Nr. 60 Zweites Blatt. Samstag den l2. März 1SOS Erscheint tästNch mit Ausnahme der Montag-. Die Gießener AamilieurtLtter werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Meßemr Anzeiger $kl*6*yrcU vierrettährlich 2 Mark 86 Hsg. moaattu- 75 Psg. mit BrmGerloh«. Bei Psstbezug Mark 50 Pf,, ierteljährlich. Touahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Kenerat-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen S In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für ren Gtcgener Anzeige ntgeg«. Amts» und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Nedaction, Expedition und Druckerei: Fchmkßr.ge »r. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. . I 1 — " '■ II Adresse für Depeschen: Anzeiger Eiet««. Fernsprecher Nr. 51. Das Ministerium Thun. Der Vorgänger deS jetz'gen Statthalter» von Böhmen, Graf Thun, welcher sich im Jahre 1896 ins Privatleben zu« rückgezogeu hatte, war schon seit einigen Wochen oll der Mana genannt worden, welchem die Aufgabe zufalleu würde, den Frhrn. v. Gautsch zu ersetzen. Drnn gleich von vornherein war man allgemein der Ansicht, daß das Cabinet Gautsch nur ein UebergangSftadiu« bedeute, nur ein Ver- legenheitS Ministerium, welches bald wieder von der Büdfläche verschwinden würde. Die Beauftragung des Grafen Thua mit der Cabiuetlbtldung erfolgte gleichzeitig mit der Verüb« fchiedung Gautschs, und die Oeffentltchke.it hat inzwischen Gelegenheit gehabt, sich mit der Person deS neuen Mtutster- präfideuten zu beschäftigeu. Daß man demselben mit vollem Vertrauen entgegen kommt, muß eulschtedrn in Abrede gestellt werden- dazu giebt feine politische Vergangenheit keinen Anlaß. Als er vor etwa zwei Diceunien aus dem Militärdienst schied und in LaS politische Leben eintrat, La war er zunächst ein auf« richtiger Parteigänger der Czechen, mit denen er eS aber schließlich als Statthalter vou Böhmen verdarb. Ueber seine jetzige Parteistellung ist noch nichts Bestimmtes bekannt, doch empfindet mau — wie schon oben gesagt — im Lager beider Ratioualitäteu, welche sich gegenwärtig in Oesterreich so schroff gegenüberstehev, Mißbehagen über seine Ernennung. Am meisten zusrteden können noch die Lzechen sein, da sie an» nehmen müssen, daß er seine Nationalität nicht verleugnen wird, wenn sie freilich auch wieder erwarten dürfen, daß er geeigneten Falls darauf keine Rücksicht nimmt. Denn als im Jahre 1893 die politischen Wogen tu Böhmen besonders hoch gingen, da hat Graf Thun nicht gezögert, die Verhängung des Belagerungszustandes über Prag und Umgebung selbst zu beantragen. Daß dem Grafen eine ungemein schwierige Aufgabe be» vorsteht, kann nicht geleugnet werden, und eS -wird ihm kaum möglich sein, mit den Parteien zu regieren, wie es sein Vor» gäuger versuchte, aber schließlich all undurchführbar aufgeben mußte. Mau sagt, Graf Thun wolle über die Köpfe der Parteien hinweg regieren, und dal scheint uuS im gegenwärtigen Augenblick daS Richtige zu sein. Man wird ja übrigen» bald über feine Pläne Gewißheit erlangen- denn dazu geben die Spracheoverordnuugen für Böhmen und Mähren, welche Frhr. v. Gautsch als einzige positive „That" hiuterlaffen hat, bald Gelegenheit. Dem Grafen Thun liegt nun die Durchführung jener Verordnungen ob, und eS wird ihm an Opposition tu Böhmen nicht fehlen. DaS geht unzweideutig av» den Demonstrationen hervor, welche schon jetzt die Herren Czechen verüben, und aus der Sprache ihrer Blätter, die mit der brabsich- tigtrn Neuordnung dmchau» nicht einverstanden sind. Aber man darf wohl erwarten, daß der neue Ministerpräsident nicht allzuviel Umstände machen wird, wenn eS gilt, den Maßnahmen der Regierung Achtung zu verschaffen, umsomehr als die genannten Verordnungen die Angelegenheit vur provisorisch regeln und unter Mitwirkung deS Parlament» er» laffeue Gesetze definitive Zustände in den Sprachenver- HLUttiffen der deutsch-czechischen Provinzen Herstellen sollen. Eine wettere Aufgabe des Grafen Thun wird der Ausgleich mit Ungarn bilden. DaS jetzige Berhältniß zwischen den beiden ReichShälften muß natürlich so bald wie möglich beendet werden, da es Oesterreich in keinem Falle zum Vor- thetl gereicht. Wie wir wtffeu, hat der Ausgleich infolge der Obstructiou der Deutschen Sude v. IS. dir gesetzliche Regelung nicht finden können- da» jetzige Provisorium besteht nur auf Grund kaiserlicher Verordnung, Die Einigung mit Ungarn ist bekanntlich sehr schwer, und gerade diel war ja der Grund, weshalb Gras Badeai bet der Suche nach einer festen Majorität fich den Czchen auf Gnade und Ungnade ergab. Besonders die Quoteufrage, d. h. da» Beitragsoer- haltniß beider Staaten zu den gemeinsamen Ausgaben macht große Schwierigkeiten. " Was Graf Thun in dieser Beziehung uniernehmen wird, läßt fich noch nicht Überblicken- jedenfalls will er, soweit e» vur irgend möglich ist, den Boden der Berfaffung nicht ver- laffeu und eveutl. da» Parlament auflösen, um Neuwahlen vornehmen zu laffen. Er scheut aber schließlich auch nicht vor einem VerfaffuugSbruch zurück, wa» freilich da» letzte Mittel sein würde. Hoffen wir, daß e» ihm gelingt, ohne solche Gewaltmittel bald wieder geregelte politische Zustände tu dem Nachbarreiche herzustelleu. (xx) Aus bett Verhandlungen der Zweite« Kammer der hessische« Stünde. G. Darmstadt, 10. März 1898. Die Berathungen über da» Budget werden heute Morgen um OVt Uhr fortgesetzt. Bor Eintritt in die Berathnugen berichtet der Abgeordnete Metz über den Antrag deS Abgeordneten David, die Sitzungen der Kammer von Morgens 10 bis Nachmittag» 4 Uhr abzuhalteu. — Der Ausschuß beantragt, diesen Antrag abzulehnen und e» dem Präsidium zu überlassen, die Sitzungen in früherer Weise auzuberaumen, d. h. von Morgen» 9 Uhr bi» Nachmittag» gegen 2 Uhr. — Der Antrag David wird hierauf gegen eine Stimme abgelehnt und der Antrag de» AuSschuffe» gegen 5 Stimmen angenommen. Hierauf werden genehmigt für Capitel 92, Bureaukosten für die Gerichte und OrtSgerichte zur Verfügung de» Ministerium», 18000Mk, Cap. 93, sonstige Kosten verschiedener Art, 90 000 Mk., Capitel 94, Kosten der StandeSregisterführung, 3000 Mk. Bei Cap. 95, Zellenstrafanstalt Butzbach, bemängelt der Abg. Joutz die beantragte Erhöhung des Gehalte» de» ersten Werkmeister» daselbst. — Miuisterialrath Dittmar stellt fest, daß nach der Qualification Le» betreffenden Bemten der eingestellte Betrag eia seinen Leistungen entsprechender sei. Die Forderung wird hierauf mit 206 824 Mk. bewilligt. Für Lap. 96, LaudeSzuchthauS Martenschloß, werden 111 477 Mk. und al» Staatszuschuß 86 200 Mk. einstimmig genehmigt. Zv Cop. 97, GefLugniß Darmstadt, werden 57 895 Mk. und al» StaatSzuschuß 46 275 Mk. und zu Cap. 98, Gesängntß zu Mainz, 25 471 Mk., und an sachlichen Ausgaben 37 039 Mk. bewilligt. Bet Eap. 98, Eriminalkasse Starkenburg, beantragt der Ausschuß unter Abstrich von 700 Mk für Zulagen 227 435 Mk. und al» StaatSzuschuß 220 910 Mk. zu bewilligen, die Gehalte für die beiden Crtminalschutzmänner jedoch nur noch für die Inhaber zu genehmigen. — Mtntste- rtalrath Dittmar hebt die Unentbehrllchkeit dieser beiden Beamten für den Justtzdienst hervor. Für die Staatsanwaltschaft seien diese Beamten unbedingt nöthig. Die Berichte der Staatsanwaltschaft zu Gießen und Mainz bestätigten die Nützlichkeit dieser beiden Beamten. Er hoffe, die Kammer werde den Fortbestand dieser für den Justtzdienst vorzüglichen Einrichtung beschließen. — Abg. Weidner hält das Institut der Crimtnalschutzleute für unbedingt nöthtg und empfiehlt auch, für die übrigen zwei Provinzen Crimiual- schutzleute anzustellen. Die Gendarmerie könne nicht da» leisten, wa» die Ertminalschutzleute für den Justizdienst leisten. Ein dringende» Bedürfntß für tüchtige Criminaltsten sei in unserer heutigen Zett. — Abg. Köhl er-Darmstadt tritt ebenfalls für den Fortbestand de» Institut» der Crimtnal- poltzei ein. Ebenso der Abg. Schmeel, der die crimi- nalisttschen Verdienste der beiden Beamten hervorhebt. Er ist von der Nützlichkeit diese» Institut» vollständig überzeugt. — Abg. v. Köth bittet, den Ausschußantrag abzulehnen und die RegierungSforderuug anzunehmen. — Abg. Haas- Offenbach hält den Ausschußantrag angesichts der tu Aussicht stehenden Aenderuug der Organisation der Polizei in den Städten und auf dem Laude für zeitgemäß. Er wünscht, daß die Triminalbeamten direcl der Polizeiverwaltnvg und nicht der Staatsanwaltschaft unterstellt werden. Er hält eS eS für da» einzig Richtige, wenn man an eine andere Organisation de» gesammten PoltzeiwesenS in Heffcn herantrete. Erst damit werde den jetzigen Bedürfniffen in richtigem Maße Rechnung getragen. — Mintstertalrakh Dittmar tritt nochmal» für die Regierungsvorlage ein und hebt die Nützlichkeit diese» Criminal Institut» in eingehender Weise hervor. — Abg. Freuay wird für die Regierungsforderung und gegen die Aufhebung des Instituts eintreten. Auch er wünscht eine Ausdehnung deS CriminalJnstttutS auf andere Provinzen. — Abg. HaaS-Haiustadt wird ebenfalls gegen die Aufhebung deS Instituts stimmen. Die RegterungSforderung und damit auch daS Institut der Ertminalschutzleute wird hierauf mit großer Majorität genehmigt. Ebenso wird Capitel 100, Eriminalkasse Oberhesfen, mit 138610 Mk., Capitel 101, Criminal- kaffe Rheinhessen, 149160 Mk., und Capitel 102, Sterbe- quartale an Hinterbliebene von aktiven Beamten im Reffort de» Ministerium» der Justiz mit 7700 Mk. einstimmig ge- nehmigt. Damit wird die Sitzung um 1 Uhr abgebrochen. Fortsetzung der Berathungen Freitag Morgen 9 Uhr. De«tsche» Reich» Berlin, 10. März. Der Kaiser empfing heute de« auf der Durchreise befindlichen schwedischen Gesandten in Madrid, Kammerherrn Gude. Derselbe war früher längere Zeit erster Sekretär der hiesigen schwedischen Gesandtschaft. Berlin, 10. März. Der „Post" zufolge ist über den Zeitpunkt für die Vornahme der Wahlen zum Reichstage und Abgeordnetenhause ein Beschluß noch nicht gefaßt worden. Berlin, 10. März. Im Abgeordnetenhaus wurde heute die UeberschwemmungS Vorlage nach Streichung de» Zusatzes zu § 1, wonach der zur Verfügung gestellte Betrag von 5 Millionen im Bedürfvißfslle bis zu 10 Millionen erhöht werden kann, endgültig angenommen. Hierauf gelangte die AnfiedelungSnovelle in dritter Lesung zur Annahme. Alsdann folgte Fortsetzung der Berathung des Eultu» EiaiS. Der Titel Prüfungskommissionen wurde erledigt und dann die Weiterberathung auf morgen vertagt. Berlin, 10. März. Dem „Berl. Tagebl." wird an« Peking telegraphirt: In Gemäßheit der Bedingungen de» Vertrage», welcher zwischen dem Deutschen Reich und China abgeschlossen ist, werden die deutschen Truppen nunmehr die Städte Kiaotschau und Tfimo räumen. Berlin, 10. März. Die Budget-Commission de« Reichstage» hat heute nach unerheblicher Debatte die Berathung de» Marine Etat» beendet. Die Weiterberathung de« Flottengesetzes soll erfolgen, sobald Seiten» der Reichs- regterung die Mittheilung erfolgt, daß eine (Sitar ang über die Deckungsfrage gemacht werden soll. Staatssekretär Ttrpitz bemerkte, daß diese Erklärung in den nächsten Tagen abgegeben werde. Man nimmt an, daß der BundeSrarh heute Beschluß in dieser Angelegenheit faffen wird. An-lsnrd. Wien, 10. März. Heute findet eine Conferenz de« Exrcuttv ComitsS der Parteien der Rechten über da» Aktionsprogramm für die kommende RetchStagSsesfion statt, sowie um ihre Haltung gegenüber dem Cabinet Thun festzustellen. Prag. 10. März. Ja den letzten Tagen haben in Komo große Demonstrationen stattgefunden, weil der Kaplan in der dortigen Kathedrale Predigten in tschechischer Sprache abgehalten hatte. Die Gemeindevertretung beantragte beim Oberkirchenrath kategorisch die Abberufung de» Kaplan». Mehr al» 100 Personen traten zum Protestantismus über. Salzburg, 10. März. Dem „Salzburger Tageblatt" zufolge erstattete der Abgeordnete Schönerer bei dem Wiener Landgericht gegen den Grafen Badeni, Abrahamouicz und Dr. Kramarz Anzeige wegen Verbrechens öffentlicher Gewaltthätigkeit und Mißbrauch» der Amtsgewalt. Die Anzeige bizieht fich auf die bekannten Vorgänge im Abgeordneten- hause. Budapest, 10. März. Im Siebenbürger Comitat wüthete ein furchtbarer Orkan, welcher coloffaleu Schaden anrichtete. Rom, 10. März. Der hiesige akademische Senat beab- fichtigt den deutschen Studenten, die Mitte diese« Monats hier eintreffen und gestern von Genua zu Schiff nach Neapel gefahren find, in der Univerfität am Tage der Ankunft eine Empfangsfeier zu bereiten. «ulwerpeu, 10. März. Zwischen dem deutschen Dampfer Hamburg und einem Rhetnschiff fand auf der Schelde bei Doll ein Zusammenstoß statt, wobei der Dampfer Ham- bürg einen beträchtlichen Schaden erlitt und die Fahrt unterbrechen mußte. _ Keeetee **» prwtajfeU«. Gieße», den 11. März Eine neue Industrie. Eine ganz eigenartige Industrie hat fich auf dem Westerwalde aufgethan, nämlich ein flotter Versandt von Schnee an die Bierbrauer in Herborn und Wetzlar, ja sogar nach Gießen soll derselbe gehen. Die Hauptschneelteferanten find die Gemeinden Roth und Breit- scheid. Der Ceutuer Schnee wird nach Herborn für 25 Pfg. geliefert. Wie wir erfahren, ist vorgestern ein Fuhrpark vo« 16 Gespannen von Wetzlar nach Greifenstein auSgerückt, um für Herrn Bierbrauereibesitzer Waldschwidt — „Zum Riesen" — Schnee einzufahren. Täglich werden an der Station z« Herborn mehrere Waggon» mit Schnee verladen — rin ganz ungewohnter Anblick. Ulrichstein, 8. März. Am 6. d. M. hat im Saale de» Herrn Gastwitth» Groh hier auf Veranlassung des provisorischen EiseobahocomtiL«, der Herren Bürgermeister Rühl. Rechner Metski und practiicher Arzt Schmidt, eine von über 200 Personen au» den umhegenden Orten und von hier besuchte Versammlung stattgefundeu, um da» Projekt einer Eisenbahn von Mücke — Merlau über Ruppertenrod—Ulrichstein—Engelrod nach Herbstein und Lauterbach zu besprechen. Nach Begrüßung der er schtenenen Gäste durch Herrn Bürgermeister Rühl erörterte Herr practischer Arzt Schmidt tu einem längeren Vertrage die Gründe, die für da» Project sprechen. Bet der Abstimmung wurde da» vorgeschlagene Project einstimmig angenommen und einem erweiterten Comitö zur wetteren Ausarbeitung überlassen. X. Darmstadt, 10. März. Heute Mittag, kurz nach Schulschluß, gerieth in der Kirchstraße, der fre-ueutestrn von der electrischen Bahn befahrenen Straßen, ein 12 jähriger Realschüler Namen» Hch. Hedrtch unter einen electrischen Wagen, unb wurde sofort getödtet. Bon Augenzeugen wird versichert, daß der unglückliche Knabe da» Opfer feiner eigenen großen Unvorsichtigkeit geworden ist. In der gerade tagenden Stadtverordneten-Versammlung sprach der Oberbürgermeister den schwergeprüften Eltern da» Beileid au». — Die Stadtverordneten lehnten e» heute ab, auf drei An träge auf Erweiterung der elektrischen Bahnaulage auf da» Nord-, Nordost' und Südostviertel einzugeheu, bi» der Finanzabschluß pro 1898/99 vorltege - da» jährliche Deficit der jetzigen beiden Linien wird auf 80 000 Mk. geschätzt. Schwurgericht. W. Gießen, 10. März 1898. Schluß der Verhandlung gegen Karl Konrad von Rainrod. Die an die Geschworenen gestellte Schuldfrage lautet auf Mord. Auf Antrag de» Vertheidigers wird für den Fall der Verneinung dieser Frage die Hilfsfrage dahin gestellt, ob die That de» Angeklagten al» Körperverletzung mit tödtlichem Erfolge aufzufaffen sei. Um Vtl Uhr Mittag» erhielt Staat»auwalt Zimmermann da» Wort zur Begründung der Anklage. Er geht die Beweisaufnahme Punkt für Punkt durch. E» sei bewiesen, daß der Angeklagte ein roher, zu jeder That fähiger Mensch ist. 15 Jahre laug war der Ermordete der Brodherr de» Angeklagten und vor Jahren hat der Arbeitnehmer geäußert: „Der stirbt mal durch meine Hacke, au dem mache ich mich mal unglücklich." Den Entschluß, den Ztunel zu tödteu, hat der Angeklagte zwei Tage vor der schrecklichen That gefaßt, als er vom Bürgermeister Viehl erfuhr, daß dieser ihm kein Brod mehr geben wolle, weil Ztnnel nicht mehr gut dafür sage. Da drohte Konrad: „Den mache ich gescheit." Mitten tu der Arbeit hat der Angeklagte mit voller Ueberlegung und mit Vorsatz sein Opfer hinterrücks mit der schweren Waldhacke überfallen. Der Angeklagte, das gehe au» seinen Aeußerungm nach der That klar und deutlich hervor, habe den Erfolg gewollt. Ohne Erregung, ohne menschliches Rühren geht der Angeklagte von der Stätte der grausigen That und holt sich Schvap». Ohne Reue bis heute sitzt der Angeklagte, vetmthetlen Sie denselben nur wegen TodtschlagS, so thun Sie dem Angeklagten nur einen Gefallen. Der Staatsanwalt bittet die Geschworenen, die Frage auf Mord zu bejahen. — Der Bertheidiger, Justtzrath Batst, bestreitet, daß der Ankläger den Beweis erbracht hat, daß die That mit Ueberlegung auSgesührt sei. Der Bertheidiger gesteht zu, daß sein Client ein roher und brutaler Mensch sei, daS beweise aber keinesfalls zwingend, daß man dem Angeklagten einen Mord zutrauen könne. Der Bertheidiger versucht, den Geschworenen darzuthun durch eine Kette von Momenten der Beweisaufnahme, daß Konrad im Affect gehandelt, al» er die That beging und daß dieselbe sich lediglich al» Todtschlag erweist oder als Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Der Bertheidiger erklärt, auch er wünsche nur Gerechtigkeit. — Da» über den Angeklagten gefällte Tode»urtheil haben wir bereits gestern mitgetheilt. vermocht«». • Hanau, 8. März. Der älteste Mann Hanau», Herr Steuerausseher a. D. Hetderich, feierte heute im Kreise seiner Kinder, zahlreicher Enkel und Urenkel seinen 90. Geburtstag. Der Greis erfreut sich noch voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit. * Straßburg. 9 März. Eia entsetzliches Verbrechen wurde tu Lehr verübt. Der frühere Briefträger Joseph Aazilon wurde von seinem 24jährigen Sohne anläßlich eine» Streite» getödtet. Nach der That zerschnitt der Unmensch den Leichnam mit einer Säge und warf die Fleischtheile in einen Weiher, wo sie nun entdeckt wurden. Die Mutter de» Vatermörder» soll an dem Morde betheiligt sein. Der Mörder wurde verhaftet. • Leipzig, 1. März. Die Stiefel des Herrn Doc« tors. Eine sehr interessante und wichtige Entscheidung fällte heute das Reichsgericht. Das Landgericht I in Berlin hat am 2. December v. I. die unverehelichte Zimmervermietherin Marie Sonnenberg wegen Freiheitsberaubung und versuchter Nöthigung zu 3 Tagen Gefängniß verurtheilt. Dr. X. wohnte bei ihr gegen 60 Mk. monatlich zur Miethe und hatte gekündigt. Frl. S. machte noch eine Forderung von 50 Mk. gellend, die er nicht anerkannte und nahm deshalb mehrere Sachen des Herrn Doctors in Beschlag. Eines Morgens, als Dr. L. nach dem Auswärtigen Amte gehen wollte, erhielt er von der Bermietherin seine Sttefel, die sie putzen sollte, nicht zurück. Er gerieth dadurch in große Verlegenheit, weil er ein zweites Paar nicht zur Verfügung hatte. Aus dem Fenster rief er schließlich einem Vorübergehenden zu, er möge ihm ein Paar neue Stiefel besorgen. Diese erhielt er dann nach zweistündigem Harren. Da» Landgericht hat angenommen, daß Frl. S. den Herrn Doctor für diese Zeit des Gebrauchs der persönlichen Freiheit beraubt hat, da sie wußte, daß er zu denjenigen Gesellschaftsklassen gehört, denen es unmöglich ist, ohne Fußbekleidung über die Straße zu gehen. Dies würde, so heißt es noch im Urtheil, das Schamgefühl des Herrn verletzt haben. — Auf die Revision der Angeklagten hob da» Reichsgericht das Urihell auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Davon, daß die Bewegungsfreiheit des Dr. 1. für längere Zeit aufgehoben worden fei, könne keine Rede fein. Die socialen A- schauungen hätten ihn an der Bewegungsfreiheit freilich nicht hindern können, namentlich wenn er, was wohl anzunehmen sei, noch im Besitz von Strümpfen und Morgen- schuhen war. Ebenso wenig könne die Verurtheilung wegen versuchter Nöthigung aufrecht erhalten werden, da eine physische Einwirkung auf den Körper des Genöthigten nicht festgestellt sei. • Ein großer Epielerpro-eß sieht in Hannover wieder bevor. Die „Weser-Zeitung" berichtet folgende Einzelheiten darüber: Der Agent Löwenstein war Stammgast auf den Rennplätzen, verließ jedoch Hannover, als der Boden ihm zu heiß wurde. Auswärts nahm man ihn dann fest. L. nahm seinen Opfern mindestens 25 pCt. ab, dagegen mußten sich die Ausgebeuteten aber noch zur Unterzeichnung eines Reverses verpflichten, in welchem für seine Bemühungen noch bedeutende Belohnungen versprochen wurden. Der Secondelieutenant v. K. vom 4. Kürassier-Regiment machte seinem Commandeur, Chef de» Militär-Reitinftituts Generallieutenant von Willich, Meldung, als er sich ruinirt sah und seinen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte. Von diesem wurde dann der Staatsanwaltschaft Anzeige gemacht. Der erwähnte Lieutenant v. K. wurde alsbald vom Militär-Reitinstitut entlassen und zu seinem Regiment zurückgeschickt; er soll bereits den Abschied erhalten haben. Vis jetzt sind zehn Offiziere bekannt, die an der Sache betheiligt find. In Verbindung damit werden auch die Namen von fünf Fabrikanten und Rentiers öffentlich genannt. Bei dieser Gelegenheit dürfte es Interesse haben, aus dem Leben innerhalb des Reitinstituts einige Notizen zu machen. In der Regel sind mehr als hundert Offiziere, die sich aus den verschiedensten Regimentern der Cavallerie und Artillerie reknttiren — regelmäßig sind auch einige Jnfanterieoffiziere commandirt — zum Besuch des Cursus auf der Reitschule anwesend. Die jüngeren der Herren sind verpflichtet, ihr Mittagsmahl im Casino in der Reitschule einzunehmen, wofür sie täglich 1.50 Mk. zu zahlen haben. An dieser Mittagstafel nehmen etwa 80 Herren Theil. An einem bestimmten Wochentage nimmt aber die Mehrzahl der Herren, trotzdem sie dann das Couvert auch im Casino zu bezahlen haben, das Mittagsmahl, welches in der Regel um 5 Uhr Nachmittags stattfindet, in einem großen Hotel- Restaurant ein, und daran schließt sich dann ein mehr oder minder gemüthliches „jeu", an welchem auch einige andere intime Bekannte thellzunehmen pflegen. Es gibt außerdem noch vier bis fünf sogenannte „bessere" Restaurant» oder Weinstuben, wo sich die Gesellschaft an anderen Tagen zu- fammenfindet. Das kürzlich für das Offiziercorps erfolgte Verbot des Besuchs eines äußerlich sehr vornehmen Wirth- schaftsetablissements in Hannover wird auch mit dieser Sache in Zusammenhang gebracht. Aber auch Privatwohnungen find zum Arrangement eines Jeu" benutzt worden. * Sine Unglückliche. Aus Wien berichteten kürzlich dortige Blätter: „Die Bonne Hermine Drescher, eine junge Wienerin von auffallend schöner Erscheinung, hatte hier ihren Posten verloren. Da bekam sie einen Antrag für ein vornehmes Budapester Haus. Im November vorigen Jahres reiste sie nach Budapest. Auf dem Bahnhofe wurde sie von einer sehr elegant gekleideten Dame empfangen, welche das Mädchen für seine Gebieterin hielt. In einem Fiaker fuhren Beide nach einer stillen Gasse Budapests und in einem glänzenden Salon hieß die Herrin, deren Name Madame Rosa Benkö auf einem feinen Schilde an der Thür glänzte, die nrue Hausgenossin willkommen. Die Umgebung gefiel dem Mädchen gleich vom Anfang nicht. Es fassd feine traurigen Ahnungen bald bestätigt. Minna Drescher v.r- langte, als sie über die Natur ihre» Engagements im Klaren war, aus dem Freudenhause entlassen zu werden. Man verweigerte ihr die» und ließ ihr nur die Alternative, im Hause zu bleiben ober ein „Engagement" nach Konstantinopel anzunehmen. Al» eine Gefangene behandelt, fand da» Mädchen erst Mitte December Gelegenheit, sich einem Gaste des Salons, einem jungen Magnaten, anzuvertrauen und um ihre Befreiung zu bitten. Er versprach ihr dies und da er die Intervention der Behörde nicht anrufen wollte, griff er zu dem Mittel der Entführung. Am 14. December in einer mondhellen Nacht hielt vor dem Haufe fein Wagen und der Graf ließ einen lauten Pfiff hören. Minna Drescher öffnete darauf behutsam ein Fenster im ersten Stock und sprang von da in der leichten Kleidung, die sie eben trug, auf die Straße. Da» Paar fuhr davon und die Equipage hielt erst vor dem Schlosse de» Grafen. Hier verblieb die ehemalige Bonne kurze Zeit und kehrte dann nach Wien zurück. Nach wenigen Tagen chres Aufenchaltes wurde das unglückliche Mädchen wegen Verbrechens de» Diebstahl» verhaftet und unter Polizei- bedeckung dem Wiener Gerichte eingeliefert. Rosa Benkö hatte nämlich nach der Entdeckung der Flucht gegen das Mädchen die behördliche Anzeige erstattet, daß es mit ihm nicht gehörigen Kleidern, die Eigenthum des Hause» gewesen seien, entflohen sei. ES wurde ein Steckbrief gegen Minna Drescher erlassen, der zu ihrer Festnahme in Wien führte. Vor einem E.kenntnißsenate de» Wiener Landgerichts hatte sie sich nun wegen dieses Diebstahls zu üerantroorten. Sie war des Thatsächlichen geständig und ihr Bertheidiger bat unter Geltendmachung ihrer Zwangslage um die weitestgehende Milde de» Gerichtshofes. Derselbe schloß sich den Erwägungen der Vertheidigung an und verurthellte die Angeklagte zu einem Monat einfachen Kerker». — Man dürfte im nächsten Jahrhundert über die Gesetzgebung unseres Zeitalter» gar häufig den Kops schütteln. • Kommt da vor einiger Zeit in Schönefeld bet Greiz eine Zigeunerin zu einem dorttgen Bäuerlein, um nach Zigeunergewohnheit zu betteln. Bei dieser Gelegenheit erkundigt sie sich auch nach dem Viehstand de» Bauern. Er erzählt, daß er eine tragende Kuh hat, muß aber von bet Zigeunerin zu seinem Schrecken hö-en, baß et selbige binnen Kurzem verlieren muß. Nachdem sich die Zigeuner n darüber versichert hat, daß der Bauer über Baargeld verfügt, beruhigt sie ihn mit der Versicherung, daß sie recht wohl Im Stande sei — natürlich gegen eine Belohnung von 20 Mk. — die ; drohende Gefahr abzuwenden. Sie müsse aber die Summe Gelbe» nur auf ein paar Minuten in seiner Gegenwart in der Hand behalten. Der also getröstete Bauer geht auf den Bode« und holt 800 Mk. in glänzenden Doppelkronen, welche er der Zigeunerin in die Hand gibt und nach einer Minute auch wieder erhält, jedoch mit der strengen Weisung, vor Ablauf von acht Tagen ja nicht nach dem (Selbe zu sehen, sonst sei ihre Kunst vergeblich. Die Zigeunerin geht vergnügt fort, ' und der Bauer wartet geduldig. Zuletzt wirdS ihm doch zu i lang und bang, und al» er fe»n Geld nachzahlt, muß er den i Verlust einer weiteren Doppelkrone beklagen. Die Betrügerin ist zwar eingesteckt und zu mehrmonatlicher Haft verurtheilt worden, aber die Dummen werden nicht alle. • Wenn bet Zar reist, so werden alle Eisenbahnen, die der Hofzug pa,streu soll, vier Tage vorher auf beiden Seiten in einer Entfernung von je 200 Meilen mit Schildwachen besetzt, die den Bahnkörper zu bewachen haben. Ihr Dienst ist jedoch nicht besonder» schwer. Sech» Stunden vor der Reise kommt die „zweite Besetzung", die mit geschulterte« Gewehr auf und ab marschirt und bie Augen überall haben muß. Eine Stunde vor Erscheinen de» Zuge» tritt endlich da» „dritte Commando" in Kraft, da», den Rücken gegen den Eisenbahndamm gekehrt, darüber zu wachen hat, daß sich Niemand auf 100 Meter dem Bahnkörper nähert. Hört irgend ein vorwitziger nicht auf den Anruf, so wird er unweigerlich niedergeschossen. Noch zehn Minuten nach Pasfiren de» Zuge» verharrt da» Commando in seiner Stellung. Zu diesem Ehrendienst im dritten Commando wird nur die Garde auSersehen. * Som Longo kommt bie gräßliche Nachricht, daß bet 23jährige Brüsseler Gerard Neuhau», welcher feit 1897 im Dienst der HanbelSgrsellschast für ben oberen Congo steht, in Lukolela, zwei Tagereisen von der Grenze von französisch Congo, von borttgen Kannibalen gefressen wurde. Man fand von dem Unglücklichen nur noch den Kopf, den die Bewohnet jene» DiftrictS, wie Forschung»reisende betichtm, allein von ihrem Opfer übrig gelassen hatten. Die Handel»gesellschaft, bei der der Unglückliche bedienstet war, erhielt ebenfalls die Nachricht vom Tode de« Neuhaus, doch ohne Zusatz, welche» entsetzliche Schicksal denselben ereilt hatte. ♦ Neuer Titel. Vorfitzender: „Angeklagter, wa» sind Sie?" — Angeklagter: „Schützling de» Vereins für entlassene Sträflinge!" Königsberg, 9. März. Professor Schneider, ein bekannter Chirurg, ist gestorben. — Die Würzburger Universitäts-Bibliothek. Nachdem die Universität in Würzburg ihren prächtigen Neubau bezogen, kann sich die Universitäts-Bibliothek in dem alten Gebäude au»- oehnen. Mit ihren 300000 Bänden ist sie nach der Münchener Hof- und Staats-Bibliothek die größte Bücher-Sammlung in Bayern. Die Bücher sind im Südflügel des alten UaioerfitätS-Gebäude», dem fogeninnten LorgiaSbau, untergebracht, während der ganze Ostflügel für Ausleihe- und Lesezimmer, sowie für die Verwaltung eingerichtet tft. Da ihr jetzt genügend Raum zur Verfügung steht, hat sich die Verwaltung entschlossen, die Sehenswürdigkeiten der Bibliothek, die bisher in Klsten verpackt stehen mußten, ie einer permanenten Ausstellung, bie an 1. April eröffnet werden soll, allgemein zugänglich zu machen. Es befiaden sich in der Sammlung, neben 1 historisch werthvollen Büchern, wie dem Gebeibuche Maria Stuart», künstlerisch hervorragende Stücke, besonder» alle Jncunabeln. Unschätzbar find aber einige Evangelien-Handschriften au» dem 6. Jahr- hundett, in kostbaren Einbänden von Gold und Edelsteinen. Lei der vor zwei Jahren hier statigehabtm Versammlung der Alter- thumvtorscher bildeten sie daS Entzücken der Kenner, die die Samm- । lungen in beschränkter Zahl besichtigen konnten. Lan-wirthschaftliches. — Schaden ober Nutze« der KaL-aar. In den ,Mit- Ujetlunflen" der Deutschen LandwirtdichaftS-Gesellschaft, Stück 1 uni 2 1898 ist etn Bericht veröffentlicht über Untersuch- ungen der Schädlichkeit oder Nützlichkeit der Krähen für die Land- wirthschaft, die Herr Prof. vr. Röri» in Königsberg i. Pr. au»* geführt hat. Es wurde von ihm an8 dem Studium de» Mageninhalts von 1080 Krähen aus verschiedenen Theilen Deutschland» (13./11. 96 bis 12./11. 97) bislang daS Ergebniß gezogen, daß die Saatkrähe (corrus fragilogus) ben landwirthschaftlichen Saaten am wenigsten verderblich sei, daß bie Nebelkrähe (corrte cornix) und die nach Lebensweise und Nahrung ganz ähnliche Rabenkrähe (corvus corone) allerding» wohl zeitweise und in gewisser Hinsicht schädigend wirkt, daß aber eine möglichst eingehende Würdigung und Gelddewerthung von Schaden und Nutzen alle Krähen al» vorwiegend nützlich erweisen würde, und daß deshalb manche Zer- ftörun^Smaßregeln abzustellen, dagegen manche Schutzeinrichtungen j für die Feldfrüchte usw. gegen die Angriffe der Krähen zu treffen | feien; in dieser Hinsicht werden entsprechende Vorschläge gemacht. Indessen hält Prof. Röria die Untersuchungen noch nicht für entscheidend, sondern will dieselben noch 2 bis 3 Jahre — unter Geldbeihilfe der Deutschen LandwirthschaftS-Gesellfchaftf — fortsetzen; er ist deshalb dankbar für jede Zusendung von frisch erlegten Krähen au» allen Theilen Deutschlands; zu richten an das Landw. phyfiolog. Laboratorium in Königsberg L Pr, Tragheünerkitchenstr. 73. Nochmals verbessert. Durch Zusatz von wirkungsvollen Jngrettenzien, wie sie un» von ersten medicinrschen Autoritäten neuerdtnatz an die Hand gegeben worden sind, ist die Doerings Seife mit der Eule, bekannt unter der Devise: „Die beste 4er Welt“, «dermal» verbessert und durch diese Verbesserung in ihre» Einflüsse auf die Erhaltung bet Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, so baß sich keine Seife zur Toilette mehr eignen dürfte alS die in ihrer Art unübertreffliche Doerings Seife mit der Eule. Wir ersuchen alle Damen, Mütter, wie Jedermann, dem die Pflege der Haut ernst ist, um erneute Versuche. Der Preis ist nicht erhöht worden, für 46 Pfg. Überall erhältlich. XVtrtetye, Ca*6. mtö P»ir»u>irtbfd?afi. 9. März. Frachtmarkt. Röchet Web« X 17,71, weißer Weizen X 00.00, Kor» X 11.65, «erste X 10.84. Hafer X 7.45. «aSstaitt, Slckr bei ^rSvstreilber, 1 1 gdrdber Ift' Äj LrHauSbml jdt HnrilMköch M-irdermil injWttwit 3n Gemäß Kbniing oom 30. jtoi auf AW $. November 18 idjMiaung Großh ft. M I- 2852 Die entlar Angßrahk (Alice darf nur auf ihr Knabe und der G imden. Die nächste Sttafcen dürfen werben - vom bebaut werden m der vor zu die Sm ge! der Leihg 3« Ausführ »«dai weiterhin i der vorde zur die Step' die Ctra d'e Ebels der Leihg Desgleichen 'öffnet wei öle Siem। zum Ar krnst-f Liebigs L Aus, die Ouerft: die Wilhel fc allen übr Straßen b gfc - Qu 6. Jul i^jMeren Gemeinde! Baublo des n Baublo straf ” Baublo • ^veii ’ $aubl0' Ebel * “aublo , „ i®lfi * Baublo Cchi e der «t Sst 8|'6.n, Hauen,. Qm . SE bon d» ' W binntn Ä aWe ®"B“1 in ’ mt auf tB »iHt WuMe bot U. 'iMHen, fonft "Mit fön, i° i11' eii n bin v°st vmnWt ^isnbahklrv, dir uf belbm Seiten ist Echildwachen tn« Ihr Ditvst Dtunbtn vor bet 'st l'Mertea tn übtiaÜ. haben Bei tritt eublich Rücken gegen den :n hat, daß fich r nähert. M so lvtrb et un» len nach Pasflren er Stellung. Zn rd nur die Garbe chricht, baß btt velcher seit 1897 •er» Congo steht, e von franzöfisch rbe. Man sand en bit Vewohntt ht«, allein von MbtUgtiiWt, itlt rbensalli bie ie Zusatz, toeliti Haßtet, was stnb S'.rriuS für tut« Uhu btt, dn Manntet Illibd. MW M WP-Un” allen ©tbäubt aai- iaA bei MLmtt mmluog hi Layrrn. atoeTfttlii-®ebW hrmb bet M vst-, bieB«B«S Bttsüguvg W dtakritw btt Btblto. I® i. ehltt pemv “«w *± idn M ui ^5, ta F"- w ffl, Mt Stilb-' rib® ’ । qtr duV 1 Srä(iS^ corro* |8««f Stile und °>Libis- tö^Äben »li je W" tu treffe? bet ' mail i ilt für ®*’ s - 'S AKli^ für * ,es8^r^i S>«e Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteuftrahe 2. Wöfltbot b«t MrMitnebme« t 1 Küfer, 2 Maschinenschlosser, 1 Schuh- Macher, 1 Schneider, 1 Aushilfskellner, 2 Portier 1 Aufseher, 1 Fahrbursche, 1 Kistenmocher, 1 Lauffrau, 1 Gartenarbeiter, 2 Schlofferlehrlinge, 2 Bureauge- tzülfen, 1 Schreibgehülfe. »aetvaet de» «rbeitgeberr 1 tücht. Conditor, 1 Drechsler, 3 tücht. verheir. Glaser bei hohem Lohne für dauernde Arbeit, 2 Weihbinder, 1 Lackirer oder Anstreicher, 1 Bauschloffer, 2 Schmiede, 2 Schuhmacher, 1 Rockschnetder, 1 Schneider fftr Kleinstücke, 1 dto für große Stücke, 3 Bauschreiner, 1 tücht. HauS- bursche, 2HauSbu,schen im Alter von 15 Jahren, 1 Putzfrau, 1 Waschfrau, 3 per- fecte Herrschaftsköchtnnen bei hohem Lohne, 12 Dienstmädchen für Küche und HauS- «beit, 1 Kindermädchen, 1 Flickerin. Ortsstatut, de« St«dttrwkitkr»ngspla» für de» ILdostev dn Stadt Gieße» bete. In Gemäßheit der Artikel 10, 17 und 20 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 ist zu dem südöstlichen Stadterweiterungsplan auf Beschluß der Staotverordneten-Versammlung vom 25. März und 16. November 1897 , nach Anhörung des Kreisausschuffes und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 4. Februar 1898 zu Nr. M I. 28522 nachstehendes Ortsstatut errichtet worden. § 1. Die entlang der Oberhessischen- Bahnlinie nach Fulda geplante Ringstraße (Alice-Ring) von der Ludwigstraße bis zum Platz „Am Stern" darf nur auf ihrer Nordsette, der zwischen jener Ringstraße, der Bleichstraße und der Stephanstraße sich ergebende Platz überhaupt nicht bebaut werden. Die nachstehenden, zunächst die Grenzen des Bebauungsplans bildenden Straßen dürfen — insoweit dieselben überhaupt zum Bebauen eröffnet werden — vorerst nur auf der gegen die innere Stadt gerichteten Seite bebaut werden und zwar: der vordere Theil der Schiffenbergerwegs, von der Licher- bis zur Gartenstraße (N< — M1 — N be§ Plans), die Ernst-Ludwigstraße von der Gartenstraße bis zum Leih- gesternerweg und der Lethgesternerweg von der Wilhelm- biSzzur Ernst-Ludwigstraße § 2. In Ausführung des § 2 des Ortsbaustatutes vom 6. Juli 1888 «erden weiterhin und alsbald zum Bebauen eröffnet:, der vordere Theil des Schiffenbergerweges, von der Licher- bis zur Gartenstraße, die Stephanstraße, die Straße im „Riegelpfad", d>e Ebelstraße und der Leihgefternerweg von der Wilhelmstraße bis zur Actienbrauerei. § 3- Dergleichen stillen nach demnächstiger Skraßenherstellung zum Besauen eröffnet werden: die Bismarck- und die Goethestraße von der Stephanstraße bis zum Platz „am Stern",* die Ernst-Ludwigstraße von der Garten- bis zur Liebigstraße, die Liebigstraße von der Ebel- bis zur Ernst-Ludwigstraße, mit Ausnahme jedoch des Baublockes XIII, die Querstraße Q — Q1 zwischen Riegelpfad und Liebigstraße und die Wilhelwftraße zwischen Ludwig- und Ebelstraße. § 4. An allen übrigen, in dem südöstlichen Stadterweiterungsplan enthaltenen Straßen dürfen Gebäude, die nach diesen Straßen ihren Ausgang haben, — auch unter den Voraussetzungen des § 7 des Ortsbau- statut» vom 6. Juli 1888 — vorerst nicht errichtet werden. § 5- Zur späteren Schließung bezw. Verlegung vorgesehen sindAie nachstehenden Gemeindewege: KW in Baublock I und IV das Gäßchen nördlich vom vorderen Theil des Schiffenbergerweges, in Baublock VI das Gäßchen zwischen der Stephan- und Kepler- straße mit östlicher Abzweigung, ix Baublock VH und VIII der Stephanpfad mit nördlicher Ab- zweigung zwischen Ernst-Ludwig- und Stephanstraße, w Baublock XVIII und XII der oberste Riegelpfad von der Ebelstraße bis zur Straße im „Riegelpfad", in Baublock XV und XVI der Aulweg mit westlicher Abzweigung zwischen Ernst Ludwig-Straße und Lechgesternerweg, in Baublock XVI das Gäßchen südlich der Ebelstraße, und der Schiffenbergerweg von der Keplerstraße bie zur Abzweigung der neuen Richtung nach dem Platz „am Stern". Gießen, am 28. Februar 1898. Großherzogliche Bürgermeister« Gießen. 2349 Gnauth. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der Stadt erweiteruugsplau für den Südofteu der Stadt, unter Aufhebung der entgegenstehenden seitherigen Straßen- und Fluchtlinien für diesen Stadttheil, nunmehr festgestellt ist und daß deffen Einsichtnahme auf unserem Stadtbauamt Jedermann freisteht. Gießen, 28. Februar 1898. 2350 Großherogliche Bürgermeisterei Gießen. ___________________ Gnauth. Bekanntmachung. Die drei Längs-Gewölbe des Kellers unter der Turnhalle des Real- Hymnasiums sollen Samstag, den 12. d. Mts., Vormittags IO Uhr, im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 15, unter den im Termin bekannt gegeben werdenden Bedingungen anderweit verpachtet werden. Gießen, den 7. März 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 2516 t'elumntmnchung Lieferung vou finoknm. Das Liefern und Verlegen von ca. 600 qm Linoleum in den Erweiterungsbau für das Realgymnasium und die Realschule dahier soll Montag, 21. Mär? d. I., Vormittags 10 Uhr, öffentlich verdungen werden. Die Bedingungen für dar Liefern und Verlegen sind während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 ein zu sehen. Angebote, auf Vordruck, sowie eine Probe des Fabrikats sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 8. März 1898. Das Stadtbauamt. Schm andt. 2465 Bekanntmachung. Vom 1. Aprtl b. Js. werden a« ave« Werktage» zwischen Fronhausen und Gicßen die nachstehenden, hauptsächlich für den Arbeiterverkehr bestimmten Züge mit 3. unb 4. Kliffe wie folgt befördert: 3«g I (vom L/4. bi» 81./» ) Fronhauseo Friedelhausen Lollar Gießen Zug II (dal ganze Jahr hindurch) Gicßen ab 6^ Nachmittags Lollar „ 612 Friedelhausen „ 622 * Fronhausen „ 721 » Der bisher Montags und an den Tagen nach Festtagen beförderte Arbeiterzug I Marburg—Gießen sowie der SamStagS und an dcn Tagen vor Festtagen beförderte Arbeiterzug H Gießen—Marburg fällt vom 1. April d. I ab fort. Deckblätter zum AuSbarig- »nd Taschen- fahrplan werden an Fahrkarten- Ausgabestellen uveutgettlich abgegeben. Cassel, den 9. März 1898. 2583 «Snigliche «iseudahudirsetiou. j^Versteigerungenj Eichen- und Uadel- Nllhhotz-Versteigerung. Dienstag de» 15. März d. I, Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen im Gemeindewald Waldgirmes, DistrictenKlöppelstrauch, Dickeiche, Eisengrube und Totalität, nachstehende Holzsortimente öffentlich versteigert werden. 30 Stück schöne Eichenstämme mit 51 fm, 2 „ Buchenstämme mit 2,3 i km, 23 „ Fichtenstämme mit 23,12km, 32 rm Eichen Nutzholz L - „ 53 , N-dil- „ ’ 22 „ Erlen. „ 12 mir. Sänge, 85 Stück Eichenstangen j von 1. bis 45 „ Nadelftangen j 3 Klasse, 32 rm Nadel Reiser, zu Spalier geeignet. Zusammenkunft in der Markwiese bei dem Häuschen. Waldgirmes, den 9. März 1898. Der Bürgermeister. Bernhardt. 2497 ab 522 Vormittags „ 522 „ 522 , 512 Holzversteigerung Mrftl. Oberförstern Hohensolms 1. Donnerstag den 17. März Vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft District Hollerberg. Buchen rm: 47 Scheite, 13 Prügel, 16 Stöcke, Wellen: 750 (Astw.), 1500 erste Durchforstung. Eichen: 850 Wellen erste Durchforstung. — Fortsetzung Nachmittags 2 Uhr District Schert er- toalb Zusammenkunft: Straße am Scheuerwald bei Hohensolms. Buchen: 66 rm Scheit, 24 rm Knüppel, 31 rm Stöcke, 1400 Astwellen, 1500 Durchforstungswellen (zweite). Eichen: 8 rm Scheite, 19 rm Knüppel, 20 rm Stöcke, 1200 Wellen. 2. Freitag den 18. März. District Pfiffes»ink. Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr an der „Blas- bacher Ochsenwiese". Buchen: 33 rm Scheite, 40 rm Prügel, 18 rm Stöcke, 440 Astwellen, 5800 zweite Durchforstung, 1800 dritte Durchforstung. (Achen: 23 rm Scheite, 1 rm Prügel, 64 rm Stöcke, 900 Wellen. 2522 3. Montag den 21. März. Zusammenkunft Vormittag» 10 Uhr am Altenberg an der Wetzlar— Hohensolmser Straße. District Alteuberg. 2000 Eichen-Durchforst- ungSwellen. District Bleidenberg. Kiefern: 5 rm Prügel, 9 rm Stöcke, 770 Wellen. District Grundwald. Buchen: 38 rm Scheite, 47 rm Prügel, 28 rm Stöcke, 3640 Wellen, zumeist zweite Durchforstg. 50 Eicken- wellen, 150 Fichtenwellen. District Ausevald Buchen: 22 rm Knüppel, 7 rm Stöcke, 3950 Wellen, zumeist dritte Durchforstung. Eichen: 18 rrn Scheite, 40 rm Stöcke, 800 Wellen. Hohensolms, den 9. März 1898. Fürstliche Oberförsterei. Holz-Versteigerung. Im Freiherrlich von Rabenau'schen Revier Friedelhausen sollen Freitag den 18. d. Mts. in den Districten Burgwald und Hainbuch versteigert werden: 55 Eichenstämme mit 5,42 cbm und 12 Birkcnstämme mit 1,22 cbm (zu Wagnerholz geeignet), 1 Lindenstamm mit 0,32 cbm, 350 Fichten- Derbstangen und 850 Fichten-Reis- Rangen, zu Bohnenstangen geeignet, sowie 70 rm Buchen-, Eichen- und Kiefern - Scheit und Knüppel, 4200 Eichen- und Nadelholz-Wellen und 20 rm Eichen-Stöcke. Die Zusammenkunft sindet Vormittags 9Vi Uhr am Ausgang der Kreisstraße Friedelhausen auf die Marburgerstraße im District Burgwald statt. Friedelhausen, am 7. März 1898. 2534____________Schneider. Gebote auf die diesjährige Loh> ernte der Gemeinden Ebersgöns 105, Groß-Rechtenbach 70, Münchholzhausen 60, Niederkleen 60, Oberkleen 300 Centner sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift hierhin bis einschließlich den 16. ds. Mts. einzureichen. Groß-Rechtenbach, 9. März 1898. 2521 Das Bürgermeister-Amt. (iinpfrhhiiirtiii Für Hustende beweisen über 1000 Zeugnisse die Vorzüglichkeit von Kaiset's §rust-Carame!ltn (wohlschmeckende Bonbons) sicher und schnell wirkend bei Husten. Heiserkeit, Katarrh u. Verschleim nag. Größte SpeciMät Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz. Per Packet 25 Pfg. Niederlagen bei A. & G. Wallenfels, Marktplatz 21, Heiur. Wallach, Chr. Wallenfels. Emser Pastillen mit Plombe, dargestellt aus den echten Salzen der König Wilhelms Felsenquellen, sind ein bewährtes Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Magenschwäche und Verdauungsstörung. 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Bemerkt wird, daß nur in dieser Versammlung Bestellunge« auf Keck'sche Bienenwohnungen und Rundkörbe entgegengenommen werden. Außerdem wird bekannt gegeben, daß die Sämereien zur Verthellung gelangen. Der Vorstand. _________Cafe Ebel. 2212) Gefacht 10-12000 Mark BflF* erste Hypothek -MU auf la. Object bei pünktlichst. Zinszuhl. pro 1. «pril. Off, u. W. 2212 bef. b- Exp 103.80 98.05 102 45 0C0.00 102 50 ProaM 41/, Oefterr. 6i!berveste 87.05 4 Ung. Gold-Rente 103 50 3 Portugiesen 2055 6 Mexiciner 97 80 4 Monopol-Griech« von 1887 4200 92 75 59.10 4 Etsenb. Rentenb. D5L 181ÄJ 4 Buderuß DbL WU» 100 00 99.80 102 60 99 80 S’/t Hambrgr.Hyp.Bk.unk.b.1905 99 75 31/, Preutz. Hyp. Ä. Bk. mck. b. 1905 99 80 3Vi Pomm. Hyp. S.Bk.unk. b. 1906 100.00 4 Frks. ßbw.6rd)J8L unk. 6.1900 101 70 •d» 16.17 Frun». «Unknotev 20.40 Oefterr. bti. £16 Americ. 8140 Gewinne Mk 256,600 2 Mark das Loos. 3n verstauten Verschiedenes Hauen,. Qm . SE bon d» ' W binntn Ä aWe ®"B“1 in ’ mt auf tB »iHt WuMe bot U. 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Wöfltbot b«t MrMitnebme« t 1 Küfer, 2 Maschinenschlosser, 1 Schuh- Macher, 1 Schneider, 1 Aushilfskellner, 2 Portier 1 Aufseher, 1 Fahrbursche, 1 Kistenmocher, 1 Lauffrau, 1 Gartenarbeiter, 2 Schlofferlehrlinge, 2 Bureauge- tzülfen, 1 Schreibgehülfe. »aetvaet de» «rbeitgeberr 1 tücht. Conditor, 1 Drechsler, 3 tücht. verheir. Glaser bei hohem Lohne für dauernde Arbeit, 2 Weihbinder, 1 Lackirer oder Anstreicher, 1 Bauschloffer, 2 Schmiede, 2 Schuhmacher, 1 Rockschnetder, 1 Schneider fftr Kleinstücke, 1 dto für große Stücke, 3 Bauschreiner, 1 tücht. HauS- bursche, 2HauSbu,schen im Alter von 15 Jahren, 1 Putzfrau, 1 Waschfrau, 3 per- fecte Herrschaftsköchtnnen bei hohem Lohne, 12 Dienstmädchen für Küche und HauS- «beit, 1 Kindermädchen, 1 Flickerin. Ortsstatut, de« St«dttrwkitkr»ngspla» für de» ILdostev dn Stadt Gieße» bete. In Gemäßheit der Artikel 10, 17 und 20 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 ist zu dem südöstlichen Stadterweiterungsplan auf Beschluß der Staotverordneten-Versammlung vom 25. März und 16. November 1897 , nach Anhörung des Kreisausschuffes und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 4. Februar 1898 zu Nr. M I. 28522 nachstehendes Ortsstatut errichtet worden. § 1. Die entlang der Oberhessischen- Bahnlinie nach Fulda geplante Ringstraße (Alice-Ring) von der Ludwigstraße bis zum Platz „Am Stern" darf nur auf ihrer Nordsette, der zwischen jener Ringstraße, der Bleichstraße und der Stephanstraße sich ergebende Platz überhaupt nicht bebaut werden. Die nachstehenden, zunächst die Grenzen des Bebauungsplans bildenden Straßen dürfen — insoweit dieselben überhaupt zum Bebauen eröffnet werden — vorerst nur auf der gegen die innere Stadt gerichteten Seite bebaut werden und zwar: der vordere Theil der Schiffenbergerwegs, von der Licher- bis zur Gartenstraße (N< — M1 — N be§ Plans), die Ernst-Ludwigstraße von der Gartenstraße bis zum Leih- gesternerweg und der Lethgesternerweg von der Wilhelm- biSzzur Ernst-Ludwigstraße § 2. In Ausführung des § 2 des Ortsbaustatutes vom 6. Juli 1888 «erden weiterhin und alsbald zum Bebauen eröffnet:, der vordere Theil des Schiffenbergerweges, von der Licher- bis zur Gartenstraße, die Stephanstraße, die Straße im „Riegelpfad", d>e Ebelstraße und der Leihgefternerweg von der Wilhelmstraße bis zur Actienbrauerei. § 3- Dergleichen stillen nach demnächstiger Skraßenherstellung zum Besauen eröffnet werden: die Bismarck- und die Goethestraße von der Stephanstraße bis zum Platz „am Stern",* die Ernst-Ludwigstraße von der Garten- bis zur Liebigstraße, die Liebigstraße von der Ebel- bis zur Ernst-Ludwigstraße, mit Ausnahme jedoch des Baublockes XIII, die Querstraße Q — Q1 zwischen Riegelpfad und Liebigstraße und die Wilhelwftraße zwischen Ludwig- und Ebelstraße. § 4. An allen übrigen, in dem südöstlichen Stadterweiterungsplan enthaltenen Straßen dürfen Gebäude, die nach diesen Straßen ihren Ausgang haben, — auch unter den Voraussetzungen des § 7 des Ortsbau- statut» vom 6. Juli 1888 — vorerst nicht errichtet werden. § 5- Zur späteren Schließung bezw. Verlegung vorgesehen sindAie nachstehenden Gemeindewege: KW in Baublock I und IV das Gäßchen nördlich vom vorderen Theil des Schiffenbergerweges, in Baublock VI das Gäßchen zwischen der Stephan- und Kepler- straße mit östlicher Abzweigung, ix Baublock VH und VIII der Stephanpfad mit nördlicher Ab- zweigung zwischen Ernst-Ludwig- und Stephanstraße, w Baublock XVIII und XII der oberste Riegelpfad von der Ebelstraße bis zur Straße im „Riegelpfad", in Baublock XV und XVI der Aulweg mit westlicher Abzweigung zwischen Ernst Ludwig-Straße und Lechgesternerweg, in Baublock XVI das Gäßchen südlich der Ebelstraße, und der Schiffenbergerweg von der Keplerstraße bie zur Abzweigung der neuen Richtung nach dem Platz „am Stern". Gießen, am 28. Februar 1898. Großherzogliche Bürgermeister« Gießen. 2349 Gnauth. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der Stadt erweiteruugsplau für den Südofteu der Stadt, unter Aufhebung der entgegenstehenden seitherigen Straßen- und Fluchtlinien für diesen Stadttheil, nunmehr festgestellt ist und daß deffen Einsichtnahme auf unserem Stadtbauamt Jedermann freisteht. Gießen, 28. Februar 1898. 2350 Großherogliche Bürgermeisterei Gießen. ___________________ Gnauth. Bekanntmachung. Die drei Längs-Gewölbe des Kellers unter der Turnhalle des Real- Hymnasiums sollen Samstag, den 12. d. Mts., Vormittags IO Uhr, im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 15, unter den im Termin bekannt gegeben werdenden Bedingungen anderweit verpachtet werden. Gießen, den 7. März 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 2516 t'elumntmnchung Lieferung vou finoknm. Das Liefern und Verlegen von ca. 600 qm Linoleum in den Erweiterungsbau für das Realgymnasium und die Realschule dahier soll Montag, 21. Mär? d. I., Vormittags 10 Uhr, öffentlich verdungen werden. Die Bedingungen für dar Liefern und Verlegen sind während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 ein zu sehen. Angebote, auf Vordruck, sowie eine Probe des Fabrikats sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 8. März 1898. Das Stadtbauamt. Schm andt. 2465 Bekanntmachung. Vom 1. Aprtl b. Js. werden a« ave« Werktage» zwischen Fronhausen und Gicßen die nachstehenden, hauptsächlich für den Arbeiterverkehr bestimmten Züge mit 3. unb 4. Kliffe wie folgt befördert: 3«g I (vom L/4. bi» 81./» ) Fronhauseo Friedelhausen Lollar Gießen Zug II (dal ganze Jahr hindurch) Gicßen ab 6^ Nachmittags Lollar „ 612 Friedelhausen „ 622 * Fronhausen „ 721 » Der bisher Montags und an den Tagen nach Festtagen beförderte Arbeiterzug I Marburg—Gießen sowie der SamStagS und an dcn Tagen vor Festtagen beförderte Arbeiterzug H Gießen—Marburg fällt vom 1. April d. I ab fort. Deckblätter zum AuSbarig- »nd Taschen- fahrplan werden an Fahrkarten- Ausgabestellen uveutgettlich abgegeben. Cassel, den 9. März 1898. 2583 «Snigliche «iseudahudirsetiou. j^Versteigerungenj Eichen- und Uadel- Nllhhotz-Versteigerung. Dienstag de» 15. März d. I, Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen im Gemeindewald Waldgirmes, DistrictenKlöppelstrauch, Dickeiche, Eisengrube und Totalität, nachstehende Holzsortimente öffentlich versteigert werden. 30 Stück schöne Eichenstämme mit 51 fm, 2 „ Buchenstämme mit 2,3 i km, 23 „ Fichtenstämme mit 23,12km, 32 rm Eichen Nutzholz L - „ 53 , N-dil- „ ’ 22 „ Erlen. „ 12 mir. Sänge, 85 Stück Eichenstangen j von 1. bis 45 „ Nadelftangen j 3 Klasse, 32 rm Nadel Reiser, zu Spalier geeignet. Zusammenkunft in der Markwiese bei dem Häuschen. Waldgirmes, den 9. März 1898. Der Bürgermeister. Bernhardt. 2497 ab 522 Vormittags „ 522 „ 522 , 512 Holzversteigerung Mrftl. Oberförstern Hohensolms 1. Donnerstag den 17. März Vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft District Hollerberg. Buchen rm: 47 Scheite, 13 Prügel, 16 Stöcke, Wellen: 750 (Astw.), 1500 erste Durchforstung. Eichen: 850 Wellen erste Durchforstung. — Fortsetzung Nachmittags 2 Uhr District Schert er- toalb Zusammenkunft: Straße am Scheuerwald bei Hohensolms. Buchen: 66 rm Scheit, 24 rm Knüppel, 31 rm Stöcke, 1400 Astwellen, 1500 Durchforstungswellen (zweite). Eichen: 8 rm Scheite, 19 rm Knüppel, 20 rm Stöcke, 1200 Wellen. 2. Freitag den 18. März. District Pfiffes»ink. Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr an der „Blas- bacher Ochsenwiese". Buchen: 33 rm Scheite, 40 rm Prügel, 18 rm Stöcke, 440 Astwellen, 5800 zweite Durchforstung, 1800 dritte Durchforstung. (Achen: 23 rm Scheite, 1 rm Prügel, 64 rm Stöcke, 900 Wellen. 2522 3. Montag den 21. März. Zusammenkunft Vormittag» 10 Uhr am Altenberg an der Wetzlar— Hohensolmser Straße. District Alteuberg. 2000 Eichen-Durchforst- ungSwellen. District Bleidenberg. Kiefern: 5 rm Prügel, 9 rm Stöcke, 770 Wellen. District Grundwald. Buchen: 38 rm Scheite, 47 rm Prügel, 28 rm Stöcke, 3640 Wellen, zumeist zweite Durchforstg. 50 Eicken- wellen, 150 Fichtenwellen. District Ausevald Buchen: 22 rm Knüppel, 7 rm Stöcke, 3950 Wellen, zumeist dritte Durchforstung. Eichen: 18 rrn Scheite, 40 rm Stöcke, 800 Wellen. Hohensolms, den 9. März 1898. Fürstliche Oberförsterei. Holz-Versteigerung. Im Freiherrlich von Rabenau'schen Revier Friedelhausen sollen Freitag den 18. d. Mts. in den Districten Burgwald und Hainbuch versteigert werden: 55 Eichenstämme mit 5,42 cbm und 12 Birkcnstämme mit 1,22 cbm (zu Wagnerholz geeignet), 1 Lindenstamm mit 0,32 cbm, 350 Fichten- Derbstangen und 850 Fichten-Reis- Rangen, zu Bohnenstangen geeignet, sowie 70 rm Buchen-, Eichen- und Kiefern - Scheit und Knüppel, 4200 Eichen- und Nadelholz-Wellen und 20 rm Eichen-Stöcke. Die Zusammenkunft sindet Vormittags 9Vi Uhr am Ausgang der Kreisstraße Friedelhausen auf die Marburgerstraße im District Burgwald statt. Friedelhausen, am 7. März 1898. 2534____________Schneider. Gebote auf die diesjährige Loh> ernte der Gemeinden Ebersgöns 105, Groß-Rechtenbach 70, Münchholzhausen 60, Niederkleen 60, Oberkleen 300 Centner sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift hierhin bis einschließlich den 16. ds. Mts. einzureichen. Groß-Rechtenbach, 9. März 1898. 2521 Das Bürgermeister-Amt. (iinpfrhhiiirtiii Für Hustende beweisen über 1000 Zeugnisse die Vorzüglichkeit von Kaiset's §rust-Carame!ltn (wohlschmeckende Bonbons) sicher und schnell wirkend bei Husten. Heiserkeit, Katarrh u. Verschleim nag. Größte SpeciMät Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz. Per Packet 25 Pfg. Niederlagen bei A. & G. Wallenfels, Marktplatz 21, Heiur. Wallach, Chr. Wallenfels. Emser Pastillen mit Plombe, dargestellt aus den echten Salzen der König Wilhelms Felsenquellen, sind ein bewährtes Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Magenschwäche und Verdauungsstörung. 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