1808 Mittwoch dm 11. Mai Erstes Blatt Ät. <09 Meßmer Anzeiger Mnerat-Anzeiger Amts- «nd 2litjeiaeblatt für den "Kreis Gieszen ©d VofibtiMe 2 Mark 50 Vf». vtertrltLhrltch. »tertcljührNch 2 Mai« SO Pf,, monatlich 76 Pfg. mit vrmgirloh». Uonahmk von Anzeigen zu der Nachmittag- für drn Mfltnbcn Ta, erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Hilf Anzeigen-Bermittlung-stellen de- In- und AnDlantoD nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtyee. Prfcheint tLgNch mit Ausnahme dr- MoniagS. Die Gießener Mamitienvtälter »erden dem Anzeiger »SchenNich viermal beigelegt. Redoction, Expedition und Druckerei: KchntKrnhe Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: >Ä|tl,. Bi« jetzt ist da« Ergebniß von 566 Wahlen bekannt. Gewählt find danach 198 Republikaner, 104 Radikale, 41 Socialisteu, 47 Monarchisten- Stichwahlen haben 181 stattznfioden. London, 9. Mai. Meldung de« Reuter'schen Bureau«. Wie auS CHickamanga gemeldet wird, werden 40,000 Freiwillige baldigst angeworden und modilifirt werden. Damit würden, die schon vorhandenen 10 Regimenter regulärer Truppen eingerechnet, die Ges am mt-Streitkräfte auf 50,000 Mann gebracht werden. London, 9. Mat. Der von Cuba nach Tampa zurück- gekehrte Oberst Acosta berichtet, die Insurgenten seien halb verhungert, in schlechter Kleidung und ohne Munition, also für einen Feldkamps unfähig. London, 9. Mai. Die Räumung Wei-hai-wei» Seitens der Japaner wird am 20. d. M. erfolgen. Athen, 9. Mai. Die National-Versammlung von Kreta richtete an den Prinzen Georg ein Telegramm, in welchem sie den Wunsch auSsprichi, den Prinzen bald al« G o uv er neur begrüßen zu können. Der Prinz dankte, ignorirte aber de« letzteren Paffu«. Key West, 9. Mai. Eine telegraphische Meldung au» Port-au Prince besagt: Nach hier eingrlaufenem Bericht vom Cap Haiti wurde da« Geschwader deS Admiral« Sampson in nördlicher Richtung bemerkt, ebenso wurden gestern 17 spanische Schiffe, von denen ein Theil Kriegsschiffe waren, in der Nähr von Portorico gesehen. Gestern in Key West eingetroffene deutsche Seeleute bestätigen, daß am Nachmittag starker Kanonendonner in nordwestlicher Richtung zu hören war.__________________________________ Wahlbewegung. • Nürnberg, 10. Mai. In einer gestern hier abge- haltenen socialdemokratischen Wählerversammlung wurde der Verleger der „Tagespost", Dertel, wiederum als Candidat für die Rrichstagswahlen im Wahlkreise Nürnberg Altdorf proclamirt. ____________________________ wrtb Sieben, 10. Mat 1898. Gerichts-Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den OberamtSrichtrr bei dem Amtsgericht Friedberg, Geheimen Juftizrath Karl Sellheim, auf fein Nachsuchen und unter Anerkennung feiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten D euste mit Wirkung vorn 1. Juni 1898, in den Ruhestand zu versetzen. PopPersonoluachrichten. versetzt find: Der Post- secretär Rink von Mainz nach Karlsruhe (Baden) als c. Ober - Postdirection-secretär und der Ober-Postaffistent Heß von Trtberg nach Groß Gerau. — Ernannt ist zum Kanzlisten der Telegraphen-Affistent Görnert in Darmstadt. • • Theater. Wir können unseren Lesern die angenehme Mittheilung machen, daß der Theaterverein die theater- lose Sommerzeit demnächst durch eine Dilettantenvorstellung unterbrechen wird, deren hoffentlich recht reicher Ertrag zum Besten eines Theater« oder Gaalbaue« vestimmt ist. Die Vorstellung wird Anfang Juni statifinden, die Proben dazu find schon seit längerer Zeit im Gange. Wir hoffen, in Kürze Nähere« über diesen interessanten Theater- abend mittheilen zu können. * • DaS nächste bchwnrgericht beginnt am 6. Juni d. I.; zum Vorsitzenden wurde Herr LandgerichtSrath Schmeckenbecher ernannt. • • All Heil! Laut Bekanntmachung im amtlichen Theile können die neuen Nummerplatten nebst Radsahr- (arten von heute ab bei Großh. Polizeiamt in Empfang genommen werden. Die Zahl der bisherigen Anmeldungen beläuft sich auf 667, wovon die ersten 20 Nummern von Mitgliedern der „Wanderer", die Nummer 1 vom Vorsitzenden geführt wird. Die Nummerplatteu tragen auf weiß lackirtem Schilde den Buchstaben G in schwarzer und dahinter die Nummer in blauer Farbe. Die Platten haben Vorrichtung zum Befestigen an der Bremßstauge. • • 9 llhr-Ladevfchlnb Die auf Anregung de« Detaillisten Verein« feit Beginn diese« Monat« geübte Schließung der Läden um 9 Uhr Abend» scheint Anklang gefunden zu haben- zunächst äußern sich die Angestellten befriedigend über die Neuerung, während das Publikum fich leichter, al« vielleicht Mancher glaubte, damit abgefuuden hat. Auch die Bäcker scheinen fich in ihrer Mehrzahl der Vereinbarung au« geschloffen zu haben. Hoffentlich folgen die Metzger und sonst »och rückständigen Geschäftsinhaber bald nach. * * Bom Wiudhof. Nachdem der große Rittersaal auf dem Wiudhof vollständig, auch betreff» seiner Decorationen, fertig gestellt ist, hielt am vergangenen Sonntag die Bauer'sche Capelle vor sehr gut besetztem Hause da» erste Concert in demselben ab. Mit dem Dunkelwerden wurde dann die erste Beleuchtungsprobe des EtabliffementS mittelst Acetylenga» abgehalten. Die Flammen an den schmiedeeisernen, mit Kupfer recht geschmackvoll gehobenen Kronleuchtern im Saale gaben ein wundervolle», klar weiße», nicht im Mindesten rußende» Licht. * • Der 39. Allgemeine Genoffenschaststag der auf Selbsthilfe beruhenden deutschen Erwerb»- und WirthschaftSgeuoffen- schaften (Schulze-Delitzsch'sche Genoffenschaften) wird nach dem Beschluß des vorjährigen Genoffenschaftstages in diesem Jahre in Neustadt a. d. Hardt (Rheinpfalz) vom 24. bis 27. August abgehalten werden. Im Jahre 1869 haben die Schule«Delitzsch'schen Genoffenschaften schon einmal in Neustadt a. d. H. getagt. • • Wetterbericht. Ueber Central- und Westeuropa besteht zwar noch hoher Druck, doch hat derselbe an Intensität verloren und ist zugleich deffcn Vertheilung unregelmäßig. Am höchsten ist der Barometerstand über der BtScaya-See. Ein secundäres Maximum lagerte am Morgen noch über dem Alpengebiet. Trotz der bereit» gestern vorhandenen Depreffion hat die über dem Mittelmeer lagernde sich etwas ausgefüllt, wahrend die nördliche ihren Einfluß rasch süd« wärt» bi» zur deutschen Küste ausgedehnt hat. Auf unserem Gebiete war heute Morgen bei rheilwetser Bewölkung die Witterung etwas wärmer, als gestern, und hatten meisten« ort» auch die Niederschläge vorübergehend aufgehört. — voraussichtliche Witterung. Wolkige», ziemlich kühle» Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. Grünberg, i« Mai. Am Markttage, 7. Mai, wurden auf dem hiesigen Fruchtmarkte folgende Fruchtarteu rc. zu den beigesetzten Durchschnittspreisen verkauft: 11 Doppel« Eentner (ä 100 Kg.) Weizen zu 25,00 Mk., 21 D.«C. Korn za 19,40 Mk., 15 D.-C. Gerste zu 17,50 Mk., 15 D.«C. Hafer zu 17,30 Mk., 135 D.«C. Kartoffeln zu 6,24 Mk. n. Staden, 9. Mai. Wir haben seit Sam-tag Hochwasser. Infolge des vielen Regens ging die Nidda bereit» am SamStag Abend über. Da» Waffer stieg bis gestern. LS stand 2,10 Mtr. über dem normalen Stand. Der ganze Wiefengrund an der Nidda gleicht einem wogenden See. Bis weit ins Ackerland hinein hat fich da» Waffer gestellt. Die Gemeindcallemende find säwmtlich überschwemmt, und zwar so hoch, daß an einzelnen Stellen nur noch die Spitzen der Erbsenreiser sichtbar sind. E» ist dies um so mehr zu beklagen, als hierdurch gerade die geringen Leute hauptsächlich betroffen werden. Wohl hat man hier und in den abwärt» gelegenen Orten Ober« und Nieder'Florstadt versucht, da» Waffer zurückzudämmen,- allein alle Anstrengungen waren vergeblich. Da» Wasser fällt ja zwar jetzt, aber sehr langsam. Seit gestern Abend ist e» pur 8 Ctm. gewichen. E» kann darum von Aeckern und Wiesen nur an den ganz günstig gelegenen Stellen etwas abfließeu,- im Allgemeinen steht e» noch ruhig. Der augerichtete Schaden ist bedeutend. Seit 1873 hatten wir solche» Hochwasser nicht. Im Ntdderthal leiden die Orte ebenso durch Ueberschwemmuug. Auch au» dem Schlitzer Land kommen Klagen wegen Hochwaffer. Die Neberschwemmung, die in einzelnen Gemarkungen durch die Schlitz verursacht wurde, soll dort viel bedeutender sein, als seit langen Jahren. Mainz, 10. Mai. In der Nähe der Drehbrücke am Zollhafen sprang heute vormittag gegen 10 Uhr ein Mädchen in den Rhein. Ihr Begleiter rief jämmerlich um Hilfe und e» gelang einigen Arbeitern, die durch ihre Kleider über Waffer gehaltene Lebensmüde mittelst eines SchifferhakenS wieder aufs Trockene zu bringen. Streitig« leiten mit dem Geliebten waren die Ursache der That. Schützt Euch vor Strafe! V. A. Von allen Gesetzen des deutschen Reiches ist kaum ein zweites von solch' weittragender Bedeutung für das bürgerliche Leben, als das Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetz, und wohl kaum ein Gesetz greift mehr in das alltägliche Leben ein, als dieses. Es bietet für die Versicherten Vortheile durch Heber« «ahme des Heilverfahrens in geeignet scheinenden Erkrankungs« fällen, durch Bewilligung von Alters« und Jnvaliden-Renten Vortheile, die leider noch vielfach verkannt werden, weil dem Gesetz nicht das verdiente Jntereffe entgegen gebracht wird. Es vergeht aber auch kaum em Tag, an dem nicht der Eine oder der Andere z. B. eine Näherin, Büglerin, Wäscherin ober sonst eine Lohnarbeit verrichtende Person beschäftigt und auf diese Weise in die Lage kommt, sich dem Gesetze unterwerfen zu müffen. Trotzdem finden seine Bestimmungen immer noch nicht die nöthige Beachtung, wie leider bei jeder Revision der Quittungskarten der unständigen Arbeiter, d. h. derjenigen Arbeiter, die nicht ständig mindestens eine Woche bei einem und demselben Arbeitgeber beschäftigt werden, festgestellt wird. Rach § 109 des Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes hat nämlich der Arbeitgeber die Verpflichtung, bei der Lohnzahlung eine entsprechende Beitrags-Marke in die Quittungskarte einzukleben. Versäumt dies derArbeit« geb er, dann zieht er sich eine Ordnungsstrafe zu, bie bis zu 3 00 Mark bemessen werden kann. Der Arbeiter selbst kann für die Verklebung der Beitragsmarken niemals verantwortlich gemacht werden und ist der Arbeitgeber auch dann strafbar, wenn er dem Arbeiter feinen Antheil zum Beitrag baar ausgezahlt hat, dieser aber die Verklebung unterläßt, was oft vorkommt. Es liegt deshalb sowohl im Interesse der Arbeitgeber als auch der Arbeiter, wenn letztere stets die Quittungskarte bei sich führen und ohne solche überhaupt nicht beschäftigt werden. Weigert sich ein Arbeiter, die Quittungskarte ausstellen zu lasten, dann ist der Arbeitgeber berechtigt, die Ausstellung selbst bei der zuständigen Behörde (Bürgermeisterei, Rechner) zu beantragen, um die Verklebung der Beitrags-Marken vorschriftsmäßig vornehmen zu können. Verantwortlich für die Verklebung der Marken ist derjenige Arbeitgeber, welcher den Versicherten in der Kalenderwoche zuerst beschäftigt. Diese erste Beschäftigung kann selbst- verständlich ebensogut am Ende der Woche als am Anfang stattfinden, und es ist daher eine irrige Ansicht, wenn Leute glauben, sie hätten sich nur bei Beschäftigung an einem Montag um die richtige Verklebung der Beitragsmarken zu bekümmern. Ein Jeder muß sich überzeugen, ob Verklebung der Marke vorgenommen ist, was er an der Entwerthung (d. h. der Aufschrift des Beschäftigungstages auf der letzten Marke) leicht ersehen kann. Eventuell muß die Verklebung nachgeholt werden. Die Versicherungsanstalt muß im Interesse der Arbeiter auf richtige Verklebung der Marken sehen. Die Renten werden eintretenden Falls nur auf Grund einer vorgefchriebenen Anzahl von rechtmäßig verwendeten Beitragsmarken bewilligt, und darf die Bewilligung bei einer Rach- verklebung der Beitragsmarken nur dann erfolgen, wenn feststeht, daß die Verklebung für Zeiten unterlassen worden ist, in denen eine versicherungspflichtige Beschäftigung ftatt- gefunden hat. Die Beweise hierfür zu erbringen, ist aber nach einer Reihe von Jahren sehr schwer, wenn nicht un« möglich, und wird deshalb die Nichtbewilligung von Jnvaltden- oder Altersrenten zum großen Theile der Säumigkeit der Arbeitgeber, theilweise auch der Nachlässigkeit der Versicherten zuzuschreiben sein. Jedenfalls muß auf Befolgung der bestehenden gesetzlichen Vorschriften strengstens gesehen werden. Beherzigt also nochmals: Schützt Euch vor Strafe und verweigert einerKleidermacher in, einerBüglerin, einer Waschfrau, einem Taglöhner, ohne Ansehen der Person, nach Beendigung des Be- schäftigungsverhältnisfes solange den verdienten Arbeitslohn, bis Ihr Euch von der ordnungs« mäßigen Markenverwendung überzeugt habt. Für die Frage, ob Jemand für die Verrichtung einer Lohnarbeit versicherungspflichtig ist, gilt im Allgemeinen der Grundsatz, daß jeder, der Lohnarbeit gegen den einigermaßen üblichen Lohn verrichtet, dafür auch versichert werden muß. Ausgenommen ist nur der Fall, daß es sich um die gelegent liche Dienstleistung einer Person handelt, die berufsmäßig Lohnarbeit überhaupt nicht verrichtet und aus deren sonstigen Erwerbsverhältnissen geschlossen werden muß, daß sie die Arbeit nicht des Erwerbs wegen, sondern nur deßhald vornimmt, um dem Arbeitgeber eine Gefälligkeit zu erweisen. Es ist also nicht nur der berufsmäßige Lohnarbeiter ver- ficherungspflichtig und man kann nicht einwenden, der Betreffende könne keine Rente erlangen; denn er kann durch freiwillige Versicherung das Nöthige ergänzen. Ein Landwirth, Handwerker, Auszügler, eine Ehefrau, Bauerntochter u. s. w., die sonst nicht auf Lohn angewiesen sind, nur hie und da das Jahr über gegen den üblichen Lohn, wenn auch nur halbe Tage arbeiten, etwa in der Ernte, im Wald, als Wäscherin, sind dafür zu versichern. Wäre es anders, so würden die berufsmäßigen Lohnarbeiter geschädigt, indem ihnen von den sogenannten Sonntagsarbeitern die Arbeitsgelegenheit weggenommen und große Concurrenz gemacht würde, da die Arbeitgeber bei den letzteren die Versicherungsbeiträge ersparen würden. Abgesehen von den oben hervorgehobenen Vortheilen wird aber auch die Hälfte der geleisteten Beiträge in zwei Fällen zurückerstattet, wenn für mindestens 2 35 Wochen Beiträge geleistet sind, nämlich: 1) Den weiblichen Versicherten, welche sich verheirathen. Der Antrag auf Beitragserstattung muß binnen 3 Monaten nach dem Eheschluß bei der Bürgermeisterei oder direct bei der Versicherungsanstalt gestellt werden. Die Wartezeit von 235 Wochen muß beim Eheschluß bereits erfüllt sein. Zeiten bescheinigter Krankheit, die mit Erwerbsunfähigkeit verbunden sind, gelten als Beitragszeiten. 2) Der Wittwe oder den ehelichen Kindern (unter fünfzehn Jahren) des Versicherten, wenn letzterer stirbt, ohne in den Genuß einer Rente gelangt zu fein; desgl. beim Todes- fall einer weiblichen Versicherten, deren Kindern unter fünfzehn Jahren. Erhalten die Wittwe oder die Kinder aus Anlaß des Sterbefalls eine Rente aus Grund des Unsall- versicherungsgefetzes, so besteht kein Anspruch auf Erstattung. Andere Erben haben überhaupt keinen solchen Anspruch. • Die Fürsorge für lungenkranke Urteiler wird auf der am 20. und 21. Mai in Berlin im ReichSverficherungsarnt stattfindenden Couserenz der Vorstände der Alrer»- und Jn- validitatS-Bersicherungs-Anstalteu einen wichtigen Gegenstand der Tagesordnung bilden. Die neue Jnvaliditatsursachen« katisttk de» ReichSverficherungSamts einerseits, welche den Einfluß der Lungenschwindsucht auf die Erwerbsfähigkeit neuerdings in so erschreckender Weise tllnstrirt hat, und die mehrjährigen Erfahrungen der Versicherungsanstalten in der Heilstättenbehandlung lungenkranker Versicherter andererseits »ieten ein umfangreiche» und werthvolles Material für diese Berathnngen, bei denen es fich vorauSfichtlich audb um die mehr oder weniger ausgedehnte Anwendung de» § 12 des Gesetze» vom 22. Juni 1889, betreffend die Invalidität», und Altersversicherung, handeln dürfte. e Bor Freude gestorben ist kürzlich in Part» verjünge Maler Arrnede Girard, ein entfernter Verwandter de» Marschalls Ney. Derselbe hatte im Salon ausgestellt. Al» 1 er sein Gemälde an bevorzugter Stelle angebracht fand, j serieth er in eine so freudige Aufregung, daß der Ausbruch eines Anenrykma, an welchem er litt, die Folge war. Kurze I I Zeit darauf trat der Tod ein. Girard war 33 Jahre alt. } ( * Landwirthfchaftliche Studien-Reife. Die Deutsche Landwirthsch afr»« Gesellschaft bereitet für diese» Jahr wiederum eine landwirthfchaftliche Gesellschaftsreise, und zwar durch Schleswig-Holstein, Dänemark und Süd«Schweden vor- Dte Reisegesellschaft, welche höchsten» 30 Thetlnehmer umfassen kann, wird fich am 7. Juni in Hamburg vereinigen, um nach zahlreichen Befichtigungen in unserer Nordmark land« wirthschaftlich interessante Punkte Jütlands und Seeland», daun Kopenhagen mit Umgegend und fünf Tage lang Süd- schweden kennen zu lernen und am 29. Juni die Rückreise von Trelleborg Über Saßnitz (Rügen) anzutreten. Der Führer der Reise, Herr LandwirthschaftSlehrer Schneider, Friedenau bei Berlin, hat dieselbe in einer umfassenden Borreise und durch einen gedruckt auszugebenden Reiseführer aus da» Sorgsamste vorbereitet, so daß auch diese fünfte von der D. L. G. unternommene Studienreise ihren Theilnehmern reiche Anregungen und Genüsse bieten wird. Die Reisekosten werden etwa 450 Mk. betragen. Anmeldungen nebst 50 Mk. Einschreibgebühr nimmt, sofern die Höchstzahl von 30 Theil- nehmern nicht vorher erreicht ist, die Hauptstelle der Deutschen LandwirthschaftS-Gesellschast, Berlin SW., Kochstraße 73, bis zum 20. Mai entgegen. * Auf dem Fahrrade gestorteu ist in Z e i tz eine im Anfänge der dreißiger Jahre stehende Frau, der aus Gesundheitsrücksichten das Radfahren empfohlen worden war. Al» fie in einer Straße vor der Stadt auf und ab fuhr, klagte fie plötzlich über Uebelbefinden und neigte den Kopf vorn über. In dieser Situation blieb fie noch eine kurze Strecke Weges auf dem Rade, das ein Fahrlehrer führte, bi» dieser bemerkte, daß die Frau nicht mehr am Leben sei. Ein Schlaganfall hatte ihren Tod veranlaßt. * 16 Mark Steuer für 2 Mark Gehalt. Daß ein Beamter nach höherem Einkommen strebt, kommt alle Tage vor, daß aber einer fich darüber ärgert, daß sein Gehalt zu hoch ist, dürfte weniger oft Vorkommen. Und doch hatte dieser Tage ein Düsseldorfer Beamter alle Ursache zu einer solchen Beschwerde. Der Betreffende konnte seiner Declara- tton»pflicht nicht au-weichen und bei Erfüllung dieser Pflicht stellte fich heraus, daß sein Einkommen 2 Mk. Über die Grenze der Steuerstufe hinanSging. Im Vertrauen darauf, daß die BeranlagungScommisfion wegen dieser 2 Mk. kein großes Aufsehen machen werde, vollzog er seufzend den DeclarationSbogen. Die BeranlagungScommisfion täuschte aber grausam das in sie gesetzte Vertrauen und erhöhte die Einkommensteuer um die folgende Stufe von 10 Mk., sodaß der Beamte für die ominösen 2 Mk. Gehalt einschließlich der sonstigen Abgaben etwa 15 Mk. Steuer zahlen muß. Jetzt will der Beamte sein Gehalt um 2 Mk. gekürzt sehen, * Bom Schriftsetzer zum UniverfitatS-Profeffor. In B a f e l starb ein Mann, der zu den interessantesten Erscheinungen deS Jahre» 1848 gezählt werden muß. Der junge Schriftsetzer Stephan Born gehörte mit zu den Barrikadenkämpfern der Berliner Märztage. Obzwar erst 23 Jahre alt, wurde er Vorfitzender de» Central-ComitsS der Arbeiterschaft, da» fich am 19. April covstitutrte, und damit der Organisator der ersten socialisttschen Bewegung mit auggeprägtem Klassencharacter in Deutschland. Er präfidtrte auch im August 1848 bei dem von 40 Delegirten au» den größten deutschen Städten besuchten Arbeitercongreß und vertrat auf AgitationSreisen mit rednerischem Talent seine von Lout» Blanc und Karl Marx beeinflußten Ideen. Nach dem Scheitern der Berliner Bewegung nahm Born an dem Mai- Aufstande in Dresden hervorragenden Antheil, ja, er führte vom 7. bis 9. Mai 1849 das militärische Commando. Al» Flüchtling nach der Schweiz verschlagen, vermochte er sich vom einfachen Arbeiter zum CheftRedecteur der „Baseler Nachrichten" hinaufzuarbeiten und schließlich die Professur für neuere Literaturgeschichte an der Universität zu erhalten. Kürzlich erst veröffentlichte er seine Erinnerungen au» dem „tollen Jahre". * Die SrnahrungSverhallnisse der italienischen Studenten schildert Prof. Alessandro Seraftni in einem kurzen Aufsätze de» Archiv» für Gesundheitspflege, der angeficht» der gegenwärtig in Unruhen autartenben Nothlage in Italien von besonderem Interesse ist. Serafini hat gerade die Studenten für seine Untersuchungen au»gewählt in der Ueber« zeugung, daß dieselben zum großen Theil in ähnlicher Weise eie die Arbeiter mit besonderen Schwierigkeiten in der Lebens« ührung zu kämpfen haben, nicht selten sogar in höherem Raße, al» die Arbeiter, weil fie den Ansprüchen der gesell» chastltchen Stellung mehr unterworfen find, al» diese. Außer« dem hatte Serafini bereit» beobachtet, daß die Ernährung vieler Studenten in seinem Baterlande eine außerordentlich »ürftige wäre, indem fie zum Theil nur sehr geringe Geldmittel von Hause beziehen und davon einen nicht nnbeträcht« lichen Theil zur Zerstreuung und zur Befriedigung nicht nothwendiger Bedürfnisse verwenden. E» liegt eine offenbare Gefahr in einer ungenügenden Ernährung gerade de» Theile» der Jugend, au» dem die zukünftigen Träger der Intelligenz und Moral hervorgehen sollen. Serafini machte seine Unter- uchungen derart, daß einer seiner akademischen Schüler fich u verschiedenen Zeiten nacheinander erst nach Art der wohlhabenden, dann nach Art der ärmeren und schließlich der anz armen Studenten einige Tage lang ernährte. E» wurden die drei Klaffen unterschieden mit einem monatlichen Bezüge von 120 bi» 160 Mk., mit 64 bi» 72 Mk. und mit 32 bi» 40 Mk., und dann wurde der Werth der täglich aufgenommenen Nahrung (einschließlich des Alkohol»), in Wärme« Einheiten ausgedrückt, berechnet. Da» Ergebniß war, daß >ie Kost der Studenten der zweiten und dritten Klasse in >er Mehrzahl nicht nur ungenügend ist, sondern sogar noch lürftiger al» die der niedersten Volksklasse in Neapel und der armen Bauern der Emilia. Diese Studenten leben in einer Art chronischer Abzehrung, die fich auch durch die Abnahme de» Körpergewicht» und einen gewissen Grad von Entkräftung bei den jungen Leuten kundgibt. Der Zustand wäre wohl noch gefährlicher, wenn die Kost nicht verhältnißmäßig viel Eiweiß enthielte und wenn nicht die Studenten während der Ferienaufenthaltes im Elternhause sich einigermaßen erholten. Wir zweifeln übrigens nicht daran, daß auch in Deutschland und in anderen Eultur- ländern eine ähnliche Untersuchung überraschende Thatsacheu von nicht sehr erfreulichem Inhalt aufdecken würde, wobei freilich in Deutschland die vielfach ungenügende Ernährung der Studeuteu auf eine gewisse Gleichgiltigkeit gegen dieselbe zurückzuiühren sein dürfte. * Reclameräuber. Ein amerikanischer Journalist, Mac Govern, hat kürzlich eine interessante Studie über die Reclame-Agenturen in den Bereinigten Staaten veröffent- licht. Er erzählt hierin unter Anderem folgende Auecdote: Bor einiger Zeit erhielt ein Schauspieler Namens Henry Müller, der gerade für das Garden-Theater in New-Aork engagirt worden war, folgenden Brief: „Lieber Herr! Sie wtffen wahrscheinlich, daß heutzutage die Reclawe und nicht das Talent für den Erfolg entscheiden läßt. Da Sie im Theater debüttreu werden, wäre es vielleicht nützlich, die Aufmerksamkeit des Publikums zunächst auf Ihre Person zu lenken, und ich möchte Ihnen zu diesem Zwecke folgenden Plan tu Vorschlag bringen: Wenn eS Ihnen recht ist, werden zur Nachtzeit Räuber tn Ihre Wohnung eindringen, dort Revolverschüfse abfeuern und sich daun zurückziehen, nachdem sie auf dem Fußboden Blutspuren zurückgelaffen haben. Der „NewDork Herold" und die anderen Morgenblätter werden dieses Abenteuer erzählen, und Ihr Name wird auf allen Lippen sein. Wir werden Ihnen die Diebe liefern, aber die Sache wird Ihnen 100 Dollars kosten. Genehmigen Sie u. s. w." — Dieser Brief war unterzeichnet „Empire Press Association*) postrestant Bureau Centrale. — Fixe Kerle, diese Amerikaner! * Ueber ein originelles WtrthShaus berichtet daS Hamburger Fachblatt ^Küche und Keller": Wenn man in London vom BishoSgate au» die Artillery-Laue hinaufwandert, findet «an dort rechter Hand ein WirthShauS, von dem mau sagt, e» fei etozig in seiner Art. Von außen betrachtet, bietet das HauS dem Auge nicht» Außergewöhnliche». Ueber der Thüre steht der Name William». Auch im Innern wird «an vorerst nicht» Auffalleude» bemerken. Aber sobald man da» erste Gla» geleert hat und um Zulage bittet, daun erst kommt die Ueberraschuug. Der Mann, von dem man bedient wird, verweigert nämlich jedes wettere Verzehren, indem er die Gäste freundlichst ersucht, die Regeln de» Hause» zu beachten. Dabei deutet er auf die Wand, wo folgende Verordnungen zu lesen find: 1. Kein Betrunkener, ob allein oder in Gesellschaft, darf bedient werden. 2. Unter keinen Umständen wird einer Person oder einer Gesellschaft mehr als einmal servirt, da e» Regel ist, daß Jedermann das Local für eine halbe Stunde verlafien muß, ehe ihm wieder etwas verabfolgt wird. 3. Die zu verabfolgende Menge darf einen Schoppen Wein oder eine Pint Bier oder ein Gla» Liqueur auf einmal und die Person nicht übersteigen. 4. Laut- sprechende Personen, und solche, die sich in ihren Ausdrücken gemeiner Worte bedienen, oder überhaupt sich unanständig benehmen, werden nicht bedient. 6. Rauchen ist zu jeder Zett und unter allen Umständen verboten. Unten steht eine Bemerkung des Wirthe», die Folgende» besagt: „Da der Befitzer fich das Recht herauSntmmt, sein eigenes Geschäft nach eigenem Gutdünken zu führen, so kann er absolut nicht dulden, daß die Regeln verletzt werden. Daher erlaubt er fich auch, solche, die nicht geneigt sein sollten, fich demselben zu fügen, zu bitten, andere Localitätea mit ihrer Kundschaft zu beehren." — DaS Wunderbarste aber ist, daß diese» WirthShauS außerordentlich einträglich ist, und tn der ganzen Nachbarschaft als da» besuchteste gilt. Norddeutscher Lloyd, tn Gießen vertreten durch die Zgcnten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 9. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampfer Elisabeth RtckmerS, Capt. E. Werner, vom Norddeutsche Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. IsttetPia ta rmüüßta Jtutynta Opernhaus. Mittwoch den 11. Mat: Boccaccio. Donnerstag den 12. Mai: Bajazzo. Neues Ballet-Divertissement. Cavalleria rueticana. Freitag den 13. Mai geschlofien. SamS- tag den 14. Mat: Der Postillon von Lonjumeau. Sonntag den 15. Mat: Tannhäuser. Schauspielha«». Mittwoch den 11. Mat: Hagars Liebe. Donnerstag dm 12. Mai geschlossen. Freitag den 13. Mat: Egmont. Samstag den 14. Mai. In Behandlung. Sonntag den 15. Mai: In Behandlung. Verkehr, Cottb» mtb VelksrorrthschafL •Ufttts, 10. Mai. Marktbericht. Aus dem heutig» Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,10, Hühnereier pr. St. 5-0 H, 2 St. 00—00 H, Enteneier 1 St. 6—CO 4, Gänse e'er pr. St. 11—12* Käse pr. St. 5-8 * Käsematte pr. St. 3 ,R Erbsen pr. Liter 19 * Linsen pr. Ltter 31 * Tauben pr. Paar X 0,90 bis 1,00, Hühner pr. Stück 1,30 bi» 1,50, Hahnen pr. Stüc X 1,60—1,70, Enten pr. Stück X 1,80—2,00, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 68-74 * Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 62-66 * Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bis 72 * Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 62-64 A Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 H, Kartoffeln pr. 100 KUo 6,00 bi« 7,00 X, Weißkraut vr. Stück 0—00 * Zwiebeln vr. Centner 11,00—12,00 Jt, Milc; pr. Liter 16 A, Kirschen pr. Pfd. 60 * Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Neueste Nacchricchte«. Depeschm des Bureau „Herold". Berlin, 10. Mai. Au» Rom meldet das „Kleine Journal": Hier find allerlei Gerüchte verbreitet. Die Stellung Rudini» ist schwer erschüttert. In Kammerkreisen wurde der Gedanke eine» Soctalisten-GesetzeS und einer Verschärfung de» Paßgesetzes erörtert. Während der letzten Unruhen wurden furchtbare Greuelthaten verübt, welche der Bewegung einen rein anarchistischen Character verleihen. Dresden, 10. Mai. Die Zweite Kammer ist dem Beschluß der Ersten Kammer beigetreten, wonach die Frauen nach wie vor an politischen Versammlungen theil- nehmen dürfen. Prag, 10. Mai. Der Herausgeber und Redacteur der tschechischen antisemitischen Zeitung „Blätter-AuStrag", JaroSlaw Strongal, wurde gestern wegen Betrüge» und Caution»schwindel durch die Geschworenen zu drei Jahren schweren Kerker verurtbeilt. Belgrad, 10. Mai. Au» Sofia meldet man hierher: Aufsehen erregt ein Artikel der „Swoboda", welcher die Führer aller Parteien und angesehene Männer auffordert, vereint zum Fürsten zu gehen und ihn zu bitten, den für ihn und Bulgarien gefährlichen Weg zu verlaffen. Er möge vor Allem die Räuberbande, welche man Regierung nennt, entlaffen, welche ihm Alle» verheimliche, besonder», daß das Volk gegen ihn im höchsten Grade aufgebracht sei, weil er mit seiner Politik fich und daS Land dem Verderben zuführe. Wolle er dann dir Stimme des Volke» nicht hören, müffe man mit einem allgemeinen Angriff auf die Regierung fich derselben entledigen. Pisa, 10. Mai. In Ponte.vedro sanden gestern wiederum Kundgebungen statt. Die Truppen wurden angegriffen und entgegneten mit Gewehrschüffen. Drei Personen wurden getödtet, drei weitere schwer verwundet. Benedig, 10. Mai. Der Stadtrath beabfichtigt, die Abgaben auf Mehl zeitweise aufzuheben, die Brod- preise find infolgedeffen erheblich gesunken. Die ganze Garnison, sowie Mannschaften der Kriegsschiffe find in Bereitschaft. 23 Socialistenführer wurden verhaftet. In Padua wurde die Universität geschloffen. Mailand, 10. Mai. Drei sozialistische Abgeordnete, welche an der Spitze einer vielhundcrtköpfigen Menge durch die Straßen der Stadt zogen, wurden verhaftet und die Menge zerstreut. Madrid, 10. Mai. Die Regierung von Portorico meldet, ein spanischer Dampfer sei von eine« trans- atlantischen Schiffe verfolgt worden. Der spanische Dampfer sei jedoch glücklich in dem Hafen von Portorico eingetroffen. Madrid, 10. Mai. Seit gestern erhält fich die Nachricht von einer großen Schlacht, welche auf der Höhe von Portorico stattgefunden haben soll. London, 10. Mai. Von Setten der französischen Regierung haben nruerding» hier und bei anderen Cabinetten Sondirungen darüber stattgefunden, wie man fich zu einer Vermittlung zwischen Spanien und Amerika stellen würdet Athen, 10. Mai. Karditzi und Georgi», welche vor längerer Zeit da» Attentat gegen den König verübten, find gestern bin» er ich t et worden. Nrw-Nork, 10. Mai. Der „World" ckdröffentlicht einen Bericht von Gomez, in welchem dieser den Amerikanern seinen Dank ausspricht, weil dieselben ihn so thatkräftig unterstützt haben. Der Jnsurgentenführer versichert, die Insurgenten seien bereit, die Spanier von der Insel zu vertreiben und brauchten nur Waffen und Munition. WB. Lugano, 10. Mai. Nachrichten aus Mailand zufolge scheint dort die Lage kaum gebeffert. Seit gestern Mittag ist der Eisenbahnverkehr zwischen Chiaffo und Mailand • unterbrochen. Wie verlautet, sollen strikende Eisenbahn bedienstete den Mailänder Eenrralbahnhof besetzt halten. Aus Brianza sollen Landleute mit Heugabeln zur Unterstützung der Strikenden heraneilen. WB. Madrid, 10.Mai. Extrablatt. Die Ruhestörer plünderten gestern da» RathhauS zu EiuareS, verjagten mit Revolverschüffen die nachdringende feuernde GenSdarmerie und fetzten ein heftige» Feuer fott. Zwölf Tobte und sechzig Verwundete. Gleiche Unruhen kamen in Cadix, Albacete und Marto» vor. WB. Madrid, 9. Mat. Die Kammer nahm die Vorlage, betreffend Land- und Seestreitkräfte, an. — E» wird über Unruhen gemeldet au» Baza infolge der LrbenSmittelfrage. Einige Personen find tobt oder verwundet. Die Ordnung ist wieder hergestellt. Der Belagerungszustand wurde auch für Walladofod und Eordova verfügt, wo Unruhen vorgekommen find. WB. Key West, 9. Mai. Zwei amerikanische Kriegsschiffe fahren langsam auf Key West zu. Dieselben scheinen schwer beschädigt zu sein. WB. Habauna, 9. Mai. Zwei amerikanische Schiffe versuchten den Canal von CardenuS zu forciren, mußten fich aber vor drei spanischen Kanonenbooten zurück» ziehen. WB. Puertorico, 9. Mai. Das Schiff „Pauline" traf hier ein, nachdem eS der amerikanischen Flotte entkommen, welche Aufstellung nehmen soll, um die Insel zu bloktrev. Speciell für die Damen. Durch Zusatz von wirkungsvollen Ingredienzien, wie sie unL von ersten medicinischen Autoritäten neuerdinas an die Hand gegeben worden sind, ist die Doerings Seife mit der Eule, bekannt unter der Devise: „Die beste der Welt“, abermals verbessert und durch diese Verbefferung in ihrem Einflüsse auf die Erhaltung der Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, so daß sich keine Seise zur Toilette mehr eignen dürfte als die in ihrer Art unübertreffliche Doerings Seife mit der Eale. Wir ersuchen alle Damen, Mütter, wie Jedermann, dem die Pflege der Haut ernst ist, um erneute Versuche. Der Preis ist nicht erhöht worden, für 40 Pfg. überall erhältlich. 2532 z- Notiz, daß m. Kuren g. Zwangs- JM O38H gedanken, Angst,Schlaflosigk.,Asthma, Herzerreg.,Schwäche, Magenverstim»- ung, Darmträgh., def Gicht rc. wieder v. April—Oct. in Auerbach, Hess. Bergstr., stattfinden. Prospecte üb. Eigenart u. Wirkung gratis. 2133 Dr. Bor eher dt. MMNtMlhllNlM Verdingung. Die Lieferung von 8000 cbm Basaltkleinschlag zur Gleisunterhaltung für die Strecke Friedberg—Lollar und Gießen— Lauterbachsoll öffentlich verdungen werden. Termin am 25. Mai 1898, Vormittags 10 Uhr, in dem Geschäftszimmer der unterzeichneten Betriebs-Jnspection. Angebote mit der Aufschrift „Angebot auf Lieferung von Bafaltkleinfchlag" find verschlossen bis zu obengenanntem Termin postfrei einzusenden. Die Bedingungen können bei der Betriebs- Jnspection 1 zu Gießen eingesehen, auch gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 50 Pfg. von da bezogen werden. Zuscklagsfrist 2 Wochen. Gießen, 9. Mai 1898. 4933 Großh. Hessische Eisenbahn-Betriebs-Jnspection 1. Die Verpachtung der Grasnutzen 1. von zwei Parzellen im Bahnhof Gießen, in der Nähe der Gast- wirthschaft Riemer, 2. an der neuen Zufuhrstraße nach dem Güterschuppen in Gießen, in 5 Loosen, 3. von den Bahnböschungen der Oberhessischen Bahn von Bahnhof Gießen bis km 0,5 und von km 0,5 bis 1,3 (Linie Gießen—Gelnhausen), 4. von den Bahnböschungen km 132,1 bis 132,3 der Main-Weser-Bahn soll am Donnerstag den 12. d. M. statt- finden. Anfang bei km 182,1 der Main- Weser-Bahn Vormittags 8 Uhr. Gießen, 9. Mai 1898. 4934 Großh. Betriebs-Jnspection 1. ikrltfißcriniiini Mdemsteigerillig Donnerstag den 158, d. M., Vormittags 11 Uhr, sollen die zur Rebe' schen Concursmaffe gehörigen 4932 3 Pferde öffentlich gegen Baarzahlung in der Nebe'schen Hoftaithe versteigert werden Der Coneursvertvalter. Ompfehlnugen ÄL Wüchthlms. Freibank. 4900 Heute nab morgen: Ochsenfleisch nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. Schweinefleisch frisch und gesalzen, nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. 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Friedberg, am 6. Mai 1898. Für das Marktcomitee. Stein häuss er, Bürgermeister. 4941] Ein Schirm und ein Hut gefunden am Wallthor. Abzuholen Steinstraße 70. D. Oe. A. V. Donnerstag, den 12. Mai: Monats- Bersammlung auf Burg Gleiberg. Ab 6 Uhr Abends pünkt- ' Jahren bestehenden Schweinemärkten auch S Rindvieh-Märkte Jg f zu verbinden. Nachdem bereits ein solcher am 23. Februar mit gutem Erfolge stattgefunden hat, sollen weitere im Jahre 1898 am 25. Mai, am 7. September und am 26. October abgehalten werden. Friedberg als Mittelpunkt der wohlhabenden Wetterau und Knotenpunkt von vier Bahnlinien, dürfte sich zur Abhaltung von Rind- viehmärkteu ganz besonders eignen. Wir kommen mit dem Unternehmen einem vielseitig geäußerten : Wunsche unserer nächsten und weiteren Umgebung entgegen, und werde» wir alles aufbieten, um den an uns gestellten Anforderungen, wie Stallung, Futter usw., gerecht zu werden. Das unterzeichnete Comitee ist zu weiteren Auskünften gerne bereit. Evangelischer Bund. Freitag den 13. Mai, Abends 8'/, Uhr, in Steins Garten r Vor trag des Herrn Predigers LehmpfaM vom „Allgemeinen Evangelisch» Protestantischen Missionsverein" über: Cnltnr und Christenthum in Ostasien. Unsere evangelischen Mitbürger bitten wir um zahlreiches Erscheinen. Wöchnerinnen empfiehlt sich. Näheres durch die Expedition d. Bl. Bon einer Lebens-, Sterbekasse- und Aussteuer-Vers.-Gesellsch. werden für das Großherzogthnm Heften und die Provinz Heffen-Naftan tücht., hauptsächlich in (Sterbet bewanderte Inspektoren gesucht. Gefl Offerten unter A. Z. 4884 an die Exped. d. Bl. erbeten. • ■■■ ■ in jeder Ixhebigew Schriftart n*d Kartewrte wwks Visitkarten -oren 49Z,> kleine goldene Damenuhr. Abzugeben gegen gute Belohnung Wilhelmftr. 25. Kriegerkameradschaft Giessen. Wir erfüllen hierdurch die traurige Pflicht, die Mitglieder davon in Kenntniss zu setzen, dass unser Kamerad Heinrich Henss heute Nacht verschieden ist. Die Beerdigung findet Mittwoch den 11. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, statt. — Versammlung bei Kamerad Prell, Kreuzplatz, pünktlich 2'/, Uhr Nachmittags. Giessen, am 9. Mai 1898. 4936 Per Vorstand. Steins Garten. Donnerstag den 12. Mai 1898: Grosses Extra-Concert znm Besten der Unterstützung hilfsbedürftiger Musiker der deutschen Armee und Marine. Anfang 7 Uhr. [4916] Entrde 50 Pfg. Rrbectwn: F. B.: Hermann Elle. — Druck und Verlag der Brühl'scheu UmversitätS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen. klar tnth i°k bitt > Rad uati weil li s-l btioi 25/ bie bi« en W hei | Stlmi feiner feine nnbn fie toi iu bt "Iffen heran lallte bei b reiche, Mi »on etnmi *1 r«n< titii