8 Zweites Blatt. Dienstag den 11. Januar 1S98 ?'*4' 5 I k ■” ’ feuu. in Sicher. L ScS’bert k ^Qmaan. ChiluL2'50 - m Bftj " ------- ipein, .V(*JS w. «f ficht. *««M« 9h. 5. ••iHMH ’trnaßmt. •• Miüun, sowie meiner ü. daz ich die ©irt^ H»us . Ws. iase weithin We ' - zu stelle« nab L volle«. idttü L. Elend. 1887 H» .S« i » L e ieU£ bi» 1C3S 22« lOLgi wt® *icht iewNf**6 ,(.«* «* Erscheint tägtlch mit Ausnahme dcL Montags. Die Giehencr Mamitieubtätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger Bezugspreis vierteljährlich 2 Marl 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug Mark 50 Pfg. ierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. General-Anzeiger Me Anzeigen-Vermittlungsstellen heg In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger -nkgegen. Anrts- und Anzeigeblstt für den Ttvers Gieszen. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstraß« Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. A«rtlich«v Ltzrit. Bekanntmachung. Im Interesse der Landwirthe und Mtlchhändler tm Kreise Gießen, welche Milch nach Frankfurt etnführen, bringen wir die nachstehende, am 1. Februar in Kraft tretende Polizei- Verordnung zur öffentlichen Keuntniß. Gießen, den 7. Januar 1898. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern. Polizei-Verordnung, betreffend den Verkehr mit Milch, tnsbeionüere mit Kuhmilch. Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung über die Polizei-Verwaltung in den neu erworbenen LandeSlhetlen vom 50. September 1867 und der §§ 142, 143 und 144 des Gesetzes über die Allgemeine Landesverwaltung dem 30. Juli 1883 wird mit Zustimmung der Magistrats der Stadt Frank- furt a. M. und des KretS-AurschuffeS des Landkreises Fravk- lurt a. M. für den Stadt- und für den Landkreis nachstehende Polizei-Berorduung erlaffm. § 1. In dem Stadt- und Landkreise Frankfurt a. M. wird die Kuhmilch nur in zwei Beschaffenheiten zugelaffeu, und zwar: a) a'.S unveränderte ganze Milch — Vollmilch — b) mit der einzigen Veränderung durch Abrahmeu als — abgerahmte Milch. — Mischungen von Vollmilch mit abgerahmter Milch find verboten. § 2. Vom Handelsverkehr ist im gesundhettS-polizei- lichen Interesse diejenige ganze oder abgerahmte Milch aus- beschlösse, welche abstammt 1. von kranken, insbesondere von euterkrankeu Thieren, sowie von solchen, welche husten und abmagern, oder welche mit krankqaftrn Ausflüssen, vornehmlich in Folge zurückgebliebener Nachgeburt behaftet find, 2. von Thieren, welche mit einer Seuche behaftet find, eS sei denn, daß der Verkauf solcher Milch durch die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen anderweitig geregelt ist, 3. von Kühen innerhalb der ersten sechs Tagen nach dem Kalben. Vom Handelsverkehr ist ferner ausgeschlossen: jede bittere, schleimige, abnorm gefärbte, oder sonst ekelerregende, ver- Lorbeue Milch, sowie Milch, welche fremdartige Stoffe, Küh- haare, Stallschmutz und dergleichen, oder sogen. Conserviruugs- mittel irgend welcher Art enrhält. § 3. Voraussetzungen für die Zuläsfigkeit (Marktfähigkeit) der Vollmilch im Handelsverkehr ist, daß dieselbe bei einer Temperatur von 15 Grad Celfiu» ein specifischeS Gewicht von 1,028 bis 1,034, sowie einen Mindest Fettgehalt von 3 % hat. Die für den Verkauf bestimmte abgerahmte Milch ist als solche in der Weise zu bezeichnen, daß dieselbe in Gefäßen anfbewahrt bezw. -feilgeboten wird, welche an ihrem oberen Theile mit einem feftgelötheten, riogS umlaufenden gelben Mesflagretftn — mindesten« 5 Centimeter breit — versehen find, auf dem wir deutlichen Buchstaben die Bezeichnung : »Abgerahmte Milch" steht. Unter Milch ohne nähere Bezeichnung, auch unter den Namen HauShaltuogSmilch, frische Milch und dergleichen wird immer nur Vollmilch verstanden. Die M'lchverkäufer find verpflichtet, die Milch vor jeder Entnahme gehörig umzuschüttelo. Die Einrede, daß der Fettgehalt durch daS Ausmessen vermiadert sei, schützt nicht vor Bestrafung. § 4. Der Händler hat fich von der Güte der angekauften Milch zu überzeugen. § 5. Mit dem Melken, TranSportiren, Verkaufen der Milch oder sonst welcher Behandlung derselben, sowie mit dem Reinig!« der Geschirre und der Aufbewahrungsräume (Verkaufsräume) dürfen Personen nicht betraut werden, welche mit ansteckenden oder ekelerregenden Krankhriten behaftet find, ferner auch solche nicht, welche mit derartigen Kranken in Berührung kommen. § 6. Transport und Aufbewahrung, bezw. Verarbeitung der Milch muß in einer solchen Weise geschehen, daß dadurch deren Genießbarkeit und Haltbarkeit nicht beeinträchtigt wird. Die MilchverkaufS» und VerarbettungSräume müssen stets aufs Sorgfältigste rein gehalten und ausgiebig gut gelüftet werden. Wohn- und Schlafräume dürfen hierzu niemals dienen. § 7. Die zur Aufbewahrung, zum Transport, zum Verkauf und zum AuSmeffen der Milch bestimmten Gefäße dürfen zu anderen Zwecken nicht verwendet werden. In Gefäßen von Zink, Kupfer oder Messing, in Thongefäßen mit schadhafter oder schlechter Glasur oder in gußeisernen Gefäßen mir bleihaltiger Emaille darf die Milch nicht ausbewahrt oder fetlgeboten bezw. auSgemessen werden. Alle ■a derartigen Geräthschafteu müssen so beschaffen sein, daß sie weder an die Milch irgend welche Beftandtdeile abgeben, noch die Beschaffenheit der Milch in irgend einer Weise verändern können. § 8. Als Kur« und Kindermilch darf nur eine solche Milch bezeichnet werden, welche den hygienischen Ansprüchen genügt, die für Production, Aufbewahrung und Transport einer Kur- und Kindermtlch maßgebend sind. Der Verkauf von Kur- und Kindermilch oder auch sterili- firter Milch muß polizeilich angemeldet und begründet sein. § 9. Andere Sorten als wie die Kuhmilch (Ziegen-, Schaf- und Eselsmilch) find als solche zu bezeichnen und nach analoaen Grundsätzen zu behandeln und zu beurtheileu. § 10. Sogen. Gespül und Küch-nabfälle, sowie andere faulige oder leicht faulende Gegenstände dürfen auf dem Müchwagen nur in einem von den Milchgrfäßen vollkommen abgeschlossenen Theile des Wagens und nur in verschloffeuen Gefäßen mit dichtschlteßenden Deckeln mitgeführt werden. § 11. Die zum Verkauf eingeführte oder sonst fetlge- halteue Milch unterliegt jederzeit der Untersuchung der von Seiten des Polizei-PräfidiumS beauftragten Organe. Dieselben find berechtigt, aus jedem Gefäße Proben bi« zu einem L ter behufs der Untersuchung zu entnehmen, wofür auf besonderes Verlangen Entschädigung in Höhe des üblichen Kaufpreises zu leisten ist. Der Verkäufer ist befugt, von den revidiren- den Beamten eine versiegelte Gegenprobe zu verlangen, sowie fich eine Bescheinigung über die Entnahme der Mtlch und die Zeit, zu welcher diese Entuahme erfolgt ist, auSftellen zu lassen. § 12. Die Milchverkänfer find verpflichtet, ein Exemplar dieser Polizei-Verordnung in ihren Verkaufsräumen fichibar aufzuhängen. § 13. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Polizei-Verordnung unterliegen einer Bestrafung von 5 bis 30 Mark, falls nicht die in dem RetchSgesetze vom 14. Mai 1879, bezw. im Strafgesetzbuche vorgesehenen höheren Strafen einzutreten haben. § 14. Diese Polizei - Verordnung tritt mit dem 1. Februar 1898 In Kraft. Frankfurt a. M., den 24. December 1897. Der Polizei-Präsident. I V.: v. WehrS. Bekanntmachung, betreffend das Ersatz-Geschäft für 1898. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- Ordnung werden alle .im Jahre 1878 geborenen Militär- FerriUeton. Vom Trödelmarkt. Von Luise Glaß. (Fortsetzung.) Ange hemmte unwillkürlich den Schritt. »Da hinein?a Er aber drängte vorwärts. »Kommen Sie nur, dort in der Mitte ist unser Mann.- Eß fand fich denn auch eine Raritätensammlung, die Slnge versöhnte. Wunderlich eingelegte Tischchen, groteske Söttergestalien, feine RoccocopÜppchen, Uhren, die Treppchen erstiegen, und Mandolinen, die zitternde, an spanische Mondnächte mahnende Klänge in die WeihnachtSluft schickten. ÜtwaS reparaturbedürftig das meiste, aber noch tactfest genug, um zur Freude des Liebhabers wieder aufgefrischt 8» werden. »Betrachten Sie vor allem dies kleine Lesepult, vor i)m sah ich die Bergnelke zum ersten Male, daS müssen Sie laufen." DaS Lesepult war von Sandelholz mit phantastischen Herlmuttereinlagen geschmückt und tadellos gehalten. Der Händler kam heran. »Ein Prachtstück, nicht billig, handelt schon wer darum?" »Wa» kostet es denn?" fragte Ange mit einer Nach- ttsfigkeit, die dem Ve, "Luser sagte: Dein Preis kümmert »ich nicht. Ehe er fich aber für eine der Situation angemessene Summe entschieden hatte, rief Simmern lebhaft: »Die Bergnelke!" und ein Schatten ging über AngeS Gesicht. Er stzrach wirklich etwas zu viel von dieser wilden Blume- in ihrer Gegenwart müßte er billig alle« andere vergessen. Gespannt folgte fie seinem Blick- durch daS Menschengetriebe k-m ein junges Mädchen gerade auf fie zu, eS trug einen altmodischen Mantel und ein verblichen-S Hütchen, aber die Wangen blühten in Jugendsrische, und Ange dachte: fie ist schöner al« ich,! Simmern ist blind. Da fie fich aber gleich darauf sagte: Liebe macht blind, so wurde fie wieder heiter. Die Bergnelke blieb fröhlichen Gesichts vor dem Lesepult stehen. »Nun hab tch'S beisammen, hier ist daS Geld." Der Händler aber zuckte die Achseln: daS geht nun doch nicht so, er wisse erst jetzt, waS eS Werth sei, und habe auch einen anderen Käufer. DaS rosige Geficht erblaßte. »Für mein Pult?" Der Händler wurde unwirsch, und Simmern mischte fich rin : „Liegt Ihnen so viel an dem Pult? Hier ist eine Dame, die eS Weihnachten verschenken möchte." Die Bergnelke wandte sich um, nickte Timern freundlich zu und blickte dann starr auf seine Begleiterin. Ange beobachtete mit steigender Ungeduld die kleine Scene. „Kennen Tie denn Ihre Bergnelke?" fragte sie mit einem leisen Spottklang in der Stimme, den er vernahm und nicht wieder los wurde. »Gewiß," antwortete er ernsthaft, »Fräulein Born ist die Nachbarin meines braven Schusters und hat ihm schon manche Botschaft gütig übermittelt." Fräulein Born? Die schöne Ange sah bafl blonde Mädchen, das ihr ähnlich sein sollte, starr an. Fräulein Born? — So hatte auch fie einst geheißen, so hieß ihre Schwester, die vor zehn Jahren noch ein Kind gewesen war. Fräulein Born aber streckte der schönen Ange ein schmale«, hartes Händchen entgegen und sagte: »Kennst Du mich denn nicht, Angelika, ich bin doch Berthel- ich habe Dich gleich erkannt, Du stehst noch genau so aus wie damals, als Du zu Onkel Excellenz gingest." Ange wurde roth und blaß und wieder roth. »Wie kommst Du denn hierher?" war da« Einzige, was ihr einfirl. »Wir wohnen jetzt hier," lautete die zaghafte Antwort. »Hier? Wo Onkel das Versprechen hat!" »Wir werden es ihm künftig ebenso halten, wie in den drei Jahren seither,- sagte die Schwester lebhaft, »ich verdiene hier viel leichter- ich habe jetzt schon so viel Geld erübrigt, um Mütterchen das Lesepult Weihnachten zu schenken — nicht wahr, Du läßt eS wir." »Ich begreife nicht, waS Du mit diesem LuxuSding willst, wenn Ihr doch sparen müßt," sagte Ange gereizt. Ihre leidenschaftliche Mißstimmung mußte fich irgendwie äußern. »WaS ich damit will? mit BaterS Lesepult? Nichts hat Mutter so bitter ungern verkauft." Vaterö Lesepult — Scham, da« nicht erkannt zn haben, Gram darüber, daß Simmern die- Alles hörte, Zorn gegen die Schwester und gegen sich selber, Zorn gegen die Armuth zu Hause, die sie fortgetrieben hatte in den goldenen Käfig des Oheims, in den fich ihre Mutter nie geflüchtet hätte, weil der vornehme Bruder ihrem Manne nicht helfen wollte, als er krank und elend, mit ein paar Brocken jenes Reich- thums vielleicht zu retten gewesen wäre. Ange hatte dies Alles nicht gehindert, sie warb um den alten Sonderling mit List und Koketterie, bis fie ihn hatte, und nun hatte er fie, denn ohne Gold konnte sie nicht mehr leben. »Thue ganz nach Belieben," sagte fie gleichgiltig, »mich friert, ich will nach Hause, bringen Sie mich zu einer Droschke. Herr von Simmern." »Betroffen sah Berthel der Schwester nach, die fich nur mit einem kleinen Kopfnicken von ihr verabschiedete, Thränen stiegen ihr in die Augen, aber sie drängte fie hastig zurück, daS Lesepult war ja nun frei. (Schluß folgt.) pflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hin« sichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirth- schaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aushallen, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 5. Januar bis zum 15, Januar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher nunmehr von dem betreffenden Standesamt zu erwirken ift, und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs-Schein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlaffen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Hast bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen MUitärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Ellern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherren zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, am 3. Januar 1898. Der Civilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Gießen. Dr. Wallau. Gefunden: 1 Geldstück, 1 Portemonnaie ohne Inhalt, 1 Tactstock, 1 Zwicker, 1 Taschenmesser, 1 Taschenspiegel, 2 Haadschuhe, 1 Ktflenbezng, 1 Gürtel, 1 Filzhut, 1 Pelzkragen, 1 Quaste, 1 Frauenrock, 1 Leitriewen, 1 Lrderriemeu und 1 Kette. Gießen, den 8. Januar 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Deutsches Reich. Berlin, 8. Januar. Die „Post" schreibt: Es ist nicht richtig, daß Berhandlungeu Deutschlands mit den Bereinigten Staaten über den infolge der Kinley Bill zu schließenden ReciprocitätSvertrag ins Stocken gerathen sein. Soviel wir hören, nehmen diese Verhandlungen ihren Fortgang, nachdem vor einiger Zell Vorbesprechungen mit den Vertretern der Vereinigten Staaten stattgefunden haben. Nähere» über den Stand dieser Angelegenheit mitzutheileu, verbiete sich vor der Hand aus begreiflichen Gründen. Berlin, 8. Januar. In Betreff der geplanten Zucker- eonfereuz meldet die „Poft": Nachdem zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn in Betreff der Zuckerprämieufrage und des Planes einer internationalen Zuckercoufereuz ein Etuverstanduiß erzielt zu sein scheint, dürften die Einladungen zu der Confereuz alsbald ergehen. Köln, 8. Januar. In einer Unterredung mit einem gegenwärtig hier weilenden Neffen des chinesischen Staatsmannes Tseng sowie dessen Begleiter, einem Offizier der chinesischen Armee Namens Weber, ließ sich Letzterer über die gegenwärtigen chinesisch-deutschen Beziehungen dahin aus, daß ein Zusammenstoß zwischen diesen beiden Staaten absolut ausgeschlossen sei und daß es zu keinen kriegerischen Verwickelungen zwischen ihnen oder zwischen China und Rußland oder Frankreich kommen würde. Im Gegentheil sei bestimmt anzunehmev, daß die Besetzung der Kiao-Tschaubucht auf Grund bestimmter zwischen China, Deutschland, Rußland und Frankreich bereits vor längerer Zeit getroffener Abmachungen erfolgte und daß bezüglich aller dort vorgevom- «euer Operationen zwischen diesen Staaten vollständiges Einvernehmen herrsche. In chinefisch-militärischeu Kreisen halt mau dafür, daß eS wahrscheinlich zu bedeutsamen Ereiguiffen kommen werde, deren Spitze sich aber keineswegs gegen einen der genannten Staaten richten werde. Marburg, 8. Januar. Bürgermeister Reuch in Wittelsberg wurde von der conservativen Partei und vom Bunde der Landwirthe als Candid at für die nächsten Reichstagswahlen auf gestellt. Budapest, 8. Januar. Das tu den oppofitionellen'.Blät- teru verbreitete Gerücht von dem unmittelbar bevorstehenden Rücktritt des Mtntsterpräfident Baron Banffh und seiner Ersetzung durch den Grafen Albert Apponhi wird von unterrichteter Sette als gänzlich unbegründet bezeichnet. Es wird betont, daß Banffyr Stellung zur Zett fester denn je sei und daß er sich des vollständigen Vertrauens des Kaisers erfreue. Prag, 8. Januar. Die deutschen ausländischen Firmen lehnten die Einladung zur Beschickung der im Laufe des Sommers vom tschechischen Architecten- und Ingenieur-Verein zu veranstaltenden Ausstellung für Werke der Archttectur und des JngenteurwesenS ab. London, 8. Januar. Die „Westminster Gazzette" schreibt: ES ist möglich, daß die Königin Victoria die Rückreise von der Riviera nach England durch Deutschland nimmt. Ja diesem Falle würde die Königin dem deutschen Kaiserpaare einen Besuch in Potsdam abstatten und der Hochzeit ihre» ältesten UreukelktudeS, der Prinzessin Feodora von SachseN'Metuigeu und des Prinzen Heinrich von Reuß beiwohnen. Aus dem städtischen Verwaltungsbericht. (Fortsetzung.) Die Anzahl der aus der Quellwasserleitung gespeist werdenden öffentlichen Venttlbruuueu betrug am 1. April 1897 34 Stück- die Zahl der öffentlichen Pumpbrunnen 20 Stück. Die Anzahl der Hauswasseranschlüsse betrug am 1. April 1897 1058, am 1. April 1896 913, Zunahme 145 Stück. 29 Gartenauschlüffe mit besonderen Zuleitungen find mit eingerechnet. Aus diesen 1058 Anschlüssen wurden mindestens 2640 Familien mit Wasser versorgt. Der Wasserverbrauch eines Hausanschlusses (für 1896/97 ausschließlich und für 1895/96 einschließlich deS Wasserverbrauchs der Großconsumenteu über 1000d(5bm.) betrug durchschnittlich: au einem Tage 0.434 Cbm 0.47 Cbm. im Jahre 158.417 „ 171 86 , Tägliche Wasserabgabe (in 24 Stunden): stärkste am 13. Juli 1896 mit 2475 Cbm., geringste am 19. April 1896 mit 550 Cbm., durchschnittliche 1595 Cbm. gegen 914 Cbm. im Vorjahre. Der durchschnittliche Verbrauch an Wasser pro Kopf und Tag der Bevölkerung betrug unter Zugrundelegung deS gesammteu JahreSzufluffes von 582018 Cbm. bei einer Einwohnerzahl von rund 21900 Köpfen (Militär abgerechnet, da die Kasernen eine eigene Wasserleitung besitzen): mit BahnhosSversorgung ohne Bahnhofsversorgung durchschnittliche 73 Liter 39 Liter stärkste 113 „ 80 „ geringste 42 „ 25 , Die Anzahl der Straßenhydranten betrug am 1. April 1897 196 Stück. Außerdem waren noch 18 Stück mit normalem Schlauchgewinde versehene Prtvathydranten vorhanden. Die Anzahl der Gartevhydranteu für städtische Anlagen betrug 29 Stück. Mit dem städtischen Wafferrohrnetz standen nur im Bereich der Stadt am 1. April 1897 überhaupt in Verbindung: 1058 HauSwafseravschlüsse, 1086 Waffermeffer, 34 öffentliche Bentilbrunnen, zwei Behälter und eine öffentliche Zapfstelle auf dem Friedhöfe, 196 Straßcnhhdranten, 18 Hydranten für Privathäuser, 216 Absperr, und Ablaßschieber, 29 Garten- Hydranten für städtische Anlagen, eine Gteßfaß Füllstatiou am Ludwigsplatz, sechs öffentliche Pissoir» (neu hinzugekommen ein» in der Südanlage), ein Teich in der Oftanlage, eine Pumpstation für den Stadtringgraben in der Westanlage, eine PrüfungSstatiou für Waffermeffer (im Gaswerk), eine BerieselungSanlage für die Eisbahn au der Moltkestraße, drei Wafferstrahlapparate (zum AuSpumpeo der Keller), ein Waffermotor vou */z k.8. (Hygienische» Institut). Außerdem stehen ungefähr 480 Wassercloset» uud 280 Badewannen, sowie verschiedene Brausebäder-Einrichtungen mit der städtischen Wasserleitung in Verbindung. Mir dem Niederdruckbehälter stehen in Verbindung: ein Behäller au der Licher- straße nächst dem Lutherberge, zwei EiSteiche daselbst. Bon Setten de» Chemischen Untersuchuugöamt» für die Provinz Oberhesseu wurde da» Lelluugswaffer, au» den Quellen von Großeu-Buseck und vom Wald au der Ltcher Straße stammend, auf Grund einer im Laboratorium genauntln Amte» im April 1897 ausgeführteu Analyse, auch dieseSmal wieder als ein „vortrefflich brauchbare» Trinkwaffer" bezeichnet, „das auch für technische Zwecke durchaus geeignet" sei. Das Queckboruer Waffer wurde im März 1897 von genannter Amtsstelle untersucht, wonach dasselbe „als ein für Genuß- und Gebrauchszwecke vorzüglich geeignetes" bezeichnet wird. Dar städtische Wasserrohrnetz erfuhr auch in diesem BetriebSjahre wieder eine umfangreiche Erweiterung. Die Gesammt-Verlängeruug betrug 2925 Meter und die Gesammtläuge deS städtischen Wasserrohrnetzes, einschließlich Zuführung auS den alten und neuen Quellen, sowie der mindestens 40 Mm. weiten Privat.« uud Bruunenzulellungen beträgt somit 66100 Meter — rund 8.81 deutsche Meilen. Der cubische Inhalt dieses gesammten Waflerrohruetze» beträgt rund 1895 Cbm. Auf dem Gebiete de» HauSwasserleituugSwesen» hatte da» Wasserwerk noch umfangreicher al» im Vorjahre zu thun. Neue HauSwafferanschlüsse wurden 145 auSgeführt, neue HauSwafferleitungen und Erweiterungen über je 10 Muer Länge wurden 100 gefertigt, bet einer Ausdehnung von rund 5100 Meter inneren Leitungen mit 261 Zapfventileu, 16 Badewannen, 9 Badeöfen für Kohlen- und 10 für Gasheizung, 26 ClosetS und 10 Privat-Gartenbydranteu usw. Nachdem 49 560.28 Mk. für 4pCt. Zinsen, gegen 47 855.21 Mk. in 1895/96, zur Stadtkaffe abgeführt waren, ergab sich nach Abzug der liquidirten Beträge vou 42.27 Mk. ein Rest von 21405 83 Mk. gegen 5520.01 Mk. in 1895/96, welcher laut Beschluß der Stadtverordueteu-Versammlung vom 30. September 1897 zur Schuldentilgung bezw. zur Abschreibung an der Schuld de» Werkes verwendet werden soll. Der Schuldenstand beträgt am 31. März 1897 für da» Wasserwerk 1213875.11 Mk. Auch diesem Theile ift ein interessanter Rückblick beigegeben. ES sei daraus mitgetheilt, daß der älteste Thetl der Quellwafferversorgung im Jahre 1883 mit acht Ventil- Feuilleton. Wik erdicht man nkrvengrsunde Binder? Die Schulzeit. Von Dr. Otto Gotthilf. (Nachdruck verboten.) Die staatlichen Einrichtungen fordern mit Recht, daß der Schulbesuch erst mit dem vollendeten sechsten Lebensjahre beginnen soll. Erst dann ift das Kind körperlich und geistig kräftig und reif genug, um die Anstrengungen der Schule ohne Schaden zu ertragen. Bis zum siebenten Lebensjahre ist namentlich noch die Vorderpartie des Großhirns, der eigentliche Sitz des Denkvermögens, im Wachsthum begriffen. Jedes stark wachsende Organ bedarf aber erhöhter Schonung. Auch die Erfahrung lehrt, daß allzu früher Beginn des Unterrichtes Vielfach zu geistigem Erschlaffen führt. Jeder Vorunterricht zu Hause, z. B. im Lesen muß, auch wenn er scheinbar spielend betrieben wird, das zarte, unentwickelte Gehirn und Nervensystem mehr oder weniger schädigen. Die Lehrsucht eitler Mütter bringt zudem den Kindern gar keinen Vortheil für die Schule, wie alle Pädagogen bezeugen, und verkümmert außerdem den lieben Kleinen noch die freie, goldene, sorglose Zett bis zum Schulbeginn. Sehr schwächliche, überaus zarte und nervöse Kinder sollen sogar noch länger vom Schulbesuch wegbleiben; wenn sie erst kräftiger und gesunder geworden sind, werden sie das Versäumte bald nachholen. Das hauptsächlichste Leiden, welches während der Schulzeit an der Nervenkrast der Kinder zehrt, ist die geistige Ueberbürdung, an welcher aber in der Regel weniger die Schule, als vielmehr die häusliche Erziehung schuld ist. Und gerade gegen die schwächlichen und weniger begabten Kinder wird dabei am meisten gesündigt. Kommen diese in der Schule nicht ordentlich nach, dann erhalten sie noch Privat- unterricht meist an freien Nachmittagen oder bald nach Beendigung der Schulstunden, wo andere Kinder sich draußen herumtummeln und ihre abgespannten Nerven wieder erfrischen und kräftigen. Schwäche des Gehirns, Schlaffheit, Mattigkeit, Interesselosigkeit sind dann die Folgen solcher Ueberreizung und Ueberbürdung des Nervensystems. Die Mädchen wiederum werden oft mit häuslichen Handarbeiten überbürdet. An freien Nachmittagen, Abends nach Beendigung der Schularbeiten, in jeder unbesetzten Stunde sollen sie gleich eine Näheret, Häkelei oder Stickerei zur Hand nehmen. Er herrscht eben vielfach die ganz falsche Ansicht, daß Handarbeiten zur Erholung dienen. Dem widerspricht aber schon der Name. Wohl mag es für Erwachsene, für wirthschaftlich thätige Frauen eine Erholung sein, nach stunden- langem Herumhasten in Küche und Zimmer nun endlich einmal sich in Ruhe ein Stündchen mit einer leichten Handarbeit hinsetzen zu können, aber für die Mädchen, welche schon den größten Thetl des Tages in Schule und Haus b,i«ihren Arbeiten stille fitzen mußten, ist ein weiteres, die Augen anstrengendes und die Athmung beeinträchtigendes Gebücktsitzen durchaus keine Erholung. Für sie sind und bleiben eben Handarbeiten stets Arbeiten, welche nie in die freien Stunden verlegt werden dürfen, sondern in den häuslichen Arbeitsstundenplan einzureihen sind. Dies gilt namentlich für die Zeit vor Weihnachten. Da heißt es, zeitig mit der Anfertigung der Geschenke beginnen und keine zu schwierigen Sachen ausführen. Der Vater wird sich entschieden wett mehr freuen, wenn er von seinen gesunden, rothwangigen, frischen Mädchen einfache, kleine Geschenke erhält, als wenn ihm bleichwangige, blutarme, nervöse Geschöpfe wahre Kunstwerke überreichen. Noch eine andere Arbeit wird vielfach fälschlich als Erholung aufgefaßt, nämlich der Musikunterricht, weil es sich dabei, wie man meint, doch nur um Spielen des Klaviers oder der Violine handelt. Aber auch die Erlernung dieser Künste stellt nicht geringe Anforderungen an den Geist und das Gedächtniß, verlangt die gespannteste Aufmerksamkeit der Sinne und der Bewegungsapparate. Daher läßt sich als frühester Zeitpunkt für den Beginn, nach dem Ausspruche bedeutender Fachmänner, das zwölfte Lebensjahr bezeichnen, im Gegensatz zu dem irrigen Vorurtheil, daß nur im eigentlichen Kindesalter die richttge Fingerfertigkeit zu erwerben sei. Bei schwächlichen Kindern möge man sogar bis zum vier zehnten Jahre warten, denn gerade musikalische Begabung ist sehr oft mit nervöser Anlage verbunden. Zur Ueberbürdung des Geistes und Gedächtnisses kommt nicht selten eine Ueberreizung der Einbildungskraft, hervorgerufen durch übertriebene und unpassende Lectüre. Und gerade aus einer Art nervöser Abspannung erwächst meist diese unselige Neigung zum unmäßigen Lesen, zur bekannten Lesewuth, die alles Lesbare verschlingt und dabei das Nichtoerstandene durch phantastische Ergänzungen ausmalt oder zu unwirklichen Gebilden und Vorstellungen vervollständigt. Wie der wachsende Körper, so verlangt auch der sich bildende Geist kräftige Kost; man muß ihm nur gute Nahrung bieten und nicht kraftlose Näschereien. Was aber Brot unter den Nahrungsmitteln, das sind gute Biographien unter der Jugendlitteratur. Es ist die heilige Pflicht der Eltern, die Lectüre ihrer Kinder auf's Genaueste zu überwachen, und zwar nicht nur dem Inhalte, sondern auch der Menge nach. Spät Abends oder gar noch im Bett darf natürlich nie mehr gelesen werden, ebensowenig über Mittag zwischen dem Vor- und Nachmittagsunterricht. Eine Ueberreizung der Einbildungskraft und nervöse Schwärmerei wird auch leicht hervorgerufen durch eine zwar wohlgemeinte, aber falsche Auswahl der Vergnügungen; Theater, Concerte und Aufführungen sollen Kindern im Allgemeinen erst in ben obersten Schulklassen ausnahmsweise gestattet werden, wenn etwas wirklich Klassisches zum Vortrag kommt. Sonst sind für Kinder nur die Schaustellungen eines Jahrmarkttheaters, einer Zaubervorstellung, eines Circus berechnet. Dabei wird ihre Einbildungskraft nur angeregt, aber nicht überreizt; ihre Phantasie wird nicht aus unrechte und ungesunde Bahnen gelenkt. Das ist für Knaben und Mädchen namentlich in der Entwickelungszeit von überaus hoher Bedeutung, weil sonst das ganze Nervensystem nicht nur zeitweilig erschüttert, sondern oft für das ganze übrige Leben geschädigt und geschwächt wird. Dies alles muß man bei der Erziehung der Schuljugend aufs Gewissenhafteste beachten, wmn man nervengesunde KL Mv-d , verbrat , sprenM LrrrkWU Am3L 1058 H« M rund 8® V.W ön0 't -- Wd fielt in hitßö" M bi* M”,n 213, om-»r gantetM Maurer in Thal" Dr tmgtßtabcntto wurde beifdoc Schmrp UW, welche unb Lästerst I vergangenen wurden in be: das in der K- vergrößert uni SiUtl. V Verbandes Les Präsidium! petzenden ßdt| eekemmng sein« wesen das El wurden ihm zu Zubeltage bat( dah es drmsell brr vaMlLM wirten. X. 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November 1886 erstmals Qncllwaffer ta die Häuser eingeführt wurde und daß erstmals vom Verwaltungsjahr 1887/88 ab eine regelmäßige Controle des WafferwerkbetriebS auch hinsichtlich dr» gefammten Quellen- TrguffeS bezw. der Wafferförderuug, sowie des Wasser- Verbrauchs für häusliche und öffentliche Zwecke stattfand, während der bis dahin stattgehabte öffentliche Waffer- verbrauch der Ventilbruuuen für Straßen> und Aulageu-Be« sprenguug im Einzelnen weder festgestellt wurde, noch zur Verrechnung kam. Am 31. März 1897 hatte Gießen 1625 Wohnhäuser -unb 1058 HauSwafferanschlüffe und find also jetzt 65pTt. oder rund Zweidrittel aller bewohnten Häuser an die Wasser- Leitung angrschloffen. (Fortsetzung folgt.) £eceUs «nd pwohtjieß^o ----- AuS der oberen öettttau, 9. Januar. Die in letzterer Zeit in hiesiger Gegend vorgenommeneu Treibjagden ergaben durchweg gute Resultate. So wurden beispielsweise geschossen tu den Gemarkungen Berstadt 200, Wölfersheim "213, Obbornhofen 130, Feldheim 120 Hasen. Auch die Hühnerjagden waren im Herbste recht ergiebig. Lauterbach, 7. Januar. Vor einiger Zeit fand ein Maurer in einem benachbarten Dorfe einen Fund alter Th al er. Der Fund dürfte zur Zett des 30jährigeu Krieges eingegraben worden fein. Von einem hiesigen Münzensammler wurde derselbe angekauft. Schwarz. 5.Januar. In die hiesige Pfennig-Spar- 3affe, welche jetzt 50 Jahre ihres Bestehens hinter sich hat nnb äußerst segensreich in der Gemeinde wirkt, wurden im »ergangenen Jahre eingelegt 4621,60 Mk. Zurückbezahlt wurden in derselben Zett 3916,75 Mk. Demnach hat sich Las in der Kaffe verzinslich angelegte Capital um 704,85 Mk. vergrößert und beträgt dasselbe gegenwärtig 13102,35 Mk. Bildet, 7. Januar. Dem Schriftführer des Krteger- verbandes Vilbel, Lehrer Will zu Rendel, wurde von Setten des Präsidiums der unter dem Protectorate de» Großherzogs stehenden Krieger-Kameradschaft „Haffia" in dankbarer Anerkennung seiner 25jährigeu Wirksamkeit im KriegerveretnS- tvesen daS Ehreudtplom zuerkannt. In einem Schreiben wurden ihm zugleich die herzlichsten Glückwünsche zu seinem Jubeltage dargebracht und der Hoffnung Ausdruck verlieben, daß es demselben noch lange vergönnt sein möge, im Jatereffe der vaterländischen und kameradschaftlichen Bestrebungen zu airken. X. Darmstadt, 9. Januar. Der beliebte Pfarrer der IohanneSgemeinde, Herr Guyot, der sich um diese unver- grngliche Verdienste erworben hat, ist auf seinen Wunsch wegen schwankender Gesundheit, die ihn die BerufSpflrchten einer umfangreichen Pfarrei doppelt schwer empfinden läßt, iv eine andere Stelle und zwar als Seelsorger nach Dortelweil versetzt worden. Er hinterläßt hier viele und aufrichtige Freunde, welche die besten Wünsche für da» fernere Wohlergehen veS auf dem Gebiete der Seelsorge und der kirchlichen Armenpflege usw. tu gleichem Maße hervorragend thätigeu Manne» hegen. — Auf verschiedene Reclamationen hin ist seit einigen Tagen die 7«/, - Minuten-BetrtebSzeit bet der - klectrischen Bahn auf 10 Minuten herabgesetzt worden and zwar zum Leidwesen vieler Bahnbenutzer, die es „eilig haben" und daS haben e» ja heutzutage die meisten Menschen. Wie wir hören, stehen dieserhalb Interpellationen in der Stadtverordneten-Versamwlung bevor. Um der Ucberfülluug □ on Wagen möglichst abzuhelfen, sollen noch einige leichtere Wagen eingestellt und mit den jttzigeu nach Bedarf gekuppelt »erden. Aich, 6. Januar. Ein 7jähriger Knabe gerieth im Bltrhetn an einer offenen Stelle inS Wasser und kam in Ge- sahr zu ertrinken. Ein Jagdhund de» Herrn Pauly au# Sberstadt rettete da» Kind, da» er schwimmend dem User Mtrug. A Mainz. 9. Januar. Die von dem preußischen KriegS- rinifteiium erfolgte Ablehnung des von den Städten Ma.nz ob Kastel für daS an ber Nordoftfeite von Mainz frei fcerbenben FestungS gelänbes gemachten Gebotes wirb, Vie wir vernehmen, Gegenstand einer Interpellation in der z'veiteu heffischen Kammer geben. Nicht die Höhe der von t :m MilitärfiscuS für daS Gelände gestellten Forderung ist veraulaffung zu der Interpellation, sondern es soll durch die- s«lbe vielmehr bezweckt werden, die hessische Regierung zu tlner Meinungsäußerung über da» EigentbumSrecht an dem Kinder Haben will. Wodurch kann man nun aber die Nerven b-irect kräftigen und stählen? Hauptsächlich durch harmonische Abwechselung von Arbeit und Ruhe, von geistiger und körperlicher Thätigkeit. Denn die beste Erholung von geistiger Anstrengung und sitzender Thätigkeit bildet stets körperliche Bewegung in frischer Luft. Wer nach stundenlanger Arbeit a.n Schreibtisch sich matt und abgespannt fühlt und dann elwa zur Erholung sich aus's Sopha legen wollte, der würde »achher nur noch ermüdeter und schlaffer aufftehen. Wer «der statt deffen eine Stunde lang draußen in kühler, frischer Luft nicht zu langsam herummarschirt, der reckt und streckt diie steif gewordenen Glieder, bringt sein träge pulstrendes Blut wieder in energische Bewegung, führt der Lunge durch tiefere Athemzüge belebenden Sauerstoff und dadurch dem Gehirn und Nervensystem ein gesunderes, nahrhaftes Blut jli und scheidet die Ermüdungsproducte des Stoffwechsels schnell aus. Ein Stubenhocker fühlt sich eben wahrhaft nfrischt und gestärkt ni< k etwa nach einem Stündchen Schlaf, sondern nach einem längeren Spaziergang. Daher, ihr Eltern, schickt eure Kinder bei jedem Wetter nach dem Schulunterricht cast eine Stunde hinaus, damit sie in der frischen Luft herumtummeln, spielen oder auch sich balgen- und wenn habet Hose oder Jacke ein Loch bekommen, — schadet nichts, Hf er die Kleidung ist defect als die Gesundheit, denn jene lcßt sich schnell und leicht wieder ausbeffern, diese aber nicht. frei werdenden Festungsterrain zu veranlassen. ES bestehen nämlich hierüber verschiedene Ansichten, indem von einer Seite behauptet wirb, das Gelände sei Elgenthum des Reichs- militärfiScu» und man auf anderer Seite energisch die Meinung vertritt, ber Grund und Boden des FestungS- terrains sei unbestreitbar Eigenthum Hissen» und mithin habe bei dessen Veräußerung und Werthbemessung btr Militär- fiScuS nicht das Geringste mitzureden. Im Falle die Regierung in Darmftabt die letzte Anschauung zu der ihrigen macht, soll die Interpellation durch die weitere Frage ergänzt werden, welche Schritte dem Ansinnen des preußischen KriegS- minifterium» gegenüber die Regierung zur Wahrung ber EigenihumSrechte Hessen» an dem. frei roerbenben FestungS- geläabe zu thun gedenke. + AuS ber Diocefe Mainz, 9. Januar. Im laufenden Jahre toneben zwei Priester ihr goldene» unb fünf da» silberne Jubiläum begehen. Die beiden Ersteren sind Herr Professor i. P. Kaufmann in Bensheim und Herr Pfarrer Steindecker in Mainz. — Aeltester Geistlicher ist ber im Jahre 1839 Priester gewordene jetzige Decan Herr Bi eg er zu Herrnsheim. Gestorben find im verflossenen Jahre nur zwei Geistliche ber Diöcefe. ♦ Dresden, 7. Januar. Die „DreSd. Reuest. Nachr.- melben einen vierfachen Morb und Selbstmord ans dem benachbarten Orten Kaditz, woselbst der Former Jahn seine Frau und drei Kinder ermordete uck) sich selbst erschoß. Die Motive der That sind unbekannt. • Graf Rantzau unb die Presse. Da in der Nacht vom 1. zum 2. Januar dem „Hamburgischen Korrespondenten" auS London folgendes Telegramm zuging: „Abendzeitung meldet: Bismarck gestorben. Telegraphirtumgehend. Reuter", begab sich der langjährige Leiter ber Telegraphen-Ablheilung des Blattes am Morgen des 2. Januar persönlich nach FriedrichSrub, um sich durch birecte Nachfrage in ber Umgebung de» Fürsten BiSmatck zu überzeugen, ob die günstigen Nachrichten, die dem Blatte über die NeujahrSfeier beim Fürsten unb fein Befinden zugegangen waren, völlig richtig feien, damit er sie bann in die Welt hinauSfenden unb bie Gerüchte bamit aufs Wirksamste widerlegen könne. Als er in FriedrichSruh eingetroffen war, ging er zum Schlosse hin und erkundigte sich beim Portier, ob Graf Nantzau zu sprechen sei. Der Graf befand sich mit seinen beiden Söhnen auf einem Spaziergang im Walde, von dem er jedoch bald zurückkehrte. Al» er den Hohlweg jenseits der Bahn herabkam, ging ihm der Vertreter des „Hamb. Korr." entgegen, grüßte den Grafen durch Abnehmen feines ChlinderS und sagte: „Ich bitte Ew. Exccllenz gütigst zu verzeihen, daß ich mir erlaube, Sie hier auf der Straße anzureden, gestatten Sie, daß ich Ihnen meine Karte überreiche, um mich vorzu- stellen." Der Graf erwiderte den Gruß nicht, nahm aber die Karte entgegen, deren Aufschrift lautete: „Inspektor Wilh. Brun», Hamb. Börsen Halle, Hamb. Korr." Als bann unmittelbar nach dem Lesen der Graf die Karte zur Erde fallen ließ, hob Herr Jnsprctor BrunS sie in ber Annahme, daß sie durch Zufall der Hand de» Grafen entglitten sei, auf und reichte sie nochmals hin. Der Graf schrie ihn jedoch an: „Scheeren Sie sich weg hier! Das fehlte mir gerade, jedem hergelaufenen Gesindel, solchem hergelaufenen Litteratenvolk Rede und ^Antwort zu stehen! Scheeren Sie sich weg!" Dabei wies er mit dem Stock über die Geleise der Bahn weg. Die beleidigende Anrede erregte natürlich den Vertreter de» „Hamb. Korr.", der, feit so langen Jahren allbekannt und persönlich geschätzt, an der Spitze des verantwortungsvollen Telegraphendienst-s steht, in höchstem Grade, uab e» lag ihm eine heftige Erwiderung auf ber Zunge. Er beherrschte fiw jedoch gewaltsam unb sagte nur: „Excellenz, Sie find Über meine Person im Jrrthum, ich bin hier al» Vertreter der bedeutendsten Telegraphen-Agenturen der Welt, um Ihnen ein Telegramm des Reuter'schen Bureau» in London vorzulegen, das Sie gewiß interessieren wird." Die in gereiztestem Ton erfolgende Antwort des Grafen war: „Ich sage Ihnen nochmals, scheeren Sie sich weg! Ich will weder eine Depesche au» London noch anderswoher sehen!" Und unter lauten Schimpfreben, bereu Einzelheiten dem mit Recht über solche» Verfahren inbigmrten Frager nicht mehr verstänblich wurden, schritt der Graf mit feinen Söhnen durch da» Thor zum Schlosse hin. — Der „Hamb. Korr." knüpft an diese Meldung folgende Bemerkungen: Wir wissen sehr wohl, baß die» Betragen des VicewirtheS von FriedrichSruh nicht im Einklang mit den Wünschen des Fürsten BiSmarck steht, ber immer in ber liebenswürdigsten, chevalereSkesten Form jeden höflichen Gruß erwidert und jede berechtigte Frage einer Antwort gewürdigt hat. Wir wissen auch, daß schon sehr viele Männer von der Feder ähnliche Eindrücke von der Wohlerzogenheit deS Herrn Grafen Rantzau erlitten haben. Die Sache hat aber, ganz abgesehen von der Differenz mit einem Manne, dessen hochfahrender Ton in gar keinem Ver- hältniß zu seiner persönlichen Wichtigkeit steht, eine große Bedeutung für die Oeffentlichkelt, und deßhalb bringen wir sie hier zur Sprache. ES ist daS gute Recht eines jeden, der mit treuer Verehrung an dem Fürsten BiSmarck hängt und ihn al» nationaler Hera» im Herzen trägt, bie Wahrheit über solche Gerüchte zu erfahren, die au» unbekannter Quelle wer weiß zu welchen Zwecken verbreitet werben. Und es ist die Pflicht einer ihre Aufgaben ernst nehmenden und die Person deS Fürsten nicht minder hoch schätzenden Presse, sich von den Thatsachen zu Überzeugen, die sie der Welt mittheilen kann und soll. Sich mit den dazu nöthlgen Anfragen an die Dienerschaft zu wenden, ist nicht Jedermanns Sache, e» wird aber nach solchen Ersahrungen kaum etwas andere» Übrig bleiben, al» untergeordnete Kräfte mit Erkundigungen I zu betrauen, bie für bie Welt von ber allergrößten Bedeutung find. Die Oeffentlichkcit wird auS der Darstellung ersehen, welche Schwierigkeiten der pflichtmäßigen Berichterstattung Über die Person de» Fürsten BiSmarck in den Weg gelegt werden! — Wir können diesen Mittheilungen hinzufügen, daß Graf Rantzau sich bei den Feierlichkeiten, die auS Anlsch des 80. Geburtstage» de» Fürsten BiSmarck in FriedrichSruh stattfanden, ebenfalls der Presse gegenüber sich sehr wenig entgegenkommend gezeigt hat. Vvn diesem Auftreten hob sich sehr zum Vortheil da» Verhalten deS Oberförsters Lange ab, ber in • feiner Eigenschaft als Amtsvorsteher namentlich bett ZeitungScorrefPondenten das größte Entgegenkommen bewies. Aber im llebrigen zeigte sich damals, daß die Leute im Schloß, die den Verkehr mit der Außenwelt aufrecht zu erhalten hatten, ihrer Aufgabe nicht Im Geringsten gewachsen waren. So mußte die Osfiziersdeputation der Halberstädter Kürassiere längere Zeit zwischen zwei Thorwegen, den Augen deS Publikums sichtbar, warten, bis die Erloubniß zum Eintritt in den Schloßhof ertheilt wurde. Mit Rücksicht auf den greifen Fürsten BiSmarck hat man damals von diesen und ähnlichen Vorkommniffru in den Zeitungen nichts gesagt. — Herr Inspektor Brun» hat gegen den Grafen Rantzau eine Klage wegen Beleidigung anhängig gemacht. D. T. A. * DaS Festessen der ärmsten Kinder. Man berichtet ber „Frkf. Ztg." ouS London. In ber altberühmten Guilb- hall fand am 5. Januar zum vierten Mal da» große Weih- nachtsesseu statt, welches Alderman Treloar alljährlich den allerärmften Kindern von London giebt. 1250 Kinder waren dazu dngelaben, und sie kamen, theils gewaschen, theils ungewaschen, ater sämmtlich hungrig, auf Wagen angefahren, andere Kinder, die nicht eingeladen waren, liefen den Wagen nach, unb als die eingeladenen Kinder ihre Sitze eingenommen hatten, sand sich noch Platz für 50 nicht eingelabene. Tausend Pfund Roastbeef unb Kartoffeln unb 105 fiebenpfündige Plum- pubding» wurden den Kindern ferbirt, während daS Musik- corps ber City Polizei populäre Weisen spielte. Dann wurde Milch getrunken, nachher gab eS Aepfel und Apfelsinen und zu allerletzt noch Knallbonbons, welche ziemlich zu gleicher Zeit losgefeuert wurden. Darauf konnten die 1300 Kinder, welche sonst keine Kopfbedeckung haben oder nur solche von unbeschreiblicher Qualität, alle die bunten Kopfbedeckungen aufsetzen, welche sich in den Knallbonbons befanden. Um diese Zeit erschien in feierlichem Aufzuge der Lord Mayor mit dem Eity-Marschall, dem Schwertträger und dem Szepter- träger und hielt eine Ansprache an die Festversammluug, welche mit der Ansprache „Knaben unb Mädchen!" begann und worin der Lord Mayor sagte, er habe schon manche Festversammlung gesehen, aber noch feine mit so vielen glücklichen Gesichtern. An 4000 kranke Kindern waren gleichzeitig Körbe mit Eßwaaren verschickt worden. Alderman Treloar sprach die Erwartung aus, daß bei reicherer Unterstützung künftig diese Kinberspeisnng eine noch größere sein würde. * Da8 Amt all Gage. Die Sängerin Erika Wedekind droht, Dresden zu verlassen, weil man ihre Forderungen nicht bewilligen will. Diese bestehen, nach einem Dresdener Blatte, in fünfjährigem Contract mit JahreSgage von 25,000 Mk. und — Anstellung ihres Bräutigam», eines Schweizer Ingenieur», in einem Ministerium! . . . Das ist sehr bescheiden. Sie könnte ebenso gut noch den Adel, den Ehrendoctor und eine Natiorialcollecte für ihren AuSerwählten verlangen. * Der Magen von Paris. Man berichtet au» Pari» vom 3. d. Mts.: Em in Statistik arbeitender Reporter hat in den großen Markthallen die Z'ffern des Pariser ConsumS während ber Weihnachtswoche erforscht. An Austern wurden nicht weniger als 2,446,300 Stück, darunter mehr als die Hälfte die wohlfeilsten „Portugaises“ verkauft. Der Absatz an Wildpret war gleichfalls sehr bedeutend unb erreichte: 114,000 Lerchen, 18,000 Wachteln, 6100 Wildenten, 1900 Rehe, 13,000 Fasane, 32,000 Krammetsvögel, 53,000 Hasen, 102,000 Rebhühner, 6900 Perlhühner, 32 Wildschweine, 27,000 Sandhafen. An Geflügel wurden verkauft: 67,000 Hühner, 11,000 Enten, 16,000 Gänse, 82,000 Truthühner, 177,000 Tauben. Getrüffelte unb andere Pasteten find in einer Menge von 3800 Kilogramm nach Paris eingesührt worden und ebensoviel dürste in Pari» hergestellt worden sein. Die Zahl der Kisten mit Weintrauben, Tafeläpfeln, Birnen, Ananas übersteigt viele Tausende. Für Bonbons soll bie Kleinigkeit von anberthalb Millionen aufigegeben worben sein. Die Einnahmeu der bekannten Confiseure betrugen in den letzten Tagen durchschnittlich zwischen 15,000 unb 20,000 Francs täglich, die eine» ersten Hause» am Sylvestertage 27,000 Francs. Uttivcrfitäfs - Nachrichten. — Göttingen. Dem Geh. Rath Prof. Dr. Gottlieb Planck wurde das Ehrcndürgerrecht der Stadt Göttingen verliehen. Ferner erhielt eine neue Straße am Theaterplatz den Namen „Planckstraße". — In Dorpat feierte am 24. December der Theolog und Statistiker Pros. Dr. Alexander v. Dettingen seinen 70. Geburtstag. — Bonn. Die medicinische Facultät in Bonn hat dem Kreis- physicus Sanitätsrath Dr. Hermann Terftesse in Büren aus Anlaß seines 50jährigen Doctor Jubiläums das ihm von der Facultät am 3. Januar 1848 verliehene Doctordiplom erneuert und darin die Verdienste des Jubilars als Arzt und als Förderer der öffentlichen Gesundheitspflege gerühmt. — In Genf starb, 70 Jahre alt, der Bildhauer Jguel. Von ihm sind die Basreliefs des Freiburger Rathhaufes, die Statue Daniel Jeanrichards in Locle, die Löwen des Braunschweig-Denkmals und daS Monument des Herzogs von Rohan in Gens, Statuen am Bundesgerichtsgebäude in Lausanne und auf dem Gebäude der Creditanstalt in Zürich. WOESSNER" Itees Beliebte Theemischungen b8ch* *r Kreise. Mk. 2.80 u. 8.50 pr. Pfd. vorzQgl. Qual. Probepaok. 60 u. SO Pt. 1BU Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garterrstratze 2. Vir-e-oi de* «irbettnehmerr 2 Bäcker (1 erster u. 1 zweiter). 1 Kranken» wärter, 1 Krarckenvflegertn, 1 Sattler, 1 Maschinenschloffer, 1 Monteur, 1 Schuhmacher, 1 Möbelschreiner 1 Bauschreiner, 1 Bureaudiener, 1 Kutscher, 4 Fuhr- knechte, 1 Fuhrmann für leichteres Fuhrwerk, 4 HauSburschen, 1 Kellner (Anfänger), 1 Aushilfskellner, 1 Lauffrau, 3 Taglöhner 1 Dienstmädchen, 2 Bureaugehülfev, 2 Schretbgehülfen. «Ltchfrage der «rdeiteeder r 1 Drechsler für eine Dampfdrechslerei, 1 Spengler, 1 Friseur, 1 Glaser (Rahmenmacher), 2 Weißbinder, von welchen einer Zugarbeit verstehen muß, 1 tücht. Küfer, 1 Drpezter, 2 tücht- Sattler, 6 Ma» schinenschloffer, 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Schuhmacher, 2 Ackerknechte, 1 Fuhvmecht, 6 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 1 Hausmädchen, welches bügeln, nähen und feroiren kann. Lehrlinge: 1 Barbier, 2 Buchbinder, 1 Drechsler, 3 Bäcker, 1 Kupferschmied, 2 Schneider, 3 Schuhmacher, 1 Setzer, 1 Wagner, 2 Schreiner, 3 Schlosser._____ Holz Versteigerungen in Gräflicher Oberförfterei Laubach: 1. SRottiofl den 17. Aarrrra* d. I., mit Beginn um 9V» Uhr Vormittags bei der Löbsacksmühle (Freienseen), 1) im Kreuzseenerberg: 680 rm Buchen- Scheiter 1. Kl , 300 rm -Prügel, 140 rm .-Stöcke, 380 rm -Reiser, 1 Buchen- Stammabschnttt (Hackbretter) von 1,4 m Länge und 62 cm Dchm ; 2) auS Hohe- rain (unoorgezeigt): 60 rm Buchen,Scheiter und -Prügel 2. JrL, 70 rm -Stöcke, 95 rm »Reiserprügel, Kohlreiser flächenwetse. 2. Dienstag den 18. Januar d. I., nach Zusammenkunst um 10 Uhr Vormittags im Wolfsgarten bet Freienseen, l)imEichelgartev: 17 cbm Eichen- schnittholz (16 Et. von 45—63 cm Dchm., 3—7 m Länge), 32,77 cbm Eichen- Bau- u. Schwellenholz (31 St. von 32—65 cm Dchm , 2,6—15 m Länge), 15 rm Eichen-Scheiter (theilweise Werkschett), 18 rm «Prügel, 27 rm Fichten-Rutzprügel (3 m lang, Latten), 8t> rm -Stammreiser (Latten- und Bohnenstangen); 2) aus Süßekopf bei Weickartshain (im Eichelgarten ausgeboten): 3,68 cbm E'chen- Schn ttholz (4 St. von 54—66 cm Dchm.), 12,74 cbm Eichen-Bau- u. -Schwellenholz (10 St. von 34—60 cm Dchm-, 4—10 m Länge), 8 rm Eichen-Scheiter- und -Prügel 2. El, 9 rm Stöcke. — Das Schnittholz (Glaser- und Küferholz) und ein Theil des Bauholzes wird in einzelnen Nummern, das Schwellenholz dagegen zusammen ausgedoten werden. Laubach, 6. Januar 1898. 457 SrLstiche vberfSrster-t. Submisston. Die zu größeren Umänderungen an der hiesigen Kirche nöthigen Bauarbeiten als: veranschlagt zu: Zimmerarbeiten 838,— Dachdeckerarbeiten 681,30 „ Schreinerarbeiten 458,— „ Weißbinderarbeiten 187,50 „ Schmiedearbeiten 20,— „ sollen Mittwoch, den 12. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, aus dem Rathhaus zu Reiskirchen auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Voranschlag liegt bei der unterzeichneten Bürgermeisterei vom 10. bis 12. Januar zur Einsicht offen und werden Lusttragende zu diesem Termin eingeladen. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. W agner.406 Versteigerungen. Bekanntmachung. Freitag den 14. Januar l. Js., Vormittags nm 9 Uhr anfangend, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. Lumda, Districten Läus u. Kaulsköppel, Rabeuauerftratze, Thal,Lehmgrube u. s. w., nachverzeichnete Holzsortimente öffentlich versteigert: 235 Radel-Stämme mit zusammen 98,32 Festm. 67 Radel-Derbstangen mit zus. 7,06 Festm. 9 rm Radel Scheitholz 353 „ „ Prügelhoh 9550 Wellen Radel-Reisholz 19 rm Nadel-Stockholz. Zusammenkunft: Rabenauerstraße bei Nummer 25. Bemerkt wird noch, daß das in den Districten Läus und Kaulsköppel lagernde Holz bei der Versteigerung nicht vorgezeigt wird. Allendorf a. Lda., 6. Januar 1898. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. Rein. 358 Holzversteigerung. Donnerstag den 13. Januar I. I., Vormittags von 9 Uhr an, kommt im Reiskirchener Gemeindewald im District Schäferschneiß und Wab- persberg nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung: 106 Kiefernstämme von 23—40 cm mittlerem Durchmesser und bis 17 m Länge, 96 fm Inhalt, 160 Fichtenstämme von 13—25 cm mittlerem Durchmesser, 54 fm Inhalt, 1143 Derbstangen von 7—12 cm mittlerem Durchmesser und bis 19 m Länge, 144 fm Inhalt. Freitag den 14. Januar I. I.: 232 rm Nadelknüppel, 4800 Nadelreisigwellen. Es wird bemerkt, daß sich die Kiefernstämme zu schönen Balken und Schnittholz eignen, die Fichtenstangen größtentheils zu schönen Sparren und Rüststangen. Der Anfang ist am ersten Tag in der Schäferschneiß bei Nr. 95, den zweiten Tag in der Morgenhölle. Reiskirchen, den 7. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. Wagner. 407 Holzversteigerung. Mittwoch, den 12. d. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, kommt im hiesigen Gemeindewald in den Districten „Sohlgraben 8 c, Heide 4 a und SelzerSweg 11b* folgendes Holz zur Versteigerung: 8 Eichenstämme 3. und 4. Klaffe mit 3,50 fm, 155 Kiefernstämme 3. und 4. Klaffe mit 57 fm, 4,5 m Kiefern-Nutzholz, 119 Fichtenstämme 3. und 4. Klaffe mit 30 fm, 81 Fichten-Stangen 1. Klaffe. 145 Fichten-Stangen 2. Klaffe, 236 Fichten-Stangen 3. Klasse. Anfang in Heide 4 a. Niederwetz, den 7. Januar 1898. 458 Watz, Gemeindevorsteher. Gebrannten Empfehlungen. Kaffee (eigene Brennerei) unübertroffen in Geschmack und Aroma, per Md. 1-, 1,20, 1,40, l,fO, 1,80 Mk. empfiehlt 315 Fr. Leo Nachfl., C. Herber, Seltersweg 71. QUÄKER WEIS Ojufflieh Oats Ärztlich empfohlen. Nur in Packeten. Überall käuflich. Versuchet die Recepte auf * den Packeten. Husten und Heiserkeit lindern Sie am schnellsten mit Watthees Nichtennadelbonbons. Zu haben X 30 und 60 Ma. bei 448 Gustav Walter, Mäusburg 13. 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Bl ttoarfe vom 31./12.| 8./1. w .s r^> Eourse vom 31./12.| 8./1. •otsrfe vom 31./12.| 8./1. o G ttottrfe vom 31./12.| 8./1. «b Courfe vom 31./12.| 8./1. 1 — ocw 31./12 । 8/1. Htaatspapiere. 5 Rum. am. Rte. 101.10 101.30 4 Lissabon. . . . 64.50 65.70 3 Prag-Duxl896 88.— 85 — 4 Pr.H.-Act. alte 100.20 100.20 do.Südb.(Lb). 68.1/a 72.»/8 4 Ruff.Obl. v.80 102.70 103.10 4 Rom n—VIII 95.— 95.05 3 Raab-Oed.v.91 82.60 82.— 4 Pr.H.-Act.neue 101.— 101.- Oest.Rdw.tit.1. 223.1/9 228.— 4 D. Reichs-Anl. 103.10 103.40 4 Schwed.Obl. . 100.90 98.— 47, Buenos-Aires 4 Rudolfb. Gold 102.30 102.40 37, do....... 100.— 100.— Gotthardbahn. 151.— 152.30 •7, 8 103.20 103.25 97.30 37. 5 do....... 100.20 101.— v. 1888 . . . 75.80 77.50 3 Jtal. gar.E.B. Livorneser. . . 58.25 61.10 58.70 4 Goth.unk. 1903 Diverse 8dl. 102.— 102.— Schwz. Central Schwz.Rordofi 140.90 140.60 do..... . Preuß.Consols 97.05 Serb.Gld.-Rte. Stund eohrl.Anl. 3 61.60 107.20 105.80 4 103.20 103.30 5 do. Tab.-Rte. ——.— 37, do.S.-Braunf. 99.- 4 Sicil. v. 1891 94.85 95.30 Buderus E.W. Cisenb. Rtenbk. 100.60 101.50 101.— 101.50 Jtl. Mittelmeer 99.25 96.80 •7i do....... 103.35 103.35 97.90 4 Spanische Rte. Türk.Zoll-Obl. bo.conoJjit.C. 61.20 60.90 5 Toscanische. . Russ. Südwest Rjösan - Urals! 94.10 102.90 101.70 94 70 Pr.Henri(Lxb.) 113.80 117.20 1 94.40 5 96.50 96.75 37, do. Solms-Lich 101.— —,— 4 4 4 Bad. St.-Obl. 1 24.50 25.50 37, do.Jsnb.-Birst. 78.50 80.— 4 102X15 KanK-Attien. Pmiuel. Loose 0.1886. . . 101.50 102.50 1 do. Lit.D. 21.70 22.30 37, Grfl. S.-Laub. 101.50 —.— 5 Anatoltsche B. 94.20 94.80 DtscheReichsbk. 163.75 159.60 Bad. Th. 100 . Bayer. Th. 100 144.30 144.10 4 Bayr. St.-Obl. 102.35 102.60 4 Ung. Gld.-Rte. 103.10 103.25 Sisend.-Nriarit. 47, Portug. v. 89 . 60.10 62.35 Frankftr. Bank 190.55 189.— 4 158.90 159.90 •7. •'/, do. Eisb.-Obl. 102.35 102.60 4 do.Kron.-Rte. 99.90 100.30 Deutsch«. 3 do. v. 1886 . . 33.— 33.— Berl.Hdlsges.. 175.70 176.40 5 Donau-Reg. . 118.— 113.30 Brem.St.-Anl. 47. do.E.B.Gold 4 Hess. Ludw. v. 1868/69 . . bo.o.1874 . . do. v. 1875/78 do....... 3 Salon.-Mon. . 58.80 58.55 Darmst. Bank. 158.20 159.50 37, 3 4 5 •7. 4 v.1892. . . Hamb.St.-Rte. v. 1893 . . . Hess. Dt.-Ob!. 100 80 101.40 102.30 101.— 101.76 102.50 5 47. 57, v. 1889. . . Arg. inn. Anl. do. äuß.v.1888 ChinefischeAnl. 102,85 78.50 67.50 103.70 103.50 78.65 69.30 104.— 4 4 37, 47, 100.15 gekd. 100.15 100.30 100.20 gekd. 100.20 4 4 37, 4 pfendtmese. D. Grndschuld- bank V—VI do. I-H 103.40 100.20 100. 103.40 100.20 LOO. Deutsche Bank Disct.-Comm. Dresdner Bank Mitteld. Cr.Bk. Oest.Crd.-Anst. 210.30 201.60 164.10 117.10 210.40 203.40 163.70 118.50 301 »/b Th. 100 Madrid .... Mein. Th. 100 Oesterr.v.1860 Oldenb. Th. 40 137.40 42.50 134.40 126.70 138.70 45.30 134.25 128.50 871 do....... 102.20 102.60 4 Egypttscheunif. 107.30 —.— Homburger I. . 100.50 100.50 298.— 3 130.65 129.10 Hulianbtfd)«. 6 Mexic. v. 1890 95.30 97.30 4 Pfälzer Nordb. 101.50 —.— Fkf.Hyp-Bk.IU 100.50 100.90 -»dsstrie.Attiell 27, Raab-Graz 100 92.— 92.— S Erteck.E. B. v. 5 do. Eisenb. . 91.30 93.30 AuSlSudtsche. 37, 4 4 100.— 100.— Nordd. Lloyd . 112.— 112.— 3 Türk. frs. 400 34.90 36.90 & 1890 .... do. Mon.-Anl. 32.— 35.80 32.20 35.45 3 do. SUber. . 24.40 24.90 4 4 Elisab.-B. stfr. Kaschau-Oderb. 102.30 102.80 do. Hyp.-Cred. d.l905unkS27 99.50 102.60 99.55 102.60 HöchsterFarbw. Bochumer Guß 465.— 205.— 445.50 205.90 An»rinisl.5«ose per Stück in Mk. 4 Stal. Rte. St. LiQie-Sbl. v. 1891 . . . 101.60 102.80 37, S 29 ... 99.80 99.80 Dortm. Union. —.— Ansbacherfl. 7 38.20 38.60 1000—4000 94.15 94.80 87. Franks, v. 1893 101.— 101.25 4 Lombardische . 101.30 101.30 47, Ldw. Cred.-Bk. 101.45 101.85 Gelsenk. Brgw. 192.30 187.90 Augsburg. „ 7 22.40 22.80 8 do....... 59.40 59.45 3 7. Darmst. 88/94 100.40 100.50 3 Lombardische . 77.65 78.- \ Hamburg. Hyp. 97.90 98.10 Harpen. Brgw. 195.30 ISd.bü Brschw.Thlr20 108.40 109.70 Oefi.Gold-Me. Ber. Königs- u. 4 103.— 108.15 37. Gießen .... 100.50 100.50 5 Oest. Staatsb. 116.40 116.20 4 do.unk.b.1900 100.75 100.75 183.- 186.- Finnland. „ 10 56.— 56.50 87. 4 Oest.Silb.-Rte. Oesterr.Localb. 86.25 87.— 37. 4 Mainz..... 100.— 101.10 4 103.25 103.80 37, 4 do....... 99.50 99.50 Laura . . . Freiburg, fs.15 MaUänder^lO 26.50 26.30 Offenb. v.1892 103.50 103.50 3 bo.L-vni.em. 95.10 95.10 Mein. Hyp. alte 98.— 98.15 Tisend.'Lttitt. 12.— 12.50 verstaall. . 84.10 84.10 37, Wiesb. , 1887 100.50 101.— 3 do. £K. Em. . 93.— 93.10 4 do. neue 100.80 101.— Hefs.Ludwigöb. —— —— Meininger fl. 7 22.05 21.90 4Vi Port. St.-Anl. 31.30 33.20 4 Worms.... 101.40 102.- 3 do. v. 1885 . . 91.60 91.85 37, do...... 100.— 99.80 Csac.-Agram . 220 — Pappenh. „ 7 22.50 22.50 3 do....... 21.55 22.— 37 Worms.... 1 101.20 I 101.20 3 do. Erg.-Netz. 93.50 93.95 3V. 1 do. unk. 1907 100.— 100 — Oest. Staatsb. 283.7/8 296.1/J Venediger L. 30 — 22.50 Jjrjl- ?•* ImW ,i.t beigeleg^ »d-it von Lag er Sledacti Abonn begonnene 1- Derben noch . Wägern unb pnb bereits e -reicht, W Die Ar xiuartalswech Ve Da« Lao ton sich "diu. Vau von bin letzte Jntnmez weiter Kreist Dtßtrni-i'Uni «ischen Köntgi sagt hatte. T weh, unb sie dranntrn z. Staatsangrhöi so lange, bis Lrlgrab sankt verminst 6roi mehr unb weh bewiesen, baß tragen weiß. Zusamwevklinsl die erste Begez Thores starlgest beider Monarä denselben verhc worden, aber Alexander ein Die Inm jeher ziemlich haben sich tmn regt unß gar Ministrrk.fil . ®'e etjlt btn Anihij, b Seiten ^btn i sehr in- den M andere, sch xagen sei,dem lst auch mit t w Rationalist^ ^ankheittzursa^ 7' »ich! 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