10MS “®. Stadttheater, Helu les lalther ,er *n Darmstadt. ist. hilo von Trotha. Challier (Radolph« Kacbf, ErstesParquetMk iso, t 1—, Schülerkarte« ML oty iterem Bedarf): Loge Mk. 340 Parqaet Mk. 2.-. fennig. Itterung Omnlbusverbindiig w ingea. UM idet ein Lssen Mk. 11 iu 11211 iton Koch. lend entgegen genommen. <25- voa re: den. ber Sauce. ird. it pot. ei. ter.___ Jmhl rautrei and * 167 togMeseess- dsenNle •65t betutiel MM Nr. 265 Zweites Blatt Kreitag den 11. Novembek 1898 M=Nrtid U|rt* eü lusaahmk bei »•ntagl. ®ir •kartier eas Lied an die Ireude. Gür (Sedeokblatt zu Schillers Geburtstag. 10. November. von Dr. Ernst Maasbnrg. (Schluß.) Leipzig. Durch das dichte Meßgewühl drängte fich eine lnft-ge, au» zwei Herren und zwei Damen bestehende Gesellschaft. Wir erkennen in ihnen unseren Schiller, Huber und die Schwestern Minna uud Dora Stock. „Lost, Luft,* stöhnte der Dichter lachend. „Kinder, wißt Ihr nicht einen stillen Platz zum Au»ruheu — ich halt eS nicht mehr au» In dem Gewimmel!* „Da müßten wir schon tn» Affentheater gehen,* sagte Huber scherzend. „And warum nicht?* griff Schiller bin Vorschlag heiter auf. „Wenn die Damen nichts dagegen haben?* „Nein, nein I* „Daun hinein — tretet ein — laßt unS heute luftig sein," improvifirte der Poer übermüthlg. Da» fidele Quartett trat an die «affe, um die villet» zu vernehmen. «Lasten Sie mich vor, Schiller, ich führe die Kaste,* erklärte Huber, tn de« Wunsche, Schiller tn seiner mißlichen Lage unvöthige Au»gaben zu ersparen. „Schiller?* ries der Director de» Affentheater» erstaunt. „Sind Sie der Dichter der „Räuber*?* „Da» ist er,* versicherte Minna Stock lächelnd. „Dann bitte, kommen Sie nur herein," «einte der virector gutmüthig. „Sie find Künstler, wie ich — von t ue« Eollegeu nehme ich nicht».* Alle» Widerreden half nicht», der »E-Hege* mußte die Einladung anuehmru. Noch einige Stunden später, al» die Keine Gesellschaft tn einer gemüthlicheu Weinstube saß, u« fich bei eine« Glase köstlichen Rheinweins von den Strapazen der Meffe »u erholen, lachten die jungen Leute weidlich über da» kleine Intermezzo. Ein Leipziger Spießbürger, der an einem Rachbartische saß, beobachtete unausgesetzt da» fröhliche Quartett und horchte ausmerk'am aus alle ihre Reden. Plötzlich stand er auf, trat zu ihnen an den Tisch und sagte: „verzeihen Sie, ist bad wirklich ber Schiller?* „Jawohl, Dr. Schiller uuS Mannheim,* stellte Huber bereitwillig vor. Der brave Spießbürger streckt« dem Dichter hocherfreut seine Haud entgegen, in welche dieser lachend die seine legte. „Wie mich das freut,* rief er vergnügt. „Also Sie find der Schiller, der die „Räuber^ gedichtet hat. So wa», so wa» l Aber wissen Sie, Herr Schiller, ander» vorgestellt hab ich mir eigentlich den Dichter der „Räuber".* „Wir denn?* fragte Dora. „Ra, ich dachte, Sie gingen gestiefelt und gespornt, so in Ausschlagftiefeln und mit einer Hetzpeitsche,* gab der schlichte Mann treuherzig seinen innersten Gedanken Angdruck. Da» gab neuen Stoff zu« Lachen, bi» nach einiger Zett Schiller ernster wurde und er den Freunden mittheilte, daß er eigentlich de» Leipziger Lärm» Überdrüssig sei. „Sie werden im Sommer tn Gohli» wohnen, «eine Freunde, — nun, ich will »ich ebenfalls dort viederlaffen. Der Weg durch da» Rosenthal ist reizend, dort bietet fich mir Gelegenheit zu herrlichen Spaziergitagen. Morgen schon suche ich mir draußen Quartier * Er that e» und fand in der Nähe einer rauschenden Wassermühle eine feine« verlangen nach Einsamkeit und Sannnlnug zusagende Wohnung. Körner, damal» tn Dre»den wellend, kam jetzt zu Besuch, um den Freund persönlich zu begrüßen - sofort öffneten fich die schon lange für einander schlagenden Herzen, und der neue, innige Bund, welcher Beide ihr Leben hindurch vereinte, ward geschloffen. Körner war reich, unabhängig, er griff auch «U seinen äußeren Mitteln zu Schiller» Gunsten ein, der Buchhändler Göschen ward in die trauliche Gesellschaft htttttngezogen. Am 7. August führte Körner seine Minna zu« Altar. Schiller nahm an der Hochzett Theil, er strömte über von Wonne, Freundschaft und Glückseligkeit. Sein Hochzeit»« gescheut bestand in eine« Paar Urnen und einer Allegorie. „Wünschen Cann ich Euch nicht», jetzt habt Ihr ja Alle»," erklärte er mit Thränen der Freude tn den Augen. «Alle» — und auch Dich!" ries Körner ergriffen. „Und Du muht un» bleiben, Du mußt mit un» ziehen. In Loschwitz, thenrer Freund, habe ich einen stillen Weinberg mit einem schönen Hause, mit herrlicher Au»ficht auf die Elbe und die anmuthigen Berge der sächsischen Schweiz. DaS schönste, freundlichste, stillste Zimmer ist für Dich — dort vollendest Du mir Deinen „Don Earlo»*, meta Schiller!* War da» eine Hochzett voll Freude und Herrlichkeit! „Da» Leben ist doch schön!* Damal» war e», wo Schiller den ganzen Reiz de» Dasein» empfand und ohne Sorge», ohne Bitterkeit au» dem Becher be» Leben» und der Freundschaft in vollen Zügen trank. In seine« Herzen war eitel Sonnenschein. Die Seligkeit in lh« rang nach Borten, die ganze Wett sollte baren theiln«h«en, die Menschheit noch tn ferneren Zeiten den Widerhall dieser glücklichen Stimmung empfinden, den Sänger preisend, der so Herrliche» vollbracht! Freude, schöner Götterfunken, Lochter tu8 Ely n um — In se'ne« stillen Zimmer tn Gohli» saß der junge Peet and strömte die göttlichen Empfindungen seiner er« babeueu Seele tn eine gewaltige Hymne au», die wie die Offenbarung eine» Gotte» ihren Sitge»zug durch die Bdt antrat. Duldet muthig, Millionen, Duldet sür die bess're Welt! Droben über« Sternenzelt Muß ein großer Bitter wohnen! So klang da» Lied an die Freude, der erste hehre &u»brutf der neu tn de« Dichter hergestellten Harmonie, an» seinen Saiten, eine neue Periode seines Schaffen» eröffnend. Die Leier seiner Seele war nun gestimmt, bald sollten die Enten und Edlen fich entzücken an ihren Töne»! Die Bestürzung im Ely^e mar groß, zumal General Magnan, der au Stelle von Lhangaruier getreten war, ohne Äatut'Arvaud nicht witthun wollte. Ebenso lehnten die Generäle Baraguay d'HillterS und Castellane da» Portefeuille de» Srtege» ab. Der ganze Plan schien scheitern zu sollen, da auch schon Gerüchte davon in die Oeffrntlichkeit gedrungen waren, und die Republikaner anfingen, mißtrauisch zu werden. Da entschloß sich Fleury, den General de Saint Ärnaud persönlich aufzusuchen, um von ihm Aufklärung wegen seiner sonderbaren Absage zu verlangen. Der General gab diese Aufklärung dahin, daß er den Augenblick noch nicht für gekommen hielte, weil die Kammer nicht versammelt sei. Sowie letztere» der Fall, würde er bereit sein zu handeln, da» heißt, die ganze Deputirtenkammer auf einmal aufzuheben. Lasten wir nun Fleury selbst erzählen: »Der Fall lag so, daß mau da» Wort Tallrhraud» wiederholen konnte: Wo steckt die Frau? Nau wohl, ich will nicht verschweigen, daß Frau de Saint-Aruavd e» war, die mich überzeugt hat und auf ihren Rath schrieb ich an den Prinzen." E» wurde nun eine Zusammenkunft zwischen dem Prinzen und Saint-Arnaud hrrbetgeführt, die alle „Mißverständnisse" beseitigte. Am 27. October veröffentlichte der Moniteur die Ernennung Saiot-Arnaud» zum Kriegsminister. Erregte Sitzungen der Deputirtenkammer ergaben, daß die Mehrheit der letztem dem Prinzen nicht geneigt war. E» erschien also höchste Zeit zum Handeln. Am 26. November fand die entscheidende geheime Sitzung der „Verschworenen" statt. Sämmtlrche Generäle der Pariser Garnison — mau hatte vorher dafür gesorgt, daß die richtigen Leute dorthin versetzt wurden —, 21 an der Zahl, schworen hierbei in die Hand de» General» Magnan »Treue und Ergebenheit dem Prinzen au dem Tage, an welchem e» ihm belieben würde, zu handeln". Dieser Tag kam bald. Am 1. Drcember wurden die letzten entscheidenden Vorbereitungen getroffen. An der be- treffenden Sitzung nahmen nur Thrtl der Prinz, Mornh, Maupak, Molquard und Batrrt-Arnaud, al» der einzige Minister. In derselben Nacht erfolgte noch die Gefangennahme der Generäle Changarnier, Caoaignac, Lamor>ciäre, Lest-. Al» sich am Morgen de» 2. Drcember die Abgeordneten tn der Kammer versammeln wollten, fanden sie diese militärisch besetzt. Der Versuch, sich in dem Bürgermeisterei-Gebäude de» zweiten Arrondissement» zu eonstitniren, wurde durch die Truppen vereitelt, gleichzeitig wurden die Drputirten, darunter Berryer, Dufaure, Barrot, de Broglio und Andere, verhaftet. Der eigentliche historische Moment de» Tage» aber war der, al» der Prinz zu Pferde stieg,- er wurde von den Truppen überall mit lebhaften Zurufen begrüßt. Die „Straße" verhielt sich jedoch weniger ruhig, und es fandm btö zum 5 De- cember wiederholt Straßeukämpfe statt, in denen jedoch die T vppen ohne große Mühe Si-ger blieben. Auch diese Kämpfe haben die Republikaner sehr übertrieben, ebenso stellte e» sich später al» unwahr heran», daß auf Befehl Saint-Arnaud» zahlreiche Gefangene erschossen worden feien. Der Gesammtverlust der Truppen betrug 26 Todre, 184 Verwundete, da» „Volk" verlor 175 Tobte, und 115 Verwundete. Uebrigrn» gibt selbst V ctor Hugo ir seiner „Histoire d’un Crime“ zu, daß da» „Volk" keine große Last zum Kämpfen zeigte. In der Provinz blieb während des Staatsstreiches, abgesehen von einigen Ausschreitungen, die sich aber bezetch- ueuderwetse meisten» gegen da» E'gec-thum richteten, Alle» ruhig. Der StaatSftreich war vollkommen gelungen. Louis Napoleon Übernahm nun die Rolle de» „Ersten Lonsul»", UM da» „zweite Kaiserreich" vorzubereiten._________ Deutscher Reich. Berlin, 7. November. Der „ReichSanzeiger" meldet bezüglich der am 4. d. Mt». auf der Zeche „Borussia" statt- gefundenen Schlagwetter-Explosion, durch welche zwei Bergleute getödtet und sechs verletzt worden find, daß die Ursache der Entzündung noch nicht festgestellt sei und die bergpolizeiliche Untersuchung über den Unglücksfall noch schwebe. Berlin, 9. November. Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist gestern Abend wieder in Berlin angekommen. Berlin, 9 November. Wie die „Post" meldet, entbehrt die von der „Times" gebrachte Nachricht, daß ans Samoa ein Au» stand anszubrechen drohe, jeder Begründung. Berlin, 9. November. Da» Fleischschau-Gesetz ist, wie eine Korrespondenz meldet, dem BundeSrath zu- gegangen. Berlin, 7. November. Um die Wirkung der neun am Eanal vorhandenen Signalstationen zu erhöhen, har da» kaiserliche Taualamt beschlossen, diese mit electrischen Signallaternen zu versehen, welche durch Accumulatoren- Batterien gespeist werden sollen. Die in Anwendung kom- wenden Accumulatoren-Batterien find sogen, transportable Batterien, d!e im completten Zustande 38 bi» 40 Batteriekästen enthalten werden. Dieselben find im Stande, fünf Glühlompen von je 15 Normalkerzen Lichtkraft gleichzeitig während 240 Stauden mit elektrischer Energie zu versorgen, iodaß, wenn die Gesamwtbrenndauer der fünf Lampen pro Tag auf 16 Stunden berechnet wird, jede Batterie 15 Tage lang ohne Neuladung in Betrieb belassen werden kann. Da die Brenndauer und die Zahl der Lampen reichlich gemessen ist, so wird im Allgemeinen die Neuladung der Batterie erst nach vier bi» fünf Wochen erforderlich fein. Die Ladung ejfolgt in den ElectricirätSwerken zu Rendsburg und Brun» l. ,rel' to0 °u» bekanntlich die Beleuchtungsanlagen de» Kaiser Wilhelw-Lanal» gespeist werden und wo ein Gleich- ptom von einer 110 Bolt hohen Spannung zur Verfügung steht. EL wird an genannten Stellen so eingerichtet, daß die Ladung sowohl während de» Lichtbetriebe» alt auch außerhalb derselben erfolgen kann. Da da« Gewicht eine» Batterie- kästen», der au» Holz besteht und mit Handgriffen zweck» leichteren Transporte» versehen ist, etwa 33 Kilogramm be- tragen wird, so kann da» Ein- und Ausladen der Batterie- kästen ohne jegliche Hebewerkzeuge von zwei Arbeitern ans- geführt werden. Auch find dieBa'terien so eingerichtet, daß (ein Nurtreten der Säuren beim Transport fast vollständig ausgeschlossen ist. Damit der Betrieb keinerlei Unterbrechung erleidet, war unter allen Umständen vermieden werden muß, I wird eine Accumulatorenbatterie al» Reservebatterie dienen, sodaß im Ganzen zehn Batterien zur Anschaffung gelangen. Die Kosten dieser Anlagen werden fich auf 50,000 bi» 60,000 Mk. belaufen. Berlin, 9. November. Lonferenz zur Bekämpfung de» Auarchitmu». Die fünf Punkte, welche die Grundlage der „Anarchisteu-Cooferenz" bilden, find nunmehr von allen Regierungen angenommen, so daß e» fich nur um die Formulirung handelt. Die größten Schwierigkeiten wachten England und Griechenland bezüglich de» Punkte» der Auslieferung der Anarchisten. Die„Jtalie" erklärt officiö», daß die italienische Regierung durch den Vorschlag, die Anarchisten au»zuliefern, den besten Beweis gebe, daß e» nicht ihre Schuld fei, wenn italienische Anarchisten im AuSlande frei leben und Eomplotte schmieden könnten, fall» ihr Vorschlag nicht angenommen würde. Arrrtaird. Senf, 8. November. Der Proceß Luccheut wird bekanntlich am Donnerstag den 10. November vor den hiefigeu Asfiseu zur Verhandlung kommen. Im Ganzen find 48 Zeugen geladen. Präfident de» Gerichtshöfe» ist Bnrgh. Da» Recht der Selbstverteidigung wird Luccheni tn keiner Weise geschmälert werden- man wird ihn seine Theorien auseinander- setzen lassen, jedoch ist zwischen dem GerichiSpräfitenten und dem Osficialvertheidiger, Advokat Moriand, eine Verständigung dahin getroffen, daß dem Angeklagten sofort das Wort zu entziehen fei, fall» er fich in irgend einer Weise persönlichen Angriffen zuwende. Da der GerichtSiaal, tu dem die Ver- Handlungen stattfinden, nicht groß ist, wird nur eine beschränkte Zuhörerschaft z-igelossin werden können. Für Jour- naliften find 60 Plätze reiervrrt. Antwerpen, 9. November. Au» New -Jork kommt die Nachricht, daß der amerikanische Dampfer „Caratan" gesunken ist. Von der 28 Mann starken Besatzung ertranken fünf Personen, die übrigen wurden gerettet. Paris, 9. November. „Radical" und „Aurore" ver» sichern, daß die Schriftstücke, welche gestern bei einer mit Esterhazy befreundeten Persönlichkeit beschlagnahmt worden sind, den formellen Beweis liefern, daß Esterhazy der Urheber de» Bordereaus sei. Pari», 9. November. „Libre Parole" hat C a v a i g n a c interviewt. Derselbe erklärte, daß er gestern zwei Mal zum Cassationshof gegangen sei, aber nicht verhört wurde. Sein Verhör wird wahrscheinlich heute stattfinden. — Frankreich. Prinz Lout» Napoleon ist, tot wiederholt betont, der am ernsthaftesten zu nehmende fran* zofische Thronforderrr. Bezeichnend nun ist e», wa» ein englische» Blatt in Folgendem mittheilt: „In gew ffen ein« flußretchen Kreisen heißt e», daß zwei Finanzhäuser sich bereit erklärt hab:n, dem Prinzen Laut» Napoleon 1,000,000 Lstrl vorzuschießen und daß der Vertrag demrächst von den Vertretern der beiden Parteien in Genf unterzeichnet werden wird. E» steht kaum zu bezweifeln, daß da» Darlehen politischen Zwecke dienen soll. Sonst würde e» nicht nöthig fein, besonder» wenn fich die Nachricht, daß der Prinz die Tochter de» Großfürsten Wladimir, de» Großonkel» be» Zaren, hetrarhen wird, bewahrheitet." — Spanien. Wie au» Madrid gemeldet wird, berechnet die spanische Regierung, wenn fie die zur Verfügung stehenden Dampfer der transatlantischen Gefellfchaft tu Be- tracht zieht, al»Zeitpunkt für die vollendete Räumung der Insel Cuba den 13 März. Im Lause be» Monat» November sollen noch 18,870 kranke Soldaten zurückbefördert werden. 25,690 Mavn würden bann im Monat Drcember, 25,554 im Januar, 24,675 im Februar und 11,929 bi» zum 13. März die Rückreise antreten. Die Vereinigten Staaten fordern aber bestimmt, daß am 1. Januar die Räumung beendet fei, und e» ist noch nicht abzufehen, wie eine Einigung zu Stande kommen soll. Petersburg, 9. Nooember. Unterrichtete Pariser Kreise bestätigen, daß infolge de» zwischen den (Kabinetten in Angelegenheit der Abrüstungg-Couferenz stattgehabten Meinung»an»tausche», sowie der Unterredungen, welche Graf Murawiew während seiner Auslandsreise darüber pflog, der Rahmen de» Conferenzprogramme» etwa» enger, al» ursprünglich beabfichtigt gewesen sein mag, gezogen werden wird. Man fei allseits zu der Urbcrzeuguug gelangt, daß die Einschränkung der Beratungen der Lonferenz auf eine Anzahl genau festgestellter Punkte das geeignetste Mittel darbiete, dem Entstehen von Mißverständnissen vorzubeugen und zu mindest eine Formulirung von einmüthig gehegten Wünschen in der Betten» Rußlands angeregten Richtung zu erzielen, von welcher man für die Zukunft practische Wirkungen werde erhoffen dürfen. — Nach der vernichtenden Niederlage im Kriege mit Japan ist China eifrig bestrebt, fich wieder eine Flotte anzuschaffen. Unlängst hat der englische Gesandte in Peking dem Tsung-li-Uimen mitgetheilt, die englische Regierung sei bereit, die Neuformirung der chinefischen Marine zu übernehmen und fie wolle zunächst einmal englische See-Offiziere nach China senden. Diese» Anerbieten ist aber abgelehnt worden, weil die Chinesen eine chinesische Flotte haben wollen, keine englische. Inzwischen find auch die drei Kreuzer ein- getroffer, welche die chtnefische Regierung bei der Werst „Vulkan" in Stettin bestellt hat. Bei den Probefahrten in China haben fich diese in Deutschland gebauten Schffe vorzüglich bewährt. Sie sind 21% Knoten in der Stunde gelaufen, während im Vertrage nur 19% Knoten au»gemacht waren. Die Chinesen find sehr froh über bk schönen Schiffe und spenden der deutschen Schiffsbaukunst rühmende Aner- kennnng. Woher fie freilich die Matrosen und die Offiziere nehmen werden, um die drei Kreuzer zu bemannen, ist eine andere Frage. — Samoa. Die „Times" berichtet: Der amerikanifche Kreuzer „Philadelphia" har Befehl erhalten, von San Francisco nach Samoa fich zu begeben, wo der Ausbruch von Unruhen befürchtet wird. Der Kreuzer „Aorktown" wird Nachfolgen. Ctcales unb provinzielles. Siebe«, 10. November 1898. •* Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Geinsheim. Dem Herrn Fürsten zu Isenburg Birstein steht da» Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Schashausen-Alzth Eine Lehrerstelle au der evangelischen Schule zu Frei-LauderSheim. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Geilshausen. Mu der, Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Bonhousen. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Saasen. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindenstrmtz. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst berbunben. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Dietzenbach. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehnrstelle an der Gemeindeschnle zu Altenstadt. Mit der Stklle ist die Hälfte de» Organisten, dienste» verbunden. Die Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu GernShrim. Mit der Stelle ist Ocganisteudienst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschnle zu Affolterbach. Mit der Stelle ist Organistendtenst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge- mrtndeschule zu Eichelsdorf. Mit der Stelle ist Organisten- d enst verbunden. Zwei Lehrerstcllen an der Gemeinst schule zu Nieder-Saulheim, von denen die eine mit einem tbanp.e» lsschrn, die andere mit einem katholischen Lehrer zu besetzen ist. Mit beiden Stellen istOrganistendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrersttlle an der Gemeindeschnle zu K mdach. Mit der Stelle ist Lectoren- d e -st verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Löwenstein- Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach- Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Tret- a. d. Lda. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbünd»n. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kelsterbach. Mit der Stelle ist Organistendtenst verbunden. Eine mit einem katholische« Lehrer zu besitzende Lthrerstelle an der Gemeindeschnle zu Klein-Welzheim. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Marienborn. Eine Lehrerinnenstelle an der katholischen Schule zu Castel. Sammtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalte. Grimberg. 6. November. Nebeubahnproject Lich- Grünberg. Die heute in vorbezeichneter Angelegenheit nach der „Horstenburg" bei Ober-Bessingen einberufene Versammlung hatte fich eines über alles Erwarten zahlreichen Besuches aus den interesfirten Orten zu erfreuen; das vorgesehene Local erwies fich infolgedessen als viel zu klein, sodaß viele Personen wieder weggehen mußten. Den Vorsitz in der Versammlung führte Herr Bürgermeister Hell er-Lich. Als erster Redner setzte Herr Pfarrer Wagner-Ettingshausen, von dem auch die Einladung ergangen war, die Vortheile auseinander, welche die Erbauung einer Bahn in gedachter Richtung für die mannigfachen Products der Gegend mit sich bringen würde. Die projectirte Bahnstrecke Lich— Butzbach werde, wenn nicht durch den Staat, durch eine Klein-Eisenbahn-Gesellschaft gebaut werden und dann fei Lich—Grünberg das fehlende Glied der Linie Marburg— Frankfurt a. M. — Als nächster Redner theilte Herr Louis Moll-Grünberg mit, daß die beiden Herren Landtagsabgeordneten Geheimrath Schönfeld und Köhler-Langs- >orf ihr Nichterscheinen entschuldigt hätten, und verlas alsdann ein Schreiben des Erstgenannten darüber, was geschehen fei, und wie die Regierung sich zu dem Project stelle. In einem erner zur Verlesung kommenden Rundschreiben de» Herr« Bürgermeisters Joutz- Butzbach wird für den Fall, daß der Staat den Bau der Linie Lich—Butzbach nicht in die Hand nehmen sollte, die Erbauung durch eine Genossenschaft empfohlen, was auch bezüglich der Strecke Lich—Grünberg anzurathen sei. — Die Ansichten der Versammelten waren einhellig dem Proj-cte günstig und wurde dementsprechend »eschloffen, zum Zwecke energischer Förderung der Sache so- ort ein Somit« zu wählen. Diesem gehören an die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, von Lich und Grünberg noch je zwei weitere Mitglieder und aus den übrigen Orten e ein solches. Der Vorfitz in dem Comitü wurde Herrn Moll übertragen. (Gründ. Anz.) Mainz, 7. November. Infolge des nicht drsonder» günstigen Obstjahres kommen soeben nicht unbeträchtliche Sendungen von Aepfeln an» Oesterreich in Mainz an, die w llige Abnehmer finden. Das Obst ist schmackhafter wie vaS italienische Obst und trotz der Transportkosten nicht f» teuer al» deutsche» Obst. Kastel, 8. November. Auf dem hiefigeu Bahnhöfe wirb seit einiger Zeit viel Weißkraut verladen. Dasselbe kommt an» den Riedorten und geht nach niederrheinische« Orten. Wormß, 8. November. Herr Dr. Conrad Schneider, der Begründer und Leiter der Woemfer Brauer-Akademie, einer unserer verdienstvollsten Mitbürger, der fein reiche» Wissen durch lange Jahre in den Dienst der Allgemeinheit Nebenbahnproject Sich« vorbezeichneter Angelegenheit ber-Beifingen etnberufene Brr- ier clles Erwarten Orten zu erfreuen; das vor- ilgebcffm als viel zu Md* /gehen mMn. Den W -rMgerinelkerHeller'Llch. »MS "3*" Wumg einet WM* MNl Pt°d°^ V ff feAJX ffffff iben Rmdjchk (. h wirb M «S^h» Iten »er . unb würd' ga4,f» W* $859«« bi- f» Diefem sfÄ OTb @*5 rt ff A Md! w - - a*»Ä ggfoll- *L-WW** /fiebtn * ”|bM » ffffff' 1,1 1 . I, aOi nf ‘ff <1»«“ i'", „4 *** f'6 . n, Conrad ® *^0* es# ft •<*** Vtz -'S,*! Rrtuin W’ l°' Adener 189s • D.« an b(r r5(tn‘atton«t^t $atft,D in r« *4Ä*« ’^leÄ fe Beßrer 16 Ä,to'W». "h-ibmbrt m *"M Die mit Ä' “ hn 1= u bet ® ” Stl11»'« °-°-Hew ft** * ÄtrrC .st j ,A ° ^!°be Lehnchi,, „ reilieHe an btt tdw«lt!t» "' «* » O.R.faM «“ b'l-tze-de wwc za Affoltnb-ch. Mti Mmin. Sine mit dati Le-rerftell, an itt «t. t ier Stellt I» Oijroi|u. Icflec an btt ßtmtia if^h eine alt einen kvan^ Äolisch« Lehrer zn fielen Miptndiech DtxbDnben. Die zu Wtynbt Lehrrr^Le ai Mit btt Stillt P itttottn« in tzttchm zu Awevstck' hirm Tiastv zn Libsch latiouSrechl zu bttlilbm zu. Lehrer zu beletzente Lrhru« zu Treis a. b, Lsa. Dht mb Lectorenblenst ttubunbin. ehr« zu besetzenbe Lchrerßelle stttboch. Mit der Stelle iß Sine mit einem katholische, le an der Seneindeschnle zu m Wltätn Lehrer zu bi« mtiMule zu SXadtnbotn. ^tholtichm Stute zu Lafiel. , vuch Um W« W »ab besonders der Stadt Wvrw» gestellt hat, ist Henle Morgen gegen 5 Uhr sanft entschlafen. Snsgezetchnee durch hohe Geistesgaben, große Tharkraft und liebenswürdige- Wesen hat es der verblichene vermocht, fich die Sympathien Derer zn erringen, die ihm iw Leben nüber getreten find. Vermischte». • • Der beatfche Kaiser nnb englische Ionrnaliften. Man schreibt aus London, 6. November: Die schlechte Behandlung, die die englischen Journalisten in Palästina erfahren haben sollen, nnb die unerklärliche Verspätung aller Telegramme haben die Redacrion des »Daily Mail" veranlaßt, fich letzten Dienstag in einer Depesche direkt an den Kaiser in wenden. Sie lamere: »I. K. M. Der Deutsch: Kaiser, Jerusalem. Majestät. Dars ich mir gestatten, Ihrer Majestät Aufmerksamkeit auf die Thatsache zu lenken, daß das englische Publikum das größte Interesse au Ihrer Majestät Reise nimmt, daß aber Dank der schlechten BehauNnug der türkischen Behörden sehr wenige Telegramme meines ausgezeichneten Correfpondemen, des Mr. liharles E. Hands, «eine Leser erreichen, und daß man in England sehr unwillig ist über die Behandlung der englischen Preßvertreter, die unter detrichtl'chen Kosten und Mühen abgesandt worden find, um Ihre Majestät nach Palästina zu begleiten. Redakteur »Daily Mail* L‘onbon.* Das Blatt beme.k^, der Kaiser habe mit der Höflichkeit, die ihn immer au-zrichue, sofort Schritte getroffen, vm dem Mißstande abzuhelseu. Wenige Gründen nach Absendung der Depesche seien die Telegramme seines Correfpondenten pünktlich etngelaafeu und gestern sei es von der deutschen Botschaft zu der Erklärung ermächtigt worden, Majestät habe das Telegramm erhalten, es sei was wöglich für die Journalisten geschehen uod es scheine nun kein weiterer Grund zu Klagen vorznltegen. Auch den Sultan har das Blatt autelegraphirt und gestern Nachmittag von Huffein, Hasfib Effeudt, eine „befriedigende Antwort" erhalten. • lieber die gesammtr Gold- und Eilberproductiou der Erde entnehmen wir einer unfl vom Internationalen Patent- Bureau Earl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6), zur Verfügung gestellten Veröffentlichung folgende Daten: Das jährliche Ausbringen au Lold beträgt jetzt 206,000 Kilo, das au Silber 4,477,591 Kilo. In runden Summen würde dieses einen Wer>h von 658 Mill. Franc» für die Ausbeute an Gold und 934 Mill, für die au Silber darsttllen. Unter den Gold productrendeu Ländern nimmt Amerika die bei Weite« erste Stelle ein; es ist au bem Gesamnnresultat mit einem Werthe von 172 Mill. Francs betheiligt. Es folgen dann der Reihe nach: Australien mit 127 Mill., Rußland mit 117 M'll., Süd-Afrika mit 69 Mill., daun kommen die englischen Befitzungen tn Asten und Afrika mit 48 Mill., Ehtna mit 27, Neuseeland mit 19 Mill., Französisch Guyana, Deutschland, Ungarn, Chile, M»x co, Venezuela, Britisch Guyana und Eanada productreu jährlich Mengen, deren Werth zwischen 5 und 7 Mill. Frcs. schwankt. Für die vorstehende Berechnung ist der Preis von 8188 Fics. für da- Kilo Gold zu Grunde gelegt. Rechnet man das Kilo Silber zu 209 Frcs., so ist das tn den vereinigten Staaten in einem Jahre ge« grabene Silber 390 Mill, wrrth. Es folgen dann Mexico mit 271, Boltvta mit 80 und Deutschland mit 69 Mill., ferner Chile wir 15, Spanien und Frankreich mit je 11, Eentral-Amerlka und Brit sch Guyana mit je 10 Mill. Den Schluß bildet China mit einem Ausbringen im Werrhe von 9 Mill. Francs. • »in Kleid aus Spinnwebseide. Wie der »Figaro" berichtet, dürfte auf der Pariser Ausstellung 1900 ein Kleid von Spinnwebseide tn der Jaduftrte-Abthellung für Conseetion einen nicht geringen Anzieonngspunkt bilden und nicht nur als Modeseltenheit Jvtereffe erwecken, sondern den Beweis liefern, daß die Bearde tang des Sptnuwebfadens möglicherweise eine neue Industrie eiöff-et, die vielleicht in Zukunft der Seideuindustrte Coucurrenz machen könnte. Schon früher wurden aus Spmueugrwebe Pflaster verfertigt, die ihrer blutstillenden Wirkung wegen bet gefährlichen Schnittwunden aufgelegt wurden. Rraumnr und Bon be Saiut-Hilaire beschäftigten sich in dieser Hinsicht wct ist ta» Symbol be» tragischen Verhältnisses, bas über Pausanias waltet. Grillparzer behandelt ben Stoff nach Thukydlbe», Plutarch und Cornelius NepoS. Die ersten Auszeichnungen stammen au» b 11119] Ein gut empfohlenes, braves Mädchen wird für 1. 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