Nr. 110 Zweites Blatt. Donnerstag den 12. Mai 1SOS Erscheint tägttch mit Ausnahme M Montag-. Die Gießener AamiltenVtälter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Siebener Anzeiger Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Henerat-Anzeiger Alle Anzeigcn'Vermittlungsstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutftraße Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 61. Amtlicher Tbeil. Wogelsöerger AindvieH-Ausstellung in Gießen am 16. und 17. Juli 1898. In Verbindung mit der am 16. und 17. Juli in Gießen Üattftndenden BezirkSthierschau soll daselbst die erste Ver- baudsausstelluug der Herdbuch-Gesellschaft für das Vogelsberger Rindvieh veranstaltet werden. Die Züchter dieser Bteh-Raffe in der Provinz Ober- Hessen, sowie in den preußischen Kreisen Wetzlar, Dill, Biedenkopf, Marburg und Kirchhain werden hiermit zur Preisconcurrenz eiogeladen. Für Preise stehen 5000 bi» 6000 Mark zur Verfügung. Prämiirt werden: 1. Bullen, IVi bi» S'/Mrig- 2. Kühe, erkennbar trächtig oder in Milch, mit höchsten» 4 Kälbern - 3. Kalbinnen, erkennbar tragend - 4. Familien (1 Kuh und mindesten» zwei von dieser stammende Über 1 Jahr alte weibliche Thiere) - 5. Kleinere Sammlungen (6 Stück weibliche Thiere) von Landwirthen, welche weniger wie 30 Stück Vieh haben- 6. Größere Sammlungen (10 Stück weibliche Thiere und 1 Bullen) von Landwirthen, welche mehr wie 30 Stück Vieh haben. Sämmtliche Thiere müssen am 16. Juli spätesten» Vormittag» 8 Uhr auf dem AuSstellnng-platz (Oswald« Garten) aufgetrieben sein und dürfen ohne besondere Erlaubniß de» Comtts» vor dem 17. Juli, Nachmittags 5 Uhr, nicht abgetrieben werden. Die Thiere werden in neugebauten Stallungen auf dem Ausstellung-Platze auch für die Nacht untergebracht. Standgeld wird nicht erhoben. Futter wird in guter Qualität den Vtehbefitzeru zum Selbstkostenpreis geliefert. Anmeldungen zur Ausstellung haben längstens bis 15. Juni bei dem Ansstellrrugs- Comit6 in Gießen zu erfolge». Da» Nähere besagt die Au-stellungS- und Prämitrungs- Ordnung, welche nebst Aumrldeformularien von dem Ausstellung»-Comit^, sowie von den Büreau» des landwirth. schaftltchen Provinzial-Veretn» und der laudwirthschaftlichen Bezirk», bezw. KretSVereine unentgeltlich bezogen werden können. Gießen, den 9. Mai 1898. Da» AusftellungS'Comite: v. Gagern, Borfitzender. Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche zu Odenhaulen, Statt» Wetzlar, ist erloschen und die Sperrmaßregeln sind wieder aufgehoben worden. Gießen, den 9. Mat 1898. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Der Karl Orlowski von Forsthau» Rothenbergerhof wurde heute al» Jagdaufseher in Diensten de» Herrn Rechtsanwalt Grünewald verpflichtet. Gießen, den 10. Mat 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Zur Lage in Italien. Nur wenige Wochen find verfloffeu, seitdem in Italien da- fünfzigjährige BerfasiungSjubtläum gefeiert wurde, bei dem das Königshaus der Gegenstand lebhaftester Huldigungen seitens der Bevölkerung war. Welcher Gegensatz zwischen damals und heute! Anfang März das Volk zujubelud seinem Könige und der Dynastie, heute, Anfang Mat Revolution in einem großen Thetle Italiens, Ttraßenkampf, Erstürmung von Barrikaden, Blutvergießen, Plünderung und Drohungen gegen das Herrscherhaus. Wie war es möglich, daß die Stimmung so rasch umschlug, daß heute geflucht wird, wo man gestern segnete? Wir wtffen ja aus verschiedenen an dieser Stelle gebrachten Artikeln, daß die politischen und wirthschaftltchen Verhältniffe Italien» schon seit längerer Zett nicht mehr die besten sind. Der mit dem Negus Meueltk ausgefochteue Krieg um die Vorherrschaft in Nordostafrika, welcher bekanntlich für Italien unglücklich ausfiel, war geeignet, da» Volk, welches seine Söhne in langer Gefangenschaft und Demüthigung lasten mußte, zu erregen und gegen die Regierung aufzuhetzen. Aber damals ging die Statfi» verhältuißmäßig glatt vorüber, und mit froher Hoffnung durfte man in die Zukunft blicken, umsomehr, als die Finanzlage des Staat» sich zu heben begann und sein Credit tm Auslande mehr und mehr gefestigt wurde. Arbeiterunruhen find in Italien nichts Seltene», be« sonders in Stellten geht selten ein Jahr vorüber, in welchem nicht die Arbeiter sich auflehnen gegen vermeintliche Bedrückung und gewaltsam ihr LooS zu verbeffern suchen. Gar oft schon hat eine ganz bedeutende militärische Streitmacht aufgeboten werden wüsten, um der Aufwiegler Herr zu werden. Die Lage der Arbeiter in den Schwefelgruben ist eine so trostlose, daß man sich wahrlich nicht wundern kann, daß sie mit ihrem Schicksal hadern und sich gegen dasselbe auflehueo. Man wird begreifen, daß bei der io Italien herrschende« Armuth unter der Bevölkerung die jetzigen hohen Getreide- pretse eine ganz außerordentliche Wirkung ausüben wüsten. Schon vor mehreren Wochen hatte es „Brodkrawalle" auf Stcilten gegeben, infolge deren die Regierung die Einfuhrzölle auf Getreide zeitweise ermäßigte. Diese Krawalle haben nun ihre Fortsetzung erhalten in Italien selbst und einen Umfang angenommen, welcher geradezu bedrohlich erscheint für die jetzige Regieruugsform des Landes. Mag auch überall der Hunger die Menschen zur Verzweiflung und zur Raserei getrieben haben, in Mailand war das sicherlich nicht der Fall. Da handelte e» sich um ein regelrechte» sozialistisch - republikanische» Complott, dazu bestimmt, die Regierung zu stürzen. Der Putsch ist mißlungen, die Behörden haben tm Verein mit dem aufgeboteuen Militär der Bewegung Herr werden können, aber ihre Nachwirkung dürsten die Vorgänge haben. Die jetzige Regierung unter dem Marchese di Rudtni hat bereit» mehrfach bewiesen, daß sie in Bezug auf die innere Politik nicht da» Richtige zu treffen weiß. Die blutige« Lreigniffe vom October v. I». gelegentlich der Demonstration der Industriellen und Gewerbetreibenden gegen die Steuereinschätzung find noch in frischer Erinnerung und können al» Beleg für unsere Behauptung gelten. Auch in anderer Hinsicht hat Rudini nicht zum geringsten Thetl da» gehalten, was er versprach, ebenso wenig wie er sich die übernommene Majorität im Parlament zu bewahren gewußt hat. Jetzt ist wieder eia Anlaß für Rudini gekommen, seine Demission einzureichen - vielleicht wird dieselbe jetzt angenommen. (xx) Deutsches Reich» Berlin, 10. Mai. Der Kaiser empfing, wie au» Schloß Urville gemeldet wird, heute Bormittag den Lhef des Militärcabtnet» General v. Hahuke zum Vortrag. Berlin, 10. Mai. Der „Reich-anzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Rothen Adlerorden» zweiter Klaffe mit Eichenlaub an den Unterstaat»secretär im Auswärtigen Amt, Frecherrn von Rtchthofen. Berlin, 10. Mai. Nach der im ReichSetsenbahnamt aufgestellten Nachweisung ereigneten sich im Monat März auf den deutschen Eisenbahnen mit Ausnahme Bayern», 199 Betriebsunfälle, bei welchen 48 Personen ge- tödter und 132 verletzt wurden. Berlin, 10. Mai. Der Gouverneur Major Leutw ei« wird, wie die „Berl. Neuest. Nachr." erfahren, Mitte dieses MouatS au» Süddeutschland zurückkehren und bald darauf * die Rückreise nach Südwestafrtka antreten. Fcnilletoir. Hereimte Sonndagsnachmiddagsöedrachdung. Von Carl Geißler. Es iS gekomme de holde Mai — mit Bliedhe unn mit Brange, — verweilt halt err der Dage drei — dann iS err Widder gange. — Unn mit’m zog de Frihlingswind — nor rauhe Sterm unn Reje — däi käme, um net ze gelind — däi Bliedhebäum ze fege! — Unn debei drätfcht's, wastes nor kann, — daß beß de Deuwel hol! — E Flernmche im Owe is kaa Schann, — daß dhut ahm gar ze wohl. — Fer so em Mai, so kahl unn naß, — verliert merr all die Achdung, — da macht merr in de Stubb sich Spaß — unn schreibt e Sonndagtzbedrachdung. So dacht äich — unn habb in de Hand — die Wocheblätter genomme. — Ze seh, waß Neues in Stadt unn Land — unn annerschtwo vorgekomme. — Da les äich, daß de Concertbesuch — im Club ze winsche ließe — daß Beispiel hatte merr oft genug, — bei viele Concerter in Giesse. — De akademsche Gesangverei — so selbstlos err dient de Jndreste — von de Musik unn ’m Concertverei — so hätt mein schneed doch vergesse! — Doch glicklicher Weis kam's net so weit, — daß bei dem Concert, waß se Kode, — uff- tratr mit Ausschluß de Effendlichkeit — Frau Wilhelmy unn Fräulein Rohde. — Es braach'm Saalbauverei noch net — deß Herz in die Schuh ze falle, — unn dauert» aach lang, merr krihe e Stett — fer die Kunst, e dheuer Halle! pKaa Couponabschneider" beschwert sich sehr, — immer der Herrn Dedalljistt Bestrewe, — bei'm verrdel Pund, statt e bische mehr — fimf Gramm ze menig ze gerne. — 'Err maant, mann en schneidge Staatsaarnalt, — da eneileucht mit seine Fackel — da geebs en greuliche Geruch alsbald — unn hinnenach noch e Gewackel; — nach de Bollezei unn daß is schee — rnill err so gleich net wimmern, — dann däi hätt Wichtigersch ze verseh — unn um Labalje sich net ze kimmern. — Unn deßhalb de Dedalljiste- verei — rieft err in all seine Needhe, — sei eige Jndreste net blos ellti — aach das vorn Volk ze verdrede. — Daß so en NodHschrei net verhallt, — daß bin äich fest iroroer- zoge; — taan Dedalljist, wer err noch so ahlt, — hat je ze wenig gewoge. Von Patterjotismus ehrewerdh — is Austriacus dorchdrunge, — drom controlirt er, waß im Concert — gespielt werd unn aach gesunge; — daß schlawische Hetzlied, 'wäi haaßts doch glaich — daß kann err gar net oerbrage, — unn sinn die Teen aach noch so roaich — „Hrom a peklo“ leiht schwer em im Mage. — Eweck drorn mit Tifls Uroerbier — immer schlaroische Melobibelbeie! — Herr Krautze leg ei ebbes Annres bester — err hott ja genug zum Geie. De Rector Magnificus in Bonn — hat neulich e Rebb gehahle — bäi Ham äich gelese mit vieler Wonn — unn Manches bevo behahle. — Daß miste gar beese Mensche sei — bäi Bonner Herrn Sturrenbe, — in Giesse ließ merr sche net erei — mit ehre schlechte Talente. — Da Hammer roibber be BeroeiS, — matz merr häi Hamme fer Engel; — uff unsere Schul, äich sag's net leis, — iS so kaan aanziger Bengel.— Häi maaß be Studio bessersch ze bhu — als an Rollläbs ze kratze, — häi flege bäi Herrn beß Nachts ber Ruh — unn kaa Musik fer bie Katze; — Laterne roern gar kaa ausgebreht — es gibbt kaa Fenstereischmeiße, — kaan Stubio mehr sich unnersteht — noch Schilber emnnerzereiße. — Unn Schlägereie sinn erscht verpeent, — kaan Rausch is mehr ze erblicke; — e Stännche werb heechstens noch gestöhnt, — doch sittsam in alle Sticke. — Bezechtheit kennt merr bem Name nach, — bem Laster is Niemanb ergeroe, — käm be Bonner Herr Rector häi her ufstn Dag — er ließ bie Giesser Sturrenbe lerne! De beste Begleiber ber Darnewelt, be rabelnbe, bleibt bie Creme Iris, — baß hatt sich län gst schont errau« gestellt — baß baß e vorbreffliche Schmier is. — Unn ehr^ Erzeuger, Herr Walter Weiß — Berlin etz, friher in Gieffe, ber gäbt se ab um en billige Preis, — brom sei err von uns gepriese. — En faaner Rablerin Sabbelbasch — bie neu Crem Iris berf fehle - — in Tube, in Deppe unn aach in be Flasch, — kann se be Tourist sich erroehle. — Nor aa Recept noch von Wertung is — unn beß roill äich Euch verschreime: — be Tään bleibt zarb unn tritt kaa Riß, — bhut Err nor hibsch eireiroe. — Von Morjens ftih bis Aroenbs spät, — Herr Walter Weiß zum Ruhme — mit feim gloriose Bräbarab — Schutzmarke Jrisblume! En Storz vom Kerchbhorm! Du läiroer Gott, — äich krag en Schrecke beim Lese — jeboch mein Schrecke war roibber sott, — wäis zroaa Schänk blos warn geroese. — Waß is net all uff be Welt ze seh; — ba falle vom heidere Himmel — zroaa Klaaderschänk ganz unverseh — erunnet zu baufenb Krimmel! Berlin, 10. Mai. Die zweite Division des Kreuzer- geschwaderS, bestehend auS den Schiffen „Deutschland", „Kaiserin Augusta" und „Gefion" ist gestern von Kiautschou nach Taka und der Kreuzer „Prinzeß Wilhelm" ebenfalls gestern von Kiautschou nach Nagasaki in See gegangen. Berlin, 10. Mai. Der „ReichSauz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des CultuSmiuisterS, wonach auf das Preisausschreiben vom 1. November v. I. für den Entwurf einer Hochzeitsmedaille 87 Entwürfe eingegangen find. Die als Preisausschuß eingesetzte LandeSkunst-Commission hat beschloffeu, von der Ertheilung eines ersten Preises abzuseheu, iudeffen 10 Preise zu vertheileu, und zwar zwei Preise von je 1000 Ml. und acht Preise von je 400 Mk. Berlin, 10. Mai. Die von der Regierung der Bereinigten Staaten für den durch die Legung unterseeischer Minen gefährdeten Verkehr im Hafen von New-York rrlaffenen besonderen Vorschriften, werden heute im „RetchS- anzetger" publicirt. Berlin, 10. Mai. Im Abgeorduetenhause wurde heute die Position Eisenbahnlinie Treueu-Nauen der Eisenbahn- Vorlage in zweiter Lesung gemäß dem Anträge der Commission angenommen. Sodann wurde die Vorlage betreffend die Pfarrgehälter in dritter Lesung genehmigt. Der freiconser- vative Antrag betreffend die öffentlichen Volksschulen, der sodann auf der Tagesordnung stand, wurde nach kurzer Debatte wieder zurückgezogen. Morgen: Kleinere Vorlagen. Köln, 10. Mai. Die „Köln. Ztg." meldet aus Madrid: Marschall Blanco telegraphirte, ein amerikanischer Kreuzer und ein Torpedoboot wollten gestern die Einfahrt CardenaS erzwiugeu, wurden aber nach einem halbstündigen Gefecht von drei Kanonenbooten zurückgewiefen. — Der Belagerungszustand mußte wiederum über eine Reihe Städte verhängt werden. Die Behörden ordnen die schärfsten Maßregeln zur Unterdrückung der Unruhen an. Arr-tsns-. Wien, 10. Mai. Die Prinzessin Louise, Gemahlin deS Prinzen Philipp von Coburg, wurde von ihren Verwandten der Heilanstalt des Professors Obersteiner übergeben. Wien, 10. Mai. Nach Meldungen aus Mailand find alle Theater geschloffen. Briefe und Telegramme werden nicht ausgetragen. Sämmtliche Bahnhöfe werden mit Truppen besetzt gehalten. Bei den letzttägigen Straßen kämpfen wurden viele Soldaten getödtet. No», 10. Mai. „La Voce della Verita“ wurde cou- siScirt, weil in einem Artikel die Wiederherstellung der alten Regierung gefordert wird. Neapel, 10. Mai. Während einer gestrigen Kundgebung, welche durch die hohen Brodpreise veranlaßt worden ist, wurden die Manifestanten von der Gendarmerie beschossen. Drei Personen wurden getödtet und drei schwer verwundet. Neapel, 10. Mai. Gestern fanden erneute Kundgebungen statt. Der Belagerungszustand ist über die ganze Provinz Neapel verhängt worden. Lugano, 10. Mat. Die Bauern haben sich mit Heugabeln bewaffnet und find nach Mailand gezogen, um die aufständischen Eisenbahn-Arbeiter zu unterstützen. Mailand, 10. Mai. Die hiesige Garnison beträgt jetzt etwa 20 000 Mann. Die in den letzten Tagen stattgehabten großen Kämpfe wurden auf beiden Seiten mit großer Erbitterung geführt. Die Truppen schaffen auf jede Ansammlung von drei Personen. Auf den Dächern und in den Häusern wurde gekämpft. Am SamStag sollen 100 bis 200 Todte, am Sonntag noch mehr, die meisten aber gestern gewesen sein. Verwundet find viele hunderte von Personen. DaS Militär nahm etwa 300 Personen gefangen. London, 10. Mai. Die „Times" meldet aus Tampa: Da» Transportschiff, welches die Truppen nach Cuba befördern soll, wird am Mittwoch bereit stehen dorthin abzudampfen und zwar mit 16 000 Mann Regulären, und 45 000 Mann freiwilligen Truppen. Außerdem wird eine Reserve von 25 000 Mann bereit gehalten. Madrid, 10. Mai. Einem Telegramm auS Portorico zufolge -versichert das Blatt „Korrespondeucta", daß sich die «esorgniß wegen eines Angriffs der Amerikaner erhält. ES geht das Gerücht, Portorico sollte blokirt werden. — DaS spanische Geschwader von Cap Verde soll ungefährdet in Martinique etngelaufen seiv. Petersburg, 10. Mai. Im August begibt sich das Zarenpaar nach Moskau zur Enthüllung des Denkmal- Alexander- II., sowie der Grundsteinlegung zum Denkmal Alexander- III. Im Laufe des Sommer- werden verschiedene hohe Gäste hier erwartet. Den Anfang macht der Fürst von Bulgarien, der Ende Mai hier eintrifft. ES schließt sich ihm daS Krouprtnzenpaar von Rumänien, sowie der Prinz von Wale- nebst Gemahlin an. Während der Anwesenheit der letzteren finden große Festlichkeiten, sowie große Manöver in Krasnoje Selo statt. Die natürliche Dauer des Lebens. In einer demnächst erscheinenden, hochinteressanten Schrift „Die Methusalems der Vorzeit und der Gegenwart" von A. Daul (I. M. Richters Verlag in Würzburg, Preis ’ 2 Mk.) wird unter Anderem auch die Frage, welches ist die | natürliche Grenze des menschlichen Lebens, erörtert. Es wird dort die Autorität des französischen Physiologen Fkourens : herangezogen, welcher die Möglichkeit des höchsten Lebensalters nach der Zett, welche Geschöpfe — Thiere und der Mensch — zu ihrer vollen Lebensreife brauchen, bestimmt. Wenn man nämlich die Anzahl der Jahre, welche Thiere, wie auch Menschen brauchen, um auszureifen oder auszuwachsen, mit fünf multiplicirt, so erhält man das Alter derselben, welches ihnen nach den Naturgesetzen zugemeffen ist. Wenn man also annimmt, daß der Elephant mit 30 Jahren ausreift, so gelangt man dazu, sein von der Natur bestimmtes Alter auf 150 Jahre anzunehmen. Nach derselben Berechnung ■ würde das Alter des in 8 Jahren ausgewachsenen Kameelet 40 Jahre, des Pferdes bei 5 Jahren Wachsthums 25 Jahre, beim Löwen und bei den Ochsen, die 11 Jahre brauchen, 55 Jahre, bei dem in 2 Jahren ausgewachsenen Hund 10 Jahre, bei der in 15 Monaten groß gewordenen Katze 7^2 Jahre und beim Kaninchen, das in einem Jahre schon herangewachsen ist, 5 Jahre betragen. Wenn man diesen Maßstab beibehält, um das dem Menschen von der Natur zugemessene Alter zu finden, so würde dasselbe, da bei ihm im Durchschnitt genommen, die Zeit seiner Reife wohl auf 20 Jahre festgesetzt werden kann, nach Flourens Berechnung — 5 mal 20 — sich auf hundert Jahre belaufen. Diese Schätzung ist auf anatomischen Beobachtungen und Berechnungen begründet, und ist darum auch die sicherste. Allerdings können Vorkommnisse im Leben eines jeden einzelnen Menschen eintreten, welche trotz dem dem Menschen von der Natur bestimmten regelmäßigen Alter, wenn auch nicht immer durch unvorhergesehene Unglücksfälle, so doch auch oft durch eine ungeeignete Lebensweise und durch Krankheiten, demselben viel früher ein Ziel setzen. Bei mäßiger und vernünftiger Lebensweise, wenn man sich vorsichtig vor Erkrankungen schützt, ist es aber dem Menschen möglich, nicht nur das demselben von der Natur aus feftgefteckte Alter zu erreichen, sondern sogar noch darüber hinaus fortleben zu können; hierüber Belehrung zu schaffen, ist der Zweck des genannten Buches, dessen Beachtung dringend empfohlen wird. Dr. Richardson, Ehr. Chadwick und Dr. William Farr, alle drei englische Gelehrte von Ruf, kamen, allerdings jeder derselben auf anderen Wegen ihrer Forschungen, zu demselben Resultate, daß der Mensch von Natur aus mit Lebensgefühlen und mit Geisteskräften bestimmt ist, auf unserem Planeten wenigstens 100 Jahre lang leben zu dürfen. Aber, daß diesem Leben gewissermaßen Grenzen gesetzt seien und demselben eine stufenweise Entwickelung, ein Stillstand und dann auch — eine Abnahme der zugemessenen Körper- und Geisteskräfte bestimmt sei. Nach Flourens wäre die Zeit der Reife und der vollen Entwickelung des Körpers des Menschen auf 20 Jahre festgesetzt, worauf der Körper in der Regel zu wachsen aufhört. Indessen wenn nach dem gewöhnlichen Sinne dieses Wachsen aufhört, hört er doch nicht auf zuzunehmen. Seine Ernährung nimmt zu und vervollkommnet sich noch wenigstens während 20 weiterer Jahre, und dann hat der Körper des Menschen eigentlich seinen vollständigen physischen Stand erreicht. Von dieser Zeit an aber sollte er weder an Gewicht zunehmen, noch viel weniger auf lange Zeit hinaus an solchem verlieren. Der Mensch betritt von da an eine dritte Periode, welche Flourens so treffend die Periode der Stärkung nennt, in welcher alle Theile des Körpers stärker werden, alle seine Functionen oder Verrichtungen sicherer sind, und die ganze Organisation während dieser Periode von 30 Jahren vollkommener wird. Aber dann, mit dem 70. Lebensjahre, be- ginnt das Mer; das erste Alter, in welchem natürlich die Früchte der Weisheit am besten entwickelt sind, und welches gegen 15 bis 20 Jahre anhält, um dann allerdings nachzugeben, wenn die Periode des reifen Alters anbricht, das mit 85 Jahren beginnt und dann nach gewöhnlichem natürlichen Verlaufe noch wenigstens eine Dauer von 15 Jahren anhalten soll. Und selbst jetzt braucht der Tod noch nicht einzutreten; denn, obwohl Lord Bacon alle Menschen „Thurmruinen" genannt und Flourens auf die „zweite Kindheit" angespielt hat, so kann eine Art von Halbleben, wie es Andere nennen, noch immer 20 Jahre über das von der Natur festgesetzte Mittelmaß hinausdauern, ja sogar diese äußerste Grenze überschreiten und dabei dem Körper und dem Geiste eine verhältnißmäßig merkwürdige Kraft erhalten. Vermischter. • Siuem traurigen Geschick ist der Rechtsanwalt Henke in Berlin verfallen, der jetzt wegen Unterschlagung verhaftet worden ist. Henke, der au- Caffel stammt, hatte sein Der- mögen bei einem dortigen Bankhause angelegt. Dasselbe falltrte und Henke verlor vor einem halben Jahre sein ganzes Geld. Gleichzeitig traf ihn ein zweiter Schicksalrschlag: Seine Braut, an der er mit großer Liebe hing, starb plötzlich. Seit dieser Zeit nahmen die Freunde an dem lebensfrohen Manne eine vollständige Veränderung wahr und in diese Zeit fallen wohl auch die zur Anzeige gelangten, übrigens nicht bedeutenden Unterschlagungen. Er zeigte eine riefe Gemüths- depresfion und vernachlälfigte seine Geschäfte vollständig. ES wird unter Beweis gestellt werden, daß er seit einem Viertel- jahre Briefe, die an ihn gerichtet waren, überhaupt nicht mehr geöffnet hat. Nach dem Zusammenbruch seiner Anwalt-- Praxis irrte Henke eine Weile im Lande umher. Vor einigen Tagen nahm er dann unter seinem richtigen Namen in der Anstalt des Dr. ScholinuS in Pankow Aufenthalt. Auf Grund des von ihm selbst auSgesüllten polizeilichen Meldescheins wurde er als der Verfolgte erkannt und verhaftet. Der im Amte hinterzogene Betrag ist inzwischen der recht- mäßigen Besitzerin zugeftellt worden. • Ein unheimlicher Liebhaber. Der Pariser Unter- suchungSrichter Mr. Geoffroy ist mit einer höchst merkwürdigen Angelegenheit betraut worden, die völlig auszuklären ihm nicht so leicht werden dürfte. Die 17jährige Tochter eines Archi- treten, der mit seiner Familie eine reizende kleine Billa in Epinay bei Paris bewohnt, traf seit einiger Zeit auf ihren täglichen Fahrten nach der Hauptstadt häufig mit einem elegant gekleideten jungen Manne zusammen, der ihr in auf- fälliger Weise den Hof machte. Obgleich sie sich durchaus zurückhaltend gegen den galanten Herrn verhielt und ihm zu verstehen gab, daß sie nicht belästigt zu werden wünschte, begegnete sie ihm doch stets auf ihrem Wege und konnte sich seiner Zudringlichkeiten nur mit Mühe erwehren. Da traf plötzlich ein offenbar von dem Unbekannten stammendes Schreiben ein, in welchem dieser die Drohung auSsprach, er i werde, falls er nicht erhört werde, das Mädchen sammt dessen Eltern umbringen. Dieser Brief wurde nun von dem Vater der Dame der Polizei übergeben, die seitdem das HauS der Architrcten streng überwachen ließ. Bor Kurzem erhielt Mlle C° durch die Poft eine elegante Bonbonniere zugeschickt- als fie eins der darin enthattenen Chocoladen-FondantS zum Munde führte, fiel ihr sofort der sonderbar scharfe Geschmack deS Bonbons auf, den sie deshalb auch nicht verschluckte, sondern zusammen mit der ganzen Bonbonniere einem Apotheker zur Untersuchung übergab. Dieser conftatirte, daß die Chocolade in beträchtlicher Quantität schwefelsaure- Kupfer enthielt. Nachdem nun vor einigen Tagen die Familie nach kürzerer Abwesenheit von zu Hause ein Mahl eingenommen hatte, wurden sämmtliche Personen gleich darauf von heftigen Schmerzen befallen. Der herbeigerufene Arzt erkannte die Symptome einer leichten Vergiftung und stellte fest, daß der bei der Mahlzeit genossene Wein ebenfalls mit schwefelsaurem Kupfer vermischt war. ES ist mit Sicherheit anzunehmen, daß besagter Fremder in den Keller eingedrungen ist und fich mit dem den Tischwein enthaltenden Fasse zu schaffen gemacht hat. * Admiral DeweyS Herzeusgefchichte. Ganz New-York spricht augenblicklich nur von Admiral De weh, dem Helden deS Tages, dem Sieger von Manila, und da curfirt denn auch eine interessante kleine Geschichte, die mit den jüngsten Ereignissen in innigstem Zusammenhang steht. Man behauptet nämlich, daß Admiral Dewry ein ganz besondere- persönliches Entzücken empfinden muß, einen so glänzenden Sieg über die Spanier errungen zu haben. Der jetzt so gefeierte Held soll — wie die Yankees mit großer Bestimmtheit zu wissen vorgeben — die ganze spanische Nation so glühend und leidenschaftlich hassen, wie nur je ein Mensch zu hassen vermag. Und zwar iü die Ursache diese- Haffes in einer unglücklichen Liebe zu suchen, die das Leben des Admirals in einer Beziehung zu einem gänzlich verfehlten gestempelt hat. Vor etwa 20 Jahren verliebte sich der Admiral Dewey in die ehemalige erste Schönheit Washingtons, Miß Virginia Lowery; aber feine tiefe Neigung fand keine Erwiderung bet der jungen Dame, die ihr Herz bereits einem völlig mittellosen, aber sehr interessanten Attache der spanischen Gesandtschaft, Namens Brunetti, geschenkt hatte. Miß Lowerhk Eltern verweigerten zwar ihre Einwilligung zu einer Heirath mit dem Spanier, doch vermochten fie die Tochter nicht zu bestimmen, den amerikanischen Freier, der mehr nach ihrem Wunsche war, die Hand zu reichen. Die schöne Virginia wies seinen Antrag, wie noch viele andere, rundweg ab und schien ledig bleiben zu wollen. Senuor Brunetti war inzwischen spanischer Minister von Mexico geworden und seiner Liebe treu geblieben. Bor kaum drei Jahren konnte er endlich dir immer noch sehr schöne Amerikanerin heimführen. Brunetti ist heute nicht nur sehr reich, sondern darf fich auch Herzog von Arko- nennen. Admiral Dewey soll die jetzige Herzogin von ArkoS ebenso glühend hassen, wie er fie einst geliebt hat, und da ist eS wohl kein Wunder, daß er Allem, was spanisch ist, Tod und Bernichtung geschworen hat. — Sie haben doch eine blühende Phantafie, diese YankerS! * „Wedding Bidding". In der Umgegend von C a- marthen, einer hübschen Stadt im südlichen Wales (Eng« land), rxistirt eine reizende patriarchalische Sitte, die unter dem Namen „Wedding Bidding" bekannt ist. Wenn junge, mittellose Leute fich verheirathen wollen, wenden fie fich an mehrere Freunde, die, je nach ihren Mitteln, den kleinen Hau-Halt begründen helfen. Da- unterstützte junge Paar verpflichtet fich aber, unter ähnlichen Verhältnissen ähnliche Dienste zu leisten, d. h. wenn sich seine Bermögen-lctge bessern sollte. Der Heirathscandidat kündigt seinen Freunden an,, daß er zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Restaurant ein „Bidding" abhalten werde, und fordert alle zur Theilnahme auf, indem er im Vorau- für alle Gaben dankt, die man ihm anbieten werde, und sich ehrenwörtlich verpflichtet, dem freundlichen Spender oder bedürftigen Freunden und Verwandten desselben, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, vorausgesetzt, daß er je dazu im Stande sein werde. Die Braut schließt fich den Worten ihres Bräutigam» an. Durch seine Spende wird der „bidder" ein Vertrauter des Hauses er hat da» heilige Recht, das junge Paar zu jeder beliebigen Zeit zu besuchen. In jedem andern Lande würde diese offen proclamirte HauSfreundschaft beunruhigend wirken- unter den einfachen Bauern von Wales aber ist die Reinheit der Sitten so groß, daß ein Mißbrauch der HauSfreundschaft nur selten zu verzeichnen ist. Man hat auch nie davon gehört, daß ein junges Paar, welches in die Lage kam, die erhaltene Spende zurückzugeben, fich dieser Verpflichtung entzogen habe, indem e» etwa Dürftigkeit vorschützte. Im Gegentheil! Man betrachtet die Bidding-Gaben als heilige Schuld, und um fie zu tilgen, legt man fich manchmal wirkliche Opfer auf. Diese traditionelle Solidarität verschwindet aber seit einigen Jahren immer mehr, die ungeschriebenen Verträge, die den HeirathS- candidaten an einen „bidder" binden, werden immer seltener- Wie daS kommt? Die Antwort ist sehr einfach: Auch in Wales werden die jungen Leute, die mit beiden Füßen zugleich in die Ehe springen, immer rarer- man heirathet jetzt nicht mehr so rasch und so gern wie zu Großvaters Zeiten. * Sine Stadt ohne Hunde soll augenblicklich der Ort Pisek in Böhmen sein, der an der Workawo, einem Nebenflüsse der Moldau, gelegen ist. Infolge eines Tode-falle- an HundSwuth machte die städtische Behörde kurzen Proceß und verordnete, daß sämmtliche Hunde getödtet werden sollten. Höchst wahrscheinlich hat die Stadt dadurch die Auszeichnung erhalten, die einzige hundelose in der Welt zu sein- ob fie eS auch lange bleiben wird, ist allerdings fraglich. * Kleiner Mißverstäudnitz. „Welcher Unfug I Ich glaube gar, der Clavierspieler spielt mit unserer Karoline Karten!" — „Aber Moritz, waS fällt Dir denn ein!" — „Nu, hak ich doch eben gehört, wie er hat gesagt: Fräulein, spielen Se AS!" 858 Muster- Zimmer Mr/ s l6Di Nkw-Asil h* Huden » Mit Denn ‘Ven nn wan behauptet Pttsöm Rtnbro tztrg J41° gestiene iestilmmhrit zu °° Io glühend "sch i° hchn ossil in einet es Admiralt In grstkwprlt hat. ilral Dewki? In Miß Virginia krivi-erung bei völlig mittrl» scheu Gesandt. Riß Lolverh» einer Heirat- >cht» nicht zu hl nach ihrm Hüne Virginia mbatg ab und intttl war in« ibtn und seiner i konnte er ent« in heinWm. in darf sich auch soü die jrtzigr lie er fie einst daß er Allem, tonn hat. — M bott Lall Wale» (Tng. Sitte, die unter . Wenn junge, uden fie fich °n ln, den kleinen hte junge Paar ltniffen ähnliche Igenilitge bessern i Freunden ar, timmtm Restau« ordert alle zur le Gaben dankt, ^wörtlich ver- •Ä 5^*1 WM de» ^Ee, sondern ^theker m Mocolobe wi enthielt. N kürzer» > hatte * Will.« *«t< blt M dl, WiiHIwtm «Wim ,e« *6 mb fli |e Muffig n wirbt. iml im. D«lt btl Itb« btlW” otti»W'* .litt«; °°ti>^ W«f * ft । «iS»t"’ , *w®<* gtn i«K W* tjilll 9» ‘ »«1 “S|J K »7 ■?? ST L« r-x $;S1 zu \Wi 5'3» (U. illlrm, 1 r Vergebung vonBaunrbeiten Die zur Erbauung einer Dieoerwohnung für das Gym- »astum zu Gießen nöthigen Arbeiten nebst Materiallieferungen, nämlich. Maurer-. Tteiuhauer-, Zimmer-, Dachdecker-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser-, Weißbinder- und Spengler- arbeit werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in un- serem Amtslocal vom 10. d. Mts. ab zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Angebote sind bis zum 20. d. Mts. Vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, den 2. Mai 1898. Großh. Hochbauamt. Neuling. 4725 ton* nur allerbeste Fabrikate, wie Wand Victoria, Sirius rc. rc., bezieht man vor- theilhaft bei 3701 V. G. Goldstein, Grüubergerstr. 3. Unterricht im Fahren gratis. Best eingerichtete Revaraturwerkstätte am hiesigen Platze. 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