewohnen — Ecke der Garten- 393] Schöne Wohnung, 6 bis 8 Zimmer mit allem Zubehör, zu vermiethen. «ttg. «ontatto», Bahnhofstr. 54, 413] In meinem Haufe Steinstr. 46 ist der 2. Stock mit 5 Zimmern, Wasserleitung unb allem Zubehör per 1- April zu vermiethen. Näh. Steinstr. 46. Hl SÄjt C' v°d>, '*« k. ■=*»- ««;*’■* a tft ! ^tUr®ba tft ll! flbtr m 34 °uf btt »fr blt »»Rinnt, tn®l*4orocttt|. ii t ,‘T «b •X '»«• 8(. " d-1 biUft. sik? Mtoctltittrt ibn Son au Sn;, Angleterre et Aach bn ryHchn TobiSftin V# ühtt bti ittbuuic* ” WB .Sräfi ab das Optruttp enticoQu unb ersoljiW Ihle, Lungenschwinbfucht 2 Gefäßentartung______1^ Summa: 3 2 1 3 70] Schönes Logis von 7 Zimm mit Babeeinrichtung unb allem Zubehör per 1. April zu vermiethen. Näheres Neuenweg 89 II, vis-A-vis bem früheren Schüler'schen Garten. 67] Logis an ruhige Leute zu ver- miethen. I. W. «urz, Neustadt 28 153] Liedigstr. 68 ist der mittlere Stock per 1. April zu vermiethen. 188] Am 1. April 1898 Stephan- strotze 8 5-Zimmerwohnung mit Zu- behör zu verm Näh. Stephanstr.8,Il. 282] Logt«, 4 Zimmer, zu vermiethen. ___________Alieestratz« 2«, 292] Eine kleine Wohnung oermiethet bis 1. Febr. I. 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Auanksurterstr. 24. Eckhaus Altphan- u.Kinckstr. Parterre r Laden mit 6 Ztunuern, Küche re., 1. Stock r 6 dis 7 Zimmer, Küche Um 8. Stock r 5 Zimmer mit Zubehör zu vermiethen. 82 | Näheres durch H. Winn. 539] Ein großes, freundliches Zimmer, möblirt oder unmöblirt, zu vermiethen. ___________Pulh, Marbvrgerstr. 24. 6 )] Hübsches unmöblirte» Zimmer per sofort zu verm. Stephaustr. 11, pari. 561 stattfinden wird. I. A.: W. Lienz, cand. med. 1 j Freitag: Benefiz Marloff! I Giessener Concertverein. Tausche mein Haus prima Lage in Frankfurt a. M, H VkvlUULUM ÜMgKU Steilen-Angebote. Vereinsnachrichten. r am Sonntag Rasche md sä Ansiühruag |VerlorerhLGefundeiL Stereotypie, fiahaaopiastik. Bnehbiiiderei Frankfurter Börse vom 11. Januar 1898. |vermischteÄnzeige7[ bitte, mein dto. 8Vi DeotfcheGrdfch.B.unk.b.1906 109.00 4 »ttel 440 00.00 SOÄ6 4.16 L20 eeeeeeeeeeeaoa———•••• SO' s 000.00 | Oesterr. Lredtt-Acttc» Dann ft. 89t -Ketten — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießm. Webaction: A. Scheyda. Eingetragene Schutzmarke. von 8 bis 10 Uhr eingerichtet — Dauer 30 Stunden. Preis 15 Mk. Anfang 3 SV, 4 4 3 3 Fr Schubert. L. v. Beethoven. R. Schumann. •db 16.14 »TUI 16.18 103 40 97.4' 102 20 101.80 102 50 86.80 10296 2176 96.76 101JM 10L06 Das W, Hess, gltiadio' l Gr. Hessische CbL Stadt Dtrmfttht v. 1891 Stadt Worms unk. b. 1901 Hochachtend L. Elend 6381 Mädchen sucht Stelle al§ HauS- mSdchen in besserem Hause. Näheres in der Expedition d. Bl. 472] Wäsche zum Bügeln in und außer dem Hause wird angenommen. Bahnhofstraße »O. •1) SeschMche 1) Nortrag bei die Änroenb 3) Vortrag bei in Friedberx schatt In G Ließen/ Der Direkte wenig belastet, gut oermiethet. Ueberschutz uach «bzug aller Stevern «nd Abgabe» 8450 Mk. In Zahlung nehme kl. Object eoentt. auch Landgut oder Baustellen. Off. unter G B. 451 an Haalenstein «. Vogler, Krankfurt am Mai«. 549 80.8N 1698® 4.171« ÄHU. , 1 * i habe. Es wird mein Bestreben sein, meine werthen Gäste wv..^ und prompte Bedienung zu jeder Zeit zufrieden zu stellen und bitte, mein Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. 20 Frankm-St. Engl. Sovereigns Dollars tn Gold W. Seibert, J. Schwarz, Programm: □erben ergebenst Mgliedem des {>1, nm aus JinjitKiirien. für Maschinenbau u. Eleotroteohnik. Programme kostenfrei. 541 Viertes Concert den 16. Januar 1898, Abends 5 Uhr, 4im grossen Saale des Gesellschaftsvereins. Ausführende: Zeit haben, wird ein Abendkursus ist ein reiner, gebrannter Bohnenkaffee. Durch besondere Mischung und Brennart unerreicht an Kratt, tiute und Aroma. r^. I Section Tagesordnung: Berichterstattung. Verschieden es. Invaliden und Militäranwärter, auch Nichtmitglieder, sind freundlichst eingeladkn.[545]Der Vorstand. «nük, 11, in stsvrr rrfitn Mrd, Frrihm ! ItdefRain) ml dn Antrag bei vkrjügllchr Corl -bon Vtssaschäöi kttli-, 11, H'Zu- Frauts •6Nw wobt ■iitragin. Bttlie, 11. M dir Abfi4t, N, ii. Landtags bi .Hnen Antrag tl ' alhkll, den Lar Procml 4Vi Oesterr. Silberrertte 4 Ung. Gold-Reute 3 Portugtesm 6 Mextcaner 4 Monopol-Grieche» von 1887 Etsenb. Rentcnb. Odl. BuderuS Obl. Der Derein Deutscher Studenten macht betont, t»Mm M»nt«g den 17. Januar. Abends «1. Uhr, in „Sletns Garten" ein bfteuMcher Nr. 18 hat den Toilettenspieg l gewonnen Franz. Banknoten Oesterr. dto. Lmeric. Dtften. Stvatkbrh? v. 1886 91 90 4 3taL staatSgar. Etsenb. 68 6C 4 Quartett: D-moll op. posth Quartett: G-dur op. 182 . . Freitag >/,r Uhr, » eine Keveral lichr» Bczi- halten werden. £ 3u dieser tLereins und der Coursbericht een J. Kurz & Co., Giessen, KahuWrch 61 Kölner Gürzenich-Quartett: Fr. Grützmacher. priöänöee 4 mit Hand Klschnkidk-Wterncht. Für Damen, welche tagsüber keine §/^Deutsche Reichsanl. Preuh. Eonsollj Der von der DkNtslheu Kafftt-ImMt-GkselWsl Köln am Rhein hergestellte , . Dir q!tl ^hren |a 2 »ar, UNS i« to, «ein ■Ite u! e,t rinn k « ?14 1,b» r ta< •>» tli „"''bettln | ■ ■■ i. nam-iLJJM----i - --- Giessener Stadttheater Mittwoch den 12. Aaauar 1898: Erhöhte Preise. Zweites unö letztes Gastspiel von , Mathilde LipSki, Kgl. Hofschauspielerin auS Wiesbaden und Rudolf Posst«, Kgl Bayerischer Hofschauspieler aus München. Freund Fritz. Lustspiel in 3 Acten von Erkmanu- Ehatriau. Rabbi Sichel . . Rudolf Possia. Tafel......Thilde LipSki. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Brillant-Kaffee mit der Hand rÄ' Kontos6, i iS' s*>* fcigN- Fiiof Vortrage von Prof. Dr. Sauer über die neueren Ausgrabungen auf griechischem Boden. 1. Vortrag: Freitag d. 14. Januar, pünktl. 8 Uhr: Quartett: A-moll op. 411 . . Eintrittskarten zum Concert für Nichtmitglieder zu ML 2.50 (Sperrsitz Mk. 3-50) sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier (Bado P Nachf.), für Studirende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässig Preise zu haben; ebendaselbst sind die Partiturien zum Preise von a Mk. zu haben. _ _ in der Cigarrenfabrik tüchtig und erfahren, sucht, gestützt auf prima Zeugniffe, Stellung. Eintritt eventuell sofort oder später. Gcfl Offerten erbitte unter R. 644 an die Expedition d Bl. , - - ,„ r ÄÄÄSi b-N Off?rten^ beUebe^ma^unter Z. 563 an aef»»ft in guter 8age ist Berhältniffe die Expedition dieses Blattes ßelanßen halber prei8mert6 a« Derpatiten. ju lossen. I Näheres bei G. «atz, Afterweg 10. ^chuhbranche. Eine Verkäuferin sucht Stelle per März. Näheres Kamleiberg S.653 Biese feinste Kaffeemarke vereinigt höchsten Wohlgeschmack mit billigstem Preise. Niederlage zu 75, 80, 85 und 95 Pfg. für V, Pfund-Packet in Wessen bei G. Herbordt. 10333 Vortrag des Herrn Dr. Wastian über: . Tic Lage de- Tcutschthums tn Oestcrmch Schliemanns Ausgrabungen u. die hellenische Ö5b] Kleiner, junger, grau-brauner I Urzeit. abzuUefern Witheimstr. 2"^ Karten in der Ricker’schen und Ferber’schen Buchhandlung, 558) Am 24. December ein Schirm für Studenten beim Hausverwalter der Universität. 396 unrecht abgegeben in einem hiesigen Ge- -------------------------------------------— — “ ES wird d°n'-lb-" S'S-" Militär-, Kriegs, u. Friedens-Invaliden- u. Militur- B.l°touaa ^..Wärter-Verein der Provinz Oberhessen zu Gießen. Pelzkragen in der Nordanlage verloren. Sonntag den 16. Januar, Nachmittags 2 Uhr: AbMeben,auf^erPoliz.iwache. — । Quarta|Versammlung auf Lonys Bierkeller. Schreinergesclle gesucht. 444 Loui» Beil, Grünbergerftr. 16. Einen Lehrling sucht 564 väekerei Süßmuth, Lollar. luDttläffigtt fiMsdiirslhe Haupt Agentur für bauernd gesucht von 295 einer alte« deutsche« Lebens-Ber- «. & G. WalleufelS, Markt 21. | stcherungS-Gesellschaft eventuell mit Tüchtige, perfeete 58cstrr in tt<” u r feen Beltaurationghödjin Lnb wird X auf einen 482 welcher sich persönlich den Geschäften g ' (CAtÄ a,ib (Sieben ausreichend widmet, wogegen besonder« ________________L-----------—— Vergünstigungen geboten werden. Gest. 648] Brave» Mädchen, welches Offerten sub. F. T. H. 346 an Rudolf kochen kann und Hausarbeit versteht, | moffe. Kraukfnrt a. M., erbeten. Offerten mit Zeugnissen an Fräulein «. »chS«, Frankfurt a. M, Epp- SÖtdtllVC* Eine der älteste« «nd bedeutens 657] Ein reinliches Mädchen vom .. m «Naä« sucht gegen Lande zum sofortigen Eintritt gesucht.I Brovisto« einen tüchtigen^ Frau Geometer Li«d-nstr«th, Jüngeres Dienstmädchen sofort gesucht- Vertreter, vahnhofstr. 4, in. wtiAtT bei der bestere» «undschaft 666| Brave», in aller Hausarbeit gut eingeführt ist. Offerten unter tüchtige» Mädchen gegen guten M. W. 611 durch Rudolf Moste, " "' ■ Müchen. erbeten. Kornstroh CarlE^ler,Hammstr.5 ••••••••»••eoe»ee@eeeeeee Whtstststasts-Mröernastme. TOT».*« »Ä 16 Mc>rk abzugeben schäft zum Wo? sagt die Expedition d Bl- il ” V A Darmstadter Haus Los« gesucht von Ara« Dr. St., Liebigstr. 57. Werkmeister, Section Oberhessen dks I. u. He. ^lpenvereins. Mittwoch, den 12. Januar 1898: Srste Haupt«onatsfitzung Hotel Kafferhoi): 9 Uhr AbendS. — Tagesordnung: »et» einSangelegenheiten, Borlrag.________ö^O Dmm-Tumklki«. Nächste Turnstunde: 554 Mittwoch den 19.Ianmr 3Vi Fr«kftr.Hyv.Bk.mrk.b.l9v« 100.00 8*/. Hambrgr. Hyv. Bk. ^b-lMV 9975 ilb^aD|Jt .V B'/i Frkf.HvP.Ered.B. unk. b. 1906 99.80 3Vt Preuß. Hyp. A. Bk. unk.b. 190b Avd 6eüL, - » -*1- ** «jssssskäis® ■ Rll|iaS «ll ' b1' I Brühl’sche Eoitersiläls-te- and Steindruekerei (Pietsch & Scheyda) Verlag des Giessener Anzeigers 7 Schulstrasse 7 empflehlt »leh inr Anfertigung aller Buchdruck-Arbeiten m eleaiDteffi Schwer«- und Partendruok.