Nr. 59 Erstes Blatt Freitag den 11. März 1898 strscheiut täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener M«milteuvrätter Werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Gießener A nzeiger AezugspreiL vierteljährlich 2 Mark 20 Psg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohu. Bei Postbezug 2 Mark 50 Plg. vierteljährlich. A»»ahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Lorm. 10 Uhr. Keneral-Anzeiger Alle Anzeigen-VermittlungSstellen deS In- und Ausland«« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- unb Anzeigeblcrtt für den Ureis Gieszen. I . ------- ■■ ■ Ktboctiea, Expedition und Druckerei: -chnlstraße Ar. 7. | Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Fernsprecher Nr. 51. Deutscher Reichstag. 58. Sitzung vom Mittwoch deu 9. März 1898. Ja Erledigung eine« schleunigen Antrages Auer beschließt da« Haus zunächst vorläufige Einstellung eine« gegen den Abg. Schmidt« Frankfurt schwebenden Prtvatklage- VerfahreuS. ES folgt dir Fortsetzung der ersten Lesuug der Anträge (Gesetzentwürfe) Schneider und Lieber, betr. die eingetragenen BerufSvereioe. Abg. Hehl von Herrnsheim (nl.) erklärt, daß seine Partei diese Anträge nicht annehmen könne. Dieselbe wünsche die Gründung obligatorischer Berussvereiue, welche Arbeitgeber und Arbeitnehmer in sich vereinten. Er gebe zu, daß auch in Deutschland manchmal Arbeiter durch Arbeitgeber auSgebeutet würden, aber im Ganzen erwiesen die Arbeitgeber den Arbeitern mehr Entgegenkommen, auch noch über die gesrtzlichen Vorschriften dtnauS. Er verweise da auf die wohlthätigen Einrichtungen deS Herrn v. Stumm Da« einzig Richtige seien gemeinsame Orgaoisationeu von Arbeitern und Arbeitgebern, wovon ja schon tu deu Gewerbegerichteu ein Beispiel vorliege. Abg. v. Glm (Soc.) wirft dem Centrum vor, warum c0 diese Angelegenheit nicht schon beim Bürgerlichen Gesetzbuche geregelt habe. Er führt sodann weiter aus, man behaupte, sür Deutschland sei wegen seiner Soemer, wonach die Zuziehung eine« Rechtsanwaltes bet der mündlichen Verhandlung eines DiSciplinarverfahrenS erlaubt sein soll, angenommen war. Berlin. 9. März. Nachdem heute im Abgeordnetenhause die Vereidigung der neu eingetreteuen Mitglieder fiattgefundeu hatte, wurde dte Bedachung über den CultuS- (tat fortgesetzt und eine Reihe von Titeln angenommen. Morgen Nothstands-Vorlage und A sirdelungS-Novelle; dann Fortsetzung der Berathung de« CultuSetat«. Berlin, 9. März. Die „Berl. Corresp " meldet: Ober- bürgermetster Becker in Köln ist als Bürgermeister der Stadt Köln auf fernere zwölf Jahre vom König bestätigt worden. Frankfurt a. M., 9. März. Wie der „Frks. Ztg." aus Berten gemeldet wird, verlautet zuverlässig, daß dte Reichstag «wählen tu der zweiten Hälfte de« Juni und die LandtagSwahleu im October statrftaden werden. Köln. 9. März. Die „Köln. Doiktztg." schreibt, betreff« der schließlichen Stellungnahme der CentrumS-Fractiou zur Marinevorlage laffe sich bisher noch nicht einmal vermuthungswelse etwa« sagen. Sine auS Schlesien kommende, in dem genannten Blatte veröffeotlichte Zuschrift fordert dringend, daß da« Centrum sich nicht spalte, möge die Entscheidung ausfallen, wie sie wolle. Eine Spaltung würde nicht nur im Süden Deutschlands, sondern auch unter den Katholiken Preußen« unheilvolle Verwirrung aurtchten, so daß mau eine Wiederholung der Corfltcte befürchten wüßte, wie sie seiner Züt bet der Milttärvorlage zum An-bruch gekommen sind Zerbst, 9. März. Der auhaltische Landtag hat dal Gesetz auf Beseitigung de« CoalitiouSverdotS von Vereinen einstimmig ohne Compeasarioneu angenommen. Sluslatafc. Prag, 9. März. Gestern Abend kam eS wiederum zu Demoustratiooeu, dtePolizei mußte energisch einschreiten. Die Geschäftsinhaber wollen eine Deputation zum Statthalter schicken, da infolge der fortdauernden Exceffe da- Geschäft de« Abends vollständig ins Stocken gerathen ist. Arc«, 9. März. Infolge des fett längerer Zeit au- haltenden Rrgenwetterl ist der Bahnkörper zwischen Maroi und Arco unter Wasser. Der Verkehr ist, nachdem ein Personenzug entgleiste, wobei aber Niemand Verletzungen davontrug, eingestellt worden. Pari!, 9. März. Die Zeugen Esterhazy« haben dem Obersten Picquart ein Schreiben gesandt, in welchem sic erklären, daß die zwischen ihnen und Picquart bestehenden Meinungsverschiedenheiten einem Ehrengerichte unterbreitet werden sollen. Zum Vorsitzenden de« Ehrengericht« wurde General Dufoure gewählt, der fich auch zur Annahme diese! Posten« bereit erklärte. Ferner wird in dem Schreiben gesagt, daß die Zeugen PicquartS und Esterhazys je drei Mitglieder zum Eintritt in das Ehrengericht wählen können, aber nur solche Personen, deren Ehre unangetastet ist und die mit keinem der beiden Gegner verwandt sind. Esterhazy und Picquart werden persönlich vor dem Ehreugericht erscheinen könne». Die Verhandlungen sollen veröffentlicht werden und Picquart har man bi« zum Freitag Zett gelaffeu, die Vorschläge zu acceptireu. Paris, 9. März. Eine Versammlung von 200 Depn- tirten aller Parteien sprach fich für zweijährige Milt- tärdienstzeit au« und nahm einen Beschlußantrag an, worin die Regierung ersucht wird, einen Gesetzentwurf auf der Grundlage dieses PriucipS vorzubereiteu. London, 9. März. Aus Honkong wird gemeldet, ei» französischer Kreuzer, ein Kanonenboot und ein Torpedoboot seien in Hot^Wow angekommeu. Bombay. 9. März. Die Unruhen entstanden durch den Versuch von Santtäi-beamteu, den Grund der Krankheit einer Mohamedanertn zu erfahren, die in Ripoueoad wohnte. ES wurde ihnen jedoch der Zutritt zum Hause verweigert. AlSbald sammelte sich eine große Merffchrnmrnge an, dte nach den Beamten mit Steinen warf. Dte Beamten zogen fich zurück, um im Revierbureau de« Polizetdistrict« Unterstützung zu holen. Bewaffnete Polizisten begleltden die Beamten zu dem bctreffrnden Hanse. Der erneuten Forderung, dte Kranke au«zulteferu, wurde nicht staitgegebeu. Ein persischer B amter forderte dte Menge auf, auSeinanderzugehen, und gab, all man thn schlug, der Polizei Befehl zum Angriff. Vier Moha- medaner wurden getödtet und mehrere verwundet. Dte Aufregung verbrettete fich mit beunruhigender Geschwindigkeit weil er. Kein Christ, gleich welcher Nationalität, kam unbehelligt davon, wenn er tu dte Hände der HtnduS gerieth. Biele wurden thätlich angegriffen. Zwei europäische Soldaten sollen beinahe getödtet sein. In der Vorstadt Bhculla griff der Pöbel die Victoriagebäude an. CocaUt rrnd provinzielles. Gießen, den 10. März 1898. * • Ihre König!. Hoheit Prinzeffiu von Battenberg nebst Gefolge pasfirteu heute früh 8 Uhr 2 Min. die hiesige Station und nahmen da« vorher in der Bahnhofsrestaurattou bestellte Frühstück im Waggon ein. • * Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 19. Januar ien Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu Worml Adolf Zucker, Jacob Becker, Johann Thorn und Carl Dür lng. ♦ ♦ Theaterverein. Die gestrige sechste Vorstellung bei Vereins machte Gießen mit einem Stück bekannt, da« eine jetzt im Mittelpunkt der Erörterung stehende Frage, dal UniversitätSstudium der Frauen, behandelt. „In Behandlung- von Max Dreher schildert in kräftigen Strichen die enormen Schwierigkeiten, mit welchen eine Frau nach besten« volleudttem Studium der Medtcin zu kämpfen hat, wenn sie al« Aerztta practic'ren will, Schwierigkeiten, denen sie unterlegen wäre, wenn nicht die Liebe al« Retterin in der Noth erschiene. Lilbeth Weigel ist in einer kleinen Stadt aufgewachsen, sie hat von Früh aus einen energischen Sinn bekundet und hat es schließlich trotz Widerspruchs ihrer Verwandten, allein unter dem Beifall eines alten Onkel«, durchgesetzt, Medtcin studirrn zu dürfen. Al« sie aber nach beendeten Studium sich als Aerztin niederlaffen will, als sie darauf besteht, das Gelernte nun auch zum Heile der Menschheit zu verwerthen, da stehen alle ihre weiblichen Verwandten einmürhig gegen sie auf und suchen sie von einem nach ihrer Ansicht so »nweiblichen Berufe abzubringen. Aber daS steigert in ihrem Eckkopf nur noch da« Verlangen nach Ausübung de« ärztlichen Beruf«, sie überwirft fich mit ihren Verwandten — nur der alte Onkel SchiffScapitän und ihre ganz junge Cousine Mary stehen noch treu zu ihr — und läßt fich nun gerade da nieder, wo sie von Jugend auf „geschuhriegelt" worden ist, in ihrer Vaterstadt. Ja der gereizten Stimmung, in dir fie durch ihre Verwandten der- sitzt wurde, überwirft fie fich noch mit ihrem Bräutigam, einem reichen Großkausmarm, mit welchem sie sich al» sehr junge» Mädchen verlobt, und den sie Jahre lang nicht ge- sehen hatte, sobald er ihr nur den Wuosch ausdrückte, daß fie auf die Ausübung ihrer Kunst verzichten möge. Aber Patienten kommen nicht, da» ganze Städtchen lhut fie tu Acht und Baun, und ihre Geldmittel gehen zu Ende. Noch aber ist ihre Energie nicht gebrochen. Da schleicht sich die Gemeinheit in Gestalt des HauSeigenthümerS an fie heran, und nun fühlt fie erst das Precäre ihrer Stellung. Aber auch eia männlicher Arzt de» Städtchens, ihr Jugendfreund Wiefener, laborirt au Patieuteumangel, ihm wird, als Fraueu- arzt, sein Junggesellenthum zum Vorwurf gemacht. Er, dem sie ein lebhafte» Jntereffe seit der Kindheit bewahrt hat, da» fie energisch bestrebt ist, nicht tu Liebe auSwachsen zu lasten, macht ihr den Vorschlag, eine Scheinehe mit ihm zu schließen, und der Wille, die Orlamünder „unterzukriegen", erstickt alle Bedenken, die in ihr aufstetgeu. Die Hoffnungen Beider erfüllten fich, da» kranke und daS gesunde Orlamünde liegt ihnen zu Füßen, ihre Sprechstunden find wie ein „Tauben- schlag". Aber Lisbeth hat ihre Kräfte überschätzt, fie fieht nach kurzer Zeit eia, daß die Liebe zu Berthold immer stärker wird, fie verräth fich durch eine Aeußeruug, und nun feiert der schlau berechnende Berthold einen Triumph: Die Liebe fiegt bei Lisbeth über das Verlangen nach Macht. DaS Dreher'jche Stück ist ein Tendeuzstück. Der Autor hat es verstanden, den Gang der Handlung mit Humor zu durch« weben, aber er hat sicher mehr gewollt, als die Zuschauer zwei Stunden angenehm zu unterhalten. Er beweist, daß auch ein so starrköpfiger Frauencharacrer, wie Liesbeth, nicht im Staude ist, auf die Dauer volle Befriedigung und volle» Glück ausschließlich in der Ausübung eines Berufs, und fei er auch fo dankbar wie der ärztliche, zu finden. Der Gruudton tu der Seele des Weibes wird von der Liebe zum Manne abgeschlagen, und kommt nur erst der wahre, dem speciellen Character zusagende Manu, so wird die Frau der Liebe un* fehlbar erliegen und ihr volle» Glück im geliebten Manne auch fiudeu. Aber nur ein wirklicher „Mann" konnte Lisbeths Starrkopf brechen, nur Berthold konnte da», nicht der „schöne" Ferdinand. So konnte auch Katharine, die „Widerspenstige", nur von dem „Manne" Petrucchio gezähmt werden. — Die Darstellung der Eomödte war geradezu musterhaft. Da» Jntereste des Abends coucentrirte fich naturgemäß au erster Stelle auf den geschätzten Gast, Fräulein Tont Wittels vom Großh. Hoftheater tu Mannheim. Ihre Darstellung der Aerzttu war durchaus den Intentionen des Dichters ent« sprechend. Sie verkörperte vollkommen das auSgelaffene, lebensfrohe, energische und starrköpfige Mädchen, das fich nun einmal fest vorgenommen hat, Allen zum Trotz tu ihrer Vaterstadt zu practiciren. Trefflich brachte fie von Anfang an die verhaltene Liebe zu Berthold in Miene und Spiel zum Ausdruck. Der stürmische Beifall, welcher ihr nach jedem Act zu Thetl wurde, bewies, daß Fräulein Wittel» fich die Herzen unsere» Publikums im Fluge erobert hatte. Unsere einheimischen Mitglieder wetteiferten geradezu mit Fräulein Wittels. Vor Allem verdient Herr Albrecht als Onkel Eapttäu hervorgehoben zu werden, der diese freilich sehr dankbare Rolle ganz vorzüglich gab. Er war geradezu großartig in Miene, Spiel und Dtalect. Vortrefflich war auch Frau Keßler al» Mutter Krohn, Frau Kruse als Steuer- räthin, Fräulein Natufiu» al« Frau Bolzeodahl. Sehr gut fand sich Herr Doser mit der Rolle de« „Großstädter»" Jantzen ad. Uneingeschränkte» Lob verdiente Herr Janson al» Berthold Wiesener. Wir stehen, wie gesagt, n'cht an, der gestrigen Vorstellung die Bezeichnung Mustervorstelluug zu geben. Sie schloß in der würdigsten Weise die diesjährige Saison de» Theatervereins ab. • • Ltadtlheater. Nachdem die „Schliersee'r" hier in den verflossenen Jahren zu wiederholten Malen mit größtem Erfolge aufgetreten find, dürste e» jedenfalls von allgemeinem Jntereffe sein, auch den Gründer und Director de» Schliersee'r Bauerntheater-, den Kgl. Bayerischen Hofschauspieler Herrn Conrad Dreher hier spielen zu sehen. Derselbe tritt bekanntlich am Sonntag den 13. und Montag den 14. ds. M S Ti ia Zeuge th« -rrben W u tajt davon kau (l mir nicht i Minalrath/ fiänbigtr, erklär! sWtt Schlägt unbedingt lödtlic Die bis lang endigte klagte« z«m W tun 1. April l. ffir die Pro ufere Gemeind, irrigen sich» ® selbe« zn wähle Donnerstag (K 18 »itb die Lu um so mehr, a wählen. An Q schien, vor sch, «erden können, 0 Inl d l.P. wurde ei von Schulkii lwe Statistik n gefertigt vorder -i all ihr Berd Strift so langt ia haben, bi» d Ndutittni üb »ihr achtlos da sicht gesagt ttetl ii den letzten I, il silld wohl fd iieler Sache ein ;i sehr lange gel -"drängt Waid »tidev — nam -lchev Arbeiten -lchrer Fragedog Nanflt VM Verden. * TeaMu »ird der sehr übtna «lluog über th «chera nach ® "»stieg die Eii »st»e einen G 7/re einen sol, derjenigen Mtt'tch'Ungar deutsche Stelle di. !gTO, KtfUontn, t Stau *«9 bet ta. 500 , '«bien u 6| N 20 m ""et auf fit de. . Sie SÄ. Sj* ta ,L?r Kn tonte t®"!“ toifn fr« Zuchthm ltl{ Mitschuldige 1{' 6|t einem tu wnttalitaem ^»Wohnung tvJöi« Geld fe> °icht * J1 ta Staat-. Mdtm»chu - März 1898. JluDß gegen deu '- von Äalnrob vertritt Staats. 11 Ist Jvftizrath (in 8achvttfiLn« > Kötpnvttlitzuog 1898 tm Walde iet za haben, er nnd erklärt den H dem GMteten 100t gefaßt, diese l der Angeklagte sei er von 9htn. noffen nach Eichel, i arbeiten, vorher en nnd in [eint fm Walde bei der üispul gekommen iveren Waldhacke, m Haden. Ohne Angeklagte darauf >n Sohn der Er« mit seinem Vater nun gemacht. - )e, nach der That den tznnd/ alß rtr, der Zivnrl den Schlag nicht essen Schalter. - dem NeNfM -anntfl. er bittet 1 ^uv«t' öt, «eil Ml °U tfang H nicht mehr bei 16« w Angeklagten die omad v« darauf l bei dem er am am zweiten Tage ermeister depou'rt, It gemacht, daß er m sein Mr denken, [6 soweit sei, vife In W"Ä Mi i« «frf.« en W «‘l5!6"1* dir n mit « 8 ' “M‘ £ ” «ürgermeistrr 6 1, W 8«i «< ml ««4 >4 tinm W ' Lr in Keuniniv «■'"tt Dl-I« 6« I“ “ nun w zinnil n» W” *.ioi Itn 8« “„'lOW jniü, , 8(119/8. Lti ®e6t0. s- 1 ö-us- estellt' ^rnsS/ sei^^hMven <> ®,a^n ;■?*** 61 fterben an: Zufamme« oo® 1 (1) 1 (1) WB. Petersburg, 10. März. (Sin kaiserlicher Ukas an den Ftnauzmiaister verfügt, daß, da dies für die Verstärkung der Kriegsflotte als nothweudig erachtet, außer der bereits erfolgter, etatsmäßigen Erhöhung de» Martnkbndgets für 1898/1904, gegenwärtig aus der ReichS- rentet 90 Mill oneu Rubel für SchiffSbauten anzuweifen stad. 1 CD 1 1 1 1 1 (1) 1 einen Hammer und versuchte, damit zu Thätlichkeiten überzugehen. Der Zeuge bemerkt, wenn er nicht so kräftig ge« wesen, dann hätte Jener ihn tobt geschlagen, so aber habe er den Angreifer entwaffnet, ihn gepackt und abgewebrt. — Herr LandgerichSrath Seeger hat als Untersuchungsrichter den Konrad vernommen, ihm fei dessen Benehmen aufgefallen. Derselbe war gleichgiltig und äußerte nicht ein Wort des Be- dauerns, er schien nur in einige Aufregung zu kommen, als der Zeuge ihm andeutete, daß eS wohl schlimm für ihn werden könne und er nicht etwa nur mit einer Freiheits« strafe davon käme. Der Angeklagte hat zwar stets gesagt, es war nicht meine Absicht, den Zinnel zu tödten. — Medicinalrath Drescher-Schotten, als Arzt und Sachverständiger, erklärt, daß nach Lage des Befundes der Verlebte schwere Schläge erhalten hat, die in ihrer gesummten Wirkung unbedingt tödtlich sein mußten. Die bis gegen 3 Uhr währende Verhand- Ittttfl endigte mit der Vernrtheilnng des Angeklagten zum Tode. Verunglückung Leberkrebs Lungenschwindsucht Leberschwund Nierenentzündung Brechdurchfall Selbstmord England mit 3,2 Millionen, die Niederlande mit 2,8 Millionen, Frankreich mit 2 Millionen, Belgien und Schweden-Norwegen mit je 1,2 Millionen und Italien und Dänemark mit je 800000 Mark. An der Spitze derjenigen Staaten, von denen Deutschland Bücher bezieht, steht wiederum Oesterreich- Ungarn mit 7,2 Millionen, tl folgen die Schweiz mit 3,2 Mill oneu, Frankreich mit 2,8 Millionen, die Niederlande und die Vereinigten Staaten von Amerika mit je 1,6 Millionen, Rußland mit 720000 Mk. und England mit 650000 Mk. Hieraus ergibt sich allo, daß von allen angeführten Ländern allein Frankreich für Bücher mehr von Deutschland empfängt, als er an Deutschland bezahlt, nämlich 800000 Mk. (2,8 gegen 2 Millionen). Hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß Deutschland von der anderen Seite der Vogesen vorwiegend billige belletristische Werke (meist Bände zu 3 FrS.) bezieht, während Frankreich vorwiegend theuere wissenschaftliche Werke auS Deutschland bezieht. Der auffallend geringe Werth der auS England bezogenen Bücher erklärt sich wohl daraus, daß ein großer Theil der jenseits des Kanals erscheinenden Bücher gleichzeitig in der Tauchuitz Ausgabe in Leipzig veröffentlicht wird und deßhalb in dieser Aufstellung, die nur die thatsäch« lich von auswärts eingeführten Bücher enthält, naturgemäß fehlt. Jedenfalls ist die Bilanz diefer Ein- und Ausfuhr für die Heimath der Buchdruckerkunst überaus günstig! Wöchmüichr Uederftcht der TodeSMe in Siegen. 10. Woche. Vom 27. Februar bis 5. März 1898. Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (tncL 1600 SDlarat Militär). SterblichkeUSziffer: 15,10, nach Abzug der Ortsfremden 10,79 o/ro. Kinder Gottesdienst in der Synagoge SarnStag den 15. März 1898. Vorabend 680 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr GchrifierklLrnng, SabbathauSgang 6«° Uhr. Verkehr, Land- nnd VottswErthschaf^ •ittitt# 10. März. Marktbericht. Auf dem heutige» Wochemnarkt kostet« n: Butter pr. Pfd. X 0,85— 0,95, Hühnereier pr. C—0 4, 2 St. 11—144, Enteneier 1 St. 7—8 4, Gänse' der pr. St. 11—12 4, Käse pr.St.5-8 4. Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 17 4, Linsen pr. Liter 29 4, Tauben pr. Paar Vermischte-. *△ Rodheim a. d. v., 8. März. Bekanntlich tritt mit dem 1. April l. I. die neue Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau in Kraft. Für unsere Gemeinde erwächst daher die Pfl cht, anstatt der bisherigen sechs GemeinderathSmitglieder nunmehr zwölf derselben zu wählen. Diese neue Wahlschlacht soll am heutigen Donnerstag (10. März) geschlagen werden. Wie wir hören, so wird die Betheiligung an derselben eine recht rege werden, um so mehr, al» es auch gilt, einen neuen Bürgermeister zu wählen. An Candidaten für dieses Amt scheint eS nicht zu -fehlen, nur schade, daß nicht alle Bewerber damit beglücke werden können, sondern nur einer kann den Sieg davomragen. D AuS dem Kreise Wetzlar, 10. März. Am 28. Februar 1. IS. wurde eine Statistik über die gewerbliche Beschäftigung von Schulkindern aufgestellt. Wir glauben, daß selten eine Statistik mit größerem Interesse von den Lehrern angefertigt worden ist, als diese. Darf doch die Lehrerschaft rS als ihr Verdienst bezeichnen, unablässig durch Wort und Schrift so lange auf die bestehenden Mißstände hingewiesen zu haben, bis die Behörden von der Nolhwendigkeit eines Einschreitens überzeugt waren oder doch wenigstens nicht mehr achtlos daran vorübergehen konnten. Nun soll damit nicht gesagt werden, daß el Lehrer waren, welche, noch dazu in den letzten Jahren, auf Abhilfe drangen. Im Gegentheil, eS find wohl schon 80 Jahre her, als man darauf begann, dieser Sache ein Augenmerk zu schenken. Bekanntlich hat eß ja sehr lange gedauert, bis die Kinderarbeit aus den Fabriken verdrängt wurde. Aber noch in mancher anderen Weise werden — namentlich in Städten — die Kinder zu gewerblichen Arbeiten herangezogen. Daher ergingen an sämtliche Lehrer Fragebogen, worin berichtet werden sollte: In welchem Umfange Schulkinder zu gewerblichen Beschäftigungen herangezogen werden. • Deutschlands Bucher-Ei«- und Ausfuhr. Aus Berlin wird der „Bohemia" geschrieben: Ein für weite Kreise gewiß sehr überraschende» Ergebniß bietet eine genaue Aufstellung über Ausfuhr deutscher Bücher und die E.nfuhr von Büchern nach Deutschland im Jahre 1896. Die Ausfuhr überstieg die Einfuhr um volle 42 Millionen Mask, da die erstere einen Gefarnmtwerth von 62 Millionen Mark, die letztere einen solchen von 20 Millionen Mark hatte. An der Spitze derjenigen Staaten, die deutsche Bücher beziehen, steht Oesterreich-Ungarn, das im Jahre 1896 für 28 Millionen Mark deutsche Bücher aufgenommen hat. Dann kommt an zweiter Stelle die kleine Schweiz mit 7,6 Millionen Mark, aa dritter kommen die Vereinigten Staaten von Amerika mit 7,2 Millionen, dann folgen Rußland mit 5,8 Millionen, : Erwachsene: tm Landwirthschaftttches. — Anmeldung zur landwirthschaftlichen Ausstellung itt Dresden. Die Hauptanmeldefrist für die Ausstellung der Deutschen Landwirthschasts-Gesellschaft vom 16. bis 21. Juni d. I. in Dresden ist am 28. Februar beendet, und da die Anmeldungen von Thieren sehr zahlreich eingegangen sind, so ist zugleich die endgültige Anmeldung von Thieren damit geschlossen worden, sodaß also eine nachträgliche Anmeldung gegen doppeltes Standgeld nicht mehr stattfinden kann. Besonders Rinder weisen eine die festgesetzte Höchstzahl weit übersteigende Anmeldung auf. Ebenso find vorläufige Anmeldungen an Maschinen und Geräthen wider Erwarten so zahlreich eingelaufen, daß der gegebene Raum des Ausstellungsplatzes deren unetngeschränkle Annahme nicht gestattet. So sieht die Deutsche Landwirthschasts-Gesellschaft sich ge- nöthigt, von dem Vorbehalt der Reduction der Anmeldungen für die Abthetlung 3: „Mafchtnen und Geräthe", lowie für die Gruppe „Rinder" Gebrauch zu machen; der Umfang derselben wird etwa bis Mitte März bekannt gegeben werden. A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. tUuefte Nachrichten. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 10. März. Dem „Kl. Journal" wird anS Konstantinopel telegraphirt: Kaiser Wilhelm trifft in der elften Novemberhälste in Jerusalem ein. Sein Besuch im A.diz Ktotk fiod.t auf btm Rückwege statt. Der Sultan überwacht persönlich die Vorbereitungen zum Empfange des Kaisers. Berlin, 10. März. Die Erklärung der verbündeten Regierungen über die Deckungsfrage im Flotten- gefetz wird heute in der Budget-Commission des ReichSiageS erwaitet. Berlin, 10. März. Wie verlautet, hat der Minister deS Innern dem Präfidium die We fung zugehen laffen, daß am 18. März jrde Demonstration, insbesondere auf de« Friedhöfe der Märzgefallenen, verhindert werden soll. Berlin, 10. März. Dem „Berl. Tagebl." wird an- Rom telegraphirt: Die spanische Regierung versch ckt ein Rundschreiben an die Cabinette, worin fie mitcheilt, daß biS April der Aufruhr auf Euba behoben sein werde. Berlin, 10. März. Zur Vorgeschichte der lex AronS geht dem „Vorwärts" von informirter Seite die Nachricht zu, daß die deutschen Bundesregierungen sich über folgende Grundsätze geeinigt haben: Die Bundesregierungen verpflichten sich gegen einander, UniversitätS- und andere öffentliche Lehrer, die durch erwerblrche Abweichungen von ihrer Pflicht oder Ueberschreitnnq der Grenzen ihres Berufe- durch Mißbrauch ihres rechtmäßigen Einflüsse» auf die Gemüther der Jugend, durch Verbreitung verderblicher, der öffentlichen Ruhe und Ordnung feindseliger, oder die Grundlagen der bestehenden Staatseinrichtungen untergrabenden Lehren ihre Anhängigkeit zur Verwaltung des ihnen anvertrauten wichtigen Amte» unverkennbar an den Tag gelegt haben, von den UiffrerfitätS- unb sonstigen Lehranstalten zu entfernen. Budapest, 10. März. Die Waldungen von Magu- liesa stehen seit zwei Tagen in Flammen. Jeder LöschungS- versuch ist bisher vergeblich gewesen. Der Schaden ist ein ungeheurer. Washington, 10. März. Im Senate gelangte da» Gesetz zur Bewilligung 3)on 50 Millionen Dollars für die Landesvertheidigung zur einstimmigen Annahme. | (auch in Umtausch gegen ältere Werke) sowie alle andern Bücher I liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VII. Summa: 7 (2) 6 (1) vH 1,00 bis 1,20, Hühner pr. Stück 1,30 bis 1,80, Hahnen pr. Stück X 1,46-1,80, Enten pr. Stück X 2 00—2,20, Gänse pr. Pfimd X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 4, Xuh° und Rindfleisch pr. Pfd. 60—66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 72 bis 76 4, Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 80 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-64 4. Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,(0 bttz 7,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 4, Zwiebeln pr. Eenvrer 7,00-8.00 X, Milch pr. Liter 16 4- verlange Muster mit Angabe b. Gewünschten. von Elten & Keussen, Crefeld. 1. Lebensjahr: 2.—15. Iah: 1 (1) 1 — — 1 - - 1 - - 1 — — Blech Messing Kupfer. Nickel u.s.w. > s p / ege/ b / a n Ar . ä Flasche 50/^>. 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Für die vielen Beweise herzlicher Tbeilnahme bei dem schmerz- lichen Verluste unserer unvergeßlichen Schwester, Tante und Schwägerin Johanna Krämer sowie für die Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Tingeldty sagen herzlichen Dank Frau K. Walther. Familie Lcuning. Gießen, den 10. März 1898. 2514 i° Sr «D i S.SJta’J! Hl Ig Alt *“* fci* *j*S H J* |»|< Lb SA1 ft» Kleiderstoffe Reinwoll. schwarze Cachemires, Crepes, Cheviots, Fantasiestoffe, Mtr. Mk. 0,75, 0,90, 1,20, 1,60,< — Reinwoll. weisse Crepes, Cachemires, Cheviots, Fantasiestoffe, Mtr. Mk. 0,75, 1,10, 1,50, 2,20, 3,50 Beinwell, farbige Cheviots, Crepes, Jaquards, Fantasiestoffe, Mtr. Mk 0,70, o,so, 1,10, 1,45, 2,50. Hochfeine Neuheiten in großer Auswahl, in allen Preislagen empfehlen 2492’ Scheel