en X Strasse G r' "“«"htteta L I "• z"m Aus- öll. G ld) dass ich für W 8e^st den ver- D erksame und Z Zöllen der wich V i t, e •WH iis-Mei'n. Emtrittsgeld 1 Mk. werben von bem Pnnn^ | . Lause bieftt Woche erhoben. Maite bchchigi; weitert I >üge tönnen gegen Entrichtunz m Diener gefordert wirten der Beikarten bei Zeiten sch eim Umgang nicht ausgehaltn at Niemand Zutritt zur Beitrages gilt nai$ § 9,10 11111 | Der Borstaud. Hessen. )joven^r 85,< 101* 83* if.* *.* 101* 000.* , sanknoten \ vto. IlfNINH kauf • >tzabe | m Preisen.Z t den, „ firirf Ai Le«cb S**’’ Nr. 264 Erstes Blatt. Donnerstag den 10. November 1898 •r *'« ■len:»»« Dl» •wiener yaBlfhiHlttir wrltx •#■ *n^i|rr eO4 WeH<-e*w ■rlmrn Ingtterr Sr etn Inv't'« »wp Zlnits- und Zlnzeigeblutt füv den Ttveis Gieszen. ****727,«;; £tWm,: I Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. M > . WB"■"!■■■»————■g?* ■Irdft für Deprfchrn: ♦ <«•«*. Fnmfprrchn Rt. H. P»WW^WWIW^W> Deutsche» Reich. Btdti, 8. November. Anläßlich de« Besuche« bei deutschen Kaiser« in Konstantinopel ist die Frage der Errichtung einer deutschen Handel«- uno Gewerbekammer, die schon seit Langem schwebt, wieder in Fluß gekommen. Der Wunsch, daß eine derartige Centralstelle für da« in der Levante tnvesttrte deutsche Kapital und die dort ansässig gewordene deutsche Arbeitskraft geschaffen werde, ist schon seit vielen Jahren rege und von den heimischen Fachblättern de« Oesteren mü Nachdruck vertreten worden. Deutschand ist that- stchlich der einzige unter den conttnentalen Staaten, der keine Handel«kammer in Konstantinopel hat, obgleich e« nach Oesterreich und England am stärksten am Levantehandel interesfirt ist. E« ist vielleicht nicht uninteressant, daß auch die österreichische Kammer einem Kaiserbesuche ihre Entstehung verdankt. Sie ist kurz nach der Anwesenheit Kaiser Fran- Josef« 1869 und aus dessen Zuthun gegründet worden. Dem schneidigen Vorgehen seiner Handelskammerorgane verdankt Oesterreich-Ungarn seine vorherrschende Stellung im Leoante- verkehr mindesten« ebenso sehr wie seiner entwickelten Schifffahrt. Der Geschäst«krei« der übrigen Kammern ist derart im Wachsen begriffen, daß man umfangreiche Gebäude für sie hat errichten müssen. Wie wir hören, wird die Angelegenheit sofort nach der Rückkehr de« Kaiser« im Au«wärtigen Amte in Angriff genommen werden. Berit», 8. November. Die Kamerun-Land- und Plantagengesellschaft ist in der Lage, für da- letzte Betriebs jahr eine Dividende von 8 pLt. gegen 5 pCt. im Vorjahre zu verthetlen. Nach Berichten au- Kamerua be* staden sich die am Krteg-ich'ffhafea und in Bimbia belegeneu Lacropflauzungen im besten Zustande. Der Laeao ist in Q lalitär tadellos ausgefallen und wurde gut bezahlt. ES ist die- ein erfreulicher Beweis für die Au-stchteu de« Plan- tagenbaue« in kamerov, welche« vortreffliche BodenoerhäU- nisse und günstige Niederschläge hat. Bis jetzt ist Kamerun weievtlich für Licao in Betracht gekommen, aber e« scheint, ■f« ob e« sich auch für die Cultur gewisser Faserpflanzen, welche große Regenmengen verlangen, vorzüglich eigner. Die Wichtigkeit dieser neuen Aussicht tritt heute noch nicht sehr hervor, und e« hat sich deshalb in Berlin ein 6omii6 gebt.der, welche- in systematischer und gründlicher Weise dir Lultur nmersuchen und aufnehmen will. Im Auftrage d ese- Lomitss hat flch Dr. Schulte im Hofe, welcher schon früher die tropiichtn Lulruren in Hinterindien studirt har, wieder nach Lalcutta begeben, um für eine Ergänzung seiner jüngst erschienenen Arbeit über die Ramiefasrr und ihren Anbau in den deutschen Colonien Material zu sammeln. Köln, 8. November. Gegenüber her Meldung, da« Katferpaar werde ton Genua au- die Rückreise nach Deutschland per Bahn antreten, erfährt die ,flö n. Ztg." au« Berlm, die Rückfahrt erfolge per Schiff durch den Atlantischen Ocean und die Nordsee, sodaß die Ankunft in einem deutschen Hasen schwerlich vor Ende diese« Monat-zu erwarten ist. Jedenfalls wird sie so erfolgen, daß der Kaiser am 29. November den Reichstag persönlich eröffnen kann. Die englische Meldung, daß die Abkürzung der Reise mit politischen Angelegenheiten zusammendäuge, sei unbegründet. Karlsrnhe, 8. Nov.mder. Die ^Badische Presst bringt «in Prtvattelegrawm au- London, wonach die Rüstungen England- fortgesetzt werden. England soll die Abficht haben, gemeinschaftlich mit den vereinigten Staaten die Philippinen zu gewinnen, d. h. Kohleustationen und weitere Territorien gegen eine ansehnliche Summe zu erwerben. Den etwaigen Ansprüchen Frankre chs, Rußland- und anderer Mächte will England durch seine eiseogepanzerte Faust begegnen, daher die Rüstungen. Pari», 8. November. Heute fand io einer hiesigen Bierbrauerei eine K e s s e l - E 5 p l o f i o n statt, vier Arbeiter, darunter drei deutsche, erlitten durch glühende« Pech schwere Verwundungen. E n T)eil de- «essrlhause« ist eiugestürzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Madrid, 8. Novrmber. In osficielleu Kreisen herrscht die Ansicht, daß die internationale Lage Spanien verbiete, große Rüstungen auf den eaoarischen Inseln und ans den Balearen vorzuuehmen. Loudon, 8. November. „Daily Graphic" fordert von der Regierung Aufklärung über den Zweck der großartigen Rüstungen, die in den englischen Häfen noch immer fortdauerten. London, 8. November. Der General-Adjutant hat Name»« de- Höchstcommaudireuden, Lord Wolseleh, sämmtliche Zeitungen ersucht, absolut nicht- über die Mobilmachung zu veröff:ntlichen. Da jedoch eine Anzahl, nnb zwar gerade die chauvinistischen Blätter, nicht patriotisch genug waren, der Aufforderung Folge zn leisten, drucken heute alle Blätter dir vollständigen Berichte über die Rüstungen weiter ab. Darnach fand gestern ein nächtlicher Scheinangriff auf Plymouth statt, deffen Idee der versuch eine« französischen Geschwader- war, mir leichten Fahrzeugen den Eingang in den Hasen zu erzwingen. Die folgende Kanonade von allen Küsten-Batterien und da- Spiel der elektrischen Scheinwerfer dauerte die ganze Nacht hindurch. Der Scheinangriff wurde zurückgeschlageu. In Gibraltar fand ein großartige- Scheingefecht de- gelammten dort versammelten Laualgeschwader- unter dem Lommaudo de- Prinz- rezenten Loui- von Battenberg statt. Die militärischen Krankenhäuser wurden in Grand gesetzt und die Lazareth- Eorp- der Flotteu-Statlouen eoneentrirt. Die Regierung beschloß die verläogerung der ägyptischen Bahn di- Khartum, ungefähr 180 englische Meilen. Konstantinopel, 8. November. E- ist nicht gerade er- muthigend für den Prinzen Georg von Griechenland, welcher demnächst al- Lommissär der vier Mächte — also noch nicht gleich al« wohlbestallter Generalgouverneur — in Kreta rinlreffeu soll, daß die christliche Bevölkerung der Insel fich weigeit, die Waffen abzuliefern. Indessen wacht man mit Recht darauf aufmerksam, daß die Schwierigkeiten sür den noch nicht dreißigjährigen Prinzen weniger auf der Insel selbst, al- in seiner griechischen Heimath liegen. Dort giebt man sich wieder großen Einbildungen hin, seitdem die Ernennung Le« Prinzen Georg unzweifelhaft geworden ist. Ju Athen scheint auch die Meldung ihren Ursprung zu hoben, daß Deutschland der Ernennung de« Prinzen ausdrücklich zugestimmt hätte, was jedoch in Berlin entschieden bestritten wird. Auch daß Oesterreich Ungarn eine förmliche Zustimmung gegeben hätte, wird in Berlin nicht geglaubt^ Graf Murawiew habe nur während seine« Wiener Besuche« fich versichert, daß von hier ein Einspruch nicht za gewärtigen sei, nachdem die etwaigen Rückwirkungen ans die Balkaastaaten erörtert und für alle Fälle im Sinne dr« österreichisch ru fischen Einvernehmen« die entsprechenden gemeinsamen BerhaltungSmaß- regeln vereinbart worden wären. — In den Beziehungen zwischen der Türkei und Frankreich ist jüngst e ne bedenkliche Spannung eingetreten. Der franzöfische Botschafter Cambon beschwerte fich wiederholt über die Bevorzugung der Deutschen und die vollständige Nichtberücksichtigung frauzöfischer Interessen durch den Sultan. Abdul Hrmid verficherte dagegen Herrn Lambon in seiner letzten Audienz, daß die Auficht de« Botschafter« auf Mißverständnissen beruhe. Da aber der Urheber der Er- morduug de« Pater« Salvadore, Oberst Mussa B»h, kürzlich in Freiheit gesetzt und ein aktive« Lommaudo in Syrien erhalten hat, theilte Lambon der Pforte mit, daß Frankreich bi« auf Weitere« keinen neuen Bolschafter ernennen und fich durch einen Geschäftsträger vertreten lassen werde, auch lege da« Pariser Labiuet keinen weiteren Werth auf die Anwesenheit de« türkischen Botschafter« Munir B-h in Pari«, so lauge nicht die dringendsten Forderungen Frankreich« erfüllt werden. — So berichtet man wenigsten« der „Franks, ßtg.* au« Konstantinopel. Locale» und provinzielle». Gießen, 9. November 1898. •• Ber-eichniß der Gefchvorenen pro 4. Quartal 1898: 1. Meyer, Larl, Postseeretär t. P., in Gießen. 2. Väth, Louis August, Landwirth tu Bauernheim. 3. Orth, Johannes, Landwtrth in Rieder Breidenbach. 4. Keller, Heinrich Georg Friedrich, Bürgermeister in Offevheim. 5. Bind ernagel, Earl, Buchhändler in Friedberg. 6. Kröll, Heinrich Philipp Wilhelm, Landwirth tu Alten- stadt. 7. Banfo, Chrtstiaa, Ingenieur in Gießen. 8. Gabriel, Augnst H, Fabrikant tu Gießen. 9. Neu- Hardt, Johann Geora Philipp, Pachter in Beienheim. 10. Rinn, Ludwig XIV., Landwirth in Heuchelheim. 11. Reitz, August, Landwirth in Södel. 12. Weitzel, Johann Heinrich, Rentner in Kaichen 13. Bender, Jacob Wilhelm, Landwirth in Dorf Gill. 14. Ronthaler, Otto I., Bürgermeister in Langd. 15. Bonariu«, Lon- rad III., Lmdwirth in Großen-Buieck. 16. Gödel, Wilhelm, Landmaan in Pohl Göns. 17. Eidmann, He nnch, Landwirth in Stockhansen. 18 vansch, Heinrich III., Landwirth in Rieder-Wöllstadt. 19. Fritzel, Philipp Heinrich, Bürgermeister in Oder-Eschbach. 20. Riehm, Ludwig, Landwtrth ia Staufenberg. 21. Polchau, Gustav, Ingenieur io Lollar. 22. Winter, Ludwig, Oberfilieuteoont i.P. in Gießen 23. Reif, Ludwig, Pachter in «ff rhkim. 24. Rabenau, Wilhelm, Kaufmann in Alten Buseck. 25. Wal dschmidt, KaSpar, Gemeioderechner in Leihgestern. 26. Stumpf, Philipp, Landwirth in Re,skirchen. 27. Mettenheimer, Dr. Adolf, Rentner in Gießen. 28. Schuldt, Philipp II., Müller in S'aden. 29. Giier, Philipp, Rechner in Unter-WidderSheim. 30. Hahn, Gustav, Pachter auf dem Schellnhof bei Schotten. •• Sitzung Grotzh. Handelskammer vom 4. November 1898. Anwesend waren die Herren: Koch, Scheel, Balser, Heichel- heim, Katz, Klingspor, Kraatz und Wortmann. — Großh. Ministerium der Justiz ersuchte die Handelskammer um eine gutachtliche Aeußerung über verschiedene Punkte, welche in den hessischen Ausführungsgesetzen zum neuen Handelsgesetzbuch, der Wechselordnung und dem Binnenschiffahrt«- gesetzt ihre Regelung finden sollen. Das von der Kammer erstattete Gutachten spricht sich u. A. in Betreff der Protest- und Präsentationsstunden eine- Wechsels zur Zahlung sür die Zeit von 9 bis 12 Uhr Vormittags und von 3 bis V Uhr Nachmittags au6; weiter hält e- eine gesetzliche Festsetzung der Grenzen deS Kleingewerbes — etwa auf Grund der Steuerpflicht — nicht für angebracht, wünscht vielmehr, daß die Prüfung der Frage, ob ein Betrieb noch als Kleingewerbe anzusehen ist, durch den Registerrichter unter Mitwirkung der von den Großh. Handelskammern erwählten Commission erfolgen solle, deren einzelne Mitglieder gleiche- Stimmrecht wie der Richter haben müßten. Bei Stimmengleichheit solle die Stimme des letzteren ausschlaggebend fein. — Der Art. 30 des neuen H.G.D. gestattet den Einzelstaaten, zu bestimmen, daß benachbarte Orte oder Gemeinden als ein Firmenort erklärt werden. Die Kammer bittet, daß die Stadt Gießen mit den Orten Klein-Linden, Heuchelheim und Wieseck al« ein Firmenort im Sinne des Gesetze- erklärt werden möge. Sie spricht sich ferner gegen die öffentliche Ermächtigung von Privathandelsmäklern zur Vornahme gewisser Käufe und Verkäufe und gegen die amtliche Bestellung solcher Handelsmäkler als Sachverständige zur Feststellung des Marktpreises von Maaren aus, will vielmehr Sachverständige von Fall zu Fall gerichtlich ernannt sehen, wie sie auch öffentliche Käufe und Verkäufe in der Zukunft durch die zur Zeit mit der Vornahme derselben betrauten Personen auSgeführt zu sehen wünscht. — Bezüglich der RechtS- und Handlungsfähigkeit ausländischer juristischer Personen spricht sich die Kammer sür strenge Durchsührung der Reziprozität auS und erachtet es sür erforderlich, ausländischen Lebensversicherungsanstalten, Bank- und Creditinstituten nur nach vorangegangener Prüfung ihrer Statuten, die den Erfordernissen deS Inlandes entsprechen müssen, eventuell nur gegen Sicherheitsleistung die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Jnlande zu ertheilen. — Schließlich befürwortet das Gutachten die Einführung des Zwei- lagerscheinsyftemS, wodurch die Möglichkeit gewährt wird, das Lagergut mittels des einen Scheines zu verpfänden und mittels deS anderen zu veräußern. — Bei den Ei u- w eihungSfeierlichkeiten des Denkmals Sr. König!. Hoheit des Großherzogs weiland Ludwig IV. wird die Kammer durch eine Deputation vertreten sein. — Die regelmäßige ErgänzungSwahl zur Handelskammer für das Jahr 1899 soll am Freitag den 9. December l. I. stattfinden. ES scheiden aus die wieder wählbaren Herren Commerzienräthe Gail, Koch und Wortmann. Zum Wahlcommissär wurde Herr Ernst Baller ernannt und zu Urkundspersonen die Herren Robert Jmheuser und Joseph Sauer bestimmt. Die Liste aller Wahlberechtigten wird in der gesetzlichen Frist bei dem Bankhause A. Heichelheim offen liegen. Die erforderlichen Publikationen werden demnächst erfolgen. — Vor Anknüpfung von Geschäftsverbindungen mit einer Firma deutschen NamenS in Athen ist zu warnen. dt Stadttheater, vor gut besuchtem Hause ging gestern Abend Schiller« „Jungfrau von Orleans* mit Anna Führing als Gast in Scene. Die verehrte Darstellerin der Heldinrolle rechtfertigte durchaus den ihr voraufge- gangentn Ruf einer Künstlerin ersten RangeS; ihre stattliche Erscheinung und kräftige modulativnSsähige Stimme berührten ungemein sympathisch. Ihre Darstellung der Jungfrau gab in einfachen, großen Zügen ein getreue« B Id de« Helden- mädchen« von Dom Remy, wie e« dem Dichter vorschwebte. Die schlichte, veestäadntßvolle, und von echter Empfindung zeugende Art und Weise, wie Anna Führrug den ersten großen Monolog: ^Lebt wohl ihr Berge* ipcach, nahm gleich für fie ein; kein falsche« Patho» störte nnb die ergreifenden Worte des Abschiedes an die „THLler und geliebten Triften" waren ebenso wenig rührselig wie sentimental. ES war daS rührende Bild der reinen Magd, der eine weltgeschichtliche Mtsfion zu Theil wird, wie einer Judith, und die zu vollbringen auSzieht, was nur ein gottbegeifterteS, kindlich-fromme» Gemürh vollbringen kann. Dieser Anlage entsprach ihre Erscheinung im KönigSschloffe. Im Bollbewußtsein ihrer Sendung trat fie vor den König, ihren Herrn, nicht unter- thänig-demüthig und ebensowenig amazonenhaft-heroisch- eS war die folgerichtige Ausführung der im Vorspiele gezeichneten Gestalt, die immer mehr unser Interesse in Anspruch nahm. Wie fie alS Heldin, in Erz gepanzert, auf dem Schlachtfelde erschien, da konnte man der hochgewachsenen Jungfrau, die Schwert und Schild zu führen wußte, als sei fie die geborene Heldin, wohl zutrauen, daß sie tödtliche Stretche führen konnte. Ihre Erscheinung hatte etwas von dem Erzengel Michael mit dem Schwert, und man konnte schon glauben, daß die englischen Söldner vor dieser kriegerischen Jungfrau mit behelmtem Haupte und gezücktem Schwerte davon liefen. Sehr schön sprach Frau Führtng die flammenden Worte, die ste an den Herzog von Burgund richtet, die mit fiegreicher Gewalt sein Herz überwinden, und ebenso ergreifend und rührend den herrlichen Monolog vor der Krönung: „Die Waffen ruh'n, des Krieges Stürme schweigen"- diese melodramatische Scene erzielte eine bedeutende Wirkung. DaS herrliche Organ der Gästin kam hier zu voller Geltung. DeS Weiteren ist das Spiel der ausgezeichneten Darstellerin in der Krönungsscene, im Kerker, die fie kraftvoll gab, und tn der Schlußsceue sehr zu loben. Ihre Leistung war ein einheitliches Ganze», eine vornehme Darbietung echter, großer Schauspielkunst und wurde durch den Beifall ausgezeichnet, der wahrhaft künstlerischen Leistungen stet» zu Theil wird. Daß hinter solcher Kunst die Kräfte unsere» Stadttheater» zurückblieben, darf nicht Wunder nehmen, wenn wir auch die tüchtigen Leistungen einzelner Darsteller gebührend anerkennen. So sind vor Anderen rühmend zu nennen die Herren Liebscher, Dietzsch, Walter und Werner- ihrer Rolle nicht so ganz gewachsen erschienen die Herren Easterra und Köhler. Herr Helm entfeffelte trotz seiner ernsten Rolle al» Erzbischof von RheimS wahre Lachsalven, worüber beinahe die Kathedrale in» Wanken gerieth. Fräulein Bartholdy hätte al» Agne» Borel etwa» mehr Wärme zeigen dürfen, wogegen Frau Helm von einer Königin gar wenig an sich hatte. Die Fräulein Rux und Cronegg spielten recht uMrlich. Scenerie und Costüme besaßen den Reiz der Neuheit. Der Charakter de» Trauerspiel» erlitt, tote gesagt, durch einige unbeabsichtigte Heiterkeit»scenen leider wiederholt Einbuße. Der finanzielle Erfolg dürfte trotz gähnender Leere der oberen Logen befriedigend gewesen sein. • • Freifiuuiger Verein. Die gestern Abend im Restaurant Fetdel ragende außerordeniliche Generalversammlung war gut besucht und genehmigte einstimmig den Vorschlag de» Vorstände», bei den demnächst stattfiadenden Stadtverordnetenwahlen, gleichwie vor drei Jahren, gemeinsam mit der nationalliberalen Partei eine Sandidatenliste der Bürgerschaft in Vorschlag zu bringen. Bet der darauf stattfindenden Abstimmung wurden mit Stimmenmehrheit die Herren Kaufmann Richard Scheel, Bäckermeister Wilhelm Löber, Profrffor Dr. med. Fahr, Schneidemüller Phil. Euler, Schneidermeister Heinrich Leib und Fabrikant Heinrich Schaffstaedt zur Wieder- bezto. Neuwahl als Candidaten gewählt. * • Zustn» Kreiling f. Am 7. d». Mt». verstarb in nahezu vollendetem 80. Leben»jahre der Veteran der Frei- finnigen Partei Gießen», Herr Schloffermeister Justu» Kreiling. Allezeit ein treuer Anhänger der Fortschritt»- und späteren Freifinnigen volkSpartei, war er bi» in sein boheS Alter hinein ein eifrige» Mitglied de» Vorstandes der Partei, immer bestrebt, die Interessen de» liberalen Bürger- thum» zu fördern. Ein wackerer, biederer Ehrenmann ist mit ihm geschieden, dem ein gute» Angedenken in den Herzen unserer Bürgerschaft immerdar gefichert bleibt. * • Die Reichsbank erhöhte heute den Wechsel-Discont von 5 aus öV2 pSt. • • Zu Amerika verstorbene Hessen. In New-Uork: Alfred Günsel aus Mainz. In Washington, D. C.: Wittwe Katharine Schmidt, 65 Jahre alt, au» Stein- Heim bei Offenbach. In New-Uork: Maria K. Stander, geb. Köster, 77Jahre alt, an» Etcheurod. Daselbst: Willi Wenner au» Hessen-Darmstadt. In New-Memphi», Jll.: Frau Maria Schuchmann, ged. Daab, 64 Jahre alt, au» Großbieberau. In Cleveland, O.: Frau Mar gar et h.a Reiber, 71 Jahre alt, au» Hessen-Darmstadt. * * Wetterbericht. Der größte Theil Europa» steht unter der Herrschaft eine» barometrischen Maximum». Der Kern desselben hat an Intensität noch weiter gewonnen und ist nordostwärts bis nach Raßland gezogen. Im Westen des Erdtheils besteht niederer Druck fort. Der Kern desselben zieht zwar in nordöstlicher Richtung ab, doch ist über dem BtScaya See bereit» wieder ein neuer Kern angedeutet. Auf unserem Gebiet ist der Witterung»charakter der gleiche geblieben. Im Flachland besteht vielfach Nebel, an den Hochstationen wolkenloser Himmel bei starkem Temperaturgefälle. — Voraussichtliche Witterung: Thell» heitere», theil» nebelige» Wetter. V. Aas dem Vogelsberg, 8. November. Der feuchte, fruchtbare Sommer 189 8 zeigte seine Wirkung nicht blo» auf den Wiesen und Feldern, sondern auch in den Wäldern. Die Laubholzbäume besitzen nämlich da, wo die Maikäuser keine Verwüstungen anrichteten, einen großen Reichthum an Blätterwerk, und selbst da, wo das Ungeziefer übel wirthschaftete, ist das Laub noch vielfach beigewachsen. Dieses Laub, das jetzt abfällt, wird als Dung für die Wälder benutzt. Dasjenige aber, das in die Gräben, auf die Schneisen und Waldwege fällt und dort zwecklos zu Grunde ginge, wird öffentlich versteigert und von den Landwirthen als Streu- material benutzt. Dieses Jahr ist das Laub billig zu haben, der anfangs so sehr gescholtene Sommer 1898 hat darum nicht blos reiche Gaben an Feldfrüchten und Futtermitteln gegeben, sondern er liefert nun auch gleich wieder die Möglichkeit, die dem Boden entzogenen Kräfte zu ersetzen. Der Landwirth soll aber trotzdem die Anwendung von künstlichen Dungstoffen: Thomasmehl, Kainit, Chllisalpeter oder Peruguano nicht außer Acht lassen. □ Darmstadt, 8. November. Albert Lindners „Bluthochzeit" erschien heute nach 8 bis 10jähriger Unterbrechung wieder auf der Hofbühne, und fand die gewaltige Dichtung bei dem in solchen Fällen nicht zu zahlreichen, aber um so schätzbareren, litterarisch interesfirten Publikum die lebhafteste Aufnahme. Die Ausstattung war die in solchen Fällen gewohnt glanzvolle; als Vertreter der ersten Rollen traten in den Vordergrund Frl. Cramer als Königin-Mutter, Herr Wagner als König, Herr Hacker als Heinrich von Navarra und Frl. Eichelsheim als Prinzessin Margaretha. der Seit fite die Lett. Vor 139 Jahren, am 10. November 1759, wurde zu Marbach am Neckar der volksthümlichste und gefeierteste deutsche Dichter Friedrich von Schiller geboren, durch welchen die tieferen Züge des deutschen Volkscharacters den vollendetsten Ausdruck gefunden haben. Daher die begeisterte Liebe, welche ihm namentlich die Jugend entgegenbringt. Seine Grundidee ist der auf sittlicher Kraft beruhende Sieg der Freiheit. Der gottbegnadete Dichter verschied am 9. Mai 1805 zu Weimar. Wissenschaft, Citcratur und rinnst. — Bald naht sich der Tag, an dem das Hessenland der Liebe und Dankbarkeit gegenüber seinem geliebten Landesfürsten, weiland Seiner Königlichen Hoheit Großherzog Ludwig IV., in der Enthüllung des Reiterstandbildes auf einem der ersten Plötze der Residenz erneuten Ausdruck geben wird. Zu diesem Tage möchte die Zurückberufung seines Lebens- und Schaffensbildes, wie sie in der mit dem Bilde des Grotzherzogs geschmückten Festschrift des Großh. Staatsoerlags „Ein Lebensbild von Ludwig IV., Grotzherzog von Hessen und bei Rhein", mit Allerhöchtter Erlaubnttz Seiner Königlichen Hoheit des Grotzherzogs Ernst Ludwig verfaßt von Gebhard Zerntn, Großh. Hess. Hauptmann ä la suite der Infanterie, vorliegt, Vielen hochwillkommen sein. DaS Schriftchen, indem es in geschickter Weise alle Weitläufigkeiten vermeidet, stempelt fich in einer sehr anschaulichen, allgemein verständlichen, durch eingestreute bisher wenig bekannte Briefe u. s. w. belebten Darstellung zu einem hessischen Volksbuch und sollte tn der Familie keines patriotisch gesinnten Hessen fehlen. Nach Schilderung der glücklichen Jugendlage deS Prinzen Ludwig und des um ein Jahr jüngeren Prinzen Heinrich im elterlichen Palais in der Wilhelminenstraße und dem Universttäts- studium der Prinzen in Göttingen und Gießen lernen wir die einzelnen Stadien bcr militärischen Laufbahn des Prinzen kennen und begleiten ihn im Geiste auf seiner Reise nach England, wo er das Herz der jungen Prinzessin Alice, der nachmaligen leider so früh verstorbenen, durch reiche Geistes- und Characteretgenschaften ausgezeichneten Landesmutter, erwarb. Was als Heerführer Prinz Ludwig tn 1866 und 1870/71 leistete, ist allbekannt, nicht minder wie Er danach als Landesvater für das Wohl seiner Unterthanen allezeit treu besorgt war. Auch nach seinem Regierungsantritt war der verewigte Großherzog den militärischen Traditionen getreu, und die höchste militärische Würde, die Ernennung zum Generalobersten der Jnsanteric mit dem Range eines Generalfeldmarschalls, ward Ihm zum 54. Geburtstag seitens des obersten Kriegsherrn zu Theil. Die Schmerzenstage vom März 1892 sind noch in lebhaftem Gedächtniß des treuen Hessenvolks, das damals Zeugniß ablegte für den Verewigten, dessen Character am Schluffe der vorliegenden Schrift von einem nahen Anverwandten desselben wie folgt treffend zusammen- gefatzt wird: „Lebhaften, heiteren Temperaments, selbstlos, wahr, bestrebt gegen Jedermann gerecht zu fein, Feind jeglicher Schmeichelet und Heuchelet, eine practtsch angelegte Natur, Freund jeglichen Sports, ein echter, watdgerechter Jäger, passtonirter Soldat, anspruchslos für seine Person, kein Freund des LuxuS". — Prof. Dr. G. Jägers Monatsblatt (Verlag von W. Kohlhammer, Stuttgart, jährlich 3 Mk.) 1898 Nr. 11. In einem Artikel „Fremde Urthetle über meine Forschungen" giebt Jäger eine Zusammenstellung einer stattlichen Anzahl von Aeußerungen Dritter über Jäger« Lehren, namentlich seiner Geruchslehre. Hierin ist mit mehr oder weniger Zurückhaltung die Berechtigung von Jägers Theorien, die zunächst meist bespöttelt wurden, anerkannt, waS Jäger mit Genugthuung feststellt, zugleich mit der Hoffnung, daß wettere Forschung ihm immer mehr werde zustimmen müssen. Eine Fortsetzung des Aufsatzes „Die Gesundheit der Schuljugend" berichtet über Versuche von Jdealschulen auf deutschem und englischem Boden, Schulen, die neben dem Geist den Körper, neben dem Unterricht die Erziehung, neben dem Schulsack das praktische Leben zu ihrem Recht kommen lassen wollen. Wettere Artikel handeln über die schwarze Farbe, das offene Schlafzimmerfenster, eine Südpol Expedition, Wolle und Pelzkleidung tn den Polargegenden, K. v. Rengarten und die Wollkletdung, von Rengartens Retsesctzzen, das Kupfern der Reben, die biologische Methode in der Naturgeschichte, die Kunstwolle, (Briefkasten). — Ein neuer Roman von Gabriele Reuter. Gabriele Reuter, deren Roman „Aus guter Familie" etnen so großen Erfolg zu verzeichnen hatte, hat foeben einen neuen Roman „Frau Bürgeltn und ihre Söhne" vollendet, der in dem nächsten Hefte Der bekannten tllustrtrtrn Zeitschrift „Vom Fels zum Meer" (Stuttgart. Verlag der Union Deutsche Verlagsgefellschaft) zu erscheinen beginnt. Dem Roman, dessen Handlung in einer thüringischen Residenz spielt und der Erörterung moderner Zeitfragen gewidmet ist, wird sicher in allen literaturfreundlichen Kreisen das größte Interesse entgegengebracht werden. Nr. 6 der Zeitschrift „Das Reue Jahrhundert", Unabhängige Wochenschrift für das deutsche Volk, (Köln, Verlag von Friedrich Werth) enthält: Die Landtagswahlen. — Ist der Bundesrath im Llppe'schen Thronfolgestrett zuständig? — Die Reichsbank. II. Von Dr. Tschierschky. — Entvölkerung. Von Emil Zola. — Die Illustration in der deutschen Presse. Don Eugen Jsolani. — Cyrano von Bergerac. Von Theophil Gautier. — Erlösungen. Von WU- helm Holzamer. — Aus dem Westen Nordamerikas. — Volkswtrth- schaftliche und socialpolitische Mtttheilungen. — Dies und Das. Ntechliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Im Confirmandensaal, Neustadt 61: Donnerstag den 10.November, Abends 8 Uhr: Bibelftunde. 1. Cor. 13, Das'Hohelied von der Liebe. Pfarrer Schlosser. Für die Erbauung einer evangelischen Kirche in Dar-es-Salaam gingen weiter bei dem Unterzeichneten ein: Von Frau vr Sommerlad - 2 JL, Frau H. 10 JL, Herr L. Bücking 10 JL, Scaterlös im „Anker" j in Lauterbach 3.50 Weitere Gaben werden gerne entgegengenommen. I. A.: Bickel, Kaiser!. Gouvernements-Secretär. ' Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gieße«. 45. Woche. Vom 30. October bis 5. November 1898. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (tad. 1600 Mann Militär)» Sterblichkeitsziffer: 19,41, nach Abzug der Ortsfremden 15,10o/ot>. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Lungenschwindsucht 1 Leberentartung 1 Herzfehler 1 Darmeinklemmung 1 Unterletbsentzündung 1 Nierenentzündung 1 Krämpfen i DtphtherttiS 1 (1) LebenSschwäche 1 (1) Summa: 9 (2) 6 2 (1) 1 (1) Asm. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle tn der betreffend« Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Neueste Nachrichten. Depeschen de» Bure« „Herold". Wien, 9. November. In der gestrigen Sitzung des österreichischen Abgeordnetrnhause» wurde der Antrag auf Anklage gegen da» Ministerium Badeni nach höchst erregter Debatte mit 187 gegen 115 Stimmen abgr- lehnt. Die nächste Sitzung findet Donnerstag statt. Budapest, 9. November. Große» Aufsehen erregt die Abweisung de» Gesuche» de» wohltätigen Frau en-Verein», in den städtischen Redutensälen unter Mitwirkung vo« Mitgliedern de» Wiener Hofburg-Theater» Wohlthätigkeit»- Borstellungen abzuhalten. Der Magistrat erklärte die Abweisung damit, daß deutsche Vorstellungen in den Rtdnteu- sälen nicht stattfinden dürften. Prag, 9. November- Die deutsche Studentenschaft veranstaltete gestern eine großartige Btsmarckfeier. In der Gedächtnißrede wurden die Verdienste Bismarck» eingehend gewürdigt. Alle Anwesenden trugen Trauerflor. Da» Grand Hotel, in welchem die Feier stattfaud, war durch eia starke» Polizei-Aufgebot geschützt, da mau Exceffe befürchtete. Thatsächlich versuchte auch ein Pöbelhausen die Erstürmung de» im vorigen Jahre demoltrten Schlaraffengedande», wurde jedoch von der Polizei zurückgeschlagen. Prag, 9. November. Au» Anlaß de» Gedenktage» der Husfiteuschlacht am weißen Berge fanden gestern Abend große Demonstrationen statt. Einige hundert Burschen hatten fich am weißen Berge versammelt und zogen unter dem Gesang tschechischer Lieder durch die Stadt. Ein großes Polizei-Aufgebot zerstreute die Demonstranten. Rom, 9. November. Der Korrespondent de» Corriere di Napoli wurde wegen eines die Nichtbezahlung de» Solde» an die türkischen Soldaten behandelnden Artikel» in Jaffa verhaftet und trotz der Intervention de» italienischen General Eonsul» nicht freigelaffen. Rom, 9. November. Die fünf Punkte, welche die Grundlage der Anarchisten-Conferenz bilden, find nunmehr von allen Regierungen angenommen, sodaß es fich nur um die Formulirung handelt. Die größten Schwierigkeiten machten England und Griechenland bezüglich des Punktes der Auslieferung der Anarchisten. Antwerpen, 9. November. Zwei Ftfcherbarken, von denen die eine au» Antwerpen, die andere au» Ostende war, find infolge heftigen Sturme» gescheitert. Von der Besatzung ist Niemand gerettet worden. Pari», 9. November. Der „Figaro" meldet, daß die Criminalkammer de» CassatiouShofe» eine neue Haussuchung bei einer Person vornehmen ließ, die tu regem Verkehr mit Esterhazy gestanden hat. Es sollen zahlreiche Sorrespondenzen beschlagnahmt worden fein, die demnächst dem CaffationShofe übergeben werden. Pari», 9. November, lieber die Au»sagen deS früheren Kriegsministers vor dem CaffationShofe ist absolut nicht» zu erfahren. Cavaignacs Verhör dauerte kaum eine halbe Stunde, wogegen Mercier anderthalb Stunden verhört wurde. Auch Billot» Verhör war nur kurz. Pari», 9. November. Gestern Nachmittag wurden die früheren Kriegsminister Mercier, Billot und Ca- vaignac verhört. Sie hatten Rechenschaft abzulegen über da» geheime Dossier und über ihre Haltung in der DrehfuS-An- gelegenheit. Pari», 9. November. Die öffentliche Meinung verfolgt mit geringem Jntereffe die Entwickelung der Faschodafrag e. Die allgemeine Ansicht der Franzosen geht dahin, daß keine Colonie sür Frankreich werthvoll genug fei, um einen Krieg heranfzubeschwören. Die große Menge würde fich heute nur noch für einen Krieg zur Wtedereroberung Elsaß-Lothringen» interesfiren und sogar die Zahl der in diesem Sinne stimmenden Personen wird täglich geringer. Pari», 9. November. Ein Redacteur de» „GauloiS* hat den General Mercier beim Verlassen de» Cassation»- Hofe» interpellirt, um feine Eindrücke von dem Verhör vor dem CaffationShof zu erfahren. Der General erklärte, er sei von den Mitgliedern de» CaffationShofe» sehr aufmerksam angehört worden, weiter könne er Nicht» sagen. Madrid, 9. November. Der spanische Botschafter am Berliner Hofe begab fich gestern Abend nach Cadiz, wo Admiral Camara heute eintrifft. Ein Aufenthalt de» deutschen Kaiserpaare» in Cadiz gilt al» sicher. Madrid, 9. November. In gut unterrichteten politischen Kreisen wird versichert, daß die Verhandlungen der amerika- nisch-spanischen FriedenS-Commisfion vorläufig abgebrochen find, und daß die spanische Regierung sich nunmehr au die Mächte wenden werde, um einen Schiedsspruch über die Forderungen der Beteinigten Staaten zu erwirken. 1. Lebensjahr: 2.—15.3« i — —— 1 — —— 1 —• — 1 —— — 1 — — 1 _ — — 1 _ — i m 1 (1) lene: *libn '•* 1 HW Ui) 'chvichten. r*> .HersL'. 6,t Dolmnitaz stw. 8 ®»W «llslrhkll eneat Me I MHMgtn giaota.Bu, | Mata unter iMitoktu. 6lB I «ramm WohltWM. J Magistrat «Hütte bk u. wWüui« i° bell «ibttn: ; Datsche Stllbeoieoschch j». - l|e 8l'< dpoaliaM !tor Z tzolllthtveo lkß/bk to «i - w W Men Mtttcht i1,1 “”w 'SUS** i SS- kütB^S bi^ cht tii Hl*?, fljn« > n Rdei i® bu 3«j( » * Ä”'s«114 ,ßWtfl Ionen w"° 8 «aM 1. - LL!»"' SÄL.^'' Sonntag- Nachmittag 4 Uhr: Im weissen. Bösst 11178 Herrn cand. med. Otto Jaeger sagen innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen Giessen, 9. November 1898. 11176 PROGRAMM: . L.van Beethoven. A. Fuchs. 5) Pehwaaren . . H.Vieuxtemps 6) Moltkeftraste LS, III. Bahnhofstratze 41. J. M. Schulhof 9 Telephon 119 statt 9 11086] Einige Herren können MittagS- 11175 im Erwerb neuer empfehlen 11022 Geschw. Altenpohl, » »___5_._____. .r,. ’ Fab Specialgeschäft Plockt.tr. 8. Plock*tr.8. unsct --------------mnrTT—,,,, ®la«en«aff< 1 imi HU«] Akademisch gebildete perfecte Laden, nackit der MauSburg. j Schneiderin, welche im Hause arbeitet, wünscht noch einige feine Kunden. Nähere Auskunft Ludwigstr. 40, I. 3 1bi1ä58P2ü,w^d,e?l.Qn!Qrb«Zn?0l,nun8' । «««“'n fünfter Sage, mit großem 3 biS 4 Zimmer, per 1. Februar an Garten, eventuell " " ruhige Leute zu vermielhen. wtlAt MÜmobtrnrnenTl iprfiten i- chrrm Fach, ■ htnstchilich Unfertigung ■ taixUfil fttzendtt, crfl. ■ 1 ftaffUer Mei-iLugLftücke etnäflen wolle», b -rrrichen öiefH Ziel em stcher^lco tur* eine S ' ilfrirfrtmfl anbei feit 203a$ten brtoo{)rtai , sfldd-BekJeidongii-AkademieStolLgart • celd)fgc46iei64nftm unt Lehrbücher jum ■ - rftmunterriit abgibt u. Prvlp. Oerlenixt Erstes Concert des Saalbau-Vereins Donnerstag den 17. November, 8 Uhr Abends, im Saale des Gesellschafts-Vereins »nter Mitwirkung des Herrn Kammersänger Hans Buff-Giessen aus Dresden und des Fräulein Theresa Verse! (Violine) aus Frankfurt a. M. 11169] Ein doppelter «achtlosen (fast neu) zu verkaufen. ___________H- Snik, Neuenweg 58. 10,64s Ern guter Rollwagen prels- werth zu verkaufen- Zu erfragen in der Erveditivn d. Bl. 1110SJ Guten Stalldünger verkauft «ennel, Niegelpfad- Angekleidetc Puppen.'.' in jeder Preislage. Trousseaux in fiofftrn und Earton». b. Du liebst mich nicht Fr. Schubert. c. Marie I . d. MurmelndosLüftchenf A-Jen8en- 2) Introduction und Adagio ans dem Violionooncert Eine erste Deutsche »euer-verficher- ungb, Aktien'Gesellschaft fudn für Gtetzen und Umgebung einen fleißigen, solventen und über die erforderliche Zeit verfügenden werden fachgemäß nach neuester Mode' umgearbeitet in der Kürschnerei von —- - — « Kretzschmar, am™™®fen Marktplatz 22, 9969 ft • f gegenüber Alexander Mayer. j ^Üdndl'l^nVO^Cl mit dunklem Köpfchen. Abjugeben gegen hohe Belohnung 11170 sprechenden Leistungen j Versicherungen wird demselben daS ganze : bestehende Geschäft übertragen- Off. mit Referenzen Hab O. E 11011 an die Ex» pedition dieses Blattes erbeten. I Lq J| Lehrbücher, Lexica etc. kaufen /IMilli un(1 ,iefern Krüger&Co.. Leipzig. 111IUU« Med, oder jar. Antiq.-Kat. gratis. Chocoladen-Geschäft, Der Umbau meiner Geschäftslocalitäten ist so weit vollendet, und I plock*tr. 8 Plockstr. 8 find die neu hergcrichteten Räume mit einem Waaren-Lager sämmtl-cherl .. emPfehlen 11021 Delicateffen der Saison von neuesten Zufuhren auf das Reichhaltigste ausgestaltet. Ach führe priucipiess nur prima allerfeinste Zöaaren. In Z^ifcheu und Weftügel täglich frifchc Sendungen. Coneerven von Moitrler, feinste Marke, zu Original-Fabrikpreisen. Lieferung für Gesellschafts-Essen i Dr Pfd i8Q bis 3 — mu unter Zusicherung promptester Bedienung. I p ' ' ' versandt nach auSwärtS sehr prompt, da nur s Minuten vom Haupt» I Pk zxnn J rx p.Pfd.0.90 r Postamt und 4 Minuten von den Bahnhöfen wohne. I -t)I Uvll"un0C01a(lü bis 1.40 M. I83 an die Er» ’ o •.nnahmen. 11153 Ein junger Bautechniler, der sich im Bauzeichnen weiter ausbilden will, gesucht. 11144 Näheres in der Expedition b- Bl. 11168) Junges, sauberes Bürschchen finbet gute Stellung. Bahnhofstratze 59. 10920] Junge Lehrerin ertheilt Privatstunden unb Rachhtlseunter- richt in allen Fächern. Näheres in ber Expebition b. Bl. 11141] Mehrere Wagen guter Gartenerde können abgefahren werben bei H. Schaffstaedt, Schanzenflr. 12. fflbrn |u llkrmiclhku m8«“tei Näheres m ber Exveb. b. Bl. 11165 Empfehle mein Pa. Flaschenbier auS der Brauerei Bichler. Lieferungen ins HauS werden prompt besorgt. 11171 Carl Beh, Wagengaffe 1, nächst der MäuSburg. heute in) folgende Tage in EiSpackung eintreffend. 735 Todes-Anzeige, Heute Morgen 3 Uhr entschlief sanft unsere liebe Tante und Grosstante bciBdtgb Frau Vertraute Woog Wwe. geb. Wagner im 83. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Verwandten: Louis Nicolay. Margarethe Holland, geb. Nicolay. Familie Moog. Emma Wallbott. -riss August Holland. Giessen, Darmstadt, Rostock, Ludwigshafen, den 9. November 1898. Die Beerdigung findet Freitag den 11. November, Vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Bleichstrasse 12, aus statt, C. L. Gail, Hauptmann. M. Loos, Hauptmann. Giessen, den 8. November 1898. Frankfurter Börse vom 8. November 1898. 3 Portugiesen 1887 31/, Hambrgr. Hyp Bk. unk. b. 1908 37, Preuß.HyP A.Bkunk-b.1905 4 dro. Brief Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt Worms unk. b. 1901 101.75 94.20 101.00 000.00 100.00 20.38 4.17 6 4 Scld 80.70- 169.55 4.19', 85.30 101.4» 23 56 97.30 43.78 101.30 000.00 99.00 98.50 100.00 100.76 Procenl > 47# Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente Mexicaner Monopol-Griechen von Eisenb. Rentenb. Obl. Buderus Obl. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Schlierbach, Brief 16.18 20.42 4.20 Die Beerdigung findet Donnerstag den 10. November, Mittags 12 Uhr, von der neuen Klinik aus statt. 11159 «eldsortenr Geld I 16.14 I Franz. Banknoten 20 Franken-St. Enal. Sovereigns Dollars in Gold Die Beerdigung findet Donnerstag den 10. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Ludwigstrasse 8, aus statt. 11180 Die Beerdigung unseres Kameraden Justus Kreiling, Mitglied vud Mitgrüuder der F. G. A., findet statt Donnerstag Vormittag 11 Uhr. 11174 Zusammenkunft in Uniform in der Brauerei Förtsch. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen Giessen, den 9. November 1898. Familie Noll. Gieheu, den 8. November 1898. 11163 4 14 3 3 Todas-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mittheilung, dass es dem Allmächtigen gefallen hat, unsere ionigst geliebte Gattin, Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Coursbericht Ml J. Kurz & Co., Giessen, Kahuh-fstlüßk 61 Oesterr. dto. Americ. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Theilnahme an dem un- betroffenen schmerzlichen Verluste, sprechen wir hierdurch unseren tiefgefühlten Dank aus. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht von dem gestern Nachmittag 2 Uhr erfolgten Ableben unserer lieben Schwester, Schwägerin und Tante Fran Helene Schlabach. Elisabethe Schlierbach geb. Schmidt heute Nachmittag 4*/, Uhr nach langem, schweren Leiden im 57. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen UHL. D. 13UD ÖO.OU O /, «.VlUlii'V.iuvv unk.b. 1907 102.50 37, PomM.Hyp A.Bk.unk b.1906 87, Deutsche Grdsch.B. unk. b. 1906 98.50 4 Frkf.Ldw.Cred.Bk.unk.b.1900 Procenl 37, Deutsche Reichsanl. 3 Preuß. Consols 37, Gr. Hessische Obl. 37, Frankstr. Hyp. Bk unk. b. 1906 99.30 37, Frkf. HyP.Cred.V- unk. b. 1906 98.80 Oesterr. Staatsbabn v. 1885 00.00 4 Jtal. staatsgar. Eisenb. 57.40 4 «. •erlterfrt. — Druck und «erlag der vrStzl'schen UnivrrßtÄ»«uch. und Btembrudcrei (Pietsch Erden) in «ieße». Iie Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. M».1 icridjttt wird, iooftttoj dah-ogehea-, h Dallk fflr die i i« heiligen L- Hirtenbrief an Gläubigen anffl bal Gebet das «rbeit des heil unterstgtzen. Berlin, 8. ,rSglichtll Rau dah er dir Hi lliedulegt. Sulin, 8. wiederum agiti Zuckersyudicat i tm Sauzru des Rach du Ma Maudrkomme haben. DaS [ so viel Mbei Dvpyrlcrutaer durch das S hiltaiß zu Ra in Kraft txttti h-brn, die übt ber Mbenziui verii-tu. Katarr, da» fc das preus R-ichstog bist aaßttgewöhuli Tagung des i'tzt aus 10$ ^«rorduetru stihksteu ^g'prisgt, ; a6R hat es 41 ®a 6fe Centro s i ie 61, A«! *■ Gebe, di-!- ** st™1* »'S utrn. /' f tkfk ♦Hfl rt.t 5° eine» l ^.Ne 8R5na ***« M C S"«