Sonntag den 10» Juli 189S Nr. 159 Zweites Blatt. Gießener Anzeiger 1 dm ün. General-Nuzeiger Ulmte» uitb Anzeigeblatt für den 'Kreis Giefzen. Gratisbeilage^ Gießener Familienblätter ^schläg« ie Aanahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den pogenden Lag erscheinenden Nummer bi- flenn. 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermittlung-stellen de- In« und ÄtiMeeN» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mlGiWMi- istigung. uzen Festplatzes. 'S 20 Psg. Das Comits, llei 10 Ifl- Briefe, san^n ‘nd^ligin eferW RtUdbn, Expedition und Druckerei: Fchukstratze »r. 7. ^en unseren 6941 Stabt Tießen ^ßerbiirger- Widmeten ^Eschen Te. iereinen. lebeuen. )8: mMs geführt. Der Biberhund vertrat die Stelle des j tzigen Dachshundes und suchte das Wild unter der Erde auf. Für die Jagd auf Büffel und Bären, die damals zahlreich in den Wäldern hausten, wurde eine Art Bullenbeißer verwendet. Bis zum 12. Jahrhundert machten noch Wölfe die deutschen Gauen ur sicher, und unttr allen Nutzthieren war es hauptsächlich das wehrlose Schaf, das ihnen als leichte Beute zufiel. Zur wirksamen Abwehr des gefräßigen und stets hungrigen Feindes richteten die Hirten große Hunde ab, die es mit dem Wolfe aufnehmen konnten und deßhalb Wolfspacker hießen. Auf solche Hunde wurde ein besonderer Werth gelegt, der sich darnach richtete, ob der Hund einem Wolfe den Garaus zu machen oder ihn nur nieder- zurcißen vermochte. Im letzteren Falle galt er ein Wehrgeld von zwei Schillingen, im ersteren das Doppelte. In jenen alten Urkunden wird auch der „Hovawarth", d. h. Hofwart oder Hofwächter genannt, der Vorfahr unseres Hofhundes. Wie dieser an der Kette, wurde jener zur Be- wachung von Haus und Hof an einem Stricke angebunden. Die Tödtung eines solchen Bewachers des Eigenthums wurde mit einem Schilling Wehrgeld gebüßt, wenn sie am Tage geschah; in der Nachtzeit jedoch war die dreifache Strafe darauf gesetzt, weil dann der Thäter verdächtig erschien, daß er in diebischer Absicht gekommen sei. In dem saltschen Gesetzbuch war diese Strafe sogar auf 15 Schillinge erhöht. Gerteth ein harmloser Fremder zwischen die Zähne eines Hofhundes, und erschlug er ihn, um sich seiner Haut zu wehren, so mußte ihm für den dabei erlittenen Schaden der Hundebesitzer aufkommen, durfte aber von ihm den Ersatz des getödteten Thieres durch ein anderes verlangen. Unsere heutige Gesetzgebung verfährt löblicherweise weniger glimpflich gegen die Eigentümer gefährlicher Köter. Das Gesetzbuch der Langobarden nahm den Hausfreund und Gehülfen des Menschen ebenfalls in Schutz. Wer einen Hund stahl, mußte den neunfachen Werth ersetzen. Die Tödtung aus Nothwehr blieb nur dann straffrei, wenn sie mit einem Stocke geschah, der nicht länger und stärker als ein gewöhnlicher Degen war. Wahrscheinlich nahm man an, daß Leute, welche sich auf ihren Ausflügen mächtiger Knüttel bedienten, sich mehr auf den Angriff als auf die Nothwehr eingerichtet hatten. Ein Hund, der in ein fremdes Haueinbrach und dort Unheil anrichtete, durfte von dem beschädigten Etgenthümer ungestraft getödtet werden. Eine eigenthümliche Bestimmung enthielt das Gesetzbuch der Burgunder. Wer bei diesen einen Leit- oder Jagdhund stahl, mußte entweder außer dem Wehrgeld von 2 Schillingen dem rechtmäßigen Besitzer 5 Schillinge zahlen oder den Hund öffentlich auf denjenigen Körpertheil küsst n, auf welchen er sich zu setzen pflegt. In einigen Rechtsbüchern des 7., 8. und 9. Jahrhundert» ist von einem „Canis doctus" und von einem „Canis magister“ also von gelehrten Hunden die Rede. Es gab demnach damals schon Leute, welche Hunde zu Kunststückchen abrichteten und vielleicht sogar einen Broderwerb daraus machten. Don der Vorliebe des schönen Geschlechts für Schoß- Hündchen weiß das 11. Jahrhundert zu erzählen, namentlich waren es Damen von Adel, welche solchen niedlichen vierfüßigen Gesellschaltern ihre Gunst schenkten. Um jene Zeit wurde es auch Brauch, daß Hufenbesitzer, die in der Nähe königlicher Forstgebiete wohnten, die lande-- herrlichen Jagdhunde in Verpflegung nehmen mußten. Späterhin erlaubten sich auch Grafen und Bischöfe, die Pflege für ihre Hunde den Unterthanen zu überlasten, oder sie legten ihnen wenigstens eine Abgabe an Körnern auf, um daraus Haferbrod für die Herren Hunde backen zu lasten. Der Mißbrauch hoher Herrn, die Unterhaltskosten für ihre Jagdhunde den Unterthanen aufzubürden, hat sich in vielen deutschen Ländern bis in das vorige Jahrhundert erhalten, in einigen sogar noch länger. So ausführlich in den alten Gesetzbüchern der Hunde gedacht ist, so schweigen dieselben doch gänzlich über die Toll- wuth, woraus man fast schließen möchte, daß der Liebling unserer Vorfahren von jener schrecklichen Krankheit überhaupt nicht heimgesucht wurde. Auch war man in alten Zellen auf die Reinerhaltung der Rasten bedacht, und diese wurden nicht durch Kreuzungen der willkürlichsten Art in so viele Bastard- gattungen zersplittert wie heutzutage, wo ein aus allen möglichen und unmöglichen Rasten zusammengewürfeltes Hundemosaik herumläuft. Adresse für Depeschen: jUjttttt $it|t<. Fernsprecher Nr. 61. Vermischter. * 70. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte. Die Stadt Düsseldorf rüstet sich, die 70. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in den Tagen vom 19. bis 24. September d. I würdig zu empfangen. Da» Programm dieser Veriammlung ist sehr vielseitig und interestant. In den allgemeinen Sitzungen werden sprechen: Geh. Reg.- Rath Prof. Dr. Klein-Göttin-en über Universität und technische Hochschule; Medicinalrath Prof. Dr. Till mann »- Leipzig über Hundert Jahre Chirurgie; Geh. Regierungsund Baurath Prof. Dr. Jutze-Aachen über den Zweck, die erforderlichen Vorarbeiten und die Bau-Ausführung von Thalsperren im Gebirge, sowie über deren Bedeutung im wirthschaftlichen Leben der Gebirgsbewohner; Profestor Dr. Martins Rostock über Krankheitsursachen und Krankheit-- anlagen; Profestor van t'Hoff-Berlin über die zunehmende Bedeutung der anorganischen Chemie; PrivatdocentDr. Martin Mendelsohn-Berlin über die Bedeutung der Armenpflege für die wistenschaftliche Therapie. Gegebenenfalls wird auch Geheimrath Prof. Dr. Rudolf Virchow-Berlin einen Vortrag halten, dessen Thema er sich vorbehalten hat. Außer diesen Vorträgen find für die Abtheilungssitzungen über 400 Redner angemeldet. Zum ersten Male werden al» neugebildete Abteilungen die für angewandte Mathematik und Naturwistenschaften (Jngenieurwistenschaften) sowie diejenige für die Geschichte der Medicin in Thätigkeit treten. Mit der Versammlung werden vier Ausstellungen verbunden sein, nämlich eine historische, eine photographische, eine Neu- Heiten-Ausstellung naturwistenschastlicher und medicintsch- chirurgischer Gegenstände und Apparate sowie chemisch-phar- maceutischer Präparate und hygienischer Gegenstände und eine physicalische und chemische Lehrmittel-Sammlung. Der Verein der Aerzte und der Naturwissenschaftliche Verein in Düsseldorf haben sich bereit erklärt, ein Preisgericht zu wählen;, hervorragende Leistungen der Aussteller sollen durch ein Anerkennungs-Diplom ausgezeichnet werden. Endlich wird mit der Versammlung ein Congreß der alcoholfeindlichen Aerzte und eine Ausstellung alcoheilfreier Getränke verbunden sein. An Vergnügungen wird es wie sich das am frohen Rheine von selbst versteht, nach des Tages Last und Hitze auch nicht fehlen. Außer dem üblichen Festesten, einem Ball und einem tzicrteljichrttch 2 Mart 20 Pf,, mwatlid) 75 flfc mit BrmgertOh» Bri Posthquß 2 Mart 50 flfo. vierteljährlich. Hanau, a itrtt. § Erscheint täglich Bit Ausnahme des Montag-. Die Gießener N«milte«-lätter Werden dem Anzeiger »ßchentlich viermal beigelegt. Spanten nicht mehr zu verlieren, wenn es sich aber die Sympathien Europa» erhalten will, bann muß e» recht bald die Hand zum Frieden bieten, desten Vermittelung die Kabinette gewiß gerne übernehmen würden. Ist es den Spaniern auch möglich, fich noch eine Zeit lang auf Cuba zu halten, so dürfte ihnen die» auf die Dauer nicht gelingen, da schon jetzt die Roth groß ist nnb Mangel an Lebensmitteln bie Bevölkerung heimsucht Die jetzige Regierung in Mabrid scheint ber Situation nicht gewachsen zu sein, unb es ist an ber Zeit, baß ein Mann bie Zügel ber Regierung übernimmt, ber ohne Rücksicht auf bie Parteien einzig unb allein ba» Wohl be» Laube» im Auge hat unb sobald wie möglich, den Greueln de» Kriege» ein Ende macht. Wie gefahrvoll bie Lage für ba» jetzt in Spanien herrschende Regime ist, zeigt ber Ausrus be» revolutionären Comiiös, worin offen zum Sturze bet Monarchie ansgeforbert wird. In Frankreich beginnt die Drehfu»-Affaire neue Blüthen zu treiben, nachdem die Gattin des unglücklichen Bewohners der Teuselsinsel die Nichtigkeitserklärung des Urtheils beantragt hat. Da» Schicksal des KabinetS dürfte wesentlich davon abhängen, wie diese» fich zu der Angelegenheit stellt. Den Verlust, welchen Frankreich durch den Tod des Panamagauners Cornelius Herz erlitten hat, wollen wir hier nebenher registiren. Wie viele mögen bei dem Gedanken erzittern, daß die Aufzeichnungen de» Verstorbenen einmal in unrechte Hände gerathen könnten! Die Cretafrage ist in letzter Zeit wieder in Fluß gekommen- die Botschafter in Konstantinopel haben einen Modus ausgeheckt, um die Verwaltung der Insel zu sichern, unb sind jetzt gerade dabei, den Sultan zu drängen, damit dieser die türkischen Truppen von Kreta zurückberuft. Der Padischah hat aber bekanntlich ein sehr dickes Fell und wird schon dasür sorgen, daß die Cretafrage vorläufig noch nicht von der Tagesordnung verschwindet. In Italien hat fich da» Kabinet Prlloox nunmehr endgiltig konftttuirt, und alle Anzeichen sprechen dafür, daß in den internationalen Beziehungen des Landes keine Aen- dernng eintreten wird. Aber auch bezüglich der innerpolitischen Zustände dürfte es leider beim Allen bleiben! xx Feuilleton. Der Kund und die alten Deutschen.*) Von Gustav Höcker. (Nachdruck verboten.) ES ist bekannt, daß sich der Hund als geselliger Freund de» Menschen schon sehr früh bei den alten Völkern eingebürgert hat. Von unseren germanischen Vorfahren haben wir hierüber sichere Kunde durch uralte Gesetzbücher, in welchen sich sehr genaue Bestimmungen über die Hunde vor- finden. Solche Sammlungen deutscher Volksrechte besitzen wir von den Alemannen, den Frisen, den Saliern, den Bayern, den Burgundern und andern Stämmen, und die ältesten jener Urkunden reichen bis in das fünfte Jahrhundert zurück. Einst bedeckten dichte Wälder unser Vaterland, die Wegweiser waren noch nicht erfunden; sie hätten auch nicht» genützt, denn es gab überhaupt keine gebahnten Pfade. Da mußte denn der Leithund aushelfen, der mit seinem feinen Spürsinn darauf dressirt war, den Menschen sicher durch die Wildniß zu führen. Oft verrichteten diesen wichtigen Dienst mehrere Leithunde zugleich und derjenige von ihnen, welcher als der geschickteste das Amt des Anführers bekleidete, wurde besonder» begünstigt und durch das Gesetz geschützt. Wer ihn tödtete, mußte da» Doppelte der Strafe zahlen, welche auf die Tödtung eines gewöhnlichen Leithundes gesetzt war. Die Sühne nannte man da» Wehrgeld. Im eigentlichen Sinne bedeutete dar Wort eine Geldentschädigung für einen in Ausübung ber Blutrache ermordeten Menschen. Auch andere wichtige Dienste leistete der Hund in den Kälbern. Diese waren überaus reich an Wilb unb bie Jagb bildete eine Hauptbeschäftigung unserer Vorfahren. Hierbei ivaren bie Spür- ober Treibhunbe unentbehrlich. Wie bie Meute in unseren Tagen, würben sie an einer Seine *) Mit Bewilligung bes „Practischen Wegweisers", Würzburg, ibflcbrudt; einer vielseitigen Familienzeitung, die Jedermann em« Wahlen werden kann (30 Pfennig vierteljährlich bei allen Post- •injialten). 6913' tu Wilk Politische Wochenschau. Auf de« Gebiete ber inneren Politik herrscht Winbftille unb es ist kaum anzunehmen, baß diese so balb unterbrochen werben wirb. Der Kaiser hat nach der Theiluahme an den Regatten bei Kiel unb TravemÜnbe feine Norblanbsreise angetreten, Reichskanzler Fürst Hohenlohe weilt in Süd« beutschlanb unb auch ein Theil ber Minister unb Staats- secretäre hat ben Staub ber ReichShanptstabt abgeschüttelt, um fich in bie Bäder, Sommersrischen unb Höhenkurorte zu begeben. Herr v. Miquel wirb balb Ems verlassen und sich zur Nachkur nach bew Sckwarzwalde begeben- bie Erholung soll ihm vorzüglich bekommen sein, so baß Aussicht vorhanden ist, ihn bei Beginn der politischen Session wieder in alter Frische seines Amtes walten zu sehen. Hosprediger a. D., Herr Stöcker, hatte in dieser Woche wieder einmal einen Strauß auszufechten unb zwar vor bem Gericht in Neuenkirchen - er hatte bie Genugthuung, baß seine Gegner auf ber Wahlstatt biteben. Einiges Aufsehen hat bas Einschreiten ber preußischen Regierung gegen die Abhaltung beS slavifchen Aerzte« unb Naturforschertages in Posen erregt. Man findet die Maßregel jedoch begreiflich, wenn mau sich ber Sprache bet Herren Slaven bet ber Palaczkyfeier in Prag erinnert unb sich vergegenwärtigt, baß die Zusammenkunft in Posen hauptsächlich den Zweck hatte, baS in Prag begonnene Werk sortzusetzen. Unter btefen Umständen kann es btt Regierung nicht verdacht werben, wenn sie ben frembeu Theilnehmern ba» Gastrecht versagt. DaS allgemeine Interesse wenbet fich noch immer bem spanisch-amerikanischen Kriegsschauplätze zu. Die Vernichtung der Flotte Cerveras hat einen äußerst beprirnirenden Eindruck gemacht, und allgemein wird angenommen, baß ba» Ereiguiß seine Wirkung auf Spanien nicht verfehlen unb bort die Veranlassung zu ernsten Katastrophen sein wirb. So lange e» nur irgenb möglich war, hat bie Madriber Regierung die Melbung von dem Unglück verheimlicht, unb auch jetzt noch wirb die ganze Schwere besselben amtlich nicht zugegeben. DaS bürste eine ber Hauptursachen sein, warum ba« Volk ber Regierung mißtraut und in ihre Thatkraft Zweifel setzt. ES muß al» ein wahnsinniges Beginnen angesehen werden, jetzt noch den Krieg fortsetzen zu wollen- freilich hat , umM*10' iiffl1 r Commers wird es eine Theatervorstellung, einen fröhlichen Abend im „Malkasten" und Ausflüge zur Müngstener Riefen- brücke, in das Siebengebirge, nach Duisburg u. f. w. geben. Nebenbei hat sich ein Sonderausschuß von Damen gebildet, um die fremden Genossinnen mit den Schätzen der Natur und Kunst, wie sie Düsseldorf in so reichem Maße bietet, bekannt zu machen, sodaß die Frauen und Töchter der Naturforscher und Aerzte während der wissenschaftlichen Sitzungen ihrer Gatten und Väter reiche Anregung finden werden. * Ei» furchtbares Schiffstmglück hat fick am 4. d. M. etetgnct. Eine Drahtnachricht ans Halifax (Neu-Schottland) vom 6. d. M. meldete: „Der Dampfer der Allan-Ltnte „Grectan" traf heute mit dem Dampfer „Cromartyshtre" im Schlepptau hier ein. Der „Cromartyshtre" war am 4. d. M. früh bet dichtem Nebel 60 Meilen südlich von Säble Island mit dem Dampfer „La Bourgogne", der von Neu-York nach Havre mit 800 Reisenden unterwegs war, zusammen- gestoßen. „La Bourgogne" sank fast unmittelbar nach dem Zusammenstoß. Nur 170 Reisende wurden gerettet." Diese erste Nachricht wird durch folgende Meldungen ergänzt bezw. berichtigt: Nack den Eintragungen deS CapttänS in dem Logbuch des „Cromartyshtre" hatte daS Schiff eine Fahrt von vier Meilen tu der Stunde und ließ jede Minute das Nebelhorn ertönen, als ein Dampfer im Nebel auftauchte, iu den „Cromartyshtre" hineiufuhr, die Backen vollständig durch schnitt und die Haupt-Takelage heruuterriß, sodaß daS Sch'ff nur auf dem Wasser trieb. Inzwischen war die „Bourgogne" im Nebel verschwunden,- als aber um 5% Uhr früh der Nebel fich lichtete, sah dte Mannschaft deS „Cromartyshtre" Boote der „Bourgogne" und die Ueberlebenden auf Thetlen deS Wracks und auf Flößen. Der „Cromartyshtre" lag den ganzen Tag still und nahm 200 Ueberlebeude an Bord. Dte „Bourgogne" sank in zehn Minuten. ES heißt, sie habe 18 Knoten in der Stunde gelaufen. Um 8 Uhr Abends wurden Kanonenschüsse gehört und etwa drei englische Meilen entfernt Nothzeichen gesehen. Der Dampfer „Grecian" machte fich bereits auf den Weg, um Hilfe zu leisten, da hörten dte Zeichen auf. von dem Schiffe, von dem diese auSgegaugen fein mußten, wurde nichts gesehen- man nimmt an, daß eS gesunken ist und neigt zu dem Glauben, daß bei dem Zusammenstöße noch ein drittes Schiff betheiligt war. Nach den zuletzt angegebenen Ziffern sind 49 von den Zwischeudeckpaffa- gieren und 108 von der Mannschaft gerettet. Frau Lacasse, der einzige gerettete weibliche Passagier, wurde von ihrem Manne auf einem Plankenfloffe gerettet. Beide brachten, bis sie von dem „Cromartyshtre" aufgenommen wurden, acht Stunden tm Wasser zu. Nach der Aussage der geretteten Reisenden von der „Bourgogne" blieben die Offiziere bis zuletzt auf ihren Posten und gingen mit dem Schiff unter. Die Auftritte beim verfinkeu des Schiffes seien aber fürchterlich gewesen,- die Männer hätten gewaltsam um Plätze in den Booten gekämpft und Frauen und Kinder zurückgetrieben. AuS Mitthcilungeu von geretteten Reisenden der „Bourgogne" geht hervor, daß nicht allein keinerlei Versuch gemacht worden sei, Frauen und Kinder, geschweige denn irgend einen männlichen Reisenden zu retten, sondern daß die Mannschaft mit fast unglaublicher Barbarei verfahren sei. Wohl sei der Capitän auf seinem Posten geblieben und mit dem Schiff uutergegangen, aber die Schiffsbesatzung habe der RettungS- boote fich bemächtigt und die Reisenden mit Rudern und Bootshaken zurückgetrieben, während eine Anzahl von halte- ntschen ZwtschendeckSretsenden den Weg zum Boote fich mit Messern erzwungen habe. Unter den Fahrgästen seien verschiedene Deutsche gewesen. Vorstehehende Mittheilungen werden durch einige Pariser Drahtmeldungen ergänzt. Nach Angabe der dortigen Agentur der „Compagnie Generale TranSatlautique", befanden fich an Bord der „Bourgogne" 502 Reisende und 80 Mann Besatzung. Dazu stimmt allerdings nicht der Inhalt einer wetteren Depesche, nach der 61 Rrtsende und 104 Mann Besatzung gerettet find. Vor dem Pariser Gebäude der „C. G. Tr." war am Mittwoch eine angsterfüllte Menschenmenge versammelt, welche die Beamten der Gesellschaft mit Anfragen bestürmte, doch war keinerlei Auskunft zu erhalten, da die Schiffsliste erst in der Nacht erwartet wurde. „La Bourgogne" war eines der größten und schönsten Schiffe der Gesellschaft. Der Comman- dant deS Schisses, Deloncle, ein Bruder des ehemaligen Abg. Deloncle, befindet fich unter den Verunglückten. Der „Cro- mathshtre" mit dem die „Bourgogne" zusamwenstteß, ist eine englische Bark von 1554 Tonnen, dte fich mit einer Kretde- ladung auf der Reise von Dünkirchen nach Philadelphia befand. Nach einer Lloydmeldung aus Halifax find 104 Reisende und 61 Mann der Besatzung gerettet- somit dürften ioSgesammt 549 Personen umgekommen sei. Auf dem unter- gegangenen Schiff befanden fich auch Deutsche. Der „New- Kork Herold" veröffentlicht die Liste der Reisenden erster Kajüte. Darunter befinden fich folgende mit deutsch klingenden Namen: die Herren Angel, Adolph, Graf, Grieshaber, Gabriel, Hummel, Hunzmann, Richard, Jacob mit Frau und Tochter, Kramer, Schultz, Weiß, Weißt«, Wind, Otto Zaiger- dte Damen: Bromberg, Hummel, Heß, Kiel, Bertha Mohl, Karo- ltue Ritter, Schultz. Unter den Ueberlebenden befinden fich zwei Deutsche Namens Karl Duttweiler und Otto Zaiser (Zaiger?) Aus Brüssel meldet man dem „Berl. Tagebl.": Hier verlautet, daß unter den Opfern der „Bourgogne" der berühmte belgische Violinist ®uge.. Ksaye fich befindet, welcher seinen hiefigen Freunden ankündigte, daß er sich an Bord der „Bourgogne" einzuschiffen gedenke. Nach anderer Meldung soll Ksaye die Reise rach New-Kork, in letzter Stunde verschoben haben. GS herrscht hierüber große Ungewißheit. Gleichzeitig mit einem ouS Odde datirten Beileids.Telegramm deS Deutschen Kaisers traf in Paris eine Depesche des rusfiscken Botschafters Urusoff ein, der vorläufig in seinem eigenen Namen d!e Theilnahwe ganz Rußlands bei dem Unglück der „Bourgogne" ausdrückte. — Heber die fürchterlichen Auftritte, die nach dem Zusammenstöße ftattfanden, meldet mau noch der „Voss. Ztg.": Die Matrosen (meistens Franzosen), nur auf eigene Rettung bedacht, leisteten den ' Reisenden nicht den mindesten Beistand- nur wenige Boote wurden herabgelassen- die Männer kämpften wie verzweifelt um Bootsplätze ohne Rückficht auf Frauen und Kinder- viele zogen ein Messer und schlachteten Alle ab, die ihnen im Wege standen, wie die Schafe. Sin Reisender, der ein Boot besteigen wollte, wurde durch einen Schlag mit einer Eisen, stauge auf den Kopf sofort getödtet. (Wie anders benahmen fick unsere deutschen Mannschaften bei dem Untergänge der „Elbe"!) * Sm neues Baku wird wahrscheinlich bald auf der der Baku gegenüberliegenden Seite des Kaukasus am Schwarzen Meere erstehen, denn dort sind neue Quellen von Erdöl entdeckt worden. Es kann sich um keine Kleinigkeiten handeln, denn sonst hätte General Wenukow sich kaum veranlaßt gefühlt, der Pariser Akademie der Wissenschaften diese Entdeckung als eine besonders wichtige mitzutheilen. Das neue Petroleum-Paradies liegt in der Nähe des Ortes Anaklija an der Mündung des Flusses Jngur in das Schwarze Meer; der Boden gehört dem Prinzen von Mingrelien, während das Recht der Ausbeulung ein Capitalist aus Moskau erworben hat. Seit Mitte Mai waren zwei Geologen dork mit Unter- suchungen beschäftigt und stießen dabei bald auf die mit Naphtha getränkten Sandschichten, deren Vorhandensein sich dadurch verrieth, daß sich das aus dem Boden dringende Wasser mit einer Schicht von flüssigem Naphtha bedeckte. Die genaue Untersuchung der Lager durch Bohrungen soll alsbald vorgenommen und dann an die Gewinnung des Erdöls gegangen werden. Wenukow meint, daß Anaklija sogar die berühmte Petroleumstadt Baku überflügeln könnte, weil es durch seine Lage am Schwarzen Meer nach allen Seiten hin Schiffsverbindungen besitzt, während Baku am Kaspischen Binnenmeer von allen weiteren Schiffsverbindungen abgeschnitten ist. * Bei der Hoftafel in Wien und Pest. In einem ungarischen Blatte erzählt ein Reichstagsabgeordneter, wie es bei den Hoftafeln zugeht, und äußert sich besonders über das Trinken. Das schnelle Aufträgen ist der einzige Einwand, den man gegen die Hostafel erheben kann. Wenn man gerade irgend einen Wein liebgewonnen hat, verschwindet er auf einmal, und man hat keine Zeit mehr, sich seiner zu freuen. Auch der beste Bissen bekommt sofort Flügel, sowie man einen Augenblick auf die Seite schaut oder dem Nachbar antwortet. Man eilt, man eilt fürchterlich. Als ob den Lakaien der Tartar hinterm Rücken wäre! Besonders um die Weine ist es schade, in die man sich nicht beschaulich versenken kann; denn man schenkt nicht zweimal von derselben Gattung ein, obwohl die Weine des Königs ihres gleichen auf der Welt suchen. Der granatrothe Waag-Neustädter Wein schlägt jeden Burgunder, der Johannisberger ist einfach bewunderungswürdig. Der Tokayer mit seiner Farbe geschmolzenen Goldes kommt aus den eigenen Hegyaljaer Weinbergen. Von Champagnern wird Moet-Chandon getrunken, das herrliche Aroma des oftgrünen Chablis umgiebt Alles mit einem Feuernebel, während der blonde Chateau Pquem Einen wie feurige Gluth durchströmt. Und mit all diesen Köstlichkeiten eilt man so sehr. Indessen giebt es auch gegen die Eile eine Arznei: das Beeilen. Auch die Gäste beeilen sich mit dem Trinken. So trank beispielsweise Ministerpräsident Wekerle stets die Gläser des neben ihm sitzenden kroatischen Ministers Josip ovich leer, der keinen Wein trinkt. Im Allgemeinen haben die Weine des Königs so großen Ruf, daß Jeder bemüht ist, seinen Theil möglichst herauszunehmen. Auch die Hoflakaien haben dies schon beobachtet, indem sie die beiden Hofhaltungen derart kennzeichnen: „In Wien essen die Herren mehr, in Pest trinken sie mehr." Erst wenn der König sie ein bischen „tischeln" ließe, dann sähe man erst das Richtige: es gäbe vielleicht sogar Trink- spräche. Doch leider schwindet die Zeit mit wahnsinniger Eile, und wenn dem Weine bereit» das beste B.tt bereitet wäre aus den Speisen, kommen plötzlich die schönen, kleinen Porzellanschalen mit dem Mokka, den der König vom Sultan bekommt. Von diesem Kaffee kommt kein Körnlein in den Handel, höchstens die befreundeten Fürsten erhalten davon geschenkt, und auch diese nicht viel, weil eben nicht viel davon da ist. Mit einem Worte: es kommt der Kaffee und gleichzeitig schenken die Lakaien den Cognak ein, damit die Flinkern nach dem schnell hinabgestürzten Kaffee auch noch diesen schlucken mögen. Schnell, schnell, wem der Kaffee und der Cognak lieb ist, der König hat den seinigen schon getrunken und die Lakaien greifen wie auf Commando unter den Tisch — auf ihrem gekrümmten Rücken spannt sich der dunkle, gestickte Frack — sie heben die Hüte der Gäste auf, drücken sie ihnen in die Hand, zum Zeichen, daß sie sofort den Tisch verlassen müssen. Der Kaiser hält ungeduldig Umschau, bis auch der letzte Gast seinen Hut übernommen, dann steht er auf, wonach, dem Ausstiegen einer Vogelschaar gleich, auch die Gäste sich erheben und dem König in den anstoßenden Salon folgen, wo die Cigarren stehen und wo der „Cercle" ftattfindet. ♦ Das ganze fportliebende Paris stehtauf bim Kopf anläßlich der Meldung russischer Blätter, der zufolge ein junger russischer Akrobat fich anheischig macht, von St. Petersburg nach Moskau — auf den Händen zu marschtren. Die Franzosen nehmen an der Sache ein besonderes großes Interesse, da der Künstler, wenn ihm diese Tour gelingt, tm Jahre 1900 ebenfalls auf den Händen von Petersburg nach der Welt Ausstellung in Paris wandern will. Um seine Leistung nach Gebühr zu würdigen, haben fich verschiedene Spörts- leute deS Seiuebabels, wie man sagt, entschlossen, ihm bei feiner Ankunft auf Kräftigste zu applaudiren und zwar auS Gründen zarter Rücksichtnahme — mit den Füßen. Dte Reise nach Moskau wird der junge Akiodat auf der Chaussee in 30 bis 31 Tagen vollenden, da er täglich 20 Werst zu machen gedenkt. Nach jeder Werst wird er fich eine kleine Ruhepause gönnen. Selbstverständlich ist für genügende Neber- wachung des eigenthümlichen Menschen Sorge getragen. • Der politische Barbier. In Pari» ist es jetzt Mode, fich bei dem Bürger Chauvin rafiren und srifiren zu lassen. Der ehemalige socialisiische Abgeord'. etc ist nämlich zu seinem alten Geschäft zurückgekehrt. Die Berichterstatter strömen schaarenweise in seinen Laden und fragen ihn aus, während er ihnen das Gesicht einseift oder gar während ihnen da» Messer an der Kehle sitzt. Chauvin erklärt, daß die Geschäfte sehr gut gehen, daß alle seine Wähler ihn aufsuchen und daß er, wenn das so weiter gehe, bald zu den „infamen Capi- talisten" gehören werde. In Politik „mache" er noch immer, aber nur am Abend, wenn der Laden geschloffen sei. Der politische Barbier ist bei vortrefflichem Humor, und auf die Frage, ob der Sturz aus allen politischen Himmeln ihn nicht betrübe, erwiderte er: „Dort unten (in der Kammer) war ich der „rase", jetzt rafire ich die Anderen." • Der Schmaukzettel des Thüringer Städte tage» in Jena brachte fotg'.ndes humorvolle Gedicht: Wir, wie wir stets in G.schäften Mühsam sich durchs Leben schlägt, Der bleibt eben nur bei Kräften, ' Wenn er gut zu essen pflegt. Darum laßt uns Acht drauf geben. Was man heut hier sott und briet, Und von unfer’m Alltagsleben Singt mit mir ein kleines Lied. Bürgermeister wird auf Erden Der und Jener bann und wann, Doch schaff sich, wer e8 will werden, Einen guten Magen an, Daß die oft erregten Geister Er beherrsche in Geduld, Denn stets auf den Bürgermeister Schiebt man schließlich alle Schuld. Zieht tr ein rückständige Steuern, Dann ist das Lamento groß, Man schimpft, und nennt in Ungeheuern Phrasen ihn hart, rigoros. Doch herrscht Ebbe in der Kasse Und man merkt davon etwas, Brummt des Volkes breite Masse: „Eene scheene Wirtbschast das!" Schreitet mit der Zeit er weiter, Geht auf ihre Ford'rung ein, Heißt's: „Seht den Principienreiter, Der sauft über Stock und Stein!" Doch macht er vorsichtig Proben, Ist bedächtig mit der That, Heißt's: Der auf dem Rathhaus oben Schläft sammt dem Gemeinderath. Und so gibt's noch viele Fälle, Wo Undank statt Lob wird fein, Doch nimmt er die erste Stelle - Im Gemeindewesen ein. Es bringt treue Pflichterfüllung Trost ihm in der Trübsal Nacht: Aber nun sei an die Stillung Unf'res Durstes auch gedacht. * Rechtsstellung der Hotelier» und ihrer Angestellten. DaS im Jahre 1900 ta Kraft tretende neue deutsche Handelsgesetzbuch läßt dte wichtige Frage offen, ob und inwieweit auch die Hoteliers und deren Angestellte unter die Bestimmungen diescS Gesetzes fallen. SuS dem Wortlaut der ersten sechs Paragraphen deS neuen HanbelSgesctzbuchS scheint allerdings hervorzugehen, daß auch die Gastwirthsckast zu den kaufmännischen Betrieben zu rechnen sei. Damit würden aber, wenn diese Annahme richtig sein sollte, die Hotelaugestellten fortan in rechtlicher Beziehung den Handlungsgehilfen gleichgestellt sein und deren Rechte und Pflichten genteß'n Eine rechtzeitige Klarstellung dieser Frage ist natürlich für die Hotelangestellten von größter Bedeutung und deßhalb wird soeben in diesen Kreisen die Einberufung eines FachcongressrS angeregt, der fich mit dieser Angelegenheit beschäftigen soll. Der Gedanke hat bei den Betheiligteu bereit- großen Anklang gefunden. ♦ Wie sich die Kinematographie in Bezug auf dte Schönheit und Stetigkeit der Bilder vervollkommnet hat, hat wohl Jeder bei der Befichtigung der Vorführungen selbst schon beobachtet. Daß aber auch in Bezug auf die Schnelligkeit der ktuematographischen Berichterstattung jetzt Unglaubliches geleistet wird, geht au» einer Mittheilung beS Berliner Patent-Burean Gerson & Sachse hervor. Nachmittags um 3 Uhr fand in Amerika ein Pferderennen statt und bereit» um 11 Uhr wurden Seinen au» demselben mittelst deS Kinematographen vorgeführt. Bei dem Congreffe der franzöfischen Civil-Jngenieure wurde in kaum drei Stunden ein dreißig Meter langer Streifen mit Kinematographen- Bildern angefertigt, welche dte Ankunft der Boote mit den Congreßtheilnehmern erkennen ließen. Dieser Streifen wurde schon auf dem Bankette am selbigen Tage zur Vorführung mittelst de» Apparate» benutzt. • Hohe Auszeichnung. Das „N. W.Tgbl." schreibt: ^öeim Rundgang de» K at s e r 5 in der landwirthschaftl. Abtheilung am letzten Samstag besichtigte derselbe auchdte Exposition der Firma A. WaSmuthL Co. in Hamburg. Der Kaiser sprach den Vertreter der Firma, Herrn Joseph Czeptczka, an und erkundigte fich eingehend über dte ausgestellten Objecte. Beim Verlassen der Ausstellung sprach der Kaiser Herrn Czeptczka seine Anerkennung au» und belobte da» tnstructtve Arrangement. * Gustav Freytags Grabdenkmal. Auf dem Grabe de» neben seiner Gattin in Siebleben ruhenden Dichter» Gustav Freitag ist jetzt ein Denkstein au» weißem Marmor errichtet worden, der auf der Vorderseite das tu Bronce auf» geführte Bilduiß deS Dichters zeigt. Die Rückseite de» Denkmal» enthält das Wort auS der „Verlorenen Handschrift": „Tüchtige» Leben endet auf Erden richt mit dem Tode, eS dauert im Gemüth und Thun der Freunde, wie in den Gedanken und der Arbeit des Volkes". * Schlagfertig. Er (tm Zorn): „Ich sag' Dir, Weib, Du bist mir Luft." — Sie: „Stehst also doch ein, daß Du ohne mich nicht leben kannst." • Erkavut. Erster Gauner: „Ede, Du warst gestern tm Gasthaus?" — Zweiter Gauner: „I wo? Ich war i« keinem Gasthaus!" — Erster Gauner: „Schweig, Du hast einen neuen Hut!" in feinet •* 2i , Uh- re3 Eigen Nähmaschinen. £<4 nicht norm® ■ Eins Monttri ntn, sowie gel Riethe AMD Dienstag be Nachmittags 5 bm Genreinvehausk sichende Arbeiten in den mbtn: Elch 2.3i 'rein. ^Mitarbeiten W'dÄ" RT1 jSö* 16. auf h W.bm Uferem »6 e^teif u"b «fbk Ä«®met) „„ ............. 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Mts., Nachmittags 5 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Wieseck nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich in den Accord gegeben werden: veranschlagt zu: Pflasterarbeiten 725,50 JL Erdarbeiten 60,— „ Chaussirarbeiten 35,50 „ Steinlieferung (Grundbausteine) 27,— „ Steinlieferung(Decksteine) 295,— „ Steinsetzen 4,60 „ Sandlieferung 38,40 0 Maserarbeiten 60,— „ Äeißbinderarbeiten 86,35 „ Gießen, den 5. Juli 1898. Der Kreisstraßenmeister. Senßfeld er. 6781 ! Arbeitsvergebung. | Die zur Ausführung des Rauh- ' baue- eines Sparkaffegebäudes dahier nöthigen Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Dachdecker«, Schlaffer- und Spenglerarbeiten, sowie Anlage eines Blitzableiters, Lieferung eif. Träger und Röhren, Brechen und Anfuhr von Bruchsteinen, Lieferung von Schwarz- und Weißkalk, Sand« und Hintermauerungssteinen, sollen Montag den 11. Juli 1898, Vormittags IO Uhr, auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. ! Pläne, Voranschlag und Beding ungen können bei dem Unterzeichneten vom 27. Juni ab bis zu obigem Termin eingesehen werden, wo auch die verschlossenen und mit gehöriger Aufschrift versehenen Offerten abgegeben werden können. Abschriften des Voranschlags werden gegen die üblichen Copial Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Erbauung einer Dieuerwohuung und zum Aufbau eines weiteren Stock-; HerkS ans dem Lagerhaus- Anbau bei dem Hauptsteuer- -amtsgebäude zu Gießen Mhigen Arbeiten nebst Materiallieferungen, nämlich: Maurer-, Stein-: lauer», Zimmer-, Dachdecker«,1 Schreiner«, Schlaffer-, Glaser«, Weiß tinber# und Spenglerarbeit, sowie die Trägerlieferung werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerial- erlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf d m Submissionsweg aurgeschrieben. Die Ausführungs - Bedingungen unb Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslocal zur Einsicht offen, unb können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote stnd bis zum 18. Juli l. I, Vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift, portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 2. Juli 1898. Großh. Hochbauamt. Neuling. 67141 gebühren zum Zweck der Bewerbung jedem Jntereffenten verabfolgt, da gegen Covien der Zeichnungen nicht abgegeben. Für die Stein Hauerarbeiten sind Sandsteinproben verschiedener Farben erwünscht. Grünberg, den 23. Juni 1898. (Oberhessen) I. A.: 6404 Maringer, Kreis ftraßenmeifter. MrMWWeu Große Versteigerung. Montag den 11. und Dieus tag den 12. Juli, jedesmal um 2 Uhr Nachmittags anfangend, ver« steigere ich im Auftrage der Firma G. PH. Fillmaun hier im Saale des Lony'schen Bierkellers, Schanzenstraße 18 (Eingang zum Saal von der Terraffe): Große Partien Glas-, Porzellan- und Luxus- waaren, Nickel- und vernickelte Gegenstände, Bierseidel, Servierbretter, Jardinieren, Vasen, Waffer-, Bier- und Champagnergläser u. v. A. 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