.k?°^ B'”k Köh. "**£ litäten; blnlalj *■ Maschine, 18tnrieK-w.8.2 ™a hn« m nt K ikstofie, Druci beute, Bettlet mdtncher, nette, Cattune ladt 23. , preisgekrönte hse MW Geschäften , 10 u. 20 Pfg. SÄ»«!* bekannte Nähmaftin^ iM Jacobiohn.Berl 126, a. d ®r. FriebrM: N,_ bewährt durch langj: 139Z CieferungenanSJHtfllif von Forst', Bahn'.K A Militär-,ttrirger-M und Beamlenveni: b versendet die neue? Familien- MHmafchineM p für 6d?neiberei u.hü crheit unb severbti gtoede, flarfe Saus. mit M *mitW»w^ iWaN sür Wf. iint Wattun^n 45! Le Probezeit, biahnge L- und Rollmaschmen, I» Linen tür Schuhmatn - der ju billigten N e in Deutschland flelir- ö„n»n saft überall be^ S unb to-W nco. Masch'M, du m. cht gut arbeiten, *t Z lurüct Die W* ^Tamen^Ä ffiiebSrfäufcterbM rBtffi« | etiiL 807.-W* so 4C 67-' isM >i|5t liH0>y| '**SÄ 185.1 ■ 182.50,1» , 90.90 - 36.15; W Niti*11 )est. Staatsb. do. Südbahn Sotthardbahn- ,ura-2'nrpl°n princ Henr? - liilt b, Pr°c">^ °°d«L to*%. VonauET" röln-M^ D^YüO ^71860 40 Jdeirb-^' R^:Wö° rarf- fr»' ilnsbach^ 17 «K SÄ'! vrewws fl 7 er.KdnigS-u. 0 Laura • • - 25- A iS.kb HW 1SOS Mittwoch den 10. August Erstes Blatt Nr. 185 Meßmer A nzeiger Heneral-An^eiger monatlich 7ä Psg. mit Brrngerlohn. $St|Ufl»prci» virriciiäljrlid) Bei Postbezug 2 Marl 50 Psg. vicrtcljährtich. Alle Anzeigen-DermitllungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Erscheint täglich mu LuSnadmr bcS Montag». Die Gießener AamisteaVtLUer «erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen Gratisbeilage: Gießener Familienblätter Redaction, Expedition und Druckerei: Kchulüratze Ar. 7. des Schlafzimmers erfolgt. Der verstorbene Fürst hatte bei feinem Tode eine Körperlänge von 1 Mtr. 88 Lim. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hiessen. Fernsprecher Nr. 51. Deutsches Reich. Darmstadt, 8. Augost. Wie der „Darmst. 8*9 * auS Jagdschloß WolfSgarteo, 7. August, berichtet wird, traf Ihre Königliche Hoheit die Krouprtuzesstu von vriech eulaod in Begleitung der Freifrau v. Reischach um 12 Ubr -um Besuche der Allerhöchsten Herrschaften dort ein und kehrte gegen Abend nach FrtedrichShof zurück. Setoe Hoheit Prinz Albert von Schleswig-Holstein kam ebenfalls um 12 Uhr zu Besuch der Allerhöchsten Herrschaften und kehrte Abends nach Darmstadt zurück. Ihre Königlichen Hoheiten die Großherzogin und Prinzessin Ferdi- uand vou Rumänien suhreo heute vormittag hierher tu daß Neue Palais uud in das Großh. Refidenzschloß und kehrten dann nach Jagdschloß WolsSgarten zurück. verlt», 8. August. Orieutreise deS Kaisers. Der Reuter'sche Berichterstatter in Beirut schreibt unter« 27. Juli: „In Syrien geht daS weitverbreitete Gerücht, daß der Sultan bet Gelegenheit des Besuches deS deutschen Kaisers Deutschland einen Hrfeu oder selbst ein großes Stück Gebiet an der Küste Syrien» abtreten will. (?) Die beiden deutschen katholischen Vereine „Die deutsche Gesellschast deS heiligen Grabes" (gegründet 1804) und der „Verein von Palästina" (gegründet 1888) haben sich unter dem Namen deS ersteren vrrschmolzrn. Das gesammelte Geld wird unter die deutschen Mönche vertheilt und dem deutschen Cousulat zur Verfügung gestellt werden. Man erwartet auch, daß die deutschen Katholiken bet dem Besuche de» Kaiser» eine wichtige Stiftung erhalten werden, die Deutschland allein verwalten wird." Berlin, 8. August. Gestern fand in der Ntkolaikirche zu Potsdam ein Trauergotte»dienst für den Fürsten Bismarck statt, wobei die Spitzen der Behörden anwesend waren. Heute Abend wird vom Magistrat im Eoncerthause eine Trauerfeter veranstaltet werden. Berlin, 6. August. Der BuudeSrath hat an den Fürsten Herbert Bismarck folgende BetleidSadreefse gesandt: Der BuudeSrath kann e» sich nicht versagen, Eurer Durch, taucht seinen tiefgefühlten Schmerz über daS Htnschetdeu deS großen und heldenhaften ersten Kanzler» de» geeinigten Vater- lande» oußzusprechen. Die zwei Jahrzehnte, die er an unserer Spitze gewirkt hat, find unvergängliche Marksteine geworden für Deutschlands Größe und Wohlfahrt. Sein Geist war so mächtig, daß er in Deutschland noch nach Jahrhunderten fortwirken wirb, und stets wird sein Name gefeiert werden als der höchste Inbegriff für treue Vaterlandsliebe uud Völker- lenkende StaatSkunst. Ihm ist darum der ewige Dank de» BuadeSrath» sowie der de» gaozev deutschen Volke» grfichert. Berit», 8. August. Die DreysuS-Angelegenheit vor einem deutschen Gerichte. Der norwegische Dichter und Politiker Björosoo hat die „M. N. N." wegen Beleidigung verklagt, da da» Blatt seine Mittheilungen au Zola betreff« einer angeblichen Erklärung dr» Reichskanzler» Fürsten Hohenlohe über die Unschuld de»Drtysu» einen auf- geblaseoeu Schwindel zu neunen so unhöflich war. Die Klage soll lediglich deo Zweck verfolgen, den Fürsten Hohenlohe zu einer gerichtlichen Aussage über den Fall Drryfu» zu veraulaffeo. Darin dürfte fich aber der geschäftSeifrige Norweger verrechnen, denn Fürst Hohenlohe hat gar keine Veranlassung, dienstliche Gehetwutffe vor Gericht preiSzugebeu, nur weil e» Herrn Björuson so gesällt. Aus Friedrichlrnh, 7. August, schreibt man: Seit heute herrscht hier tiefe Ruhe- e» find nur noch wenig Fremde etngetroffea, unb im Herreohause weilen nur noch die nächsten Angehörigen. DaS Wachicommando von den 81ern auS Altona rückt morgen früh in seine Garnison zurück- bis zur feierlichen Beisetzung der sürftltcheu Leiche bleibt nur noch eine Abtheilung Seydlitz Kürasfiere im Orte. Der Entwurf für da» Bt»marck-Mausoleum hinter der Hirschgruppe, den der Hamburger Obertngeuteur Andrea» Mtyrr avgeserttgt hat, ist vollendet und vou der BtSmarck'scheu Familie zur Ausführung angenommen worden. Mit dem Bau wird sofort begonnen werden. Bet dem Hamburger Hoiphotographen Wilke hat am SamStag eine Beschlagnahme der photographischen Platte, welche den verstorbenen Fürsten auf dem Sterbebette darstellt, durch daS Hamburgische Landgericht im Beisein de» Rechtsanwalt» Wolfhagen, al» Vertreter der Bi»marck'schen Familie, stattgefundeu. DaS Landgericht hat auf Fürst Herbert» Antrag eine vorläufige Verfügung er- lasten, nach der der Photograph Wlke 20000 Mk. Strafe zu zahlen hätte, falls er auch nur etu Bildniß io den Handel brächte. Daß vou Wilke zwei Aufnahmen gemacht sein sollen, ist falsch. ES ist nur eine Aufnahme vom Fürsten genommen, und zwar wie er auf dem Sterbebette lag mit dem vou Proftstor Schwenioger angelegten Kiuutuch. Die Photographen Wilke und Priester hatten dem Fürsten Herbert eine Photo- graphie mit der Bitte um Gewährung der Erlaubuiß, die Photographie in den Handel bringen zu dürfen, in daS Herrenhaus gesandt und dadurch tst der ganze Streit entbrannt. Die Aufnahme ist in der betreffrnden Nacht um 4 Uhr bet Sonnenschein vom Garten au» durch da» vffensteheude Fenster — Iuternatioualer Longreß der Soctal- demokratie. Wie au« Paris berichtet wird, richteten im Namen des Vorstandes der deutschen Socialtstenpartei Liebknecht uud Singer ein Schreiben an die Vecretäre der frau- zöfischev Section auf de« Londoner Longreß, wonach fie die Abhaltung de» internationalen Longreffe» der Socialdemokratie 1899 in Deutschland für unmöglich erklären und bitten, ent- sprechend den Londoner Beschlüssen, den Longreß 1900 nach Part» etvzuberufev. Mau habe zwei süddeutsche Städte au»- ersehen gehabt, die sür die Freiheit de» Longreffe» und die Sicherheit der Delegirteu noch die meisten Garantien boten - im lrtzetn Moment habe man jedoch auf da» Vorhaben verzichten müffen au» Rücksicht auf die politische Situation. Die Fortschritte und die Stege der Soctaldemokratie hätten die herrschenden Klaffen Deutschland» so in Schrecken versetzt, daß eine neue Jagd auf die Soctaldemokratie begonnen habe- deßhalb halte der Vorstand einstimmig die Einberufung de» Longreffe» nach Deutschland sür unmöglich. Aehnlich hat fich Herr Singer auch dem belgischen Soctalisteu van der Velde gegenüber in einem Schreiben geäußert. @» ist eitel Prahlerei, daß „die herrschenden Klaffen Deutschland» durch die soctaldemokratischen Erfolge bet den Retch»tag»wahlrn in Schrecken versetzt" seien, und e» erhöht nicht da» Ansehen der deutschen Socialdemokratie, daß fie bei der Motivirung ihrer an fich durchau» berechtigten Anficht, in Deutschland sei die Abhaltung de» Longreffe» unmöglich, den ausländischen Ge- noffeu gegenüber zu dem Mittel dieser „Wauwau Politik" greift. Köln, 8. August. Am schlimmsten wüthete da» gestrige Unwetter in Baienthal, MauSfeld uud ArnoldShöhe. Diese zu Köln gehörigen Flecken bieten heute ein Bild grauen- Hafter Verwüstung. Namentlich da» iudustrte,eiche Baieuthal wurde arg mitgenommen und innerhalb vier Minuten zu einem gewaltigen Trümmerhaufen verwandelt. Die Haupt- gebäude der großen Baieuthaler Maschinenfabrik find zerstört, sämmtliche Maschinen find mit Trümmern bedeckt, sodaß der Betrieb gestört ist. Zahlreiche Personen find schwer verletzt, viele Privathäuser liegen in Trümmern. Mehrere Leidtragende eine» Leichenzuge« wurden verletzt. Der Kirchthurm tst abgrftürzt, da» Tchuldach flog. 30 Meter weit. Die Wände de» Schulhause» stürzten ein und verletzten Frau uud Kiod deS Lehrer» schwer, «tu aus dem Rhein befindliche» mit 200 Personen besetzte» Schiff konnte mit knapper Noth da» User erreichen, nachdem mit Hilfe mehrerer Offiziere die FeuMeto«. Moderne Städtebikder. (Nachdruck verboten.) I. Eine Schweizer Patrieierstadt. Dr. M. Da» tst nämlich da» altehrwürdige Basel, da» stetltch auf seinem Leutralbahnhofe einen nicht» weniger al» patricialen oder comfortablen Eindruck «acht. Himmel, wa» hat mtr vor zehn Jahren dieser Wartesaal mit seinem immensen internationalen Verkehr imponirt I Letzterer besteht ja nach wie vor, tst eher gestiegen, — aber da» Innere des Bahnhöfe», diese Wartesäle mit deu ver- bltcheoeu und über und über bestaubten Prluchebezügen, die auch einmal neu gewesen find, jetzt aber so au«schaueu, al» campirte alltäglich eine Zlgeunerbaode auf Ihnen, fachen an Scheußlichkeit ihre» Gleichen. Unb Dann dazu im Restaurant dieser Morgenkaffee, dieser Schweizer „Lass cowplet", deu man nach durchfahrener Nacht einnehmen muß, wenn man fich vielleicht nach einer guten Taffe starken Java» oder Motta» sehnt, und mit dieser Unmaffc von Honig, Milch und Brödchen gar nicht» anzu- saugen weiß. Mau läßt die Zugaben liegen, schlürft wider- willig eine Taffe deS faden Getränkes hinunter, da» ohnehin noch ziemlich unsauber servirt wird, — und bezahlt dafür 1 Franc. Der Eindruck, den mon von Basel beim verlaffen de» verstaubten Bahnhofsgebäude» empfängt, tst ein ungleich an- genehmer. Zunächst der übliche runde Platz mit seinem Kranz von Hotel», an dem fich nette Anlagen htvzieheo, und auch sofort etu leuchtende» Marwordenkmal, da« die Augen auf fich lenkt. Daß wir uu» hier -icht wehr auf deutschem Boden befinden, weno auch tn der Stadt Basel vorzugsweise da» biedere Allemannische an unser Ohr schlägt, sagt uu» diese» Denkmal sehr deutlich, «in dankbarer Straßburger Bürger hat e» anläßlich de» Falle» der Stadt im Jahre 1870 al» Huldigung der Schweiz errichtet, die bekanntlich damal«, und nicht nur in ihrem romanischen Thetle, mit ihren Sympathien auf Seite Frankreich» stand. Man braucht also eine „trauernde Straßburg" nicht nur auf dem Place de la Concorde tu Part» zu suchen. In ihrem Rein und Herzen kann fich der alterthümlich deutsche Lharacter der Stadt nicht verleugnen. Wir schreiten die «ltsabethenstraße hinab, immer der Linie der elektrischen Straßenbahn folgend, au der Kirche gleichen Namen» vorüber, deren herrliche» Geläute den SoontagSfrieden in» Land hinein ruft, der auch hier mit ganz besonderer Pietät gehalteu wird, und gerathen dann tu deu eigeutltcheu Mittelpunkt der Stadt, wo die archt- tectonischeu SeheuSwürdigkeiteu hart betetoauder liegen. Ich würde wich gar nicht wundern, wenn fich plötzlich eine der schweren Eichenthüren der Häuser öffnete und au» ihr mit würdevollem Schritt und im sonntäglichen Staat Mänuer und Frauen herau»träten, wie fie Meister HolbeivS Gemälde der Nachwelt aufbewahrt haben. In der ganzen Atmo»phäre, und zwar je weiter man fich vom Bahnhofe und feinem betäubenden Lärm fortbewegt, liegt fo etwa» vou mittelalterlichem Patricierthu«. Die hundert Millionäre, deren Basel fich rühmen darf, haben dm Anschluß an die moderne Welt gewiß nicht versäumt. Aber ihoeu zur Seite wandert noch so etwa» au» Urväter-Zeit, und dariu liegt der gehetmntßvolle Reiz für Den, welcher die stolze Grenzstadt zu« ersten Male betritt. Der Geist der Strenge, welcher im Allgemeinen dem iotellectuellen Leben Basel« aufgedrückt ist, bekommt schon, rein äußerlich, eine Milderung durch die Freude an Farben uud Formen. Daß hier einst die Wuth der Bilderstürmer gehaust hat, mag mau fich heute nur schwer vorstellen. Wie fiugt doch Tamioo in der „Zauberfiöte": „«» zeigen die Säulm, e» zeigen die Hallen, daß Bildung und Sitte und Künste hier wohnen!" Schon die Existenz de» berühmten H o l b e t n - M u s e usm » verlohnt einen Abstecher nach Basel. Aber man braucht nicht einmal die Straße mit dem Auseuthalt tn einem geschloffenen Raume zu vertauschen, um die Anschauung zu gewioueu, daß hier vou alter«her die Freude am Schönen uud Sinnvollen zu plastischem Ausdruck gelangt ist. Bet uu« tu Deutschland findet mau eigentlich nur noch tn ehemaligen alten Retch«städten diese Außeudecoratiou der Häuser, welche im alten Basel als da« Gebräuchliche erscheint. ES find nicht nut die Wohnungen erster Leute, welche dadurch hervorstechen. Auch manche« einfache Gebäude prangt in frischem Farbeuschmuck, so z. B. da« Hau« eines ehrsamen Zunftmeister«, welche« deu finnigen Wahlspruch führt: „Die Feder daS Schwert regieren thut, — drum steckt mau fie fich au den Hut. DaS Schwert will nicht fo viel bedeuten, drum hängt man e« an die Seiten." Mahnt uo« nicht dieser Stnnspruch an die Thatsache, daß wir un« hier im Mittelpunkt der großen evangelischen MisfiouSgesellschasten befinden, die sich die Aufgabe gestellt, durch mündliche» und geschriebene» Wort die heidnische Welt zu erobern? Auch als hervorragender Sitz de» Buchhandel» kommt Basel tu Betracht, da durch ihn deu Bürgern früh- zeitig Respect vor der Macht de» Geiste» uud seiner Waffen etngeprägt wurde. So gibt der Bilderschmuck de» altehrwürdigen Rath- hause», da» Anfang» des 16. Jahrhundert» in der burgundischen Gothik aufgeführt wurde, ein in die Augen fallende» Zeugniß vou dem Bestreben, die Heiligkeit de» von Menschenfurcht uubeeiuflaßteu richterlichen Urtheil» zu illu- strtreu. Die FreSkcu im Vorhof und an der zum Sitzung»- saale führenden Treppe entnehmen ihre dahin zielenden Motive zumeist der biblischen alttestamentlichen Geschichte, die vom Thpu» de» schwachen, de» uuentschloffeueu, de» be- stocheuen Richter» mehr al» etu charakteristische» Beispiel vorsührt. Die Allegorie „Da» jüngste Gericht", etu Stückchen gemalter divina comoedia, nimmt keinen Anstand, auch Luken geschlossen waren. Bon dem großen Familienhause des neuen ZollhafeuS wurde der ganze Dachstuhl weggeriffen. Nach Poll wurde eine Pionier-Abtheilung zur Hilfeleistung gesandt. In Paffrath droht die Kirche eiuzustürzen; auch tu Hermülheim wurden große Verwüstungen Ungerichtet. In allen von dem Orkan hetwgesuchteu Orten herrscht 'große Noth, da meisten- kleinere Leute von dem Unwetter betroffen find. Wiesbaden, 8. August. Nach Privatmelduugeu des „Rheinischen Kurier" auS Twakopmund ist Gouverneur Leut wein, welchen Major Wißmann zu Jagdzweckeu be- gleitete, am 25. Juni mit dem Dampfer „Meltta Bohlen" dort eingetroffen. Att-Urud. Wien, 7. August. Die Statthalterei in Prag hat die Bildung des Bundes deutscher Städte Böhmen- untersagt, mit der Begründung, daß der Bund nach den vorgelegten Satzungen sich als ein politischer Verein darstelle und juristischen Personen, also auch Gemeinden, die Bildung von politischen Vereinen verboten ist. — Inzwischen zeigt sich tu Böhmen jeden Tag mehr, welcher Gefährdung der deutsche Eharacter deutscher Bezirke ausgesetzt ist. Die Rechtsanwälte und die Gemeindevertretung in Podersam haben Verwahrung gegen die Besetzung der Gerichtsvorsteherstelle mit einem Tschechen eingelegt. Mau hat iu Deutschböhmen gelernt, daß solche Besetzungen gewöhnlich den Anfang zum Ende, nämlich den Anfang einer gründlichen Tschechischmachuug iu Amt und Schule eines Bezirks bedeuten. Aus der Karlsbader Gegend erzählt man von einem kleinen deutschen Städtchen, iu welchem sämmtliche staatliche Beamte und Angestellte, vom Bezirks- richter angefangeu bis zum Gemetndeboten und GenSdarmen Tschechen find. Außer ihnen aber lebt in genannten Städtchen kein einziger Tscheche. ES ist begreiflich, daß solche Zustände nicht eben dazu beitragen, die zum Widerstand geneigte Stimmung der Wählerschaft erlahmen zu machen. BudweiS, 8. August. Der an dem gestrigen Eisenbahn-Unglück die Schuld tragende Maschtnenführer sowie ein schwer verwundeter Beamter de- Eiseubahu-MiutstertumS find gestern Morgen ihren Verletzungen erlegen. Prag, 8. August. Tschechische Blätter melden, daß eine durchgreifende He er eSreform bevorstehe, welche bedeutende Mehrfordrrungeu nöthig mache. Die Anzahl der Infanterie- Regimenter soll vermehrt werden. Ferner soll eine Neubewaffnung der Infanterie und Cavallerte, letztere mit leichten Geschützen erfolgen. Amsterdam, 8. August. Au Stelle des Prinzen von Wales wird der Herzog von Connaught die Königin von England bet den Krönungsfeierlichkeiten vertreten. Cettiuje, 8. August. Der Fürst von Bulgarien ist hier eingetroffen und mit großen militärischen Ehren empfangen tooxbm. Der Fürst ist in der Billa des Erbprinzen Danilo abgesttegen. Petersburg, 7. August. Mit seiner Prager Hetzrede gegen die Deutschen hat fich der bekannte „General" Komarow nicht begnügt. In Petersburg setzt er die Verunglimpfung der Deutschen fort. Jüngst erschien in seinem „Swjet" ein Aufsatz gegen die Deutschen, der sogar die Entrüstung der besonnenen russischen Blätter wachrtef. „General" Komarow schrieb nämlich, die Lutheraner seien rin staatsfeindliches Element, sodaß die Petersburger Regierung iu den deutschen Lntheraueru Rußlands iu Zukunft nur Feinde der Staatsordnung erblicken müsse. Dieser angeberische Ausfall gegen Millionen von Deutschen, welche Rußland große Dienste geleistet, wird nun von den „PeterSburgsktja Wjedowostt" scharf zurückgewiesen. DaS Blarr des Fürsten UchtomSky schreibt, die Deutschen Rußlands hätten fich durch ihre dem Staate erwiesenen nützlichen Dienste die Dankbarkeit der russischen Gesellschaft erworben, sodaß der Ausfall Komarows nicht nur eine empörende Verleumdung, sondern auch eine verbrecherische Beleidigung eines ganzen Stammes sei, war ein Staatsverbrechen bilde. In der heißen Sommerszeit kämen in Ruß- land Fälle von Tollwuth zwar oft vor, aber gegen die Toll- Vertreter des CleruS iu den höllischen Pfuhl abstürzen zu lassen. Der Sitzungssaal selbst ist bemerkenSwerth durch seine prächtigen Glasmalereien, in welchen die Wappen der Cautone ausgeführt find. DaS Wappen Basels, „Die Basilisken", welches auf eine alte Sage vom Ursprung der Stadt htndeutet, ist an verschiedenen Stellen angebracht. Hier im Archiv wird auch die Urkunde über die Aufnahme der Stadt in den Eidgenossen - Bund vom Jahre 1501 bewahrt. Den Schlußstein und die Krone der baulichen Merkwürdigkeiten bietet entschieden die aus mächtigen Sandstetn- qnadern erbaute Münsterkirche in ihrer wundersam harmonischen Durchdringung von romanischem und gothischen Stil und ihrem iwpontrenden Kreuz gang, der die Grüfte hervorragender Baseler Bürger etuschließt. Diese mächtigen Bogenhallen, die einerseits von der Vergänglichkeit des Irdischen reden und andererseits doch auch den Widerstand gegen die Macht der Zeit verkünden, sollten eigentlich iu unseren kunstgeschtchtltchen Handbüchern nicht vergessen werden. Tritt man auf den von Kastanien überschatteten Platz hinter dem Münster, die Pfalz genannt, hinaus, so bietet sich dem überraschten Blick, der eben noch enge Gaffen, düstere Grabnischen und die schwere Wucht romanischer Wölbungen vor fich sah, eine freie, herrliche AuSficht auf die letzten Ausläufer des badischen Schwarzwalde-, die nahen Ketten der Vogesen, de- Jura und de» stolzen, rasch fließenden Rheine-, der hier schon eine ziemliche Brette hat, aber in seiner in- tenfiv grünen Färbung den alpinen Gewässern noch verwandter erscheint al- seinem eigenen Mittellauf. wuth Komarows müsse die Regierung entschiedene Maßnahmen ergreifen. — Aus Madrid kommt eine Meldung der „Epoca", wonach die Polizei einer anarchistischen Verschwörung auf die Spur gekommen sei, der eine hohe politische Persönlichkeit am Jahrestage der Ermordung CanovaS zum Opfer fallen sollte, offenbar der Premierminister Sagasta. Die Polizei besitze das Btldntß der Individuums, das an diesem den Mord begehen sollte. Vom Fürsten Bismarck. Ueber die am Dienstag Abend in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin vorgenommene Einsegnung der Leiche des Fürsten Bismarck ist das Wesentlichste bereits berichtet worden. Zur Ergänzung fei noch das Folgende aus einem Bericht der „L. N. N." mttgetheilt: In feierlicher Stille betrat das Kaiserpaar den Vorraum des Schlosses. Zur Seite der Kaiserin schritt Fürst Herbert Bismarck, an der des Kaisers Gräfin Rantzau. Der Kaiser sah angegriffen aus, sein Blick war ernst. Einer der begleitenden Herren trug einen mächtigen Kranz. Am Eingang zu den Gemächern, die zu dem Sterbezimmer führen, machte Fürst Herbert eine entschuldigende Bemerkung über die Enge des Zuganges. Es waren die einzigen Worte, die auf dem Wege nach dem Sterbegemache gesprochen wurden. Der Zug, an den einige bereits im Hause anwesende Gäste und die Dienerschaft sich schlossen, verhielt sich schweigend. Das Knistern der Seidenkleider, ein leises Erklirren der Offizierssäbel waren die einzigen Laute. Der dicke Teppich verschlang den Schall der Schritte. Schweigend betrat der Zug den Sterberaum, in dem an einem einfachen, rechts von dem Sarkophag errichteten Betpult Pastor Westphal harrte. An der gegenüber gelegenen Wandseite standen in einfacher Reihe Rohrstühle für die Majestäten und die Mitglieder der Familie. Ungefähr vierzig Personen befanden sich in dem Gemach, doch genügte diese Zahl, um es bis auf den letzten Platz zu füllen. Der Trauerschmuck des Gemaches war durch silberne Festons auf den schwarzen Draperien vervollständigt worden. Kränze lagen zu beiden Setten des Sarges; meist waren es Spenden von Personen, die dem Verstorbenen im Leben besonders nahe gestanden haben. Der Förster und ein Ehrenposten, gestellt von den Halberstädter Kürassieren, hielten neben dem Sarge Wache. Die Dienerschaft des fürstlichen Hauses wohnte der Feier in den anstoßenden Zimmern bei. Nach seinem Eintritt in das Sterbezimmer schritt der Kaiser sofort auf den Sarg zu und blieb, das Haupt gesenkt, auf den Zügen tiefer Ernst, am Fußende desselben eine Weile in stummem Gebete stehen, nachdem er einen Kranz eigenhändig niedergelegt hatte. Der Kaiser wohnte der Ceremonie bis zum Schluffe stehend bei. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Gesänge der drei ersten Verse des Chorals „Christus ist mein Leben", nach dessen Verklingen Pastor Westphal das Wort ergriff. Er legte seiner Ansprache die Worte des ersten Corintherbriefes, Capitel 15: „Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg?" zu Grunde. An die kurze Ansprache schloß sich die Einsegnung der Leiche, und mit einem Choral fand die Feier ihren Abschluß. Nach der Feier sprachen der Kaiser und die Kaiserin noch einige Zeit mit den Mitgliedern der fürstlichen Familie und ließen sich von ihnen durch mündliche Mittheilungen die ihnen zugegangenen Berichte über das Ende des Fürsten ergänzen. Dem Fürsten Herbert gegenüber sprach der Kaiser sein Bedauern darüber aus, daß er durch die letztwilligen Verfügungen des Verewigten daran gehindert sei, seiner sterblichen Hülle in Berlin im Dom oder im Charlottenburger Mausoleum eine Ruhestätte zu schaffen. Der Kaiser äußerte, daß er und die Bundesfürsten Bismarck, da er nun den Wunsch ausgesprochen habe, in Friedrichsruh zur letzten Ruhe bestattet zu werden, gerne dort ein prächtiges Mausoleum errichten würden. Fürst Herbert soll darauf mit tiefem Dank gebeten haben, es der Familie zu gestatten, ihren großen Todten durch die Errichtung einer Ruhestätte an dem Orte zu ehren, wo er seine Tage beschlossen hat. Der Kaiser deutete zum Schluß darauf hin, daß er den Plan, dem verstorbenen Fürsten ein Denkmal im Berliner Dom zu setzen, nicht aufgebe. Geleitet von der fürstlichen Familie, in derselben Reihenfolge, wie sie gekommen waren, verließen das Kaiserpaar und sein Gefolge das Schloß, nicht ohne daß der Kaiser zuvor den langjährigen Kammerdiener des Fürsten, Pinnow, durch einen Händedruck geehrt hatte. ♦ * * Auch die sämmtlichen Zeitungen der Thierschutzvereine bringen bei dem Tode des Fürsten Bismarck Erinnerungen an seine Vorliebe für Hunde, die bis in seine früheste Jugend verfolgt werden könnte und nicht als gewöhnliches Wohlgefallen für ein Lieblingsthier, sondern als jene tief in seinem Herzen wurzelnde Güte bezeichnet werden müffe, die er gegen alle bewies, auf deren Treue er sich verlassen konnte und die auf ihn schutzsuchend blickten. Eine von Rudolf Lindau in seiner von Poschinger in der „Deutschen Revue" mit- getheilte Erzählung dürfte hier Erwähnung verdienen. Im Jahre 1877, als Bismarcks Lieblingshund „Sultan" im Sterben lag, wachte der Fürst neben dem armen Thiere mit einem so tiefen Kummer, daß Graf Herbert endlich seinen Vater wegzubringen versuchte. Der Fürst ging einige Schritte auf die Thüre zu, aber beim Umsehen begegneten seine Augen denen seines allen Freundes. „Nein, laß mich allein", sagte er und ging zu dem armen Sultan zurück. Als der Hund todt war, wandte sich Bismarck zu einem in der Nähe stehenden Freunde und sagte: „Unsere alten deutschen Vorväter hatten eine freundliche Religion. Sie glaubten, sie würden nach dem Tode in den himmlischen Jagdgründen alle die guten Hunde wieder antreffen, die ihre guten Gefährten im Leben gewesen waren." ♦ * ♦ In englischen Zeitungen wird eine anmuthige Erzählung j verbreitet: Der Cabinetsralh Mencken besaß in Potsdam | einen schönen Blumengarten und eine reizende Tochter, Namens | Louise. Als fünfjähriger Knabe wurde Prinz Wilhelm von Preußen oft von feinem Erzieher in den Garten geführt und der Prinz faßte zu Fräulein Mencken eine große Zuneigung. Eines Abends bat eine Zigeunerin um Einlaß in den Garten, und nachdem sie Fräulein Menckens Hand geprüft, weissagte sie ihr, daß sie die Gattin eines Offiziers werden würde, von dessen Schultern ein Tigerfell hinge, auf dem Sonne, Mond und Sterne in Gold glitzern würden und dessen Brust mit zahlreichen Quasten und Borten geschmückt wäre, die Hochzeit würde jedoch erst nach geraumer Zeit stattfinden können, denn der Siegeswagen vom Brandenburger Thor würde in der Nacht herunterfallen und ein großer Krieg entstehen. Der erste Sohn aus ihrer Ehe würde ein großer Mann und ein Fürst werden, derjenige, der ihn zum Fürsten mache, fei ein Kaiser und der kleine Prinz wäre dieser Kaiser. Zu jener Zeit machte Bismarcks Vater Fräulein Mencken die Cour und heirathete sie später. Der kleine Prinz Wilhelm wurde Kaiser und machte den Sohn von Fräulein Mencken zum Fürsten. Man mag über diese Weissagung lachen, aber der königliche Diener, der dieser Szene beigewohnt hat und die Geschichte bis an sein Lebensende tausendmal erzählte, hat die Prophezeiung auch erfüllt gesehen. Er starb kurz nach dem Friedensschluß in Frankfurt, nachdem Bismarck in den Fürstenstand erhoben war. CocaUs rrnd provinzielle-. Gießen, den 9. August 1898. ♦ * Polizeiamt Gießen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allrrgnädigst geruht, am 6. August, den Krei-amtwann bei dem Kret-amt Lauterbach Theodor Muhl zum Vorstand de- Polizeiomts Gießen unter Verleihung de- Titel- „Polizeiamtmanu" zu ernennen. * * Au8 dem Verwaltungsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 6. August den Regierung-affeffor Dr. Ernst Merck aus Offenbach zum KreiSamtmaon bei dem Krei-amte Alzey zu «nennen. — Durch Entschließung Großh. Ministerium- de» Jnneru sind die Großh. RegierungSaffessoren Dr. Reinhart, z. Zt. in Durlach, und GenneS in Offenbach bi» auf Weitere- mit der Au»hilfeleistung bei den Großherzogl. Kreisämtern Darmstadt, bezw. Lauterbach beauftragt worden. * * Ernannt wurde am 29. Juli l. I». der Militär- anwärter, Fußgen-darm Michael NebHuth au- Homberg a. d. O., mit Wirkung vom 1. August l. I. an zum Canzleiwärter im sogenannten Neuen Kanzleigebäude za Darmstadt. • • Zum Capitel „Unlauterer Wettbewerb" liefert der hiesige Detaillisten-Verein folgenden Beitrag: Gegen da- feit Juni di I». in der Bahnhofstraße eröffnete Colouialwaareu- geschäft Kölner Lonsnw-An st alt ist der hiesige Verein der Detaillisten auf Grund de» Gesetze» über den unlauteren Wettbewerb eingeschritten und hat eine gerichtliche Verfügung dahin erwirkt, daß bis zur endgiltigen gerichtlichen Entscheidung in den zu Reclamezwecken erfolgenden Bekannt- machungen diese» Geschäft- die Angabe: „Detailverkauf zu Engro-preijen" wegzubleiben habe. Die von der Kölner Lonsum-Austalt" ausgeschriebenen Preise find nämlich, wie Erklärungen anderer hiesiger Colonialwaarenhäudler ergeben, für Maaren der gleichen Qualität die am Orte üblichen Detailpreise und keine Engrospreise. Da trotz de- Verbots jener PaffuS noch zweimal in einem hiesigen Blatte erschien, wurde der Geschäftsinhaber in die angedrohte gerichtliche Strafe von 500 Mk. genommen. Da- Gericht hat auch veranlaßt, daß der Firma „Kölner Consum-Anstalt" der Name dr- Geschäftsinhaber- Friedrich Hackenberg beigefügt wurde. Ueber die Frage, ob diese Bezeichnung Überhaupt erlaubt, wird das hiesige Landgericht zu entscheiden haben. Jedenfalls haben amtliche Mittheilungen ergeben, daß eine solche Firma in Köln nicht existirt. • • Ueber die Vorstellungen des CircnS Corty Althoff^ welcher demnächst nach hier kommt, schreiben die „Neue Hess. VolkSblätter": Bei der gestrigen Eröffnungs-Vorstellung des CircnS Corty-Althoff waren trotz der sehr ungünstigen Witterung die besseren Plätze nahezu auSverkauft^ Schon die innere Einrichtung des Circa- ist geeignet, einen günstigen Eindruck hervorzurufen, der durch die vorgeführten Leistungen noch außerordentlich gesteigert wird. Man verspürt sofort den Hauch der Noblesse, der da- ganze Institut durchweht. In schöner Weise wurde das Programm eröffnet durch den „HuldigungSgruß" von Seiten des Dawenpersonal- und die Begrüßung durch Herrn und Frau Director Pierre Althoff, worauf durch die Damen, notabene in langen Kleidern, ein reizende- Tanz-Divertiffement zur Au-führung kam, das stümtschen Applaus hervorrief. Wir möchten der Direction empfehlen, diese hübsche Nummer noch öfters auf da» Programm zu setzen, sie wird stet- des Beifall- gewiß sein. Mr. Paul, welcher nun folgte, ist ein vortrefflicher Saltomortale. Reiter. Wir waren im Vorau- überzeugt, daß der in der Schule von Meistern wie sein Großvater Pierre Corth und sein Vater D. Althoff herangebildete Mauu nur Vortreffliche» auf dem Gebiete der Pferdedreffur bietest werde und diese Erwartung wurde denn auch in keiner Weise getäuscht, vielmehr noch übertroffen. Besonder» war die- bei VorsÜhrung de» FretheitSpferdeS „Jncrohable" der Fall, da- in der That fast „Unglaubliches" ausführte, so daß hier mit Recht von einem „Meisterstück der Dreffur" die Rede sein kann. Ganz brillant war auch die von Herrn Althoff in russischem Nationalcostüm auf drei prächtigen FuchSheugsteu ohne Zügel gerittene „Troika". Sehr AnerkenuenSwerthe- leistete Mlle. Louise al» Panneaureiteriu und große Bravour bewies Mlle. Therese in ihrer Voltige L la Richard. Eine brillante Nummer war auch diejenige de- Schulreiters Willy Mann-, in welcher die Dressur einer riesigen Dogge, die ganz ausgezeichnet mit dem Pferd zufammenarbeitete, Be- wunderung erregte. Ein wahrer Herkules ist der Athlet Mr. Stahnke „der Mann mit dem Löwengenick", der mit Centuergewichten wie mit Bällen spielt. Zwei unübertreffliche »'"Li ck-°> . » ä“'" f Sircus I« wl- “« ® »Nit*' mortale M Haupt Übst grobe jflto oM8t,ofl{ wert ofi" J1 trieben bem Renaissance j " Atv btn Mu" der tan^1 Siegens gegen 8 Uh ©legen ein. umgekehrter Direction z »• 5)e unb Etveri neuen M wünscht folgend gelangen lass, wob lennen an bet Spitz tzechit grbo Hat, war und Handwerlersrc würdigen GH Versicherung, eifriger Best: zu fördern,1 socialen und sammenhäna heü llüch " We fortgesetzt a die Lustdrnc barometrisch ErdtheilS minima ans relativ nmfi westen gran lüböattl 6h liab über 2 TchWich II — TeMnu t ~\ Lich Frau Ma ans den $ dränge vo der Zug i sie in eine Magen eii unb Nase W hessische Serben, j orbentlit g nab mit sch solchen Uatt tlo monumen ttliö bu y AAiahm, ^rvvd anj t Niiii-fajf chßcht UD 'N »tun t ächzen g ff* ’ N *n «im ••fa, $lt "Ak, sh » 1,1 -l-ik t * (!" Geil-oll befind toihtg StA « ® ’S > * ««f t L tn,u"bbÄ ?« M Ä . »k'w'*8«a 9^ würbe ein a,,-‘: Kss WeinMentkknk tlnt Prinz Wilb^' aÄ*«S taufenbmal *: 6rHte 'Nbem$iilMnlj d- August 1898. R8aiflüd)t Hoheit le Seruhr, cm ß, !t Lauterbach Lhevin 16 Gteßeu unter 8tt jn ernennen. ■ Eckt «Suitzich uMtzst geruht, qi r- M Merck od n Rrtiinatt Slziy p obh. Mintsterillivr bei iflffefionn Dr. Hetn* ntl In Offenbach bil btt den Ttvhherzc^ ach beauftragt leoebtc lt l. II. bet MM iebhuth auf Ho» • August I. I. an zur en Kanzletgibaube z. Mtevnb" liefert k eitrag: Gegen bal i iffnete ^oloaialtDaarn* Ift bei hiefige 8mia I über bin unlantem gtrld)tlify Serjügnni •n gtrfä)tlid)tn Eal> rfolgeubea itäaaat' - \i &U «n Ut Mer Ift N uLmiich, B' 3aaxen1)anbttt ergebt blt am Oete üblilu Da trotz bei Serben ztefigen Blatte * augedrohte gerlM Dal Gericht hat aaj CousuM'Anstalt" bei ich Hackenberg beb >fefe Bezeichnung llbtt. Gericht zu entfieiben Teilungen ergeben, M GitcuS borty-Wk M bie ^öffuuogS'^' naien trotz btt W , nahezu auSverlaust- ul ist Leeigurt. tin IÜIdi die vorgeWt» »mitb Mau ver- S'°° «*?.?!.• otab!n»ur »«IW®1 nntnt zur itf. *-ffi 5 -“•ÄJ i""e $«•«• s*1"" fein °ul ,ofl0tTtr ffielfe f ch tu ketoer6(l Zesonders »»ß/ boi iroyable , ^r »’• V-die Siebt ^"L n Sith-kl ' von H^-^zheugffr •»:%£ Äfi* ’rtu«’ *V, »’S «•**>»#* gmei Jockehreiter besitzt der Circus in den Herren Hermann und Charles, die zuerst auf zwei Pferden und schließlich auf einem Pferd zugleich arbeiteten und den großen Sprung auf der Manäge auf daS Pferd mit großartiger Sicherheit und Eleganz ausführten, lieber vorzügliche Clowns verfügt der EircuS in den Herren Wrobello, Zauder, Jerome und Pako sowie den Gebrüdern Donfer, welche in ihren verschiedenen Nummern die größte Heiterkeit hervorriefen. Ein anSgezeich- neter Künstler ist der Clown Wrobello, der in einem Riesen-Galto- mortale über 15 Mann voltigirte. Der Circus scheint überhaupt über eine Anzahl vorzüglicher Trampolinspringer zu verfügen und könnte daher die Direction vielleicht einmal die große „Akademische Boltige" zur Ausführung bringen. Den wirkungsvollen Schluß der Vorstellung, deren sechszehn Nummern ohne jede Pause anSgeführt wurden, bildete eine in reichen Costümen von lech» Damen und sechs Herren unter dem Commando des Herrn DirectorS schneidig gerittene Renaifiance Quadrille. •• Nene Schnell,ng-Berbindnag. Wie verlautet, wird in den Wintersahrplan der «tsenbahn-Dirtctton Frankfurt der langersehnte Schnellzug Frankfurt - Gießen- Siegen-Hagen neu aufgenommen werden. Derselbe geht gegen 8 Uhr von Frankfurt ob und trifft gegen Mittag in Siegen ein. Leider scheint eS, als sei ein Schmllzug in umgekehrter Richtung nicht geplant, da der Fahrplan der Direction zu Elberfeld einstweilen nichts Derartiges enthält. Der Vorstand des Verbandes hessischer Handwerker und Gewerbetreibender hat an die kürzlich ins Amt berufenen neuen Minister, die Herren Rothe und Küchler, Glück- wunschschreiben gerichtet. Der Letzgenannte hat daraus folgendes Antwortschreiben an den Vorstand des Verbandes gelangen lasten: „Die Wünsche und Schmerzen des Hand- werks kennen zu lernen, hat mir meine seitherige Thätigkeit an der Spitze eines städtischen Gemeinwesens vielfach Gelegenheit geboten. Das, was mich die Erfahrung gelehrt hat, war und ist bestimmend für meine Beurtheilung der Handwerkerfrage. Mit dem herzlichen Dank für die liebenswürdigen Glückwünsche des Verbandes verbinde ich gern die Versicherung, daß es auch in meiner neuen Stellung mein eifriges Bestreben fein wird, die Interessen eines Standes zu fördern, besten wirthfchaftliche Gesundheit so eng mit der socialen und wirthschaftlichen Gesundheit unseres Volkes zusammenhängt. In vorzüglichster Hochachtung und Ergebenheit Küchler." •• Wetterbericht. Während bal DeprtstionSgebiet noch fortgesetzt an Smfluß und Ausdehnung gewinnt, gestaltet sich die Lustdruckvertheilung immer unregelmäßiger und wird das barometrische Maximum vollständig nach dem Südosten dtS ErdtheilS zurückgedrängt. Heute treten eine Reihe von Theil- minima auf, die ihre nähere Umgebung beherrschen. DaS relativ umfangreichste liegt Über dem Canal und dem Nordwesten Frankreichs. Hierbei zieht ein keilförmiger Ausläufer südwärts bis zu den Pyrenäen. Zwei kleine Deprestionen find Über Westfalen und der Insel Rügen zu erkennen. Schließlich liegt noch ein DepreflionScentrnm über Bosnien. — voraussichtliche Witterung: Nach Ausbruch von Gewittern trübes, regnerisches und kühles Wetter. t Lich, 9. August. Diesen Morgen wollte die hiefige Frau Marie Gilbert mit dem Füusuhrzuge nach Gießen aus den Wochenmarkt fahren. In einem ziemlich großen Ge- dränge von Milfahrenden wollte dieselbe einsteigen, ohne daß der Zug erst zum Stillstehen gekommen war. Hierbei erhielt sie in einer bis jetzt noch nicht bekannten Weise von einem Wagen einen Stoß auf die Brust, daß das Blut aus Mund und Nase strömte und der Tod sofort eintrat. Butzbach, 8. August. Noch wenige Tage und die Ober- hessische Gewerbe-Ausstellung wird hier eröffnet werden. Der Marktplatz vor dem Wetzlarer Thor, außerordentlich günstig gelegen, mit seinen vielen Lindenbäumen und mit seiner großen Markthalle, wie geschaffen zu einem solchen Unternehmen, bildet den Ausstellungsplatz. Durch ein monumentale» Thor betritt man den Platz und sofort wird der Blick gefeffelt durch ein reizende» althesfischeS Bauernhaus, baß mit einem bedeutenden Kostenaufwand von Grund aus neu gebaut wurde und die AtterthÜrner- und Trachten-Ausstellung beherbergen soll. Daß Haus ist recht anheimelnd und wird gewiß jedem Besucher noch mehr gefallen, wenn er die Schätze, die das Innere birgt, von den anmuthigen Führerinnen gezeigt bekommt, deren Trachtrn wohl theils an längst vergangene Zeiten erinnern, die aber sonst den Eindruck von gar hübschen jugendlichen Fräulein» machen. Die rechte Seite des großen Platzes nimmt die stattliche, sehr practüch gebaute, dreischisfige WirthschaftShalle ein, die hoffentlich durch baß eingetretene warme Wetter recht viele burfUge Besucher finden wird. Vor demselben befindet sich der elegante Musikpavillon und in seiner Nähe baß Bretterhaus mit bem Kiriematographen. Nach ber Tarnhallenstraße zu steht bie coloffalle geschloffene Markthalle, einfach aber geschmackvoll betörtet, besonders auffallend durch ihre effektvollen imittrten altdeutschen Fenster, und heute schon mit Ausstellungsgegenständen angefüllt. Vor dieser Halle befinden sich reizende gärtnerische Anlagen und schöne Couiserengruppen, die dem ganzen großen Platze so recht das Gefühl des Schönen und Behaglichen geben. Noch eine offene Halle mußte neben bem Acetylenpavillon errichtet werben, ba bie vorgesehenen Räume zur Aufnahme ber von 190 Ausstellern angemelbeten Gegenstänbe nicht htureichten. von btefem Marktplctz kommt man mit wenigen Schritten auf einer neu angelegten Straße zu ber im Reuaiffaucestyl gebauten neuen, imposanten Turnhalle mit 12 großen Räumen unb einer mächttg großen Halle, einem Baue, wie eß in unserem ganzen Heffenlanbe zu gleichem Zwecke wohl keinen zweiten an Größe unb Schönheit gibt. Ja diesem stolzen Bau find die eigentlichen Ausstellungsräume für feinere Gegenstände unb werden bie ganzen riesigen Räume vollstaubig mit Erzeugniffeu bei Gewerbtfletßes Oberheffens angefüllt sein unb ein erschöpfeubes Bild von dem Können unserer Gewerbe abgeben. Das städtische Schulgebäude, von , ber Ausstellung nur durch eine Straße getrennt, ist vor der Hand für die Arbeiten des Gewerbeverein» referuirt und wird später durch den Bienenzücher-Verein In Hessen beansprucht. Bon Morgens bis Abends wird fleißig gearbeitet, denn bis zum 11. August soll Alles fertig sein und eS wird gewiß den vielen fleißigen Händen gelingen, daß baß große Werk die Meister loben wird! Aus Schotten wird die Trauernachricht verbreitet, daß daselbst ber in weiten Kreisen bekannte unb beliebte Rechner Herr Carl Glock im bestenManuesalter gestorben ist. Herr Glock hat sich um den Vogelsberger Höhenclub, um baß Lehrerheim, sowie überhaupt um gemeinnützige Unternehmungen große Berbienste erworben, unb wirb baher bie Nachricht von seinem Ableben allseitß tiefes Bebauern erregen. Bad-Nauheim, 4. August. Vom 29. Juli bis 4. August 1898 find angekommen 1229 Badegäste- verabfolgt wurden 14 635 bezahlte Bäder und 561 Freibäder. Die Zahl der vorn 1. April biß 4. August 1898 angekommenen Badegäste beträgt 14854, der verabfolgten Bäder: 163 777 bezahlte Bäder und 8127 Freibäder. § Grebenhain, 7. August. Der hiesige Landwirth Sebastian Gauß war auf einer Wiese in dtm nahen Oberwald mit Heulaben beschäftigt. Die Ehefrau beßfdben hatte baß Laben bes Heueß übernommen. Alß der Wagen weiter gefahren wurde, ging der Weg über einen Wassergraben, wodurch eß einen Rack gab, so baß bie Frau sammt d:m vorn angesetzten Heu nach vorn von dem Wagen herunter stürzte und die Frau einen Arm brach. 4- Ans dem Rheingau, 8. August. Hinsichtlich des Standes der Weinberge theilt die „Bereinigung Rhein- gauer Weingutsbesitzer" mit, daß die ungünstigen Witterung»- verhältniffe von Anfang Mai biß Mitte Juli die Hoffnungen ber Winzer auf ein bescheideneß Maß zurückgeführt haben. Daß erste Erforderniß guter Herbstausfichten, ein rascher und gleichmäßiger Verlauf der Blüthe, ist in diesem Jahre nicht erfüllt worden und es konnte deshalb auch der Heuwurm sein vernichtungswerk in ausgiebigster Weise verrichten. Gescheine waren zunächst in zufriedenstellender Zahl vorhanden. Die Schädigungen durch den Heuwurm und das diesmal im Rheingau zuerst. beobachtete Auftreten der Peronospora viticola in den Gescheinen haben jedoch den Ansatz sehr erheblich vermindert, so daß augenblicklich in günstigen Fällen nur etwa auf Vs Herbst gerechnet werden kann. Eß ist im Uebrlgen mit Gewißheit vorauszusehen, daß der Sauerwurm noch eine weitere Verringerung der Menge verursachen wird. Die allgemein frühzeitig und heftig auftretende Blattfallkrankheit (Peronospora viticola) ist durch Bespritzen der Stöcke mit ber sog. Bordelaiser Brühe (Kupferkalkmischung) in allen Orten bes Rhelngauts bekämpft worben unb auch bem noch vereinzelt erscheinenden Oidium wird durch Schwefeln entgegengetretrn Was die zu erwartende Qualität des Weines andetrifft, so läßt sich über dieselbe noch nicht- mit Bestimmtheit sagen. Ihr Ausfall hängt von der Gestaltung ber Witterung in der kommenden Zeit ab. Wenn daher jetzt schon hin und wieder der Ver- mitthung Raum gegeben wird, baß bie Güte beß Weines eine geringe sein wirb, so ist bleseS Urtheil entschleben verfrüht. Die recht günstige Witterung, bie seit Mitte Juli mit nur kurzer Unterbrechung geherrscht hat, ist vom besten Erfolge auf bie Entwickelung ber Trauben gewesen unb bei ihrer Fortdauer kann aif einen Mittelwein noch ganz gut gerechnet werden. Die Menge wird nach dem oben Gesagten bn« Mittel all-rdinoS nicht erreichen.____________ Aus der Zeit für die Jeit Vor 106 Jahren, am 10. August 1792, fielen bei Erstürmung der Tuilerren 5000 Menschen als Opfer der Volkswuth, darunter 700 Schweizer, welche auf Befehl des Königs das Feuern einstellen mußten. Mittlerweile faßte die Generalversammlung den Beschluß, die königliche Gewalt aufzuheben und den König mit seiner Familie unter Aufsicht zu stellen. _____________________________________________________ vermischtes. • Marburg, 6. August. Das hiesige Jäg er bat aillon Königin Margherita ist auf Donnerstag zur Parade vor dem Kaiser nach Caffel befohlen. * Herborn, 8. August. Wie man uns mittheilt, hätte sich gestern Nachmittag bei Abgang des Zuges 4 Uhr 4 Min. beinahe ein gräßlicher Unglücksfall ereignet. Eine mit Packeten und — einem kleinen Kinde bepackte Frau hatte anscheinend versäumt, rechtzeitig auszusteigen und versuchte dies noch, nachdem sich der Zug bereits in Bewegung gesetzt hatte. Der Schaffner versuchte die Frau zu halten, war aber hierzu schließlich nicht mehr im Stande; er mußte sie loslaffen und Frau und Kind — letzteres fest umklammert von ben Armen der Mutter — rollten bis dicht an das Geleise. Ein Schrei des Entsetzens ging durch alle Zuschauer und ein „Gott sei Dank" wurde laut, nachdem sich herausgestellt, daß Beide unverletzt geblieben waren. — Möchte dieser besonders glücklich abgelaufene Fall dazu dienen, einen Jeden abzuhalten, auf einen oder von einem im Fahren begriffenen Zug zu springen. __________________ Eingesandt. Gießer», 9. August 1898. Dem Einsender des Eingesandt in Nummer 183 diese» Blattes diene zur Erwiderung Folgendes: Die Lehr erschall der hiesigen Volksschulen ist mit keinem Wort gefragt worden, ob sie der Abhaltung eine» Iugendfestes zustimme oder nicht; fie war deshalb auch gar nicht in der Lage, hierüber eine Meinung zu äußern. Etz ist unS wohl bekannt, daß feil einer Reihe von Jahren bet hiesiger Bürgerschaft eine gewisse Erbitterung gegen die Lehrer Platz gegriffen hat, weil fte der Abhaltung eines Jugendfestes abgeneigt seien. Ob ein Jugendsest abgehalten werden soll oder nicht, darüber haben die Lehrer nicht mehr mitzusprechen. Die Entsretdung liegt ganz wo ander». Wir empfehlen dem Einsender, sich in Zukunft gehörig zu tnsormtten, ehe er in der Preffe ein unzutreffende» Uttheil fällt. Ein Lehrer. Wissenschaft, Literatur und Aunst. — Der Schriftsteller Profeffor vr. Georg Eber» ist Sonntag Abend in Tutzing gestorben. Nach ben letzten KrankheitSbettchten konnte der Tod de» bekannten Aegyptologen und beliebten Roman- chriflsteller» nicht überraschend kommen. Georg Eder» wurde am 1. März 1837 in Berlin geboren, er studirte in Göttingen 1856 bie Rechte, später in Berlin unter Anleitung von Brugsch, Lepfiu» unb Böckh egyptifche AlterthumSkunde und habUilirte sich für diese 1865 in Jena. Von hier au» unternahm er eine über ein Jahr dauernde Reise nach Egypten und Nubien (1869,70) unb fand bei seiner Rückreise einen Ruf nach Leipzig vor, dem er folgte. Kurz daraus (1872) unternahm er seine zweite Reise nach Egypten, welche unter anderen wichtigen Funden durch die Erwerbung deö jetzt auf der Universitätsbibliothek zu Leipzig befindlichen sogenannten Papyru» Eber» in ber Gräberstadt Theben belohnt wurde. Als Romanschriftsteller begründete Eber» 1864 seinen Rus durch den historischen, mit gelehrten Anmerkungen versehenen Roman „Eine egyptische Königstochter", der eine anziehende Darstellung de» egyptischen Volksleben» zur Zeit de» persischen Eroberungskriege» Riebt, die ins Holländische, Englische und in viele andere Sprachen übertragen wurde und 13 Auslagen erlebte. Durch ein langwierige» körperliches Leiden 1889 zur Ausgabe feine» Lehrberufe» gezwungen, lebte Eber» seitdem während de» Winter» in München, während er den Sommer meist auf seinem Besttzthum in Tutzing am Starnberger See verbrachte. verkehr, Land« und Volk-wirthschaft. •rtnbtte, 6 Aug. Fruchtpreise, ©eijen x00,00— 00,00, Jtorn X 17,00—00,00, Gerste X 14,00 -00.00, Hafers 17,64-18,00, Erbsen X 00,00-00,00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 8,00-00,00, Samen X 11,16-11,60- Neueste Nachrichten. Depeschen de» Bureau »Qcrolb*. Berlin, 9. August. Dem „Berliner Tageblatt zufolge beabfichttgt der Kaiser am 20. August tu Mainz einzutreffen. Berlin, 9. August. Zum ersten Vorsitzenden beß Bunbe» ber Lanbwirthe würbe gestern Freiherr von Wangenheim gewählt, nachdem ber zuerst gewählte Dr. Röficke bie Wahl adgelehnt hatte. — Ja ber Sitzung beS AuSschuffeS de» Bundes ber Lanbwirthe wurde beschlossen, ben beiben Vorsitzenden von Wangenheim uab Dr. Rösicke zur Erleichterung ber Wahrnehmung ber BunbeSgeschäste freie Wohnung in Berlin unb 4000 Mk. jährliche Entschädigung für bie Aufwenbnngen zu gewähren, bie ihnen au» ihrem Aufenthalt in Berlin entstehen. Ein weiterer Punkt ber Tagesordnung betraf bie Thomasmehl-Angelegenheit. Berlin, 9. August. Aus Pari» wirb bem „Kl. Journal" telegraphier: Die Ehrenlegion-Krise nimmt einen unerwarteten Umfang an. 29 Legionäre, barunter 16 Hollänber, sandten ba» OrbenSzeichen zurück. Täglich treffen neue Zurücksendungen mit wenigen schmeichelhaften Briefen ein. Friedrichsmh, 9. August. Nachdem Graf Wilhelm Bismarck nach Königsberg ab gereist ist, verläßt Fürst Herbert BiSmarck heute Friedrich»ruh, um eine längere Erholungsreise aozutreten. Bestimmungen über ben Mausoleumdau find jetzt getroffen. Der Bau wirb unverzüglich in Angriff genommen werben. Unter ber fürstlichen Dienerschaft herrscht bie gedrückteste, theilweise verzweifeltste Stimmung, da bem gefammien Haus« unb Stallprrsonal zum 1. October der Dienst gekündigt worden ist. Köln, 9. August. Stündlich treffen weitere Hiobsposten über ben vom Sturme angerichteten Schaden ein. In Kalk stürzte eine R:ngofen - Ziegelei ein. Zwei Personen wurden habet getöötet, fünf verletzt. Die Köln Fravksurter Eisenbahnstrecke war stunbenlang gesperrt, ba oberhalb Kalk bie Geleise mit Schutt, Baumstämmen rc. bedeckt waren. Durch bie Beschädigung in ber Baienthaler Maschinenfabrik finb Hunderte von Arbeitern aus Monate hinan» brodlo» geworben. Bon ben in Poll verletzten Personen ist ein Kind gestorben. Einige Glasschilder de» Kölner Dome» wurden beschädigt. Budapest, 9. August. Die Gemeinde Großbossany wurde gestern Abend durch eine Feuersbrunst vollständig eingeäschert. Acht Kinder find in ben Flammen nm» gekommen. Rom, 9. August. Der Marineminister arbeitet, wie man hört, neue Flottenpläne au». Die Größe be» Projekts 'ft noch unbekannt. Brüssel, 9. August. Dem „Soir" zufolge ist bie Errichtung einer Fernsprechlinie Berlin - Brüssel- Paris gesichert Brussel, 9. August. 60 Damen au« ber vornehmsten Gesellschaftsklasse richteten an Frau Felix Saure eine Adresse, tu welcher fie Dieselbe bitten, fie möge Alle» auswenden, ber Tortur, welche Fran Alfreb Dreyfus seit brei Jahren unterworfen ist, ein Ende zu machen, oa bie» die ganze ciotliftite Welt empört. Amsterdam, 9. Angnst. Die holländischen Blätter sordern die holländischen Mitglieder der französischen Ehrenlegion auf, ihre Ehrenzeichen znrückz usen d en. Mehrere Legionäre haben dies bereit» gethan. Petersburg, 9. August. Räuber drangen in die bei Simferopol gelegene Besitzung der Fürstin Chunkalowa, er- broffelte dieselbe, sowie zwei Gesellschafterinnen derselben und raubten sämmtltche Werthsachen. Auf bem Landgute Keseli wurde die an» drei Personen bestehende Familie ebensalls von Räubern erschoffen. Madrid, 9. August. Marschall Bianco erließ in Havanna eine Proklamation, in welcher er erklärt, der Krieg sei jetzt zu Ende, Havanna solle ben Bewohnern gegeben werden. Amerika habe aber allen denjenigen, welche nach Spanien znrückzukehren wünschen, freien Rücktransport zngefichert. Bianco sichert schließlich allen poltttschen Gefangenen auf Cuba Amnestie zu. Es find bereits eine große Anzahl von Gefangenen in Freiheit gesetzt worden. Madrid, 9. August. Die Legitimisten verweigerten rundweg Doi Carlos, einen Aufstand in Spanien mit Geld zu unterstützen unb fügten hinzu, baß fie niemals einen Angriff auf bie gegenwärtigen Institutionen unterstützen würden. Der Sohn Don Carlos ist nach Warschau gereift, um feine Entlassung au» russischen Diensten zu nehmen. Iwiebklll und Gurke» Fleischsaftpressen zu haben auf Oswaldsgarten. 7S5r veranschlagt zu 7965 Bahn eine Ladung 7958 Aufschrift einzureichen. 7933 Neue Kartoffeln 50 Bahnhofstr. 4. 7938 50 Friedberg-Frankfurt a. M. gegen Nachnahme 7943 Äömboija.b.21 1 Wetzsteingaffe 8. treten. Grünberg. 7939 Nur kurze Zeit! Greiner, Älicestraße 19. 7663 X Horn. 7959 Preist für AmHes Gasglühlichl 11 mit Mentzel. 7956 j Gießen, den 2. August 1898. 7957 7937 7307 Seltersweg 43. billigst bei ^kben^th ßbtt Alice-Kochschule Markt 21. Telephon 46. 7 Schulstrasse 7. ®"“* »°d V--I.g In ®re6l'f*ai unb Stembmderd (Pi.Isch «rb.n) i« ei*n. SckanntmDlugeu Offene Stellen Dermietl)nngen. llcrltei.amnuuii, KnnfGefnche Oiliptilihiiiihii MAGGI 1. Weißbinder- u. Anstretcherarbeiten 2. Schreinerarbetten 3. Maurerarbeiten 4. 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Mein Geschäft befindet sich von nun an Marktplatz Nr. 18 Arbeitsvergebung. Nachverzeichnete Arbeiten zur Renovirung der evangel. Kirche in Muschenheim sollen in Accord vergeben werden: Corty-Althoff auf Hswatdsgarten in chießen. Einem hochgeehrten Publikum von Gießen und Umgebung zur gefl. Kenntnißnahme, daß ich demnächst mit meiner großartigen Künstlergesellschaft, bestehend aus 120 Artisten nur ersten Ranges, sowie mit einem Bestand von 100 Rassepferden mittelst Mra- jvges, aus 48 Achsen bestehend, hier eintreffe und einen kurzen Cyclus von Vorstellungen in meinem Monstre-Zelt-Circus, 3000 Per- sonen fassend, eröffnen werde. [7935 Circus Corty-Althoff ist das größte reisende Weltunternehmen des Continents, eingerichtet mit wahrhaft fürstlicher Pracht. Durchweg electrisch beleuchtet und gegen jede Unbill der Witterung geschützt. Die Eröffnungsvorstellung, sowie alles Weitere ist aus späteren Placaten und Inseraten ersichtlich. Hochachtungsvoll Pierre Althoff, Direktor. Stcinliulikii - Koks. 10000 Kg. Brech-Steinkohlen-Koks II sollen Mittwoch den 10. d. MtS., Vormittags 10 Uhr, auf hiesigem Bahnhofe, am südlichen Ausladegeleise, bestbietend gegen Baarzahlung öffentlich verkauft werden. Gießen, den 9. August 1898. Großh. Güterabfertigungsstelle. Danksagung. Für die innigsten Beweise herzlicher Theilnahme an dem Verluste unseres theuren, dahingeschiedenen Gatten, Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders und Onkels, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Euler, und für die zahlreichen Kranzspenden sagen unfern innigsten Dank Junger Kerr sucht gut möbl. Zimmer, evtl, mit Pension, in nächster Nähe des Bahnhofes. Gefl. Offerten mit Angabe des Preises beförö. unter Nr. 7949 die Exped. b. Bl. J=fri efpapi ere. 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