Nr 134 Snmstaq den 11. Juni Erstes Blatt 1898 Gießener Anzeiger Henerat -Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Gratisbeilllgr: Gietzrner Familienblätter Anrtlicher Tbeil Alle Anzeigen-BermittlungSstellen dr» In- und AaSlmch«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger migi,« Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fntgenden Tag erfcheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg, vierteljLhrltch. Mezng-PreSs vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Ptz, mit Lringerloh». Nedartton, Expedition und Druckerei: Kchukstrnte Nr. 7. Adresse für Depeschen: A«zriß«r Fernsprecher Nr. 51. Locales und provinzielles. Gießen, 10. Juni 1898. Parlamentarische». Ein bei der Zweiten Kammer eingegangrner Antrag der Abgeordneten Dr. Osann und Genossen geht dahin, die Großherzvglichr StaatSregieroug zu ersuchen, die Jagdgesetzgebung de» Großherzogthum» Heften, einschließlich der Verordnung über die Jagdwaffen- pässe, einer Revtfion zu unterziehen und demnächst den Ständen die entsprechende Gesetzesvorlage zugeheu zu lasten, in welcher auch insbesondere betreff» Abänderung der bestehenden gesetzlichen und sonstigen Bestimmungen Nach, stehende» berücksichtigt werde: 1) daß den Pächtern von Gemetndejagden gestattet werde, qualifietrten Personen Jagd, erlaubnißscheine zu ertheilen, wodurch dieselben berechtigt werden, auch ohne Anwesenheit der betreffenden Jagdpächter die Jagd auf dem betreffenden Gemeivdejagdgelände au», zuüben- 2) daß die allgemeine Bestimmung, wonach den Personen, welche fich eine» Jagdvergehen» schuldig gemacht, der Jagdwaffenpaß verweigert werde, beschränkt werde, namentlich dahin, daß die» nur der Fall sei Denen gegen- über, welche im Laufe der letztvergangenen drei Jahre mit Sefängniß über drei Monate bestraft worden find- 3) daß der § 8 des Jagdstrafgesetzes vom 19. Juli 1858 in seinem zweiten Absatz gestrichen werde. — Ein Antrag der Abgeord. neten Dr. Schmitt und Genossen, der bet der Zweiten Kammer etngebracht wurde, ersucht die Regierung um Bor. läge eine» Gesetzentwurse», wodurch die Witt wen- und Watsengeldbeiträge auch bezüglich der Bolk»schul- lehrer aufgehoben werden. Theologische Souserenz. Unter guter Betheiligung sand gestern in „Steins Garten" die Theologische Coufereuz statt. Nach Erledigung de» geschäftlichen Thetle» referirte Herr Profeffor Dr. Krüger.Gießen über „Die neuen Funde auf dem Gebiete der ältesten Kirchengeschichte" (1889 bi» 1898). Er wie» darauf hin, in wie hohem Maße unsere geschichtliche Kenntniß durch die zahlreichen Entdeckungen, die die Gelehrten aller Länder in den letzten Jahrzehnten gemacht haben, bereichert worden ist, und wie gewiffe Thetle de» Feindes. — Wie hier verlautet, soll sich der Gouverneur Augusti selbst getödtet haben. New York,9.Juni. Nach einem auf Haiti umlaufenden Gerücht habe vorgestern früh bet Caimauera westlich von Santiago eine große Seeschlacht stattgefundeu, in welcher die Befestigungen durch fünf amerikanische Kriegsschiffe vollständig zerstört sein sollen. Die Spanier hätten sich in die Stadt zurückziehen müffeu und seien auch von dort später geflohen. Gestern sollen die Amerikaner eine Landung versucht haben. New-York, 9. Juni. Der Präsident Mac Kinley erklärte in einer Unterredung, der Fall Santiago» stehe bevor. Weiter äußerte er sich dahin, daß beabsichtigt werde, auf Portorico und Havanna gleichzeitig einen Angriff zu Laude zu unternehmen. New-York, 9. Juni. 21 000 Manu reguläre Truppen, unter dem Commaudo de» Generals Shafter, wurden in Tampa eingeschifft und sollen morgen oder übermorgen bei Santiago auSgeschtfft werden. Wie verlautet, ist man in Santiago auf der Landsette von den Insurgenten vollständig abgeschnitten. Jede telegraphische Verbindung mit dem Innern der Insel ist unterbrochen. wahlbervegrtirg. Die Neichstagseaudidaturen in Heffeu find nunmehr festgestellt. ES caudidtren in Alsfeld-Schotten: Dr. Schmitt (Eentr.), Schade (nat.-bündl.), Dr. Ehlers (Frs. Vp.), Binde- wald (Antis.). Im Wahlkreis Gießen: Dr. Schmitt (Eentr.), Dr. Frank (nat.-bündl.), Schetdemauu (Soc.), Köhler (Antis.). In Friedberg-Büdingen: Dr. Schmitt (Eentr.), Graf Oriola (nat.-bündl.), Prinz (Soc.), Leopard (Antis.), Möser (christ.- soc.) und Pfarrer Wenk-Leipzig (nat.-soc.) In Darmstadt: Dr. Nodnagel (nat.-bündl.), Cramer (Soc.), Normet (Antis.). In Offenbach-Dieburg: Molthan (Eentr.), Handelskammer- syndtcu» Schloßmacher (Hb.), Ulrich (Soc.), Hauck Hl. (Antis.) In BenSheim Erbach: KreiSrattz Haa» (nat.-bündl.), Redacteur Oeser (Demkr.), Rau (Soc.), Hirsche! (Antis.) In Wormr-Hrppenheim: Dael v. Köth (Eentr.), Frhr. Hehl zu Herrnsheim (nat.-bündl.), Berthold (Soc.) In Bingen- Alzky: Kreisrath Haa» (nat.-bündl.), Reiuh. Schmidt-Elber- feld (Freis. Volksp.), Redacteur Katzenftetu (Soc.), Wolff (Antis.) In Mainz-Oppenheim: Dr. Schmitt (Eentr.), Dett- weiler (Freis. Bgg.), Redacteur Dr. David (Soc.), Binde- wald (Antis.) Ausland Pari», 9. Juni. In der heutigen Sitzung der Depu- tirtenkammer wurde Deschanel mit 287 Stimmen definitiv zum Präsidenten gewählt. Brisson erhielt 277 Stimmen. Loudon, 9. Juui. »Daily Mail" berichtet aus M a d r t d, Deutschland habe fich behuf» Erwerb» einiger Ko hl en- stattonen im Mittelmeer Spanten genähert. Mau glaube, Spanten würde geneigt sein, gegen Deutschlands gute Dienste bei den Bereinigten Staaten die Pachtung einer Station auf den Balearen zu gewähren. Marokko würde wahr- schetnltch ebenfalls Willens fein, Deutschland zwei Plätze pachtweise zu überlasten. Madrid, 9. Juui. In dem osfictelleo Telegramm de» Generalgouverueur» der Philippinen wird die Lage al- äußerst bedenklich bezeichnet. Aguinaldo sei e» gelungen, das Land aufzuwiegeln. Die Provinz Cavite habe sich in Maste erhoben. Die oecuptrten Dörfer seien mit Kanonen beschossen und von zahlreichen bewaffneten Haufen angegriffen worden. Ein Angriff auf die Hauptstadt zu Master und zu Laude gelte al» unvermeidlich. Der Grueralgouverneur versichert, daß er alle Mittel de» Widerstande» erschöpfen werde. Die Städte Bacoor und Jmu» seien bereit» in der Gewalt trag: Der Einsender schildert, wie er vier Wochen nach der dem Lehrer Roth widerfahrenen Mißhandlung selbst tu Eorityba von einem Menschen, mit dem er nie in Berührung gekommen wäre, auf offener Straße überfallen und mit einem Degen verwundet wurde. Nur durch schleunige Flucht in ein Hau» konnte er fich vor dem sicheren Tode retten. „Tag» daraus," schreibt der Einsender weiter, „wandte ich mich hilfesuchend au deu hiesigen dentscheu Consular-Agenten. Da» Einzige, was Letzterer auSrichtete oder, besser gesagt, au»- richten wollte, war, daß er anderen Tage» deu Eingeborenen citiren ließ, worauf der Mordbube fich bequemte — zu versprechen, mich in Ruhe zu lassen! Wer Süd-Amerika bereist oder südamertkanische politische Verhältnisse studirt hat, wird die ganze Handlungsweise des Consular-Agenten erklärlich finden, ist er doch ein eifrige» Mitglied der Partei dieses brafilianischen Mordbuben. Wie fürsorglich dieser Herr Consular-Agent für die hiesigen Deutschen ist, möge folgender Rath beweisen, den mir genannter Herr in dieser Angelegenheit ertheilte. „Da» Beste wäre, wenn Sir fich ein paar starke Leute bestellten, welche diesen Menschen tüchtig durchprügelten." Nach wie vor werde ich noch immer, wenn nicht durch Waffen, so doch durch Steinewerfeu der Söhne des Angreifer» auf der Straße belästigt. Bor drei Wochen machte ich mit ungefähr vierzig größeren Knaben einen Ausflug. Dabei wurde ich in nächster Nähe der Stadt von einem beffer gekleideten Brafiliauer angefallen mit den Worten: „Sie find auch einer von diesen verfluchten Deutschen!" Mit diesen Worten hielt er mir einen geladenen Revolver entgegen, und nur dem Dazwischeukommen eines Paffanteu ist es zu verdanken, daß weiteres Unglück verhindert wurde. Obgleich mir dieser zweite Augreifrr auch völlig fremd war, glaube ich nicht fehl zu gehen, wenn ich ihn in Verbindung mit meinem ersten Angreifer bringe. Da ich die Gefinnung des hiesigen Consular-Agenten im ersten Fall zur Genüge habe kennen gelernt, habe ich von einer weiteren Anzeige abgesehen." Wie fast alle Zuschriften von Deutschen aus Brasilien, gipfelt auch diese in dem Nothschrei nach Errichtung von Berufr-Consulaten. Frankfart a. M., 9. Juni. Der „Franks. Ztg." wird au» New-Kork gemeldet: Unter dem lebhaften Feuer von fünf amerikanischen Schiffen gelang eS, da» Cabel in Cai- mauera zu durchschneiden und die Strandbatterien zum Schweigen zu bringen. — Bezüglich der Vernichtung de» spanischen Torpedobootes „Furor" wird gemeldet, daß cS nach einem einzigen, wohlgezielten Schuß vom Schlachtschiff „Oregon" mit 60 Mann au Bord sank. — Die „World" sagt, die Insurgenten hätten Manila eingenommen. Frankfurt a. M., 9. Juni. Der „Franks. Ztg." wird aus Konstantinopel telegraphirt: Der Sultan veranstaltet zu Ehren der deutschen Botschaft kommenden Sonntag ein Gala-Diner. München, 9. Juni. Gestern Nachmittag l8/t Uhr stieß bet der Station Kaufbeuren ein Personenzug mit einem Güterzuge zusammen. Hierbei erlitten drei Reisende leichte Verletzungen. Da» Fahrmatertal tst unerheblich beschädigt. Der Verkehr wurde nicht gestört. Der Unfall wurde dadurch veranlaßt, daß der Güterzug in das Geleise des Personenzuge» verbotswidrig einfuhr, obgleich für diesen die Einfahrt in die Station bereit» freigegeben war. Erscheint tägNch eit Ausnahme de« MontagS. Die Gießener Wnmittenötätter »erden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Bekanntmachung. bett.: ReichStagSwahl. An Stelle de» Herrn Stadtverordneten Homberger ist Herr Stadtverordneter Wilhelm Wallenfels zum Stellvertreter de» Wahlvorsteher» im 1. Wahlbezirk der Stadt Gießen ernannt worden. Gießen, den 9. Juni 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gageru. Gießen, den 9. Juni 1898. Betr.: ReichStagSwahl. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen «s die Grstzh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche das Amt eines Post- Agenten rc. bekleiden, machen wir darauf aufmerksam, daß Vie die Functionen der WahlcommtsfiooS-Borfteher, -Beisitzer oder Protocollführer nach § 9 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869 nicht auSübeu können. Al» Vorsteher der Wahl- commisfion hat daher der Großh. Beigeordnete zn fuogireu und sehen wir wegen seiner Stellvertretung Jhxeu Anträgen rruverzüglich entgegen. v. Gageru. Deutsches Reich. Berlin, 9. Juni. Der Kaiser nahm heute Vormittag im Marmor-PalaiS bet Potsdam die Vorträge de» Chefs de» Mtlitärcabiuet», v. Hahuke, und de» Chefs des Eivil- cabinetS, v. LucanuS entgegen. Berlin, 9. Juni. Als eine Aufgabe unserer Handels- Politik infolge de» spanisch-amerikanischen Krieges bezeichnet die „Post" die Schaffung günstigerer Handelsbeziehungen zu Südamerika. Der Krieg werde dem nordamerikantschen Handel mit den südamerikanischen Republiken Wunden schlagen, die nicht wieder auShetleo dürften. Dem englischen Handel nach Südamerika werde der Umstand Eintrag thuu, daß England fich mit Nordamerika verbünden will, d. h. helfen, um an der Erfüllung der beiderseitigen Handelrzwecke zu arbeiten. Für Deutschland al» dritten Coucurreuten werde es fich darum handeln, den Südameri- kauern die englischen und uordamertkantschm Abfichteu stet» vor Augen zu halten- dann werde es der deutschen Handelspolitik auch gelingen, iu ein erfreulicheres handelspolitisches Berhältniß zu den einzelnen südamerikanischen Staaten zu gelangen. Unser Handel mit Südamerika tst bereit» recht bedeutend- dort sowohl wie in Centralamerika werden die deutschen Waaren vor anderen gern bevorzugt. — Eine Rede de» Prinzen Heinrich. Bei seiner Anwesenheit in Shanghai nahm Prinz Heinrich eine Parade der deutschen Compagnie des dortigen Freiwilligen Corps ab, der er darauf zur Erinnerung an diesen Tag einen eigenhändigen Entwurf zu seinem NamenSzug, dessen Führung auf den Achselklappen er der Compagnie für die Zukunft gestattete, überreichte. Hierbei hielt er, wie die neueste etngetroffeoe Nummer drS „Ostafiattschen Lloyd»" mittheilt, folgende Ansprache: „Meine Herren! Ich danke Ihnen für da», waS ich heute Nachmittag hier gesehen habe. Ganz besonders hat e» mich gefreut, zu sehen, daß Sie baS, was Sie in der Jugend zu Hause gelernt, hier draußen weiter gepflegt haben, um so mehr, als es zu einem guten Zwecke tst, nämlich: im Nothfalle die ansässigen Europäer zu schützen und gleichzeitig da» Deutschthum hier draußen aufrecht zu erhalten. E» ist mir eine Freude, dem von Ihnen geäußerten Wunsch nachzukommen und der Compagnie vom heutigen Tage an meinen NamenSzug zu verleihen. Ich hoffe, daß dies dazu beitragen wird, Sie ferner iu dieser Beschäftigung anzuspornen, und daß fich auch Ihre Zahl noch durch einige Herren vergrößern wird. Ich habe mir auch erlaubt, der Compagnie einen Schteßprei» zu stiften, um das Jntereffe am Schießen zu heben, und werde Ihnen denselben später zustellen laffen. — Ich sage Ihnen nochmals weinen besten Dank für da», was ich gesehen habe, und daß Sie, nachdem Sie erst gestern die regelmäßige Vorstellung mitgemacht, mir heute wiederum Ihre kostbare Zett gewidmet haben. Es war mir wirklich eine große Freude. Gute Nacht, deutsche Compagnie!" — ZurLage derDeutfcheu in Brasilien briugt eine Zuschrift de» Mtfftonars Robert Offer-Hasselbeck an deu „Gen.-Anz. für Elberfeld-Barmen" einen neue« Bei- -NM li C* , .goß iJlR , Aechtheit des , | (ream-lanolin re nur iolin-Cream Innungen zu_rüc^J * SäS’ 568? ' Vorstand. 'ivil- und ♦ n t Jt bei ‘enzel ! •«,«. । hhhh *the.3= edericbs Anleitung zur gratis 5111 ikfurt a. M. ‘traiee 169-71. W! ter Auswahl und ze- Zreiseu. "V* (« aO an. L »er alten -dirchengeschichte dadurch ein ganz neues Gesicht be- kommen haben. Sodann führte er die neuen Funde etuzrlu vor, das Referat durch Verlesung besonders wichtiger und interessanter Abschnitte von Zeit zu Zeit unterbrechend. Eingehend charakterisiere der Vortragende die sogenannten Logia Jesu, deren Ausfiaduog im vorigen Jahr ein Aufsehen verursachte, dem die Bedeutung deS Fundes vielleicht nicht ganz entspricht, das PetruSevangelium und die PetruSapokalypse- die jüngste Entdeckung: die Akten deS Paulus, das Original eines OpferscheioS aus der Verfolgung unter Kaiser Deciu»- die Apologie deS Aristides- die gnostischen Funde. Der Vortrag schloß mit einem Appell an die im praktischen Amte stehenden Zuhörer, der gelehrten Arbeit, deren Früchte zu Tage liegen, dauernd BerstSudniß und Interesse entgegen- zubriugen. — ES folgte hierauf der Vortrag deS Herrn Privat- doceuten Lio. I. Baue r-Marburg über den evangelischen Gottesdienst und das EultuSgebäude auf Grund der in Nr. 129 bereits »itgetheilteu Thesen, der zu einer langen und angeregten DtScnsfion führte. — Ein gemeinsames Mittagessen vereinte zum Schluß die Theiluehmer. • • Der Hessische evangelische Psarrvereiu hat tu seiner vorgestrigen, tu Frankfurt a. M. abgehalteueu Versammlung tu Bezug auf die Gehalt-frage eine Resolution gefaßt, tu welcher eine Reihe vou Mtudestforderuogeu gestellt «erdeo, vou denen Folgendes hervorzuheben ist: Die vollständige Beseitiguug deS jetzigen AufrückshstemS, da« Ein- führen reiner Dienstaltersklaffen, die Erreichung des Maximal- gehalteS mit spätestens 30 Dtenstjahreu, von der ersteu Verwendung an gerechnet, die Erhöhung des Höchstgehaltes bet freier Wohnung von 4500 Mk. auf mindestens 4800 Mk. find die zunächst und absolut auzuftrebeuden Ziele, daher auch alle etwaigen versuche, die Pfarrgehälter im Rahmen deS jetzt bestehenden GehaltSsystemS aufzubeffern, entschieden ab- zuwetsen find. Die Versammlung hofft, daß die Kirchen- behörde auf diesen Grundlagen baldigst eine GehaltSvorlage auSarbeiteu werde, daß die nothweudige Neuregelung der Pfarrgehälrer spätestens mit Wirkung vom 1. Januar 1899 in Kraft treten kann. Die Resolution wird dem Großherzoglichen Ministerium, wie Oberconfistortum, den Mitgliedern der beiden Kammern der Seände, wie der Evangelischen LandeSsyaode zugesandt werden. • • AbonuemeulS Soncerl. Das gestern Abend in Steins Garten von der Capelle des Infanterie Regiment- Kaiser Wilhelm unter Leitung des Grohh. Musikdirektor- Herrn C. Krauße au-geführte 1. Abonnements - Concert war trotz des unfichereu Wetters überaus zahlreich besucht. Der gewählte Sptelplau, daraus wir den Festmarsch von Burald, die Ouvertüre zur „Zauberflöte", wie die zum „Freischütz" besonders hervorhebeo, fand die gewohnte exakte Durchführung, welche durch reichen Beifall seitens des mufik- liebenden Publikums gelohnt wurde. Daß die Capelle ungeachtet der ohnehin erforderlichen angestrengten Thättgkeit fich wiederholt zu Einlagen verstaad, verdient besondere Anerkennung, auch wollen wir nicht uoterlaffen, der Krauße'scheu Compofilionev, wie des vou Herrn Trinks meisterhaft vorgetragenen Posauueu-SoloS rühmend zu gedenken. Alle- in Allem darf da- Concert als durchaus gelungen bezeichnet werden, und möchten wir nur wünschen, daß die weiteren Soncerte fich, wenn möglich bei heiterem Himmel, gleichen Zuspruch- zu erfreuen haben. * * Schwere Unwetter haben gestern Abend und heute gegen Morgen die Provinz Oberheffen, sowie Theile von Heffen - Naffau und da- Mittelrheiu - Gebiet heimgesucht. Großen Schaden richtete da- Waffer besonders in der Wetterau au, über welche sich wahre Wolkenbrüche ergoffeu. Auch io Gießen und Umgebung regnete rS so heftig, daß die Canäle und Goffeu das Waffer nicht zu faffen vermochten. Lahn und Wieseck find wieder erheblich gestiegen. • * Reue Nebenbahnen, Den Landständen ist ein Gesetzentwurf auf Herstellung von Nebenbahnen: Butzbach-Ltch, BenShrt« Lindenfels und Badenheim Kreuznach zugegangen - hterfür werden 5,125,000 Mk. angefordert. M. Bad Nauheim, 10. Juni. Ein furchtbares Gewitter brach gestern Mittag gegen 1 Uhr über unserer Stadt auS. Der Regen goß nur so in Strömen nieder- alle Straßen der Stadt, sowie die Souterrain-Raume, worin sich hier zum größten Theile die Küchen befinden, waren überschwemmt- ebenso niedrig gelegene Restaurationssäle. Za allem Unglück ging auch noch oberhalb der Stadt im sogen. Lichtenberg ein Wolkenbruch nieder, der in wenigen Minuten die ganze Stadt unter Waffer setzte. Ungefähr 2!/i Stunden strömte da- Waffer 0,60 Meter hoch durch die Straßen, Alle- mitreißend, was im Wege war. Wer die Terrainver- hältniffe hier kennt, kann sich ungefähr einen Begriff davon machen, wie da- Waffer vom Walde her durch die Hauptstraße raste. Bäume von 15 Meter Länge, Haufen Pflastersteine, Sandhaufen, alles wurde mitgeriffeu und dem tiefsten Punkte, der Trinkhalle, zugesührt. Der dortige Kurbrunnen wurde von den Waffer- und Schlammmassen vollständig ersäuft, ebenso der neben anliegende Larl-brnnneu, doch ist ersterer wieder zum Vorschein gekommen, während an letzterem eben durch da- Salioenpersonal die Aufräumung-arbeiteu vor- genommen werden. Einige Hotels und Restaurant» waren ganz unter Waffer gesetzt, so stand z. B. der prachtvolle LangSdorf'sche Saal im Nu unter Waffer. Die gerade beim Sfien befindlichen Kurgäste konnten sich nur durch schleunige Flucht retten. Im Parkhotel stand da- Waffer in den Küchen und Kellern ein Meter hock, lodaß im Augenblick sämmtliche Herdfeuer erloschen. Au Effen war für die Fremden natürlich nicht mehr zu denken. Genau so ging rS im Hotel Bellevue her. Durch die allarmirte Feuerwehr wurde an den gefährlichsten Stellen die oöthige Hülfe geleistet. Die städtischen Spritzen wurden an die Keller gestellt and da- Waffer au-gepumpt. Die Feuerwehr war vou 2 Uhr au bi» gegen 9 Uhr Abends thätig. Die Verluste, die die Be- troffeneu erlitten haben, laffen fich gar nicht berechnen- jedenfalls aber zählen fie nach Tausenden von Mark. Schätzt doch z. B. ein Kaufmann seinen Verlust allein auf 1500 Mark. Ja Waarevwagaztnen stand da- Waffer meterhoch und schwemmte Alle- weg, Oelfäffer, Tonnen, kurzum Alle-, waS uicht uiet- und nagelfest war. Die herrlichen Parkanlagen, die so prachtvoll im Stand gehalten waren, find total ruinirt und e- ist sehr fraglich, ob dieselben in dieser Saison wieder- hergestrllt werden können. Sämmtliche Straßen der Stadt find unterspült und «üffen umgepflastert werden. Die Gemeinde wird wohl im Wege der Steuererhebung diese Kosten kaum decken können. Wer daS schöne Nauheim früher gesehen hat und heute fieht, kann fich kaum der Thränen erwehren, so trostlos fieht alle- hier aus. Bei allem Unglück ist e- noch daS größte Glück, daß unser Knrbruuneu wieder da ist. Mit bangem Herzen sahen unsere Einwohner dem wilden Element zu, das den Kurbrunnen vollständig zu ver- oichteu drohte. Und mit Wiederkommen de-selben trösteten fich auch die so sa.wer vom Unglück Heimgrsuchten in dem Gedanken, daß durch Erhalten dieser Quelle nach und nach der Schaden wieder ersetzt werden könne. — Während des furchtbaren Wetters ertönten auch noch Feuerfignale, eS brannte iudeß außerhalb. Auf Hof Haffelheck war der Blitz in eine Scheuer gefahren und äscherte dieselbe vollständig ein. Auch hier war unsere Feuerwehr einige Stunden thätig und verhütete größeres Unglück. — Bet dem fortdauernden starken Regen ist die Befürchtung da, daß wir auch heute wieder große WafferSnoth bekommen, denn durch Einsturz der Canäle staut fich, besonders tu der Hauptstraße, das Waffer und läuft in dte Keller, ohne daß Jemand nur irgend wirksame Maß» regeln dagegen ergreifen kann. Der Herr möge unsere Stadt vor einem ähnlichen Unglück bewahren! § AaS dem Vogelsberg, 9. Juni. Die Folgen deS RegeuhalbjahreS zeigen sich bei der Landwirthschaft jetzt am deutlichsten im Ausbleiben der gesteckten Kartoffeln. Auf naffeu Lagen find dieselben zu Grunde gegangen und müffeu jetzt noch ersetzt werden, soll anders nicht auf eine gute Kartoffelernte, die übrigens bei der schlechten Aussaat noch sehr in Frage steht, Verzicht geleistet werden. Auch au- der Wetterau berichtet man von Schäden auf den Kartoffelfeldern. Jedenfalls wird hierdurch der ungewöhnlich hohe Preis verursacht, mit welchem jetzt dte Kartoffeln bezahlt werden. Am verflossenen SamStag kostete der Doppel- centner Kartoffeln auf dem Fruchtmarkt zu Grünberg 8 bis 9 Mark. Während sonst der Kartoffelpreis nach der Setzzeit herabging, ist er jetzt gestiegen. — Wenn in den Blättern vor kurzer Zeit berichtet wurde, das Regenwetter habe der Obsternte, Insonderheit den so reich blühenden Zwetschen- bäumeu keinen Schaden zugefügt, so war doch diese Annahme eine irrige. Wie der Fruchtansatz erkennen läßt, wurde der größte Theil der Zwetschenblüthe durch das Regeuweiter vernichtet und die Aussicht auf eine reiche Zwetfcheuerote vereitelt. Darmstadt, 10. Juni. Se. Maj. der Kaiser haben dem Secondelteuteoant Phaland vom 5. Grohh. Jvfeut.- Regt. Nr. 168 den König!. Kronen-Orden 4. Klaffe Aller- guädigst zu verleihen geruht. — Feldmarschall-Lieutenaut v. Cronenbold, ein geborener Heffe, welcher in österreichischen Diensten stand, wurde au» Anlaß seiner Peufioui- rung von dem Kaiser von Oesterreich die Auszeichnung zu Theil, tn den Freiherrnstand erhoben zu werden. △ Mainz, 9. Juni. Begünstigt von gutem, nicht regnerischem Wetter hatte sich die heurige Fronleichnams- Process ton wiederum einer sehr zahlreichen Betheiligung Seitens der katholischen Bevölkerung der hiesigen Stadt zu erfreuen. Neben der gesawmtru Geistlichkeit waren bei der Procesfion besonders stark die Innungen und katholischen Bereinigungen vertreten, die zahlreiche Fahnen und Abzeichen mtttrugen. Hinter und neben dem vom Bischof Haffner getragenen Sanctisfimum gingen die katholischen Notablen, Abgeordneten, Stadtverordneten, höhere Beamte rc. rc. Wie alljährlich, hatten fich aus den protestantischen Nachbarstädten Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt, WormS, Mannheim, wie aus den umliegenden ländlichen Orten zahlreiche Fremde zur Beschauung des kirchlichen Umzuges eingefunden. A Mainz, 9. Juni. Der gestern hier zu Ende ge- gangeue 15. Delegtrtentag de» Rhein- und Maingast- wirthverbande» beschäftigte fich auch mit der BedÜrfnißfrage und ConcesfionSrrtheilung bei Wirthschaften und man beschloß, an die Regierung ein Memorandum zu richten, mit Vorschlägen, um bei der Errichtung neuer Wirthschaften eine gerechtere Handhabung mit bestimmten Normen herbeizuführen. Bei dieser Gelegenheit will man ferner bei der Regierung gegen da» Ueberhaudnehmen der Veretnshäuser mit concesfio- nirten Wirthschaften und gegen die sogen. Animirkneipen sowie gegen da» Kelloerionen-Unwesen vorstellig werden. — Der von der Stadt Worm» gegen die von Mannheim pro- jectirte Einführung von Fäcalten in den Rhein bei der Regierung angeregte Protest, dem fich eine Reihe vou Rhein- grmeinden zwischen Worms und Bingen bereit» angeschlossen haben, war gestern in dem hiesigen OrtSgesundheitSrath Gegenstand eingehender Berathung. Man beschloß mit großer Mehrheit, fich dem Wormser Protest, der ganz allgemein gehalten und die Frage der eventuellen Zulassung der Fäcal- einfuhrung durch ein Klärbassin ganz unberührt läßt, nicht anzuschließen, und zwar waren dte Stimmen der Aerzte ausschlaggebend, die tn der Einführung der Fäcalteu keine sanitäre Schädigung erblicken und welche schon vor Jahren ein von der Stadt Mainz um Erlaubniß zur Einführung der Fäcalien in den Rhein an die Regierung gerichtete» Gesuch befürwortet haben. Nur zwei Aerzte waren gegen die Einführung. Mainz, 9. Juni. Hebet die ganze Rheingegend und den Ried entluden fich heute Nachmittag eine Reihe von heftigen Gewittern mit außerordentlich starken Regengüssen. In Raunheim schlug der Blitz io die Behausung de» Ackerer» Konrad Maurer und zündete. C» gelang indessen den Hau»- leuten, die Flammen al-bald zu ersticken. In der Richtung nach Großgerau setzten dte otedergegange^en Regenmengen die Felder zeitweise vollständig unter Waffer. Binge», 7. Juni. Ein aufregender Vorfall spielte fich heute Mittag gegen 12 Uhr auf dem Rhein ab. Um diese Zeit fuhr ein mit Fahrgästen gut besetzter Kaha vou Rüde-Heim nach Bingen. Ja der Mitte des Strome» stürzte fich plötzlich ein Fahrgast, eine jauge, gut gekleidete Dame im Alter von ca. 20 Jahren, in die Fluthen. Sie führte ihr Vorhaben mit solcher Raschheit au», baß keine der übrigen Insassen de» Kahne» fie daran hätte hindern können. Znm Glück fuhr unweit der Stelle da» Benzinboot „Pfeil* vorüber, dessen Bemannung die mit den Wellen Ringende auf da» Trockene zog. Man brachte die Leben-müde zunächst in ein hiesige» Hotel. Heber den Beweggrund ihrer That verlautet nicht» Bestimmtes. Aus Rheinhessen, 7. Juni. Die Abnahme der Singvögel tu unseren herrlichen Fluren wird bekanntlich in erster Linie dem vogelmassenmord in den südlichen Ländern, dann aber auch der Heberhandnahme der frei umherlausendru Katzen und deS übrigen Raubzeuge» zngrschrieben. Zu Letzteren dürfte mau noch in Bezug auf die Vertilgung der Singvögel die Zigeuner rechnen. E» dürfte nämlich noch wenig bekannt sein, daß diese frechen Nomaden, welche schon lange zur Landplage geworden find, den Vogelfang besonders in den Monaten Mai und Juni eifrig betreiben. E» geschieht daS nicht etwa zu dem Zwecke, die Singvögel aufzuziehen re., sondern lediglich deshalb, weil der Zigeuner, wie seine südlichen StammeSverwaudten, dte Jungen der Singvögel al» eine Delikatesse betrachtet und mit Wohlbehagen verzehrt. Besonder» ist e» die hoffnungsvolle Jugend der Pufta, welche Hecken, Bäume, Mauern rc. fleißig nach jungen Vögeln absucht und ganze Nester mit Jungen und Eiern mitnimmt. Jrn Lager wird dann die Beute zubereitet und genossen. Wir erachten e» deshalb al- Pflicht jedes Einzelnen^ besonders der Flurschützen, sobald Zigeunerbanden tn einer Gemarkung lagern, die Jugend dieser Landstreicher genau zu beobachten. Ju mehreren Fällen hat eine gehörige Tracht Prügel vorzüglich gewirkt. Schwurgericht. W. Gießen, 10. Juni 1898. Heute vormittag wurde gFgen Anton Arnold von Offendach a. M. wegen Todtschlag-versuch verhandelt. Dte Anklage vertritt Staat-anwalt Zimmermann- ite Verteidigung führt Recht-anwalt Rosenberg II. Dec Angeklagte erscheint in Anstalt-kleidung der Zrllenftrafansta r Butzbach, in der er eine ^/zjährtge Gesängnißstrafe verbüße. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, am 28. Februar 1898 den Versuch gemacht zu haben, den Aufseher Moritz zu tödten. Der Angeklagte gibt an, 28 Jahre alt und gelernter Portefeuiller zu sein. Der mir einer Krankheit behaftete Angeklagte glaubte fich an dem Tage der That durch einen der Aufseher dieserhalb geneckt- er gibt an, die- habe ihn in große Wuth versetzt und er habe darauf die von ihm gefertigten 24 Schulranzen, welche fich in seiner Zelle befanden, mit dem Messer rniuirt. ES sei darauf der ArbeitS- meister Ruppel tn die Zelle gekommen und diesem habe er den Grund seiner Wuth witgetheilt und erklärt, es sei ihm ganz egal, wa- darau- würde. Der Meister entfernte fich,. worauf der Aufseher Moritz fich etnfand- dieser, so erklärt der Angeklagte, sei in drohender Haltung auf ihn -ugekommeu, da habe er daS Messer gezückt, gestoßen habe er nicht, er sei in Wuth gewesen, doch habe er nicht die Absicht gehabt, einen Menschen zu tödten. — Der Vorsitzende, Landgericht-rach Schmeckenbecher, geht mit dem Angeklagten sein Strafregister durch- hiernach ist derselbe bereits vier Mal wegen schwerer Körperverletzung vorbestraft. Der Angeklagte ist ein unverbesserlicher Messerheld, welcher ohne Ursache au« reiner Rauflust Händel sucht und dann, besonders im letzten Fall, weßwegen er die 51/» Jahre Gefängniß verbüßt, bltai* Ung» auf sein Opfer loSgestochen hat. — Der Werkführer Ruppel erläutert eingehend den Vorfall. Der Aufseher Moritz habe die Zelle kaum betreten, al» der Angeklagte auf ihn mit dem gezückten Messer zuging und mit dem Rns: „Es ist mir Alle» ganz egal, ich steche Jeden nieder und wenn eß mein Tod ist!" einen Stich gegen den Hals de- Moritz führte. Dieser suchte eiligst die Zelle zu verlassen, verfolgt von dem Angeklagten- der verfolgte zog sein Seitengewehr. Der Zeuge eilte dann fort, Hilfe herbei zu holen- er bemerke, daß ihm nicht bekannt fei, daß Arnold von irgend Jemand geneckt und geärgert worden fei. Er sei mit »em Mann immer gut ausgekommen- auch der Aufseher sei mit demselben zufrieden gewesen und habe man Arnold, der ja eine lange Strafe zu verbüßen habe, human behandelt. — Der Aufseher Moritz deponirt, daß er an dem Morgen, al» er durch Ruppel aufmerksam gemacht worden, wa- in Arnold» Zelle vorging, ruhig in dieselbe eingetreten war und diesem nur gesagt habe: „Hören Sie doch auf und verschlimmern Sie Ihre Lage nicht." Arnold habe drei Stiche nach ihm geführt, die aber durch die Uniform und die Mütze, fowie durch Abwehr mit dem Seitengewehr abgrwendet worden find. Der Zeuge hatte den Eindruck, daß e» ihm an» Leben gehen sollte. Er spricht fich über den Angeklagten lobend au». Der Aufseher bestreitet ganz entschieden, den Angeklagten geneckt oder gereizt zu haben. — Die weiter al» Zeugen vernommenen Aufseher schildern, soweit fie den Vorgang beobachtet haben, mit dem Angegriffenen übereinstimmend. Soweit fie dienstlich mit Arnold zu thnn hatten, geben fie demselben da« Zeugniß eine» ruhigen und willigen Gefangenen, der auch fleißig gearbeitet hat. Alle diese Zeugen bestreiten, Arnold geneckt oder geuzt zu haben- e» hat auch Niemand etwa- Derartige» von anderer Seite wahrgenommen. Au- -er Zeit für die Zeit. Vor 51 Jahren, am 11. Juni 1847, erlag den furchtbaren Leiden des Hungers und Frostes in der Meüvillebar der englische Seefahrer John Franklin, der da» Problem einer für die Schifffahrt freilich unbrauchbaren nordwestlichen Durchfahrt löste und durch sein tragisches Ende die Thell' l,|hablt > , Ä' °°s bte '« bitai , " »n« ft’* Üi i« iL“ .«•» «°» litttM?.6 !ll«l l« d'°Ww| “***% " Sm rtlme»isÄ W“*1» !-°I„ >u .u,"** vt8“*' E- ' ?1lll.bn Btair, aii J. ‘"Stow in N, iw Mb an SobibiJ, ’ftbMiWbi« *%*■»*• “ « 3°°M Ulb ®n, *“WiWieWSijita. 6 ö’geunerbanbtn in ttoit ’ltfn Luibstnichn gtnma 1 °i°e gehörige ÄW mcht. W«, 10. >1 1898. »Jtn Änton Ärnolbtij 1 hlagrvrrsllih vtthir!! "aü ßinmezmann; t: lt Rosrobrrg H i« ridllog bn Zrllknstraschr igt SksängllGrase mich, in gtilgt, tun 28. Mai laben, ttn Snschk t an, 28 Iah« alt nnb gv )n ah einer ftaatylt bf n btm lagt in Thal M irdt; n güt an, blei W n habe Sarnos bie von iHv ti ftt in feto« Zellt bf H fit baraif btr Weils' mann nab biefeit habe u ; tüi unb ixtlirti rs iti iHv Dn Miißn ■ k trafanb; biti«, sv * Haltung ans ihn jügtlorauto. chvhen Hadi u nid)t, tr |ti nicht dir SbD Lnsttzenbe, LanbgeMm? ;ra ingetlagien (ein W”1 tibi btzdtfi vier Mal W tftTQh. Der Angeld '■ »tlchir ohne Ursache c» b bann, be^abeilJ» W- ie ®dängm6 °»büß>> , ’A ^thtn niebti c- Äen ben^f & He Rette za verlaße»/ W' - wA£w»W? yi behandelt- "Wl MI unb >«!l» *•' W«« ®“ „ui»««811 t --I il« i; « bllt t*l lullt«* r. °°> Ä> * a 16» ni Der ”Oi ■ ’S $ •”’X p- ><-.» «••Ä'5 At rie ji# Uli. *4* nähme der nautischen und wiffenschaftlichen Kreise Jahrzehnte lang wach hielt. Er wurde am 16. April 1786 in Spilsby geboren. UZ^ttche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Uemeiutzß. Sonntag den 12. Juni. 1. Sonntag nach Trinitatis. Collecte für Gernsheim. G o t t e s d i e n st. In der Stadtkirche. Vormittags 78/< Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 9*/e Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. In der Johanneskirche. Vormittags 78/< Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottesdienst mit Kateckismuslehre für die Neuconfirmirten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lucasgemeinde. Pfarrafsistent Dr. Heußel. Vorbereitung Samstag Nachm. 4i/f Uhr im Confirmandensaal der Johanneskirche. Collecte für die evangelische Gemeinde Gernsheim. Die Pfarrgesckäfte in der Lucasgemeinde besorgt vom 15. Mai ab bis auf Weiteres Pfarrafsistent Dr. Heußel. Sprechstunden Dienstags, Donnerstags und Samstags von 12 bis 1 Uhr in der Sacristei der Johanneskirche, sonst in feiner Wohnung Weferstraße 3. Katholische •cmeinle. Samstag den 11. Juni. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 12. Juni. 2. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austheilung der heil. Communion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe; „ um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen. vottesdienst der iSraelttischeu Religionsgefellfchaft- Sabbathfeier am 11. Juni 1898. Freitag Abend 8 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 98> Uhr. Wochengottesdienst Morgens 6°° Uhr, Abends 8 Uhr. — Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 7. Juni wohlbehalten in Newyork angekommen. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemefien am 8. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 14°, Luft 17°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Netteste Nachrichten, Depeschen de» Bureau „Herold". Berlin, 10 Juni. Bevor Staat-Minister Dr. t). $Dl i q u|e l seinen Urlaub antreten wird, wird die Aeuderuug in der Organisation de» Staatsministeriums zur Beschlußfassung gelangen. Parallel damit läuft die Abänderung de» mit dem Wachsen der Geschäfte an Umfang stetig zunehmenden Arbeit-Ministerium». Köln, 10. Juni. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Madrid die Abreise de- Marinemtuister» nach Cadiz. Die allgemeine Meinung nimmt au, da- au- Cadiz au-laufende Geschwader gehe nach den Philippinen und die» gibt auch die Regierung zu verstehen. Verschiedene bedeutende Blätter glauben aber, daß dasselbe nach Amerika gehe, um dort Entschädigung für das Unglück auf den Philippinen zu suchen und die Regelung der Phtlippinensrage den Mächten zu überlassen. Falls eine Benachrichtigung möglich, soll General Augustin ermächtigt werden, sich mit den Commandanten der deutschen, englischen und sranzöfischeu Schiffe zu verständigen, zu dem Zweck, den Schutz de» Lebens der Spanier zu wahren. Der Minister de- Aeußereu soll fich angeblich mit den fremden Cabtneten io Verbindung setzen. Wien, 10. Juni. Nach dem neuesten Stande der Dinge gilt der Wiederzusammentritt b eß Abgeordnetenhäuser am Dienstag endgültig sür aufgegeben. Gras Thun hatte am Mittwoch den ganzen Tag über Besprechungen mit den Parteiführern, um ein Einvernehmen wegen Abschlusses der Sprachenfrage und Einsetzung eine» Sprachen- AuSschuffe» herbetzusühren. ES gelang ihm nicht, die Schwierigkeiten zu überwinden. Bruno. 10. Juni. Während der gestrigen Fronleichnam-» feier kam e» zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Tschechen und Deutschen. Mehrere deutsche Handel-schüler wurden von tschechischen Burschen schwer mißhandelt. Die Polizei stellte die Ruhe bald wieder her und nahm einige Verhaftungen vor. Lemberg, 10.Juni. Eine gewaltige Feuersbrunst äscherte 252 Häuser tu Wielowie- im Kreise Tarnobrzeg ein. Der Schaden beträgt eine viertel Million Gulden. Loudon, 10. Juni. Nach hier eingelaufenen Telegrammen flattern aus der Höhe von Santiago seit gestern die ameri konische und die kubanische Flagge. Die amerikanische Landmacht wurde von General Livare- angegriffen. Den Amerikanern gelang e- angeblich nach heftigem Kampfe, auf einem Hügel eine Batterie aufzustellen, deren Feuer alsbald verheerend gewirkt haben soll. Gleichzeitig habe Garcia mit Schnellfeuer-Kanonen baß gleiche Fort angegriffen, welches etwa sech- Meilen von Castel Morro entfernt lag. Admiral Sampson dampfte mit mehreren Schiffen biß an das Wrack deß „Merrtmac" und eröffnete ein Feuer auf Castel Morro. Die Amerikaner landeten geschützt durch die Flotte. Madrid, 10. Juni. Der Eindruck, deo die neuesten Nachrichten aus Manila Hervorrufen, ist ein äußerst schmerzlicher und ungeheuerer. Man bemerkt im Abgeordueteohause, wo die Bewegung und der Andrang ganz außergewöhnlich stark waren, sowie in den Cafes außerordentliche Niedergeschlagenheit. Madrid, 10. Juni. In gut unterrichteten Kreisen versichert man, daß Sag ast a entschlossen ist, nach der ersten entscheidenden Schlacht bei Santiago, wie da- Resultat auch sein wöge, die Vermittlung der Mächte zur Einstellung der Feindseligkeiten anzurufeo. Madrid, 10. Juni. Heute verlassen mehrere kriegsmäßig au-gestattete Dampfer, darunter auch der ehemalige deutsche Llohddampfer „Havel", Cadiz. Die Regierung hält die Nachrichten au- Manila geheim. ES verlautet aber, daß der Gouverneur Augustin von Sagasta bevollmächtigt sei, mit den Insurgenten dtreet zu verhandeln. Madrid, 10. Juni. Der Marinemtuister ist nach Cadiz abgereist, um baß Reserve Geschwader zu iaspieiren, welche- bald darauf mit versiegelter Ordre in See gehen wird. Madrid, 10. Juni. Der Ministerrath hielt gestern eine Sitzung ab, in der man fich speciell mit der Lage auf den Philippinen beschäftigte. Der Krttg-minister erklärte, die Nachrichten au- Manila seien nicht so schlimm, al- man annebme. Sagasta erklärte, die Regierung habe nicht beschlossen, den Amerikanern selbst oder durch eine europäische Großmacht Friedeu-verhaudlungen anbieten zu lassen. Madrid, 10. Juni. Große Aufregung ruft hier daß Gerücht hervor, daß Admiral Camara, dessen Flotte mau auf der Fahrt nach den Antillen glaubte, wieder mit derselben in Cadiz eingetroffen ist. Konstantinopel, 10. Juni. Edhem Pascha ist gestern au- Saloniki mit seinem Stabe etngetroffen und mit großen Ehren am Bahnhose empfangen worden. Er begab sich sofort in den N'.diz-Ktosk. Der deutsche Militär-Attache, Hauptmann Morgen kehrt zurück, während aus Thessalien der rusfische Oberst Peschkow gestern zurückgekehrt ist. Die letzten Truppen haben Thessalien zugleich mit Edhem Pascha verasseln. New-Nork, 10. Juni. Die hiesigen Irländer protestiren heftig gegen Sie Anregung bezüglich eine- Bündnisses zwischen England und Amerika. Ihre Blätter erklären, England thäte besser daran, zuerst ein Bündniß mit Irland zu schließen. Jedenfalls sei Niemand mehr berufen gewesen, als Chamberlain, dieses Bündniß zu befürworten, da er und seine Anhänger die von Gladstone vertheidigte Homerule zum Scheitern brachte. ijcknnntmiutjmißen Bekanntmachung. Der Eröffnungstermin für die Vergebung der Erweiterungsbauten von drei Bahnwärterwohnhäusern und Herstellung je eines Stallgebäudes auf den Posten 17, 39 und 41 der Strecke Gießen—Gelnhausen wird auf Samstag -en 18. Mts., Vormittags 11 Uhr, verschoben. Die Angebote sind bis dahin mit der entsprechenden Aufschrift versehen hierher einzureichen. 5878 Gießen, den 9. Juni 1898. Großh. Eisenbahn-Betriebsinspection 2. Dillenburg. Donnerstag, 16. Juni: Viehmarkt. -PersteigtriMM Kamstng dcil 23. Juli 1898, Nachmittags 2»/a Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die den Gerson Katz Eheleuten in Gießen gehörigen Grundstücke in der Gemarkung Gießen: Flur 1/909 = 256 qm Hofraithe in der Wallthorstraße, Flur 1/913,3 — 469 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 10. Juni 1898. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 5882 Empseßiullgen ML Schlachthaus. Freibank. 5732 Heute und morgen: Stikrßeisch 40 Psg. Schmimßeislh 30 W. Morgen Samstag bleibt die Freibank bis 9 Uhr Abends geöffnet. Wlosophkuioulii. Täglich 5884 -rische Milch, Dickmilch- Waffeln. Schweizerkäs ächt Emmenthaler, Edamer fft. Maikäfe, Margarine feinste Süßrahm - Creme, per Pfd. 60 Pfg., Kaffee roh und gebrannt, per Pfd. 80 Pfg. bis 2 Mk., insbesondere das Pfund zu 1 Mk. ^.gebrannt) gut und rein schmeckend, empfiehlt 5888 Chr. Wallenfels, 17 Marktplatz 17. Frisch gebackene Fische. C«unts mit Firma liefert billigst Arühl'sche Mniv.-Kruckerei. ilrrmu’tlpin^rti. 5875] Mansardenlogis zu vermiethen. _________________Wiesenstraße 4. 5713] Logis zu vermiethen. __Brandgasse 6. 4821] Wohnung zu vermiethen. __________B. Wolf, Bahnhofstr. 32. 5894] Zwei Familienlogis zu ver- miethen.___________Wolkeugassc 2tt. 5886] Stube, Cabinet und Küche zu vermiethen._________Gg. 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