eft Men, *tn inui* t, ShNHrMn, 12262 laUtkr- Schwester Ostanlage 39, löl Guntrum lern ’M ll'/, Uhr |«M tn Verwandten, freunden und Theilnahme anzeiste». n, den 10. December 1898. luernden Hinterbliebenen: um uebst Kindern. den 12. December, WmttrgS 34, aus statt. irrer W- Men die tttW WW. 1U Mti Tchme-nMM 12236 ,krelmsi«lims if Abevds Vrb W । zlocal. z KeburtStag. rtheim iden sanft entschlafen rst. nden Hiuterbliebeoelr. anibet 1898. 12249 :0 Nachmittag 1 Uhr fott. jafteft- । ^eeewber: * joncen Eitra- ninH I i. g*er läür.ll6l*A DCiture 8. , D iÄäSf’**' l. W§„ K,i>.» „a so fjt t; Gießen/ > ? Rr. 29t Zweites Blatt Sonntag bcn 11. Dccembcr I8r»8 U|fi* * ■ni S»4nayv»t k< v' Mitagi Dir Wf^rnfr »•■UUelCltter »er»en dem Änjnga »»chenllich eiitmat bfiykflt. Gießener Anzeiger prj*«e,TrU vitr'.i .[äbrlidt 2 IHait 90 P'g. monatlich 75 PlA mit vringerlodn. vri Poftdezutz 2 Mark 50 PI». »iertrljührlich le»e|m< ten Anzeiqen zu »er Nachmuiog» für den UfoUrn Ztf rrfdxinfnbru ijummer tu Borm. 10 Uhr. General-Anzeiger lif d>nj,iaen.Prrm,ttl'ma0fttlIen »Hl In« und Ausland«» i'boifn An,eiqen tut den OtfärntT Anzeiaer fnifffee. 2lnrts- und Anzergeblntt für den ICreis Gieszen. RedncNon, ErpedtNon und Druckerei: Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: <Än)it. Aber die Anschauungen sind ja sehr verschieden, und so laben denn einzelne Kreise die Frage aufgeworfen, ob btnn ler Dreibund auch wirklich so fest gegründet sei, daß er alle Kührnisse Überstehen könne. Man hat sich zu diesem Zweifel lerechtigt gefühlt auch angesichts der Haltung des öfter- icidifcben Ministerpräsidenten Giafen Thun und angesichts les Adschluffes der sranzösiich-italiewfchm Hmdelsconvention. Wir wiffen aber aus zuverlässiger Q elle, baß beide Angelegenheiten den Bestand de» Dreibunds in keiner Weise bedrohen, ■nb allen Zweiflern sei gesagt, daß der große mitteleuropä- ische Staatenbund, welcher nun schon beinahe 15 Jabre die Wacht hält für Erhaltung des Friedens, auf erzenem Grunde steht und selbst Hochfluthen zu widerstehen im Stande ist. Nicht nur die drei Herrscher find überzeugt von der bringenbin Nothwendigk.it ihrer Vereinigung, auch die Regierungen Haden den Segen erkannt, den der Dreibund für die Völker bedeutet. Ruhig, aber um so wirkungsvoller hat dieser fern Ziel verfolgt, und wir dürfen uns getrost der Zuoerficht hingeben, daß sein Fortbestand gesichert ist, auch ohne daß von den zunächst Betheiligten Immer wieder auf ihn besonder» hingewiesen wird. (xx) • Der beleidigende Gedankenstrich, flal Wien wird berichtet: Der Kaufmann Anton Nowalsctek hatte seinem früheren M erher ®mil Walenia eine off ne Ratte geichrieben wir der Aufforderung, dieser Irfle eine zerdrockenc Fensterscheibe machen loffen, da die W-li tonst annehme" könne, et sei ein —. Durch den Gedankenstrich fühlte sich her Empfänger der Ratte in seiner Ehre verletzt, weßhald er gegen Herrn Nowaischik eine Ehrendeleidigun-sklage anflrmzte. Bei der vor dem Bezirksgerichte Josrptstadt staüg-hab en Berhaatlvng erklärte dir Angeklagte, daß er durch ten Grdauk nst ich ke ne Beleidigung begangen habe. Der Richtet sprach den Angeklagten frei mit der Begründung, daß die Bezeichnung mit ein-m Gedankenstrich wohl vermuthen taffe, daß man den Bemfftnbrn verächtlich wachen wollte, 'S sei aber andererseits auch die Auslegung trörid), daß man an Jemandem eine zulässige Rutil ütnn wollte. • Auf der Weihnacht« Insel. Mitten iw Jüdischen Dcean, etwa 400 Kilometer füoud) von der Jnsei Java, liegt ein einsames Stand, bat die Engländer die Weihnacht»- Insel (Christinaa-Island) benennen. Ungefähr vor einem Jahre wurde unter Führung von 6. W. Andrew» eine wiffcuschasiliche Expedition zur Eiforschung dieses (Silanöel entsendet^ diese ist j-tzt nach London znrückgekehrt und hat einen Bericht über ihre Ergebnisse erstattet. Der Boden ist vulkanischer Herkunft, die Insel au8 einem Korallenriff entstanden, welches in Folge eines Erdbebens in die Höhe gehoben worden ist. Da» Innere ist fo dicht bewaldet, daß die wenigen Bewohner der Intel noch niemals Über einen Kilometer weit vorgedrungen sind. BemerkenSwerth ist hier die Anpassungsfähigkeit der Thtere. Eine große Zahl von Landkrabben und Ratten nistete sich bald auf bet Insel ein; da fie auf dem Boden keine Nahrung stoben, suchen fie diese auf Bäumen. Die ForschungSteisendin erzählen, daß fie selbst auf den höchsten Bäumen, wo fie die Nacht Über ver we'lt'n, vor Hatten nicht sicher waten. Dte Julei ist 23 R lomrter fang nab 13 Ri omtter breit. • littet, bet feine Zeit r ersieht. Aa» Pari» wirb der ,6trnbbnrfleT Pole- oeschrteben: ,Une jeune hommo, qui comprend son temps", nennt ein hirfiger W'tzb^ld cen Hilden emer jedenfalls ertunbenen Geschichte, die et unS tm Wtz theil eines lageblaite» auftischt. Der „junge Mann, der seine Z'it richtig verstanden bat*, ist soeben zum dritten Mal durchs Examen gefallen und erhält darob von seinem mehr verzweifelten als strengen Herrn Popa eine derbe Sitten- preßet. „W^S denkst Du Dir denn eigentlich, alter Faulpelz?* haucht ihn bet erzürnte Vater an, „bist schon dreiundzwanzig Jahre alt und bringst eS zu Ncht»! Ich bin nicht reich, und wenn Du Nicht» gelernt hast und kein Diplom aufweisen kannst, findest Du keine Anstellung.* ,Pah*, meint der hrffaungsvolle Sohn, »wird schon gehen, Papa, ein praktischer Meirich kommt auch ohne Diplom durch die Welt.* — „ftooooP Und womit gedenkst Du daS zu versuchens Etwa Kaufmann? Hab' Dir keinen Groschen Anlagekapital zu geben, das weißt Dul* — „Will ich auch gar nicht- ist mir viel zu langweilig, e Hg Rechnungen herauSzn'chreibeu und mich mit den Kunden hfuwzuzanken!* — „Nun, was sonst? Zum Künstler hast Du auch keine Anlage und zum Beamten fehlen Dir die bestandenen Examina l Also? . . .* — „Ach, P-pa, was bist Du doch in der Zeit zurück« geblieben I* entgegnete der junge Mann mit überlegenem Lächeln, „Du denkst noch immer, eS komme auf Keuutn sie, Examina, D p ome und all den veralteten Kram an. DaS thut» freilich nicht. Nein, ich habe längst meinen Entschluß gefaßt!" — „Und der roäie?v — „Hm I Nicht» e nsachet al» das! Ich verkaufe dem Generalstab ein poae B'iefe von Röaig Humbert, dafür kriege ich doch mindestens 15000 Franken auf einem Brett, denn die Briefe Kaiser Wilhelms standen 27 000. Da siehst, d ß ich mich auf dem GeneralstabSconrS- zettel ganz gut auskenne! Uab wenn die .Italiener* mal ganz tief stehen sollten, dann greife ich zu ,Deutschen* und handle mit preußischen MobilmachuugSplänen", (begeistert): „We'ßt Du, Papa, die vom 15. und 16. EotpS in Elsaß- Lo hrinden werden augenbl ck ich sehr hoch notirt und . . .“ — Der Alte schlägt die Hände über dem Kops zusammen: -Jange, Du kannst e» noch mal weit bringen !* ■ Meyers Konversations - Lexikon I (&uch io Umteasch gegen iltere Werke) sowie alle andern Bücher liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an ! H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VIL jcuiUtten. Hlapoleon III. und der 10. December 1848. Bon vr. Walter Göhring. (Nachdruck verboten.) Al» Napoleon I. am 22. Juni 1815 endgültig dem französischen Karserthron entsagte, wnnte ihm das eigentliche Polt wohl keine Turäne nach. Ein Vierteljahrhundert war das atme Land nicht mehr zur Ruhe gekommen; erst hatten die Schrrcken der Revolution es in Äthern gehalten, dann raubten ihm de» ehrgeizigen Herrschers ewige Kriege Hundertlausende feiner Söhne und verschlangen unzählige Millionen des nationalen Vermögen». Man war der beßändigen Opfer, der fortgesetzten Spannung und Aufregung müde, man wollte leine Glorie mehr, sondern nur Rude, um endlich einmal viedrr den Zustand einer ftiedlichen Sicherheit genießen zu können. Hätte der wieder auf den Thron ferner Väter er- loben» Ludwig XVIII. biefe Stimmung klug zu benutzen xrRanben, fo wäre efl ihm vermuthlich gelungen, die Dpnastie )er Bourbon» neu zu begründen. Durch die von ihm be» iriebene Politik gewaltthättaer Reaction entfremdete er sich aber die Herzen, ehe er sie noch gewonnen batte. Sein Öntber und Nachfolger, Karl X., brachte die Scorpionen zur Lnwendung, statt der Peitschen feines Vorgängers, und al» -r zuletzt vor einem Staat»streich nicht zurückschreckte, durch velchen die Preßfreiheü aufgehoben und die widerrechtliche Auflösung der Kammern au»gefprochen wurde, da brach in Pari» (am 27. Juli 1830) die Revolution au», bet König nutzte fliehen, und an feine Stelle trat der sogenannte .Bürgerkönig" Ludwig Philipp von Orlean», der Sohn de» anter dem Namen „Egalitö* bekannt gewordenen Herzog» son Orleans. Bi» dahin gab e» in Frankreich noch so gut w.e Line bonapart.stifche Partei. Trotzdem hielt e» Ludwig Philipp, entgegen einer früheren Aeußerung, „seine nächste Sorge, sollte er je zur Regierung gelangen, werde die Rückberufung der kaiserlichen Familie fein“, für gerathener, die die Familie Bonaparte au» Frankreich verbannende Acte aufrecht zu erhalten. Wie wohl er daran gethan, sollte sich bald zeigen. Der einzige Sohn Napoleon» I., der kränkliche Herzog von Reichstadt, war ungefährlich, als dieser jedoch am 22. Juli 1832 starb, gingen seine Ansprüche auf den Prinzen Loui» Napoleon ; Bonaparte über, einen Sohn de» einstigen König« von Holland und der Königin Hortense und Neffen Napoleon» I. Der Prrnz, am 20. Aprü 1808 zu Pari» geboren und vom Kaiser selbst au» der Taufe gehoben, war ehrgeizig und thatendurfttg; ■ erfüllt von den Traditionen seine» Hause» und von Be wunderung für seinen großen Onkel, den er al» 7 jähriger ■ Knabe nach der Rückkehr von Aba auf dem Marsfelde zur , Seite gestanden, bereite ihn da» einzige, wenn auch anfan^» vorsichtig gleugnete Ziel, auf irgend einem Thron (am liebsten auf dem französischen) den alten Ruhm der Napoleoniden zu : erneuern. Daher wurde die Julirevolutwn von ,hm mit Jubel begrüßt, ja er bot sogar dem neuen König ferne Dienste al» cemeiner Soldat an, sand jedoch nicht nur keine Gegenliebe, sondern sah im Gegentheil die Verbannung»acte erneuert. Da brach der Aufstand in Italien au», und sofort war auch Prinz Napoleon bei der Hand, um unter den Insurgenten eine Rolle zu spielen. Da» Ende war die Flucht durch Italien und Frankreich nach England, von wo au» er bald nach der Schweiz, wo er Bürgerrecht besaß, zurückkehrte. Hier suchtm ihn zwei Ge'andte der gerade im Ausstand begriffenen Polen auf, um rhn zu veranlassen, mit ber brei- farbigen Fahne in ber Hand, an bet bärtigen Küste zu landen, wae nach ihrer Ansicht, Äeinen unberechenbar tiefen Eindruck : machen würde". Der Prinz, der entschieden einen nicht un b deutenden persönlichen Muth besaß, zeigte sich sofort zu dem Abenteuer bereit, doch machte die Nachricht vom Falle Warschau» auch dieser Gelegenheit, eine politische Rolle zu fpitlen, em Ende. Jetzt trat der ehrgeizige junge Mann al» Schriststrller auf, wohl hauptsächlich in der Absicht, seinen Namen dm Franzosen in Erinnerung zu bringen. Er ver- öffentlichte den Entwurf einer demokratischen Verfassung und vertrat die Ansicht, daß nur ein Napoleon die Wiedergeburt Frankreichs bewirken könne. So lenkte er geschickt die Aufmerksamkeit auf sich und schuf sich und dem Bonaparii»mu» in Frankreich wieder eine, wenn auch unbedeutende Partei. Durch die aufmunternben Worte einiger Unzufriedenen bestärkt, hielt er die Zeit schon damals für gekommen, feine kühnen Projlcte durch 'inen Handstreich zu verwirklichen. Während feine» Aufenthalte» in Baden Baden bahnte et geheime Beziehungen zu den Offijierm der St'aßburaer Garnison an, und da er bei ihnen Ermuthigung und Ent- gegenkommm sand, zögerte er nicht, sich am 28. October 1836 in Person nach Straßburg zu begeben, wo et vor da» Regiment trat, dessen Oberst ihm ergeben war, und diesem feine Berufung durch das Volk und das H-er in hochtrabenden ®orten o rkündlte. So sicher war er feiner Sache, daß er sich schon am folgenden Tage mit 12000 Mann und hundert Kanonen auf den Weg noch Pari» zu begeben gedachte, aber er halte die Rechnung ohne den Wrrth gemacht. Nut ein Theil ber Straßburger Garnison erklärte sich für ihn, bet anbere bewirkte feine Gefangennahme, worauf sich bie französische Regierung begnügte, ben Prinzen auf ein Schiff bringen unb in Amerika an« Land setzen zu laffen. Sie wollte feinen Märtyrer machen und handelte klug. Seine Mitverschworenm wurden vorn Geschwormengerichte freige- f'prochen. Vier Jahre später versuchte er die Durchführung seine» Plane» noch einmal, da der erste Versuch so harmlo» abgeloufen war. Nährend man in Frankreich damit umging, die Asche seines Oheims nach Paris zu überführen, landete der Prinz am Morgen des 6. August 1840 mit 50 bewaffneten Begleitern noch dem Muster feines Onkels bei Boulogne, drang in die Stadt und Kaserne und suchte die Truppen für seine Absichten zu begeistern. Das wahnsinnige Unternehmen mißlang wie das erste Mol, die Soldaten machten auf den Prätendenten Jagd, das Boot, in dem er zu entkommen versuchte, schlug um, man fischte die Fliehenden aus dem Waffer und setzte den Prinzen in Paris gefangen. Seine Aburtheilung erfolgte vor der Pair-kammer, vor welcher er behauptete, nicht als Prätendent gekommen zu sein, sondern nur in der Absicht, dem Volke durch Berufung des Nationalcongresses die Mittel zur Erklärung des allgemeinen Willens darzubteten. Er schloß seine Verteidigung mit den Worten: „Ich vertrete eine Sache, diejenige des Kaiserreichs- einen Grundsatz, denjenigen der höchsten Gewalt des Volkes; eine Niederlage, diejenige von Waterloo." Man verurtheilte ihn zu lebenslänglicher Gefangenschaft im Staatsgefängnib zu Ham. Sechs Jahre befand er sich daselbst, sich mit literarischen Arbeiten beschäftigend, dann gelang es ihm, in der Verkleidung eines einfachen Arbeiters nach England zu entkommen. Hier weilte er noch, als die Nachricht vom Ausbruch der Februar-Revolution am 22. Februar 1848 feine Hoff nungen aufs Neue ermuthigts. Die Revolution hatte Ludwig Philipps Abdankung und Flucht zur Folge, doch vrrfcherzte sich die neue Republik sehr bald durch die Schließung der Nationalwerkstätten und die dadurch hervorgerufene dreitägige Junischlacht, in welcher der Volksaufftand von der Regierung niedergeschlagen wurde, die Gunst der arbeitenden Klaffen, sodaß bei den Ersatzwahlen für die Nationalversammlung am 17. September 1848 fast ausschließlich Monarchisten gewählt wurden. Zu den Erwählten gehörte auch Prinz Napoleon, und zwar hatten ihn nicht weniger als fünf Departements als Volksvertreter auf den Schild erhoben,-ein Beweis dafür, daß die vor zehn Jchren noch kaum zu beachtende bonapar- tistifche Partei inzwifchen bedeutend gewachsen war. Kein Wunder, denn die Bourbonen standen in schlechtem Andenken, die Orleantsten hatte man erst hinausbesördert und die Republikaner hatten sich durch ihr Auftreten gegen die Volks« maffen veihaßt gemacht. Dagegen war Napoleon im Grunde eine neutrale Person, ein neuer Mann; Niemand dachte mehr an die Beschwerden, welche der Ehrgeiz seines Onkels dem Lande verursachte, und der alte Ruhm lebte wieder auf, die Napoleon Legende ergriff Besitz von den Herzen des Volkes. Seine Schriften bewiesen seine Intelligenz, seine vorhergegangenen Erhebungen seinen Muth, dabei spielte er sich als Anhänger der Republik und als social empfindender Volks- freund, überhaupt als ein Mann auf, der des Volkes Wollen als das höchste Gesetz anerkennt. Mit Recht bemerkt jedoch bereits ein Geschichtsschreiber aus dem Jahre 1840, daß Napoleon L, während er dem Prinzip der Volkssouveränetät huldigte, doch sein Gelüste nach dem kaiserlichen Thron allzu offen zur Sckau getragen habe, um nicht im Voraus ermessen zu lassen, daß ihn jeder andere Ausdruck des Volkswillens, der nicht seine Erhebung zur Folge gehabt, schwerlich be« friedigen würde. Auf was sollte er denn auch seine Ansprüche stützen, als auf den Willen des Volke»? Em Prätendent „von Gottes Gnaden" war er ja nicht, sonst würde er ver- muthlich wie die anderen Prätendenten darauf den Hauptwerth gelegt haben, und der Wille des Volkes würde ihm so gleichgültig wie möglich gewesen seni. Der Prinz war klug genug, diesmal nicht gleich mit beiden Füßen in das Abenteuer hineinzuspringen er blieb vorläufig in England, obgleich die Nationalversammlung ihm, den sie für einen ungefährlichen Schwärmer hielt, die Rück kehr gestattete. Um jeden Zweifel zu verscheuchen, daß es ihn absolut nicht nach der Last der Krone verlange, gab er sich sogar den Anschein, als wolle er auf sein Abgeordneten« Mandat verzichten. „Wenn das Volk", schrieb er an den Präsidenten der Nationalversammlung, „mir Pflichten auferlegt, werde ich sie zu erfüllen wissen, aber ich widerspreche allen Denen, welche mir ehrgeizige Absichten unterschieben sollten, da ich solche nicht hege. Mein Name ist ein Sinnbild der Ordnung, die Nationalität und des Ruhmes, und ich würde es mit dem lebhaftesten Bedauern sehen, wenn derselbe dazu dienen sollte, die Unruhe und Zerrissenheit des Vaterlandes zu erhöhen " Auf Grund der erfolgten Wiederwahlen ließ er sich doch endlich Herbri, in Paris und der Versammlung zu erscheinen, wo er bei seinem Eintreten am 26. September die Erklärung abgab: „Nach 30 Jahren der Aechtung und Verbannung finde ich endlich mein Vaterland und alle meine Bürgerrechte wieder. Die Republik hat mir dieses Glück b?reitet, sie möge darum auch den Schwur meiner Ergebenheit empfang-n." Weiter betonte er seine Absicht, mitzuaibeiten an der „Aufrechterhaltung der Ordnung, dem ersten Bedürfniß des Landes", um sich auf diese Weise die Sympathien der Landesbevölkerung zu sichern, der es um Ordnung und Sicherheit in erster Linie zu thun war. Der neue Abgeordnete zeigte sich als ein sehr schweigsames Mitglied, dafür war er im Stillen um so rhäiiger, seine Aühänger versprachen die Aufhebung des verhaßten Zehnten und vieles andere mehr. Das Resultat war das erwartete. Bei der Präsidentenwahl kamen Cavaignac, der Sieger in der Pariser Junischlacht, als republikanischer, der Graf von Chambord als bourbonistischer, der Sohn Ludwig Philipps als orleanistischer und Napoleon als bonapartiftischer Candidat in Betracht. Mit Spannung erwartrte man am 10. December 1848 den Ausfall der Wahl: dieselbe ergab die Erhebung Napoleons zum Präsidenten der Republik mit 5 434 2.-6 von 7 327 345 Stimmen. Cavaignac erhielt nur etwa l l/z Millionen, während die beidm anderen Candidaten nur einen kleinen Theil auf sich vereinigten. Damit hatte Frankreich das Uriheil der Republik ge- ; sprachen. Zwar legte der mugewählte Präsident am 20 December 1848 den Eid auf die Verfassung ab, aber Jedermann war wohl im Voraus überzeugt, daß dirser Schwur nicht werde gehalten werden. Der Staatsstreich vom 2. December 1851 bestätigte die Befürchtungen der Einsichtigen, die Kanonen der Soldaten brachten die Widerstrebenden zum Schweigen. Ein zweites Plebiszit hieß den Staatsstreich gut (mit mehr als 7 Millionen Stimmen), das dritte ergab die Abgabe von 7 800000 Stimmen für die Wiedererrichtung des Kaiserreichs. Nur 253000 Wähler stimmten mit „Nein". Das geschah am 21. November; elf Tage später, em 2. December, dem Tage von Austerlitz und der Krönung Napoleons I., wurde das Kaiserthum proklamirt: „Napoleon III., durch die Gnade Gottes und den Willen der Nation Kaiser der Franzosen." garantirt reines Weindestillat, ärztlich empfohlen, anerkannt vorzügliche Qualität, per Flasche 1.80 bis 3.50 Mk., Literflasche 1.80 und 2 Mk., empfiehlt 11065 Carl Retter, fmdrnplatz, Ecke Wallthorflraße. Hnsten + Heil (Brust-Caramellen) von E. übermann, Dresden, sind das einzig beste diätet. Gennsemittel bei Husten und Heiserkeit. 11018 Zu haben bei: Gebr. Adami, Mäusburg. llrlhiiiiitimidjiniiii'ii Submission Für die psychiatrische Klinik sollen auf dem Wege öffentlicher Submission 28 Stück Bettstellen aus Eifeurohr mit verstellbarem Kopftheil re. vergeben werden. Die für diese Lieferung gültigen allgemeinen Bedingungen (Erlaß der Großh. Ministerien vom 16. Juni 1893) und die speciellen Bedingungen liegen an den Wochentagen Nachmittags von 3 bis 5 Uhr in deyr Verwaltungsbureau offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 20. December d. I., Bormittags 11 Uhr, in dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis ersten Januar 1899. Gienen, den 1. December 1898. Großh Verwaltungs Directton der psychiatrischen Klinik. 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